Ich bin nix für Ungut. (Coming-Out für Heten)

Dieser Text ist eine Momentaufnahme aus einem sich noch im Fluss befindenden Prozess. Der inzwischen weitergegangen ist. In diesem Text springe ich hin und her zwischen meiner Gender Identität, meiner Sexualität, meiner sexuellen Orientierung, queerer Verortung und dem sicher und gar nicht sicher sein, was eigentlich los ist. Eigentlich sollte der Text anfänglich zum Thema “queere Heten” sein und ich wollte darin klar kriegen, was will ich, was bin ich eigentlich als Hetera, die mit Heteronormativität, heteronormativen Beziehungen, heteronormativer Sexualität, und heteronormativen Geschlechterrollen sehr wenig und mit queeren Theorien, queeren Infragestellungen und queerem Leben von Uneindeutigkeiten und Ausprobieren von Alternativen sehr viel anfangen kann. Dann kam ich durch Podcasts, Gespräche, und Austausch auf Twitter dazu, mehr den Finger drauf legen zu können, was “mit mir ist”. Weil Selbstfindungsprozesse während man der Lohnarbeit nachgeht, aber schwierig sind, wird dieser Text immer älter und älter, während ich mit Schlafnachholen, Haushalt und liegengebliebenen To Do’s beschäftigt bin – also mach ich mal einen Anlauf, ihn vielleicht doch in seiner Unfertigkeit und Nicht-Einfachheit raus zu hauen.

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Ende der 90er Jahre saß ich mit einer lesbischen Mitstudentin lässig auf einem Bordstein in Berlin und wir redeten davon, dass wir es toll finden, braungebrannt und muskulös zu sein. Vor allem muskulös.

Seit ich von zuhause ausgezogen bin, habe ich den Anspruch gehabt, mein Fahrrad selbst reparieren zu können. (Mein Tip: Werft das “Einfälle statt Abfälle – Fahrrad reparieren” – Heft weg! Werft! Es! Weit! Weg!!) Auch wenn ich nicht so weit gekommen bin: Ich führe Fahrradwerkzeug mit und habe kettenölverschmierte Hände. In Fahrradgeschäften wirke ich, als könne ich mir selber helfen – was offenbar mit einer maskulinen Genderperformance einhergeht. Ich bin die Person, der die Mechaniker_innen sagen, wo der Kompressor steht und der freundlich das Werkzeug in die Hand gedrückt wird. Wenn es doch mal vorkam (in einer Zeit, als ich femininer aussah) dass mir nichts zugetraut wurde und mir mein Fahrrad helfend und nett gemeint aus der Hand genommen worden ist, stieg in mir immer große Wut auf.

Ich bin nah am Wasser gebaut und mir kommen sehr schnell die Tränen – was etwas ist, das ich ganz ganz schwer akzeptieren und lieben kann. (Es bleibt mir eh nix anderes übrig.) Ich fühle mich davon immer zurückgeworfen auf einen Platz, wo ich schwach und hilfsbedürftig wirke, etwas, was ich nicht bin und nicht sein will. Ich weine möglichst “wie ein Mann” – so mit runterlaufenden Tränen, aber ansonsten voller Ignoremodus – bitte mit ja keinem Zittern in der Stimme.

<– Insert irgendein beliebiges Kindheits-Tomboy Narrativ here –>

Mein ganzes Leben lang fühlte ich mich von heterosexuellen femininen Rollenvorstellungen nicht nur eingeschränkt, sondern auch als Mensch abgewertet. Hübsch sein. Gefallen wollen und gefällig sein. Beschützt werden wollen. Kinder haben wollen. Einen Mann glücklich machen. Gut im Bett sein. Schmerzende Schuhe und unpraktische Kleidung, Haltung bewahren, nicht zu viel essen, nicht zu laut lachen, die biologische Uhr ticken hören.  Horror.

Es ist aber nicht nur der Wunsch, dem Sexismus durch Verweigern der weiblichen Rollenklischees ein Schnippchen zu schlagen. Zumal das eh nicht klappt. Als maskuline Frau erlebe ich andere Dinge als früher, als ich zumindest eindeutig als Frau gelesen wurde, aber ich erlebe längst kein männliches Privileg. Zwar wird mir nicht ins Mäntelchen geholfen (oder eine andere mir entmündigend erscheindene Behandlung), aber es wird mir dafür ganz oft irgendein Erlebnis oder eine Agenda  unterstellt, die zu meiner Entscheidung, nicht feminin zu sein, geführt haben muss/was ich damit erreichen möchte. Oder es wird mir eine Meinung, eine sexuelle Orientierung oder Geschlechtsidentität unterstellt und das Ganze dann mehr oder weniger mit Toleranz behandelt.

Demnach ist es für mich so, dass maskulin sein/androgyn sein keinen Ausstieg aus dem sexistischen System ermöglicht. Es erlebt sich dann nur anders. Ich würde auch nicht sagen, dass das der Grund ist, wieso ich mich auf eine bestimmte Art und Weise ausdrücke (oder Gender performe). Ich bin nicht eine maskuline Frau, weil ich dann weniger Sexismus erlebe. Ich drücke mich so aus, weil ich mich selbst dann als zu mir selbst passend/stimmig/echt empfinde, wenn ich androgyn wirke. Ich mag Androgynität sehr. Ich finde maskuline Frauen* und feminine/queermaskuline Männer* sowie alle möglichen maskulinen Trans*menschen attraktiv und schön. Und ich empfinde mich selber als richtig und schön, wenn ich androgyn bin. Vielleicht würde ich sagen, ich fühle mich von queeren Maskulinitäten angezogen und ich identifiziere mich als eine Person, die gut mit queerer Maskulinität resoniert. Das und andere Dinge, die ich, weil ich nicht Single bin, nicht berechtigt bin, öffentlich zu diskutieren, würden mich lose ins Girlfag-Spektrum plazieren. (Link: Uli Meyer – “Almost Homosexual” – Schwule Frauen/ Schwule Transgender (GirlFags/Trans*Fags))

Ich identifiziere mich aber nicht als Agender/Genderqueer/Androgyn/Non-Binary. Ich identifiziere mich als Frau*.

In dem Text Why I’m still a Butch Lesbian  schreibt Lea DeLaria:

Not only do I dislike feeling pretty and prefer arguing to nurturing, I don’t even particularly like eating chocolate. Popular culture, and women themselves, often imply that I lack many of the most essential qualities of womanhood.

“die gesellschaftliche Kultur, auch Frauen selbst, geben mir oft zu verstehen, dass mir viele der grundlegendsten Qualitäten von Weiblichkeit fehlen”. This: Es ist nicht mein Problem, wenn ihr mich als Mann/männlich lest. Ich hab damit kein Problem. Ich habe aber auch kein Problem damit, mich als Frau zu identifizieren.

In our culture, the impulse to distance oneself from negatives associated with women and femininity is endemic. When we insult men, we do it by comparing them to women. When we compare women to men, we’re generally praising them. In fact, I’ve probably known more straight, cis-gendered women who’ve bragged about how they’re “one of the guys” than I’ve known lesbians.

Übersetzung: “In unserer Kultur ist der Impuls endemisch, sich von dem Negativen zu distanzieren, dass mit Frauen* und Feminität verbunden wird. Wenn wir Männer* beleidigen, geschieht das, indem wir sie mit Frauen* vergleichen. Wenn wir Frauen mit Männern vergleichen, dann üblicherweise um ihnen Anerkennung zu zollen. Tatsächlich habe ich wohl mehr heterosexuelle Cis-Frauen* getroffen, die damit angaben, “wie die Kerle” zu sein, als ich Lesben getroffen habe.”

Aus diesen Gründen bemühe ich mich aktiv darum, andere Frauen* und Feminität – auch wenn ich selbst einen anderen Genderausdruck habe als traditionelle Feminität – zu respektieren und mich eben nicht von ihnen abzugrenzen. Ja, ich habe das früher getan. Denn ich erleb(t)e Feminität als etwas, was mir ständig gegen meinen Willen aufgenötigt wurde, etwas, was mir alternativlos als Vorbild präsentiert wurde, etwas, das ich eben nicht bin und das mich eben nicht repräsentiert. Das war schmerzhaft und dagegen habe ich mich abgegrenzt, abgelehnt, rumgetrotzt – als es aktuell war.

Inzwischen bin ich 40 Jahre alt geworden, und spätestens in weiteren 10-15 Jahren wird mein Umfeld seine restlichen Erwartungen, dass ich noch einen Brutinstinkt entwickle, aufgeben müssen. Möglicherweise krieg ich das Unfruchtbarsein noch dieses Jahr schwarz auf weiß. Ich lebe langzeitmonogam mit einem Mann zusammen (nächstes Jahr 20 Jahre) und dadurch, daß meine Heterobeziehung länger hält als die meisten Heterobeziehungen, die ich kenne, führen sich Ratschläge, wie der Mann zu “halten” sei und dass ich so schliesslich keine Beziehung führen könnte, auch langsam selbst ad absurdum. Da hab ich also auch so langsam meine Ruhe.

Ich will solidarisch sein mit femininen Frauen*, ich will aktiv Feminität respektieren und aufwerten. Ich muss nicht mehr dagegen aufbegehren und kann inzwischen sehen, dass nicht Feminitäten es sind, die unterdrückend wirken, sondern nur deren Durchprügeln als Norm für Alle.

In queeren und/oder lesbischen Kulturen findet inzwischen ein sehr wünschenswertes Femme-Empowerment statt. Das macht im Kontext von Femme-Feindlichkeit und subkulturellen Normen, die maskulinere Weiblichkeiten als etwas normaleres setzen, auch viel Sinn. Aber auch bei heterosexuellen Feministinnen* ist es längst nicht so, dass es eine Latzhosen-Norm gäbe, und Feminität ist viel öfter anzutreffen, und wird auch, jedenfalls meiner Wahrnehmung nach, nicht mehr fälschlich als Symbol von Unterdrückung abgelehnt. Ich begrüsse das alles sehr!

Daran merke ich aber auch, dass mein Wunsch, Androgyn zu sein, eigentlich nichts mit dem Wunsch, der Abwertung zu entkommen, zu tun hat. Feminität bei Frauen* ist für mich nach wie vor einfach nichts, was mich anzieht, was mich sehr interessiert und was ich an mir selber haben möchte. Also auch jetzt nicht, wo es Empowerment und positive Beispiele für feminines Frau* sein in meinem Umfeld gibt. (Ich mag mal der Einfachheit halber female-to-femme aussen vor lassen, weil ich darüber auch noch zu wenig weiß, sorry).

Und was mich nachdenklich macht und auch stört: Es gibt nicht wirklich eine empowerende Selbstbezeichnung für Heteras, deren Genderperformance von der weiblichen heterosexuellen Norm dermassen abweicht. Dieses “endlich einen Namen haben für das, was eins die ganze Zeit erlebt” kenne ich in dieser Hinsicht nicht. (Nicht mehr; siehe das PS am Ende des Textes) Am ehesten fand ich mich in feministischen Vorbildern, und da wirklich in dieser “Latzhosen-Emanze” wieder. Aber die – es gibt sie inzwischen anscheinend gar nicht mehr. Vielleicht gab es sie gar nie, vielleicht war das immer ein Klischeebild, was als Abschreckung für “normale Frauen*” von den Medien geschaffen wurde. Fällt aus.

Es gibt auch Probleme damit, dieses Abweichen einfach unter dem Queer-Begriff mitlaufen zu lassen – obwohl es sicherlich laut einigen Definitionen völlig legitim wäre. Trotzdem ist für viele “queer” eben mit “nicht Hetero sein” verbunden, und wenn Queer für Heten überhaupt  geöffnet wird, dann lediglich für Heten, deren sexuelles Begehren oder deren Sexualität von der Norm abweicht (BDSM, Polyamorie, usw.) und nicht für Heten, die eine monogame Vanillesexualität leben. (Bei Licht betrachtet ist meine Sexualität nicht typisch heterosexuell, ich dachte immer, jegliche Sexualität zwischen Frauen* und Männern* sei zwangsläufig heterosexuell, und dachte halt, ich/wir hätten da halt “unser privates heterosexuelles Ding” gefunden – aber in dieser Ausgabe der Queerulantin über Girlfags und Guydykes (PDF Link) sprechen schwule Frauen z.B. davon, wie sie nicht heterosexuell begehrt werden wollen und nicht “als Frau” Sex haben wollen. Und da klingelt es ganz gewaltig bei mir.)

Also ja: ich bin halt die Hete. Punkt. Scheiss drauf, dass ich und mein Freund auf der Strasse für zwei schwule Männer gehalten werden. Egal, ob ich mich in der gängigen Definition von Cisgender nicht repräsentiert sehe, genauso wenig in der von Trans* oder Genderqueer. Dass ich mehrmals die Woche nicht als das Geschlecht gelesen werde, als das ich mich identifiziere.  Weil ich mich weigere, mich so zu geben, wie es die Gesellschaft Frauen* zugesteht. Wenn ich mit anderen Heteras rede und ich gefragt werde, wie wir verhüten, und ich ich überlege, nicht zu sagen, dass wir nicht verhüten, weil wir nichts praktizieren, was Verhütung erforderlich macht.

In meinem Lehrbetrieb nannte mich jemand – obwohl ich damals lange Haare trug – immer “Franz”, und ein anderer Kollege kommentierte quartalsmässig “She’s like men”, in meinem Meisterkurs tauschten die anderen Anwärter, während ich daneben saß, ihre Youporn-Links aus,  weil sie vergaßen, dass sie nicht in einer Männerrunde waren, und ich fühlte mich bei alledem zwar ein bischen befremdet, aber irgendwie auch stimmig.

Im Frühling/Sommer 2014 habe ich mich in meinem queeren Freundeskreis darüber mehrmals ausgetauscht, ob und wie es eigentlich einen Platz gibt für Menschen wie mich in der queeren Szene, ohne dass ich “nur Gasthete” bin. (Nicht, dass es damit ein Problem gäbe, wenn ich “nur Gasthete” wäre! Dazu später noch was.) Wir haben über unsere Annahmen und die Annahmen anderer geredet, z.B. weil einige auch Bi sind und mit Mann und Kindern in einer Kleinfamilie leben und deshalb inzwischen als “typische Hete” gelesen werden. Da ging es darum, wo eins hingehören kann und welche Vorurteile es in der queeren Szene so gibt. Diese Gespräche waren alle sehr gut, fand ich. Leider ergaben sie für mich immer erst mal so ein: “Ja, die anderen hatten immerhin schon mal homosexuelle Beziehungen und/oder sind wenigstens Poly. Du bist  eine untypische Hete, aber untypisch sind viele Menschen irgendwie. Du bist unterm Strich eine Hete.”

Nicht falsch verstehen: Ich steh gern dazu Hete zu sein. Ich steh auch dazu, Cis zu sein. Warum sollte ich meine diesbezüglichen Privilegien, die ich ja habe, verleugnen wollen? Bin für Awareness echt zu haben. Es ist nun mal Fakt, dass ich mit meiner Hetenbeziehung in normative Bilder passe, dass ich mich nicht überall erklären muss… Privilegien, ganz klar. Aber da sind diese Erfahrungen, da ist diese Orientierung, da ist dieses Selbstbild. Ich hätte halt einfach gerne einen Austausch dazu mit Menschen, denen es ähnlich geht.

Als ich dann vor kurzem mal öffentlich anfing, über queere Heten, das nirgends-reinpassen, und die Suche nach Begriffen twitterte, erlebte ich viel berechtigte Ängste, dass Heten sich Queerness und Selbstbezeichnungen von LGBT* aneignen könnten. Am Ende wurde über mich von einer Person in einigen Nonmentions hergezogen: als Diskriminierungsneiderin, Enthetungswünsche hegend und ich sei Trans*misogyn.

Meine Fresse, natürlich halte ich mich nicht für queer, weil ich mir die Haare kurz gemacht habe! Genau so wenig würde ich mich für eine Person of Color halten, weil meine Haut schnell bräunt und ich keine dt. Staatsbürgerschaft habe. OMG. oO

Ich halte mich für queer, weil ich gendermässig anders präsentiere als es das System von hetero-binär vorsieht, weil ich die Regeln dieses Systems nicht befolgen kann ohne mich die ganze Zeit zu verbiegen, weil meine Heterobeziehung und die darin stattfindende Sexualität fast komplett neu erarbeitet werden musste, weil ich mit den traditionellen heterosexuellen Gepflogenheiten nicht “kann”, weil das, was ich bei mir selbst in Punkto Gender/Sexualität vorfinde, als krank und behandlungsbedürftig galt oder noch gilt, (ich hab mich vor 20 Jahren dagegen entschieden, mich deshalb therapieren zu lassen), weil ich den Kram nicht erfinde um irgendwie besonders zu sein, sondern ich versuche meine Wege zu finden, in einem System das mir halt auch aufgezwungen wird, wie vielen anderen Menschen auch.

Ich muss nur eben Begriffe suchen für das, was ich bin/wie ich mich verorte. Und das ist schwierig.

Ich bin demisexuell, das ist eine Abstufung von Asexualität, die irgendwo zwischen Sexualität und Asexualität liegt. Es bedeutet, ich fühle mich zu Menschen hingezogen, zu denen vorher schon eine innige freundschaftliche Beziehung besteht. Neulich hatte ich mit einer Freundin* über heterosexuelle Männlichkeiten gechattet und dass hegemoniale Männlichkeitsnormen innige Freundschaften eigentlich ausschließen, und das einzige, was “erlaubt” ist, ist sowas wie eine sich ständig neu voneinander distanzierende Kumpanei. Alles Andere würde zu viel Nähe bedeuten. Als demisexuelle Person bedeutet das für mich, dass sich bei mir  Begehren, wenn schon, dann auf Männer* ausrichtet, die oft dadurch zu “Verrätern” an der herkömmlichen Männerrolle werden, dass sie Wärme und Nähe nach aussen zeigen, dass sie tiefer gehende Freundschaften eingehen und sich dafür auch nicht schämen. Die offen schwul sind und daher nicht die heterosexuelle Distanzkumpanei praktizieren müssen, oder heterosexuelle/bisexuelle Männer, die für schwul gehalten werden, genau weil sie an dem Punkt aus ihrer Rolle herausfallen.

Das ist ein Problem, weil ich schwule Männer* nicht nerven will, indem ich sie als Hete anschmachte, und ich verbrachte manche Freundschaften als Teenager damit, mir das bitteschön aktiv zu verkneifen. Und es ist dann wieder ein Glücksfall, denn es bringt mich mit “Genderrollen-Verrätern” zusammen, für die es weniger ein Skandal ist, wenn ausser diesem noch andere Rollenvorgaben unterlaufen werden.

Was mir als demisexueller Person eher fehlt, ist diese Begeisterung für Begehren und begehrt werden, ich finde z.B. manche schwule Subkulturen oft ziemlich sexualisiert, und das ist schon ein Faktor, wo ich denke: “Ich, Girlfag, never!” Mir geht ja manchmal schon das Ganze Begehren/Orientierungs/Sexualitäts-Gewichte in der Queerszene auf den Geist. Weil ich mit meinem Langzeitmonogamismus halt nicht mehr am Suchen bin. Es hat sich ausgesucht. (So die Göttin will. Ich kann die Zukunft natürlich nicht kennen.)

Bei Heterosexuellen, die sich mit queeren Themen noch gar nicht beschäftigt haben, ist es dann wieder so, wenn wir über Identifikation, Sexualität und Selbstfindung reden würden: Genausogut könnte ich mit Leuten von einem anderen Planeten reden. Ich mache es meistens gar nicht erst.

(…)

Hier könnte jetzt noch einiges stehen, aber ich mach hier mal einen Punkt und komme zum Ende, weil der ganze Text so unsortiert und unvollständig sein soll und darf, wie dieser ganze Nachdenk- und Orientierungsprozess ist und sein darf.

Ich will diesen Text trotzdem nicht schreiben ohne meine femininen (also hier, was gesellschaftlich als feminin zählt; irgendein Wort muss ich halt verwenden) Seiten hervorzukehren, weil ich es für maskuline/schwule Frauen* völlig okay finde, feminine Seiten zu haben. Genauso wie niemand darüber zu befinden hat, ob Grrrls/feminine Feministinnen oder Femmes Dinge mögen oder tun, die männlich konnotiert sind. So here goes: Ich stehe auf Körperpflegeprodukte (obwohl ich mich, ohne z.B. eine Gesichtsoperation oder Hautkrankheit überdecken zu wollen, nie schminken würde), mache gerne Asanas (körperliche Yoga-Übungen) was ja angeblich so ein Frauending sein soll, Handarbeiten, koche gerne, weine schnell, trage auch mal Röcke, habe einen weiblichen Habitus (wobei – hm… keine Ahnung??) und vieeeeeeeles mehr. Weil: Eine Androgynität/Maskulinität, bei der ich dieses ständig sich abgrenzende, ja kein bischen Sissyhafte, ja nicht feminine, einhalten muss, wäre für mich nämlich auch nichts wert. Ich bin nicht darauf aus, ein Mackerarschloch zu sein und dieses Konkurrenz/Schwanzvergleichsding ist mir viel zu anstrengend.

Also bin ich irgendwie, irgendwo auf dem Kontinuum schwule Frau*, maskuline halbqueere Hete, irgendwo so, verortet, oder halt auch nicht. Ich habe da noch viel nachzulesen und bin eigentlich ganz froh, diesen Text zu schreiben – weil ich mir nicht im Nachhinein alles so hinreden will, dass ich “besser reinpasse”. Ich will mir Worte aneignen, die bezeichnen was ich bin. Ich will nicht, dass Worte bestimmen sollen, womit ich konform zu gehen habe.

So, Bittschön. Das war mein Coming out als Nichts. Nichts für Ungut.

PS 1: Inzwischen ist es nicht mehr “Nichts”. Inzwischen klärt sich, dass ich mich eben irgendwo in die Richtung Girlfag/schwule Frau* verorten kann/werde/will. Als ich anfing mit dem Text, war das noch nicht so. Die Ereignisse, die sich dieses Jahr seit Wochen/Monaten entwickeln, überschlagen sich in dem Moment, wo ein Durchbruch zu Anderen stattfindet, die Ähnliches beschreiben wie ich das erlebe. Und dieser Moment war genau während der Entstehung des Textes. Ich lasse das “Nichts” noch stehen, aber es ist erkennbar, dass es veraltet und überholt ist.

PS 2: Zu „ALMOST HOMOSEXUAL“ – Schwule Frauen/ Schwule Transgender (GirlFags/Trans*Fags) von Uli Meyer – http://www.liminalis.de/artikel/Liminalis2007_meyer.pdf. Ich habe den in den Text schon reinverlinkt, aber erst nach Fertigstellung des meisten Textes hier gelesen. Ich möchte den Artikel sehr empfehlen, weil er super spannend ist und generell eine Menge über den ganzen Genderkram zu sagen hat.

DANKE an diejenigen, die den Text vorweg gelesen und Feedback dazu gegeben haben! <3 <3

48 thoughts on “Ich bin nix für Ungut. (Coming-Out für Heten)

  1. Wow! Danke für diesen Beitrag. Hab ihn sehr gerne gelesen und mich in vielem wieder gefunden. Ich bin auch noch auf der Suche nach “den Worten” oder “den Namen” für das was ich an mir selbst wahrnehme. Und es ist nicht so leicht obwohl es inzwischen ja schon sehr viele Schulbladen gibt.

  2. ich sehe, ich bin zu früh ausgestiegen aus meiner queeren Peergroup ;) Ich verstehe viele Wörter nicht exakt, aber das macht nichts. ich kann es mir ungefähr zusammenreimen. Mir ging es früher ganz ähnlich, nur habe ich, nachdem ich nun schon so ewig in einer Hetero-Beziehung lebe die “passt” aufgehört mir ne Schublade zu suchen. versteht dann eh wieder keiner und dann muss man die Schublade erklären. Bei Nachfragen belasse ich es bei” ich bin bi aber stehe auf treue und liebe meinen Mann”. Damit schließe ich mich zwar aus dem queeren Dunstkreis aus, aber den gibt es hier auf dem Land eh kaum, da ist es dann auch egal. Und die Dorf-Frauen hier, die geschminkten, gestylten, femininen die würden eh nicht verstehen was ich sage und weiter “die ist komisch” denken ;)

    Früher, als ich noch eine Schublade suchte, und ich will nicht ausschließen, dass ich das nicht später wieder tue, denn man weiß ja nie, gab es nur “schwul, lesbisch, bi und hete” und “Transvestiten”. Joa. alles andere war irgendwie untergruppiert. Heute ist das irgendwie komplizierter, und weiß gar nicht ob das wirklich so klug ist. Statt jeden Menschen so zu nehmen wie er oder sie ist einfach neue kleinere Schubladen bauen in die jeder reinpasst? Finde ich doof. Auf der anderen Seite interessiert es mich aber schon, wie sich die Menschen in meiner Umgebung verorten, und wenn man dann fragt und/oder vielleicht sogar genauer Fragt wird das von vielen wieder als übergriffig empfunden, oder sie wissen es selber noch nicht, und so ist es kompliziert jeden Menschen so zu nehmen wie er/sie/es ist wenn man nicht fragen darf wie er/sie/es ist.

    Alles in allem ein kompliziertes Thema finde ich ;)

    Liebe Grüße

    abraxa

  3. Vielen Danke für den Text, der mich sehr berührt hat. Ich kenne ähnliche Gedankengänge, obwohl mich das persönlich nur teilweise betrifft.

    Für mich liegt die Krux in der (fälschlichen) Verbindung von biologischem Geschlecht und Gender, also dem sozialen Konstrukt. Beides wird, so sehe ich das, gerade im deutschsprachigen queeren Raum sehr vermischt. (Biologisches) Geschlecht soll dekonstruiert und so zum Neutrum werden, damit es einhergehend kein Geschlecht (biologisch und soziales Konstrukt) mehr gibt. Ich frage mich nur, warum gerade das biologische Geschlecht dekonstruiert werden soll – denn eigentlich ist es naturgemäß ein Neutrum, welches erst Definitionen und Bedeutungen erfährt, wenn Menschen es mit einem sozialen Konstrukt vermischen. Wäre es also nicht besser daran zu arbeiten, das soziale Geschlecht zu dekonstruieren?
    Denn dann würde “Mann” und “Frau” nur die Beschaffenheit des Körpers ausdrücken, nicht aber, welche Rolle er im sozialen Konstrukt einnimmt. Jede Performance von Gender wäre dann legitim und würde nicht mehr automatisch mit dem Aussehen (also androgyn oder feminin oder agender) assoziiert werden.

    Ich frage mich oft, warum die queere Szene sich trotz diesem ganzen “Geschlecht ist egal” genau daran aufhängt. Denn wie du schon beschreibst, deine Lebensrealität von Hete und von Frau weichen sehr vom normativen Bild ab, was dich einerseits dann vom Mainstream und andererseits von der queeren Szene ausschließt. Ob es da hilft, neue Label zu erfinden, I don’t know.
    Vielleicht für den Moment, aber für mich jedenfalls löst es nicht das eigentliche Problem, das darin besteht, dass Frau-Sein (und dementsprechend auch Mann-Sein) bestimmten Rollen und Strukturen unterworfen ist und wenn ich die nicht erfüllen will_kann, dann hänge ich irgendwo außerhalb fest, werde von keiner Seite als Frau gelesen, weil Aussehen, weil Performance, weil dies und das. Irgendwie ist das halt auch nicht das Gelbe vom Ei. Hm.

    • Also, äh.. wird in der queeren Szene wirklich das biologische Geschlecht dekonstruiert und zum Neutrum gemacht? Das sehe ich jetzt so gar nicht. Auch dass das soziale Geschlecht nicht dekonstruiert wird, ist gar nicht so mein Eindruck.
      Ich denke, das ganze Konstrukt “Geschlecht” geht ja viel tiefer als nur in den sozialen Bereich. Leute halten Dinge für biologisch, die eigentlich auch soziale Konstrukte sind.
      Ausserdem denke ich, dass viele Wege gleichzeitig möglich sind. Wenn Menschen möchten, dass jede Person alles verkörpern kann, und Geschlechterrollen sollten komplett wegfallen, dann kann das gleichzeitig befreiend und empowernd wirken, wie wenn Menschen mit Geschlechterrollen spielen und sie umwälzen wollen und die Klischees nutzen wollen um alles ad absurdum zu führen, und damit gleichzeitig kann es stattfinden, dass sich Menschen ziemlich stark mit einer (und nur einer) Rolle identifizieren, solange sie nicht damit vertreten, es müsse für alle anderen auch so sein.
      Also, ich stimme dir da schon irgendwo zu, aber nicht in der Kritik an anderen Herangehensweisen. Ich glaube, selbst sich widersprechende Zugänge können gleichzeitig sein und was bringen.

  4. Danke für diesen Text, liebe Distel!
    Auch wenn ich aktuell nach Außen ein absolut heteronormatives, heterosexuelles, Cis-Leben lebe, finde ich mich in vielen deiner Gedanken gefühlsmäßig wieder. Da klingen Saiten an, die, ließe ich sie laut werden, mein Leben wohl komplett auf den Kopf stellen würden… :( Ich habe aber das Gefühl, dass ich da noch nicht am Ende der Gedanken bzw. meines Weges angekommen bin. Das macht mir manchmal ziemlich Angst.

    Ich bewundere deine Innere Stärke, dein starkes Selbstwertgefühl, die es dir ermöglichen, so selbstbewusst so zu leben, wie du dich in dir wohl fühlst, ungeachtet dessen, was andere denken und sagen. Ich hoffe, dass ich irgendwann in diesem Leben noch an diesen Punkt komme…
    Und auch wenn ich den Wunsch nach einem Label kenne und verstehen kann – gerade die Labellosigkeit fand ich bei dir immer sehr anziehend!! :)
    Liebe Grüße!

    • Labellosigkeit gibt es eigentlich nicht. Labellos, also “wenn nichts weiter angegeben”, ist 1 Person automatisch ein weißer, christlicher, ca. 30 Jahre alter, able-bodied(er) bürgerlicher heterosexueller cisgender Mann.
      :D
      Immer sobald du nichts weiter sagst, wird automatisch eine gesellschaftliche Norm vorausgesetzt.
      Deshalb finde ich es gut, wenn die Zugehörigen zu dieser Norm auch mal über ihre Verortung nachdenken..
      Ich finde es spannend wie du das von dir sagst: Wenn du das laut werden lassen würdest, wäre dein Leben im Kopfstand. Es wäre beängstigend. Ich stelle mir vor, dass sich das ziemlich krass liest für Leute, die diese Wahl nicht haben, die zwangsweise “da durch” müssen, die sich nicht auf die bequeme Hetera_o “Verschwinden in der Labellosigkeit” Couch zurückziehen können.

      Aber andererseits denke ich, es ist auch gut, wenn Hetera_o Cis_personen sich zu dem äussern, dass sie einfach einiges gar nicht leben, weil es nicht “rein passt”. Oder es mehr oder weniger heimlich leben. Oder nicht mehr glauben, das müsse mensch ja gar nicht thematisieren.

      • Ist die Couch denn bequem? Ich habe da meine Zweifel. Das eine sind die vorhandenen Privilegien, die zwar nicht vollumfänglich für Frauen gelten wie für HeteroMänner, aber die da sind. Aber wiegen die denn wirklich immer die Energie auf, die eins braucht, um sich einem Leben anzupassen, dass vielleicht nicht das richtige ist? oder wo viel offen bleibt? oder eins nicht im Gleichklang mit den inneren Bedürfnissen lebt?

        Ich habe ja beides erlebt: die Privilegien und das Leben dazu und das andere Leben mit weniger Privilegien, dafür aber mehr im Einklang mit Bedürfnissen und Begehren. Und ich bin mir da nicht sicher was diese bequeme Heterocouch angeht.

        (Ich hoffe jetzt inständig, dass dieser Kommentar nicht auch verschwindet wie meine beiden ausführlichen davor :( Also erstmal Strg+C)

        Irka

        • Ja, das sind auch so Gedanken… aber wenn wir uns so umschauen, sehen wir dann nicht sehr viele Gender-konform-gehende Hetera_os, die eben nicht nach draussen gehen und thematisieren, dass sie eben nicht so nahtlos hetig sind, wie es durch ihr Schweigen automatisch angenommen wird?

          Ich denke, es ist natürlich überhaupt nicht bequem auf der Heterocouch, wenn du schlecht darauf sitzt, und da sind die Übergänge natürlich nahtlos von “ich kann eigentlich auch drauf bequem sitzen, wenn ich das andere mal lasse” und “Ich kann überhaupt nie bequem drauf sitzen” oder “Ich hab immer schon ausnahmslos bequem drauf gesessen”…

          Danke für die Gedanken <3

      • Ja, ist mir schon klar, dass es Labellosigkeit nicht gibt. Allerdings sehe ich das ein wenig anders, denn es ist eine Frage des Standorts des Betrachtenden bzw. der Person/Gesellschaft, die ein Label verleiht. Ein Label ist ein abstraktes Konstrukt, das sich ändert, je nachdem, wer dich anschaut. Nur weil “die Gesellschaft” (auch so ein abstraktes Konstrukt) Labellosigkeit gleichsetzt mit den von dir genannten Attributen, heißt das ja noch lange nicht, dass dir dieses Label auch real anhaftet. Zumindest von meinem Standpunkt heraus habe ich eben keins an dir kleben gesehen, weil du dir selbst offensichtlich bisher keins gegeben hast. Und das fand ich halt gut. :)

        Ich bin gerade so ein klitzekleines bisschen verletzt, dass du mir da einen bequemen Rückzug unterstellst. Ich denke jeder Mensch versucht i.d. Regel so zu leben, dass er sich möglichst wohl in seiner Haut und in seinem Leben fühlt, so viel Halt und Sicherheit hat, wie er braucht, und so wenig Verletzungen erfährt wie möglich. Es ist eine Frage der Konsequenzen der eigenen Entscheidungen: bei welcher Entscheidung muss ich am wenigsten unter den Konsequenzen leiden? Bei welcher bleibe ich mir selbst treu genug und kann gleichzeitig bestimmte, mir wichtige Dinge in meinem Leben erhalten, die ansonsten womöglich zum Negativen verändert würden. Und nicht zuletzt, finde ich, gibt es für alles eine passende Zeit im Leben, so gefühlsmäßig, Lebenszyklusmäßig. Klingt jetzt nach Platitüde, aber ich persönlich spüre schon: dieses und jenes Thema ist jetzt “dran” oder eben nicht.

        Es klingt ein bisschen, als wäre es verachtenswert, wenn man nicht 100prozentig jede seiner inneren Strebungen nachgeht und dafür jede Härte, Anstrengung und Unbill inkaufnimmt. Und als wäre es Verrat an einer Art “queeren Gesellschaft” zu der mich jemand scheinbar hinzugefügt hat, ohne dass ich es wusste, weil ich da so halb verborgene (bzw. aktuell hinten angestellte, sie sind ja noch nicht mal wirklich verborgen oder gar verdrängt) queere Ich-Anteile habe. Immerhin ist es gut, dass ich sie mal thematisiere, also ist es nur ein kleiner Verrat. ;-) Mich stört, dass so selbst (oder auch gerade!?) in queeren Kreisen die Toleranz gegenüber individuellen Lebensentscheidungen bezüglich Gender und sexueller Identität ganz oft nur eine scheinbare ist.

        LG!

        • Ich kann mir schon bewusst sein, dass Labels Konstrukte sind. Trotzdem sind sie ja ganz schön massiv und mächtig als solches. Darüber kann ich mich in meinen eigenen Gedanken vielleicht noch hinwegsetzen, aber sobald zwei Leute miteinander reden, wirds dann immer schwieriger mit dem “Drüberstehen”.

          Ich unterstelle dir nicht einen bequemen Rückzug, sondern es ist halt einfach Fakt, dass die Gesellschaft unterschiedliche Stufen von Bequemlichkeit bereitet je nachdem, ob du in bestimmte Normen reinpasst oder halt nicht. Ob wir uns da aktiv “zurückziehen” oder ob wir einfach so leben weil es uns liegt, unser Leben wird durchs Leben als Heterosexuelle bequemer. Und wenn wir in der Lage sind, Entscheidungen zu treffen, dann kann uns das halt Vorteile bringen. Das habe ich in eine Relation gestellt zu Menschen, die manche Entscheidungen nicht treffen können, weil sie sich sonst permanent verleugnen müssten. Das hat nichts mit “Verrat am Queersein” zu tun.

          Ich fand das gut, dass du das geschrieben hast, was du geschrieben hast. Ich habe das auf mich wirken lassen und anhand dessen ist es mir klar geworden, dass wirs eigentlich schon ganz schön gut haben.
          Ich weiss nicht ob du zwischen den Zeilen so die Schuldgefühls-Vorwurfs-Nummer gelesen hast, weil ich dafür anfällig bin, oder weil du dafür anfällig bist. Vielleicht sind wir beide dafür anfällig? Ich auf jeden Fall.

          Wie sollte es denn besser formuliert oder angesprochen werden, dass wir bestimmte Benachteiligungen nicht erleben, die z.B. Schwule und Lesben erleben? Ich weiß, ich drücke mich manchmal plakativ aus. Aber das mache ich doch die ganze Zeit. Liegts wirklich am Ton, oder am Inhalt?
          Oder sollte das lieber in diesem Zusammenhang nicht thematisiert werden?
          Was meinst du denn, wie es hätte laufen sollen?

          Äh, PS – niemand nimmt jede Härte und Unbill in Kauf, alle machen irgendwo Zugeständnisse. Hab ich auch nie irgendwo geschrieben, dass das jemand müsste. Also nochmal in Kürze: “Es wird einigen weniger schwerer gemacht als anderen” heisst nicht “Du sollst es dir bitte so schwer machen, wie es andere haben”.

          Tut mir leid, wenn dich das verletzt hat. Ich spreche hier auch primär für mich selbst und wenn du meinst, das hat mit dir nichts zu tun, dann bitte nix für ungut.

  5. Hm, auch auf die Gefahr hin, dass mein Kommentar irgendwie am Text vorbeigeht – aber heißt “weiblich” denn wirklich zwingend HighHeels und Makeup-Pampfe im Gesicht? Wenns auf diese Äußerlichkeiten ankommt, bin ich definitiv sowas von unweiblich. Schuhe müssen bequem und Kleidung warm sein. (Und bequem). Ins Gesicht schmiere ich mir Creme, weil meine Haut recht trocken ist. Sonst nix, nicht mal Wimperntusche. Ich liebe meine langen Haare. So, wie sie sind.

    Wenn ich irgendwo ne “Frauenzeitschrift” sehe, bekomm ich Würgereiz, weil sie alleallealle immer nur die vorgenannten Weibchenthemen kennen. Wenn es DAS ist, was mich weiblich macht – mei, dann bin ichs halt nicht. Is mir eigentlich auch wurscht, es reicht mir, einfach nur ich zu sein :)

    • Dazu verlinke ich mal den Text von Antje Schrupp: https://www.fischundfleisch.at/blogs/jetzt-ich/frauen-sind-nicht-maennlich-niemals.html
      Inhaltlich gehe ich damit konform, gleichzeitig finde ich aber auch, dass Menschen sehr wohl männlich sein können, dann nämlich, wenn sie sich selber männlich identifizieren, auch wenn die Gesellschaft sie als Frauen* labelt.
      Zu meinem Text: Die Sprache gesteht mir jenseits von einem zweigeschlechtlichen System nicht wirklich etwas zu, alle Begriffe, die es zum Thema Geschlecht gibt, sind irgendwie auf zwei, und genau zwei, Geschlechterkategorien bezogen, und die eine Kategorie entsteht nur dadurch, dass sie nicht die andere ist. Wenn ich über Geschlecht rede, komme ich aus der Nummer nicht raus.
      Dass du mit einem “Ich bin halt einfach ich” aus der Nummer rauskommst, ist dein Privileg, weil du in deinem Geschlecht und deiner Orientierung nicht ständig in Frage gestellt und in die Nichtexistenz verbannt wirst. Würde das der Fall sein, würdest du jeden Tag darauf gewaltsam gestossen, DASS du nicht in das System passt, DASS etwas falsch mit dir ist. Ich selber bin Hetera und Cisgender genug, um mich jederzeit in diese bequeme Position zurückziehen zu können.
      Dazu hier auch diesen wunderbaren Text… Sei doch einfach du selbst von Herzbrille

  6. Habe deinen Text gerne gelesen. Was ich besonders spannend und unproblematisch daran finde, ist mehr über die persönlichen Verortungen zu lesen. Ich habe mich gefreut, eigene Identitäts-Überlegungen wiederzufinden, und darüber, dass du mich als feminine Frau mitgedacht hast; nicht das eine Auftreten gegen das andere abwiegst, und den Faktor Selbstschutz einbringst. Eben als einen Faktor, der gerade ausschlaggebend sein kann für das eigene Auftreten oder eben gar nicht.
    Den Widerstreit zwischen “hm, queer, heterosexuelle Beziehung/ Begehren, wie passt das zusammen”, der – wie ich es gelesen habe und von mir und anderen kenne – zum Teil einfach daher stammt, in welchen Räumen man sich bewegt und zum Beispiel in “queer” Räumen vieles wiederfindet, was einer* wichtig ist – fand ich fast zweitrangig für den Text. Du sagst ja auch explizit, dass es dir nicht darum geht, das “hetera” gegen ein “queer” einzutauschen. Schließlich sind queer Räume (und Coming Outs, mMn?!) per Definition für nicht-heterosexuelle und Trans Identitäten. Vielleicht kommt der Konflikt davon, dass queer Räume darüber hinaus viel Widerständiges bedeuten: Aktivismus, Empowerment, die auch für heterosexuelle und Cis-Personen wichtig sein können und ja auch oft für diese geöffnet werden. Hier ein kurzer, bisher noch nicht durchgekauter Gedanke dazu: die Hetera_o-Räume zu nehmen und sie widerständig zu gestalten: schau, Gesellschaft, mit den gängigen Zuschreibungen von Hetera-Beziehung und Rollenbildern können wir nichts anfangen. Wie dies ja oft in feministischen Räumen geschieht, in Ergänzung zu explizit als queer gelabelten Räumen.
    Vielleicht machst du das auch in diesem Text: zu erinnern, dass du (hierin fand ich mich wieder) dich als Frau* siehst und das keine Einschränkungen für dein Auftreten und Verhalten bedeuten soll. Danke!

    • So vielen Dank für deinen Kommentar!
      Ich finde das sehr sehr spannend wie du den Text auf das abklopfst, was er macht und welche Dinge in welchen Bereichen eigentlich dringend erledigt werden müssten.
      Ich sehe es auch so, dass hetera_o Räume widerständiger sein könnten und müssten, und ich habe mir vorher mit einer Internetbekannten/-freundin gemailt und es kam zur Sprache, es wäre vielleicht ne bessere Welt, wenn all die Heten mal mit ihren Comingouts in die Öffentlichkeit gingen um diese eintönige Norm mal von der Mehrheitsseite aus anzugreifen. Es würde mich sehr freuen, wenn das wirklich ein kleiner Beitrag dazu sein könnte. Genau, eben analog zu feministischem Aktivismus.
      Ich möchte mich nämlich nicht einfach nur in gemachte queere Nester setzen und überall die Sahnehäubchen abschöpfen, in der Gesellschaft bequem die Hete leben und auch im queeren Café dazugehören ohne dass etwas dafür getan werden muss.
      Also nochmal danke, das hat mich super gefreut.

      • “Ich möchte mich nämlich nicht einfach nur in gemachte queere Nester setzen und überall die Sahnehäubchen abschöpfen, in der Gesellschaft bequem die Hete leben und auch im queeren Café dazugehören ohne dass etwas dafür getan werden muss.”

        Also ich habe jetzt erst mal überlegen müssen, ob ich mich da jetzt angesprochen fühlen soll/will (weil es ja zu unserem Dialog weiter oben passt). Aber wenn ich die Logik auf andere Themen übertrage, hätte ich wahrscheinlich auf ganz viele Privilegien oder Zugehörigkeiten zu bestimmten Subkulturen kein Anrecht, weil ich nicht aktiv für ihre Existenz mitgekämpft habe.
        Ich entscheide mich dagegen, mich über diese Haltung zu ärgern und stattdessen dafür, dankbar zu sein, dass es in der Menschheitsgeschichte immer wieder Leute (wie dich) gab und gibt, die Aktivist_innen waren, Rebell_innen, Kämpfer_innen und Vorreiter_innen, die stark genug waren, unbequem zu sein und für eine bessere Menschheit und Gesellschaft zu kämpfen. Da sei ihnen ein schönes hohes (Schlacht)ross auch mal zugestanden. ;) Nix für ungut!

        LG, Phoeni

        • Ich versteh jetzt das mit dem hohen Roß nicht.
          Aber ich kann dir gerne sagen: Du brauchst dich davon nicht angesprochen fühlen, ausser du kannst für dich sagen, dass dieser Satz auf dich zutrifft und du hast grade Lust dazu, dich damit gedanklich zu beschäftigen. Dann nimm es gern als Anlass, aber ich habe dich gar nicht gemeint, ich habe von mir selbst geredet.

          Mir geht es darum, dass ein Nachdenken über eigene Privilegien auslöst, sich Fragen zu stellen: Steht mir das, was ich mir immer ohne Nachzudenken nehmen durfte, eigentlich zu? Und wenn ja, wieso bekommen andere das nicht? Und wenn die anderen, die benachteiligt werden, sich zusammentun und sich Freiräume schaffen, um sich dort von der ständigen Benachteiligung zu erholen, wäre es dann gut, wenn ich sie nutze, und wenn ja, wie könnte ich mich dort sensibel und solidarisch verhalten?

          • Genau zu diesem Räume-Aneignen hatte ich neulich gebloggt. Diese Räume, die sich queere Menschen schaffen, um sich von der Übermacht einer heterionormativen Gesellschaft zu erholen, für wen sind die wirklich offen oder wo wird auch innerhalb dieser Räume noch einmal unterschieden (also genau dazu blogte ich nicht, sondern zu meinem Weg und den Räumen dazu, zu meinen Privilegien und dem Preis,d er überall zu zahlen ist und auch nicht bei WordPress ;) )…

            LG irka

          • Grad geht es ja so Schlag auf Schlag: der Text Über Privilegien und Diskriminierungen – ein persönlicher Erfahrungsbericht von Mandelbrötchen ist heute auch rausgekommen. Gerade im letzten Absatz finde ich das gut erklärt, wieso es so wichtig ist, dass sich Menschen, auch wenn es völlig okay ist, den Weg des nicht-aneckens zu wählen, um im Alltag einfach ihre Ruhe zu haben, für Leute einsetzen denen dies weniger gegeben ist. Überhaupt finde ich den Text toll.
            Vielleicht wenn du Zeit dafür findest, Phoeni – ich weiss, solche Internetdiskussionen, gerade bei politischen Themen, ziehen einfach manchmal einen Wust von Dingen nach die alle zu lesen sind… aber das lohnt sich echt. Find ich.

  7. Wow.
    Ich glaube ich muss diesen Artikel noch ein paar Mal lesen und viel drüber nachdenken. Der hat in mir ganz viel Resonanz hervorgerufen, dieses Gefühl, die “Quoten-Cis-Hete” in queeren Zusammenhängen zu sein.

    Danke für das Schreiben und Teilen dieser Gedanken.

  8. Wow! Ganz lieben Dank für diesen tollen Text, deine Gedanken und dass du bereit warst sie mit uns zu teilen. Beim Lesen sind mir immer wieder Sachen durch den Kopf gegangen, ich hatte Aha-Erlebnisse und musste auch mal Schmunzeln. Aber jetzt muss ich das Ganze erst Mal sacken lassen und werde den Artikel so wie auch den verlinkten Artikel von Uli bestimmt noch Mal lesen. Deshalb habe ich gerade gar keine klugen Kommentare von mir zu geben.
    Außer eins: du bist gut so wie du bist!
    Von Herzen liebe Grüße
    Chanti

  9. Vielen Dank für diesen ausführlichen und vor allen Dingen ehrlichen Beitrag.

    Auch ich habe ihn jetzt mehrfach gelesen, fand immernoch neue Gedankenanstösse und habe mich natürlich erstmal durch die “sexualitäten und ihre Bezeichnungen “lesen müssen. Ich tue mich immer etwas schwer mit englischen texten, weil es möglich ist das so frei zu übersetzen.

    Ich selbst lebe jetzt seit über 10 Jahren in einer “mono-polyamoren” Beziehung, die vorher nie eine nicht monogame meinerseits war. Die Sexualitätsgeschichte gab auch mir den Anstoß, noch einmal zu schauen und in mich hineinzufühlen, wo ich mich selbst verorte, was für mich passt. Und es ist so. Und es ist überhaupt nicht einfach. Aber anders fühlt es sich nicht richtig an, oder einfach nicht genug. Für mich ist es total normal, 2 Partner zu haben, aber ich muss schon aufpassen, wemgegenüber ich mich oute und wem nicht. Ehrlich gesagt finde ich auch, dass es nicht jeder wissen muss.

    Mit weiblich und nicht weiblich ist auch sone Sache, wer wie sehr oder weniger weiblich sein möchte/ist. Ich persönlich mag Weiblichkeit sehr, für jede/n wird dieses Wort anderes bedeuten.

    Wir sind alle Individuen und keiner sollte sich zu sehr in Schubladen stecken. Die Gesellschaft soll nicht vorgeben, wir wir zu sein haben, aber alles andere wäre zu anstrengend, also lieber Normen entsprechen müssen – oder eben nicht. Sein eigenes Ding leben. Leben und Leben lassen.
    Toleranz ist das wichtigste Thema überhaupt. Wieviel kann ich tolerieren bevor ich das Gegenüber als intolerant empfinde?

    Viele liebe Grüße
    B.

    • Danke für den Kommentar! Mono-Polyamor heisst das, dass nicht alle in eurer Beziehung mehrere Partner_innen haben, also dass eine oder mehr mono-amor sind?
      Bei dem Thema habe ich noch ganz wenig Ahnung, aber grundsätzlich Interesse dran.
      liebe Grüsse zurück!

      • Eigentlich ist es ganz einfach: Ich bin verheiratet, habe aber noch einen Freund. Und Beide tolieren sich, wir leben halb zusammen und es funktioniert (mal mehr mal weniger, aber das sind ganz normale Beziehungsproblemchen), ich las den Begriff jetzt erst aufgrund Deines Beitrages und war ganz “begeistert ihn anzuwenden” .. Polyamorie heisst ja Vielehe und das Wort finde ich furchtbar!
        Mono Polyamor heisst dass in einer Beziehung (hier: Ehe) nur einer noch (einen) weitere/n Partner hat. Also bin ich qausi doppelt monogam. Die beiden Partner habe “nur” mich. Nein jetzt mag man nicht an “Gerechtigkeit” apellieren, alles andere wurde vor vielen vielen Jahren schon ausprobiert, alles nicht unbedingt wirklich bewusst oder beabsichtigt, und hier und jetzt sind wir einfach so gelandet, ohne es zu planen. Das ist das konstanteste in der “freien Beziehung” die wir eigentlich (mein Eheman und ich) von Anfang an gelebt haben. Das Schlimmste ist halt die Toleranz, die sehr oft fehlt. Sogar von einer homosexuellen Verwandten, die selbst so gerne toleriert werden möchte.
        VLG B……

        • Aber wenn ich an meine Teenagerzeit zurückdenke, war es ziemlich konstant, dass ich immer in 2 “verknallt” war. Das war mir jedoch nicht wirklich bewusst. Erst heute, wird es so langsam klar. Es ist nun auch schon über einen so langen Zeitraum mit unserem “Ding”, Strange wirkt es nur wieder irgendwie, wenn ich darüber befragt werde. Sexualität passiert getrennt. Schön ist, dass ich mich nie entscheiden musste. Und der zweite Partner wusste von Anfang an, dass mein Mann es “erlauben” würde. Ich glaube das gibt es häufiger als gelebt, denn der Entscheidungszwang ist vielleicht oft das Problem.

          • Ich finde auch, es muss nicht immer komplett symmetrisch sein. Wenn deine Partner ihrerseits weder das Bedürfnis noch Zeit und Lust haben, Mehrfachliebesbeziehungen selber zu pflegen, du aber schon, und alle informiert sind, ist das doch passend.

        • Mono-Polyamor? Das ist ja mal ein Begriff. Ich tu mich mit Labeling total schwer, die Ohrmarken passen nie ganz und wirklich und auch bei polyamory habe ich eine solche Bandbreite erlebt (von Gelegenheitsfick bis hin zu festen Mehrfachbeziehungen), dass ich mir dieses Label nicht antue.

  10. Viele sehen sofort nur das Sexuelle.
    Ich denke nicht dass ich mehr Sex habe als Menschen in einer Beziehung. Ich sehe meine Beziehung/en auch nicht so sexuell, denn ich LIEBE einfach mehr als einen Menschen auf diese Art. Und ich bin immer ehrlich.
    Ich habe mich nicht be-Label-t, ich habe aufgrund dieses tollen offenen und ehrlichen Beitrages in den Labels einfach mal nachgelesen und tatsächlich etwas gefunden, was meine Lebensart treffend umschreibt, übrigens jetzt schon im zweiten Jahrzehnt dauerhaft.
    Diese Lebensart habe ich mir nicht ausgesucht, es lebt sich für alle Beteiligten offensichtlich gut darin und ich höre jetzt auf mich zu “rechtfertigen”.

    Herzgruß @all

    • Ich habe für das, was ich/wir leben, noch keine mich befriedigende Bezeichnung gefunden und bin mir grad nicht sicher, ob ich das auch will oder kann. Ich finde es toll, dass ihr diese Freiheit so leben könnt. Ich genieße es auch. Bei uns ist die Konstellation eine ähnliche.
      Leider erlebe ich das immer wieder bis heute, dass zwar von Polyamory gesprochen wird, aber eben nicht die Beziehung (wie auch immer die dann gelebt wird) im Vordergrund steht, sondern die Gelegenheit. Ich will das hier nicht zu sehr ausführen, hat mich das auch im Bezug auf mich schon ziemlich verletzt und das nicht nur einmal. Mir ist die Beziehung wichtig, das “Wir”, eine Liebe und Herzenbeziehung, die nicht nur auf Sympathie und Sex beruht, sondern auch und vor allem das aufeinander bezogen sein, das fürsorgen, die Verantwortung auch füreinander, das gemeinsam Tragen von schweren Zeiten und Dingen etc. Was eben eine Beziehung ausmacht. Und das fehlt mE dann doch häufiger – was für mich nicht geht. Ich kann das nicht. Wenn ich mit einem Menschen eine Beziehung+Liebe eingehe, dann klammere ich das unangenehme nicht aus, das gehört dazu und es bezieht auch einen teil des jeweiligen Umfeldes (andere Partner_innen) mit ein und baut keine kleinen Parallelwelten auf. Aber das, was ich dazu denke, sprengt hier den Rahmen. Also meine 5 ct dazu. Ich bin froh, dass ich mehrere Menschen lieben kann und darf. Das mach tmich glücklich und ich gucke auch drauf, wie es den anderen damit geht :) \o/

      Irka

  11. Dann scheinen wir ähnlich zu empfinden. Der “emotionale Rattenschwanz” ist das komplizierteste. 2x Schwiegereltern, 2x Freunde, 2x Familie, alles unter einen Hut zu bekommen, das ist schon manchmal krass und verlangt ganz viel Kraft.
    Mit Flatterhaftigkeit hat es für mich nichts (mehr) zu tun. Das war früher einmal. Jetzt ist es wie gesagt seit 10 Jahren ein konstanter zweiter Partner. Aber das ist alles andere als leicht, da er ein wenig Probleme hat den Alltag überhaupt zu bewältigen, und dann noch in solch einer Konstellation – es wird also nie langweilig :-)
    Denn die Waage immer versuchen im Gleichgewicht zu halten, das mache ich. Egal mit wem ich mal “Stress” gerade habe wegen irgendwas, die 2 Männer sind unabhängig davon am quatschen und haben dann nichts damit zu tun. Es sind beide Geeks und die können stundenlang nebeneinander am PC sitzen und haben “Spaß” miteinander…

    B.

    • Ja, von Flatterhaftigkeit ;) sind wir auch weit entfernt. Das ausklammern der anderen restlichen Personen einer Partnerin/eines Partners ist etwas, was ich lange einfach hingenommen habe, was mich aber immer gestört hat. Und das mache ich nicht mehr, erlebe es aber trotzdem noch. Irgendwie wäre ich total froh, wenn wir auch alle nahe beieinander leben würden, aber das ist momentan nicht zu denken :(

  12. Ahoi. Heute erst auf deinen Blog aufmerksam geworden, möchte ich hier einfach mal einen Lobeskommentar abwerfen, ohne weiter in die Diskussion einzusteigen. Ich habe diesen ehrlichen, selbstkritischen, hellwachen, komplexen und trotzdem klaren Text mit großer Neugier und Sympathie gelesen. Danke für diesen anregenden Parcour durch deine Perspektive(n).

  13. Hallo. Hut ab vor diesem offenen und reflektierten Artikel. Muss sauschwer gewesen sein, den zu schreiben… Jedenfalls hast du mich ziemlich zum Nachdenken gebracht. Zum mich selbst öffentlich äußern (außer dem hier jetzt) noch lange nicht, da fehlt mir außer Mut auch noch ne Menge Wissen… Aber danke jedenfalls. Deine Texte wirken.

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