keine Konsumauszeit, Gadgets, Brafitting, Zines

Manche in meiner Twitter- und Blogosphärenblase machen gerade eine Konsumauszeit. Gestolpert bin ich über das Konzept bei Jademond.

Ich musste nicht lange überlegen: Ich mache das nicht mit.

Warum? Weil ich grade Zeit habe, zu konsumieren.

Dieses Jahr war für mich sehr anstrengend, und ich habe die meiste Zeit nur gearbeitet. Ich hatte wenig Zeit, mich mal um Dinge zu kümmern, die ich gebrauchen könnte oder die ich anschaffen könnte, um meine Bude oder mein Fahrrad oder was auch immer praktischer und besser zu machen. Zum Glück hat es trotzdem gereicht, um z.B. Dinge für die Radwanderung zu besorgen, einen Frontgepäckträger und “Lowrider-Taschen” zu kaufen und anzubauen, ein neues Regal fürs Zimmer zu holen.. aber auch eins auf der Strasse zum weggeben rausgestellt zu sehen und mitzunehmen.

Während ich mich von meiner Operation erhole, hab ich die Zeit, mich mit der Frage zu beschäftigen:

Was müsste dringend mal angeschafft werden? Wie und wo treffe ich eine okaye Wahl für das, was ich brauche?

Und dann habe ich sogar die Zeit, so eine Anschaffung auch zu machen.

Seit Jahren haben wir keinen Drucker, der mit unseren Computern kompatibel ist. Der bisherige Drucker (den wir auch noch behalten) ist ein Farb-Tintenstrahldrucker von hp, der 1998 gekauft wurde und seitdem zwar immer langsamer wurde, aber er funktioniert noch. Um etwas auszudrucken, muss ich aber leider den Aldi-Windows-Rechner starten, der auch wasweißichwiealt ist und der keine Internetverbindung hat, die auszudruckenden Dateien müssen also erst auf einem USB-Datenstick sein..

Also habe ich gestern endlich mal einen Zweitdrucker besorgt:

Es ist ein kleiner s/w Laserdrucker, wir haben so ein Modell im Betrieb, und der druckt eigentlich seit vielen Jahren sehr zuverlässig, obwohl der immer viel drucken muss. Der kleine Laserdrucker ist Wifi-tauglich und kann sich dann (hoffentlich) mit allen Geräten verbinden. Er kommt klar mit Windows, Macs, auch älteren Macs, und mit Linux.

Dabei habe ich noch einen kleinen Lautsprecherwürfel gekauft, das ist so ein Impulskauf nebenbei gewesen:

lauti-wuerfel

Das Ding ist anstatt einer ipod Dockingstation mit Lautsprecher. Es ist kleiner. Und ich bin nicht darauf angewiesen, dass meine Geräte alle den selben Eingangsstecker haben, was sie ja nicht haben. Also ist es viel besser als eine Dockingstation. Es hat einen Audio-Kabel-Eingang und ein Kabel, mit dem im Prinzip alle möglichen Geräte angesteckt werden können, und wenn das Gerät es kann, geht es auch mit Bluetooth. Toll zum Podcast hören!

Dann war ich gestern noch beim Brafitting.

Dadurch, dass ich die letzten Jahre ca. 10kg an Gewicht zugelegt habe, sind meine Brüste auch grösser geworden. Ich hatte nie einen BH benötigt, aber jetzt möchte ich gerne BHs besitzen, die meine Brüste stützen und vor Erschütterungen schützen. Je nachdem, wo ich in meinem Zyklus bin, können die Brüste schon mal schmerzen. Und ich möchte das Bindegewebe nicht noch die ganze Zeit belasten oder durchschütteln.

Hier ist ein toller Artikel zum Thema Bra-Fitting (Bh-Anpassen) mit Links zu vielen wichtigen Ressourcen von Paula Puzzlestücke. und hier ist die Seite der Busenfreundinnen, die Community zum Thema Bra-Fitting und BHs.

Mir wurde – dank Spinntreffen kenne ich die coolsten Leute – von der Handmaid ein guter Laden in Berlin empfohlen, “Change” im Alexa, wo ich einfach reinlatschen konnte und sagen: “Ich habe keine Ahnung von BHs, nie einen besessen, möchte aber jetzt einen und mir den gern anmessen lassen. Und da ist mir dieses Geschäft empfohlen worden.”

Ich wurde dann in eine der Anprobekabinen geleitet, vermessen und dann musste ich nur noch die BHs probieren, die mir reingereicht wurden, und wurde beraten und der Sitz wurde von der Verkäuferin, die Ahnung hatte, geprüft. Der Laden sei “hochpreisig”, sagte meine Spinntreff-Freundin, aber online sah ich die qualitativ hochwertigen BH’s auch nicht billiger. Ich habe aber auch noch gar keine Ahnung, wo es die “Schnäppchen” gibt.

Ich habe einen BH der Hausmarke “Basic” genommen, dessen Schnitt eine “Plunge” Form ist und der gefüttert ist. Er macht, dass die Brüste etwas grösser aussehen als ohne BH, was ich wider Erwarten ganz witzig und cool finde, und er stützt halt perfekt, ohne dass auf den Schultern irgendein Gewicht lastet. Mein Rücken ist sehr entzückt, sag ich mal.

Der andere ist ein Sport-BH, der sehr fest ist, ich habe erst mit den Ohren geschlackert und gedacht, das ist ja wie ein Thrombose-Kompressions-Strumpf, nur an einem anderen Körperteil. Dafür kannst du mit dem Ding auch herumhüpfen und dich wirklich extrem bewegen, ohne dass die Brüste herumschlackern und das Bindegewebe gezerrt wird. Ausserdem werden die Brüste an den Körper gedrückt und zur Seite weggepackt, so dass eine große Armfreiheit für Sport und Arbeit besteht. Im Prinzip ist das fast wie ein kleiner und nicht so enger Binder. (Ich habe keine eigenen Erfahrungen zu richtigen Bindern, ich gehe hier nur von dem Effekt aus, den der Sport-BH macht, den ich von Bindern an anderen Menschen oder von Bindern auf Fotos kenne)

Und tja, was soll ich sagen: Ich habe bei den Busenfreundinnen gelesen, mir ein paar Youtube-Videos zum Brafitting angeschaut, mir eine für mich gute Grösse anmessen lassen, und jetzt würde ich am liebsten losgehen und kreischend alle Geschäfte stürmen und BHs kaufen. Schade, dass meine Mutter jetzt nicht hier ist. Ich glaube, wenn wir uns das nächste Mal sehen, gehe ich mit ihr einen BH für mich kaufen. Denn dieses “Mutter-Tochter-Erlebnis”, auf das sie sich sicher schon jahrelang gefreut hatte, ist damals ziemlich in die Hose gegangen, ich war ein nöliger Teenager, der keine Verwendung für BHs hatte und das BH-Kauf-Ritual nicht zu schätzen wusste und mit Genörgel und Gemoser sich dann einen schnörkellosen Sport-BH ohne jegliche Funktion aufschwatzen ließ, der danach nie getragen wurde.

Ich muss zwar sagen, dass es auch keine gute Idee von meiner lieben Mutti war, mich trotz mangelnder Notwendigkeit und mangelnder Lust in diesen Dessousladen zu schleppen. Insofern hat sie sich die Situation selbst eingebrockt. Aber damals war damals und heute ist heute, und wenn sie jetzt eine wild-auf-BH-Kauf-Tochter möchte, die kann sie haben!

Am Freitag habe ich dann noch einen Podcast aufgenommen, den ich jetzt seit mittlerweile 4 Tagen nicht fertig bekam, und wo ich mich eigentlich gleich mal damit hinsetzen will (mal sehen, wie weit ich komme).

Zu guter Letzt noch mehr Konsum: Ich war auf dem Zinefest Berlin und habe zugeschlagen!

Viele Zines sind in meine Tasche gewandert, und ich bin gerade dabei, ein Fahrrad-Zine selber zu machen. Ich mache das wirklich so Old-School wie früher, so mit Kopierladen, Schnipselcollage und z.T. handgeschrieben, und gezeichnet, und das dauert schon seine Zeit. Wenn ihr mitmachen möchtet, und eine (einfache oder Doppel-) Seite für das Fahrrad-Zine machen (oder zwei)

– Es ist DinA5 und wie schon gesagt, Old-School-Schüler_innenzeitung/Copyshop-Style

– Das Thema ist Fahrrad, Radfahren, Fahrradpolitik, Fahrrad und Gender

– gerne queer_feministische Perspektiven

– ein Traum wäre, wenn DU z.b. ein Handbike hast und darüber was zeichnen oder schreiben willst.

– Beiträge in deutsch und englisch, wenn du beides kannst, wäre Zweisprachig klasse, wenn du nicht beides kannst, reicht in einer Sprache, dann übersetze ich.

deadline ist Ende 2015 und erreichen könnt ihr mich auf twitter @distelfliege oder per Mail distel (at) spiritvoices (punkt) de.

Ihr könnt mit Papier herumwerkeln und es dann einscannen und mir mailen, oder mir auch eine Dina5 Seite oder Doppelseite mit der Post schicken :) (Adresse geb ich euch auf Anfrage).

Hier ist der Zine-Mitmach-Aufruf auch nochmal auf englisch, falls ihr Leute kennt, die kein deutsch können und Interesse haben.

Hier sind ein paar Seiten, die ich schon fertig habe (die eine ist noch nicht übersetzt)

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