ganz kurz mal.. zum Klassismus und der Diskussion grade.

Ich versteh nicht, wieso die Leute, die seit neulich (nachgereicht: Taschenrechner im Kopf hat Links zusammengetragen) wieder Klassismus ansprechen und ihre Geschichten dazu teilen, Kritik kriegen, dass sie die kapitalistische Struktur unangetastet ließen mit ihrem Thema “Ausgegrenzt werden”.

Analog dazu hab ich das noch nicht erlebt, dass PoC, die sich über die rassistische Behandlung durch Weiße beschweren, Kritik kriegen, sie wären zu wenig in der Antiglobalisierungsbewegung und für Kleinbäuer_innenrechte im globalen Süden tätig (weil: Globale Konzernherrschaft mit Freihandelsabkommen und Pipapo und Schuldenfalle für “arme” Länder als Fortsetzung des Kolonialismus). Und Frauen, die sich über sexistische Behandlung beschweren, wird doch auch nicht vorgeworfen, sie übten zu wenig Kritik an der Kleinfamilienstrukur und dem Zuweisen des Reproduktionsbereich an Menschen weiblichen Geschlechts.

Versteh ich jetzt grad nicht. Was daran so schwer sein soll, sich son bischen Klassismus-Thematiken anzuhören ohne gleich “Kapitalismus abschaffen” zu fordern. Nicht daß die Forderung schlecht wär, nee, ist doch toll – aber das an die Menschen rantragen die gerade offensichtlich ein anderes Thema haben? Warum?

Ich bin da übrigens nicht ganz so offen, wie die Frageform erscheint, mich ärgert das schon. Merkt man auch, ne? ;-) Ich versuch aber, falls es mir wer erklären möchte (bitte ohne “Lies mal Marx”) meinen offenen Geist in mich hineinzurufen.

15 thoughts on “ganz kurz mal.. zum Klassismus und der Diskussion grade.

  1. “Analog dazu hab ich das noch nicht erlebt, dass PoC, die sich über die rassistische Behandlung durch Weiße beschweren, Kritik kriegen, sie wären zu wenig in der Antiglobalisierungsbewegung und für Kleinbäuer_innenrechte im globalen Süden tätig (weil: Globale Konzernherrschaft mit Freihandelsabkommen und Pipapo und Schuldenfalle für “arme” Länder als Fortsetzung des Kolonialismus). Und Frauen, die sich über sexistische Behandlung beschweren, wird doch auch nicht vorgeworfen, sie übten zu wenig Kritik an der Kleinfamilienstrukur und dem Zuweisen des Reproduktionsbereich an Menschen weiblichen Geschlechts.”

    Das stimmt so nicht so wirklich. Queer Theory (in Bezug auf GLTBQ-Politik) und viele Gendertheoretiker_innen kritisieren sehr wohl identitätsbasierte Ansätze und das schon seit Jahren. Nicht immer als Vorwurf formuliert, sondern gelegentlich auch als solidarische Kritik, aber zu behaupten das passiere nur in Bezug auf Klassismus macht da ziemlich viel unsichtbar. Auch unter PoC-/Antira-Aktivist_innen gibt es massive Diskussionen um identitätspolitische Ansätze und die Problematiken, die Empowerment-Politik ohne grundsätzliche Kritik an jeder Form von Race-Konzepten mit sich bringen kann.

    Beispiel aus queeren Kontexten ist die Diskussion um Sookees “Pro-Homo-Video, in der es stellenweise um ähnliche Fragen wie in der aktuellen Debatte geht: http://brennessel.blogsport.de/2011/05/20/pro-homo/
    Judith Butlers “Gender Trouble” könnte man auch als solche Kritik am Feminismus der Achziger Jahre lesen und im Rahmen der Diskussionen um das No-Border-Camp gab es durchaus solche Vorwürfe an PoC-Aktivistinnen.

    Womit ich nicht sagen will, dass es aktuell gelungen ist, solche Kritik solidarisch/konstruktiv anzubringen oder dass das in den Beispielen immer passiert wäre… – ich fand nur die Auslassung solcher Diskussionen aus anderen Bereichen nicht ok, weil es wieder marginalisierte Leute als einen total homogenen Block mit gleichen Meinungen etc darstellt….

    • Danke für die Hinweise!
      Ich hab tatsächlich die “Identitätspolitik” Diskussion gar nicht hiermit in Zusammenhang gebracht. Aber stimmt ja, das spielt da ja überall ne Rolle!
      Wenn ich das richtig verstehe, dann ist diese ganze Pro-Contra “Identitätspolitik” Debatte immer an dem Punkt aufgehangen, ob es reicht, einfach diese Identität-EMpowerment-Politik zu machen oder ob man die Gesellschaft systematischer ändern müsste. Und klar reicht das nicht, und klar steckt der Fehler im System, aber ich denke, es ist auch total schwer, solche Kritik solidarisch-konstruktiv, wie du so schön sagst, anzubringen.

      Ich finde z.b. Empowerment sehr wichtig, und es ist einfach nur ein Teil oder eine Phase eines politischen Kampfs. Und wenn man Leuten in dieser Phase sagt, es sei scheisse, dass sie noch kein Konzept für die endgültigen Ziele oder die Bekämpfung von Strukturen der -Ismen haben (wie Festung Europa, Hetennormative Kleinfamilie usw.) dann finde ich, sollte schon mehr als Aufhänger her, als nur, dass man sieht, dass sich Leute versuchen zu empowern.

      Und das Problem ist ja auch, dass dieser systematische Politische Kampf schon stattfindet, aber dass der schon läuft, bevor sich z.b. einzelne Gruppen darin repräsentiert sehen. Also wie ein Zug, der schon fährt, während Leute vergessen wurden und noch am Bahnhof stehen. Und wenn die sich dann erstmal beschweren, sich vernetzen und einen eigenen Zug planen oder überlegen, wie sie überhaupt an den Hauptzug Waggons anzuhängen – wenn dann vom Hauptzug aus geschimpft wird, dass sie noch nicht so schnell unterwegs sind und sich mit “Identitätspolitik” aufhalten, hmjaaa – das find ich schon an sich, also strukturell unsolidarisch.

      Klar, und dann sind auch immer die Leute mit an Bord im Zug, die diese “Vorarbeit/Empowerment” als weniger wichtig erstmal hinten an stellen, weil sie erstmal existentiell anders bedroht sind oder andere gute Gründe haben, ihre Differenzen zum Mainstream erstmal hinten an zu stellen.

      Was ich aber bei dieser Diskussion im AntiRa Bereich mitgenommen habe, war was anderes. Dort habe ich das nicht so wahrgenommen, dass AktivistInnen die z.b. Critical Whiteness Ansätze haben, gesagt wird “ihr wollt ja gar nix gegen die Festung Europa und Frontex und die Globalisierung tun”. Ich hab das so verstanden, dass ihnen gesagt wurde von anderen AKtivist_innen: “Wir haben wichtigeres zu tun als uns über Dreadlocks bei Weißen aufzuregen: Frontex und Globalisierung”.
      Wobei ich auch echt finde, dass das alles so künstliche Gräben sind, die gar nicht sein müssten. So wie ich oben schrieb – Kapitalismus abschaffen ist doch als Forderung gut. Ich raffe das entweder-oder nicht.

      Wenn diese Diskussionen unter Marginalisierten laufen, ist das für mich auch noch was Anderes, wie wenn diejenigen, die sagen, Empowerments und “Identitätspolitik” wäre unwichtig oder gar schädlich, in ner privilegierten Lage sind.

      Uah ich komm zu spät zum Rehasport!

  2. Hey Michi, nochmal.. Ich habe nochmal nachgedacht über Butler und Empowerment und Identitätspolitik. Ich habe Butler so erklärt bekommen, dass Gender Trouble eine Kritik, wenn schon an Identitätspolitik, dann an der Identitätspolitik der 80er Frauenbewegung war, aber wenn man diese Kritik gegen “Identitätspolitik” von Marginalisierten wendet, dann war das nicht so der Sinn der Sache. Gerade wegen dem Wegnehmen von Identität/Empowerment habe ich anfangs Butler und Dekonstruktion voll abgelehnt, bis mir jemand erklärt hat, dass diese Identität und das Empowerment aufgrund des weißen Hetera-Frau-Seins ganz viele anderen Weiblichkeiten unsichtbar macht. Da konnte ich auf einmal verstehen, wieso die Kritik wichtig ist, weil ich diese Anderen selber nicht bedacht und unsichtbar gemacht hatte.
    Wenn ich aber aus ner privilegierten Position komme und marginalisierten Positionen Empowerment ohne subversiven Effekt und “Identitätspolitik” vorwerfe, hm, das ist ja genau was nicht geht, weil da ein Machtgefälle ist und man kann deshalb die Kritik nicht einfach umdrehen. Daher hab ich tatsächlich ein Problem mit Kritik an “Identitätspolitik” von marginalisierten Gruppen von “aussen/oben”.

  3. Ich persönlich kann in der aktuellen Debatte aber gar nicht überall herauslesen, wer nun aus (in Bezug auf Klassismus) privilegierter Position spricht und wer nicht. Einige der Kritker_innen haben sich ja auch als definitiv nicht privilegiert positioniert und sind teilweise überhört worden oder wenn sie sich “zu verschwurbelt” ausgedrückt haben als Privilegienhasis einsortiert worden.
    Und wenn man die Möglichkeit, (solidarische!!!, ich mein jetzt nicht so ein “Nach der Revolution ist eh alles besser, also holt lieber eure Mistgabeln aus der Rumpelkammer und stürmt endlich die Bastille als hier identitär rumzukuscheln”-Rumgemackere) Kritik zu äußern ausschließlich an der Sprecher_innen-Position festmacht, ist man dann schon wieder mittendrin in der identitätspolitischen Erbsenzähler- und Auschlussfabrik. Und die geht in anderen Bewegungen (insb. z.B. der Homobewegung oder wie Du oben schon gesagt hast der weißen Frauenbewegung der Achtziger) primär auf Kosten der Leute, die auch innerhalb der Bewegung marginale Positionen einnehmen (in der Homobewegung waren das vor allem FLT*/Queers of Color, Leute mit wenig Geld etc). Und wenn da dann jemand schreit, bitte nicht immer wieder dieselben Fehler machen, finde ich das nicht immer unangebracht.
    Und Butlers Kritik an Identitätspolitiken geht meines Wissens schon etwas weiter als nur eine Abrechnung mit der achtziger Frauenbewegung zu sein. Sie schreibt da auch aus der Perspektive, das Scheitern von solcher Politik im Rahmen der Aidskrise in den USA miterlebt zu haben, wo dann von Identitätspolitiken mitproduzierte Ausschlüsse für Marginalisierte wortwörtlich lebensgefährlich wurden.

    • Hm, lass uns mal das nicht wieder auf “verschwurbelte Sprache” bringen, das Thema.

      Also, du kritisierst das Phänomen, dass Marginalisierte, die sich laut zu Wort melden, Identitätspolitik machen und man sie nur mit der richtigen Sprechposition kritisieren darf, (was, wie du berichtest, aber tatsächlich gar nicht so abläuft) und dann sagst du, dass das den Marginalisierten am meisten schadet, und das habe Butler gesagt.
      Und das ist für mich der Punkt, wo ich glaube, ich hab dich einfach komplett nicht verstanden.
      Ich bin jetzt ein bischen ratlos, wie ich ansetzen soll, also wo der Punkt ist, wo wir anfingen aneinander vorbeizureden, weil das scheint ja schon vorher der Fall gewesen zu sein. Ich kriege den Anschluss jetzt gar nicht mehr.
      Sorry.
      Vielleicht würde es mir helfen, wenn du mir die Geschichte von Butler und den gescheiterten Identitätspolitiken erklären könntest, wessen das waren, und inwiefern sie für wen genau lebensgefährlich wurden. Für Queers of Color, oder? Und wessen wie aussehende “Identitätspolitik” wurde denen gefährlich? Die der Mainstream-Schwulen-Lesben-Bewebung? oder der weiße bürgerliche Feminismus? Aber wieso wendest du das Beispiel dann an auf Marginalisierte, die “Identitätspolitik” machen? Das meinte ich doch grade, dass das von “unten nach oben” nicht genauso klappt, und ich hab das Gefühl du drehst das um, was eben genau nicht geht!

      Für mich ist in der Diskussion schon erkennbar, in welche Richtung die Beiträge gehen: Also ob sie diejenigen, die Klassismus als persönliche Sache thematisieren und sich gerade empowern wollen, unterstützen, oder ob sie diejenigen kritisieren oder etwas anderes machen wollen als bei dem “Zusammenfinden und sich erstmal empowern”. Das ist doch erkennbar, und ich kann das gut verstehen, dass die “Empowerment Fraktion” einen Hals kriegt, wenn in ihr Vorhaben reingegrätscht wird. Das dann “solidarische Kritik” zu nennen ist ja schön und gut, aber manchmal kann Kritik allein dadurch unsolidarisch werden, dass sie zum falschen Zeitpunkt kommt. Also, wenn sich jetzt nach und nach zaghaft und dann immer lauter in der Blogopshäre ein paar Leute melden, sich allen Mut zusammennehmen, sich äussern, dann ist vielleicht einfach mal die falsche Zeit, diesen “Aufbruch” gleich mit wie auch immer solidarischer Kritik wegzudämpfen. Kann den Leuten niemand verbieten, klar – aber dann erwarten, dass sich die “Empowerment Fraktion” drüber freut ist bischen viel verlangt!
      Ich finde mich in der Diskussion zurecht, indem ich den Inhalt und die Intention der Beiträge aufnehme, und nicht abchecke, wer sich jetzt wie positioniert hat. Und das ist imho auch der Grund, wieso jemand, der selber betroffen ist, von anderen Betroffenen nicht automatisch bejubelt wird, und wieso jemand, der_die nicht betroffen ist, geliked wird. Weil es nicht nach Sprechposition geht, sondern danach, wo sich Leute unterstützt fühlen und wo sie sich angegriffen fühlen.

  4. Und meine eigene Position in Punkto Schicht und/oder Klassenbackground ist mir z.B. völlig unklar, für mich hat die Debatte aber auch eine empowernde Funktion: Ich merke schon, dass einige Sachen, die ich immer für einen Zufall hielt oder für persönliches Pech oder einfach meinen Charakter, gar nicht so zufällig waren. Ich kann und will mich aber bewusst jetzt nicht irgendwo einsortieren, ich mag mir auch nicht anmaßen, Betroffene zu sein, weil einiges halt auch nicht so ist wie bei denen, deren Geschichten ich gelesen habe. Ich mag aber auch nicht so tun, als würde da nichts bei mir einen Widerhall erzeugen, was ich bei den Geschichten gelesen habe.
    Für mich ist das einfach total spannend und wichtig, dass diese “anderen Geschichten” erzählt werden. Und ich mag tatsächlich nicht darüber reden, wie und ob “Kritik daran” okay geht, und wie und ob total korrekt mit Kritik verfahren wurde oder wird – wenn es berechtigte Gründe zu Kritik gibt, dann will ich diese Kritik hören. Und “es ist nicht antikapitalistisch genug” ist zum jetzigen Zeitpunkt halt bullshit, finde ich.
    Und “es geht wieder mal nur um akadamische Sprache oder einfache Sprache” ist einfach auch bullshit, weil darum geht es nicht. Also wenn mir du oder irgendwer ein konkretes Beispiel für solidarische und konstruktive Kritik reinreichen würde, wäre ich gerade sehr dankbar. Und ich meine jetzt nicht irgendeine Kritik an irgendeinem Fehlverhalten eines Menschen (und es menschelt halt überall!) sondern eine gute, solidarisch-konstruktive Kritik an dem Versuch von einer Hand voll Betroffener, ihre persönlichen Geschichten hörbar zu machen, sich gegenseitig zu empowern und ein bischen die Linken aufzumischen, damit das, was sie ärgert, nicht mehr passiert. Dafür hätte ich gerne ein konkretes Beispiel.
    Denn ich steh echt auf Kritik an Aktionen, die ich unterstützenswert finde, z.b. fand ich One Billion Rising auch unterstützenswert genug um hinzugehen, fand aber auch die Kritik an One Billion Rising total berechtigt, super wichtig und fast wär ich deshalb auch nicht gegangen. Aber eine solche Kritik, die ich nachvollziehen kann, vermisse ich grad.

  5. Dafür noch mal ein Zitat, von Samia (von takeoverbeta.de), welches sie als Antwort auf die Robbe Rosa und ihren berühmten Text “wtf ist Klassismus” schrieb:
    “Klassismus in revolutionären Gruppen verhindert eine breitere Organisierung. Internalisierter Klassismus verhindert Klassenbewusstsein. Klassismus (innen wie außen) raubt Kraft, die man sonst in den Kampf oder auch in ein schönes Hobby stecken könnte. Und auch wenns dir eh am Arsch vorbeigeht, Klassismus tut weh.”
    Kann eigentlich nicht oft genug irgendwo stehen, das Zitat.
    Und hier der Link dazu: http://anarchorobben.blogsport.de/2013/03/12/wtf-ist-klassismus-2/#comment-1218

  6. Also, nach einmal drüber schlafen, gebe ich folgende Statements ab:
    – ich kann keine identitätspolitische Erbsenzählerei erkennen, jedenfalls nicht da, wo ich mitlas.
    – Mit “Identitätspolitik” an dieser Stelle anzukommen, geht auch total vorbei an dem was Butler wahrscheinlich wollte und ist imho Derailing, aus den Gründen, die ich hier schrieb.

  7. Hallo, ich habe eine Antwort auf diese Frage: “Vielleicht würde es mir helfen, wenn du mir die Geschichte von Butler und den gescheiterten Identitätspolitiken erklären könntest, wessen das waren, und inwiefern sie für wen genau lebensgefährlich wurden. Für Queers of Color, oder? Und wessen wie aussehende “Identitätspolitik” wurde denen gefährlich? Die der Mainstream-Schwulen-Lesben-Bewebung? oder der weiße bürgerliche Feminismus? Aber wieso wendest du das Beispiel dann an auf Marginalisierte, die “Identitätspolitik” machen? Das meinte ich doch grade, dass das von “unten nach oben” nicht genauso klappt, und ich hab das Gefühl du drehst das um, was eben genau nicht geht!”

    geschrieben (und noch nicht gepostet) – willst Du die noch lesen oder ist das für Dich auch Derailing? Und wenn ja, soll ich sie hier oder zu Deinem anderen Posting posten?

  8. Wenn du möchtest, dann kannst du die auch zu dem anderen Beitrag posten, da gehts ja um die Frage, was Identitätspolitik ist und ob es einen Unterschied macht, ob Marginalisierte “Identitätspolitik von Oben” kritisieren oder ob Privilegierte “Identitätspolitik von Unten” kritisieren.
    Ich dachte, ich hätte das klar gemacht, wieso das für mich wie Derailing aussieht. Ich picke mir nicht willkürlich raus “ach, das seh ich jetzt mal als Derailing an”, sondern ich überlege mir das ja schon. Wenn du die ganze Zeit was ganz anderes gemeint hast, als was ich verstanden habe, dann würde das mit deiner Antwort auf meine Frage mir vielleicht klar werden. Also: Ich bitte darum! Egal, ob hier oder beim anderen Posting – weil, wenn es jetzt sowieso um “Identitätspolitik” eh schon geht, mag ich das Gespräch auch nicht gewaltsam abwürgen. Auch wenn ich sage, dass ich das derailend fand.

    Das ist jetzt halt das wiederholte Mal, wo ich begrüssenswerte Kritik von marginalisierten Gruppen erlebe, diese spannend finde, und wo das Schlagwort “Identitätspolitik” fällt als Kritik an den Marginalisierten, wobei ich diese Kritik jedes Mal unfair finde und auch nicht, wie ich gestern rausfand, im “Sinne der Erfinder_innen” angewandt. Und gleichzeitig sind die Leute, die diese imho unfaire Kritik bringen, eigentlich schlau und meinen es ja gut und sind auch für Gerechtigkeit und Mitgefühl (so kommst du mir ja auch rüber), wie passt das zusammen?

  9. Also stellenweise haben wir wirklich aneinander vorbeigeredet, wohl auch, weil ich eigentlich zu der aktuellen Debatte gar keine klare Position habe und das nicht klar genug gesagt habe. Ich hatte ganz ursprünglich hier nur kommentiert, weil mich die Auslassung oben gestört hatte und wollte im letzten Posting zwar Kritik an Identitätspolitiken ganz grundsätzlich verteidigen, aber eben gar nicht so sehr in Bezug auf die aktuelle Debatte, da ich selber gar nicht finde, dass alle Klassismuskritikerinnen, die sich geäußert haben, identitätspolitisch argumentieren und ich manche Kritiken an ihnen auch total “ins Tagebuch gekackt”, unfair, unsolidarisch und arrogant fand.
    (und abgesehen davon den anderen mit der Identitätspolitikkritik verstrickten Teil der Debatte, – den um die unterschiedlichen Auffassungen davon, was nun “Klasse” ist, wer in welcher Lesart nun zu welcher Klasse gehört, und wie sehr sich wer nun an Marx orientiert und wer nicht und wozu das führt, – nur sehr bedingt verstanden habe, da ich mich mit den verschiedenen Marx-Lesarten nicht auskenne :O ).

    Den Rest im anderen Posting.

  10. Pingback: Wir Sind Klasse at rumbaumeln

  11. Pingback: Wir Sind Klasse | Regenbogenmaschine

  12. Pingback: Wir sind Klasse « CLASS MATTERS

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s