Füller. Und Schreiben.

Im letzten Beitrag hier habe ich über einen Füllerkauf berichtet. Inzwischen sind ein paar Wochen vergangen, und ich habe noch einige Füller mehr angesammelt. Weil ich glücklicherweise poppige Plastikfüller in günstige Preissegmenten mag, kam mich das auch nicht teuer zu stehen. Der Pelikan Kolbenfüller ist somit mein einziger “Teurer” bisher.

Als ich mit Bulletjournaling anfing, habe ich alles mit Finelinern und Filzstiften gemacht. In der Bujo-Szene sind schwarze Fineliner ja DAS nonplusultra, und ich hatte sowieso welche da, denn ich benutzte die auch zum Zeichnen. Die “Wende” kam eigentlich, als jemand sagte, sie benutzt Füller zum zeichnen, statt der Fineliner, und dass das cooler sei als mit Einwegstiften zu zeichnen. Ja gut, dachte ich – aber die Tinte ist doch bei Füllern nicht wasserfest?

Oh doch! Anscheinend haben Tintenhersteller gerade ihre Liebe für die Urban Sketching Szene entdeckt und es gibt zunehmend wasserfeste Tinten für Füller zu kaufen. Zeichentusche, die wasserfest trocknet, kann man für Füller nämlich nicht benutzen. Sie würde den Füller verstopfen. Zuerst fand ich online nur die Tinte von de Atramentis. Nicht grade billig. Ich verkniff es mir. Aber die Füller Idee ging mir nicht aus dem Kopf.

Ich hatte drei Füller, zwei Lamy Füller (ein Safari und ein Al-star) die ich sehr mochte, und einen bunten Plastikfüller, der einfach super schreibt. Es ist ein Stypen Füller mit Blümchenmuster drauf. Ich hatte ihn letzten Sommer auf der Radtour als Tourtagebuch-Füller mitgenommen, und leider ist dabei bei dem Geruckel in den Fahrradtaschen der Deckel etwas eingerissen. Das habe ich dann mit Klebeband geklebt.

Füllersammlung
Bild: die zwei Lamy-Füller und der Stypen. Ausserdem der Senator Kolbenfüller und ein superbilliger neongrün-durchsichtiger Plastikfüller, von denen weiter unten die Rede sein wird.

Als nächstes kamen Kolbenfüller ins Haus. Der edle Pelikan, über den ich im letzten Beitrag geschrieben habe, und vier Wing Sung 3008 Füller. Den Tip hatte ich von DamnedSnob. Eigentlich dachte ich, ich kaufe einen Füller bei ebay, und die Überraschung war groß, als ich für etwas über 10 Euro auf einmal vier Füller bekam. Einen habe ich verschenkt, und drei habe ich behalten. Sie haben sehr feine Federn, und brauchen manchmal etwas Nachbessern, damit sie gut schreiben. Aber für den Preis gibt es nichts zu meckern.

Füllersammlung
Bild: Die drei Wing Sung Füller

Inzwischen hatte mir TQ – die selbst mit der deAtramentis-Tinte zeichnet, als Starthilfe ein Glas schwarze Dokumententinte geschenkt – Danke nochmal! – und ich konnte mit dem Jornaling und Sketching mit Füller loslegen.

Aber ich wollte meine Füllersammlung zu Ende beschreiben.
Ich hatte mir in den Schreibwarenläden der Umgebung umgeschaut und mich mit einem Online-Füller für 4,50 und einem Stabilo “be Crazy” Füller für etwa den selben Preis ausgestattet. Der eine ist schwarz und weiß mit kleinen Zeichnungen bedruckt, der andere hat ein Wassermelonen-Muster. Ich fand die beide ganz hübsch und sie schreiben auch ganz okay. Ich glaube, auch ein Online Füller war ein etwas grösserer, schwererer Füller, dessen Feder ich sehr hübsch fand. Den habe ich beim McPaper gekauft, allerdings mag ich den nicht so gerne. Er ist, wie gesagt, doch arg schwer, und er braucht immer etwas Starthilfe, wenn er ein paar Tage unbenutzt herumgelegen hat.

Füllersammlung
Bild: Lecker poppig und Plastik: Der Online Füller und der Stabilo mit Melonendesign.

Das war es erst mal, und es dauerte ein paar Wochen, bis ich ein paar High End Schreibwarenläden in Berlin heraussuchte, und mir einen Kaweco Sport mit feiner Feder und einen Kaweco Perkeo Füller mit mittlerer Feder kaufte. Das Design von diesen Teilen ist sehr old School und ich mag das sehr. Der feine ist leider etwas hakelig beim Schreiben, aber vielleicht muss der noch richtig eingeschrieben werden. Ich finde ja wegen so Kleinigkeiten gleich was zurückbringen immer leicht peinlich, deswegen gebe ich dem ganzen noch eine Chance. Ich bilde mir ein, dass er inzwischen auch besser schreibt.

Füllersammlung
Bild: Kaweco Perkeo und Kaweco Sport Füller

Dann fand noch ein japanische 0.2mm dünn schreibender Preppy Füller zu mir. Es ist ein PPQ-300 (sagt das liebe Internet) und er schreibt wirklich sehr fein und gut. Ein richtiger Fineliner-Ersatz!

Füllersammlung
Bild: Preppy Füller und der Mini Füller “Paper Mate”.

Und zu guter letzt fand ich beim Aufräumen meinen uralten Kolbenfüller wieder, der sich nicht, wie ich eigentlich dachte, als Pelikan herausstellte, sondern als ein Senator Füller. Er ist auch nicht schwarz, sondern mit so einer schwarzgrün-gemusterten Folie beklebt. Ich finde das ja nicht mal sooo schön, das scheint in der Füllerwelt aber ein beliebtes Styling zu sein. Nachdem ich ihn eine geschlagene Viertelstunde ausgespült hatte (er lag bestimmt 15 Jahre nur rum, wenn nicht länger!) schreibt er wieder wie neu. Leider ist der Clip an der Kappe ziemlich rostig geworden.

Ansonsten hab ich noch einen Plastikfüller Ultra-Billig aus der Schulzeit wiedergefunden, und im Kunstladen im Kiez haben sie noch so Mini-Füller für 2,50 rausgeschleudert, die echt niedlich aussehen, und ich habe mir gleich zwei davon geholt. Drauf steht “Paper Mate”, aber um was für einen Füller es sich ansonsten genau handelt, habe ich keine Ahnung.

So, das ist mein “Füller-Fuhrpark” und ich bin jetzt erst mal gezwungen, eine Kiste zu basteln, denn in dem kleinen Kistchen, in dem der Pelikan ankam, finden sie alle wirklich keinen Platz mehr.

#fountainpen collection
Bild: Alle Füller zusammen!

Ich hab ne Box für meine Füller gebastelt:) #fountainpen
Bild: meine neue Füllerkiste aus Pappe, mit Serviettentechnik beklebt.

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Ein neuer Füller “von früher”.

Ich treibe mich ja seit neuestem viel auf Mastodon herum. Dort fragte jemand: Was benutzt ihr so zum Zeichnen? Und hängte ein Foto dran, dass sie viel mit Füllern zeichnet, aber wasserfeste Tinte benutzt, um danach mit Wasserfarben drüber zu kolorieren. Das kann einem die ganzen Einweg-Fineliner ersetzen.

Schnell war ein Gespräch im Gange, das ins Füller-Nerdtum weiterführte, und ich kenne ja Füllernnerds. Also fragte ich DamnedSnob, ihres Zeichens Füllernerd meines Vertrauens, nach okayen Kolbenfüllern, denn sowas hatte ich mal als Teenager besessen, und irgendwie hatte ich aber den Kolbenfüller nicht mit nach Berlin genommen, als ich erwachsen war und dort hin zog.

Nachdem auf Instagram auch Bilder von Füllersammlungen ausgetauscht worden waren, habe ich mir einen Füller von Wing Sung bestellt. Der kommt aber aus China, und da kann der Postweg etwas dauern. Und, was ich mir dann noch gegönnt habe, ist ein Pelikan Kolbenfüller mit vergoldeter, feiner Feder. Eigentlich ein teurer Füller (jedoch, was ist bei Füllern “teuer” – Füller können ja extrem viel Geld kosten), ich habe den mit Hilfe einer dieser Preisvergleichsseiten reduziert gefunden, so dass er nur noch die Hälfte der UVP des Herstellers kostete.

Es ist ein Pelikan Classic M150 Kolbenfüllhalter.

Jetzt ist er da und völlig schön:

pen - 1

Ich glaube, das ist sogar genau der Füller, den ich als Teenager schon mal hatte. Ich hatte ihn zu irgendeinem wichtig-wichtig-Anlaß von meiner Oma geschenkt bekommen (falls ich mich richtig erinnere). Dass diese Dinger so viel kosten, wusste ich damals gar nicht. Ich weiss noch, dass ich damals sehr begeistert von dem Füller war und anfing, ein Buch abzuschreiben, nur, um damit zu schreiben. Er ist eher klein und hat ein dunkelgrünes Tintensichtfenster. Und eine vergoldete Feder.

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Naja, jedenfalls habe ich mir den “Füller meiner Jugend” quasi ohne das so genau zu wissen, jetzt wieder beschafft. Das heißt, sicher bin ich mir nicht 100% ob das der “Füller meiner Jugend” wirklich war. Aber als ich ihn auspackte, hatte ich schon ein eher starkes Déja vu. Dieser Füller wird genauso auch schon seit Jahrzehnten hergestellt. Das heißt, es könnte wirklich sein, dass ich den schon vor 30 Jahren mal hatte.

Er schreibt auch sehr schön, ich habe schwarze Tinte rein gefüllt. Ich benutze ihn jetzt zum Bulletjournaling, auch ein Hobby, bzw. eine Form der Selbstorganisation, die ich mir vor einem Jahr angewöhnt habe. Nachdem ich lange Zeit fast nur noch mit einer Tastatur geschrieben habe, freut es mich, durch das Bullet Journaling wieder mehr mit der Hand zu schreiben.