Vestkyststien, Tag 11: Von Blokhus nach Tornby

23. März 2018

Am 11. Tag habe ich kein Tourtagebuch geschrieben, und auch recht wenige Fotos gemacht. Wir hatten zwischenmenschlichen Stress, nicht so schön.

Wir fuhren nach Løkken in relativer Strandnähe, und es bot sich das übliche Bild der “Dünen-Resorts”, Feriensiedlungen am Meer, das klischeehafte Urlaubsparadies an der Nordsee. Schon schön, das ja, aber es ist irgendwann auch ein wenig eintönig.

Ein Highlight war die Strecke über den Sandstrand. Sie ist ein paar Kilometer lang und der Nordseeküstenradweg führt an den Strand und direkt über den Sand. Hier ist das möglich, weil es ein “Autostrand” ist: Die Leute fahren mit ihren PKW auf den Strand, parken das Auto, und sonnen sich Seite an Seite mit ihrem Blechhaufen. Eigentlich kaum zu fassen, aber es soll ja auch Leute geben, die ihr Auto in sogenannten “Car-Lofts” bis ans Bett mitnehmen. Warum also nicht mit dem Auto an den Strand?

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Ein Mann und sein SUV liegen Seite an Seite am Strand… ich weiss ja auch nicht.

Der Sand ist von den Reifen dermassen komprimiert, dass es möglich ist, darauf Rad zu fahren. Nur an manchen Stellen versinkt man doch noch im Sand, und ich habe mich auch einmal flach gelegt – an der Stelle bin ich allerdings auch weich in den Sand gefallen.

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Mein Rad mit den Packtaschen an einem kleinen, trägen Bach, der ins Meer fliesst am Strand.

Ich war trotzdem froh, als das Abenteuer “Autostrand” hinter uns lag, und es in Løkken hoch in den Ort ging. Am Strandcamping von Løkken haben wir ein zweites Frühstück zu uns genommen. Hier gibt es eine Semi-Steilküste, wo man mit Treppen zum Strand runtergehen kann.

Danach erinnere ich mich, wie wir weiter im Landinneren auf einer Landstrasse gefahren sind, die gerade frisch asphaltiert war, und wo der Belag ganz seltsam an den Reifen klebte, beim Fahren gab es immer komische Schmatzgeräusche. Das war bei Rubjerg, wo es eine grosse Düne gibt. Sie ist die höchste wandernde Düne Europa, und der Leuchtturm, der dort steht, wird in den nächsten Jahren wahrscheinlich ins Meer stürzen, denn die Küste in seiner Nähe bricht immer mehr ab. Laut Wikipedia hat die dänische Regierung im Herbst 2018 einen Etat bereitgestellt, damit der Leuchtturm 80 Meter ins Landesinnere versetzt werden kann.

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Eine frisch asphaltierte Strasse führt durch grüne Wiesen, im Hintergrund sieht man eine hohe, gelbe Sanddüne.

Unscheinbar neben der Strasse liegt ein alter Friedhof, der einmal zu einem Dorf gehörte, das durch das Sandtreiben aufgegeben werden musste. Hier in Norddänemark gab es früher viele Probleme mit dem Sandtreiben, denn für Brennholz wurde die Dünenvegetation abgeholzt.. An der ganzen Nordseeküste mussten die Dünen wieder mit Strandhafer und Strandrosen bepflanzt werden, um die Versandung etwas mehr in den Griff zu bekommen.

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ein Grabstein auf dem verlassenen Kirchhof bei Rubjerg

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noch mehr Dünen-Action
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Pause in Lønstrup am Meer, es gibt Sitzbänke auf einer Terrasse in der Stadt.

In Lønstrup sind wir dann nochmal ans Meer gekommen, und dann ging es hügelig wieder ins Land, auf eine Heidelandschaft, wo ein paar Bauernhöfe und ein schöner Wander- und Radweg sich durch den Wald schlängelten. Wir hatten unsere Route etwas umgeplant. Statt im Rubjerg Skov zu zelten, fuhren wir noch ein gutes Stück weiter nach Tornby, wo es einen Lagerplatz im nahen Waldstück gab. wir sind in Tornby noch zur Kirche gefahren um Wasser aufzutanken, aber das wäre gar nicht nötig gewesen, denn auf dem echt schönen Waldzeltplatz gibt es einen Wasserhahn.

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Der Zeltplatz in Tornby. Es gibt auch einen Shelter, einen Grillplatz und eine tofte Holzspaltmaschine.
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Am Shelter befindet sich der Wasserhahn. Er kann aktiviert werden, indem einfach so ein Stab zur seite gedrückt wird. Ein Plumpsklo gab es nicht, dafür standen Spaten bereit, um die Hinterlassenschaften selbst zu verbuddeln.

Am Abend auf dem Lagerplatz kamen wir dann zur Ruhe und entspannten uns, kochten Essen und widmeten uns dem Campingleben. Wir hatten auch wunderbares, sonniges Wetter.

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Das Fahrrad steht in der frühen Abendsonne am Waldzeltplatz

Später, als wir schon das Zelt aufgebaut hatten, zog Nebel auf. Ich ging einen Spaziergang machen und sah, dass hinter uns auf der Lichtung ein kleiner Waldsee lag, von dem der Nebel aufstieg. Es gab auch einige Rehe, die über unsere neblige Lichtung sprangen. So endete ein anfangs stressiger Tag noch sehr schön und sehr entspannt.

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Abends hüllt der Nebel alles ein.
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One thought on “Vestkyststien, Tag 11: Von Blokhus nach Tornby

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