Müllvermeidungs-Challenge, Tag 23 + NoBuy Erweiterung

Heute wäre bei der Zero-Waste-Challenge dran: Hole Essen zum Mitnehmen in deinem eigenen Behälter. Das mache ich seit einer Weile schon, und ich habs sogar schon mal weit vor meiner Plastikfreien Zeit gemacht, weil ich diese Materialverschwendung von Essen zum Mitnehmen schon immer so furchtbar fand.

Also werde ich euch nicht mehr mit meiner Tiffin-Box und dem darüber labern behelligen, sondern einfach diskret die heutige Aufgabe abhaken.

Dafür war mein NoBuy heute in Gefahr: Ich habe ja noch Duschgel und Bodylotion, und ich habe auch vor, wenn das alles alle ist, mir entsprechend selber was zu machen. Zumindest für die Bodylotion, da möchte ich gerne selbst Sheasahne machen, aus der Sheabutter, die ich noch “von früher” hier habe.

Aber dann glotze ich auf Youtube ein Video über die “Naked” Lotions und Duschgele von Lush, also feste Duschgele und feste Lotions. Und obwohl ich Lush schon immer pseudo-öko und teuer fand, hat sich mein Hang, gerne mal nach Pflegeprodukten zu shoppen, mit meiner derzeitigen Müllvermeidungsphase ungut verbunden und ich habe überlegt ob ich mir sowas kaufen gehen sollte.

Aber NEIN, denn erstens ist Lush noch immer sehr, sehr teuer und nicht mal so top gut, zweitens habe ich immer noch genug Duschgel zum Aufbrauchen zuhause, und drittens möchte ich mir doch diese Shea-Sahne als Bodylotion selbst machen.

Ich merke schon: Ich muss mein NoBuy um eine Kategorie erweitern: Keine unnützen Pflegeprodukte kaufen. Also lautet die neue Regel: Nur was kaufen, wenn etwas wirklich alle geworden ist, und ich echt keine Zeit zum Selbermachen hatte.

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Müllvermeidungs-Challenge, Tag 22: Mehr Leitungswasser!

Das ist schon etwas, was in unserem Haushalt seit Jahren läuft. Wir hatten mal – lang ist das her – immer ne Kiste Mineralwasser zuhause, und dann dachten wir ganz klassisch: Wieso eigentlich Kisten schleppen? Und schafften uns einen Wassersprudler an. Ich trinke aber auch gerne ungesprudeltes Wasser, einfach so aus dem Hahn.

Jetzt im Winter wird der Sprudler wenig benutzt, das ist für mich mehr die Jahreszeit der Heißgetränke, und gerade trinken wir kannenweise verschiedene Tees.

Deshalb kann ich schon wieder nicht aufwarten mit spektakulären Fortschritten in der Müllvermeidung. *Buhrufe*

Zum Thema #NoBuy (Kaufnix – Jahr) und stricken

Ein frisch gewickeltes Knäusel aprikosen/shrimps-farbene Sockenwolle, und ein frisch angeschlagenes Projekt auf meinem Schreibtisch: #Kiasockskal

Ich bin momentan irgendwie von Kauflust völlig frei. Meine drei “Fallen”, nämlich Faserhobby-Kram, Outdoor-Ausrüstung und Kunstmaterial, rufen gar nicht mehr nach mir. Ich bin aber auch mit Stash und Gadgets gut ausgestattet. Und ich habe für das aktuelle Strickprojekt nur in die Sockengarnkiste gegriffen und konnte mir sofort etwas ideales raus greifen. Keine Kompromisse, kein “Ich hätte lieber etwas anderes benutzt”.

Ich wollte mal wieder mit einem semisolid (also fast einfarbigen) Garn stricken. Ich habe die “Kia Socks” von Dawn.Landix angeschlagen, und zwar ist das ein KAL (Knitalong) der inspiriert ist von der aktuellen Diskussion in der Strickcommunity (hauptsächlich der englischsprachigen, US-beheimateten) über Race, Inklusion, Diversität und Repräsentation. Die Diskussion hat hauptsächlich auf Instagram stattgefunden und war mir kaum zugänglich, weil sorry, winzige Schrift in Instagram-Stories.. das klappt nicht für mich. In dieser Diskussion auf Ravelry, im ersten Post, sind die meisten vielbeachteten Diskussionsbeiträge verlinkt.

Ich bin mal gespannt, ob das Kaufnix-Jahr weiter so entspannt für mich laufen wird. Denn dann kann ich ja mein Geld in Tattoos und Radtouren stecken! Heute war ich ziemlich groggy von gestern, deshalb habe ich den Tattoo Termin am Donnerstag absagen müssen. Jetzt, gegen Abend, habe ich mich doch wieder erholt und keine Erkältung bekommen, also versuche ich morgen direkt den Tattoo Termin doch wieder zu reaktivieren. Drückt mir die Daumen, dass nicht schon jemand anderes reingerückt ist!

Müllvermeidungs-Challenge, Tag 20: Second Hand

Eigentlich ist die heutige Aufgabe “Go to the thrift shop”. Bei uns ist Sonntags aber der “Thrift Shop” zu, deshalb war das nicht so möglich. Aber ich habe im Januar, und auch schon im Dezember, erfolgreich 2. Hand gekauft und verkauft, über ebay Kleinanzeigen.

Als am Weihnachtsabend mein Repeater kaputt ging, habe ich einen von einem Freund geliehen bekommen, und der hat auch (leider erfolglos) versucht, den Repeater zu reparieren. Daher habe ich ihn kürzlich, also jetzt Mitte Januar, durch einen gebraucht gekauften ersetzt.

Was ich schon losgeworden bin: Ein paar Bücher, ein Sack Waschnüsse (ich mag die einfach nicht, und er war sehr, sehr alt), eine Computermaus.

Ich habe mir Baumwollputzlappen genäht

Weil ich vor kurzem den Wäscheschrank aussortiert hatte: Aus einem ausgedienten Bettbezug habe ich mir über 50 Putztücher genäht. (1 Bezug zerschnitten und alles umsäumt) Das sind eigentlich viel zu viele. Deshalb werde ich sie unter Befreundeten verschenken, und nur die behalten, die ich brauche.

Ich brauche auf jeden Fall einige Putzlappen zum Fahrrad putzen, dann eignen sie sich auch gut als Brillenputztücher, und so als Wischtücher sind sie bestimmt auch okay.

Auf meinem Schneidetisch hübsch gestapelt sind Putztücher aus geblümtem beigen Baumwollstoff. Sie sind in Bündelchen mit je 6 Tüchern zusammengefasst, und ganz vorn liegen meine Werkzeuge: ein Lineal und der Rollschneider. Gerade Dinge schneiden zum nähen ist so viel geiler damit!

Müllvermeidungschallenge, Tag 19: Müllfrei im Restaurant essen (hab ich ausgelassen)

Ja. Wie die Überschrift schon sagt, habe ich das ausgelassen. Das bezieht sich darauf, sich einen eigenen Mehrwegstrohhalm mitzubringen und vielleicht sogar eigenes Besteck und eigene Servietten und das mit dem Servicepersonal abzuklären.

Um ehrlich zu sein: Das ist mir dann doch zu peinlich und zu entwürdigend. Ich finde es unhöflich dem Servicepersonal gegenüber. Weil ich wegen einem einzigen Strohhalm oder der Papierserviette keinen Aufriss machen möchte, der meinem Gegenüber vermittelt: “Meine Müllvermeidungs-Korinthenkackerei geht mir über alles.” Ich bin in einem Restaurant ja auch zu Gast, und ich bezahle zwar für das Essen, aber ich möchte schon auch den Gastgebenden nicht das Gefühl geben, ihre Dinge wären mir nicht gut genug.

Ich verstehe halt auch einfach, wenn Restaurants Einmalservietten verwenden. Es ist hygienisch und spart die Wascherei, man hat keine Sorgen, dass Flecken nicht raus gehen, etc. Irgendwie fühle ich mich undankbar und unhöflich, wenn ich das ablehne und meine eigene Stoffserviette heraushole.

Beim Strohhalm kann ich mir schon eher vorstellen, ihn abzulehnen, weil die meisten Dinge kann ich ja auch ohne Strohhalm trinken. Mir einen Glas-Strohhalm kaufen kommt aber nicht in Frage, weil das wäre einfach nur ein ewiges “Stehrumchen”, das nur zu den seltenen Gelegenheiten, wenn ich auswärts esse, zum Einsatz kommt.

Wenn ich was zum Mitnehmen bestelle, habe ich ja meine Tiffin Lunchbox, über die ich im Januar schon öfter gebloggt habe, und Stoffbeutel. Und das finde ich sehr viel sinnvoller, weil da werden schon grössere Mengen an Müll vermieden als mit ner einzigen Serviette.

Im Restaurant (ok, nicht in Fastfood-Buden, aber die meine ich grade gar nicht) gibt es ja alles in Keramikgeschirr und mit richtigem Besteck, Gläser sind aus echtem Glas, usw. Die eine Stoffserviette geht da einfach schon ok.

Deo-Update

Gestern habe ich ja selbst Deo aus Natron, Stärke und Sheabutter gemacht und ich muss sagen: Es funktioniert total krass gut! Es entsteht wirklich kein Schweißgeruch! Und sogar den ganzen Tag.

Allerdings lässt sich das Deo schwer auftragen, weil die Konsistenz doch sehr hart geworden ist, ich habe zu wenig Sheabutter verwendet. Und ich würde es wegen dem basischen Natron auch nicht jeden Tag benutzen wollen. Im Alltag reicht mir auch Waschen.

Aber für den “Dann und Wann” Einsatz, z.B. wenn ich einen Tattoo-Termin habe, wo sich jemand dann stundenlang über mich beugt, möchte ich schon ein funktionierendes Deo haben.

Müllvermeidungs-Challenge, Tag 18: Selber Deo machen.

Ich habe es tatsächlich getan: Selbst diese Natron/Stärke/Kokosnussöl-Creme gemacht, die als Deo taugen soll. Obwoooohl Leute mir gesagt haben, dass diese Cremes auch die Haut reizen können und obwoooooohl Leute gesagt haben, dass sowohl die gekauften, als auch die selbstgemachten nicht so dolle sind.

Weil: Die Zutaten sind wirklich ultra billig und ich hatte ein leeres Aufstrich-Glas und alles war sowieso im Haushalt vorhanden. Wenn es jetzt wirklich so gar nicht gut ist, habe ich nichts verloren.

Weil ich mich nicht rasiere, ist meine Haut unter den Armen auch viel weniger empfindlich, ist jedenfalls mein Eindruck. Ich hab mich mal rasiert, und das führte dazu, dass ich ungemein empfindlich wurde.

Diese Deo-Kristalle sollen übrigens genauso Aluminiumhaltig sein wie manche Industrie-Deos, sie bestehen aus Alaun, das nichts anderes ist wie Aluminiumsalze. Also habe ich von der Benutzung meines mehr als 15 Jahre alten Deokristalls, den ich aus Zero-Waste-Gründen ausmottete, nun doch wieder abgesehen.

Ich habe dieses Rezept von dem Blog, das auch die Challenge hostet, benutzt: https://zerowastechef.com/2014/08/27/diy-deodorant/

Ein Gläschen beschriftet mit “Deocreme” und dem Datum, steht auf einer Nähmaschine rum.

Ich habe das Ganze dann zum härten raus auf den Balkon gestellt. Jetzt ist es wirklich sehr, sehr hart. mal sehen, ob es so bleibt, oder bei Zimmertemperatur wieder etwas weicher wird. Der Duft ist ganz okay, er könnte etwas kräuteriger sein, aber er ist ok.

Bei dem Rezept habe ich statt Maisstärke Weizenstärke verwendet, und statt Kokosnussöl habe ich raffinierte Sheabutter genommen. Da stand, man soll nur so lange Öl dazugeben, bis man die Konsistenz mag, und ich fand, die Creme wurde schon fast zu weich. Jetzt ist sie steinhart, na toll, haha. Hm. Ich hätte daraus einen Deo-Stick machen können! Zu spät jetzt.

Lesestoff zu Marie Kondo von Creatrix Tiara

Ich habe heute auf Mastodon diesen Link reingereicht bekommen, es ist ein Google Dokument von Creatrix Tiara, wo sie sich in einem sehr langen Essay mit einer Rezension von Marie Kondos Buch befasst. Ich habe es noch nicht durchgelesen, aber angefangen. (Es ist auf Englisch)

Ich finde es sehr spannend, was sie zu sagen hat zu der Methode, und was diese Methode speziell queeren, marginalisierten Menschen zu geben hat. Sie redet über neurodivergente Menschen und was für Konfrontationen mit sich selbst der Prozess auslösen kann. Sie schreibt von sich selbst, und es ist spannend, ihre eigenen Erfahrungen als queere, marginalisierte Person mit der Konmari-Methode zu lesen.

Müllvermeidungs-Challenge Tag 17: Shampoo

Ich habe das Thema Duschen und Haarewaschen bisher vermieden, denn ich habe eine umfangreiche Sammlung an quietschbunten, verschieden duftenden Duschgelen. Alles in Plastikflaschen. Bis das alles mal alle ist, dauert es noch etwas.

Aber wenn es so weit ist, werde ich meine Haare wahrscheinlich mit irgendeiner Haarseife waschen. Ich glaube, ich werde auch weiterhin meine Haare kurz halten, dann brauche ich auch wenig zum Pflegen.

Doch halt! Ich habe mir ja 2018 ein Kilo Lavaerde (im Karton) angeschafft, um auf Fahrradtouren die Sonnencreme abzubekommen, wenn man keine sanitären Einrichtungen hat und auch die Umwelt nicht mit Tensiden belasten will. Vielleicht nehme ich einfach die.

Ich hab meinen/unseren Wäscheschrank gekonmarit

Ich und mein Partner haben neulich drüber geredet, wie wir gar keinen Überblick mehr haben, was von unseren Bergen an Bettwäsche “noch gut” ist, und was weg kann.

Also habe ich heute den Wäscheschrank ganz klassisch komplett ausgeräumt, alles in die Hand genommen, und das, was ich behalten will, schön gefaltet und geordnet in den Schrank zurückgepackt. Es ist viel neuer Stauraum frei geworden, würde ich sagen.

Die Rosenblätter haben im Blog von Vielen einen spannenden Post über Ausmisten und Minimalismus geschrieben.

Ich habe mir in letzter Zeit oft Gedanken gemacht, ob man zum Ausmisten können Geld haben muss. Um sich das, was man rauswirft, dann wieder neu anschaffen zu können, wenn man es doch wieder braucht.

Ich habe nicht viel Geld.( ich habe lieber mehr Zeit, aber auch damit ist es nicht so weit her, denn im Handwerk wird man nicht grad reich). Daher kann ich seit vielen Jahren davon reden, dass ich durchaus ausmisten kann, obwohl ich wenig Geld habe. Zum Beispiel die Bettwäsche jetzt: Vieles, was wir haben, haben wir von anderen geschenkt bekommen, die ihrerseits ausgemistet haben. Einiges haben wir dazu gekauft, z.B. Spannbettlaken.

Davon sind einige einfach verschlissen gewesen, auch Bettbezüge waren zum Teil super oll, so, dass ich davon eigentlich nicht mal etwas weiter verschenken kann. Wir haben vor 10 Jahren mal neue Bettwäsche gekauft, weil wir nie sowas hatten, und trotzdem die alten, geschenkten Sachen behalten.

Das führte dazu, dass der Schrank einfach viel zu voll war, und das, was wir so “aufhoben” “für später” war eigentlich zum Großteil völlig unbrauchbar: vergilbt, fadenscheinig – wenn echt mal Besuch kam, hätten wir das gar nicht benutzen können, weil es doch zu beschämend gewesen wäre.

Nein, sowas rauszuwerfen, damit machen wir uns nicht arm. Das fraß nur Schrankplatz und sogar einen selbstgestrickten Pullover – denn als ich aussortierte, tauchte auf einmal ein lang vermißter Pulli von mir wieder auf. Zum Glück unversehrt und nicht mottenzerfressen. Er war bestimmt 4 Jahre unter Bettwäsche vergraben gewesen. Da kannste mal sehen!

Der aufgeräumte Schrank: Die Bettwäsche ist auf eine Größe gefaltet, die Laken sind in einer orangen Postkiste, für die ich bislang gar keine Verwendung hatte, und die Socken in einem Karton gelandet.

Müllvermeidungs-Challenge #16: Bambuszahnbürste

Nein. Da mach ich nicht mit. Ich weiß, Zahnbürsten verursachen auch viel Plastikabfall, aber ich persönlich habe mir vorgenommen, mich auf Einwegplastik zu konzentrieren und das möglichst zu eliminieren. Zahnbürsten sind für mich kein Wegwerfprodukt, weil sie monatelang halten, und danach verwende ich sie noch für die Fahrradreinigung (ein Fahrrad hat SO viele verwinkelte Bauteile, es ist unfassbar), zum Haarefärben, um unzugängliche Stellen im Haushalt zu reinigen, und vielleicht fällt mir noch mehr ein.

Außerdem hab ich hautpsächlich eine elektrische Zahnbürste, die mir auch sehr wichtig ist und wo nur der Bürstenkopf ausgetauscht wird, was eh schon weniger Müll macht als Handzahnbürsten. Daher fällt bei mir eh nur 1x im Jahr eine Handzahnbürste als Müll an, wenn überhaupt.

Auf die elektrische verzichte ich nicht: Ich hatte jahrelang große Probleme mit der Zahnhygiene und mein Gebiss ist leider entsprechend kaputt, jetzt habe ich eine Routine gefunden, mit der meine Zähne zwar nie wieder gesund werden, aber immerhin nicht noch mehr kaputt gehen.

Auch Zahnseide verwende ich weiterhin die in den Plastikbehältern, es ist recht viel drin, bis das wirklich mal leer wird, dauert es lange. Ich benutze die mit den aufquellenden Fasern, die reinigt ganz gut in den Zwischenräumen, und die Zwischenräume sind meine NEMESIS.

Never change a working system!

Müllvermeidungs-Challenge, Tag 15: Such dir Seife am Stück

Ich hatte früher immer Seife am Stück, und das hat sich erst vorletztes Jahr geändert, als ich mich mit schlimmligen Holz-Seifenablagen rumgeärgert habe, und dann kurzerhand einen Spender für Flüssigseife gekauft hatte.

Dann hat ein Kollege für die Bäckerei Flüssigseife bestellt, und in einem Gebinde waren immer 6 große Flaschen. Er dachte, er bestellt 6 Flaschen, aber er hat 6 Gebinde bestellt, und dann saßen wir auf dieser Riesenmenge, und haben sie unter uns aufgeteilt. Es ist eine lecker duftende Oliven-Zitrus-Seife, die ich noch aufbrauche.

Dann werde ich irgendwann wieder zur Seife am Stück zurückkehren, und mir wahrscheinlich einen Seifenspender an die Wand schrauben, der aus Keramik ist. Angeschraubt werden muss der dann schon, sonst fällt er runter und geht dabei kaputt. Vielleicht finde ich auch einen rostfreien aus Metall.

Ich habe Nudeln gemacht und getrocknet!

Gestern hab ich ausserdem Nudeln selbstgemacht. Diesmal ein Rezept für vegane Nudeln. Ich war damit nicht so zufrieden, sie wirken sehr filigran, obwohl ich dachte, ich hätte sie nicht zu dünn ausgerollt. Ich habe sie bei niedriger Temperatur im Backofen getrocknet. Vielleicht hatte ich auch das falsche Mehl. Nächstes Mal mache ich sie nur aus Hartweizengrieß und Wasser, oder ich versuche, im italienischen Feinkostladen das Mehl “Tipo 00” zu kriegen.

Aber hier sind sie, das ist mein Werk:

Ein Backblech voller selbstgemacher Farfalle Nudeln, die auf einem Haufen liegen.

Die Nudeln sind in ein großes Bügelglas gewandert.

Nachtrag: Syndikalista hat mir auf Mastodon den Tip gegeben, dass Nudeln ohne Ei etwas dicker werden müssen, und ich habe bisher immer nur Nudelteig mit Ei gemacht. Gut zu wissen!

Zero Waste Hate Post

Weil heute bei meiner “Zero Waste Challenge” im Januar Monatshygiene dran wäre, und das für mich kein Thema ist, habe ich gedacht, ich spreche mal was anderes an. Und zwar, warum mich diese Szene auch ganz schön nervt.

Ich mag ja den Begriff “Zero Waste” an sich schon nicht. Denn das ist mir zu hoch gesteckt. “Weniger Müll” wäre das, was ich tatsächlich mache. Egal.

TL; DR Was ich an Zero Waste wirklich hasse, ist diese auf Hochglanz polierte Szene, die ZW-Ikonen, die mit ihrem ignoranten, heteronormativen, wohlhabenden, weißen privilegierten Mittelklasse-ZeroWaste-Lifestyle durch die Welt trampeln und glauben, sie retten die selbige dadurch.

Ich will nicht Leuten vorwerfen, dass ihre Instagram Accounts zu poliert sind. Privat nervt es mich, wenn alle nur noch selbstoptimiert alles auf Hochglanz halten. Aber wenn Leute das machen wollen, meinetwegen.

Ich will Leuten auch nicht vorwerfen, dass sie gängigen Schönheitsidealen entsprechen und eine weiße, mittelständische Hetero-Kleinfamilie haben, deren “glückliches” Leben sie online promoten. Es muss ja auch Leute geben, die weiß, heterosexuell und mittelständisch sind und den Kleinfamilien-Lifestyle halt für sich optimal finden.

Aber was mich nervt, ist: Dass es immer die selben Ladies wie aus dem Magazin geschnitten sind, die zu Zero Waste Ikonen werden, und dass sie sich verhalten, als hätten sie überhaupt keinen Begriff von ihrer privilegierten Position. (Auch wenn ich es erfreulich finde, dass die deutsche Zero-Waste Ikone, Shia Su, diesen Klischeebildern mal nicht entspricht und ihre Posts auf ihrem Blog finde ich z.B. recht bodenständig. Yay.)

Was mich gerade genervt hat, ist: Ich stolperte über die Webseite von Bea Johnson, die US-Amerikanische ZW-Ikone, weil sie einen “Bulk Store Finder” hat, der oft verlinkt wird. Ok, gucke ich mich da mal um und las… über ihre “Speaking Tour” nach “Afrika“. Es ging eigentlich nach Südafrika, aber macht ja nix, Afrika ist ja ein Land. Kein Kontinent, gell.

Die ganze Zeit gehts im Artikel über die coolen Dinge, die sie da macht.. Drachenfliegen, Schnorcheln, Safari, Ballonfahren, Berge und Strände besichtigen.. in den luxuriösesten Resorts wohnen.. und über Zero Waste reden. Auf den Fotos sind die meisten Leute im Publikum weiß. Sie besucht eine Paralellgesellschaft und reflektiert darüber gar nicht. Auch nicht darüber, dass all die Luxus-Unternehmungen, die ihr kostenlos organisiert werden, eben auch einen Co2 Fußabdruck haben.

Sie trifft die “südafrikanische Zero-Waste Ikone”, ebenfalls eine weiße Frau aus England, die allerdings gar nicht in Südafrika, sondern in Sambia lebt. So sagt zumindest ihr eigener Blog. Aber egal, Afrika – ist eh alles das selbe, gell. Gemeinsam besuchen sie Unverpacktläden und fliegen mit Mini-Flugzeugen und Ballons herum und essen unverpackte Nüsse zusammen.

Sie gehen auch in ein Cafe, wo sich Johnson darüber auslässt, dass ihr Tee in einem Teebeutel kommt. Und dass sie daran arbeitet, dass Tee nicht mehr in Teebeuteln kommt. Seriously? Sie hat gerade ihr Co2 Budget der nächsten 6 Jahre mit Fliegen verballert und der Teebeutel ist jetzt das Problem?

Sehr schön und romantisch findet sie es, dass sie einen weiteren “Engel” treffen darf, eine weiße Frau, die eine Organisation hat, die sich für das Pflanzen von Bäumen und das Anpflanzen von Feldfrüchten “in Afrika” einsetzt. Sie darf mit einer schwarzen Gärtnerin in einer Township zusammen einen Baum pflanzen, die von der Organisation Geld zum Gärtnern bekommt.

Dass sie ständig weiße “Macherinnen” trifft und Schwarze Menschen, die “in Need” sind oder unterstützt werden von ihnen, und warum das so ist, wird gar nicht hinterfragt. Oder vielleicht war’s auch nicht so? in ihrem Artikel sieht es nur so aus. Sie war auf einem tollen Adventure-Speaking-Urlaub und trifft viele supertolle Weiße, die ganz doll den armen Schwarzen helfen und überhaupt auch sehr ökologisch leben.

Sie besucht in einer Township einen Laden, in dem die armen, mehrheitlich Schwarzen Einwohner_innen Wertstoffmüll abgeben können, den sie auf der Straße aufgesammelt haben, und dafür erhalten sie Punkte, mit denen sie gespendete Kleidung oder Haushaltsgegenstände dort kaufen können. Sie findet das klasse, so wird Müll eingesammelt und die Armen bekommen Dinge, die sie brauchen. Ich finde das eher entwürdigend. Oft haben Arme genug zu tun, um einfach nur über die Runden zu kommen, da wäre eine Kleiderkammer besser, die nicht erst verlangt, dass man rausgeht, um Müll zu sammeln.

Und das ist alles kein Zufall, das die Verhältnisse so sind. Die Reise von Bea Johnson ist ein ignorantes Durchjetten durch eine Welt, die von Europa aus kolonisiert und ausgebeutet worden ist, und immer noch ausgebeutet wird. Wo die Folgen davon verheerend sind und klar vor unseren Augen liegen, und das wird von ihr nicht nur ignoriert, sondern da wird noch fröhlich dran mitgemacht. 

Wir machen alle irgendwie mit, es ist unmöglich, dem System zu entkommen. Aber man könnte es wenigstens sehen. Wenigstens beim Namen nennen. Und versuchen, es im ganz Kleinen und hier und da ein wenig besser zu machen. 

Wenn ich sowas lese, schäme ich mich, ein müllvermeidendes Weißbrot zu sein. Können wir bitte, BITTE, ein wenig weiter denken als dass wir keinen Teebeutel benutzen? Ökologie nutzt gar nichts ohne soziale Gerechtigkeit. Dass das genau die Leute sind, die sich als “Experten” präsentieren und Vorträge auf der ganzen Welt halten.

Ich cringe so hart.

PS: Ich habe jetzt den Blogpost von Bea Johnson nicht haarklein analysiert, und bin selbst als weiße nicht die erfahrenste Person für Rassismus und weißprivilegiertes Verhalten, deshalb ist das nur so ein grober Eindruck. Ich finde nur, wir sollten nicht so tun, als gäbe es in der Zero-Waste-Community diese Ignoranzhaltungen nicht. Ich möchte gern meine weißen Privilegien sehen lernen, sie hinterfragen und zumindest 1 gute Verbündete für People of Color sein. Und da habe ich mich gehalten gefühlt, so was auch mal zu thematisieren.