Die böse Welt und Netzfeminismus.

Wieder mal ist viel zu tun, und ich habe zum Bloggen auch gar keine Zeit. Deshalb blogge ich grad auch nicht wirklich. So Themenrelevant, irgendein schlauer Text – nope… Dies ist ein Laut-Nachdenken in Online-Tagebuch-Form. Kein durchgehendes Thema.

Heute war ich als Unterstützerin mit Mr. Distelfliege und vielen anderen Leuten bei einer Gerichtsverhandlung zur Prozessbeobachtung. Wir haben Präsenz gezeigt bei einer Verhandlung eines Falles einer rassistischen Gewalttat, bei der ein Schwarzer Berliner von einem Weißen ins Gleisbett eines U-Bahnhofs gestossen und mit einem Messer bedroht worden war. Vielleicht sollte ich nur sagen, dass der Angeklagte furchtbar dreist war, die Zeug_innen einfach nur wischiwaschi ausgesagt haben, nach dem Motto, es hätten sich halt 2 Typen gestritten und sie hätten abgewartet, ob die “das nicht unter sich klären würden”, statt einzuschreiten oder die Polizei anzurufen, und der Geschädigte als Nebenkläger unglaublich stark und äusserlich ruhig den Prozess bestritten hat und seine Aussage gemacht hat. Nachdem ich bei zwei anderen Gerichtsterminen nicht rein kam (einmal hatte ich meinen Pass vergessen, das andere Mal gab es weitaus mehr Unterstützer_innen als Plätze im Saal) hat es diesmal geklappt.

Vor dem Saal unterhielt ich mich mit anderen Unterstützer_innen darüber, dass alltäglicher Rassismus in Österreich von der Mehrheit  so betulich, unschuldig und naiv vor sich hingelebt wird, noch viel heftiger als in Deutschland. Ich kenne das ja nur aus zweiter Hand, aber es gibt da diese Doku auf Youtube, die echt nichts für schwache Nerven ist. (Der Link geht zu Teil 1, von da aus zu den anderen Teilen weiterklicken).  (Achja: Lest nicht die Kommentare. Ernsthaft.)

Am Montag diskutierte ich mit einem wohlmeinenden Bekannten (wir meinen es ja immer alle gut…!) darüber, dass die Refugees aus der Ohlauer-Schule endgültig rausfliegen sollen, und ihm fiel nichts Besseres dazu ein als daß in der B.Z. (so ein Berliner Bildzeitungs-ähnliches Blatt) gestanden hätte, wieviel Kriminalität von der Refugee Schule angeblich ausgegangen wäre und Leute tratschen darüber, dass die Lerndisziplin in dem Deutschkurs, den einige der Refugees in einer nahegelegenen Volkshochschule besuchen durften, nicht grad hoch gewesen sei. Leider fällt vielen weißen Deutschen nicht viel anderes zum Thema Refugee-Aktivismus in Berlin ein. Ich arbeite in der Nähe dieser Volkshochschule, und ich habe dann weiter nachgefragt und erfahren, dass die Lernbedingungen in jenem erwähnten Kurs sehr schwierig bis unmöglich gewesen seien. (Es gab keine gemeinsame Unterrichtssprache und ein paar Leute konnten auch nicht lesen oder schreiben.) Leider hab ich das Gefühl, ich war die einzige, die sowas mal nachfragt. Anderen kommt es nicht komisch vor, wenn die Refugees Aufenthaltsrecht, Sprachkurse und Arbeitsmöglichkeiten fordern und dann den Sprachkurs zum Teil nicht besuchen. Da reicht die Erklärung, die wären halt desinteressiert, den offensichtlichen Widerspruch aufzulösen? Es heisst doch immer, dass die berühmte andere Seite auch angehört werden sollte, bevor man sich ein Urteil erlaubt. Im Fall von Schwarzen, von Refugees, halten einige das wohl nicht für notwendig.

Und das, wo ich mich frage, wie wir eigentlich die ganze Zeit leben können mit dem Wissen, dass vor den Grenzen Europas täglich Menschen sterben, dass wir eine humanitäre Katastrophe hier vor der Tür haben und nichts tun und mit Frontex eine Privatarmee halten (als Europa jetzt) die Arme und Verfolgte bekämpft. Ich frage mich das und andere fragen sich zu dem Thema, wieso jemand in einem VHS Kurs auf sein Handy guckt und ob es der Person zusteht, als armer Mensch überhaupt ein Handy zu haben. Es frustet.

Und dann passierte es einer Freundin, dass die kürzlich auf einem Event war, wo ein alltagsrassistischer Vorfall war und sie versucht hat, jemand für den Event Verantwortliches zu finden, mit dem sie über eine für alle okaye Vorgehensweise reden kann, wie reagiert werden könnte – und die sich stattdessen dann wieder findet als das Gespött von Veranstaltungsleitung, anderen Besucher_innen und einem Sponsor. Fast schon österreichische Verhältnisse… die weißdeutsche Mehrheit versichert sich gegenseitig selbst wie toll und im Recht und wie okay sie doch sind, und die eine abweichende Stimme – jaja, das muss ja Überempfinlichkeit sein. Ich denke, sie schreibt irgendwann noch was dazu und dann verlinke ich das.

Alles in allem also echt wieder die böse Welt. Die böse Welt. Es ist echt unerträglich und trotzdem ertrage ich es, trotzdem wird weiter gefeiert und geselfcared und alles, weiter im Tagesgeschäft… seufz. Gestern habe ich einen Film gesehen darüber, ob die Deutschen in der Nazidiktatur vom Holocaust gewusst haben und ob sie dagegen hätten rebellieren können. Heute frage ich mich, wieso so wenige Leute aufstehen gegen das Sterben vor der Festung Europa.

Dann habe ich gestern in der Pause auf Arbeit einen Text auf Medienelite gelesen: Feminismus als Selbstinszenierung.  Ich hatte sehr gemischte Gefühle. Einerseits trifft es manches voll auf den Punkt, und ich könnte so viel unterschreiben. Andererseits finde ich der Artikel ist auch ne ganz schön krasse (Selbst)geisselung, weil einfach viel zu wenig Platz ist für die ganzen Zwischentöne und sehr hohe Ansprüche an die feministische Szene daraus sprechen. Klar gibt es dieses viele Mimimi und es rennen auch wirklich ein paar Leute auf Twitter rum, die Verantwortung abschieben, sich selbst zum hilflosen multidiskriminierten Wesen erklären und tatsächlich mehrfachdiskriminierte Menschen für ihr angebliches dominantes Verhalten am einen Tag in Grund und Boden stampfen, und am anderen Tag die selben Menschen für ihre Stärke loben. Also die feministische Untervariante von White Womens’ Tears. (bitte einfach googlen, das ist so ein feststehender Begriff dafür, dass weiße Frauen andere Menschen kontrollieren durch ihre Inszenierung von Hilflosigkeit und Ängsten).

Andererseits denke ich: Ja und? Natürlich findet all das statt. Wir sind Menschen und machen Fehler, und wir existieren in einem System, deren Machtstrukturen so und so sind und die haben wir kräftig mit verinnerlicht. Und schädigen andere und, wenn wir selber die Diskriminiertenkarte in der jeweiligen Struktur gezogen haben, mitunter uns selbst dadurch. Also wundert es mich halt kein bischen. Wir arbeiten dagegen an – aber das sitzt einfach sehr tief. Ich frage mich, ob der Text von Nadine nicht selber ein wenig an dem hohen Anspruch leidet, den sie kritisiert: dass wir aus diesen Strukturen bitte schon ausgebrochen sein sollen.

An der Stelle mag ich ja manchmal die Texte von Antje Schrupp. Hier “die schmerzhaften Debatten unter Feministinnen“. Weil sie oft das Drumherum beleuchtet. Wir kriegen Dinge nicht hin, ja. Aber kriegen die Anderen sie hin? Wie sieht denn die Kultur von Kritik und Auseinandersetzung so allgemein aus? Kann es sein, dass wir da vor Schwierigkeiten stehen, die schon lang vorher hätten absehbar sein können? Es ist nun mal nicht so, dass wir, bloss weil wir Feminismus gut und Diskriminierung scheisse finden, auf einmal in der Lage sind, anders mit allem umzugehen und verinnerlichte Muster abzuwerfen.

Eins finde ich auch sehr wichtig. Angesichts der bösen Welt, dem Netzaktivismus und all der Fails und Frustauslöser. Sich offline mit Leuten zu treffen, ob zum Aktivismus oder auch zum Diskutieren oder einfach bloss herumrelaxen, das bringts. Zum einen kommt vom blossen Petitionen online klicken nicht soviel rum als wenn sich Menschen auch konkret offline zusammentun und bemerkbar machen. Zum Anderen – die Gespräche, zusammen stricken, zusammen Blödsinn machen. Das ist toll. Internet und Offline-Leben ergänzen sich doch ganz gut in der Hinsicht.

Der Trend mit der Paläo-Ernährung

Ich bin von momentanen Ernährungstrends oft angepisst. Damit ist gemeint, was gerade immer für eine Sau durchs Dorf getrieben wird, was “richtiges Essen” ist.
Im Moment also Paläo-Ernährung (dt. Schreibweise) oder Paleo diet (englisch).
Das ist so eine Richtung, wenn ich das richtig verstehe, bei der sich die Leute so ernähren, als wären sie in der Altsteinzeit.

Wikipedia dazu:

Die Steinzeiternährung fußt auf dem ausschließlichen Konsum von Nahrungsmitteln, die angenommen schon in der Altsteinzeit verfügbar waren. Die Ernährung besteht vor allem aus Fleisch (vom Wild), Fisch, Meeresfrüchten, Schalentieren, Eiern, Obst, Gemüse sowie Kräutern, Pilzen, Nüssen, Esskastanien und Honig. Zu vermeiden sind Milch und Milchprodukte, außerdem Getreide und Getreideprodukte wie Brot. Industriell verarbeitete Nahrungsmittel wie Zucker, alkoholische Getränke oder Fertiggerichte sowie Lebensmittel wie Oliven, die ohne Verarbeitung ungenießbar wären, sind ebenfalls zu meiden. Der Gebrauch von Pflanzenölen ist umstritten. Manche vermeiden nur die Öle/Fette, die aus nicht-steinzeitlichen Pflanzen wie z. B. Oliven, Erdnüssen oder Mais hergestellt sind. Andere verzichten auf alle Öle, da diese industriell verarbeitet sind, ein ungünstiges Omega-3- zu Omega-6-Fettsäurenverhältnis haben und mehrheitlich mehrfach ungesättigte Fettsäuren enthalten, die durch die Lagerung oxidieren, also ranzig werden können. Als Getränke werden nur Wasser und Tee aus Kräuteraufgüssen akzeptiert.

Im westlichen Kulturkreis ungewohnt ist die Ernährung mit Insekten, Larven und Würmern, die frühen Vertretern der Gattung Homo ergänzend als Proteinquelle gedient haben und heute von vielen Ethnien gegessen werden (Entomophagie). Insekten sind jedoch kein obligatorischer Bestandteil der hier vorgestellten Steinzeiternährung.

Altsteinzeit heisst, keine Ackerbaukultur, und damit ein Leben von Sammeln und Jagen (es gibt aber auch Vegane Paläos). Paläo Ernährung verzichtet aber nicht auf Kulturpflanzen, also z.b. Obst und Gemüse werden trotzdem sehr gerne genommen. Außerdem ist der moderne Altsteinzeitmensch auch Cosmopolitan, da wächst die Kokosnuß und die Schlehe quasi direkt nebeneinander, im “altsteinzeitlichen globalen Dorf”, weil auf sowas wie Hungerphasen und begrenztes Nahrungsangebot je nach Jahreszeit und Ort haben moderne Paläos natürlich keinen Bock. Dann kommt zum Teil eine völlig unökologische, unsoziale Spezialernährung für reiche Lifestyle-Bewusste heraus. (Dass Insekten in der westlichen Paläo-Ernährung nur ganz wenig vorkommen, spricht eigentlich auch Bände).

Ich z.B. neulich so im veganen Supermarkt “Veganz”. (Weil es im Moment mal wieder unmöglich erscheint, im lokalen Gemüsehandel Spinat zu bekommen. Wahrscheinlich lohnt es nicht, weil Spinat schnell gammelt und die Händler*innen zuviel Verlust machen mit dem Spinat.) Kundin*:
“Haben Sie Kokosblütenzucker nach Dr. Gröblalablub (Name geändert)”?
“Sind diese Kakao-Nibs in Rohkostqualität?”

Was ich auch ein wenig bescheuert finde, ist, dass andere Nutzpflanzen soweit okay sind, aber Getreide nicht. Getreide ist pfui pfui böse böse igitt. Das ist “neu” (d.h. angenommen wurde es Ernährungsgrundlage seit der Jungsteinzeit) und damit gar nicht gut für den Menschen. Ja, okay, es hat ja eine gewisse Logik: Kulturgemüse ist eine Weiterentwicklung von wildem Gemüse und dieses gab es wohl “damals schon”. (Wobei Getreide eine Weiterentwicklung aus Gräsern ist, die gab’s auch “damals schon”). Ja, insofern gibt es wirklich einen Unterschied zwischen Getreide und Gemüse. Den möchte ich gar nicht wegreden.

Mein Punkt ist der: Mir fällt auf, dass die Grenze zwischen “okayer Kultur/Ackerbaupflanze” und “böser Ackerbaupflanze” auch da verläuft, wo in modernen Industrieländern der Unterschied liegt zwischen “billiger Massenfütterung” und dem “besseren Essen”. Die “Paleo Diet” verteufelt die Stärkepflanzen, und mit Stärkepflanzen stellt heute die Agrar- und Lebensmittelindustrie auf billigste Weise ihre hochverarbeitete Nahrung her, die dann den “kleinen Leuten” im Supermarkt angeboten wird, während z.B. frischer Spinat nur noch im High-End-Superfood-Vegan-Geschäft zu finden ist.

Wir sind uns wahrscheinlich alle einig, dass industrielle Stärkenahrung ernährungstechnisch echt nicht gut ist (milde ausgedrückt).
Für mich ist die Konsequenz aus der Ernährungssituation in Industrieländern, dass wir global denken und solidarisch handeln. Also überlegen, wie wir so handeln können, dass sich Menschen im Norden UND im Süden souverän und gut ernähren können, und entsprechende Arbeit machen.
Für unsere Ernährungssituation im Norden ist es typisch, dass sich Arme Lebensmittel, die genug Vitalstoffe haben, kaum noch leisten können. Billig sind die Waren, die aus riesigen Monokulturen von Stärkepflanzen (Weizen, Mais) hergestellt werden. Teuer ist Gemüse und Obst, und (fast) gar nicht mehr erhältlich ist eine Vielfalt an verschiedenen Gemüse- und Obstsorten, weil Saatgut Lizenzware geworden ist und Kulturpflanzen der Freigabe für den Markt durch Behörden bedürfen. Vereinzelt gibt es von aussterben bedrohte Kulturpflanzensorten im Kuriositätenregal von Gartenmärkten und engagierte Ökos bewahren Saatgut und geben es weiter. Im Allgemeinen bleibt aber eine vielfältige Ernährung aus vielfältigen Kulturpflanzen für die Meisten unerreichbar.

Anstatt sich jetzt naserümpfend von den Stärkepflanzen (und denen, die sich nichts anderes leisten können) abzuwenden und sich über deren “Müll fressen” erhaben zu fühlen (Inhaltsnotiz für den Link: Diätgelaber), fände ich anderes viel sinnvoller. Nämlich sich dafür einzusetzen, dass mehr Vielfalt für Alle drin ist.

(Bitte zur Kenntnis nehmen: Ich kritisiere diese dahinter liegenden Muster und Strukturen, nicht die Beweggründe einzelner Leute, “Paleo Diet” zu machen.)

Ich will ja auch gerne gesund, schlank und fit sein (wobei ich dran arbeite, das “schlank” aus der Liste zu streichen und durch “wohl fühlen” zu ersetzen).
Für mich bleiben bei Paläo-Ernährung einfach zu viele Fragen nach Nachhaltigkeit, Umsetzbarkeit und Solidarität offen.
Nachhaltigkeit: Wie sieht es mir der Schonung von Ressourcen aus, wie sieht es mir der Ökologie aus?
Umsetzbarkeit: Wieso werden eigentlich alle Menschen über einen Kamm geschoren und diese eine Ernährungsform als “artgerecht” und “genetisch angemessen” propagiert, ohne daran zu denken, wie machbar und erwünscht die “Paläo-Ernährung” für 99% der Weltbevölkerung eigentlich ist? Was ist mit der Vielfalt der verschiedenen Esskulturen? Ist das egal?
Solidarität: Wo bleiben denn “die anderen”? Ist es “jedem sein Bier” wie wir uns ernähren, und fertig?

So bleibt für mich so ein bitterer Beigeschmack: Als die Armen in der europäischen Feudalzeit auf dem Feld ackerten und Gerstenbrei aßen, war der Adel blass und weiß und aß Weißbrot.

Als die Armen in den Arbeitervierteln der europäischen Industriesiedlungen lebten, ließen sich die Reichen in der Sonne bräunen und aßen viel Fleisch.

Als die Armen sich im Solarium bräunten und Fleisch mit Stärke aßen, wurden die Reichen wieder blass und aßen Bio, Vegan und Low-Carb.

Und immer wurde und wird so gedacht und geschrieben, als gäbe es nur Europa und davon abgesehen eine grosse Landmasse, die keine weitere Bedeutung hat, ausser die, dass die dortigen Ressourcen für europäische Bedürfnisse zur Verfügung zu stehen haben.

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Anmerkung: Ich bin selbst von Bio überzeugt und vegetarisch, ausserdem finde ich viele Dinge, die von Paläo-Seite aus an der modernen Ernährung kritisiert werden, völlig richtig. Ich wollte dennoch meinen Senf zu bestimmten Punkten abgeben. Das heisst nicht, dass ich einseitig denke, oder dass eine Sache nicht sehr viele verschiedene Seiten hat, die zu bedenken sind. Weil Ernährung und Ernährungsfragen ein Thema sind, wo es fast schon religiösen Fanatismus gibt, den einige Leute meinen, allen um die Ohren hauen zu müssen, lasse ich zu diesem Text keine Kommentare zu. Ihr dürft gerne eine andere Meinung dazu haben und mir ist klar, dass meine Meinung nur eine Stimme von vielen verschiedenen sind, und das ist auch okay für mich. Ich bin da überhaupt nicht rigide oder muss das überall durchdrücken. Ausserdem ist meine Meinung niemals fertig und entwickelt sich andauernd. Ich mag bloss grad keine anstrengende Ernährungsdiskussion führen.
Ein schönes Wochenende, happy Mai und lasst Euch nicht ärgern.

Wochenendrückblick (geklaut von Valo)

Bei der Spiraltänzer gibt es ja immer einen WochenendRückblick, und mir ist grad danach, auch einen zu machen.

[Wetter] kann ich mich nicht dran erinnern, ich war nämlich bloss arbeiten und schlafen.

[Gemacht] an 3 Tagen 4 Schichten gearbeitet, auf einer Housewarmingparty gewesen und mich im Netz in/mit einer Diskussion herumgeschlagen, wo ich langsam denke: Es gibt wahrscheinlich Wichtigeres.

[Crafts ‘n’ Arts] Ich habe echt so wenig an meinem Featherweight Cardigan gestrickt, weil ich vor lauter Schlafen, ARbeiten und Politdiskutieren zu gar nichts kam. Aber immerhin, so 10 Reihen, das ist ja nicht nichts!

[Bewegt] Radeln und Yoga, genau wie Amala. Ich bin in dieser Woche ca. 140km Fahrrad gefahren und habe an 5 von 7 Tagen Asanas geübt. Dieses Wochenende hab ich allerdings nur son 10 Minuten Quickie hingekriegt und dafür war ich eigentlich auch zu erschöpft.

[Gehört] Der Knit Wits Podcast ist zurück. Ich fand die neue Folge allerdings ärgerlich und rassistisch, weil sie die Klicksprache(n), ohne überhaupt zu wissen, dass diese in Südafrika u. Namibia zb. gesprochen werden, als Witzthema benutzt haben. Dann habe ich den Podcast von Hoxton Handmade (Sharknado) gehört und mich voll schlapplachen müssen bei ihrer Movie-Review. toll.

[Gelesen] Blogtexte zur Selfcare-Diskussion.. siehe meinen letzten Reblog-Eintrag.

[Gesehen] Nüscht. Ich gucke ja kaum Filme oder Videos oder TV.

[Getrunken] Schwarztee, Mineralwasser, Orangensaft, ein Smoothie

[Gegessen] Zuhause belegtes Brot und die Reste der Schokoladencookies, die ich am Donnerstag gemacht habe. Ausserdem gab es auf der Housewarmingparty selbstgemachte Sommerrollen mit ERdnuss-Sauce, oh Mann ich bin verknallt in dieses Essen! Ich muss das lernen die zu machen.

[Gedacht] Ich habe mich aus meiner allgemeinen Verunsicherung gelöst und dann kam gleich eine Riesenwut. Ich dachte wieder viel zuviel nach. Viel zuviel darüber, wie defizitär meine politische Praxis ist, bis ich merkte: Ist gar nicht so defizitär. Nur ist meine Praxis oft eine leise Praxis und manchmal ist sie auch flauschig, und das wird ganz oft nicht wahrgenommen oder wertgeschätzt. Flauschige Kämpfe werden oft gar nicht als wichtige Kämpfe registriert.

[GelerntGelehrt] Ich habe einen entspannten Stil Leuten etwas beizubringen, und ich lasse sie vertrauensvoll machen und schaffe ihnen eine beruhigende Umgebung fürs “Learning by Doing” und zeige ihnen, dass ich es ihnen zutraue.

[Gefreut] über Leute in meinem Lohnarbeitskollektiv. Über Nettigkeiten und gutes Zusammenarbeiten, zusammen feiern, und auch befreundet sein.

[Geärgert] Über Einander-nicht-zuhören, während vom einander zuhören geschrieben wird. Über schlechte Gespräche, während von guten Gesprächen die Rede ist. Naja, ich schätze, das muss es auch geben.

[Gekauft] Nichts.

[Dankbarkeit] Grad so über die Basics: Ein schönes Dach über dem Kopf zu haben, einen Job zu haben, leidlich fit zu sein, die liebe Familie..

[Spirituelles] nix

[Und sonst so?] Ich mache keine Doppelschichten mehr, hab ich beschlossen. Die gehen so an die Substanz. Aber eine Kollegin hat eine krasse Diagnose bekommen und fällt lange aus, eine andere ist auch grad lange ausgefallen, und dieses ständige Krepeln an der Unterbesetzung dauert schon so lange an. Es ist schwer Leute zu finden, die in einem Kollektiv mitarbeiten wollen und ne körperlich anstrengende Arbeit machen wollen.

[Ausblick auf die nächste Woche] Ein neuer Anlauf, ein genormtes Rezept für Pizzaschnecken herauszuarbeiten, Lohnbuchführung, Saxophon und Spinntreffen. Morgen hab ich frei von allem, was mich nervt!