Critical Whiteness – jetzt erst recht.

Willkommen auf meinem lauschigen WordPress Blog! Ich nutze dieses selten oder kaum, aber dachte, jetzt kann ich das ja mal tun, weil mein twoday-blog nicht die Möglichkeit der Kommentarmoderation bietet und ich gerade bei Politthemen ein wenig mehr Kontrolle über das haben will, was in den Kommentaren abgesondert wird.

Es geht hier in Kürze darum, dass ich von einem Critical Whiteness Workshop erzähle, auf dem ich war, und mich über Diskussionen in der Linken ärgere, in denen dieses nützliche und fortschrittliche Konzept diskreditiert wird und Weißen Freifahrtscheine für zukünftige Ignoranz und Weiterentwicklungsresistenz ausgestellt werden. Insgesamt eher ein subjektiver, öffentlicher Tagebucheintrag als ein “ordentlicher Beitrag zur Diskussion”, aber für Letzteres fühle ich mich auch nicht unbedingt qualifiziert.

Ich finde ja, dass die Dinge sich wieder einmal schön zusammenfügen. Ich war Montag und Dienstag (also vorgestern und gestern) auf einem tollen Workshop zur Sensibilisierung für Rassismus und der kritischen Hinterfragung weißer Privilegien – oder auch anders gesagt: Auf einem Critical Whiteness Workshop/Training.

Anlässe gab es verschiedene, Gründe schon länger genug, und gerade wird das Konzept Critical Whiteness in der linken Szene auch diskutiert, und meist nicht immer schön. Als ich gestern vom Workshop kam, sah ich erst, dass Accalmie in “Stop!Talking” einen Artikel zur aktuellen Debatte geschrieben hatte und dass es auch bei momorulez dazu weiterging.

Ich hatte schon mal gebloggt zur Diskussion nach dem Noborder-Camp in Köln diesen Sommer (auf dem ich nicht war) und meinem Unmut darüber Ausdruck verliehen, dass ich den Eindruck habe, die linke Szene steigert sich mal wieder entlang von Befindlichkeiten von “Wer ist der/die bessere Aktivist_in” in Debatten rein, wo dann Critical Whiteness verzerrt dargestellt und als was benutzt wird, was die Theorie nicht ist und wofür sie nicht gedacht war.

Nun, da ich auf dem Workshop war und beruhigt sagen kann: Dort wurde CW so vermittelt und angewendet, wie es in der Theorie (jedenfalls dem bischen, was ich dazu schon gelesen hatte, nach) auch sein sollte und nicht, wie es gerüchtehalber in der linken Szene stattdessen angeblich läuft, mag ich ein bischen was dazu sagen und auch ein bischen Werbung für das Konzept machen.

Zuerst schnell zusammengefasst.. und sicher auch sehr verkürzt und polemisch: Viele weiß positionierte antirassistische Aktivist_innen finden scheinbar, dass Critical Whiteness und wie in der linken Szene damit umgegangen wird, essentialistisch ist und sie als Weiße unterdrückt, ihnen den Mund verbietet und sie so stark verunsichert, dass sie sich nicht mehr adäquat mit den “tatsächlichen” politischen Problemen des Rassismus beschäftigen können. Weil die Situation für die weißen und mehrheitsdeutschen Linken so furchtbar (Ironie) ist, haben viele sich auch ganz dolle gefreut, dass ein paar Formulierung gelöscht aufgrund eines Einwands in den Kommentaren, linke Theoretiker_innen, die selbst grösstenteils nicht weiß und mehrheitsdeutsch positioniert sind, in die Diskussion eingegriffen haben und in dem Artikel “Decolorise it!” aber auch in diesem Radiobeitrag und in diesem Interview in der Jungle World ihnen bescheinigt haben, wie schlimm das alles sei und wie viel besser alles wäre, wenn es, wie gehabt, einfach so weiterginge, dass jede_r sich da politisch engagiert wo die Person möchte und Fragen der eigenen Positionierung und der eigenen Privilegien dabei nicht so sehr stören, wie das jetzt angeblich der Fall ist. [Edit: der Artikel bescheinigt das nicht explizit, wird aber als so ne Art Freibrief-Bescheinigung instrumentalisiert..)

Jedenfalls schreibt Accalmie, dass sie das beobachtet, dass viele Leute, die mit Rassismus-Vorwürfen konfrontiert waren, jetzt froh und erleichtert mit dem “Decolorise it”-Artikel winken und den triumphierend überall verlinken. Und weiter, dass da das Kind mit dem Bad ausgeschüttet wird – etwas, das ich genauso empfand. Ich habe mich ja erst seit kurzem mit kritischem Weißsein beschäftigt, aber ich bringe für das Thema gerade Enthusiasmus auf und möchte darüber was lernen, und nachdem ich versuchte, die Basics zu lernen und dann Texte in der aktuellen Debatte zu lesen, brachte ich das, was ich an Basics gelernt hatte, nicht zusammen mit dem, was in dem Artikel stand. Wovon redeten die? Zuerst, bei den ersten Jungle-World-Artikeln (den beiden oben verlinkten) dachte ich, es wäre einfach nur schlecht recherchiert, was Critical Whiteness ist. Und jetzt merke ich: Es ist nicht schlecht recherchiert. Wie Accalmie schrieb: Da wird verzerrt, simplifiziert und absichtlich falsch verstanden und dann das ganze Kind mit dem Bad ausgeschüttet. (Den Artikel will ich nicht auseinandernehmen, dazu fehlt mir zum einen zuviel Theoriewissen und zum anderen haben das Accalmie und Momorulez – Links siehe oben – ja schon gemacht.)

Dazu kommt, daß das Verzerren und übermässig Vereinfachen nicht nur auf einer Seite stattfand, und unterm Strich behauptet jede der beiden Seiten, der Ansatz der jeweils anderen Seite brächte die politische Sache, gegen Rassismus zu kämpfen, nicht voran.

Aber grade weil wir in einem von Rassismus strukturierten System leben, bewirkt es was anderes, wenn Weiße sagen, die Beschäftigung mit ihrem Weißsein diene der Sache nicht, als wenn PoC sagen, das Ignorieren von weißen Privilegien und rassistischen Strukturen diene der Sache nicht. Selbst wenn die Weißen das wirklich so meinen und es ihnen nur um die Sache ginge (und nicht um eine eigene Abwehrreaktion) würde sich das halt an rassistische Strukturen anschliessen, die eben die eigene privilegierte Position seit 500 Jahren ausblenden, da andocken und die Botschaft vermitteln: “Alltagsrassismus ist doch nur ein Nebenwiderspruch, befasst euch doch mit was Wichtigerem”. Das geht dann einfach durch die weiße machtvolle Position, von der aus gesprochen wird, direkt ins Derailing über.

Das wurde in dem Workshop auch besprochen, das Thema der Position von der aus gesprochen wird, oder: Wer sagt über wen was zu welchen Themen?
In dem Artikel “Decolorise it!” wird kritisiert, dass die Linke daraus zum Teil den Schluss gezogen hat, es dürfen nur noch PoC gegen Rassismus arbeiten und es dürfen nur noch Frauen feministisch sein, etc. (Das scheint beim Stichwort “Identitätspolitik” gemeint zu sein..) Jule Karakayali sagte in dem oben verlinkten Podcast/Radiobeitrag sowas wie, weil es bei vielen das Bedürfnis gibt, alles richtig machen zu wollen, und auch aus Machtverhältnissen “auszusteigen” und keinesfalls bei den “Bösen” zu sein, würden Leute vertreten, man dürfe als Nichtbetroffene gar nichts mehr zu einem Thema machen oder sagen.

Was aber gar nicht der Punkt ist, und das kam bei dem Workshop auch noch gut raus, dass es nicht um moralisieren, Schuld oder Beschuldigung geht, sondern um Selbsterkenntnis, Reflektion und ganz konkret auch um das Aushalten der Situation, selbst von einem rassistischen System zu profitieren, darin privilegiert zu sein. Es ist ja lang genug verschwiegen, ignoriert und ausgeblendet worden. Weiße nehmen das ja alles wahr, sie blenden es nur aktiv aus, wurde Grada Kilomba auf dem Workshop wiedergegeben.

Also auch das Anerkennen der Situation und der eigenen Position in der Machtstruktur ist im Prinzip eine rassismuskritische Arbeit oder ein Schritt darin. Dieses moralisierende “Ich will die bessere weiße Person sein” was die Autor_innen von “Decolorise it!” kritisieren, ist aber nicht im Critical Whiteness Konzept enthalten, im Gegenteil. Dort wird eben davor gewarnt, sich in weiße Schuld und weiße Moralbefindlichkeiten reinzusteigern, denn dann geht es wieder nur um Weiße und ihre Situation und nicht um das System Rassismus und wer darunter tatsächlich zu leiden hat.

Das ist für mich auf jeden Fall eine Überlegung, “soviel Zeit muß sein” heisst es – daß ich zwar gerne eine gute Verbündete für PoC sein möchte, dass ich aber das noch nicht bin und noch nicht in dem Maß sein kann, weil da noch Reflektionsprozesse ablaufen müssen, und vor allem, weil die Ergebnisse des Reflektionsprozesses einfach erstmal anerkannt und ausgehalten werden müssen.

Eigentlich klappt’s auch halbwegs, wenn ich z.b. an konkreten Aktionen gegen Rassismus beteiligt bin, oder wenn ich Menschen die von Rassismus negativ betroffen sind, bei deren Initiativen unterstützen kann. Da bin ich mit mir eh halbwegs zufrieden und kann mich auch zurücknehmen und es vermeiden, mich an PoC vorbei in den Vordergrund zu spielen und die oberwichtige weiße Person zu spielen. Die Situation, wo es ärgerlicherweise immer hakt und wo es immer blöd ist, ist, wenn Alltagsrassismus reproduziert wird und ich mich nicht traue, einzuschreiten oder laut zu werden oder überhaupt mich dann zu positionieren. Wenn z.b. in einer Runde Freundinnen eine weiße Frau einer Schwarzen Frau nicht nur ungefragt in die Haare fasst, sondern direkt nachdem die Schwarze Frau erzählt hat, wie schrecklich sie sowas findet. Da tatsächlich ein paar Rollenspiele zu machen um solche Situationen mal anders enden zu sehen, oder Sachen, die einem immer nachher einfallen, wie mans hätte machen sollen und können, einfach mal einzuüben, wäre toll gewesen, aber dazu hat die Zeit in dem 2tägigen Workshop nicht mehr gereicht.

Vielleicht gibt es nächstes Jahr einen Aufbau-Workshop, der war ja wirklich für die absoluten Basics. Oder das ist eigentlich ein anderes Workshopthema, nämlich eher für ein Zivilcourage/Antidiskriminierungstraining. Auf dem Workshop waren viele Teilnehmende aus der Bildungsarbeit, z.b. waren einige Diversity-Trainer_innen – und die hatten zu sowas zum Teil schon viel mehr Vorwissen als ich und hatten sowas auch schon mitgemacht.
Ich denke zwar man kann sagen: So Sachen sind doch selbstverständlich oder sollten es sein, das sollte man nicht erst wo üben müssen – aber ich glaube, das muss man eben schon. Wir haben gelernt “was man nicht sagt/macht” und das muss aktiv verlernt werden.

Je mehr ich so drüber grüble, umso eher denke ich, ist das Problem nicht, dass viele linke Weiße rassistische Situationen gar nicht bemerken – sondern mein Problem und vielleicht auch von anderen, ist, sich nicht zu trauen, sich aus dem Fenster zu lehnen. Klingt saudoof, aber ist halt so. Nach so einem Critical Whiteness Workshop kann es auch sein, und bei mir ist das durchaus auch so, dass man erstmal mit noch weniger Sicherheit rausgeht, als man reinkam. Der Gag ist, dass es auch mal was Positives ist, die eigene vermeintliche Sicherheit und den Zustand, die ganze Zeit die ganze Weis(s)heit mit Löffeln gefressen zu haben, aufzugeben. Ich kriege also mehr Handlungssspielraum und mehr Sicherheit zum Handeln nicht von solchen Reflektionsprozessen. Aber gar nicht mehr handeln und z.b. zu sagen “Also ich als Weiße kann ja eh nicht politisch zu Rassismus arbeiten” ist ja totaler Quatsch, denn die ganze Reflektion weißer Privilegien für Weiße dient ja unterm Strich dazu, dass PoC und Weiße politisch zusammenarbeiten können ohne daß PoC die ganze Zeit sich verbiegen müssen und retraumatisiert werden, sondern wenigstens mehr verstanden werden. Für mich ist das Fazit, was ich so mitgenommen habe, dass mir Handlungspower erwächst wenn ich anerkenne, dass Unsicherheit und Verunsicherung durchaus was Gutes ist, dass Reflektionsprozesse Zeit brauchen und dass es natürlich ist, und auch nichts Verwerfliches, wenn man zwischendrin mal scheisse baut – man kommt als Verbündete auch gar nicht umhin, Fehler zu machen, wie es hier bei “The Angry Black Woman” steht, aber man sollte offen sein für Kritik und sie dann auch annehmen.

[Edit da das scheinbar zwei Leute nicht verstanden haben: In dem folgenden Absatz geht es um etwas, was Ergebnis einer Selbstreflektion ist, es ist eine Erkenntnis über ein Problem meinerseits. Ich stelle hiermit fest, dass ich die erwähnte Überidentifikation, Selbstbeschuldigung und Speichelleckerei ablehne und meine Tendenzen dazu kritisch beobachte. Mir ist das völlig schleierhaft, wieso hier gelesen wird, ich hätte vom CW-Workhop gelernt, dass ich speichelleckend und unkritisch alles gut finden muss, was PoC sagen oder tun. Denn das steht da nicht.]

Ich neige selbst auch zum Moralisieren und zur Selbstbeschuldigung bei Kritik. Die Beschäftigung mit Critical Whiteness verleitet mich auch dazu, alles “richtig machen zu wollen”, mich z.T. mit PoC auch übermässig zu identifizieren und deren Kritik quasi fast schon speichelleckend aufzunehmen ;-)) aber das ist nicht das Problem der PoC, die Kritik anbringen, sondern mein ganz persönliches Problem. Es ist auch nicht das Problem des Critical Whiteness Ansatzes, sondern mein Problem. Die Kritik an weißen Positionen kann nichts dafür, wenn Weiße übermoralisierend und selbstgeißlerisch auf Kritik reagieren – genauso wenig wie wenn sie abwehrend und abwiegelnd auf Kritik reagieren und so tun, als wären die Kritiker_innen überempfindlich. Die Reaktion sagt ganz viel über die Leute selbst aus, und das ist ja auch Teil des Reflektionsprozesses, und auch Thema für Critical Whiteness, diese Prozesse anzugucken.

Probleme mit dem CW-Ansatz gibts natürlich auch, das ist beispielsweise, dass ja versucht wird, die Differenzen im rassistischen System zu betrachten und zu benennen, und dass man dafür das rassistische System ein stück weit anerkennen und übernehmen muss – also um z.b. die eigene Position als weiße Person zu reflektieren, übernimmt man ja zwangsläufig die Einteilung in weiß/PoC. Obwohl klar ist, dass diese Einteilung eine Fiktion und ein soziales Konstrukt ist, reproduziert man sie nicht irgendwo auch?
Wie soll man aber die Machtstruktur ansonsten beschreiben und angreifen? Das ist halt so bischen ein Dilemma und auch ein Punkt, an dem “Decolorise it!” auch berechtigt das CW-Konzept kritisiert. (Was auch eigentlich keiner abstreitet). Auf dem Workshop selbst wurde das auch problematisiert und die Teamer_innen waren für diese Frage auch offen und meinten dass klar ist, dass Critical Whiteness Studies sich auch selbst hinterfragt, und das fand ich gut.

Was aber nix daran ändert, dass in dem Artikel “Decolorise it!” einfach ein Freifahrtschein für die vermeintlichen “Opfer” der aktuellen Diskussion in der Linken (Weiße natürlich) ausgestellt wird, und ich möchte keinen solchen Freifahrtschein haben, im Gegenteil, ich bin dankbar dafür, dass ich in meinem Leben viele Anstösse erhalten habe, die weiße Position zu hinterfragen. Und diese Anstösse kamen zu einem sehr großen Teil (Über 90%, schätz ich mal) von PoC. Ob das Freund_innen waren, Kolleg_innen, Mitbewohner_innen, oder auch Teilnehmer_innen an Veranstaltungen, die sich der Öffentlichkeit ausgesetzt haben um Auseinandersetzungen einzufordern: Ich habe mich im Leben noch nie von “fanatischen” (siehe Artikel von Accalmie) PoC als “Weiße diffamiert” gesehen, ich kenne diese angeblichen fanatischen PoC nicht, die ach so identitätspolitisch drauf wären. Ich habe immer nur erlebt, dass diese Kritiken von PoC ihre Berechtigung hatten und Entwicklungs- und Lernaufgaben da waren für “uns” Weiße, an die ohne die Kritik und das Aufmerksammachen durch PoC nie einer rangegangen wäre.

In dem Workshop zu Critical Whiteness war es für mich mal eine neue Erfahrung, dass sich Weiße zusammensetzen und sich weiterbilden, reflektieren und das lernen, was Schwarze Theoretiker_innen so vom Stapel gelassen haben zu Rassismus und wie er funktioniert. Diese Räume wo ich mit anderen Weißen über Rassismus reden kann, ohne über die “Anderen” statt uns selbst und unsere Strukturen zu reden, habe ich sonst eigentlich nicht.
Der Workshop war für mich eine sehr bereichernde Erfahrung und als nächstes will ich was lesen:

Mythen, Masken, Subjekte – kritische Weißseinsforschung in Deutschland von Maureen Maisha Eggers, Grada Kilomba, Peggy Piesche und Susan Arndt.

Ich bin auch nicht so ganz sicher, ob ich mit diesem Artikel selbst nicht schon wieder zuviel Raum eingenommen habe für meine eigenen Befindlichkeiten, als das hm.. angebracht wäre – aber andererseits denke ich, anhand der komischen Debatte über Critical Whiteness in der Linken wäre es angebracht als weiße Person dazu zu sagen, “CW – find ich voll ok”. Besser als gar nichts zu schreiben/sagen. Höre mir aber Kritik dazu gerne an..

Update: Es gibt einen Antwort-Artikel auf den “Decolorise it!” Artikel, auch in der AK, wo’s auch darum geht, bitte nicht gleich das CW-Konzept auf den Müll zu werfen.

Noch ein Update: Am 21. Oktober erschien bei “anders deutsch” der Artikel “Kritisch-weiße Fallen”, den ich gut fand. Weil darin auch nochmal steht, dass eben diese Selbstgeißelung und Beicht- und Büßerhaltung, zu denen manche so neigen, gar nicht nützlich sind und nicht weiterbringen. Ohne, daß gleich das ganze Konzept “kritisches Weißsein erforschen” verworfen und als Müll bezeichnet wird. Ich denke, dieser Artikel ist das, was “Decolorise it” hätte sein sollen – na, zum Glück gibt es ihn jetzt.

42 thoughts on “Critical Whiteness – jetzt erst recht.

  1. >>> Was aber gar nicht der Punkt ist, und das kam bei dem Workshop auch noch gut raus, dass es nicht um moralisieren, Schuld oder Beschuldigung geht, sondern um Selbsterkenntnis, Reflektion und ganz konkret auch um das Aushalten der Situation, selbst von einem rassistischen System zu profitieren, darin privilegiert zu sein.
    daß ich zwar gerne eine gute Verbündete für PoC sein möchte, dass ich aber das noch nicht bin und noch nicht in dem Maß sein kann, weil da noch Reflektionsprozesse ablaufen müssen, und vor allem, weil die Ergebnisse des Reflektionsprozesses einfach erstmal anerkannt und ausgehalten werden müssen.<<>> Die ansteigenden Stufen spirituellen Bewußtseins in Scientology sowie ihr Weg der Selbsterkenntnis, der zur Erleuchtung und Vervollkommnung führt, [weist] Ähnlichkeiten mit anderen religiösen Erkenntniswegen auf<<<
    Wenn du Erleuchtung und Vervollkommnung durch "gute Verbündete für PoC" ersetzt, dann hast du in etwa deinen Satz.

    Das nur mal als Beispiel, wenn du dich da tiefer einliest und dir auch sonst "Theoriewissen" aneignest, dann wirst du feststellen, dass das Problem mit Critical Whiteness nicht darauf gründet, dass Linke so rassistisch sind, sondern dass die Critical-Whiteness-Theorie ihre scheinbare Radikalität nur daraus zieht, dass sie wie jeder Sektenglauben als abgeschottetes, selbstreferenzielles System konzipiert ist, mit ein paar Gurus und vielen, die auf der Entwicklungsstufe hin zu "Verbündeten" noch nicht so weit sind.
    Ein Problem ist, dass Leute, die drin stecken, nicht kapieren (können), warum andere das ablehnen. Deshalb bilde dir vielleicht erst ein Urteil über die linken Kritiker, wenn du dich mit deren Position und insbsondere anderen Rassismustheorien fundiert auseinandergesetzt hast.

    • Das hatte ich so verstanden, dass der Critical Whiteness Ansatz von manchen als eine Art Sektenglauben abgetan wird – und so wie ich das verstanden habe, sind anscheinend tatsächlich ein paar Leute in der linken Szene sektiererisch und sehr hardlinerisch aufgetreten.. diesen Sommer auf dem Noborder Camp (hab ich gelesen). Ich habe aber mit diesen Vorkommnissen nix zu tun und blicke da auch nicht durch. Mein Eindruck von dem Artikel “Decolorise it” ist auch durch das Radiointerview mit Jule Karakayali, dass es eigentlich nicht um Critical Whiteness geht, sondern darum, wie deutsche Linke damit teilweise umgehen und um ganz bestimmte Auswüchse. Aber das wird in dem Text nicht so klar rausgearbeitet und stattdessen gleich mal der ganze CW-Ansatz mit weggekippt, was ich sehr schade finde. Vielleicht auch Betriebsblindheit. Weil ich das, was so manche Linke aus dem CW-Ansatz angeblich (ich war nicht dabei) gemacht haben, weder in dem CW-Ansatz noch in dem Workshop wiedergefunden habe.

      Zu dem Erleuchtungsweg/Scientology: Da auf diesem Workshop Reflektion das Thema war und Selbsterkenntnis das Ziel, muss es zwangsläufig so sein, dass man Vergleiche zu religiösen “Erleuchtungswegen” ziehen kann. Das schockiert und überrascht mich nicht. Ich weise allerdings das Scientology Beispiel zurück, und auch das selbstreferentielle, abgeschottete System kann ich nirgends erkennen. Ich habe mir das in meinem Blogeintrag erwähnte Buch eben gekauft, und die Autor_innen, die darin schreiben scheinen mir z.B. in der wissenschaftlichen Welt in einem ganz fruchtbaren, normalen Austausch zu stehen und keine abgeschotteten Sektengurus zu sein. Mir fehlt anscheinend auch der Einblick in die verfeindeten Grüppchen, die sich da beharken. Vielleicht befindet sich dort das ominöse abgeschottete Sektierertum, von dem du redest.

      Ich bin sicherlich im Vergleich zu den linken Professor_innen, die den von mir kritisierten Artikel verfasst haben, ein Greenhorn mit sehr wenig Bildung, aber das ändert im Moment nichts über das, was ich von dem Artikel halte. Ich finde ihn fürchterlich. Damit habe ich aber nirgends gesagt, dass ich die Autor_innen für Idioten halte, also mein “Urteil bilden über die” wie du das da erkennst, hält sich eher in Grenzen.

      • Gegen Selbsterkenntnis an sich wird niemand etwas haben. Im Kontext von Critical Whiteness versteht man unter “Selbsterkenntnis” aber nicht, Menschen, die selbstständig denken und sich eine eigene Meinung bilden. In diesem Kontext heißt Selbsterkenntnis, die Übernahme von vorgefertigten Denkschemata. Einfach ausgedrückt: Statt sich Wissen zu Rassismus anzueignen, verschiedene Rassismustheorien zu berücksichtigen und deren Hintergründe zu reflektieren, übernimmst du unkritisch das, was dir Rassismustrainerinnen oder CriticalWhiteness-Autorinnen vorkauen.
        Hier ist die Parallele zu einer Sekte frappierend. Wie gesagt, Selbsterkenntnis ist was verdammt positives! Eingetrichterte Lehrsätze und schematisches Denken, um nach dem Weg durch die “Operating-Thetan-Stufen” den Status eines “guten Verbündeten von PoC” zu erlangen, sind das genaue Gegenteil von Reflexion und Selbsterkenntnis.

        Achte mal beim Lesen deines neuen Buches mal darauf, wie oft auf die vielfältig vorhandenen anderen Rassismustheorien rekurriert wird und wie oft sich in den Artikeln nur gegenseitig bestärkt und im eigenen kleinen Kreis referenziert wird. Danach wirst du verstehen, warum ich von abgeschlossen und selbstreferenziell rede.

        • Hallo Clara erstmal. Ich weiß nach wie vor nicht, was du für “vorgefertigte Schemata” meinst, was du mit “unkritischer Übernahme” meinst und wieso du glaubst, mich so gut zu kennen, dass du das für mich diagnostizieren kannst. Unschön finde ich auch, dass du, nachdem ich deinen Scientology-Vergleich zurückgewiesen habe, ungerührt weiter damit ankommst. Du gehst eigentlich auf mich gar nicht ein, sondern du bist es an dieser Stelle, die mir Dinge vorkaut, die ich deiner Ansicht nach nun unkritisch zu schlucken und zu übernehmen hätte. So läuft das aber nicht.
          Ich wundere mich auch sehr, wie du tatsächlich eine ganze Reihe von Wissenschaftler_innen als selbstreferentielle Sekte abtust.

          Das einzige, was mir jetzt konstruktives zu dir einfällt ist, dass du mir Literatur vorschlägst, die deiner Meinung nach zu den “alternativen Rassismustheorien” gehört.
          Wenn du den Artikel von Accalmie liest, “Decolorize the Color Line” (den ich oben verlinkt habe) wirst du dort auch sehen, dass sie auf die lange Geschichte von Critical Whiteness Studies Bezug nimmt, auf lange Debatten und auch auf vielfältige Ergebnisse und Thesen und Schlüsse, die es im Laufe der Jahre gab.
          Ich habe den Eindruck, dass du mir einfach Vorurteile und voreilige Schlüsse, die du getroffen hast, überstülpst und selbst ziemlich dogmatisch und vereinfachend unterwegs bist.

      • Zu sagen, “ey, du stülpst mir voreilige Schlüsse über”, ist eine beliebte Abwehrstrategie. ;-) Vor allem, wenn es nicht stimmt:

        >>> Ich weiß nach wie vor nicht, was du für “vorgefertigte Schemata” meinst, was du mit “unkritischer Übernahme” meinst und wieso du glaubst, mich so gut zu kennen, dass du das für mich diagnostizieren kannst. <<>> Die Beschäftigung mit Critical Whiteness verleitet mich auch dazu, alles “richtig machen zu wollen”, mich z.T. mit PoC auch übermässig zu identifizieren und deren Kritik quasi fast schon speichelleckend aufzunehmen ;-)) <<>> Unschön finde ich auch, dass du, nachdem ich deinen Scientology-Vergleich zurückgewiesen habe, ungerührt weiter damit ankommst. Du gehst eigentlich auf mich gar nicht ein <<<

        In meinem ersten Kommentar habe ich einen Auszug aus der Scientology-Werbung genommen, der sich eins zu eins auf deinen Satz, wo es um den Weg zum PoC-Verbündeten, übertragen lässt.
        Das lässt dich ungerührt. Nähe zu religiösem Denken scheint für dich unproblematisch zu sein, was mich bei einer Anarchistin zwar überrascht, aber nun gut. Nur Scientology ist anscheinend ein No-Go.

        Dann stelle ich heraus, dass Selbsterkenntnis dann eine ist, wenn es nicht darum geht, sich eine "Wahrheit" einzuverleiben. Das heißt Selbsterkenntnis und Reflexion sind nur dort existent, wo Menschen nicht "alles richtig machen wollen", was andere als richtig definiert haben und wo Menschen sich nicht "mit PoC (oder wem auch immer) übermässig identifizieren" oder "deren Kritik quasi fast schon speichelleckend aufnehmen"!
        Selbsterkenntnis, die darin besteht, einen vorgefertigten Weg nachzutrampeln, ist keine. Ein Auswendiglernen bestimmter Verhaltensregeln (die du richtig machen willst) oder Lehrsätze als "Selbsterkenntnis" zu deklarieren, gibt es sonst eben nur bei Sekten.

        Du siehst, alles was ich geschrieben habe, bezieht sich auf deine Worte. Hier sind keine Vorurteile am Werk, außer denen, die du in eigenen Worten bestätigst.

        Das Urteil der Selbstreferenzialität kann ich fällen, weil ich das Buch gelesen habe, bevor ich eine Meinung zu Critical Whiteness hatte und erschreckt war, ob der Unwissenschaftlichkeit. Ich werfe allerdings weder ihnen, noch dir vor, Teil einer Sekte zu sein. Ich stelle nur heraus, dass ein solches Denken und Argumentieren, sich ansonsten nur in diesem Kontext wiederfindet. Was für Schlüsse du und andere daraus ziehen, ist im Übrigen eure Sache. Ich möchte dir nichts vorkauen, sondern dich zu selbstkritischer Reflexion anregen.

        Rassismustheorien sind ein so weites Feld, dass es da nicht das eine Standardwerk gibt, das alles umfassend abdeckt. Deshalb, und weil es mir eben nicht darum geht, dir die noch viel tollere Theorie zu verkaufen, verweise ich dich auf den sehr ausführlichen Wikipedia-Artikel und die dort verlinkten Seiten.

        • habe ich mich denn so unverständlich ausgedrückt? Ich sagte, dass ich zu Speichelleckerei und Richtigmachenwollen zwar neige, aber auch, daß es genau darum NICHT GEHT und dass ich das versuche zu vermeiden, in die Falle zu tappen. Das steht doch auch da. Wie liest du denn raus, daß ich das anstrebe? Da steht doch alles. Da steht doch, es ist mein Problem, wenn ich dazu neige, nicht das Problem von PoC oder dem CW-Ansatz. Und dass diese Möglichkeit der Überidentifikation oder Neigung dazu auch was ist, was durch Selbstreflektion an den Tag kommt.
          Du hast meine Reflektion und Erkenntnis, dass ich dazu neige und mich dadurch verleitet fühle, verwechselt damit, dass ich das gut und erstrebenswert fände – das ist aber ein großer Unterschied.
          Damit ist dein Scientology Vergleich vom Tisch.
          Vielleicht nochmal den Text lesen.

      • Du missverstehst mich. Zum einen, ist diese “Speichelleckerei” nicht dein spezifisches Problem, sondern symptomatisch für weiße Critical-Whiteness-Anhänger und Anhängerinnen. Wer es nicht glaubt, kann gerne die aktuellen Artikel auf der Maedchenmannschaft zu den Party-Ereignissen lesen.
        Eine eigene Meinung zu haben und z. B. offen einem PoC zu widersprechen, ist ja gerade eben nicht vorgesehen. (“Ich halte dies nicht für nicht rassistisch” wird wahlweise als “rassistisch” oder “white supremacy” gebrandmarkt) Deshalb fühlen sich gerade die Menschen, die zu so etwas neigen, von dieser Theorie so angezogen. Insofern liegt das Problem schon im CW-Ansatz an sich und ist kein persönliches Problem.

        Aber mein Punkt ist mehr ein anderer: Du reflektierst im Artikel, dass du zur unkritischen Annahme von Kritik neigst und schreibst dann von “Entwicklungs- und Lernaufgaben … für ‘uns’ Weiße” oder davon, dass sich “Weiße … weiterbilden … und das lernen, was Schwarze Theoretiker_innen so vom Stapel gelassen haben zu Rassismus”.
        Und hier hast du genau die Übernahme vorgefertigter Denkschemata, die ich vom ersten Kommentar an kritisiere.

        • Achso, auf einmal beziehst du dich mit deinem Scientology Vergleich gar nicht mehr auf mich, sondern darauf, was “andere Critical Whiteness Anhänger und Anhängerinnen” deiner Meinung nach symptomatisch sei. Ja mei, dann sag das doch. In meinem Text steht aber auch, dass ich das, was angeblich so symptomatisch sei, in dem Workshop nicht wiederfand, dass vielmehr sogar CW selbst kritisch reflektiert wurde und das auch begrüsst wurde, und daß wir dort über die Überidentifizierung und die Probleme damit/dabei auch gesprochen hätten. Das hast du alles wohl ausgeblendet.
          Wenn du den Artikel von Accalmie auch liest, und dort vor allem auch die Kommentare, dann hättest du sehen können, dass sie in ihrer Kritik sehr differenziert ist und sich auch von bestimmten Auswüchsen, wie sie auf dem Nobordercamp in Köln diesen Sommer wohl vorgekommen sind, distanziert. Mir ist schon klar, was du problematisch findest und welche Sachen du hier ansprechen willst und ich verstehe auch warum dich das stört. Ich finde es nur nicht angebracht, diese Kritik in dieser Form und an dieser Stelle an mich zu richten, weil das, was du so furchtbar findest, nicht da steht. Ich heiße auch nicht “Reclaim Society”. Du akkumulierst meine Worte zu einer Gefühlscollage, die assoziierst du dann mit dem, was dir anderswo gegen den Strich geht, und reagierst dich dann an mir ab.
          Was ist denn so schlimm daran, wenn Privilegierte mal zur Abwechslung lesen und sich weiterbilden mit Material, was von Betroffenen stammt und darüber reflektieren? Merke wohl, dass das “speichelleckerisch übernehmen” von dir frei dazuassoziiert wurde, weil in meinem Text diese beiden Dinge nicht nur nicht verknüpft sind, sondern sogar voneinander getrennt und abgegrenzt werden.
          Was du hier schreibst, sagt ne Menge über dich aus, finde ich – aber es ist nicht an mir und interessiert mich auch nicht, das zu analysieren. Das ist wenn, dann dein Bier. Machs oder lass es halt. Aber schieb mir deinen Kram bitte nicht ständig unter. Merci.

      • Jetzt weiß ich nicht mehr weiter. Ich zitiere über und über deine Textstellen und mache deutlich, was daran das Problem ist, und dass hier genau die Geisteshaltung zum Vorschein kommt, die du am Critical Whiteness Ansatz auch nicht so unproblematisch findest. Noch mehr zitieren und auf deinen Text beziehen kann ich nicht.
        Und du erwiderst nur, dass das was ich schreibe, ja nichts mit dir oder deinem Text zu tun hat, sondern ich mich hier allgemein abreagiere. Abwehrstrategie at its best…

  2. “Ich neige selbst auch zum Moralisieren und zur Selbstbeschuldigung bei Kritik. Die Beschäftigung mit Critical Whiteness verleitet mich auch dazu, alles “richtig machen zu wollen”, mich z.T. mit PoC auch übermässig zu identifizieren und deren Kritik quasi fast schon speichelleckend aufzunehmen ;-)) aber das ist nicht das Problem der PoC, die Kritik anbringen, sondern mein ganz persönliches Problem.”

    Ist das nicht auch schon wieder eine Form von Rassismus?, Nicht falsch verstehen bitte, ich will nicht provozieren, aber wenn du quasi dich in deinem Weißsein erniedrigst und im Umkehrschluss die PoC erhöhst, finde ich das auch rassistisch.

    Ich komme nicht aus der linken Szene, aber aus deiner Beschreibung hört es sich für mich so an, als ob Critical Whiteness jetzt eine Erfindung des politisch linken Spektrums sei. Meinst du wirklich, die anderen “Lager” (Argh! Welch furchtbare Begrifflichkeit!!!!) seien der Thematik gegenüber nicht aufgeschlossen. Also, so alle und jeder?

    Es ist sicherlich schwierig, aus einer bestimmten Situation heraus über diese Situation zu diskutieren und zu reflektieren (hat was von Meta-Kommunikation), aber ist es denn wirklich in dieser Breite notwendig? (Hier ist jetzt wohl die Stelle, an der ich Prügel beziehe!) Nein, ich bin nicht ignorant, aber ich bin der Meinung, dass wir alle Menschen gleich behandeln sollten, unabhängig von ihrer Hautfarbe etc. Wenn wir jetzt in Selbstgeißelung verfallen, weil die weiße “Herrschaftsklasse” jahrhundertelang PoC ausgebeutet und unterdrückt hat, dann macht das kein vergangenes Unrecht wieder gut und ist enorm rückwärtsgewandt. Was aber doch zählt, ist die Zukunft. Ja, ich weiß: Wer die Geschichte vergisst, ist verdammt, sie zu wiederholen. Ich spreche mich ja auch nicht dafür aus, die Vergangenheit unter den Tisch zu kehren, aber in vorauseilendem Gehorsam alles unkritisch zu unterschreiben, was jemand sagt, nur weil derjenige eine PoC ist, erinnert mich jetzt ein bisschen (wahrscheinlich wirst du spätestens hier den Kommentar löschen!) an den Umgang mit den Juden in Deutschland in der Zeit nach 1945: Man darf alles sagen, denn wir sind ja ein freies Land, aber sobald der erste “Antisemitismus” ruft, hat er gewonnen (so ähnlich wie in Ephraim Kishons Geschichte “Jüdisches Poker”).

    Wahrscheinlich hältst du mich jetzt für ein totales A****loch. Es ist sehr schwer, in einem kurzen Kommentar alle Gedanken strukturiert rüberzubringen und in einem Face-to-face-Gespräch wäre das viel besser möglich.

    Auf alle Fälle danke ich dir für den Artikel, der mich, wie auch schon deine Podcasts, zum Nachdenken gebracht hat.

    • Hm, das Problem ist, dass ich hier natürlich meine ganz persönlichen Gedanken und “Fallstricke” offengelegt habe. Und gerade das “speichellecken” und die “Selbstgeißelung” sind ja nicht das angestrebte Ziel, sondern eine Fehlfunktion die bei mir quasi voreingebaut ist und die, wenn ich nicht aufpasse, zum Ausbruch kommen kann.
      Also, in Selbstgeißelung soll eben niemand verfallen. Ich finde tatsächlich einerseits das Thema Juden nach 1945 problematisch und andererseits auch treffend, weil es wirklich einen deutschen Schuldkomplex gibt der sich so äussert, wie du das beschreibst. Problematisch aber auch deshalb weil der Eindruck entsteht, als wären Jüd_innen dadurch in irgendeiner Machtposition und könnten den anderen “den Mund verbieten”, was ja nicht so ist. Das ist ein Problem deutscher Nichtjüd_innen und ihrer Schuldgefühle, und dazu paralell gibts aber weiterhin Antisemitismus.

      Hm, in der Tat wäre es imho Rassismus, wenn ich PoC idealisiere, überhöhe und damit auch wieder entmenschliche, Ikonen aus ihnen mache. Aber ich hoffe, es wurde klar, dass ich nicht schrieb, ich täte das, sondern nur, dass ich dazu neige -> ich bemühe mich, das zu vermeiden.

      Critical Whiteness hat nicht die deutsche Linke erfunden, es wird allerdings grad in der deutschen Linken kontrovers diskutiert und ich finde, teils sehr unglücklich. Vielleicht bin ich darauf zu arg eingestiegen, aber mich nimmt das natürlich ein bischen mit, weil ich mich selber als Linke sehe und mich da bischen reinfühle und reinsteigere ;) Erfunden haben das Konzept Schwarze Theoretiker_innen aus den USA, ist schon was länger her. Diese Theoretiker_innen haben sich u.A. die Frage gestellt, wieso denn die Gleichbehandlung aller Menschen nicht so richtig klappen will, wieso einige Menschen immer von Gleichberechtigung geredet und gleichzeitig sich selbst als Weiße und andere als Nicht-Weiße konstruiert haben und in der Folge die Gleichberechtigung nur auf Weiße beschränkt haben. Deshalb hätten wir das alles gar nicht nötig, wenn es einfach damit getan gewesen wäre, zu sagen, alle Menschen sollten einfach gleich behandelt werden.

      Ich halte dich nicht für ein Arschloch, aber ich denke schon, daß du dir gewisse Illusionen von Neutralität und davon, was “gerecht” ist, machst. Und ich komme nicht so richtig drauf, wo ich mich selbst geißele und erniedrige, und wo ich alles, was PoC schreiben oder sagen, in vorauseilendem Gehorsam toll finden würde. Dass du das so wahrnimmst, ist ne Sache, die du dir vielleicht mal anschauen kannst, warum das so ist. Ich fühle mich ganz gut und keineswegs erniedrigt ;)

      • “wieso einige Menschen immer von Gleichberechtigung geredet und gleichzeitig sich selbst als Weiße und andere als Nicht-Weiße konstruiert haben”

        Ja und? Du redest doch auch immer von “Weißen” und “PoC”, wo ist der Unterschied?

        Es ist schon auffällig, wie unter dem Mantel der politischen Korrektheit die alten biologischen Kategorien reproduziert werden

        • Hallo Klaus. Ich finde deine Frage, wo der Unterschied ist, dreist und frech. Zum einen steht in meinem Artikel selbst, dass ich mir des Problems bewusst bin, und du ignorierst das und tust so, als bedarf es erst deiner Person, mich darauf hinzuweisen, (und dann noch in so einem besserwisserisch-herablassenden Sprachduktus) zum anderen weißt du ganz genau, dass es in jeder antirassistischen Theorie oder Arbeit nötig ist, die Kategorien, in die “das Schweinesystem” Menschen einteilt, zu benennen. Meine Güte, in dieser Diskussion deklariert Accalmie in ihrem Artikel den ich verlinkt habe, schon selbst, “Yes, I’m sticking to that term” – wie weit soll das noch gehen, soll PoC verboten werden, eine Selbstbezeichnung zu gebrauchen? Wer spieltn jetzt die “Sprachpolizei” – du ja wohl. Noch son’ Kommentar werde ich nicht freischalten.

  3. “Ein paar (teils) People of Color, die sich aber selbst nicht so nennen wollen.” Dann machst Du das halt mal für die (und nebenbei auch für mich, da ich auch “Migratioshintergund ” habe und Deine Bedingungen für diese Identität erfülle). Nennt Euch alle selbst, wie Ihr wollt, aber hört auf, mich zu labeln. Ich habe keinen Bock auf Repräsentation in Euren komischen Biokategorien, egal von welcher Seite sie mir zugeschrieben wird – geht das mal klar?

    • Stimmt, das kann ich verstehen, dass ich da Leute gelabelt habe, die das halt nicht wollen. Migrationshintergrund passt aber auch nicht. Ich habe z.B. auch Migrationshintergrund und keine deutsche Staatsbürgerschaft, aber bis auf das Gefühl, nirgends so richtig zuhause zu sein, ist da keine Konsequenz für mich daraus. Ich erfahre keinen Rassismus, denn ich bin eine Weiße mit österreichischem Pass. Aber zu dem was du eigentlich sagtest: Ich werde das Fremdgelabele in dem Artikel ändern – Danke für den Einwand. Ich sehe “PoC” nicht als “Biokategorie” und ich habe in meinem Artikel auch geschrieben, dass mir das klar ist, dass das ein Problem ist, Essentialismus/Biologismus zwangsläufig zu reproduzieren. vielleicht hast du bis zu der Stelle nicht gelesen. Ich weiß allerdings auch keinen Easy-Ausweg aus der Sache, wie ich mit dem Labeln z.B. ganz aufhören soll, wenn es mir darum geht, über (Macht)-Differenzen zu reden und die zu benennen. Deshalb schreibe ich z.b. hier auch “Ich bin eine Weiße” und meine das aber nicht biologistisch, sondern dass ich halt aufgrund sozialer Konstruktionen diesen Platz gesellschaftlich zugeteilt bekommen habe.

  4. Vielen, vielen Dank für den Artikel! Ich kenne mich mit dem Konzept bisher gar nicht aus und empfinde deinen Text als sehr hilfreich, um mich dem Thema anzunähern.

  5. Ein großes Problem deines Artikels hast du selbst angesprochen: es geht um subjektive Empfindlichkeiten. Diese sind zwar Teil politischer Reflexion, ohne die Verknüpfung mit der Theorie, die du, wie du selbst schreibst, nicht genug kennst, verkümmern sie zu eben dieser und sind politisch nicht mehr zu kritisieren/debattieren/etc. Dies ist mir in schon in vielen Diskussionen um CW aufgefallen. Es wird sich dadurch herausgewunden, dass gesagt wird “Ich weiß auch nicht genau wie ich dazu stehe, aber ich finde es erstmal interessant” oder wenn jede Position von Weißen aufgrund ihrer “Sprecherposition” schon kritisierbar sei. Eine klare Analyse der Sprecherpositions-Kritik wäre, meiner Meinung nach, hilfreicher, als eine Empfindungen dazu. Wenn nicht die konkreten Praktiken – die gerade bspw von ‘reclaim society’ ad absurdum geführt werden – oder Theorien analysiert werden, führt dass gerade zu der Moralisierung, die du selbst kritisierst.

    • Hi Tim. Ich bin zwar keine Expertin, aber ich habe Aussagen über CW getroffen und zu denen bin ich bereit zu stehen. Du kannst mit mir darüber diskutieren, wenn du möchtest. Bitte bedenke aber, dass ich weder “Reclaim Society” persönlich kenne, noch persönliche Einblicke in den Stand des “linke-Szene-Kleinkriegs” habe, deshalb wärs toll, wenn wirklich die CW-Theorie diskutiert würde und nicht, was ein paar einzelne Linke in deren Namen evtl. für Scheisse gebaut haben. Editiert: Es ist natürlich schon von Belang und gehört zum Thema, was einzelne Linke für Scheisse gebaut haben ;) und ich finde das auch interessant. Es gibt nur einen großen Unterschied zwischen dem CW-Ansatz den ich so kennengelernt habe, und dem, was ich aus der Kritik am CW-Ansatz herauslese. Beispielsweise die Kommentare von Clara, oder die Kritik in dem Artikel “Decolorise it!” oder was man so über Reclaim Society hört. Das bringe ich alles nicht unter einen Hut mit dem CW-Ansatz, den ich vermittelt bekam. Also dieses übermoralisierende Schuld-Dings. Das fand ich da nicht wieder. Die identitätspolitisch-rigide Ansicht darüber, was angeblich aus einer weißen Sprechposition erfolgen solle, finde ich dort und fand ich auch in dem Workshop nicht wieder. Ich glaube ja den einzelnen Leuten, dass es diese “Auswüchse” gegeben hat, aber das muss man von der CW-Theorie trennen und nicht das Kind mit dem Bad ausschütten, finde ich halt.

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  8. Hey, danke für deinen post. Ich hab mich in der Diskussion oft in der Rolle der Defensiven wiedergefunden und kann mit Deiner Differenzierung von CW und ich nenne sie mal “dogmatischen Spielarten von CW” viel Anfangen. Darauf habe ich tatsächlich gewartet. Ich arbeite mich auc tiefer in das Feld ein, habe aber leider bisher nur mit den furchtbaren Sektenheinis zu tun gehabt. Das hat dem Bild von CW bei mir extrem geschadet. Danke der Diskussion mit @accalmie auf Mädchenmannschaft habe ich jetzt mehr korrekte Quellen, die ich mir anschauen werde.

    • Vielen Dank für deinen Kommentar! Ich begann schon, mich zu fragen, ob ich eine verblendete, fanatische und dogmatische Nachkriecherin der “CW-Sekte” geworden bin, ohne das zu merken (wenn ich mir so andere Kommentare anschaue, die mir das unterstellen).
      Ich hatte ja auch ein wenig Skepsis, weil in der Linken in letzter Zeit doch viel Kritik formuliert wurde. Aber die zwei Menschen, die den Workshop gemacht haben, waren wirklich super locker, undogmatisch und gar nicht so in dem “Wer nicht für uns ist, ist gegen uns” Muster drin. Sie haben sogar den “Decolorise it” Artikel (also die vermeintliche “Gegenseite”) positiv erwähnt wegen der überdenkenswerten Essentialismuskritik. Trotzdem fand ich, haben sie das Thema nicht verwässert oder nivelliert, sondern es blieb schon on topic und politisch. Ich muss aber dazu sagen, dass die TeilnehmerInnen an dem Workshop mehrheitlich auch keine “Szenelinken” waren. Die meisten waren schon älter (zw. Mitte 40 und Mitte 50 würde ich schätzen) und da schreit man sich sowieso nicht mehr so im jugendlichen Fanatismus gegenseitig an und hat eh nicht mehr so das megadringliche Sendungs- und Missionierungsbewusstsein. Und was ich noch gut fand, ist, dass ein grosser Teil auch motiviert war weil sie z.b. mit empowerten People of Color verheiratet oder verpartnert waren, und da gings zum Teil wirklich um eine total authentische, persönliche Motivation und Inspiration, sich mit Rassismus und Weißsein zu beschäftigen, echt jenseits von szenepolitischem Geltungsdrang. Das war eine spannende, freundliche Ansammlung von ziemlich unterschiedlichen Menschen. Das hat mir sehr gut gefallen.
      Ich hab ja von dir schon paar Kommentare gelesen zu Whiteness Themen, auch zu dem Frisurenartikel von Viruletta und mag dir das zurückgeben, dass ich von dir auch immer den Eindruck hatte, dass du jenseits der “Frontenbildung” deine eigene differenzierte Position hast und dir deine eigene Birne machst, deshalb freuts mich ja nochmal doppelt dass du hier kommentiert hast.

  9. “Hm, Textverständnis – schon mal gehört das Wort?”

    Die Kritik von Clara war verständlich und nachvollziehbar formuliert. Du hättest sie verstanden, wenn dir nicht die üblichen Abwehrstrategien im Wege stehen würden.

    Diese attestieren die CW-Apologethen zwar gern ihren Kritikern, sie wissen also, um was es sich dabei handelt, erkennen sie bei sich selbst aber nicht. Das liegt in beiden Fällen daran, dass es nicht um eine “Sache” geht, sondern um Glauben und moralische Erhöhung. Es “besser / richtig / gut machen” wollen ist nichts anderes, als eine Frömmigkeits-Ralley.

    Das System CW ist also nicht nur selbstreferenziell, es hat sich auch gegen Kritik immunisiert und ist somit zirkelschlüssig. Wissenschaftlich ist es in keinem Fall, denn Wissenschaft muss auf der erkenntnistheoretischen Ebene falsifizierbar sein. Eine wissenschaftliche Theorie kann keine Selbstimmunisierung gegen die Möglichkeit der Falsifikation enthalten.

    • Ich habe seit August circa den ein oder anderen Text zu CW gelesen, mehrere Podcasts dazu gehört (meistens aus den USA oder Australien) und war auf einem Workshop, und ich kann das nicht bestätigen, dass das selbstreferentiell, immunisiert gegen Kritik und im Kreise gehend sein soll. Und jetzt, wo ich das im Artikel erwähnte Buch “Mythen, Masken und Subjekte” angefangen habe, zu lesen, habe ich auch bislang nicht geschnallt, inwiefern es unwissenschaftlich und selbstreferentiell sein soll.

      Und ähm, sorry, aber das sind keine “Abwehrstrategien” sondern ich bitte nur darum, dass mein Text, auf den hier kommentiert wird, gelesen wird und der Versuch unternommen wird, den zu verstehen. Das ist üblich und völlig legitim.
      Wenn du oder Clara allgemeine Kritik an CW ins Internet stellen wollt, unabhängig von dem, was ich so schreibe, ist das euch ja unbenommen – dann tut das doch bitte in euren eigenen Blogs, wenn ihr welche habt. Man kann auch kostenlos und schnell einen Blog aufmachen, wenn man sonst keinen hat. Aber wenn ihr euch auf mich beziehen wollt und mit mir diskutieren, dann müsst ihr bitteschön lesen, was da steht und die Worte nicht frei zusammenassoziieren und auf gewisse “Reizworte” abgehen.

  10. Zur Info: Ich habe übrigens einen Kommentar nicht freigeschaltet, wo es um die Rolle, das Verhalten und die Macht von Jüd_innen in der Beschneidungsdiskussion ging, Aber in dem Kommentar gings bischen darum, dass Jüd_innen angeblich doch Druck ausgeübt hätten, nichtjüdischen Deutschen den Mund zu verbieten, dass diese jetzt selbstbewusster würden und sowas wie die Beschneidungsdiskussion früher kaum möglich gewesen wäre.

    Dazu fällt mir ein, was in der oben verlinkten Liste für gute Allies steht: Shut up and listen – einfach mal den Rand halten und sich informieren, was tatsächlich die Situation von Jüd_innen in Deutschland ist, bevor man meint, die hätten so eine Macht über “die Deutschen”. Da gibts Bücher, Webseiten und so weiter. Zum Beispiel hagalil.com – ein sehr reichhaltiges Portal auf dem sehr viele verschiedene Meinungen aber auch Basics zu finden sind. Und ja, viele Äusserungen und Diskussionen in der sog. “Beschneidungsdebatte” waren imho stark antisemitisch und alles andere als “sachlich”. Ich habe zb. in einem Zeitungsartikel mal eine Beschreibung des Beschneidungsrituals gelesen, die sehr voyeuristisch, skandalisierend und darauf aus war, bei nichtjüdischen Leser_innen Gefühle von Ekel hervorzurufen. Als Feministin stiess mir auch auf, wie öfter mal weibliche Genitalverstümmelung und männliche Beschneidung gleichgesetzt worden sind. Vieles an der Kritik war total unsachlich – bis hin zu richtig ekligem entmenschlichen von Jüd_innen. Das möchte ich nur mal anmerken, unabhängig von meiner eigenen Meinung zur Beschneidung.
    Und ja, das ist mein Blog und ich beschliesse, dass ich hier ausser meinem Statement kein Forum aufmachen möchte für alternative Betrachtungs- und Herangehensweisen an das Thema und verweise euch auf einschlägige Diskussionsforen, Facebook und co. wo ihr darüber reden könnt.

  11. @twoday:
    Ich hab den Beitrag und die Kommentare jetzt (noch) nicht gelesen, aber was die Kommentar-Moderation angeht:

    Die gibt es auch bei twoday-Blogs!

    Du findest sie dort unter:

    “Weblog verwalten” >>> “Module” >>> “Extension Module” >>> “Comment Moderation/Monitoring”

    Dort kannst du dann auswählen ob du keine Kommentar-Moderation willst oder ALLE Kommentare moderieren willst oder nur die ANONYMEN Kommentare moderieren möchtest.

    • Oh, interessant! Ich hatte da im Adminbereich rumgesucht und rumgesucht und nichts gefunden. Schaue ich mir gleich mal an! Was ich allerdings auch noch bei twoday vermisse ist die Möglichkeit in Kommentaren rumeditieren zu dürfen (ja, ich hab so ne diktatorische Ader *gacker*) Danke für die Info!

      • Ja, die Kommentaredit-Möglichkeit ist leider sehr versteckt.
        Ich musste auch erst wieder danach suchen. ;-)

        Anderer Leute Kommentare editieren geht bei twoday aber wirklich nicht.

  12. Ich finde deinen Artikel ziemlich toll und der erste der mir in dieser ganzen 2012er Debatte zufriedenstellend abdeckt, wie man mit seinen weißen Befindlichkeiten im Angesicht der Kritik umgehen kann. Ich denke damit nimmst du in der Debatte auch einen sehr sinnvollen Platz ein. Bei vielen Blogeinträgen habe ich inhaltlich relativ flach das dupliziert gefunden, was ich aus Artikeln von PoCs besser kenne, was auch ok ist, ich aber gerade nicht so hilfreich finde. Ich würde sagen diese Flachheit hat mit einer gewissen Angst zu tun, sich ein eigenes kritisches Wissen über Rassismus zu bilden, die ich für unproduktiv halte. Das hat meiner Meinung nach ganz viel damit zu tun, dass sich auch dein Ton sehr vorteilhaft von der oberlehrerhaften Anklagehaltung besagter Blogs abhebt. Ich erklär das mal genauer:
    Ich war vor einem Jahr ebenfalls in einem tollen Critical Whiteness Workshop und meinte auch dass mir das einigermaßen geholfen hat, ein Verhältnis zu Rassismus zu bekommen. Die Debatte dieses Jahr hat mich aber wiederum extrem verunsichert, obwohl ich fast ausschließlich weiße Stimmen dazu gehört habe. Das hat mich zu dem Schluss geführt, dass es exakt diese weiße Übernahme der Anklagehaltung ist die hier immer zur autoritären Eskalation führt, und Leute dazu bringt, eigene Urteile einzustellen. Eine Anklagehaltung macht total Sinn, wenn man selbst negativ betroffen ist und die Angeklagten Teil einer Struktur, die dick gepanzert ist, sind. Aber wenn weiße Unterstützer_innen das so übernehmen, obwohl ihr eigener Share an dem Problem nur minimal kleiner ist, wirkt es einfach nur noch autoritär. Als nicht negative betroffene hat man nicht das Recht seine Aggressionen über die rassistische Welt rauszulassen, sondern die Aufgabe zielorientiert und das heißt an der Erkenntnis des Gegenübers orientiert zu handeln. Das heißt zum Beispiel auch die weißen Befindlichkeiten, die einem ja sehr gut zugänglich sind, einzuplanen. (was im Einzelfall(!) auch mal ein Tritt gegen den Thron sein kann).
    Ich denke die Fundamente der diesjährigen Debatte über Critical Whiteness liegen nicht in Critical Whiteness, sondern in autoriären Tendenzen der Berliner Linken, die meint man könne Probleme vorzugsweise mit Ausschluss und Abgrenzung lösen, anstatt Menschen Zeit zu geben Widersprüche selbst zu entfalten (was im Regelfall nicht so fix abläuft, dass man das Ultimatum “entweder du übernimmst unsere Meinung oder verpisst dich” nicht als autoritär empfindet). Natürlich gibt es auch Bedarf an Schutzräumen (so das Argument für autoritäre Intervention), ich geh da auch bis zu einem bestimmten Punkt mit. Aber leider gilt auch hier: Freiheit stirbt mit Sicherheit.
    Insofern halte ich den Punkt den der ak-Artikel sehr betont hat, eine Konzeption von statischen Identitäten, die nur noch Expert_innen ihrer selbst sind eben auch für einen Effekt, der nicht aus der Critical Whiteness Rezeption, sondern genau aus der Mitte ;-) der Berliner Linken kommt: Die Aufgabe der eigenen Urteilsfähigkeit und Wahrnehmung im Angesicht autoritärer moralischer Interventionen. (Ich schiebe der Hegemonie natürlich nich den Antiautoritarismus zu, aber da läuft Entmündigung irgendwie anders).
    Ich bin dankbar für konstruktive Kritik.

  13. Huhu, danke für den Kommentar! Ich habe hier, quasi als Antwort, einen Link zu einem anderen Artikel von Accalmie den ich sehr gut fand:
    http://stoptalk.wordpress.com/2012/05/29/reflection-its-a-thing/
    Darin geht sie auf das Problem weißer Oberlehrer-“Allies” ein – und der Hint ist zu gucken, wer sich auf PoC bezieht und das Thema nicht nur wieder zu einem Feld für weiße Profilierung macht. In dem Zusammenhang wertet sie die Bezogenheit auf Texte und Standpunkte von PoC positiv. Jau, mich würde interessieren ob du den Artikel kennst und was du davon hältst.
    Weil ich seh da bischen einen Widerspruch zwischen deiner Kritik daran, dass weiße Verbündete zu arg auf die Kacke hauen (mal flapsig gesagt) und der Kritik, dass sie zu sehr die Inhalte von dem, was PoC schreiben/sagen, übernehmen. Also ich glaube, je mehr du als Weiße auf die Kacke hauen willst, umso mehr solltest du PoC zuhören und dich auf sie beziehen, idealerweise auch persönliche Kontakte zu PoC haben, die dich dann zurückpfeifen, wenn du zu arg auf die Kacke haust. Also, ich würde dann eher eins zur Zeit kritisieren – das Klappe aufreissen oder der starke Bezug auf PoC. Das fiel mir auf, als mir dazu der Text von Accalmie einfiel. Ich hoffe, ich habe dich hier nicht mißverstanden?

    Ansonsten denk ich: Die Berliner Szene ist halt so gross, dass sie sich viel Spaltungsluxus erlauben kann. ;)

    Achso und ja, P.S: Finde ich toll, dass du auch so Glück mit deinem Workshop hattest wie ich!

    • Hey distel. Danke für die Antwort. Den Link finde ich inhaltlich richtig, aber er adressiert mein Problem nicht so richtig. Mir ging es bei dem oberlehrerhaften Verhalten von Weißen nicht nur um eine Überrepresentation von Weißen sondern auch sehr generell um eine destruktive Wirkung auf radikaldemokratische Räume, auf die natürlich insbesondere unterdrückte Gruppen angewiesen sind.
      Ich denke, dass sich viele Leute nicht genug Gedanken machen, dass man Argumentation nicht mit Mackerei, “auf die Kacke hauen” ersetzen kann und dass man damit oft autoritär ein nur temporäres Verstummen herbeiführt. Ich will dass die Leute ordentlich darüber nachdenken, wann es sinnvoll ist auf die Kacke zu hauen und klar haben dass man damit auch die Zerstörung von Auseinandersetzungsräumen riskiert. (das bezieht sich wiegesagt nicht nur auf Critical Whiteness sondern auf die gesamte linke Debattenkultur).
      Ich will damit nicht eine wütend wirkende Verteidigungshaltung von PoC’s delegitimieren. Wenn man spontan, permanent und innerhalb von Machtasymmetrien auf Rassismus reagieren muss, kann man machmal nicht anders handeln. Weiße Unterstützer_innen können aber jederzeit aus der konfliktgeladenen Zone austreten. Damit haben sie andere strategische Möglichkeiten, die sie auch nutzen sollten. Strategisch im Sinne einer radikaldemokratischen Vision, in der die Stimme von PoCs genauso wie die aller anderen gehört wird.
      Meiner Meinung ist auch nicht nur ein Führungswunsch für das autoritäre Verhalten von Weißen verantwortlich, sondern eine miese Verarbeitung der eigenen weißen Befindlichkeiten. Man versucht den Bösewicht weiterzureichen, indem man der nächsten Person, möglichst demütigend die selben Fehler um die Ohren knallt.
      Sicher können auch PoC’s einen darauf aufmerksam machen, “einen zurückpfeifen” (autsch, da ich ja hier gerade an Autoritarismus rumkrittele, finde ich die Begriffswahl, wie ein Hund oder Soldat zurückgepfiffen zu werden, ziemlich unangenehm). Die Genese der eigenen begrenzten Wahrnehmung zu verstehen, ist ja nicht damit zu beantworten, dass man sie der von PoC’s unterwirft (welchen denn auch, es gibt ja sich widersprechende), sondern dass man ihre Grenzen u.a. mit der Hilfe von PoCs verschiebt. Deinen Vorschlag “auf die Kacke hauen” mit Verlinkungen auf PoCs zu verbinden, könnte man böswillig so beschreiben, dass man sich als Teil einer randalierenden, einschüchternden Masse begreift, deren einziges Ziel es ist, PoC-Stimmen zu Wirkmacht zu verhelfen. Mit Verlinkungen von PoC-Beträgen kann man Unterrepäsentation schön aufbrechen, aber was das mit “auf die Kacke hauen” zu tun hat, seh ich nicht.
      Und die Größe der Berliner Linken…groß im relativ zum traurigen Rest von Deutschland. Angesichts Deutschlands neoliberalem Kahschlag in Euroland wohl offenbar nicht groß genug, oder man hat sich ein paar alberne Spaltungen zu viel geleistet, bzw. potentielle Mitstreiter_innen durch unangenehme Debattenkulturen davongejagt. :-/

      • Grad nicht so viel Zeit, aber doch kurz: “auf die Kacke hauen” und nebenher ein paar PoC Texte zu verlinken, war eigentlich nie mein Vorschlag gewesen. Ich schrieb: “zuhören, auf die Betroffenen beziehen und persönliche Kontakte”. Ein paar Links setzen, um mir was weiß ich zu legitmieren, das kann es nicht sein – irgendwer im Netz wird immer ein “Feigenblatt” für mich sein können, also das sagen, was mir passt.

  14. Was sind Allies? Google hilft leider nicht weiter. (Suchbegriffe:Was sind Allies, Definition Allie, Allies, Ally). Ich meine die Frage ernst, habe schon oft erlebt, als Troll bezeichnet zu werden, wenn ich “dumme” Fragen stelle oder aufs Internet verwiesen, dass aber oft nicht weiter hilft. Ein anderes Beispielt ist das Kürzel für Frauen, Lesben, Trans (LFT), schau mal was Google ausspuckt http://www.google.de/search?client=ubuntu&channel=fs&q=lft&ie=utf-8&oe=utf-8&redir_esc=&ei=LRGMUNjjJdL14QS0loHABw Ihr sprecht über Critical Whiteness, das ist schön, ihr schließt aber durch eure InsiderInnensprache Menschen aus, die nicht über euren Bildungshintergrund oder Basiswissen verfügen. Ich finde das wirklich traurig, insbesondere, wenn auf Nachfragen genervtes Augenrollen folgt, der Hinweis aufs Internet, was auch nicht immer weiter hilft, siehe LFT oder auch PoC (Suchwörter: PoC, was sind PoC, Definition Poc). Es ist wirklich nervig, einen Text zu lesen und gefühlt jedes 5. Wort erst nachschlagen zu müssen. Sicher, wer es wissen will, so wie ich, der sucht nach Antworten, schöner und einfacher wäre es, eine einfachere Sprache zu benutzen. Mich kann etwas marginal berühren oder am Rande, was das gleiche ist. Marginal klingt ohne Frage gebildeter, am Rande dürfte aber JedeR verstehen. Durch eure Sprache schließt ihr sog. Bildungsferne Schichten aus, die euch vielleicht nicht folgen können. Der Ausschluss durch eine sehr von Fremdwörtern und Kürzeln geprägte Sprache ist aber nur die eine Seite. Die andere ist die unglaubliche Arroganz mit der auf Fragen reagiert wird. Ich frage nicht, bevor ich im Internet gesucht habe, es nervt aber wirklich, wenn ich im Internet keine Antwort auf Fragen finde und für jede Frage die ich an Menschen stelle, egal ob im persönlichen Gespräch oder im Netz, muss ich befürchten, mir wird wieder das Gefühl vermittelt dumm und nervig zu sein. Hier bitte nicht wiedersprechen, so kommt es bei mir an und hier Derailing zu betreiben ist, wie PoC über Diskrimierung belehren zu wollen. Feminismus und Antirassismus sollen und dürfen keine Exklusivveranstaltungen des BildungsbürgerInnentums sein. So was nennt sich dann übrigens Klassismus. Klassismus ist auch Diskriminierung. Was euch im Elternhaus mitgegeben wurde, müssen sich andere erst mühsam erarbeiten.Hier wäre auch Selbstkritik angebracht. Auch.

    • Hi Berndl, ich bin nicht “ihr” (Das sage ich jetzt gefühlt jeder 2. Person, die hier kommentiert) und ich habe noch nie in meinem Leben auf eine Frage von dir genervt aufs Internet verwiesen. (Es sei denn, du hattest damals einen anderen Nicknamen”). Aber es freut mich, dass du in meinem Blog wenigstens ein Ventil gefunden hast, um deinen Frust abzureagieren.

      Allies ist die Mehrzahl von Ally und heisst “Verbündete”. In meinem Text verwende ich übrigens das Wort “Verbündete” und weder “Allies” noch “Ally” kommt in dem Text vor. In den Kommentaren habe ich das Wort allerdings benutzt. Ich habe in meinem Artikel einen Link gesetzt zu dem Blog “The Angry Black Woman” der zu einem Artikel führt “The Do’s and Dont’s of being a good Ally” aber mir ist auch klar dass nicht jede_r Englisch kann oder die Zeit hat alle verlinkten Artikel zu lesen. Aber falls du englisch kannst, hätte sich dir das aus dem verlinkten Artikel erschlossen, was Allies sind.

      LFT kenn ich auch nicht, ich kenn das nur als FLT oder als FLTI mit oder ohne Sternchen, und hab das vor wenigen Wochen auch erst neu gelernt was das ist. Das hat sich mir aber aus dem Zusammenhang ergeben, was es ist. Ist auch nix akademisches, das ist eher eine Szenebezeichnung. (Kommt hier aber, ausser in deinem Kommentar, nirgends vor).

      Dass ich PoC nicht erst erklärt habe, sehe ich jetzt auch und das tut mir leid. Es heisst “People of Color” und es gibt kein deutsches Wort dafür. Es bedeutet: Leute, die nicht “weiß” sind, die von Rassismus betroffen sind.

      “marginal” kommt übrigens auch, ausser in deinem Kommentar, hier nirgends vor.

      Ich nehme deinen Kommentar als Anregung und achte in Zukunft mehr darauf, Szene-Abkürzungen zu erklären und Fremdwörter zu vermeiden, wenn mir das möglich ist. Obwohl ich gar nicht diejenige bin, an die die meiste Kritik geht, finde ich es besser, dass du sie geschrieben hast, als wenn du einfach gar nichts geschrieben hättest. Ich wünsche dir und uns, dass zukünftig Texte so einfach wie möglich geschrieben werden und so ein Frust immer weniger entstehen muss.

  15. Danke Distelfliege! Es war nicht meine Absicht Frust abzulassen und mit IHR meine ich alle jene, die sich an den Diskussionen auf Deinem und anderen Blogs beteiligen. Es sehr schwer Texte zu erschließen, wenn sehr viele Worte unbekannt sind und sich auch nicht so ohne weiteres im Netz finden lassen, z. B. eben auch marginal, was hier nicht vorkam, ich wollte es nur mal als Beispiel nennen, wobei dieses Wort problemlos auffindbar ist. Nein, ich habe mich noch nie auf Deinem Blog zu Wort gemeldet, aber auf anderen oder in persönlichen Gesprächen und fühlte mich immer sehr schnell abgewertet, mitleidig belächelt oder eben als nervig, weil ich Fragen stelle, deren Antworten zu Wissen vorausgesetzt werden und führt schnell dazu, sich zurückzuziehen und als minderwertig und dumm zu fühlen. Dass fließendes Englisch vorausgesetzt wird, finde ich auch immer wieder erstaunlich. Das scheint in der gebildeteten Mittelschicht als normal angesehen zu werden, für mich ist es nicht normal. Ich würde mich sehr freuen, wenn die Diskussionen hier und anderswo etwas weniger abgehoben und akademisch geführt werden, so dass alle, die Interesse am Thema haben, ihnen folgen können.

    • Lustigerweise fand ich, die meisten akademischen Wörter kamen in dem Versuch einer Diskussion mit Clara vor. Und das war auch die Diskussion, die total schief gegangen ist. Wir redeten total aneinander vorbei. Oder sie wollte mich nicht verstehen.
      Habe ich dich jetzt richtig verstanden, dass es vor allem die unerklärten Abkürzungen waren, die das Lesen hier erschweren? Oder gab es noch andere Punkte? Zu lange Schwafelsätze? Zu viele Fremdwörter? Weil mir kommt mein Text ziemlich unakademisch vor. (Betriebsblindheit, schätze ich einfach). Ich war damals, als ich an der Uni war, auch öfter die Belächelte, weil ich mich oft nicht in akademischem Geschwafel ausdrücken wollte. Und weil ich mich auch ab und an über die künstliche Kompliziertheit von Texten beschwert habe.

  16. Es ist das Zusammentreffen von *zu vielen* Abkürzungen, Fremdwörtern, zu viel Englisch. Bei einzeln auftauchenden Fremdwörtern oder englischen Wörtern ist es problemlos möglich, die Bedeutung des Wortes aus dem Zusammenhang zu erkennen, aber so was wie unten, gerade gefunden, da verzweifele ich dann wirklich.
    ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
    “WOC and “ally for POC”
    white, western, heterosexual, basically-christian able-bodied male
    WLT* LGBT*
    als frauisiert gelesene person”

    “Wir suchen jemensch, die_der sich nicht cis-männlich positioniert, … die_der Positionen-aware ist und bei der_dem marginalisierte/unpriviligierte Perspektiven vorrangigen Raum bekommen.”
    ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

    Ich kann mir noch vorstellen, was frauisiert ist, ich denke mal weiblich sozialisiert. Aber was frauisiert gelesen sein soll, da ist in meinem Kopf nur Leere.

    Quelle: Kommentar in der TAZ http://www.taz.de/!103104/ (Sprache und Feminismus- Die Angst vor dem Einfachen)

    • Ich mein jetzt wirklich mich und meinen Text. Ich will ja meinen Stil verbessern. Was “frauisiert” ist und wieso das da steht, weiß ich auch nicht.
      Also, wenn du Kritik an der Art und Weise hast, wie jetzt ich diesen Text da oben geschrieben habe, bitte gerne her damit. Allgemein irgendwer irgendwo = nicht mein Bier. Hab ich keinen Einfluss drauf. Also, ist das bei meinem Text der Fall, dass zuviele Abkürzungen, zuviel Englisch und zuviel Fremdwörter sind? Oder geht’s grade noch so?
      Wäre da wirklich dankbar für Feedback! Weil ich versteh zwar was du meinst, aber ich hab jetzt noch kein Gefühl dafür, ob ich das Maß überschritten habe oder nicht. Ich entschuldige mich vorweg für meine begriffsstutzigkeit, ich meine die Frage auch ernst.

  17. Habe gerade wieder einen Kommentar von jemandem unveröffentlicht in den Mülleimer geschoben, der den Text nicht gelesen hat.
    Ja! Vor dem Kommentieren habt ihr den Text zu lesen!

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