Radtour. Sommer im April

Letztes Jahr hatte ich es Ende März und Anfang April geschafft, meine ersten Touren mit draußen schlafen zu machen, dieses Jahr war einfach viel zu tun, und deshalb habe ich bis zum vergangenen Wochenende (21./22.4.) warten müssen. Dafür war das beste Sommerwetter überhaupt! Ich verbrauchte viel Sonnencreme und holte mir am 2. Tag fast noch einen leichten Sonnenstich trotz Kopfbedeckung.

Wie fast immer auf meiner ersten Tour mit Übernachung: Ich vergesse Dinge. Diesmal vergaß ich einen Eßlöffel und ein langärmliges Shirt. Den Löffel bekam ich unterwegs geschenkt, das Shirt habe ich schändlich bei einem Billigbekleidungsriesen erworben. Sogar mit Kapuze.

An der S-Bahnstation nahm der Ticketautomat keine Kartenzahlung an, und was ich nicht wusste: Er nahm Geldscheine nur dann an, wenn man den ganzen Vorgang abbricht und alle Details von vorne eintippt. Also wohin die Reise geht, an welchem Tag, und welche Karte man möchte, und das jeweils einzeln für mich und das Fahrrad. Deswegen tippte ich das alles zwei mal an einem Automaten ein, und dann noch zweimal an dem Nachbarautomaten, der auch die Karte nicht akzeptierte. Somit war ich schon mal spät dran für den Zug und konnte von Glück reden, dass ich ihn gerade noch erreicht habe.

Startpunkt war Fürstenberg/Havel. Es ging in die Nähe von Wittstock/Dosse, zu einem befreundeten Landprojekt. Wen die Route interessiert, hier ist sie zu finden, auf outdooractive.  Allerdings führt diese Route nach Lärz aus Datenschutzgründen, ich bin die letzten km anders gefahren. ;)

Irgendwie versäumte ich, zu frühstücken, aber habe das gleich hinter Fürstenberg an diesem netten Rastplatz nachgeholt:

Eine Sitzbank mit Dächlein an einem kleinen Rastplatz auf einem Hügel über Fürstenberg, im Hintergrund bestellt jemand sein Feld. Seitlich steht noch eine Tafel mit Informationen über das Ruppiner Seenland.

Kann ich mal sagen, dass ich die kleine neue Kamera mag? Es ist eine Sony RX-100. Die sind ja super teuer, deshalb habe ich das erste Modell genommen, das von 2012. Es ist inzwischen im Preis gesunken, kann aber viele Dinge nicht, die die “neuen” können. Aber sie kann Bilder. Und darauf kommt es an!

kleine Waldstrasse hinter Fürstenberg. blühende Sträucher und sonniges Wetter, so soll es sein!

Die Blümchen sind auch schon da. Buschwindröschen sind das, glaube ich.

Bis nach Rheinsberg bin ich dann ohne weitere Pausen durchgefahren, überwiegend auf Waldwegen. Bis nach Menz waren das schöne, asphaltierte Wege, manchmal an der Straße entlang. Manchmal flitzte ich zwischen blühenden Sträuchern nur so dahin. Danach wurde der Weg leider durch viele Baumwurzelaufbrüche sehr holprig, und ich ärgerte mich und fuhr langsam. Sehr langsam. Langsam die Hügel hoch, und langsam die Hügel runter. Eiszeit und Baumwurzeln formten dieses Stück Weg! Später wird es hier bestimmt viele Blaubeeren geben. Sie sind gerade am blühen.

ein sonniger Kiefernwald, auf dessen Boden viele Blaubeersträucher wachsen. Gerade blühen sie und duften nach den späteren Früchten.

Noch mehr Blaubeerblüten aus der Nähe

Durch Rheinsberg selbst bin ich schon öfter durchgefahren, da habe ich nichts spektakuläres gemacht. Ich wollte auch eher in der Natur abhängen, als mir städtische Sehenswürdigkeiten anzusehen. Ich war kurz beim Aldi, wo mir einfiel, dass ich das Öl zum kochen vergessen hatte. Und Öle gab es nur in riesigen Flaschen, viel zu viel für meine zweitägige Tour. Aber ganz ohne wollte ich dann auch nicht.. Gemüse nur kochen, nicht anbraten ist mir zu unaromatisch. Schließlich entschied ich mich für die Aldi-Hausmarke “Pflanzencreme”, was noch den Vorteil hat, dass sie sich außer zum Kochen auch als Brotaufstrich-Grundlage eignet! Dann gab es noch Schokolade und Bananen fürs Frühstück morgen, und ne Tube Tomatenmark. Sowas kann ja nie schaden.

Als ich schon wieder weiterfuhr, fiel mir auf, dass ich noch mehr Wasser hätte brauchen können, bei der Hitze waren meine zwei Trinkflaschen (1,75 Liter) schon bald leer. Ich hielt bei der Touristen-Information an, aber deren Toiletten waren mit Münzeinwurf, und das sah ich dann doch nicht ein. Weiter ging es am Schloß vorbei und wieder in den Wald rein. Bei Linow setzte ich mich an den See und war schon wieder hungrig. Also Mittagspicknick! Ich hatte für die ca. 25km nach Rheinsberg gute 3 Stunden gebraucht, da war mir etwas bange, ob ich bei diesem Schneckentempo eine Chance habe, morgen über 100km zu fahren. Eigentlich nein. Aber wir werden sehen, dachte ich.

Pause an einem kleinen See bei Linow.

Im Flecken Zechlin, das ein echt malerisches Dorf ist, gab es eine kleine Touristen-Info, und ein kleines Bad nebendran, wo ich meine Wasserflaschen nachfüllen und mein Tattoo waschen und eincremen konnte. Dann kam die sonnenschützende Tattoo-Stulpe wieder drauf (abgeschnittener Shirt-Ärmel) und es ging weiter durch wunderschöne Laubwälder.

Frühlingswald ist so schön, wenn es sonnig ist: Alles ist noch so hell, weil das Blätterdach noch nicht geschlossen ist. Aber es ist schon so grün!

Ein sonnendurchfluteter Laubwald mit jungen grünen Blättern und einem Weg, der sich durchschlängelt.

Dafür, dass die Strecke an so vielen Seen vorbeiführt, bekam ich kaum welche zu Gesicht. Dass manchmal mitten auf einem Feldweg ein Hinweisschild “Badestrand” herumstand, wies darauf hin. Vor ein paar Jahren bin ich mal von Fürstenberg nach Wittstock “obenrum” gefahren, und würde das auch eher empfehlen. Wegen besserer Wege und schönerer Gegend und mehr Seen sehen!

 

Um 17 Uhr ungefähr kam ich an, und hatte so noch den Spätnachmittag und Abend Zeit, auszuspannen. Ich besuchte ein Landprojekt, wo ein Kollege mitmacht. Ich hätte im Haus schlafen können, aber im Bett liegen kann ich in der Stadt auch. Deshalb bestand ich darauf, zu zelten. Das kleine Zelt baute ich aber erst in der Abenddämmerung auf, das ist so eine Angewohnheit, nach den letzten 3 Jahren Radtouren.

Dann noch ein wenig am Lagerfeuer sitzen, den Sternenhimmel bewundern, und sich dann ins Zelt zurückziehen. Ich hatte eine ruhige Ecke gesucht, auf einer Wiese neben der Schafsweide, und dank warmem Schlafsack wurde mir nachts auch nicht kalt. Das Einzige, was nervte: Die Thermarest-Matte (eine selbstaufblasende Luftmatratze, die ganz alten noch) war nicht so bequem wie die Luftmatratze, die ich im Sommer nutze, und beim auf-der-Seite-Liegen bekam ich ganz schön Schmerzen an den seitlichen Pomuskeln.. oder Oberschenkel, so ein Zwischending. Auf dem Rücken liegen geht gar nicht, da krieg ich Rückenschmerzen, haha.. Ist die Thermarest-Zeit vorbei? Muss ich jetzt diese neuen High-tech-Luftmatratzen nutzen, um noch zelten gehen zu können? Oder ist es Gewöhnungssache? Trotz allem, und trotz der Tatsache, dass das aufblasbare Kissen ein Riesenleck schlug und unbrauchbar wurde, habe ich insgesamt ganz gut geschlafen. Meine Strickjacke, in einen Packbeutel getan, ist genauso gut als Kissen. Wieder einen Ausrüstungsgegenstand eingespart!

Stay tuned für Teil 2.

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5 thoughts on “Radtour. Sommer im April

  1. Oh, so schön! Das macht richtig Lust loszufahren. Übrigens, ich nehm inzwischen auch immer Klamotten als Kissen. Praktischerweise hat mein Schlafsack am Kopf eine Art Tasche – für was anderes.

    ich freue mich auf Teil zwei und schon Deine nächste Tour.

  2. Pingback: Sommer im April, Teil 2 | Anarchistelfliege

  3. Klingt schon mal gut und macht Lust auf eine eigene Tour ;) Ich nutze statt Kopfkissen (ich brauch was derartiges) meist einen Baumwollbeutel (ist immer gut für wasauchimmer) und packe da Klamotte rein. geht super.

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