Müllvermeidungschallenge, Tag 30: Suche dir eine Zero-Waste-Community

Hüstel, Hüstel…

Also, das finde ich etwas übertrieben, dass man sich zum Müll vermeiden gemeinsam in Gruppen organisieren soll. Müll vermeiden ist eher eine typische Konsumverhaltens-Modifikation, d.h. Leute verändern ihr eigenes, individuelles Verhalten, um die Welt zu verbessern. Was ja an sich nicht falsch ist.

Die Komponente des organisiert-Seins ist auch sehr wichtig für Veränderungen der Welt, und meiner Meinung nach sollten Menschen sich in Gruppen organisieren, um andere Dinge zu ändern als ihr eigenes Konsumverhalten. Denn das kann ich tun, wenn ich ganz allein bin. Mit mehreren kann ich schon mehr tun, also warum nicht mehr tun?

Gruppen dienen auch der Selbstorganisation von alternativen Dingen, Dinge, die man allein nicht hinbekommt.

Was zum Beispiel Sinn macht, ist, mit mehreren in eine Verbrauchsgemeinschaft zu gehen, z.b. eine Food Coop. Der Food-Coop Gedanke ist schon älter und im Unterschied zu einer “Wie vermeide ich noch mehr Müll” Selbsthilfegruppe kauft eine solche Gruppe konkret gemeinsam ein und bekommt bessere Preise für Alle, und die Großgebinde machen weniger Abfall. Damit wird Zero Waste erschwinglicher für diejenigen, die nicht soviel Geld haben.

Oder eine solidarische Landwirtschaft/CSA Mitgliedschaft einzugehen, das entspannt den Einkauf von Gemüse allgemein, weil immer welches rein kommt.

Ich habe Glück, dass ich schon eine “Zero-Waste-Community” habe, nämlich auf der Arbeit und im Freund_innenkreis. Ich wurde ja angesteckt von einer Kollegin, und kann mich auf der Arbeit und mit einer Freundin, die auch Müll vermeidet, darüber gut austauschen. Ok, Tagesaufgabe abgehakt ;)

Ich lese gerade “Zero Waste – weniger Müll ist das neue Grün” von Shia Su

Bislang gefällt es mir sehr gut! Ich habe es als ebook über meine Bücherei ausgeliehen. Angeblich sollte es erst im März verfügbar werden, aber eine Vormerkung zu machen, lohnt sich offenbar, denn ich wurde benachrichtigt, dass es jetzt schon verfügbar ist.

Ich mag an ihrem Buch, dass es wirklich praktisch und einfach geschrieben ist, und dass es den kleinen Geldbeutel mit bedenkt. Ich finde ihre Haltung “mach, was du kannst und verfalle nicht in Perfektionismus” ganz gut.

Und ich habe bei “Nudeln kaufen” genickt, als sie schrieb: Barilla ist die einzige Nudelmarke, die in Pappkartons verkauft wird, aber das muss jeder selbst wissen, ob man ein homofeindliches Unternehmen unterstützen möchte. Nun gibt es Diskussionen, wie homofeindlich Barilla tatsächlich ist, eine italienische Freundin hat mir erzählt, dass die Leitung von Barilla da zurückgerudert sei… ABER ich fand es gut, dass sie es in dem Buch erwähnt. Das zeigt mir, dass es ihr nicht um ein “Müllvermeiden um jeden Preis” geht, und andere Bedenken unter den Tisch fallen.

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