Paßnamenzwang: Facebook als Seite benutzen

Neu Oktober 2016: Facebook hat viele der Funktionalitäten in diesem Artikel abgeschafft. Schade. Ein Grund mehr, diesem Ort so fern wie möglich zu bleiben..

Facebook zwingt in letzter Zeit massiv Leute, ihre Identität mit Ausweisdokumenten zu beweisen, oder sperrt ihnen die Accounts. Entgegen von Aussagen des Facebook Chefs Zuckerberg, dass selbstgewählte Namen auch “echte Namen” für Facebook sein können, gelingt es einigen Leuten nicht, ihren Namen dort führen zu dürfen, weil er nicht in deren Ausweis steht.

Bei mir z.B. hat der Kundendienst von Facebook nach 2x antworten einfach aufgehört, mit mir zu reden, und ich kann jetzt meinen Account dort entweder löschen, oder ich muss den Namen benutzen, in den Facebook mich zwangsweise umbenannt hat.

Einige Leute möchten vielleicht Facebook deshalb nicht mehr verwenden, kommen aber nicht so ganz drum herum.
Mal ganz davon abgesehen, dass diese diskriminierende Politik von Facebook meiner Ansicht nach geändert gehört, möchte ich hier kurz darüber schreiben, wie ich Facebook als Seite benutze. Facebook-Seiten sind dafür vorgesehen, dass sie von Firmen, Institutionen oder Personen des öffentlichen Lebens benutzt werden, aber jede_r kann so eine Seite anlegen, z.B. als Blogger*in. Oder einfach nur so. Seiten dürfen heißen, wie du willst. Dein Internetname, dein Blogname, zum Beispiel so.

Zuerst legst du eine Seite an. Das geht im Menü rechts, unter “Seiten”. Hier ein Screenshot:

Screenshot: “Seite Erstellen”

Einfach mehr oder weniger dem Menü folgen, Nutzungsbedingungen akzeptieren, usw, und die Seite gestalten, das ist auch so ähnlich wie mit dem persönlichen Profil. Seiten sind allerdings öffentlich, und ich weiß nicht, ob auf Seiten gepostete Inhalte irgendwie nur bestimmten Kreisen gezeigt werden können. Ich glaube es eigentlich nicht. Jedoch sollte auf Facebook sowieso nichts gepostet werden, was nicht genauso an eine öffentliche Wand plakatiert werden könnte, ohne dir oder anderen zu schaden.

Ich möchte hier über die Benutzung berichten.
Facebook als Seite funktioniert nämlich sehr ähnlich, wie Facebook als Person zu benutzen. Deine Mitspieler_innen sind in dem Fall nicht andere Personen, sondern andere Seiten. Mit denen lässt es sich prima vernetzen.
Wenn du die Seite erstellt hast, kannst du zwischen deiner Identität und der der Seite hier oben wechseln:

oben im Menü: Facebook als Seite verwenden

oben im Menü: Facebook als Seite verwenden

Wenn du Facebook wieder als dein Personenprofil benutzen willst, kannst du an der selben Stelle wieder zurück “umschalten”. Sobald du auf deine Seitenidentität umgeschaltet hast, kommst du auf die Startseite deiner Seite.
Um jetzt eine Timeline (oder einen Stream) zu erhalten, brauchst du keine Freund_innen, sondern Abos von anderen Seiten. Diese kannst du z.B. oben im Suchfeld suchen und dann, wenn du auf der Seite bist, klickst du auf “Gefällt mir”.
Dieses “Gefällt mir” wird dann von deiner Seite aus gemacht, weil du Facebook gerade als Seite verwendest. Es erscheint nicht bei den Likes deines persönlichen Profils. Die Seite wird dann in deinen Seiten-Stream hinzugefügt.

Einfach hier liken, wie immer:

“Gefällt mir” klicken: Jetzt machst du das als deine Seite. (z.B. bei der ISD)

Als Seite ist es, ähnlich wie als Person, witzlos, wenn du dich nicht mit anderen vernetzt. Ohne Vernetzung passiert eigentlich auch nichts auf Facebook. Oder auf sozialen Netzwerken überhaupt. Ich habe mich, als mir mein persönlicher Account noch nicht gesperrt worden war, immer gefragt, wieso ich die Seiten anderer Leute liken muss, wo ich mit denen doch eh befreundet bin. Ich denke inzwischen, Seiten sollten mehr genutzt werden.
Wir könnten eine Seiten-Parallelgesellschaft auf Facebook haben, in der auch diejenigen mitmachen könnten, die durch Namepolicing ausgeschlossen werden.

Wenn ich dann einige andere Seiten geliked habe, kann ich aus diesen Seiten einen ganz ähnlichen Stream bauen, wie aus dem, was meine Freund_innen teilen. Ich verwende Facebook als Seite und klicke einfach links oben auf das kleine blaue “f”.

das kleine f.

das kleine f.

Jetzt bekomme ich einen Stream von Beiträgen aller meiner abonnierten (gelikeden) Seiten angezeigt, der ganz ähnlich aussieht, wie der Stream eines persönlichen Profils.
Seiten dürfen keine Menschen abonnieren, d.h. sie können nur mit anderen Seiten interagieren. Menschen dürfen aber Seiten liken. Personen können also auf deiner Seite liken, kommentieren und mitmachen, aber du als Seite kannst dich nicht genauso ihnen gegenüber verhalten. Das finde ich als ein Mensch, der gerne auch zurückgibt, sehr schade.

Deshalb wäre es ja besser, wenn mehr Leute ihre Facebook-Aktivität auch auf Seiten verlagern würden, dann könnte ich mit meiner Identität als Seite (Distelfliege) auch mal bei euch liken und kommentieren. Hier ist ein Ausschnitt aus meinen Stream als Seite:

Mein Seiten-Stream und das Menü. Hier ist z.B. ein Posting von Ekhartyoga zu sehen.

Mein Seiten-Stream und das Menü. Hier ist z.B. ein Posting von Ekhartyoga zu sehen.

Das mit den Nachrichten ist etwas unbefriedigend. Personen können einer Seite eine Nachricht schreiben:

So sieht eine Person meine Seite, und findet einen “Nachricht schreiben” Button.

Ich kann auf diese Nachrichten auch antworten.
Als Seite kann ich einer anderen Seite leider keine Nachricht schreiben.
Ich habe das für mich jetzt so gelöst, dass ich einige sehr wenige gute Freund_innen bei meinem persönlichen Profil als Freund_innen hinzugefügt habe, eben um hin und wieder Nachrichten auszutauschen.
Meine sonstige Facebook-Kommunikation läuft dann über die Seite und den Seiten-Stream.

Was Apps angeht, gibt es auf mobilen Geräten von Facebook den “Seiten-Manager (Apple)” oder hier für Android, der allerdings, der Göttin sei’s geklagt, keinen Seiten-Stream hat. Damit kann ich also Facebook nicht richtig als Seite nutzen, ich kann nur meine Seite managen, posten, und die Kommentare auf meiner Seite beantworten. Vielleicht kommt da in Zukunft noch etwas Besseres.

Nach zwei Wochen, in denen ich Facebook ausschließlich als Seite nutze, muss ich sagen: Gar nicht mal so schlecht. Es ist weniger ein Zeitvertreib (Umfragen, Psychotests, Sprüchlein, Bilder, Bettelbriefe… alles, was die meisten Leute eher ärgert), und damit auch weniger Zeitfresserei als früher. Und das, was in meinem Seiten-Stream ist, ist tatsächlich sehr viel mehr eine Mischung aus Neuigkeiten, Informationen, und spannenden Links.
Einige Personen vermisse ich in meinem Stream, vieles vermisse ich nicht.

In diesem Sinne, ich würde mich sehr freuen, euch dort mehr über diese Funktion zu lesen!

Und zu guter Letzt: Nieder mit dem Ausweisnamenzwang!

Edit am 7.7.: Ein großes Minus von Seiten ist, dass Facebook die Inhalte nicht allen Leuten, die die Seite abonniert haben, anzeigt. Das machen die, damit man Geld bezahlt, um den eigenen Beiträgen auf der Seite mehr Reichweite zu verschaffen. Allerdings sagte eine Freundin, dass selbst bei bezahlten Beiträgen das mit dem Anzeigen nicht so gut klappt. Ich weiß allerdings nicht, ob das nur Personen betrifft, die Seiten liken, oder ob das den Seiten-Stream selber auch betrifft.
Was Personen machen können, ist, Seiten in sogenannte “Interessenslisten” einteilen. Dann bekommen sie angeblich alles angezeigt, wenn sie diese Listen anklicken. Das würde hier aber zu weit führen, und ist auch keine Lösung, wenn du Facebook als Seite benutzt.

Letztendlich ist Facebook meiner Meinung nach einfach ein Kackverein, und wer ganz ohne auskommt, hat es am besten getroffen!

One thought on “Paßnamenzwang: Facebook als Seite benutzen

  1. So, wie du hier schreibst: Vielleicht setze ich mich doch demnächst dran. Wenn ich nicht sowieso schon so einen Aber gegen das blaue F hätte und nur das Nötigste dort managen würde…

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