Müllvermeidungs-Challenge Tag 17: Shampoo

Ich habe das Thema Duschen und Haarewaschen bisher vermieden, denn ich habe eine umfangreiche Sammlung an quietschbunten, verschieden duftenden Duschgelen. Alles in Plastikflaschen. Bis das alles mal alle ist, dauert es noch etwas.

Aber wenn es so weit ist, werde ich meine Haare wahrscheinlich mit irgendeiner Haarseife waschen. Ich glaube, ich werde auch weiterhin meine Haare kurz halten, dann brauche ich auch wenig zum Pflegen.

Doch halt! Ich habe mir ja 2018 ein Kilo Lavaerde (im Karton) angeschafft, um auf Fahrradtouren die Sonnencreme abzubekommen, wenn man keine sanitären Einrichtungen hat und auch die Umwelt nicht mit Tensiden belasten will. Vielleicht nehme ich einfach die.

Ich hab meinen/unseren Wäscheschrank gekonmarit

Ich und mein Partner haben neulich drüber geredet, wie wir gar keinen Überblick mehr haben, was von unseren Bergen an Bettwäsche “noch gut” ist, und was weg kann.

Also habe ich heute den Wäscheschrank ganz klassisch komplett ausgeräumt, alles in die Hand genommen, und das, was ich behalten will, schön gefaltet und geordnet in den Schrank zurückgepackt. Es ist viel neuer Stauraum frei geworden, würde ich sagen.

Die Rosenblätter haben im Blog von Vielen einen spannenden Post über Ausmisten und Minimalismus geschrieben.

Ich habe mir in letzter Zeit oft Gedanken gemacht, ob man zum Ausmisten können Geld haben muss. Um sich das, was man rauswirft, dann wieder neu anschaffen zu können, wenn man es doch wieder braucht.

Ich habe nicht viel Geld.( ich habe lieber mehr Zeit, aber auch damit ist es nicht so weit her, denn im Handwerk wird man nicht grad reich). Daher kann ich seit vielen Jahren davon reden, dass ich durchaus ausmisten kann, obwohl ich wenig Geld habe. Zum Beispiel die Bettwäsche jetzt: Vieles, was wir haben, haben wir von anderen geschenkt bekommen, die ihrerseits ausgemistet haben. Einiges haben wir dazu gekauft, z.B. Spannbettlaken.

Davon sind einige einfach verschlissen gewesen, auch Bettbezüge waren zum Teil super oll, so, dass ich davon eigentlich nicht mal etwas weiter verschenken kann. Wir haben vor 10 Jahren mal neue Bettwäsche gekauft, weil wir nie sowas hatten, und trotzdem die alten, geschenkten Sachen behalten.

Das führte dazu, dass der Schrank einfach viel zu voll war, und das, was wir so “aufhoben” “für später” war eigentlich zum Großteil völlig unbrauchbar: vergilbt, fadenscheinig – wenn echt mal Besuch kam, hätten wir das gar nicht benutzen können, weil es doch zu beschämend gewesen wäre.

Nein, sowas rauszuwerfen, damit machen wir uns nicht arm. Das fraß nur Schrankplatz und sogar einen selbstgestrickten Pullover – denn als ich aussortierte, tauchte auf einmal ein lang vermißter Pulli von mir wieder auf. Zum Glück unversehrt und nicht mottenzerfressen. Er war bestimmt 4 Jahre unter Bettwäsche vergraben gewesen. Da kannste mal sehen!

Der aufgeräumte Schrank: Die Bettwäsche ist auf eine Größe gefaltet, die Laken sind in einer orangen Postkiste, für die ich bislang gar keine Verwendung hatte, und die Socken in einem Karton gelandet.

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Müllvermeidungs-Challenge #16: Bambuszahnbürste

Nein. Da mach ich nicht mit. Ich weiß, Zahnbürsten verursachen auch viel Plastikabfall, aber ich persönlich habe mir vorgenommen, mich auf Einwegplastik zu konzentrieren und das möglichst zu eliminieren. Zahnbürsten sind für mich kein Wegwerfprodukt, weil sie monatelang halten, und danach verwende ich sie noch für die Fahrradreinigung (ein Fahrrad hat SO viele verwinkelte Bauteile, es ist unfassbar), zum Haarefärben, um unzugängliche Stellen im Haushalt zu reinigen, und vielleicht fällt mir noch mehr ein.

Außerdem hab ich hautpsächlich eine elektrische Zahnbürste, die mir auch sehr wichtig ist und wo nur der Bürstenkopf ausgetauscht wird, was eh schon weniger Müll macht als Handzahnbürsten. Daher fällt bei mir eh nur 1x im Jahr eine Handzahnbürste als Müll an, wenn überhaupt.

Auf die elektrische verzichte ich nicht: Ich hatte jahrelang große Probleme mit der Zahnhygiene und mein Gebiss ist leider entsprechend kaputt, jetzt habe ich eine Routine gefunden, mit der meine Zähne zwar nie wieder gesund werden, aber immerhin nicht noch mehr kaputt gehen.

Auch Zahnseide verwende ich weiterhin die in den Plastikbehältern, es ist recht viel drin, bis das wirklich mal leer wird, dauert es lange. Ich benutze die mit den aufquellenden Fasern, die reinigt ganz gut in den Zwischenräumen, und die Zwischenräume sind meine NEMESIS.

Never change a working system!

Müllvermeidungs-Challenge, Tag 15: Such dir Seife am Stück

Ich hatte früher immer Seife am Stück, und das hat sich erst vorletztes Jahr geändert, als ich mich mit schlimmligen Holz-Seifenablagen rumgeärgert habe, und dann kurzerhand einen Spender für Flüssigseife gekauft hatte.

Dann hat ein Kollege für die Bäckerei Flüssigseife bestellt, und in einem Gebinde waren immer 6 große Flaschen. Er dachte, er bestellt 6 Flaschen, aber er hat 6 Gebinde bestellt, und dann saßen wir auf dieser Riesenmenge, und haben sie unter uns aufgeteilt. Es ist eine lecker duftende Oliven-Zitrus-Seife, die ich noch aufbrauche.

Dann werde ich irgendwann wieder zur Seife am Stück zurückkehren, und mir wahrscheinlich einen Seifenspender an die Wand schrauben, der aus Keramik ist. Angeschraubt werden muss der dann schon, sonst fällt er runter und geht dabei kaputt. Vielleicht finde ich auch einen rostfreien aus Metall.

Ich habe Nudeln gemacht und getrocknet!

Gestern hab ich ausserdem Nudeln selbstgemacht. Diesmal ein Rezept für vegane Nudeln. Ich war damit nicht so zufrieden, sie wirken sehr filigran, obwohl ich dachte, ich hätte sie nicht zu dünn ausgerollt. Ich habe sie bei niedriger Temperatur im Backofen getrocknet. Vielleicht hatte ich auch das falsche Mehl. Nächstes Mal mache ich sie nur aus Hartweizengrieß und Wasser, oder ich versuche, im italienischen Feinkostladen das Mehl “Tipo 00” zu kriegen.

Aber hier sind sie, das ist mein Werk:

Ein Backblech voller selbstgemacher Farfalle Nudeln, die auf einem Haufen liegen.

Die Nudeln sind in ein großes Bügelglas gewandert.

Nachtrag: Syndikalista hat mir auf Mastodon den Tip gegeben, dass Nudeln ohne Ei etwas dicker werden müssen, und ich habe bisher immer nur Nudelteig mit Ei gemacht. Gut zu wissen!

Zero Waste Hate Post

Weil heute bei meiner “Zero Waste Challenge” im Januar Monatshygiene dran wäre, und das für mich kein Thema ist, habe ich gedacht, ich spreche mal was anderes an. Und zwar, warum mich diese Szene auch ganz schön nervt.

Ich mag ja den Begriff “Zero Waste” an sich schon nicht. Denn das ist mir zu hoch gesteckt. “Weniger Müll” wäre das, was ich tatsächlich mache. Egal.

TL; DR Was ich an Zero Waste wirklich hasse, ist diese auf Hochglanz polierte Szene, die ZW-Ikonen, die mit ihrem ignoranten, heteronormativen, wohlhabenden, weißen privilegierten Mittelklasse-ZeroWaste-Lifestyle durch die Welt trampeln und glauben, sie retten die selbige dadurch.

Ich will nicht Leuten vorwerfen, dass ihre Instagram Accounts zu poliert sind. Privat nervt es mich, wenn alle nur noch selbstoptimiert alles auf Hochglanz halten. Aber wenn Leute das machen wollen, meinetwegen.

Ich will Leuten auch nicht vorwerfen, dass sie gängigen Schönheitsidealen entsprechen und eine weiße, mittelständische Hetero-Kleinfamilie haben, deren “glückliches” Leben sie online promoten. Es muss ja auch Leute geben, die weiß, heterosexuell und mittelständisch sind und den Kleinfamilien-Lifestyle halt für sich optimal finden.

Aber was mich nervt, ist: Dass es immer die selben Ladies wie aus dem Magazin geschnitten sind, die zu Zero Waste Ikonen werden, und dass sie sich verhalten, als hätten sie überhaupt keinen Begriff von ihrer privilegierten Position. (Auch wenn ich es erfreulich finde, dass die deutsche Zero-Waste Ikone, Shia Su, diesen Klischeebildern mal nicht entspricht und ihre Posts auf ihrem Blog finde ich z.B. recht bodenständig. Yay.)

Was mich gerade genervt hat, ist: Ich stolperte über die Webseite von Bea Johnson, die US-Amerikanische ZW-Ikone, weil sie einen “Bulk Store Finder” hat, der oft verlinkt wird. Ok, gucke ich mich da mal um und las… über ihre “Speaking Tour” nach “Afrika“. Es ging eigentlich nach Südafrika, aber macht ja nix, Afrika ist ja ein Land. Kein Kontinent, gell.

Die ganze Zeit gehts im Artikel über die coolen Dinge, die sie da macht.. Drachenfliegen, Schnorcheln, Safari, Ballonfahren, Berge und Strände besichtigen.. in den luxuriösesten Resorts wohnen.. und über Zero Waste reden. Auf den Fotos sind die meisten Leute im Publikum weiß. Sie besucht eine Paralellgesellschaft und reflektiert darüber gar nicht. Auch nicht darüber, dass all die Luxus-Unternehmungen, die ihr kostenlos organisiert werden, eben auch einen Co2 Fußabdruck haben.

Sie trifft die “südafrikanische Zero-Waste Ikone”, ebenfalls eine weiße Frau aus England, die allerdings gar nicht in Südafrika, sondern in Sambia lebt. So sagt zumindest ihr eigener Blog. Aber egal, Afrika – ist eh alles das selbe, gell. Gemeinsam besuchen sie Unverpacktläden und fliegen mit Mini-Flugzeugen und Ballons herum und essen unverpackte Nüsse zusammen.

Sie gehen auch in ein Cafe, wo sich Johnson darüber auslässt, dass ihr Tee in einem Teebeutel kommt. Und dass sie daran arbeitet, dass Tee nicht mehr in Teebeuteln kommt. Seriously? Sie hat gerade ihr Co2 Budget der nächsten 6 Jahre mit Fliegen verballert und der Teebeutel ist jetzt das Problem?

Sehr schön und romantisch findet sie es, dass sie einen weiteren “Engel” treffen darf, eine weiße Frau, die eine Organisation hat, die sich für das Pflanzen von Bäumen und das Anpflanzen von Feldfrüchten “in Afrika” einsetzt. Sie darf mit einer schwarzen Gärtnerin in einer Township zusammen einen Baum pflanzen, die von der Organisation Geld zum Gärtnern bekommt.

Dass sie ständig weiße “Macherinnen” trifft und Schwarze Menschen, die “in Need” sind oder unterstützt werden von ihnen, und warum das so ist, wird gar nicht hinterfragt. Oder vielleicht war’s auch nicht so? in ihrem Artikel sieht es nur so aus. Sie war auf einem tollen Adventure-Speaking-Urlaub und trifft viele supertolle Weiße, die ganz doll den armen Schwarzen helfen und überhaupt auch sehr ökologisch leben.

Sie besucht in einer Township einen Laden, in dem die armen, mehrheitlich Schwarzen Einwohner_innen Wertstoffmüll abgeben können, den sie auf der Straße aufgesammelt haben, und dafür erhalten sie Punkte, mit denen sie gespendete Kleidung oder Haushaltsgegenstände dort kaufen können. Sie findet das klasse, so wird Müll eingesammelt und die Armen bekommen Dinge, die sie brauchen. Ich finde das eher entwürdigend. Oft haben Arme genug zu tun, um einfach nur über die Runden zu kommen, da wäre eine Kleiderkammer besser, die nicht erst verlangt, dass man rausgeht, um Müll zu sammeln.

Und das ist alles kein Zufall, das die Verhältnisse so sind. Die Reise von Bea Johnson ist ein ignorantes Durchjetten durch eine Welt, die von Europa aus kolonisiert und ausgebeutet worden ist, und immer noch ausgebeutet wird. Wo die Folgen davon verheerend sind und klar vor unseren Augen liegen, und das wird von ihr nicht nur ignoriert, sondern da wird noch fröhlich dran mitgemacht. 

Wir machen alle irgendwie mit, es ist unmöglich, dem System zu entkommen. Aber man könnte es wenigstens sehen. Wenigstens beim Namen nennen. Und versuchen, es im ganz Kleinen und hier und da ein wenig besser zu machen. 

Wenn ich sowas lese, schäme ich mich, ein müllvermeidendes Weißbrot zu sein. Können wir bitte, BITTE, ein wenig weiter denken als dass wir keinen Teebeutel benutzen? Ökologie nutzt gar nichts ohne soziale Gerechtigkeit. Dass das genau die Leute sind, die sich als “Experten” präsentieren und Vorträge auf der ganzen Welt halten.

Ich cringe so hart.

PS: Ich habe jetzt den Blogpost von Bea Johnson nicht haarklein analysiert, und bin selbst als weiße nicht die erfahrenste Person für Rassismus und weißprivilegiertes Verhalten, deshalb ist das nur so ein grober Eindruck. Ich finde nur, wir sollten nicht so tun, als gäbe es in der Zero-Waste-Community diese Ignoranzhaltungen nicht. Ich möchte gern meine weißen Privilegien sehen lernen, sie hinterfragen und zumindest 1 gute Verbündete für People of Color sein. Und da habe ich mich gehalten gefühlt, so was auch mal zu thematisieren.

ZW Challenge Tag 13: Kauf Brot im Stoffbeutel

Das ist natürlich etwas unpraktisch, weil Sonntag ist.

Ich bin Bäckerin und deshalb muss ich kaum Brot kaufen, und wenn ich welches mit heim nahm, habe ich es früher oft schändlich in eine Papiertüte gepackt. Das hat sich inzwischen auch geändert, denn ich habe immer meine Stoffbeutel dabei! Yeah!

Das war jetzt ein eher kurzer Eintrag, und morgen gibt es auch nichts, denn da geht es um Zero-Waste-Menstruationshygiene, und das brauche ich ja nicht mehr.

Vielleicht blogge ich morgen trotzdem, denn meine Aufräumeritis geht ja weiter.

Bis dann!

Kaufnix und Aufräumen

Markttag

Heute wäre bei meiner Zero-Waste-Challenge dran gewesen, eine Wanderung zu unternehmen. Aber das klappt nicht: Gestern hatten wir eine anstrengende Backschicht, ich habe bis 11 geschlafen und das war eh schon zu kurz, und dann war heute der Markttag, wo wir immer für die Woche das Gemüse und den Käse einkaufen.

Am Käsestand sind wir von einem anderen Kunden gelobt worden, weil wir eine Glasdose dabei hatten, er fand das voll gut. Draußen hat es geregnet und ich hoffe, es wird noch viel mehr regnen diesen Winter, damit sich die Böden gut vollsaugen und wir, bzw. die Pflanzen, es besser überstehen, wenn wir noch so einen trockenen Sommer bekommen sollten. Ich hätte ja Lust auf einen sonnigen Sommer. Es muß aber bitte nicht ganz so trocken sein wie der 2018. Und dafür ist Winternässe die beste Investition!

Aufräumen

Ich habe Klamotten aufgeräumt. Nicht alles, aber immerhin etwas. Los ging es damit, dass ich diese Aufräumserie mit Marie Kondo gucke, und dieses vertikale Aufbewahren von Stoffdingen interessant fand. Also habe ich meine alte Lasagneform, aus der die Beschichtung leider abgeht, rausgenommen und die Stoffbeutel zum einkaufen gefaltet und vertikal da rein gepackt, damit man sie alle schön sieht.

All die Stoffbeutel sind jetzt schön gefaltet in einer alten Lasagneform.

Daneben habe ich immer eine Papiertüte gehabt, in der all meine Stricktücher und Schals reingestopft waren. Die habe ich dann gefaltet und in eine Box aus Flechtwerk einsortiert, so dass ich sie alle sehen kann. Die Box musste aber auch erst mal frei werden, deshalb ging ich an meinen Klamottenschrank und habe Hosen aussortiert.

Ich hab gar nix zum anziehen! Und das ist okay.

In dieser Marie-Kondo-Serie haben die Leute immer riesige Berge mit Kleidung, und sortieren sich da durch, bis sie eine nette Kollektion übrig behalten, die sie mögen. Bei mir ist die Hosensituation sehr anders. Ich hatte quasi nur noch Hosen, in die ich gar nicht mehr rein passe, die ich einfach vergaß, mal auszusortieren, und dann habe ich noch vier Hosen, in die ich reinpasse, und diese vier Hosen habe ich 2017 und 2018 neu gekauft. Davon ist noch eins eine Sommerhose, und eins ist eine Hose, die ich irgendwie “schonen” will, weil sie teuer war (so ne Fjällräven-Outdoorhose). Das bedeutet: Ich hab grade 2 Hosen, wenn ich die eine nicht anhabe, hab ich die andere an.

Ich habe alle alten Hosen in eine Tüte gepackt und bringe sie demnächst in die Altkleidersammlung. Aber zwei der alten Hosen sind dafür zu schade. Das ist eine Outdoor-Funktionshose, die mit zu den langlebigsten gehört, die ich je hatte, und eine Zimmermannshose, die ich für teures Geld im Berufskleidungsladen erstanden habe. Beide passen mir ganz knapp nicht mehr, und vielleicht finde ich dafür Leute, die sie gerne haben würden.

Aber so im großen und Ganzen passt mir der Hosen-Minimalismus ganz gut. Ich dachte ja immer, mein Körper bleibt jetzt so, aber nur für den Fall des Falles, das das nicht so ist, macht es sich gut, Hosen auch wirklich abzunutzen, bevor man raus wächst. Und das geht kaum besser als wenn man nur zwei Hosen besitzt, und diese halt abwechselt.

Deshalb auch hier: Ich bleib bei #noBuy!

ZW Challenge, Tag 11: Gemüsereste sammeln

Heute ist die Idee bei der “Zero Waste Challenge“, Gemüsereste aufzuheben, um damit selber Gemüsebrühe zu kochen. So muss man keine Instant-Brühe mehr kaufen.

Das klingt erst mal gut! Seit ich versuche, plastikfrei einzukaufen, koche ich (wir) viel öfter und der einzige Müll, der ständig runtergetragen werden muss, ist der Komposteimer. Gemüsereste fallen da schon ständig an!

Gestern habe ich dann auch schon mal einen Brokkoli-Strunk in ein Glas getan und in den Kühlschrank gepackt. Heute werde ich den ganzen Tag auf der Arbeit sein, deshalb habe ich heute gar keine Zeit, irgendwas zu kochen, und es wird auch keine Gemüsereste geben.

Mal sehen, ob ich überhaupt genug sammle, bevor sie in ihrem Glas im Kühlschrank vergammeln..

Und was macht das no-Buy-Year?

Das läuft auch sehr gut. Ich habe von einer lieben Person auf twitter ein Profil auf deren Netflix Account bekommen, und schaue jetzt “Tidying up with Marie Kondo”, von dem alle(tm) gerade so begeistert sind.

Was mich daran fasziniert, ist, wie sie die Beziehung von Menschen zu ihren Sachen und ihrem Zuhause sieht. Ich habe gemerkt, dass ich zu meinem Garnvorrat ein sehr ähnliches Verhältnis habe wie Marie Kondo zu ihren Dingen. Ich habe mir angewöhnt, eigentlich wegen der ständig drohenden Mottengefahr, mein komplettes Garn einmal im Jahr (oder zweimal) auf einen großen Haufen zu packen und alles durchzusehen.

Dabei stelle ich immer wieder fest, was für einen großartigen Stash ich habe, und was ich alles damit stricken will. Kauflust auf neues Garn habe ich seither kaum noch, weil ich mir regelmässig vor Augen führe, was ich selbst habe und wie schön es ist.

Ich sortiere dabei aber nie etwas aus, und ich halte auch nicht jedes Garn einzeln in der Hand um zu fühlen, ob dieses “spark joy” abgeht. Bei mir gibt es eher ein anderes Phänomen: Ich fühlte schon immer etwas für die “Underdogs”, die “ungeliebten”, sowohl Personen, als auch Tiere, oder Dinge. Bei meinem Garn stricke ich ganz gerne zuerst etwas aus Garn, das ich schon sehr lange habe, also etwas, das “schon lang warten musste”, oder aus Garn, das andere aussortiert haben, oder gerade das weniger schöne, edle Garn. Ich mag es, daraus schöne Dinge zu stricken und aus dem “weniger schönen” Garn extra etwas schönes zu machen!

Deshalb mag ich auch den ganzen Upcycling-Gedanken.

Gestern war ich bei der Zahnärztin, und früher hatte ich die Angewohnheit, mir nach dem Termin irgendwo eine Kleinigkeit als “Belohnung” zu kaufen. In der Nähe meiner Zahnärztin ist eine Mall mit mehreren Kreativ- und Kunstläden. Ich habe schon gemerkt, dass ich gerne ein wenig durchgegangen wäre und mir ein “Zahnarztgeschenk” gekauft hätte, aber ich brauche wirklich gerade nix an Kunstmaterialien, und daher hab ich mir den Impuls auch relativ einfach verkniffen.

Vielleicht werde ich demnächst mal meine Kunst-Vorräte neu zu organisieren versuchen, und den “Marie Kondo Effekt” nutzen. (Den ich, ohne Marie Kondo zu kennen, schon länger für mein Garn nutze)

Und sonst so

Content Notiz: Hier gibt es Diät Talk.

Ich habe mich ja gerade auf Zuckerfrei gesetzt, und versuche, 3 Stunden vor dem Schlafengehen nichts mehr zu essen, und auch ein wenig mehr schonende Dinge zu essen. Ich hatte ganz schön Stress im Januar und das hat mir auf den Magen und die Magensäure geschlagen. Inzwischen geht es mir schon besser! Auch wenn das mit dem Zuckerfrei noch nicht so 100% klappt und es Disziplin erfordert, sich kurz vor dem Schlafengehen nicht noch Snacks reinzuhauen. Mein Magen wird es mir danken!

Ich glaube, ich habe inzwischen leider einfach eine Neigung zu Sodbrennen, vielleicht hat es die Grenze zur Reflux-Krankheit auch schon überschritten, genaueres könnte wohl nur eine Magenspiegelung ergeben (sagte der HNO) und dann wäre das Problem ja nicht behoben.

Manche Webseiten empfehlen, abzunehmen, aber mein HNO ist selber dick und war nett genug, mir das nicht zu empfehlen. Ich glaube auch nicht ans Abnehmen, ich glaube daran, gesünder zu leben und sich Gutes zu tun, und den Körper dann das eigene Gewicht selbst bestimmen zu lassen.

Es kann sein, dass ich durch Zuckerverzicht und abends nix mehr essen abnehme. Vielleicht aber auch nicht. In jedem Fall wird es nichts sein, das ich steuere oder primär anstrebe.

ZW Challenge, Tag 10: Lose Dinge einkaufen

Ich mach diese Challenge von “Zero Waste Chef” schon seit 1. Januar, so ein wenig just for fun. Heute ist “Day 10: Fill up on staples at the bulk bins” dran, was eigentlich soviel heißt, wie lose Grundnahrungsmittel einzukaufen. Scheinbar gibt es in den USA und Kanada “Bulk Stores”, wo Großpackungen eingekauft werden und man die Lebensmittel dann lose kaufen kann, und das ist dann sogar billiger.

Nicht so in Deutschland! Das wäre ja auch viel zu einfach! Warum einfach, wenn man es auch bürokratisch und hochkompliziert haben kann! Denn Vorschrift ist Vorschrift und Dienst ist Dienst!

Deswegen gibt es hier erst seit Kurzem “Unverpackt-Läden”, und diese haben mit vielen Vorschriften und Auflagen zu tun. Das macht die Produkte dann eher teurer, als billiger. Zudem verkaufen hiesige Unverpacktläden fast ausschließlich Biowaren, wer also konventionelle Lebensmittel aus Kostengründen bevorzugt, hat Pech gehabt.

Wenn es möglich ist, kaufe ich Lebensmittel, die ich auch so unverpackt bekommen kann. Aber bei bestimmten Dinge, z.B. Hülsenfrüchten, gelingt mir das gar nicht. Auch Spülmittel oder Shampoo ist ebenfalls sehr schwierig, früher hatte fast jeder Bioladen Kanister da stehen, (das habe ich kürzlich schon mal geschrieben, oder?) aber das ist heute sehr aus der Mode gekommen.

Überhaupt war das Plastik vermeiden in der früheren Bio-Szene gang und gäbe. Unverpacktläden und Plastikvermeidung sind eigentlich gar nicht so neu. Nur, weil inzwischen die Bio-Szene so davon abgekommen ist, erscheint es vielen Leuten heute so, als wäre das etwas Neues.

Ich brauche heute gar nicht so viele Vorräte, denn ich bin noch ganz gut bestückt im Moment. Gerade ist mir ein großes Vorratsglas leer geworden, wo Nudeln drin waren. Allerdings sind mir die Nudeln im Unverpacktladen zu teuer im Vergleich zu verpackten Nudeln. Deshalb werde ich am Wochenende Nudeln selbst machen, trocknen und damit mein Glas nachfüllen.

Aber halt, dafür muss ich Hartweizenmehl besorgen! Das krieg ich zum Glück in der Bäckerei, also muss ich daran denken, ein großes Glas dorthin mitzunehmen.

Etwas war ich heute einkaufen: Dieses große Glas Kamillenblüten. Wir haben in Berlin einen “Bulk Store” für Kräuter, nämlich “Kräuter Kühne”. Allerdings verkaufen sie NUR in 100g-Einheiten, wer also Kräuter in eigene Behälter gefüllt haben möchte, muss welche haben, die groß genug dafür sind.

Das schöne, alte Glas stammt noch aus unserer früheren Gemeinschaftsküche, darin sind leckere, duftende Kamillenblüten.

ZW Challenge, Tag 9: Essensplanung

Heute hätte ich ja fast nichts geschrieben! Aber ich schreibe doch etwas, zur Zero Waste Challenge: Heute ist “Meal planning” dran. Etwas, das ich leider selten mache, aber was ich öfter machen sollte, denn es reduziert das Wegwerfen von Essen und man kommt eher dazu, auch dann mal was zu kochen, wenn man viel beschäftigt ist.

Wir hatten auch mal einen “ewigen Essensplan”, wo wir 3 Wochen Mahlzeiten geplant hatten, und das wiederholt sich ständig von vorne. Das haben wir aber nie wirklich lang durchgezogen. Wo genau der “Fehler” lag, weiß ich nicht, aber vielleicht liegt es auch nicht allen Leuten gleichermaßen.

Letzten Samstag haben wir etwas Gemüse auf dem Markt gekauft, und davon ist noch Weißkohl und rote Bete da, Sellerie und Möhren, ausserdem ein Brokkoli, der günstig war, und dann habe ich heute Süßkartoffeln in einem Gemüseladen im Angebot gesehen. Dann war es ein Leichtes, die nächsten Tage Essen aus diesem Gemüse zu planen, und für die Tage dazwischen noch irgendwelche einfachen Rezepte.

Dann habe ich mir noch notiert, was ich dazu noch besorgen muss. Es ist gar nicht so viel, das sollte doch stressfrei zu schaffen sein!

Außerdem habe ich heute meinen kaputtgegangenen Repeater ersetzt, aber nicht durch Neukauf, sondern ich habe ein gebrauchtes Gerät über Ebay Kleinanzeigen erstanden. Das ist echt super, und dann wirft jemand anderes ein unverwendetes Gerät nicht weg! Inzwischen hängt es schon an der Wand und tut ganz gut seinen Dienst.

ZW Challenge, Tag 8: Müllanalyse

Der komplette Verpackungsmüll (ausgenommen dem Papiermüll, der getrennt gesammelt wird) seit dem 26.12.2018. rechts sind “Altlasten”, also Verpackungen von Dingen, die schon vor unserer Müllvermeidungs-phase da waren und die jetzt erst aufgebraucht worden sind. In der Mitte ist das Katzenfutter, und links ist “unser” Müll.
Hier nochmal der Müll ohne die “Altlasten”: zu “Unserem” Müll habe ich nur die Plastikpackung für die Zahnbürstenköpfe beigetragen.. und die Folie oben links und das Klebeband ganz oben, da habe ich ein Päckchen bekommen und die geschenkten Kerzen waren darin eingepackt. Darunter sind Dinge von meinem Partner, 1 Feuerzeugpackung, 1 leere Dose von Matcha-Tee, ein Deckel, und leere Papiertütchen mit Plastikbeschichtung.
Das ist der Müll, den wir nicht reduzieren können, okay, vielleicht die Katzensticks weglassen und die Katze muss dann eben ein freudloses Leben ohne Leckerlis führen.. lol
Aber was die Katze und die Zahnpflege angeht, möchte ich keine Alternativen suchen, denn die Katze geht in den Hungerstreik und meine Zähne haben auch schon genug mitgemacht.

Die Zero Waste Challenge geht zu Tag 8 und ich habe mit gerümpfter Nase den grünen Punkt-Müll auseinandergepflückt und auf dem Boden ausgelegt. Ich bin mit dem Erfolg sehr zufrieden!

Vielleicht sollte ich auch mal den Papiermüll durchsehen, der angefallen ist.

Das Bild ist etwas unscharf, aber das ist gut, denn ich muss dann nicht die Adresse auf der Paketbenachrichtigung anonymisieren. Links oben sind Verpackungen von Lebenmitteln, die Brötchentüte wäre absolut vermeidbar gewesen.. die Zucker- und Butterkartons/papiere eher nicht. Darunter ist Papier von einem alten Kalender bzw Reste von Butterbrotpapier aus dem ich einen Minispritzbeutel gebastelt hatte, und rechts unten ist die “Teekatastrophe”, die Überreste des massiven Teebeutelkonsums meines Partners.
Oben links sind Umschläge und Paketscheine, also etwas, das wir zugeschickt bekommen haben und das wir nicht wirklich vermeiden konnten.

Alles in allem ist mein eigener Müll diese Woche, bzw seit 2 Wochen, sehr gering ausgefallen und ich habe eigentlich alles, was man reduzieren kann, auch reduziert.

Für die Dinge, die mein Partner quasi im Alleingang verbraucht, fühle ich mich nicht zuständig, wir machen zwar gemeinsam Plastikmüllvermeidung, aber was die einzelne Person für Dinge des persönlichen Bedarfs für Veränderungen in Kauf nimmt, ist immer noch deren Sache. Bei uns jedenfalls. Ich bin von Teebeuteln auf losen Tee umgestiegen und habe inzwischen auch fast alle meine “Altlasten” an Teebeuteln verbraucht.

Und jetzt machen wir einen Regenspaziergang und schauen uns das Museum am Friedhof der Märzgefallenen an. Das kostet keinen Eintritt und beim letzten Besuch dort habe ich eigentlich nicht viel von dem, was da drin präsentiert war, verstanden. Ich habe zur Märzrevolution 1848 große Bildungslücken, daher fällt mir das Einbauen von neuen Informationen dazu in meinen Wissensspeicher eher schwer. Nicht dass ich es nicht spannend fände, aber das Wissen setzt sich ganz schwer fest..