Müllvermeidungschallenge, Tag 27: Jetzt geht’s in den Intimbereich.

..denn die heutige Challenge lautet: “Replace paper Towels”. Damit sind Küchenrollen gemeint, aber es kommt auch Klopapier zur Sprache.

Ich habe die Links angegklickt, die im Zero-Waste-Challenge-Artikel verlinkt waren, und musste erst mal schmunzeln, weil manche Leute die Wegwerfpapierwaren aus Stoff exakt nachbilden. Sie setzen sogar Druckknöpfe in ihre “Stoff-Küchenrolle” ein, damit man ein Blatt von der Rolle “abreißen” kann, wie von so einer Wegwerf-Rolle.

Ich habe auch ohne Scheiß eine Klorolle aus Stoff gesehen, wo jedes Blatt mit dem davor durch einen Druckknopf verbunden war.

Ich bin sowieso weder eine Freundin von Küchenrolle, noch von Klopapier, um ehrlich zu sein. In den 90ern habe ich von den arabischen Friends meines Bruders gelernt, mich mit Wasser nach dem großen Geschäft zu waschen, und das geht völlig ohne teure Bidet-Installation. Eine leere Plastikflasche oder ein Gießkännchen für das Wasser reicht. Und ich finde, man wird auch sauberer. Klopapier benutze ich zum abtrocknen, aber tatsächlich kann man (vielleicht eher im Sommer) oft aufs abtrocknen verzichten, weil durch die Körperwärme trocknet man sowieso. Man kann aber auch kleine Handtücher da haben, um sich trockenzutupfen, wie in Italien, wo Bidets ne gängige Sache sind. Dann würde ich aber mit dem Handtuch nicht direkt bis an die Rosette gehen, so wie ich das mit Klopapier machen würde, sondern die Poritze halt äusserlich abtrocknen. Wer mit Klopapier abtrocknet, verbraucht weniger als ohne Vorwäsche.

Was die Küchenrolle angeht, habe ich eigentlich schon immer Putzlappen verwendet, wenn ein Malheur passiert ist. Küchenrolle kaufe ich mir nur, wenn ich gerade ein frisches Tattoo habe. Aus hygienischen Gründen wird das abtrocknen mit Wegwerfhandtüchern empfohlen, schließlich sind frische Tattoos wie offene Wunden. Man könnte sie nach dem abwaschen auch an der Luft trocknen lassen. Im Sommer. Jetzt ist grad kein Sommer, also benutze ich Küchenrolle.

Ich wundere mich eigentlich, warum Stofftaschentücher nicht zur Sprache kamen. Vielleicht kommen die später noch dran. Ich kann mich noch erinnern, wie ich als Kind ein “Medi-Zini” gelesen habe, so ein Kinder-Magazin, das es kostenlos in Apotheken gab. Da gabs immer einen Comic mit Gesundheitsbelehrungen drin, und eins handelte davon, wie eklig und ungesund Stofftaschentücher sind, weil man sich daran immer wieder selbst ansteckt.

Ich muss dem “Medi-Zini” da recht geben. Wenn man virenhaltigen Schleim ausniest, sind Papiertaschentücher auch meine erste Wahl. Für den winterlichen Alltag, wo die Nase ganz uninfiziert manchmal läuft, oder die Augen tränen, bin ich mit Stofftaschentüchern zufrieden. Aber immerhin habe ich aufgehört, die Papiertaschentücher in den kleinen Plastikpäckchen zu kaufen, sondern ich kaufe sie in der papiernen Spenderbox. Wenn ich krank bin, liege ich ohnehin im Bett, da brauche ich auch keine transportablen Taschentücher.

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5 thoughts on “Müllvermeidungschallenge, Tag 27: Jetzt geht’s in den Intimbereich.

  1. Ich habe Küchenrolle für ganz eingeschränkte Zwecke:
    – Fleisch nach dem Waschen abtupfen (selten gebraucht)
    – mir ist ein Glas mit Inhalt runtergefallen. Da möchte ich die Glassplitter nicht in meinen Putzlappen haben, sonst sind sie nach dem nächsten Auswringen in meinen Händen; und im Handfeger möchte ich den Klebs von der Marmelade/Tomatenmark(sonstwas auch nicht drinhaben.
    – Entfetten von Fritiertem. Kommt höchstens 1-2mal im Jahr vor, so oft gibt’s sowas bei uns nicht.
    Auf die Weise brauche ich so ca. 1 Rolle im Jahr (Rolle, nicht Packung!), das halte ich für akzeptabel.

    Aber die Story von den ach so unhygienischen Stofftaschentüchern halte ich für vorwiegend Vermarktungsstrategie. Wenn man erkältet ist, verteilt man die Keime eh überall in seiner Umgebung und wenn man die Erkältung überstanden hat, ist man gegen _diesen_ Erregerstamm erst mal immun. Sonst würde man sich ja auch an der Bettwäsche, Schlafanzügen etc. pp. dauernd neu anstecken.
    Laut den Apotheken ist ja auch die gewöhnliche feste Seife ganz böse und schlecht für die Haut. Ein Schelm, wer Arges dabei denkt…

    • Achja, bei Fritiertem benutze ich die auch mal. Ich frittiere so selten..

      Wenn ich richtig die Rüsselseuche habe, gehe ich durch Unmengen Taschentücher. Und die kann man auch nicht mehrmals benutzen, wenn das Stoff wäre, müssten die dann in die Wäsche. Und ich bräuchte so 50 Stofftaschentücher. (Hm… das entspricht so einem Bettbezug, glaub ich) Gut, zum Glück bin ich nicht so oft krank.

      Das mit der festen Seife habe ich auch von anderen Leuten gehört, weil die so basisch ist, soll das gaaanz schlecht sein. Aber es gibt seifenfreie, ph-neutrale “Wasch-Stücke”, hehe. (Ich benutze dennoch gewöhnliche Seife, ich übertreibs halt nicht so damit. Ständig waschen ist ja auch nicht gut.

      • Ich benutze gerade bei Erkältungen schon immer Stofftaschentücher (mittlerweile ausschließlich), weil sie viel freundlicher zur Nasenhaut sind. Ich habe vielleicht 10-20 Taschentücher und wasche sie dann einfach. Das klappt auch bei Erkältungen sehr gut. Da muss man dann vielleicht eine nicht ganz volle Waschmaschine anschmeißen, um genug Nachschub zu haben.

      • Daß die basische Seife so schlecht für die Haut wäre, ist halt auch eine Legende. Waschstücke sind da nicht besser, eher im Gegenteil. Solange man nicht wirklich eine massiv gestörte Hautbarriere hat, braucht man keine Waschstücke.
        Ich habe selbst eine leichte Neurodermitis und habe meine selbstgesiedete Seife auch an Bekannte mit starker Neurodermitis weitergegeben und alle haben die besser vertragen als gekaufte angeblich so hautfreundliche Duschgele etc.
        Es wird auch gern mal behauptet, Seife am Stück sei unhygienisch, weil sich darauf Bakterien ansiedeln könnten etc. Ist Quatsch, eben durch den basischen Charakter und durch das regelmäßige Trocknen zwischendurch gehen die Biester kaputt. Zumindest soweit man das in einem normalen Haushalt braucht (völlig steril will man ja auch gar nicht, ist auch ungesund). Die Seife sollte natürlich auch Gelegenheit zum Trocknen haben, also nicht in einer Schale in der Suppe schwimmen – besser einen Magnethalter wählen.
        Vieles von der Gesundheitsargumentation ist bei näherer Betrachtung auch nur Verkaufsargument…

        • Das basisches für die Haut aber nicht so dolle ist, finde ich schon einleuchtend, denn die hat doch einen sauren Ph-Wert. Das Natron-Deo, das ich für die Müllvermeidungs-Challenge selbst gemacht habe, verwende ich deswegen nur ab und zu. Es funktioniert wirklich großartig, aber ich glaube nicht, dass es jeden Tag getragen werden sollte, und ich habe auch schon von Leuten gehört, dass sie’s damit übertrieben haben und dann waren sie sehr unzfrieden damit und es hat die Haut gereizt und auch nicht mehr “gewirkt”.

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