Tag 2 die zweite und Tag 3 aufbruch

IMG_6542Hallo vom  dritten Tag der Tour. Das hier ist alles mit Diktierfunktion geschrieben. Gestern habe ich ungefähr 75 km gemacht.  Es ging aber sehr gut. Ich hatte etwas Regen, etwas Gegenwind, ein paar Steigungen aber ansonsten war alles schick.

Ich habe ganz schön lang geschlafen. Trotzdem war ich um 8:30 Uhr auf der Straße. Am dritten Tag ging es ziemlich schnell Steilberg auf. Ich fuhr dann auf eine Hohenwaldstraße ein paar Dörfer weiter. Leider habe ich heute starken Gegenwind.

 

Als ob die  bergetappe nicht reicht.  Jetzt bin ich gleich in Rudolstadt.

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Hier bin ich gestern in den Landkreis Saalfeld Rudolstadt gekommen.

Am Abend am Zeltplatz. Ich habe noch eine Skizze gemacht und war an der Saale spazieren.

Heute Morgen war es sonnig, als ich Kaffee getrunken habe. Dann ging es gleich Berg auf und ich kam zum Schloss Weißenburg.

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6 Tag Vestkyststien: Von Hvide Sande nach Fjaltring

Es ist Freitag, der 18. Mai 2018

Wir wachen um halb sieben auf und bleiben noch ein wenig im Schlafsack liegen, dann machen wir Kaffee im Shelter. Später schenkt uns der nette Wanderer von gestern seinen restlichen Sprit zum Kochen. Er hat eine Gaskartusche für seinen Trangia Kocher, und hat den Sprit “zur Sicherheit” mitgenommen, und dann gemerkt, dass er den nutzlos herumschleppt.

dänemark tour 2018

Morgensonne vor unserem Shelter in Hvide Sande: Ich habe rausfotografiert, als wir noch im Schlafsack liegen und auf den Fjord schauen.

Zum Frühstück gibt’s wieder das übliche Porridge. Wir packen alles ein und fahren los. Der Wanderer wünscht uns zum Abschied eine gute Tour und einen guten Sommer! Das gefällt mir sehr gut, weil ich verstehe, was er meint. Sommer ist einfach die Jahreszeit, in der ich versuche, so viel wie möglich raus in die Natur zu kommen.

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Das Hafen-Sanitärhäuschen in Hvide Sande. Warm duschen für 10 Kronen und Unisex Toiletten.

Wir kaufen beim Spar in Hvide Sande ein paar Dinge ein. Eigentlich brauchen wir heute wenig, aber wir brauchen Kleingeld: wir fahren zur Hafendusche. Super angenehm, eine warme Dusche zu nutzen. Und wieder stelle ich fest, dass die Abschließriegel (das sind die Dinger zum drehen) nicht funktionieren. Später kommt eine Frau und geht auf die Toiletten nebenan, und bei ihr funktioniert’s. Schon wieder. Irgendwas habe ich bei den dänischen Verriegelmechanismen nicht verstanden.

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Luftpumpe und “Pflegestation” fürs Fahrrad, dahinter führt die Treppe auf den Bunkerberg hoch, der mit Hagebutten bewachsen ist.

Wir klettern als nächstes auf die Bunker aus dem 2. Weltkrieg, die am Hafen herumstehen. In einen kann man sogar rein gehen. Am Fuß des Hügels ist wieder eine Luftpumpe und sogar eine Säule, an der Fahrradwerkzeug hängt. Das ist wirklich ein Traumland fürs Radfahren.

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Einer von zwei Bunkern auf dem “Trollberg” von Hvide Sande, er sieht aus wie ein U-Boot und hat eine rostige Eisenhaube oben drauf.

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Die Aussicht vom Trollberg: Am Hafen stehen Menschen aufgereiht und angeln, es ist blauer Himmel und es geht wenig Wind.

Wir haben heute wieder Gegenwind, aber er ist unter 15km/h, das geht ja noch. Wir kommen an einem schönen Leuchtturm in den Dünen vorbei und erreichen bald Søndervig. An einem gemütlichen Platz gibt es free Wifi und noch so eine Luft- und Werkzeugstation fürs Fahrrad.

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In der Dünenlandschaft auf der Nehrung steht ein weiß gestrichener Leuchtturm.

Auf dem Rausweg hole ich noch Zimtschnecken für die Pause vom Supermarkt, die haben wir in Hvide Sande vergessen, und kaufe mir eine scharfe Chilisauce, auf der “250 000 Scoville” steht. Dann verlassen wir die Stadt. Auf dem Rausweg fahren wir an einem Golfplatz vorbei, und ich nutze deren Druckluftanlage, um meinen Antrieb von all dem Sand und Staub freizupusten. Ein Platzwart kommt vorbei, aber er findet das okay. Mein Fahrrad auch!

Wir fahren am Stadil Fjord entlang, während sich der Himmel zuzieht. Für heute ist Regen angesagt gewesen, aber es bleibt trocken. Hier am Fjord gibt es ein riesiges Feuchtgebiet, in dem viele Vögel brüten. Der Weg verläuft auf Schotter auf einem ehemaligen Bahndamm.

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Die Fahrräder stehen bei einem Picknicktisch an einer Hecke und der Himmel ist mit dunklen Wolken bedeckt. Die Sonne scheint trotzdem.

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Der Himmel ist wieder heller geworden, und wir blicken über die weitläufigen Feuchtwiesen des Vest Stadil Fjord.

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Ein schnurgerader Schotterweg führt auf einem alten Bahndamm durch das Feuchtgebiet.

Wir erreichen am Mittag Vedersø Klit und machen ein Mittagspicknick. Dann geht es weiter durch die Husby Klitplantage, alles auf Schotter. Und nicht so guter Schotter, sondern der, auf dem es sich anstrengend fährt. Davon gibt es auf dem Vestkyststien viel. Als wir den Wald verlassen und auf dem nächsten schmalen Landstreifen radeln, kommt ein Aufschrei von hinten: Der Partner vermißt seine Fleecejacke! Wir hadern und hadern, und dann kann er sich erinnern, dass er sie am Anfang der Klitplantage, also 8km von hier, noch in der Hand hatte. Wahrscheinlich hatte er sie aufs Gepäck gelegt, anstatt sie mit dem Spanngurt festzumachen, und dann ist sie durch das Geruckel einfach runtergefallen.

Wir fahren zurück, denn ohne die Fleecejacke ist es abends auch zu kalt. Nutzlose Zusatzklamotten haben wir nicht eingepackt. Kurz vor dem Wald ist ein Pausenplatz am Meer, und ich schlage vor, dass wir hier stehen bleiben, und ich mein Fahrrad ablade und ohne Gepäck alleine den Weg absuchen fahre. Er hätte das auch gemacht, aber traut sich nicht zu, den Weg im Wald genau wiederzufinden, wie wir ihn gefahren sind.

Ich heize ohne Gepäck ganz schön über den Weg. Leider muss ich fast alles zurück fahren, aber da liegt wirklich mitten auf dem Weg die Fleecejacke, sie ist wirklich runtergefallen, wie er es schon vermutet hatte. Als ich zurück bin, ist die Freude groß und wir können unseren Weg fortsetzen. Vorher gehe ich noch aufs Klo an dem Rastplatz und finde heraus, wie man die verriegelt! Beim zudrehen des Verschlusses muss nämlich die Türklinke gleichzeitig nach oben gedrückt gehalten werden. Ironischerweise ist diese Toilette die letzte auf der Tour, die genau diesen Mechanismus hat, und ich werde mein neu erworbenes Wissen gar nicht mehr anwenden können.

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Der Rastplatz nach der Klitplantage, die Straße führt auf die Nehrung nach Thorsminde.

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In Thorsminde gibt es eine rot gestrichene “Fahrradpausenhütte”,  in der man auch grillen kann, aber gerade ist da nicht viel los, nur ein paar Leute angeln am Hafen.

Wir radeln nach Thorsminde, wo wir einen sehr beliebten Imbiß besuchen, jedenfalls ist alles voll und alles voller Einheimischer. Wir essen Hot Dogs und fahren dann über die Nehrung weiter. Es zieht sich etwas, wir sind auch schon etwas müde vom fahren, wir haben heute schon über 70km geschafft.

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Hinter Thorsminde klettern wir auf die Dünen und machen noch eine Pause mit Blick aufs Meer. Die Wolken haben sich verzogen.

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Hier auf der Nehrung sind die Dünen mit einem rauhen Gras bewachsen, ein Bewuchs, durch den der Sand schimmert.

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Der abendliche Strand, ein paar Leute haben ein Surfbrett dabei, sonst ist kein Mensch da.

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Das letzte Stück auf der Nehrung ist grün und auf der Fjordseite flach.

In Fjaltring finden wir den Shelterplatz erst nicht, er ist in der Nähe der Kirche eingezeichnet, doch dort ist absolut nichts. In Richtung des Strandes sehen wir Wohnmobile stehen, vielleicht ein Campingplatz. Wir grübeln und grübeln und gucken aufs Mobiltelefon und unser GPS Punkt sagt, wir sind genau da. Aber da ist nichts.

Bei den Wohnmobilen sehen wir etwas hüttenartiges, und fahren da hin, um zu schauen, ob dort der Shelterplatz ist. Tatsächlich ist er es – aber auch um die 35 Wohnmobile und Transporter. Der ganze Strandparkplatz ist angefüllt mit Wohnmobilen. Wir schieben unsere Räder auf den Shelterplatz, der von den Wohnmobil-Leuten in Beschlag genommen ist: Er wird als Grillhütte genutzt, aber auch, um mal woanders zu schlafen als im rollenden Klohäuschen.

Zwei haben sich ein Luftbett von 2x2m Grösse aufgebaut. Es sieht etwas lustig aus, denn der Shelter ist im Innenraum nur wenig höher als ein Meter, und das Luftbett ist einen halben Meter hoch, so dass kaum noch Platz ist, sich als Person drauf zu legen. Es wird deutsch gesprochen und die Wohnmobil-Leute finden gar nichts dabei, sich wie Platzhirsche aufzuführen. Sie sind durchaus nette Platzhirsche, aber eben Platzhirsche. Der Platz ist ihr “Geheimtip” und sie kommen immer hierher, und der Shelterplatz ist quasi schon ihre Grillhütte, und jovial wollen sie uns in ihre Geheimtip-Camping-Community aufnehmen.

Wir sind vergrätzt, weil so hatten wir uns das nicht vorgestellt. Wenn wir zu einem Platz kommen, wo schon Leute sind, haben wir es bisher immer erlebt, dass alle sich begrüßen und dann schauen, ob alle einen Platz finden, was doch immer geklappt hat. Aber ich habe es oft erlebt, dass Motorisierte auf uns als Radwanderer viel Rücksicht genommen haben, denn wir können nicht mal eben so 30km weiter zu einem anderen Shelterplatz fahren, sie schon.

Auf den Plätzen gilt, “wer zuerst kommt, mahlt zuerst”, und die grillenden Camperinnen erklärten uns, dass bis spät in die Nacht noch Leute ankommen werden und falls jemand in unserem Shelter schlafen möchte, müssten wir dann eben etwas rüberrrücken. Ich hab ihr gesagt, dass ich das gern mache, wenn Leute mit dem Rad oder zu Fuß noch kommen, aber nicht, wenn Leute nur mal Lust haben, mal aus Spaß woanders als in ihrem Wohnmobil zu schlafen. Ich bin 86km geradelt und erschöpft.

Zack, Stimmung im Keller, sie nahmen ihre Sachen und zogen davon, hin und wieder kam jemand, das Grillgut umzudrehen. Ich fühlte mich ein klein wenig mies. Das war eine klare Abstimmung mit den Füßen. Aber ich fand es auch nicht okay, wie wenig Rücksicht sie auf uns nehmen wollten, und es grade mal gönnerhaft geduldet wurde, wenn wir ihren DIY Wohnmobilgrillplatz halt auch noch nutzen. Leider gab es in der Nähe keine anderen Plätze, auf die wir schnell mal hätten ausweichen können.

Wir bekommen Bedenken, ob wir womöglich spätabends noch mit Wohnmobilleuten über Schlafplätze diskutieren müssen. Daher beschließen wir, unser Zelt neben den Sheltern aufzustellen und den Shelter nun doch links liegen zu lassen.

Ich mag es ehrlich gesagt auch nicht, wenn sich Leute mit ihren Wohnmobilen öffentliche Strände und Shelterplätze aneignen, sich “geheimtipmässig” breit machen und die Landschaft mit ihren Karren verschandeln. Das liegt aber auch daran, dass ich aus Deutschland komme, wo Camping mit Wohnmobilnutzung gleichgesetzt wird und fast sämtliche Camping-Infrastruktur auf Wohnmobile ausgerichtet ist, wo wir fürs Zelten fast gleichviel bezahlen wie für einen Stellplatz für so ein Riesenmobil und wo ich kaum etwas finde, wo ich mal ohne Autos mit Fernsehern und Satellitenschüsseln um mich rum draußen schlafen kann.

Aber es wird auch in Deutschland besser, es gibt immer mehr Wanderzeltplätze, manche sind sogar nur fürs Zelten, und nicht für Wohnmobile freigegeben.  Zum Glück!

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Meine Outdoor-Küche mit dem Trangia-Kocher, vielen Zutaten und Behältern.

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Das Fahrrad lehnt am Shelter in der Abendsonne.

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Sonnenuntergang an der Mole am Strand von Fjaltring, am Himmel steht eine dünne Mondsichel.

 

Wir machen Pasta mit Gemüse zum Abendessen. Ich kippe mir einen guten Schuß der Chilisauce über mein Essen, und äh ups.. oweh.. .die Fresse brennt ganz schön. Aber ich kann es noch essen. Ab jetzt nenne ich das Zeug nur noch “Scoville Sauce” und dosiere es tropfenweise. Die Flasche hat gar keinen Tropfverschluß, Humbug!

Als es dämmert, spazieren wir zum Strand und schauen uns die Mondsichel an. Auf dem Meer versuchen ein paar Leute, zu surfen, und vor einigen Wohnmobilen wird gegrillt oder gekocht. Eigentlich sind da viele alternative Leute, und vielleicht die Hälfte so “konservative Campingmobile”. Ein wenig schade, dass gerade die alternativen Leute  wenig Bewußtsein für andere Arten zu reisen haben. Wie vorhergesagt, kommen bis spät in die Nacht noch Wohnmobile an. Sie wollen wohl diskret sein, aber die Ansammlung ist weithin sichtbar und alles andere als diskret. Am Strand von Fjaltring darf man nachts eigentlich nicht parken, aber die Gemeinde Lemvig ist da wohl sehr tolerant, und die Wagenburg wächst an, zwischen 40 und 50 Autos sind es schon geworden.

Heute sind wir relativ spät im Bett, es ist schon richtig dunkel, als wir ins Zelt kriechen. Wir hören uns, als wir im Schlafsack liegen, noch einen Podcast an, von dem ich nach 5 Minuten nichts mehr mitkriege, weil ich dabei so wunderbar einschlafe.

Vestkyststien Tag 5: Kærgård – Hvide Sande

Es ist Donnerstag, der 17. Mai.  Wir haben unglaublich lange 10 Stunden geschlafen, so lange schlafe ich zuhause nie.

Morgens treffe ich zwei Dänen an der Grillhütte nebenan, die spazieren gehen und draußen frühstücken. Wir reden über die Landschaft und das Wetter, und sie geben mir Tips, welche Plätze schön sind, und machen mich auf das herannahende Pfingsten aufmerksam, wo wahrscheinlich viele Leute draussen an den Naturlagerplätzen sein werden. Wir überlegen, ob wir zu diesem Zweck nicht in einen der zum Zelten freigegebenen Wälder ausweichen sollen.

Zum Frühstück gibt es wieder Porridge mit weißer Schokolade, Mango und Bananen (wir haben noch getrocknete Mangostreifen dabei gehabt). Um 10 Uhr kommen wir los, der Himmel ist wieder knallblau, und das erste, was uns begegnet, ist ein knorriger Dünenwald, durch den sich ein hübscher Sandweg windet.

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Ein Sandweg führt durch den sonnigen Dünenwald, vor mir fährt B.

 

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Der Damm, der über den See führt. 

 

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Auf der höchsten Düne Dänemarks. Eigentlich nur zwei Räder im Wald.

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Am Aussichtspunkt sehen wir nur grüne Wipfel und weit weit hinten das Meer. 

Dann kommen wir an den Filsø, einen künstlichen See, und fahren über den Damm und um den See herum. Dazu plagen wir uns über eine Schotterstraße, und danach kommen wir zur höchsten Düne Dänemarks, die inzwischen bewaldet ist. Wir strampeln die Waldwege hoch, klettern auf die Aussichtsplattform, von der wir leider nichts wirklich sehen, und fahren dann wieder runter. Eigentlich unterscheidet sich die Düne in nichts von einem bewaldeten Hügel. Tjanun.

Schöne Sandwege führen weiter durch den Wald und durch Heidelandschaften. Dann geht es wieder in offenes Dünenland und der Wind wird immer stärker. Wir haben Nymindegab hinter uns gelassen und plagen uns mit 7 km/h vorwärts. Hier sind unglaublich viele deutsche Touristen, die alle Leute auf der Straße einfach auf deutsch ansprechen.

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Die Dünenlandschaft hinter Nymindegab: Die Dünen zum Meer hin sind haushoch, und überall wachsen Büsche und Heidekraut. 

Wir kommen wieder ans Meer, und die Dünen dort sind haushoch. Wir parken die Räder an einem kleinen See und setzen uns in den Windschatten von Hagebuttenbüschen, und ich klettere auf die Dünen und sehe das windgepeitschte Meer und einen menschenleeren, weißen Sandstrand. Der Wind pfeift in meinen Ohren und ich ziehe mir den Loopschal bis über die Nase.

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Auf den Dünen, wo der Wind pfeift, sehe ich aufs Meer. 

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Der Strand ist windgepeitscht und komplett leer.

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Noch ein Bild von der Düne aufs Meer. 

Dann fahren wir weiter, inzwischen windet sich ein Sandweg auf und ab durch die Dünen. Ich bekomme Sand ins Gesicht geblasen und es geht sehr, sehr langsam voran. Meine Kette und alle Ritzel sind schnell mit einer weißgrauen Staubschicht bedeckt.

Bald entscheiden wir uns, ein Stück auf der Landstraße zu fahren, weil es mit dem auf und ab UND dem Gegenwind doch sehr anstrengend ist. Wir finden noch eine Einkaufsmöglichkeit in Bjerregårds Købmandshandel. Hier sind fast nur deutsche Touris und alle sprechen deutsch. Ich bemühe mich trotzdem mit ein paar Brocken dänisch im Laden und der Kassierer freut sich darüber. Und dann geht es weiter die schmale Landzunge nach Hvide Sande hoch. Wir wechseln wieder zum Dünenweg, denn die Landstrasse nervt auch, und brauchen noch eine Pause im Windschatten einer Düne.

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Zwischen den Dünen führen manchmal auch nervige Schotterstrassen, statt den gut befahrbaren Sandwegen. 

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In den Dünen, reetgedeckte Häuser. 

Ich habe mit meiner Wind- und Regenjacke zu viel zu schwitzen, und ohne sie ist es ziemlich stürmisch und kalt, irgendwie finde ich keine richtige Lösung. Der Wind kommt mit über 35km/h uns direkt entgegen, sagt die Wetter-App. Aber die Landschaft ist schon atemberaubend schön. Wir teilen uns einen Energy Drink, den wir schon im Netto von Ribe aufgesammelt hatten.

Dann besuchen wir Vesterled, ein Schullandheim, in dem mein Partner in seiner Schulzeit mal eine Woche verbracht hatte, und ich lasse mir alte Geschichten erzählen. Zum Glück läßt der Wind nun ganz leicht nach und wir müssen uns nicht mehr ganz so plagen. Ich habe vom starken in die Pedale treten tatsächlich eine Blase am Zeh bekommen!

In Hvide Sande gibt es eine Hafentoilette, wo man für 10 Kronen warm duschen kann! Klasse! Das heben wir uns aber für morgen auf und finden unseren Shelterplatz. Ein Wanderer ist schon dort, ein richtiger Bushcrafter. Wir unterhalten uns ein wenig und finden, dass wir sehr ähnliche Ansichten über Outdoor und in der Natur sein haben..

Heute abend kochen wir nicht, sondern essen nur belegte Brote. Ich stricke an meinen Reisesocken und mache einen Hafenspaziergang. Weil es hier gar keine Mücken gibt bei dem Wind, schlafen wir mal in einem der Shelter, sie sind wirklich ur gemütlich.

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Kuschlig ist es abends im Shelter, wir wollen noch nicht schlafen, aber in den Schlafsäcken ist es so schön warm. 

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Der Hafen von Hvide Sande im Abendlicht.. einige Hausboote der Luxusklasse ankern hier. 

Vestkyststien Tag 4: Esbjerg -> Kærgård

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Die grasbewachsenen Shelter am Morgen an “Knudsens Plads” in Esbjerg, wir packen alles ein. 

Es ist Mittwoch, der 16. Mai 2018.  Wir schlafen wieder relativ lang und fahren ohne anzuhalten durch Esbjerg und freuen uns über die dänischen Motorisierten, die super rücksichtsvoll fahren. Wie warten lieber, als sich noch vorbei zu quetschen. Und es gibt Luftpumpen einfach so am Strassenrand!

Kurz nach Esbjerg halten wir bei den Skulpturen “Mensch am Meer” an, und gehen ans Watt und sehen Wattwurm-Spuren. Es ist gerade Ebbe. Das ist auch das einzige Mal auf dieser Tour, dass wir wirklich dem Watt so nahe kommen. Davor führte der Weg zwar am Meer entlang, aber um wirklich dran zu kommen ans Meer hätten wir über weitläufige Wiesen gehen und über Deiche klettern müssen, und zumindest mir geht es an Küstenradwegen so, dass ich denke: “Ach, das kann ich ja immer noch nachher/morgen machen.” Und dann ist nachher und man hat es noch immer nicht gemacht.

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Watt und weiter hinten ist ein Schiff zu sehen, das aussieht, als fährt es durch den Schlick.

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Die Skulpturen “Mensch am Meer” bei Esjberg sind vier weiße, sitzende, steinerne Gestalten, die in der Sonne leuchten. 

Wir haben es nun gemacht und das war auch gut so, denn wir fahren heute die Küste weiter hoch und verlassen das Wattenmeer, und kommen zu dem Teil der Westküste, der aus Sandstränden und Dünenlandschaften besteht. Oder alternativ: Die deutsche Touri-Hölle.

Leider haben wir heute konstant Gegenwind. Der Morgen war eigentlich etwas wolkig und wir freuten uns über die leicht kühlere Luft, aber gegen Mittag ist alles wieder sonnig und heiß. Nachdem wir eine Weile den Strandvej entlang gefahren sind, halten wir in Hjerting an und machen Pause an einer Strandhütte mit einer Statue für die Fischer.

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Eine schwarz gestrichene Hütte, Boote, und Picknicktische am Meer, wo wir unser Essen ausgepackt haben.

Danach geht es vom Meer weg und mit viel Gegenwind durch Dörfer. Wir sehen süße Esel und kurven um die Bucht von Ho herum. Da gibt es einen Parkplatz mit Aussicht, und wir setzen uns in den Windschatten einer Hecke, um ein wenig zu pausieren, dann geht es weiter. Ich merke nach wenigen Metern, dass ich eine Trinkflasche an der Stelle vergessen habe, und muss nur ein kleines Stück zurückfahren, zum Glück.

 

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Ein hellgrauer und ein brauner Esel stehen dösend in der Sonne.

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Fahrräder an einem kleinen See, der Wind schlägt Wellen auf dem Wasser. 

Kurz vor Oksbøl kommen wir an die Fischteiche, wo es auch einen Lagerplatz gibt, den hätten wir eigentlich gestern erreicht, wenn wir nicht umgeplant hätten. Jetzt sehen wir, dass er geschlossen worden ist, weil es kein Trinkwasser am Platz gibt. Komisch, es gibt doch mehrere Plätze, wo es kein Trinkwasser gibt, und das hat im Internet ja auch so gestanden, dass dort kein Wasser am Platz vorhanden ist. Naja, schade. Die Teiche liegen in einer hügeligen Landschaft, die mir sehr gefällt.

Danach geht es nach Oksbøl rein, wo wir beim Brugsen etwas einkaufen. Dann geht’s mit immer stärkerem Gegenwind nach Vejer, ein Stranddorf, das fast nur aus Ferienhäusern und Campingplätzen besteht. Auf dem Weg dorthin kommen wir durch ein großes Militärgelände, das man nicht betreten darf, und das auch recht gruselig aussieht. Es gibt zum Beispiel Häuser, die nur als Attrappen gebaut sind, um damit Krieg zu spielen. Ich sehe die Kriegsattrappen an und bin wieder mal dankbar, dass ich keinen Krieg in meiner Gegend erleben musste.

In Vejer verfehlen wir den Abzweig der Vestkystroute und landen am Strand unten. Mein Tourpartner ist erschöpft und ächzt, dass wir uns das von der Backe putzen können, Skagen in der gegebenen Zeit zu erreichen. Aber da das nächste Stück durch den Wald führt, sind wir vor dem Gegenwind etwas geschützter, und bei der nächsten Pause mit Kaffee und Kanelsnegle regenerieren sich auch die Kräfte wieder.

Wir kommen jetzt wirklich zum ersten Mal in Dünenlandschaften, und ich klettere auf Dünen rauf und bewundere sie. Die Dünen sind bewachsen, daher sieht es nicht wie eine Wüste aus, sondern eher wie eine bizarre Mondlandschaft aus Heidekraut und Strandhafer, aber spektakulär finde ich das alles schon.

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bizarre Dünenlandschaft, darin verstecken sich Ferienhäuser 

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Noch mehr kleine Seen in den Dünen 

 

Wir finden dank google maps ganz zügig unseren für heute ausgesuchten Lagerplatz. Es ist ein einfacher Zeltplatz im Wald bei Kærgård, in dessen Nähe es wieder eine große, runde Grillhütte gibt. Außer uns ist niemand da, und trotz der Lage im Wald ist es etwas windig und kühlt zum Abend hin auch ziemlich ab. Ich hole meine Strickjacke raus und mache es mir kuschlig warm damit.

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Am Zeltplatz angekommen, finden wir Tisch und Bänke, an die wir die Fahrräder lehnen können. 

Durch die Planänderung müssen wir morgen nur 47km fahren.  Eigentlich wollten wir bei den Fischteichen oder der Landzunge in Skillinge übernachten, und jetzt sind wir schon ein Stück Richtung Hvide Sande vorangekommen. Wir trinken am Lagerplatz Instant-Matcha-Latte und später koche ich Nudeln mit Sauce Sojabolognese.

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Unser Zeltplatz heute abend liegt geschützt in einer Waldlichtung. 

Vestkyststien Tag 3: Von Ribe nach Esbjerg

Die Nacht war etwas unruhig, meinem Partner war schlecht und er hatte Kopfschmerzen, vielleicht war ich nicht die einzige, die zuviel Sonne abbekommen hatte. Aber am Morgen ist alles wieder gut, ein Glück.

Das Zelt ist wie jeden Morgen feucht vor lauter Kondensation, und die Morgenluft ist auch noch feucht, so dass es auch nicht schnell trocknet. Wir hängen das Zelt an den großzügig geschnittenen Shelter und packen den Rest unserer Sachen zusammen. Zum Frühstück gibt es wieder Porridge. Dann fahren wir nach Ribe, denn gestern hatten wir keine Zeit, die Stadt anzusehen.

Eigentlich wollten wir wenig Zeit mit Städten verbringen und heute noch zum Oksbøl Fjord fahren, aber wir haben umgeplant und einen der zwei “Extra Tage” verwenden wir jetzt, um Ribe und Esbjerg anzusehen. Dafür wird die heutige Etappe kürzer.

Unser Schlafplatz liegt im Nordwesten von Ribe, ziemlich ausserhalb in einem Wald, und wir müssen erst mal wieder ein paar km zurückfahren. Es gibt einen Parkplatz an einem Einkaufszentrum, wo es auch Toiletten mit Wasser gibt auf dem Weg, und ganz nette Plätze unter Bäumen zum entspannen. Ich nutze das Waschbecken, um ein paar Klamotten zu waschen, und dann geht es weiter in die Altstadt.

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Die Altstadt von Ribe: Eine Kathedrale mit Türmen, davor noch eine andere Kirche, und Fachwerkhäuser mit schwarzen Balken, roten Ziegeln und mit weiß gestrichenen Fenstern sind zu sehen. 

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An der Kathedrale von Ribe gibt es verschiedene Türmchen, dieses hat eine lustige spitze Form mit einem Rettungsring-Bauch. 

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Unsere Fahrräder stehen auf dem Platz vor der Kathedrale, dahinter sind alte, rot gestrichene Fachwerkhäuser und die Sonne scheint ganz schön.

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Eins der Gewölbe in der Kathedrale. Ich habe im Kunstunterricht eigentlich mal gelernt, wie das heißt, aber ich habe es wieder vergessen. 

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geschnitzte Verzierungen an der Kanzel in der Kathedrale, ein Engelskopf und eine Bordüre, zum Bemalen wurde blaue und goldene Metallic Farbe verwendet. 

Alles ist super schön und malerisch in der ältesten Stadt Dänemarks. Sie haben auch irgend so ein archäologisches Museum, wo ein Wikingerschiff restauriert wird, aber da gehen wir nicht rein. Die Kathedrale sieht sehenswert aus und ist es auch. Alt ist sie, und alles ist kunstvoll geschnitzt und gemauert.

Touristenbusladungen gehen ein und aus, und wir leisten uns bei einem Bäcker eine Plunderstange mit Vanille- und Apfelpudding und Krokant obendrauf. Ah, dänische Plunder! Direkt nebenan ist ein sehr einladend aussehendes Wollgeschäft. Aber ich habe meinen Wollvorrat so vermehrt, dass ich mir für dieses Jahr striktes Wollkaufverbot gegeben haben. Außerdem kann ich keinen Stauraum für Unnötiges verbrauchen, wir sind schließlich auf Fahrradtour. Ich gehe nicht mal rein, aber allein die ganzen bunten Knäule in den Sonderangebots-Körben vor der Tür sind schon sehr schön. Wie heißt es? Wolle kommt doch von wollen.

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Unsere leckere Wiener Stange auf einer braunen Papiertüte. 

Nach dem Stadtbummel geht es wieder auf die Route, auf dem Rausweg holen wir noch beim dänischen Discounter etwas fürs Abendessen, denn jetzt sind die mitgebrachten Vorräte aufgebraucht.

Die Strasse Richtung Esbjerg ist zuerst eher langweilig, wir fahren an einer grösseren Landstrasse entlang, aber mit seitlichem Radweg. Aber dann geht es wieder an die Nordsee und wir treffen wieder hunderte von niedlichen Schafen und Lämmern am Deich. Die Sonne brennt wieder auf uns nieder.

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flaches Land – sehr, sehr flach, ohne Bäume, nur grüne Wiesen, ein Asphaltweg und ein bepacktes Fahrrad. 

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Schafweiden (hier mal leer) und dahinter das Meer. 

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Mutter und Lämmchen auf dem Deich.

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An einer Durchflutungsöffnung im Deich führt eine Rinne zum Meer, und Schafe weiden auf der Wiese. 

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in dem spärlichen Schatten der Hütte gibt es Mittagessen, das ist hier das, was noch von gestern abend übrig war, in einer Lock Lock Dose. 

An einer kleinen Steinhütte an einem Flut-durchlauf-Tor setzen wir uns in den Schatten. Das ist auch der einzige Schatten, den es gibt. Wir machen Mittagspicknick und B. lockt Schafe an, die neugierig zum Zaun kommen und an seiner Hand schnuppern.

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Der Partner und die Schafe sagen sich Hallo

Dann geht es über einige kleine Dörfer rein nach Esbjerg. Die Stadt ist nicht ganz so hübsch wie Ribe, und um einiges größer. Schon vorab hatte ich mir einen Spejder Sport rausgepickt, um mir ein Loop-Hals-Kopftuch zu kaufen, denn meins ist ja irgendwo hin verschwunden vor der Reise. Und bei dem windigen Klima an der Küste brauche ich sowas schon. Mich nervt Wind, der mir ständig in den Ohren braust, da ist es super, eine Schutzschicht drüber ziehen zu können. Die Teile von Buff sind entsprechend teuer (wieso habe ich mir eigentlich nicht einfach selbst einen genäht?), aber im hinteren Teil des Ladens gibt es welche mit dem Logo der dänischen Pfadfinder, die kosten nur die Hälfte von einem Buff Loop.

Dazu erwerbe ich noch ein Sitzkissen, denn mein schwedisches, das wir letztes Jahr an der Straße in Skåne gefunden haben, hab ich glorreicherweise zuhause vergessen. Da ich schlecht knien kann, und auch eine anfällige Blase habe, ist so ein Sitzkissen super komfortabel. Das muss gar nichts großes sein, das Neue ist einfach ein 25x35cm grosses Stück Schaumstoff.

Auch in Esbjerg gibt es schöne Wollgeschäfte, und Stoffläden! Ach ach, skandinavische Handarbeitsläden, sie sind so attraktiv. Diesmal geh ich gar nicht erst rein, und das ist auch besser so.

In Esbjerg ist unser ausgesuchter Lagerplatz östlich der Stadt, im “Ost-Wald”. Er heißt “Knudsens Plads”. Da ist eine große Wiese, eine überdachte Aufenthaltsterrasse mit Sitzbänken, eine Feuerstelle mit Bänken drumherum und vier Shelter. Direkt nebenan gibt es eine große Grillhütte, in der eine grössere Gruppe gerade den Abend verbringt, und da gibt es auch Wasser und sanitäre Einrichtungen. Wir stellen fest, dass das Abschließen an beiden Toiletten nicht funktioniert. Die Einheimischen scheinen das Problem aber nicht zu haben. Komisch. Wir probieren und probieren herum, aber es geht einfach nicht und wir geben es dann auch auf.  Später, als die Leute nach Hause gehen, ist der Platz sowieso leer und wir sind ungestört, da können wir auch offen lassen.

Ich sehe eine große Zecke herumkrabbeln, aber ich habe Glück, auf der ganzen Tour fange ich mir keine ein. In Dänemark gibt es sehr wenig FSME, aber Borreliose, und die kann ich ganz gut vermeiden, wenn ich Zecken innerhalb von 12 Stunden finde und entferne.

Es gibt Letscho aus frischen Paprika, Tomaten und Couscous zum Abendessen, und wie relativ immer gehen wir früh schlafen. Faszinierend, wieviel länger es im Norden hell ist, dabei ist noch nicht mal Sommersonnenwende.

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Auf der Bank am Lagerfeuer in Esbjerg habe ich Paprika und Zwiebeln geschnippelt zum Kochen 

 

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Am Lagerplatz in Esbjerg: eine Lagerfeuerrunde (ohne Feuer) und Bänke und dahinter haben wir das Zelt aufgestellt. 

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Der Shelterplatz mit unserem Zelt in der Dämmerung. Wir schlafen nicht in den Hütten, weil wir kein Mückennetz dabei haben. 

Vestkyststien Tag 2: von Højer nach Ribe

Es ist Montag, der 14. Mai. Wir haben heute eine Strecke von ca. 70km vor uns, und die Gangschaltung am Fahrrad meines Lebensgefährten funktioniert nicht, na Prost! Trotzdem ist die Moral ganz gut. Wir packen früh ein und wollen unterwegs frühstücken. Auf dem Weg aus Højer raus sehe ich, dass das ein riesiges Hünengrab ist, und schaue es mir noch an:

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Hünengrab in Højer: ein Steinkreis mit ca. 15m Durchesser, in dem ein grasbewachsener Erdhügel aufgeschüttet ist. Der Eingangsstein ist verschlossen. 

Bei Emmerlev Klev kommen wir dem Meer wieder sehr nahe. Wir fahren zum Strandhotel, das ausgestorben da liegt, und setzen uns auf eine der Bänke am Wanderparkplatz, packen unseren Kocher aus und es gibt Porridge mit Bananen und Schokolade.

Ein Mann mit Gummistiefeln kommt vorbei und wandert am Watt entlang, er wird langsam immer kleiner und kleiner, so flach ist es hier, dass man ihn noch lange sieht.

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Die Bucht von Emmerlev: Hinter einem flachen Deich ist eine feuchte Wiesenlandschaft, die ins Wattenmeer ausläuft (gerade ist das Wasser da und das Watt nicht zu sehen), davor mein Fahrrad. 

Danach geht es nach Hjerpsted und weiter entlang einer Landstrasse, auf der zum Glück wenig Verkehr ist. Aber in Dänemark gibt es einen himmelweiten Unterschied zu Deutschland: Die Leute fahren so viel langsamer. Und sie fahren viel entspannter und rücksichtsvoller. Hier kann ich angstfrei auch mal an einer Landstraße entlangradeln.

In Badsbøl-Ballum geht es dann von der Straße weg und wir stoppen an der Kirche von Vesterende-Ballum, um unsere Wasserflaschen nachzufüllen. Es gibt Vogelhäuschen auf Stelzen, die gestaltet sind wie die Gebäude in der Gegend. Ich habe aber keins fotografiert.

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Flach, flach, flach und grün und Meer. 

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Noch mehr flach, flach und grün und Meer und ein paar Gebäude am Horizont. 

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Im Inneren der Kirche von Vesterende-Ballum sieht es nordisch maritim aus. die Holzbänke sind blau gestrichen, genauso wie die Chorempore, und von der Decke hängt ein kleines Segelschiffs-Modell. 

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weiß gekalkte Gemäuer kann man am Ausgang vom Kirchhof sehen, ein weiß gestrichenes Tor und grüne Hecken geben den Blick auf flache, grüne Wiesen und das Meer frei. Der Himmel ist knallblau. 

Nach der Pause bei der Kirche verläuft der Radweg direkt am dänischen Teil des Nationalparks Wattenmeer. Nur verläuft er an der Innenseite des Deichs, deswegen können wir die ganze Zeit das Meer nicht sehen. Außer, wenn ich auf den Deich klettere.

An den Deichen sind Schafweiden mit vielen, vielen kleinen Lämmchen, die mit hohen Stimmen niedlich blöken. Das bedeutet aber auch, dass der Radweg Dutzende von Zäunen und Gattern kreuzt, und wir oft absteigen müssen, um die Tore zu öffnen und dann wieder zu schließen. Es wird Mittag und immer wärmer.

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Flach, Grün und Meer… nur, dass dieses Foto vom Deich aus aufgenommen wurde. 

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Eines von vielen Gattern, wo wir ein Tor öffnen mussten, um durch zu fahren. Im Hinterland des Deiches sind Teiche mit Schilfwedeln. 

Es wird immer wärmer, beziehungsweise: MIR wird es immer wärmer. Es gibt kaum schattige Stellen, und obwohl ich eine Baseballmütze trage, merke ich langsam, ich bekomme zu viele Sonnenstrahlen ab. Wer hätte gedacht, dass das Wetter SO GUT wird! Der Radweg verlässt den Deich um bei Brøns durchs Dorf zu führen. Dann geht es ein langweiliges, und ebenfalls sehr sonniges Stück an einer geraden Landstrasse entlang. Es herrscht leichter Gegenwind und mein Partner ermüdet, zumal er alles im 4. Gang fährt.

In Rejsby fahren wir endlich von der Landstrasse runter, und kurz nachdem wir das Dorf durchfahren haben, MUSS er an einem Picknicktisch eine Pause machen. Mir ist es dort zu sonnig. Aber er KANN nun mal nicht mehr. Ich hole seufzend das Tarp raus und versuche mir einen Sonnenschutz aufzuspannen, leider ist das nur bedingt von Nutzen.

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Ein Tarp auf einer sonnigen Wiese zwischen Zaunpfählen und dem Fahrrad aufgespannt. Darunter im Schatten sind Fahrradtaschen und was zu essen. 

Ein Sonnenstich ist, wie ich später nachlese, ein Hitzeschaden, und dabei geht es um langwellige Sonnenstrahlung, die vor allem Wärme erzeugt (im Infrarotbereich, wie diese Infrarotlampen). Und unter dem Tarp staut sich die Hitze auch ganz schön. Ich habe noch keinen Sonnenstich, aber ich merke, dass er nicht mehr weit ist. Ich nehme also meine Sachen und beschließe, mich in das unwegsame Gebüsch zu verziehen, das in der Nähe liegt. Es stellt sich heraus, dass in dessen Mitte ein gemütliches kleines Wäldchen ist, und weil Bäume so gut das Licht filtern und kühlen, ist es darin super angenehm!

Keine Ahnung, wieso ich nicht gleich drauf gekommen bin. Der Partner kommt auch noch in das Wäldchen, und wir verbringen eine Stunde im Schatten der niedrigen Bäume und Sträucher mit Lesen und Dösen.

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ein schattiges kleines Buschwäldchen bietet uns einen Platz zum pausieren. 

Dann führt der Radweg wieder runter zum Meer, und es wird wieder heiß. Aber jetzt ist es nur noch ein kurzes Stück bis Vester Vedsted. 7 Kilometer, um genau zu sein. Wir kommen am Traktorenshuttle-Service vorbei, wo man sich auf die kleine Insel Mandø fahren lassen kann. Auch das Wattenmeerzentrum lassen wir links liegen, leider.

Ich hätte es mir gerne angesehen, aber die Fahrradreparatur hat Priorität und deshalb wollen wir ohne Zwischenhalte nach Ribe.

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Am Meer steht ein Fahrrad in der grünen Wiese

In Ribe kommen wir gleich zu den “Cykeleksperten”, die Werkstatt, die das Internet empfiehlt. Sie liegt direkt an unserem Weg. Ich bemerke leichte Schwindelgefühle und weiß nicht genau, ob ich zuviel Sonne hatte oder ob ich was essen muss, aber ich fürchte, es war doch zuviel Sonne. Noch bin ich aber fahrtüchtig.

Bei den Cykeleksperten finden wir einen Mechaniker vor, der alle Hände voll zu tun hat und uns wieder wegschickt. Er könne sich das Rad noch nicht mal anschauen, weil er einfach keine Zeit hat. Für mich ist das völlig demoralisierend. Immerhin empfiehlt er uns eine andere Werkstatt, am anderen Ende von Ribe, im Industriegebiet nördlich der Altstadt. Wir rufen da an, und juhu! Sie sagen, wenn wir gleich vorbeikommen, nehmen sie sich sofort Zeit für uns.

Ribe ist eine wunderschöne alte Stadt, aber wir müssen ja zur Werkstatt und haben keine Zeit. Uns fällt noch ein, dass wir ja gar kein dänisches Geld haben, und heben einen Schwung Kronen von einer dänischen Bank ab. Dann geht es zur Werkstatt. Das Industriegebiet ist fast außerhalb, wie eine zweite Stadt, und als wir da sind, stehen wir vor einer großen Verkaufshalle mit angeschlossener Werkstatt: dem Ribe Cykellager. Wir gehen etwas schüchtern rein, und drinnen gibt es drei Reparaturstände, wo drei Menschen gleichzeitig arbeiten. Ein Mechaniker kommt auf uns zu, und sagt, “Hallo, wir haben telefoniert”. Dann nimmt er das Rad, das er gerade repariert, vom Reparaturstand ab, hängt sofort B’s Rad drauf und schaut sich das Malheur an.

Wie wir vermutet hatten, muss der Schalter am Lenker ersetzt werden, einen neuen Schaltzug bekommt das Fahrrad auch. In 20 Minuten ist alles geschafft, wir sind sehr dankbar und 450 Kronen leichter.

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In der Werkstatt des “Ribe Cykellager”.  Fahrräder stehen überall herum, und ein Rad hängt an einem Reparaturstand. 

Wir fahren um einiges entspannter zum Shelterplatz in Ribe, den wir auch ohne Probleme finden. Ich hatte mir schon vor der Reise alles mit dem Satellitenbild von Google maps angeschaut, sonst wäre es wohl nicht so einfach gewesen. Auf dem Platz ist eine große runde Hütte mit Feuerstelle in der Mitte.

 

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Ich sitze am Shelterplatz im Gras und genieße einen Instant-Matcha-Latte im Schatten. 

Wir haben immer noch genug zu kochen von zuhause dabei, heute gibt es Weißkohl mit Tomaten und Bohnen aus der Dose. Dazu gab es dann noch Couscous. Das ist sehr praktisch, weil es so gut wie keine Kochzeit benötigt. Zumindest die Schnellkochvariante nicht. Ob es langsamer kochende Couscous-Sorten gibt? Mir ist noch nie eine untergekommen.

 

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Als die Sonne abends schwächer wird, baut B. das Zelt auf und richtet schon mal alles ein. 

Da wir jetzt heute schon die Reparatur hinter uns gebracht haben, beschließen wir, den dafür geplanten Extra Tag trotzdem zu verwenden, und morgen in Ribe eine Stadtbesichtigung zu machen, und dann in Esbjerg auch nochmal in der Stadt rumzubummeln. Anstatt zum Oksbøl Fjord zu fahren, werden wir dann einen Shelterplatz in der Nähe von Esbjerg ansteuern. Dadurch werden die nächsten zwei  Etappen etwas kürzer werden (und das wird sich noch als sehr günstig für uns herausstellen).

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Die Hütte in Ribe steht auf einer kreisrunden Waldlichtung. 

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Das Solarpanel bekommt auf dieser Tour viel zu tun, denn soviel Sonne hatten wir noch nie. 

Den Sonnenschutz abzuwaschen stellt echt eine Herausforderung dar. Ich verwende einen physikalischen Sonnenschutz von Alverde, der einen so kalkweiß macht. (Allerdings habe ich später wieder auf Chemie zurückgegriffen). Zum Abwaschen habe ich Lavaerde benutzt, das ist eine Wascherde, die komplett ohne Zusätze auskommt und deswegen kein Problem bei der Verwendung in der Natur ist. Und sie wäscht gut.

Als wir in den Schlafsack kriechen, ist es immer noch hell, das ist schon zu merken, dass wir hier weiter nördlich sind. Ich schlafe ziemlich sofort ein und schlafe auch diese Nacht wieder sehr gut.

 

Nordseeküstenradweg in Dänemark (Vestkyststien) Teil 1

Jetzt ist wieder ein halber Monat vergangen, seit ich von der Radtour zurück bin. Es wird Zeit fürs Bloggen, sonst vergesse ich noch die Hälfte.

In Dänemark Radfahren und zelten ist für mich ein super praktischer Urlaub, weil es gut zu erreichen ist von Berlin aus, weil es ein sehr fahrradfreundliches Land ist und weil es ein sehr wander- und campingfreundliches Land ist. Und hiermit meine ich nicht nur die motorisierte Variante. Es gibt ein gutes Netz von Naturlagerplätzen, die für Wandernde kostenlos nutzbar sind, bei manchen fällt eine kleine Gebühr an. Und die Radwege sind gut ausgebaut und die Menschen sind freundlich und rücksichtsvoll gegenüber Radfahrenden. Wenn man wirklich alles selber auf dem Feuer oder Campingkocher macht, ist Dänemark auch nicht mal teuer.

Die Hinfahrt soll stressfrei sein, ein Intercity Zug, der ohne Umsteigen nach Niebüll in Nordfriesland durch fährt. Von da aus wollen wir die 30km nach Højer fahren, wo die Tour dann “so richtig” startet. Alles klappt auch ganz gut, ein freundlicher Schaffner zeigt uns unsere Fahrradplätze und hängt die Räder sogar noch in die Halterungen. Die sind so beschaffen, dass das gar nicht so einfach geht, also bin ich ihm schon sehr dankbar. Wir bekommen auch feine Sitzplätze. Und ich bekomme unterwegs Angst, als der Zug auf offener Strecke stehen bleibt und eine Durchsage “technische Probleme” erwähnt. Letztes Jahr mussten wir unsere Tour früher beginnen, weil der Zug komplett kaputt ging. Diesmal haben wir Glück: Sie starten das Computersystem neu (und machen das fortan alle 20 Minuten) und dann fährt der Zug wieder ein Stück weiter. Im nächsten großen Bahnhof hängen sie einen Diesellok davor und wir kommen später als geplant, aber immerhin, in Niebüll an.

Dort plagen wir uns über unausgeschilderte Umleitungen bzw. durch totalgesperrte, sich im Bau befindende Straßen, aber finden dann doch noch auf die Route. Es ist sonnig und heiß, und etwas windig. Wie flach das Land hier ist! Es ist eben wie eine Tischplatte. Der Duft von blühenden Rapsfeldern steigt uns in die Nase und ich kleistere mich brav mit Sonnenschutz ein.

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Unsere bepackten Räder und mein Tourmitfahrer vor dem Bahnhof in Niebüll. Das Wetter ist klasse, und da ist auch schon das Schild, das uns den Weg nach Højer weist.

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Endlich auf dem platten Land! Eine schmale, asphaltierte Strasse führt durch grüne Wiesen, und vorbei an blühenden Hecken. weiter hinten steht ein Fachwerkhaus.

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Es ist wirklich, wirklich flach. Eine Wiese, ein Ortsschild, ein paar Bäume und grüne Wiesen und ein gelbes Rapsfeld liegen vor uns.

Wir fahren ein Stück über Landstrassen, auf denen zum Glück wenig Autoverkehr ist. Denn Autoverkehr in Deutschland bedeutet oft (und das bekommen wir gelegentlich zu spüren) dass jedes 3. Auto wie ein Bolide an dir vorbeiböllert, als wollten die Insassen ein vorzeites Ableben riskieren und dabei noch jemanden mitnehmen. Es ist schon erstaunlich, wieviel Lärm ein Auto bei höheren Geschwindigkeiten erzeugen kann. Da läuft dein ganzes Leben vor dir ab, wenn du sie von hinten heranschießen hörst.

Links von uns sehen wir dann den Nordseedeich, und der Weg kommt ihm immer näher. Dann liegt auch schon die Grenze zu Dänemark vor uns, und wir gönnen uns im alten Zollhaus, das heute ein Cafe ist, große Tassen mit Kaffee und hausgemachte Kuchen. Die sind wirklich gut. Einkehren ist etwas, das in Dänemark unerschwinglich ist, deswegen hauen wir hier noch mal rein.

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In diesem Cafe im früheren Grenzkrug/der Zollstation gibt es mit weißen Tischtüchern bedeckte, gemütliche Tische und eine Bücherwand bis zur Decke hoch. Darauf steht ein Schild “offener Bücherschrank”.

Dann geht es über die Grenze. Früher lag hier ein Bauernhof, der bei der Ziehung dieser Grenze so ungünstig weg kam, dass der Bauer jeden Tag die Grenze übertreten musste, um aus dem Hof zu den Feldern zu kommen. Der war darüber nicht erfreut und ließ öfter mal den Schlagbaum offen stehen. Auf den Wiesen zwischen dem Deich und dem Meer tummeln sich unglaublich viele Schafe und Zugvögel.

 

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Der Deich und dahinter eine grüne Wiesenlandschaft, wo Schafe mit kleinen Lämmchen rumlaufen. Im Hintergrund sind noch Windräder und Büsche.

 

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Ein Asphaltweg führt über den Deich, vorbei an einem großen Bauernhof und vielen Weiden.

Kurz nach Überqueren der dänischen Grenze höre ich vor mir ein Fluchen, und es stellt sich heraus, dass die Gangschaltung meines Reisegefährten sich verabschiedet. Erst schaltet sie nur noch mit viel Glück, dann bleibt sie im 4. Gang stecken. (Immerhin der mittlere Gang). Nun fährt er Single-Speed.

Ich ärgere mich, weil wir die Räder vor der Tour immer zur Inspektion bringen. Trotzdem geht bei ihm jedes Jahr etwas grösseres kaputt, und jedes Mal gleich am ersten Tag. hmpf. Bei mir ist, seit ich die Werkstatt des Vertrauens gefunden habe, auf Tour nie mehr was kaputt gegangen. Gut, da ist natürlich auch Glück dabei, aber in dem Fall ist es einfach auch Vernachlässigung.

Der Wind wird immer stärker, je weiter der Nachmittag fortschreitet. Als wir die Vidå überqueren, bläst mich der Wind fast von der Brücke. Ich habe natürlich meinen Loopschal, den ich mir sonst über die Ohren gezogen hätte, zwar gesucht, aber nicht gefunden, sonst hätte ich ihn eingepackt.

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Der Fluß Vidå bei Højer wird vom Wind gepeitscht.

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Bei der alten Windmühle in Højer finden wir Trinkwasser, denn an unserem heutigen Lagerplatz gibt es keins. Die Mühle ist weiß gekalkt und hat hübsche Fenster mit ganz vielen winzigen Unterteilungen.

In Højer steuern wir erst mal die Kirche an, um Trinkwasser für die Übernachtung zu tanken. Am Lagerplatz gibt es nämlich keins. Doch die Kirchentoiletten sind gerade in Renovierung. Der nächste Versuch: die alte Windmühle von Højer. Die hat geschlossen, aber zwei ältere Damen sehen, wie wir suchend herumlaufen und fragen nach, ob sie helfen können. Wasser? Na klar. Hinten am Nebengebäude gibt es einen Wasserhahn, den zeigen sie uns und wir füllen unseren Wassersack auf.

Den Platz finden wir ohne Probleme, die Ladies beschreiben uns auch nochmal, wie wir am besten hin kommen. Es ist ein richtig schönes Shelterplätzchen am Rande eines großen Pfadfinderlagerplatzes. Der ist aber gerade leer.

Dann zur Diagnose der Gangschaltung: Wir schrauben den Gripshift Schalter am Lenker auf, wo wir schnell sehen, dass darin alles mehr oder weniger Matsch ist. Plastikteile sind verbogen, zernudelt oder verdreht,  und alles sitzt am falschen Platz, es ist auch gar nicht reparierbar.

B. schwört, dass er zur Not die ganze Tour im 4. Gang fährt. Aber weil das nicht so prickelnd ist, suchen wir Werkstätten. Die nächste ernstzunehmende Werkstatt, die auf unserem Weg liegt, ist in Ribe, 70km von hier. Falls es dort nicht klappt, müssen wir in Esbjerg unser Glück versuchen, die größte Stadt in der Gegend, wo es viele Werkstätten gibt.

statt im Shelter zu schlafen wird gezeltet, wegen der Mücken. Als das Zelt steht, machen wir noch einen Spaziergang durch die Wiesen. Dann machen wir ein Lagerfeuer am Shelterplatz und es gibt ein leckeres Abendessen, Nudeln mit Zucchini und Tomatensauce. Ich habe mir aus Spaß eine nur 6cm hohe Parmesanreibe gekauft, und sie funktioniert wirklich. Juhu, Parmesan auf Reisen!

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Abendessen vom Lagerfeuer: Pasta mit Gemüse und Tomatensauce.

Morgen brauchen wir dänisches Geld, mal schauen, ob wir es in Ribe umtauschen können.

Ich schlafe schon in der ersten Nacht wunderbar, was ungewöhnlich ist, weil früher musste ich mich immer ans Zelten 2 Tage gewöhnen. Aber hey, ich will darüber sicher nicht meckern!

 

 

Packing list (in english)

Sleeping

– Tent (I use a Hilleberg Nallo 3, it was expensive but it’s a fantastic tent. I love it and it never let me down.)
– Tarp (although the tent is spacious, I sometimes like to have an outdoor cooking space for bad weather conditions. I don’t like to cook over open flame in the expensive tent, also the cooking smell would stay in the tent overnight.. )
– a few patches to repair the tent (luckily I never needed them).
– sleeping mat
– sleeping bag
– footprint for the tent (we use a cheap one from the “baumarkt”)
– flashlight

Kitchen

– Stove and pots (we have a trangia stove and pots, I love this one very much)
– A bottle of methylated spirit (to fuel the stove)
– Spice roll (a friend made me one)
– Coffee whitener (I like coffee with milk but milk doesn’t work outdoors).
– Spoon (I don’t need any other cutlery)
– Cup
– Bowl
– Water bottles
– Pocket knife
– Coffee
– food
– “Kitchen Sink”, wich is a folding bucket that is the diameter of a CD when packed and 3 cm high. I thought I wouldn’t need it but it’s the best piece of gear ever.
– a water bag for staying overnight at a place without water, it can hold up to 10 litres, but it’s very light and small when rolled up.

Clothes

– 3 of each: Underwear, Socks, Tshirts (one that you wear, one that just got washed and is drying, and one that is dry)
– 1 pullover/Cardigan
– 1 Pants
– 1 Leggings
– 1 Flannel Shirt
– 1 knitted shawl
– 1 rain pants
– 1 rain jacket
– 1 cycling pants
– needles and thread for sewing
– (waterproof) shoes

Body care and cleaning

– ghassoul
– towel
– dishtowel
– toothbrush + toothpaste + dental floss
– Qtips
– tissues
– Bodylotion (my skin dries out a lot when I’m outside all the time!)
– nail clipper

Bike stuff

– tools for simple repairs
– patches for repairing the tube
– spare tube
– lube

for fun

– ebook reader
– charging cables
– solar panel for making your own energy
– powerbank
– camera
– knitting
– swimwear
– travel notebook, pens, and watercolors

first aid

– medications
– anti-tic and mosquito spray
– antiseptic
– some plasters and first aid kit
– sunscreen
– “seam grip” glue

Paperwork

– money
– Passport
– Tickets
– map(s)