Vestkyststien Tag 4: Esbjerg -> Kærgård

dktour2018

Die grasbewachsenen Shelter am Morgen an “Knudsens Plads” in Esbjerg, wir packen alles ein. 

Es ist Mittwoch, der 16. Mai 2018.  Wir schlafen wieder relativ lang und fahren ohne anzuhalten durch Esbjerg und freuen uns über die dänischen Motorisierten, die super rücksichtsvoll fahren. Wie warten lieber, als sich noch vorbei zu quetschen. Und es gibt Luftpumpen einfach so am Strassenrand!

Kurz nach Esbjerg halten wir bei den Skulpturen “Mensch am Meer” an, und gehen ans Watt und sehen Wattwurm-Spuren. Es ist gerade Ebbe. Das ist auch das einzige Mal auf dieser Tour, dass wir wirklich dem Watt so nahe kommen. Davor führte der Weg zwar am Meer entlang, aber um wirklich dran zu kommen ans Meer hätten wir über weitläufige Wiesen gehen und über Deiche klettern müssen, und zumindest mir geht es an Küstenradwegen so, dass ich denke: “Ach, das kann ich ja immer noch nachher/morgen machen.” Und dann ist nachher und man hat es noch immer nicht gemacht.

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Watt und weiter hinten ist ein Schiff zu sehen, das aussieht, als fährt es durch den Schlick.

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Die Skulpturen “Mensch am Meer” bei Esjberg sind vier weiße, sitzende, steinerne Gestalten, die in der Sonne leuchten. 

Wir haben es nun gemacht und das war auch gut so, denn wir fahren heute die Küste weiter hoch und verlassen das Wattenmeer, und kommen zu dem Teil der Westküste, der aus Sandstränden und Dünenlandschaften besteht. Oder alternativ: Die deutsche Touri-Hölle.

Leider haben wir heute konstant Gegenwind. Der Morgen war eigentlich etwas wolkig und wir freuten uns über die leicht kühlere Luft, aber gegen Mittag ist alles wieder sonnig und heiß. Nachdem wir eine Weile den Strandvej entlang gefahren sind, halten wir in Hjerting an und machen Pause an einer Strandhütte mit einer Statue für die Fischer.

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Eine schwarz gestrichene Hütte, Boote, und Picknicktische am Meer, wo wir unser Essen ausgepackt haben.

Danach geht es vom Meer weg und mit viel Gegenwind durch Dörfer. Wir sehen süße Esel und kurven um die Bucht von Ho herum. Da gibt es einen Parkplatz mit Aussicht, und wir setzen uns in den Windschatten einer Hecke, um ein wenig zu pausieren, dann geht es weiter. Ich merke nach wenigen Metern, dass ich eine Trinkflasche an der Stelle vergessen habe, und muss nur ein kleines Stück zurückfahren, zum Glück.

 

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Ein hellgrauer und ein brauner Esel stehen dösend in der Sonne.

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Fahrräder an einem kleinen See, der Wind schlägt Wellen auf dem Wasser. 

Kurz vor Oksbøl kommen wir an die Fischteiche, wo es auch einen Lagerplatz gibt, den hätten wir eigentlich gestern erreicht, wenn wir nicht umgeplant hätten. Jetzt sehen wir, dass er geschlossen worden ist, weil es kein Trinkwasser am Platz gibt. Komisch, es gibt doch mehrere Plätze, wo es kein Trinkwasser gibt, und das hat im Internet ja auch so gestanden, dass dort kein Wasser am Platz vorhanden ist. Naja, schade. Die Teiche liegen in einer hügeligen Landschaft, die mir sehr gefällt.

Danach geht es nach Oksbøl rein, wo wir beim Brugsen etwas einkaufen. Dann geht’s mit immer stärkerem Gegenwind nach Vejer, ein Stranddorf, das fast nur aus Ferienhäusern und Campingplätzen besteht. Auf dem Weg dorthin kommen wir durch ein großes Militärgelände, das man nicht betreten darf, und das auch recht gruselig aussieht. Es gibt zum Beispiel Häuser, die nur als Attrappen gebaut sind, um damit Krieg zu spielen. Ich sehe die Kriegsattrappen an und bin wieder mal dankbar, dass ich keinen Krieg in meiner Gegend erleben musste.

In Vejer verfehlen wir den Abzweig der Vestkystroute und landen am Strand unten. Mein Tourpartner ist erschöpft und ächzt, dass wir uns das von der Backe putzen können, Skagen in der gegebenen Zeit zu erreichen. Aber da das nächste Stück durch den Wald führt, sind wir vor dem Gegenwind etwas geschützter, und bei der nächsten Pause mit Kaffee und Kanelsnegle regenerieren sich auch die Kräfte wieder.

Wir kommen jetzt wirklich zum ersten Mal in Dünenlandschaften, und ich klettere auf Dünen rauf und bewundere sie. Die Dünen sind bewachsen, daher sieht es nicht wie eine Wüste aus, sondern eher wie eine bizarre Mondlandschaft aus Heidekraut und Strandhafer, aber spektakulär finde ich das alles schon.

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bizarre Dünenlandschaft, darin verstecken sich Ferienhäuser 

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Noch mehr kleine Seen in den Dünen 

 

Wir finden dank google maps ganz zügig unseren für heute ausgesuchten Lagerplatz. Es ist ein einfacher Zeltplatz im Wald bei Kærgård, in dessen Nähe es wieder eine große, runde Grillhütte gibt. Außer uns ist niemand da, und trotz der Lage im Wald ist es etwas windig und kühlt zum Abend hin auch ziemlich ab. Ich hole meine Strickjacke raus und mache es mir kuschlig warm damit.

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Am Zeltplatz angekommen, finden wir Tisch und Bänke, an die wir die Fahrräder lehnen können. 

Durch die Planänderung müssen wir morgen nur 47km fahren.  Eigentlich wollten wir bei den Fischteichen oder der Landzunge in Skillinge übernachten, und jetzt sind wir schon ein Stück Richtung Hvide Sande vorangekommen. Wir trinken am Lagerplatz Instant-Matcha-Latte und später koche ich Nudeln mit Sauce Sojabolognese.

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Unser Zeltplatz heute abend liegt geschützt in einer Waldlichtung. 

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