Vestkyststien Tag 3: Von Ribe nach Esbjerg

Die Nacht war etwas unruhig, meinem Partner war schlecht und er hatte Kopfschmerzen, vielleicht war ich nicht die einzige, die zuviel Sonne abbekommen hatte. Aber am Morgen ist alles wieder gut, ein Glück.

Das Zelt ist wie jeden Morgen feucht vor lauter Kondensation, und die Morgenluft ist auch noch feucht, so dass es auch nicht schnell trocknet. Wir hängen das Zelt an den großzügig geschnittenen Shelter und packen den Rest unserer Sachen zusammen. Zum Frühstück gibt es wieder Porridge. Dann fahren wir nach Ribe, denn gestern hatten wir keine Zeit, die Stadt anzusehen.

Eigentlich wollten wir wenig Zeit mit Städten verbringen und heute noch zum Oksbøl Fjord fahren, aber wir haben umgeplant und einen der zwei “Extra Tage” verwenden wir jetzt, um Ribe und Esbjerg anzusehen. Dafür wird die heutige Etappe kürzer.

Unser Schlafplatz liegt im Nordwesten von Ribe, ziemlich ausserhalb in einem Wald, und wir müssen erst mal wieder ein paar km zurückfahren. Es gibt einen Parkplatz an einem Einkaufszentrum, wo es auch Toiletten mit Wasser gibt auf dem Weg, und ganz nette Plätze unter Bäumen zum entspannen. Ich nutze das Waschbecken, um ein paar Klamotten zu waschen, und dann geht es weiter in die Altstadt.

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Die Altstadt von Ribe: Eine Kathedrale mit Türmen, davor noch eine andere Kirche, und Fachwerkhäuser mit schwarzen Balken, roten Ziegeln und mit weiß gestrichenen Fenstern sind zu sehen. 

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An der Kathedrale von Ribe gibt es verschiedene Türmchen, dieses hat eine lustige spitze Form mit einem Rettungsring-Bauch. 

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Unsere Fahrräder stehen auf dem Platz vor der Kathedrale, dahinter sind alte, rot gestrichene Fachwerkhäuser und die Sonne scheint ganz schön.

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Eins der Gewölbe in der Kathedrale. Ich habe im Kunstunterricht eigentlich mal gelernt, wie das heißt, aber ich habe es wieder vergessen. 

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geschnitzte Verzierungen an der Kanzel in der Kathedrale, ein Engelskopf und eine Bordüre, zum Bemalen wurde blaue und goldene Metallic Farbe verwendet. 

Alles ist super schön und malerisch in der ältesten Stadt Dänemarks. Sie haben auch irgend so ein archäologisches Museum, wo ein Wikingerschiff restauriert wird, aber da gehen wir nicht rein. Die Kathedrale sieht sehenswert aus und ist es auch. Alt ist sie, und alles ist kunstvoll geschnitzt und gemauert.

Touristenbusladungen gehen ein und aus, und wir leisten uns bei einem Bäcker eine Plunderstange mit Vanille- und Apfelpudding und Krokant obendrauf. Ah, dänische Plunder! Direkt nebenan ist ein sehr einladend aussehendes Wollgeschäft. Aber ich habe meinen Wollvorrat so vermehrt, dass ich mir für dieses Jahr striktes Wollkaufverbot gegeben haben. Außerdem kann ich keinen Stauraum für Unnötiges verbrauchen, wir sind schließlich auf Fahrradtour. Ich gehe nicht mal rein, aber allein die ganzen bunten Knäule in den Sonderangebots-Körben vor der Tür sind schon sehr schön. Wie heißt es? Wolle kommt doch von wollen.

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Unsere leckere Wiener Stange auf einer braunen Papiertüte. 

Nach dem Stadtbummel geht es wieder auf die Route, auf dem Rausweg holen wir noch beim dänischen Discounter etwas fürs Abendessen, denn jetzt sind die mitgebrachten Vorräte aufgebraucht.

Die Strasse Richtung Esbjerg ist zuerst eher langweilig, wir fahren an einer grösseren Landstrasse entlang, aber mit seitlichem Radweg. Aber dann geht es wieder an die Nordsee und wir treffen wieder hunderte von niedlichen Schafen und Lämmern am Deich. Die Sonne brennt wieder auf uns nieder.

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flaches Land – sehr, sehr flach, ohne Bäume, nur grüne Wiesen, ein Asphaltweg und ein bepacktes Fahrrad. 

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Schafweiden (hier mal leer) und dahinter das Meer. 

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Mutter und Lämmchen auf dem Deich.

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An einer Durchflutungsöffnung im Deich führt eine Rinne zum Meer, und Schafe weiden auf der Wiese. 

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in dem spärlichen Schatten der Hütte gibt es Mittagessen, das ist hier das, was noch von gestern abend übrig war, in einer Lock Lock Dose. 

An einer kleinen Steinhütte an einem Flut-durchlauf-Tor setzen wir uns in den Schatten. Das ist auch der einzige Schatten, den es gibt. Wir machen Mittagspicknick und B. lockt Schafe an, die neugierig zum Zaun kommen und an seiner Hand schnuppern.

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Der Partner und die Schafe sagen sich Hallo

Dann geht es über einige kleine Dörfer rein nach Esbjerg. Die Stadt ist nicht ganz so hübsch wie Ribe, und um einiges größer. Schon vorab hatte ich mir einen Spejder Sport rausgepickt, um mir ein Loop-Hals-Kopftuch zu kaufen, denn meins ist ja irgendwo hin verschwunden vor der Reise. Und bei dem windigen Klima an der Küste brauche ich sowas schon. Mich nervt Wind, der mir ständig in den Ohren braust, da ist es super, eine Schutzschicht drüber ziehen zu können. Die Teile von Buff sind entsprechend teuer (wieso habe ich mir eigentlich nicht einfach selbst einen genäht?), aber im hinteren Teil des Ladens gibt es welche mit dem Logo der dänischen Pfadfinder, die kosten nur die Hälfte von einem Buff Loop.

Dazu erwerbe ich noch ein Sitzkissen, denn mein schwedisches, das wir letztes Jahr an der Straße in Skåne gefunden haben, hab ich glorreicherweise zuhause vergessen. Da ich schlecht knien kann, und auch eine anfällige Blase habe, ist so ein Sitzkissen super komfortabel. Das muss gar nichts großes sein, das Neue ist einfach ein 25x35cm grosses Stück Schaumstoff.

Auch in Esbjerg gibt es schöne Wollgeschäfte, und Stoffläden! Ach ach, skandinavische Handarbeitsläden, sie sind so attraktiv. Diesmal geh ich gar nicht erst rein, und das ist auch besser so.

In Esbjerg ist unser ausgesuchter Lagerplatz östlich der Stadt, im “Ost-Wald”. Er heißt “Knudsens Plads”. Da ist eine große Wiese, eine überdachte Aufenthaltsterrasse mit Sitzbänken, eine Feuerstelle mit Bänken drumherum und vier Shelter. Direkt nebenan gibt es eine große Grillhütte, in der eine grössere Gruppe gerade den Abend verbringt, und da gibt es auch Wasser und sanitäre Einrichtungen. Wir stellen fest, dass das Abschließen an beiden Toiletten nicht funktioniert. Die Einheimischen scheinen das Problem aber nicht zu haben. Komisch. Wir probieren und probieren herum, aber es geht einfach nicht und wir geben es dann auch auf.  Später, als die Leute nach Hause gehen, ist der Platz sowieso leer und wir sind ungestört, da können wir auch offen lassen.

Ich sehe eine große Zecke herumkrabbeln, aber ich habe Glück, auf der ganzen Tour fange ich mir keine ein. In Dänemark gibt es sehr wenig FSME, aber Borreliose, und die kann ich ganz gut vermeiden, wenn ich Zecken innerhalb von 12 Stunden finde und entferne.

Es gibt Letscho aus frischen Paprika, Tomaten und Couscous zum Abendessen, und wie relativ immer gehen wir früh schlafen. Faszinierend, wieviel länger es im Norden hell ist, dabei ist noch nicht mal Sommersonnenwende.

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Auf der Bank am Lagerfeuer in Esbjerg habe ich Paprika und Zwiebeln geschnippelt zum Kochen 

 

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Am Lagerplatz in Esbjerg: eine Lagerfeuerrunde (ohne Feuer) und Bänke und dahinter haben wir das Zelt aufgestellt. 

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Der Shelterplatz mit unserem Zelt in der Dämmerung. Wir schlafen nicht in den Hütten, weil wir kein Mückennetz dabei haben. 

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