Do you practice your sexuality on Cis-Hetero-Terms? choose ONE: ( ) yes ( ) no

Dieser Text ist eine Nachwirkung der sogenannten “Bi-Debatte”, die hauptsächlich auf Twitter anhand von ein paar Texten geführt wurde, von dem ich einen neulich nochmal las, nämlich “Mistaken identity?” von Accalmie. Ich hatte schon im Sommer vorgehabt, das nicht genau so stehen zu lassen, aber einfach keine Zeit zum Nachdenken und Schreiben.

Hier ist eine Linkliste zu verschiedenen Beiträgen der Bi-Debatte. Diese Texte brauchen nicht vorweg gelesen zu werden, um diesen Text zu verstehen. (Nur der Text von Accalmie, weil dieser eine Antwort darauf darstellt). Da die “Bi-Debatte” viel auf Twitter stattfand, können die Texte in Blogs das nicht wirklich wiedergeben, was abgelaufen war, aber sie können auf jeden Fall Punkte diskutieren, die aufgetaucht sind.
1. unpopular Opinion: If you only date men, you don’t get to call yourself queer (CN Bifeindlich)
2. Eine Antwort darauf: Biphobic XOJane Article Takedown
3. Es interessiert mich nicht, mit wem du schläfst (auf dem Blog “Don’t degrade Debs, Darling”, CN sehr bi-feindlich, Benutzung von -Phobie)
4. “Still Loving Bi” von @Sunny Zitrone auf dem Blog “Queerdenken”

Vorweg ein paar persönliche Befindlichkeiten: Ich habe die Diskussion als sehr verhärtet empfunden, es war mein Eindruck, dass die meisten Beteiligten schon viel Bullshit gehört und erlebt hatten, und das tat mir alles auch ziemlich leid.
Viele haben etwas geschrieben, und in all diesen Texten gab es Punkte, wo ich wirklich volles Verständnis hatte, warum da zwei Seiten aufeinander klatschen. Was für verschiedene Kämpfe und Situationen da (nicht) gesehen wurden. Ich selbst fühlte mich auch in dieser Debatte betroffen: Selbst verortet als “halbqueer”, auf dem Spektrum “Girlfag/schwule Frau” und gleichzeitig mit vielen sozialen Privilegien der Heterosexualität lebend, bin ich eigentlich zwischen zwei oder drei Stühlen. In der Debatte wurde (nicht nur) ich auf einen Stuhl gesetzt und dort angenagelt, was ich schon recht scheiße fand.

Zur Einleitung in das Thema: Diskutiert wurde darüber, den Queer(-Identitäts)-Begriff enger zu fassen, so daß Personen, die keine Diskriminierung als offen homosexuell oder als offen transgender Lebende erfahren, nicht mehr darunter fallen.
Argumentiert wurde, daß dies die Konsequenz aus einer Machtanalyse sein soll, die Privilegien und marginalisierte Positionen nicht unter den Tisch kehrt, während eine offene und unscharf definierte “Queer Identität” eben beliebig, unpolitisch und nicht gesellschaftliche Unterdrückungsstrukturen benennend, und damit nicht empowernd, sogar entmächtigend wäre.

Ich stimme dem nicht zu.
Queer ist eine Kategorie, die nötig wurde, weil bisherige Kategorien zu eng waren, um die Vielfalt sexueller und geschlechtlicher Ausdrucksformen abzubilden. Queer ist unscharf, weil im Fluß sein, in Bewegung sein, Veränderungen und Unvollständigkeiten keine scharfen Grenzen erlauben, und Unschärfe ist etwas anderes als Beliebigkeit. Ein offener Begriff von Queerness ist nicht weniger politisch radikal, und ist alles andere als ignorant gegenüber Machtstrukturen.

Okay. Lasst uns das mal diskutieren. Ich zitiere ich einen Absatz aus dem oben verlinkten Text von Accalmie, der ein Aneignen einer queeren Identität durch “Cis/Hetero” Personen als unehrlich und ignorant gegenüber politischer Verfolgung von Schwulen und Lesben bezeichnet.

Cis-women claiming they are “queer” but have only ever dated cis-men or are married to cis-men, for example, confuse me. Yes, it’s your identity. I get that. But leading a life of heterosexual privileges hardly relates to lives of lesbian or gay people; it hardly relates to experiences of heteronormativity, of heterosexist violence. Your identity does not correspond with the lived experiences of people whose sexuality, whose lives are policed, sanctioned, and legally restricted. So publicly and forcefully placing yourself within the bigger framework of LGBTQ folks, within a marginalized group, is insincere, if your sexuality is only ever practiced on cis-hetero terms.

(Übersetzungsversuch von mir: Cis-Frauen, die behaupten, sie seien “queer”, aber die bisher nur mit Cis-Männer ausgegangen sind, verwirren mich zum Beispiel. Ja, es ist eure Identität. Verstehe ich. Aber eine Lebensführung voller heterosexueller Privilegien steht kaum in Verbindung mit dem Leben von lesbischen oder schwulen Leuten; es steht schwerlich in Verbindung mit (Unterdrückungs-)Erfahrungen durch Heteronormativität, durch heterosexistische Gewalt. Deine/Eure Identität korrespondiert nicht mit der gelebten Erfahrung von Leuten, deren Sexualität, deren Leben policed, bestraft, und gesetzlich beschnitten wird. Also ist es unehrlich, sich öffentlich und mit Nachdruck in dem weiten Netzwerk von LGBTQ Menschen zu platzieren, wenn deine/eure Sexualität nie ein einziges Mal anders als unter Cis-Hetero Bedingungen praktiziert wird.)

Das klingt an und für sich ja schlüssig, erstmal. An dem einen Punkt bricht es aber: Wie möchte eine außenstehende Person beurteilen, ob Personen, die auf den ersten Blick gesehen heterosexuell daten oder anscheinend heterosexuell verheiratet sind, ihre Sexualität im Rahmen von “Cis-Hetero-Bedingungen” praktizieren?

Gut, vielleicht verstehe ich das falsch. Das steht doch anders in dem Zitat: “Cis Frauen, die Cis Männer daten/heiraten” = “Cis-Hetero-Bedingungen”. Alle anderen sind automatisch nicht gemeint.
Bi/Pan liebende Menschen sind also nicht gemeint.
Menschen auf dem Trans Spektrum sind damit auch nicht gemeint.
usw.

Dann wäre ja alles gut.
Leider ist es das aber nicht. Es bleibt bei diesen Diskussionen meist im Unklaren, wer genau diese Cisheten sind, die sich das Label “queer” aneignen, obwohl sie sozial gar nicht so positioniert sind.
Und dann trifft die Kritik (z.B. auch in der Kommentardiskussion) diejenigen, die ohnehin in der queeren Szene ausgegrenzt oder unsichtbar gemacht werden: Personen, die sich zu mehr als einem Gender hingezogen fühlen. Personen, die nicht “rein homosexuell” sind. Personen, die questioning sind. Und Personen, die nach langem Zweifeln an ihrer Heterosexualität und/oder sexuellen Orientierung merken, dass sie schwule Frauen oder lesbische Männer sind, oder dass sie herausfinden, dass sie genderqueer sind. Manche sind aus schwullesbischen Räumen rausgeflogen oder dort nicht mehr erwünscht gewesen und erleben eine solche Kritik als Wiederholung der Geschichte. Oder sie hatten ein Coming out, das von queerer Seite zurückgewiesen wurde.

Da sehen sich Bi/Pan/queer liebende und Trans Menschen auf einmal in der Situation, dass sie als Hetero oder Cis Menschen eingeteilt werden, über den Umweg des “aber du LEBST als cis und hetero Mensch, also BIST du – unabhängig von deiner Identität und Selbstverortung – ein sozial cis/hetero positionierter Mensch.”
Mein Eindruck ist: So findet keine Machtanalyse statt, sondern durch die Hintertür eben doch eine “queerer than thou” oder “not trans enough” Debatte. Es ist ein “queerpolicing” – ein Ausgrenzen von Personen, die als nicht “richtig queer” angesehen werden.

Eine Machtanalyse müsste zum einen “innere Identitäten” mit einbeziehen, warum, versuche ich nachher zu begründen, und zum anderen finde ich es sehr problematisch, die Selbstverortungen von Menschen mit dem Hinweis auf (passing-) Privilegien vom Tisch zu wischen. Dazu jetzt mehr:

Trans Aktivist_innen in der Queerszene haben oft gesagt: Geschlecht ist nicht etwas, was du Menschen ansehen kannst. Letzten Endes kannst du Geschlecht von Personen nur kennen, wenn du diejenigen nach ihrem Geschlecht gefragt hast. Dass dies wenigstens in queer_feministischen Kreisen immer mehr zum Konsens wird, finde ich richtig und sehr wünschenswert, weil es endlich die Selbstdefinition stärker gewichtet als das Einsortieren von Außen nach bestimmten Merkmalen, die in Zusammenhang mit einem von zwei genormten Geschlechtern gedacht werden.

Deswegen wundert es mich, wenn dieser Respekt vor Selbstdefinition/Selbstbezeichnung nicht für die sexuelle Orientierung gleichermaßen gilt. Es wundert mich immer wieder, die magische Fertigkeit, Menschen ihre Sexualität von außen anzusehen. Es wundert mich, wieso sich von einigen in der Queerszene so schwer getan wird, die (nach eigenem Urteil gefundene) Verortung von bi/pan orientierten Menschen als queer zu respektieren. Auf einmal wird mit der Lupe geschaut, wie sehen diese Leute aus? Wie leben diese Leute? Wie kann am präzisesten abgelesen werden, von Außen, dass diese Leute queer, und nicht vielleicht doch cishetero, (die Göttin bewahre) verortet sind?

Dass dieser Abgrenzerei auch schlechte Erfahrungen mit unsolidarischem Verhalten oder Opportunismus zugrundeliegen, verstehe ich. Aber was bedeutet das denn, Theorien zu formulieren, die als Folge von individuellem Opportunismus bisexuelle Menschen oder andere “heterosexuell Kontaminierte” grundsätzlich aus dem Queer-Begriff ausklammern? Was sind denn die Konsequenzen davon, ein derartiges Gatekeeping zu betreiben?

Das wird auch dadurch nicht besser, wenn die queere Selbstverortung in eine “selbstgewählte Fantasie-Identität” umgedeutet, dann scheinbar akzeptiert wird (“mach doch, was du willst”) und gleichzeitig der Zusammenhang mit Diskriminierungsstrukturen in der Gesellschaft negiert wird. (Dazu später mehr).

Im Gegensatz zum Hinweggehen über die Selbstverortung von Menschen finde ich es verwunderlich, wieso das ausgedrückte Geschlecht/der geschlechtliche Ausdruck, (auf englisch “Gender Expression”, was ich ab jetzt lieber verwende) wiederum bei Manchen als irrelevant angesehen wird. Wenn für eine Machtanalyse wichtig ist, wie Menschen durch Beurteilung von außen positioniert werden, ist bemerkenswert, wie das unter den Tisch fällt:
Wenn Frauen* z.B. maskulin performen oder Männer* feminin, oder wenn ihre Gender Expression nicht in vorgesehene und normative Muster passt, sie ansonsten aber cis und hetero leben, ist das ein Thema, das gar nicht besprochen wird. Varianter Ausdruck in Sachen “Gender Expression” wird oft nur als “Nebenwirkung” des queer oder trans seins betrachtet. Dies erschafft neue Normen, die von nicht-heterosexuellen Menschen verlangen, gleichzeitig bitte auch eine mehr oder weniger androgyne Gender Expression haben zu sollen. Gleichzeitig werden androgyne Gender Expressions bei Heterosexuellen nicht gesehen, oder, wenn es sich nicht mehr wegdenken lässt, daß sie existieren, als Anbiedern, Fake oder Aneignung beurteilt.

Illustration (c) Anna Heger

Illustration (c) Anna Heger -> Link: Anna Heger Comics

In ihren Büchern hat Julia Serano dafür plädiert, die Ebenen Geschlechts-Identität (was sie unterbewußtes Geschlecht nennt), sexuelle Orientierung und Gender Expression als voneinander unabhängig, und als intrinsische (=nicht vom Selbst abtrennbare) Neigungen (intrinsic inclinations) zu betrachten. Das stelle ich mir vor wie ein Mischpult mit vielen Reglern, die unabhängig voneinander verschieden hoch oder tief eingestellt sein können.
Dadurch wird es möglich, eine weniger voreingenomme Sichtweise auf das große Spektrum an möglichen menschlichen Lebensformen im Zusammenhang mit Gender einzunehmen.
Es würde auch möglich, die Widersprüche und Vorannahmen eigener normativer Vorstellungen zu erkennen und bislang unsichtbar gemachte Identitäten wahrzunehmen und ihnen einen Platz in der Erzählung zu geben.
Ein weiterer Pluspunkt dieser Sichtweise ist, dass die nervige Hierarchisierung von Queerness entlang der Abweichung von Normen kritisiert werden kann: Bestimmte Identitäten gelten als subversiv und damit als feministischer oder queerer, andere als stützend für die Norm und damit als etwas Reaktionäres. (Serano nennt das Subversivismus).

Es ist mir bewußt, dass dies eine andere Ebene ist, Gender zu betrachten, als als Unterdrückungsverhältnis und Machtstruktur mit Marginalisierungen und Privilegien. Ich bin aber nicht der Ansicht, dass das diese Betrachtungsebene unnötig oder ungültig macht. Sie ist nicht ungültig, sondern lediglich unvollständig. (wenn wir hier stehen bleiben würden, was Serano übrigens keinesfalls tut!)

Deswegen, weil die Ebene der Machtstruktur und das Analysieren von Privilegien, unbedingt dazugehören. Ansonsten wird das Einstehen für Gerechtigkeit im Bereich Gender unmöglich. Denn wir sind ja nicht “alle ein wenig anders, macht ja nix, egal” – sondern es existieren systematische Ungerechtigkeiten und Herrschaftsverhältnisse, und das hat in queerfeministischen Kämpfen Priorität vor persönlichem Sich-So-und-So-Empfinden (Und so muß es auch sein!).

Aber Machtanalyse ist nicht gleich Machtanalyse.

Wenn ich die soziale Positionierung auf das öffentliche Standing und den juristischen Status runterbreche, und befinde “Cis (gelesene) Frauen, die mit Cis (gelesenen) Männern verheiratet sind, leben daher unter Cis-Hetero-Bedingungen und erleben keinerlei Diskriminierung aufgrund ihres Geschlechts oder ihrer sexuellen Orientierung”, ist das eine unvollständige Sicht, denn je nach der Gender-Identität oder Orientierung der Personen entstehen verschiedene Ausgangslagen, die in der queeren Szene sehr verschieden bewertet werden:

In die Unsichtbarkeit gezwungene Schwule und Lesben, die heterosexuell verheiratet leben (müssen)? Da würde kein Mensch auf die Idee kommen, ihnen zu unterstellen, sie wollten eben heterosexuelle Privilegien ausnutzen. Äußerlich “genießen” sie die Vorteile heterosexistischer Strukturen, aber um den Preis, daß sie verstecken müssen, was sie wirklich leben möchten.

Wenn es Bi/Pan Menschen in cishetero gelesenen Beziehungen passiert, daß ihre queerness unsichtbar wird, dann wird unterstellt: Ach,  ihr könnt ja eure Bisexualität dafür ausnutzen, um Heteroprivilegien abzugreifen.

Was ist, wenn in einer bisher als Hetero gedeuteten Beziehung auf einmal rauskommt, dass eine oder mehrere Menschen darin nonbinary trans oder genderqueer sind? Auf eine Art und Weise, die nicht gleich von außen abgelesen werden kann? Sind diese Personen dann heterosexuell sozial positioniert und damit ist alles klar?

Ich verstehe nicht, wieso es so ein “ganz oder gar nicht” sein muß. Denn es gibt auch in Hinblick auf Machtstrukturen einen nennens- und analysierenswerten Unterschied zwischen gendervarianten Heteros und gender-konform lebenden Heteros, zwischen Bi/Pan Personen in hetero gelesenen Beziehungen und Heteros, zwischen cisgender Heteros und transgender Heteros, und letztendlich auch zwischen heterosexuellen Frauen und heterosexuellen Männern. (Heterosexualität ist nicht um die Bedürfnisse von Frauen herum gebaut, sagte das eine Freund_in von mir sehr schön).

Ich bin so sehr für Machtanalysen. Aber wegen der Frequenz, mit der mir ein Ausblenden von Machtebenen unterstellt wird, sobald ich laut drüber nachdenke, trotz Hetero-Privilegien gender-variant zu sein, komme ich ins Grübeln. Was ist der Ruf nach Machtanalysen wert, wenn erstmal aufgrund von normativen Vorstellungen entschieden wird, ob die Analysebrille oder die Abgrenzbrille aufgesetzt wird?

Es ist halt nicht nur die legal-juristisch-offizielle Seite, die ins Gewicht fällt, wenn es um soziale Positionierung geht. Innere Verortungen sind genauso wichtig für eine Machtanalyse. Innere Verortungen prallen auf Normen, bevor irgendwas von Außen sichtbar ist, und das hat Auswirkungen auf Menschen. Nicht einfach gedanken- und sorglos in der eigenen Geschlechtsidentität, mit der eigenen Gender Expression oder sexuellen Orientierung leben zu können, weil es irgendwo gehörig clasht, ist eine soziale Auswirkung, das ist eine negative Erfahrung von Heteronormativität.
Vor einem jeglichen Coming out ist schon allein die Tatsache, ein solches machen zu müssen, um nicht falsch gegendert zu werden, oder damit nicht falsche Dinge über die eigenen Vorlieben automatisch angenommen werden, eine Unterdrückungserfahrung. Als queere Person in heteronormativen Kreisen ungeoutet zu verkehren und dabei all die Vorurteile und Abwertungen über Queers mit anhören zu müssen, ist eine Unterdrückungserfahrung. (Und es gäbe noch viel mehr Beispiele).

“Situational privilege”, “Hetero-gelesen-werden-privileg” usw. betrifft auch lesbische oder schwule Menschen. Und umgekehrt werden Heter@s bisweilen queer gelesen.   Ich bin beispielsweise äußerlich manchmal lesbisch passend (passend = vom englischen passing = durchgehend als etwas), manchmal trans passend, manchmal schwul passend. Ich bin damit in der Öffentlichkeit potentiell heterosexistischer Gewalt ausgesetzt.

Bi/Pan Menschen in heterosexuell gelesenen Beziehungen, oder genderqueere, hetero gelesene Menschen haben sowohl mehrheitsgesellschaftlich als auch in der queeren Szene eine andere soziale Verortung als z.B. schwule cis Männer oder lesbische cis Frauen. Das macht ihre Verortung aber nicht zu einer cis-heterosexuellen Verortung. Oder wenn schon, dann sollten wir es gedanklich auf die Kette kriegen, daß “cis” oder “heterosexuell” jeweils ein großes Spektrum ist, das mit “nicht heterosexuell” bzw. “trans” Überlappungen und Übergänge haben kann und muß, an den Kanten quasi ausfranst, und dass das so sein muss, weil die sozialen Kategorien, die wir angelegt haben, ungerecht, unpassend und absurd sind.

Fazit: Von sozialen Machtpositionen (die verkürzt gedacht werden als äußere Lebensumstände, egal wie ein Mensch sich innerlich fühlt) auszugehen, führt, wenn wir nicht aufpassen, zu einer sehr langweiligen und verletzenden Reduzierung der queeren Vielfalt auf einige wenige, im Licht dieses Rasters eingeblendete Gruppen. Soziale Machtpositionen entstehen durch das Aufzwingen eines sehr verkürzten, beschränkten binären Systems. Laßt uns nicht die Beschränkungen dieses Systems noch fortschreiben.

Deswegen würde ich lieber von einer Sichtweise wie z.B. der von Julia Serano vorgeschlagenen ausgehen, und schauen, was es tatsächlich für eine große Vielfalt an möglichen Identitäten und Ausdrucksformen gibt, und gleichzeitig betrachten, wie diese in dem heteronormativen System positioniert, privilegiert, und marginalisiert sind.

Ich möchte eine Machtanalyse, die mehr Rücksicht darauf nimmt, dass wir uns unsere Geschlechter, unsere Ausdrucksformen und unsere Identitäten nicht taktisch aussuchen und wie die Kleidung wechseln, sondern dass diese zu tun haben mit intrinsischen Neigungen. Wir sind uns hoffentlich einig, dass wir gegen Unterdrückung sexueller Minderheiten kämpfen, dass keine Person für ihre Neigungen verfolgt oder benachteiligt werden sollte. Und das bedeutet zu erkennen, dass die Normativität und Vormachtsstellung einer speziellen Neigung (nämlich der Heterosexuellen) Gewalt gegen alle Anderen ist und beendet werden muß.
Und das “Alle Anderen” beinhaltet sehr diverse Menschen, die alle irgendwie unter dem “Queer-Regenschirm” gesehen werden können, und trotzdem unterschiedlich privilegiert sind. Das können situationsmässige Passing-Privilegien sein. Oder das Privileg von “straight acting” Schwulen, die der Feminitätsfeindlichkeit und Transfeindlichkeit entgehen, die Schwule mit femininerer Gender Expression erleiden. Oder bisexuelle Menschen, die den rechtlichen und steuerlichen Schutz genießen, die ein Trauschein ihrer Familie mit Kindern ermöglicht. Oder, oder, oder.
Es gibt mehr und weniger Teilhabe an Privilegien. Auch gravierend mehr oder weniger davon. Es gibt solche krassen Unterschiede in der sozialen Positionierung von Menschen innerhalb der Gruppe LGBTIQ*, dass es Sinn macht, bestimmte Kämpfe nicht gemeinsam zu führen, oder sich bestenfalls als alliiert zu begreifen.
Das ist trotzdem kein logischer Grund, bestimmte Menschen aus der Gruppe der “Queers” auszuschließen und diese zu homogenisieren. Und das seh ich als keine in sich stimmige Machtanalyse.

PS: Überschneidungen mit anderen Ebenen wie Ableisiert sein, Weiße Privilegien, Schönheitsnormen, und Klasse habe ich da jetzt leider komplett weglassen müssen. Obwohl all diese Ebenen auf die Art und Weise, wie Gender aussieht und ausgedrückt wird, einen bedeutenden Einfluß haben. Ich befürchte aber, dass es nötig ist, nur die Ebene Gender anzusehen. Denn ich habe in der letzten Zeit so oft gehört, dass Marginalisierung auf einer anderen Ebene als Gender als Feigenblatt benutzt wird, um zu vernebeln, dass z.B. Heterosexualität verkürzt als einheitlicher, eintöniger “Block” gedacht wird. (“Wieso, es gibt ja auch race, class, ability etc, also ich seh ja Heten durchaus als nicht NUR privilegiert an…”). Und mir ging es genau darum: Heten sind nicht so lange ein eintöniger Einheitsblock, bis auch Klasse, Weißes Privileg, Ableismus, Körperform, Religion etc einbezogen werden. Es geht bei Gender schon los.

PS 2: Ich nenne sie/euch/uns (also die Heten) trotzdem “Heten” und hab kein Prob, wenn ihr das auch macht ;)

PS 3: Ja, ich habe im Kommentarstrang bei Accalmie gelesen, dass unsichtbar lebende queers eigentlich nicht ihr Thema sind und auch nicht gemeint sind, sondern eben diese “Hipster-queer-Heten”. Äh… aber.. wie oft habe ich das in der Debatte gehört? Dem gegenüber steht: Ich habe keine einzige bisexuelle Frau* oder als Frau gelesene Person getroffen, die mir nicht an irgendeinem Punkt von Ausgrenzung in der lesbischen Szene erzählt hat, während der sie als vermeintliche Mode-Hete behandelt worden war. Ich selbst habe auch erlebt, wie mehr oder weniger hintenrum über mich als nervende, aneignende Hete geredet worden ist. (jftr, bin weder heterosexuell noch eigne ich mir irgendwas an.) Ich möchte ja glauben, dass diese Menschen nicht gemeint sind mit der Kritik – aber die Umsetzung ist schlecht. Und genau da würde eine differenziertere Betrachtung von Kategorien wie cis oder Hetero helfen, die Kritik genauer an die Adressat_innen zu bringen, anstatt die falschen damit zu verletzen. Und es würde imho auch sehr helfen, diese nutzlose Trennung von innerer Neigung und äußeren Lebensumständen zu unterlassen.

PS 4: Ich habe anscheinend einige Dinge wiederholt, die Natanji in den Kommentaren im verlinkten Text von Accalmie auch gesagt hat. Seh ich grad erst… Ups ;)

PS 5: Ich möchte noch kurz was dazu sagen, dass ich über den Aspekt von Schwarzsein und das Beispiel Rachel Dolezal in Accalmies Text hinweggegangen bin und darauf nicht eingegangen bin. Ich sehe schlicht nicht, inwiefern bei den sozialen Kategorien Weiß/of Color/Schwarz ähnliche innere Neigungen in den Menschen vorhanden sind, wie bei Gender/sexual Orientation/Gender Expression. Da Accalmie individuelle Neigungen nicht in den Blick nimmt, sondern sozial positionierte Gruppen, erscheinen Entscheidungen, sich cis, trans, hetero, queer etc zu positionieren, taktisch, sobald sie zu Privilegien und persönlichen Vorteilen führen. So wie Rachel Dolezal taktisch vorging. Ich teile diese Herangehensweise aber nicht, und deshalb kann ich mit dem Vergleich wenig anfangen. Daher verurteile ich Dolezals taktisches und ausbeuterisches Aneignen. Ich sehe bei Menschen, die  Bi oder “irgendwie queer” sind, ohne in die gängigen LGT* Identitäten reinzupassen, jedoch keine solche Taktik.

Interessant ist auch in diesem Zusammenhang:
Genderperformance vs. Selbstdefinition (Natanji) und Kommentare von Ra(n)ge, Farthen und Natanji.
In vieler Hinsicht auch interessant:
Julia Serano: Considering queer and trans appropriation

 

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Rassismus ausüben ist okay, Rassismus kritisieren nicht: Girlfag-Guydyke-Forum, ade.

Es geht um das Girlfag-Guydyke-Forum hier, von dessen Besuch ich ausdrücklich abraten möchte.

Ich möchte später dazu noch ausführlicher bloggen.
Aber heute hat mir die Administration des Forums ein wunderbar anschauliches Beispiel geliefert, dass sie die Benennung von Rassismus als persönliche Beleidigung auffasst, und diese unterbindet, während der Rassismus selbst geduldet wird.

Bei Rassismus handelt es sich um die Benutzung des rassistischen Begriffes “N…” für Schwarze Menschen, für die Benutzung von Gebäcknamen, die Schwarze Menschen rassistisch bezeichnen und das Behaupten, es gäbe biologisch begründete “Rassen” von Menschen. Ich und eine andere Person haben interveniert, auch viel erklärt und Links gegeben, diskutiert, und nachdem erst versucht wurde, uns zu erklären, dass diese Dinge keinen Rassismus darstellen würden, wurde das Gespräch durch Themen sperren, dann löschen, und Androhung von Rauswurf, sollten wir dies nochmal tun, unterbunden.

Ich habe mich gestern mit diesem Beitrag aus dem Forum verabschiedet:

Das Posting vor der Veränderung durch die Administration

Das Posting vor der Veränderung durch die Administration. Der Text lautet: “Ich werde nicht in Räumen mitwirken, in denen meine Freund_innen sich aufgrund von nicht reflektiertem Rassismus nicht aufhalten könnten.
Das N-Wort ist ein rassistisches Gewaltwort, und ich sehe mir dessen Verwendung nicht tatenlos an.
Kritik ist nicht möglich. Also Tschö.”

Heute sehe ich, dass in meinem Beitrag herumeditiert wurde:

Beitrag nach dem Verändern durch die Administratorin

Beitrag nach dem Verändern durch die Administratorin: “Dieser Beitrag wurde moderiert:
Ich werde nicht in Räumen mitwirken, in denen meine Freund_innen sich aufgrund von nicht [zensiert] nicht aufhalten könnten.
Das [zensiert]Wort ist ein [zensiert] und ich sehe mir dessen Verwendung nicht tatenlos an.
Kritik ist nicht möglich. Also Tschö.
Grund für die Moderation:
Wieder einmal sind hier vorwürfe verwendet worden die ich so nicht tolerieren kann.
Wenn du dich nicht sowieso hiermit vertschüssen würdest, würde ich dich jetzt verwarnen. Wenn du deinen Account gelöscht haben möchtest, dann melde dich bitte.”

Typischer und krasser kann das Beispiel eigentlich nicht sein:
Die Administratorin löscht das “N”, während sie dieses Wort in voller Länge (an anderer Stelle) and ausschreibt.
Auch “nicht reflektierter Rassismus” ist für sie so schlimm, dass sie das löschen muss.

Ich werde sie nicht um Löschung meines Accounts bitten, die sollen mich schon selbst rauswerfen. (Ausserdem ist es evtl gut, mitzukriegen, was da noch so dazu geschrieben wird). Aber ich kann vor diesem Forum nur warnen: Es ist kein Raum, wo menschenfeindliches und abwertendes Verhalten und Sprechen kritisch gesehen wird, und die “Freiheit” des Sprechens wie man will nicht da endet, wo die Freiheit anderer Menschen beginnt.

Nachtrag: Durch Spit n’Glitter bin ich aufmerksam gemacht worden, dass ich in meinem Blogpost gar nicht den Antiromaismus, (durch Verwendung abwertender Begriffe gegen Roma), drin habe, der ebenfalls in der Diskussion vorkam. Das soll also hier nachträglich erwähnt sein. Es ging nicht nur um Gebäck, auch Schnitzel und Sauce wollten sich die Beteiligten nicht nehmen lassen..

Nachtrag 2: Ich schalte hier keine Kommentare frei, die rassistische Begriffe enthalten. Z.b. dieses Wort, dieses Wort und dieses Wort, oder diese Wörter. Danke fürs zur Kenntnis nehmen.

Nachtrag 3: Und da ist er, der Rauswurf:

lustiger screenshot

“Sie sind aus diesem Forum verbannt worden, bis 8.8. 2016. Aus folgendem Grund: Lügen über unser Forum verbreiten, unbelehrbar sein”.

LOL

Das Schwierige mit den Dreadlocks von Weißen

Anmerkung: Ich sehe diesen meinen Text inzwischen als veraltet an und stehe nicht mehr dahinter. Der neuere Text dazu ist “Dreadlocks und Weiß sein, die Zweite“. Die Kommentare hier sind geschlossen, vielleicht ergibt sich eine Diskussion unter dem anderen Text.

(Notiz zum Inhalt) kommt zur Sprache: Gewalt + rassistische Verbrechen gg. die Menschheit. Was ich in dem Text zum Teil sage, schreiben Schwarze, People of Color und solidarische Weiße seit Jahrzehnten. Ich schreibe es also nicht, weil es neu ist, sondern weil ich ein winziger Teil der kritischen Masse sein will, die bewirkt, dass endlich zugehört wird. Auch der Text hier ist schon etwas länger im Entwurfe-Ordner gewesen, und jetzt ist der Zeitpunkt, ihn zu veröffentlichen, grade günstig, weil Ella und Jasna eine Diskussion über kulturelle Aneignung angestossen haben – ein sehr lesenswerter Text, da es auf deutsch einfach noch viel zu wenig zum Thema gibt: Kulturelle Aneignung und Alltagsrassismus im Fasching: warum ich meinen Kindern keine Indianerkostüme nähe.

Ich habe das Gefühl, wir müssen hierüber noch ganz viel reden. Ich habe den Eindruck, es gibt jetzt ein paar weiße Linke, die aus Gründen des Respekts vor der Geschichte von Dreadlocks aufhören, diese selber zu Tragen, aber dass gleichzeitig die meisten anderen weißen Linken/Alternativen darüber überhaupt nicht nachdenken.

Gleichzeitig fordern Gruppen von People of color, dass Weiße mit Dreadlocks (ich beschränke mich hier mal auf Dreads) aufhören, solche zu tragen und machen bekannt, dass das kulturelle Aneignung ist, wenn Weiße Dreads tragen. Aber, mein Eindruck, diese Gruppen sind klein und die weißen Linken sind viel mehr und im Großen und Ganzen halten die meisten Leute es nicht für nötig, sich irgendwie nach den Forderungen von ein paar wenigen Leuten zu richten. Vielleicht ist das so diese “Mehrheitsträgheit”, es gibt keine kritische Masse, die die allgemeine Sichtweise der Mehrheit zum kippen bringt, und deswegen schlunzt die Mehrheit behäbig auf dem Stand herum, den es halt grade gibt.

Gleichzeitig gibt es mega-unterschiedliche Wissensstände, die, glaub ich jedenfalls, dazu beitragen. Gerade in Deutschland sind bestimmte Dinge nicht gelaufen. Zum Beispiel gibt es ganz wenig Bildung der Mehrheitsbevölkerung über die Kolonialgeschichte, und zum anderen gibt es wenig Bildung über Maafa als etwas, das uns in Deutschland, als Europäer_innen, etwas angeht, was auch _unsere_ Geschichte ist und unsere Verantwortung. Es gibt ganz wenig Bewusstsein dafür, dass Maafa etwas ist, was durch Globalisierung und Kapitalismus fortgesetzt wird.

Wie oft hört mensch: “Das ist doch heute kein Thema mehr”. “Deutschland hatte eh kaum Kolonien”. “Das ist doch nur eine Sache, die in den USA Bedeutung hat”.

Ich weiß nicht, ob mehr Wissen über diese Geschichte und ihre Bedeutung für die heutigen politischen und wirtschaftlichen Machtverhältnisse helfen würde, sich als weiße Person über Dinge bewusster zu werden. Für mich persönlich ist es auf jeden Fall so ein Prozeß. Vor einigen Jahren habe ich selbst noch mein Haar in verfilzten Strähnen getragen. Ich liebte den Style sehr und mochte mich damit sehr, sehr, sehr. Umso schmerzlicher war das, als ich anfing, mitzukriegen, dass Dreads bei Weißen uncool sind, und auch darüber las, warum. Das sah ich alles ein und habe mich doch eine Weile lang nicht davon getrennt. Ich hab es verdrängt, mich mit mit Ausreden beruhigt (z.B. Schwarze Freund_innen, die meine Frisur cool fanden), und ich habe es prima ausgesessen – weiße Privilegien at play. … Zumindest kam ich in einen Zustand von Dissonanz, von Widersprüchlichkeit, von Unbequemlichkeit. Ich bin ganz froh, dass ich hier wenigstens die Widersprüchlichkeit beseitigt habe:  Inzwischen sind die Filzzöpfe ab und es lässt mich verschämt zusammenzucken, wenn Weiße sich Dreadlocks filzen und das feiern.

Also, Privilegien: Ich glaube nicht, dass allein Wissen und Sensibilisierung dazu führen wird, dass Weiße sich von ihren Filzhaaren verabschieden. Weil wir halt das Privileg haben, drauf zu pfeifen. Wahrscheinlich macht’s irgendwann nur der gute alte Gruppendruck, oder anders ausgedrückt: Es wird out und du machst dich zum Gespött, wenn du es immer noch nicht kapiert hast.

(In diesem Abschnitt gehts explizit und graphisch um das, was versklavten Menschen von Europäer_innen angetan wurde)

Es gibt einen Haufen gute Gründe, wieso sich die meisten Weißen das Tragen von Dreads klemmen sollten. In dem oben verlinkten Text über Dreadlocks und kulturelle Aneignung steht zum Beispiel, dass die verschleppten afrikanischen Menschen, als sie von den Schiffen heruntergezerrt wurden, verfilzte Haare hatten, die voller Blut, Exkremente, Urin und Schmutz waren, und dass dies von den Weißen “dreadful” genannt wurde (schrecklich) und die Locken “Dreadlocks”. Das ist schon eine Geschichte, die einem etwas Ehrfurcht gebieten sollte! Es gibt auch Gründe aus der jüngeren Geschichte, dass z.B. die Rastafaris diese Frisur als Empowerment trugen und als Zeichen des Widerstands, und dass das Tragen der Frisur als reines Modeaccessoire ihre politische Bedeutung verwäscht. Oder daß das weiße Privileg, die ganze Welt und alle darin befindlichen Kulturen als Selbstbedienungsladen benutzen zu können, einen Umgang erfordert, der überlegt und verantwortungsvoll und respektvoll ist. Und wenn schlicht genügend Schwarze sagen, sie hätten es gern, wenn Weiße das Tragen von Dreadlocks lassen würden, dann wäre es überlegt, verantwortungsvoll und respektvoll, es sein zu lassen.

*Pling* Hier ist er also, mein Standpunkt:

Trage keine Dreads, wenn du weiß bist, es sei denn, du hast dich sehr eingehend mit deren Geschichte, Black Power, Rastafarianismus, Critical Whiteness und Schwarzer Kritik daran beschäftigt. Hint: Ich kenne keine weiße Person, die danach mit lustiger Leichtigkeit noch ihre Filzlocken spazieren trug.

P.S. Liebe Grüsse aus der Welt der Widersprüche: Vieles, was ich tue, und viele Dinge, die ich benutze, sind nur deshalb für mich zugänglich oder nutzbar, weil sie durch gewaltsame Aneignung hierher kamen. Selbst wenn etwas nicht gewaltsam angeeignet wurde, sondern in einem freien Austausch in den Westen gebracht wurde, wie z.B. das moderne Yoga, wird die Art und Weise, wie Yoga heute gelehrt wird und wer darin repräsentiert wird, durch Strukturen von Aneignung und weißen Privilegien geformt. Mit der Zeit ist aus dem Yoga, was in den Westen vermittelt wurde, ein abgelöstes Konstrukt geworden, welches die Deutungshoheit über das, was Yoga ist, beansprucht und alle anderen Stimmen überdeckt.   Es gibt aus diesen Strukturen kein Entkommen, und ich bin davon keineswegs frei und kann auch nie davon frei sein. Die Kritik an kultureller Aneignung ist keine Kritik an kulturellem Austausch. Ich bejahe kulturellen Austausch sehr. Trotzdem wird jeder kulturelle Austausch, wo Menschen die Augen vor Privilegien und Machtstrukturen verschliessen, zwangsläufig von diesen Strukturen beeinflusst werden. Deshalb ist mir ein Bewusstsein dafür wichtig.

Zum Yoga machen habe ich hier schon mal etwas geschrieben. Ich zucke auch jedesmal verschämt zusammen, wenn ich von meiner eigenen Yogapraxis rede, weil ich mir bewusst bin, was ich damit für Repräsentationen verstärke und was damit wieder überdeckt wird, aber dafür habe ich keine wirkliche Lösung gefunden. Ich kann auch nicht jedesmal einen Riesendisclaimer machen, wie reflektiert ich versuche zu sein. Es bleibt kompliziert.

Ich danke fürs Lesen und bin offen für Kommentare. Bitte kein Derailing.

Zur Schreibweise:

Ich habe hier eine Schreibweise aus dem Buch “Dies.: Mythen, Masken und Subjekte. Kritische Weißseinsforschung in Deutschland” (Maureen Maisha Eggers, Grada Kilomba, Peggy Piesche, Susan Arndt (2009)) verwendet.
Ich schreibe “Schwarz” immer groß, um auf Schwarzes Empowerment hinzuweisen. Weiße benötigen kein Empowerment, weil sie eh schon privilegiert sind in unserer Gesellschaft, aber das Wort “weiß” wird auch hervorgehoben, und zwar durch kursive Buchstaben: Das dient dazu, klar zu machen, dass “Schwarz” und “weiß” keine natürlichen Verschiedenheiten bei Menschen sind, sondern rassistische gesellschaftliche Konstruktionen. Aus politischen Gründen werden also diese Begriffe benutzt, nicht, weil ich glaube, es gäbe tatsächlich “Rassen”.
(Vgl.: Maureen Maisha Eggers, Grada Kilomba, Peggy Piesche, Susan Arndt (2009): Konzeptionelle Überlegungen, in: Dies.: Mythen, Masken und Subjekte. Kritische Weißseinsforschung in Deutschland)
nen besseren Disclaimer zur Schreibweise gibts bei Laufmoos, hier:
http://laufmoos.de/?p=86

Nochmal die Links aus dem Text gesammelt: (Plus einen, auf den ich durch Diskussionen aufmerksam gemacht wurde. Dafür danke Nadi)


Why It Isn’t “Just Hair” Hair for So Many Black Women.

Kulturelle Aneignung und Alltagsrassismus im Fasching: warum ich meinen Kindern keine Indianerkostüme nähe.
Story Time: Dreadlocks and Cultural Appropriation
Maafa
Refugee Tribunal against Germany
Schwarze Widerstandssymbole auf weißen Köpfen
Die Politik Schwarzer Haare
Schwarzrund: Plüschsofa und Beton
Wurzelfrau – Haare, Menschliche Grenzen und Mixed People
Lichterkarussell: Wider dem weißen Wursthaar-Wahn
Dread Drama – Note-a-bear
“but the CELTS wore dreadlocks/tattoos/body mods!!!11!!1” – DYSAETHESIA AETHIOPICA

Aktuell, aus der Oscar-Nacht:

“Die Dreadlocks von Zendaya Coleman riechen nach Patschuli oder Weed”

Ich bin nix für Ungut. (Coming-Out für Heten)

Dieser Text ist eine Momentaufnahme aus einem sich noch im Fluss befindenden Prozess. Der inzwischen weitergegangen ist. In diesem Text springe ich hin und her zwischen meiner Gender Identität, meiner Sexualität, meiner sexuellen Orientierung, queerer Verortung und dem sicher und gar nicht sicher sein, was eigentlich los ist. Eigentlich sollte der Text anfänglich zum Thema “queere Heten” sein und ich wollte darin klar kriegen, was will ich, was bin ich eigentlich als Hetera, die mit Heteronormativität, heteronormativen Beziehungen, heteronormativer Sexualität, und heteronormativen Geschlechterrollen sehr wenig und mit queeren Theorien, queeren Infragestellungen und queerem Leben von Uneindeutigkeiten und Ausprobieren von Alternativen sehr viel anfangen kann. Dann kam ich durch Podcasts, Gespräche, und Austausch auf Twitter dazu, mehr den Finger drauf legen zu können, was “mit mir ist”. Weil Selbstfindungsprozesse während man der Lohnarbeit nachgeht, aber schwierig sind, wird dieser Text immer älter und älter, während ich mit Schlafnachholen, Haushalt und liegengebliebenen To Do’s beschäftigt bin – also mach ich mal einen Anlauf, ihn vielleicht doch in seiner Unfertigkeit und Nicht-Einfachheit raus zu hauen.

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Ende der 90er Jahre saß ich mit einer lesbischen Mitstudentin lässig auf einem Bordstein in Berlin und wir redeten davon, dass wir es toll finden, braungebrannt und muskulös zu sein. Vor allem muskulös.

Seit ich von zuhause ausgezogen bin, habe ich den Anspruch gehabt, mein Fahrrad selbst reparieren zu können. (Mein Tip: Werft das “Einfälle statt Abfälle – Fahrrad reparieren” – Heft weg! Werft! Es! Weit! Weg!!) Auch wenn ich nicht so weit gekommen bin: Ich führe Fahrradwerkzeug mit und habe kettenölverschmierte Hände. In Fahrradgeschäften wirke ich, als könne ich mir selber helfen – was offenbar mit einer maskulinen Genderperformance einhergeht. Ich bin die Person, der die Mechaniker_innen sagen, wo der Kompressor steht und der freundlich das Werkzeug in die Hand gedrückt wird. Wenn es doch mal vorkam (in einer Zeit, als ich femininer aussah) dass mir nichts zugetraut wurde und mir mein Fahrrad helfend und nett gemeint aus der Hand genommen worden ist, stieg in mir immer große Wut auf.

Ich bin nah am Wasser gebaut und mir kommen sehr schnell die Tränen – was etwas ist, das ich ganz ganz schwer akzeptieren und lieben kann. (Es bleibt mir eh nix anderes übrig.) Ich fühle mich davon immer zurückgeworfen auf einen Platz, wo ich schwach und hilfsbedürftig wirke, etwas, was ich nicht bin und nicht sein will. Ich weine möglichst “wie ein Mann” – so mit runterlaufenden Tränen, aber ansonsten voller Ignoremodus – bitte mit ja keinem Zittern in der Stimme.

<– Insert irgendein beliebiges Kindheits-Tomboy Narrativ here –>

Mein ganzes Leben lang fühlte ich mich von heterosexuellen femininen Rollenvorstellungen nicht nur eingeschränkt, sondern auch als Mensch abgewertet. Hübsch sein. Gefallen wollen und gefällig sein. Beschützt werden wollen. Kinder haben wollen. Einen Mann glücklich machen. Gut im Bett sein. Schmerzende Schuhe und unpraktische Kleidung, Haltung bewahren, nicht zu viel essen, nicht zu laut lachen, die biologische Uhr ticken hören.  Horror.

Es ist aber nicht nur der Wunsch, dem Sexismus durch Verweigern der weiblichen Rollenklischees ein Schnippchen zu schlagen. Zumal das eh nicht klappt. Als maskuline Frau erlebe ich andere Dinge als früher, als ich zumindest eindeutig als Frau gelesen wurde, aber ich erlebe längst kein männliches Privileg. Zwar wird mir nicht ins Mäntelchen geholfen (oder eine andere mir entmündigend erscheindene Behandlung), aber es wird mir dafür ganz oft irgendein Erlebnis oder eine Agenda  unterstellt, die zu meiner Entscheidung, nicht feminin zu sein, geführt haben muss/was ich damit erreichen möchte. Oder es wird mir eine Meinung, eine sexuelle Orientierung oder Geschlechtsidentität unterstellt und das Ganze dann mehr oder weniger mit Toleranz behandelt.

Demnach ist es für mich so, dass maskulin sein/androgyn sein keinen Ausstieg aus dem sexistischen System ermöglicht. Es erlebt sich dann nur anders. Ich würde auch nicht sagen, dass das der Grund ist, wieso ich mich auf eine bestimmte Art und Weise ausdrücke (oder Gender performe). Ich bin nicht eine maskuline Frau, weil ich dann weniger Sexismus erlebe. Ich drücke mich so aus, weil ich mich selbst dann als zu mir selbst passend/stimmig/echt empfinde, wenn ich androgyn wirke. Ich mag Androgynität sehr. Ich finde maskuline Frauen* und feminine/queermaskuline Männer* sowie alle möglichen maskulinen Trans*menschen attraktiv und schön. Und ich empfinde mich selber als richtig und schön, wenn ich androgyn bin. Vielleicht würde ich sagen, ich fühle mich von queeren Maskulinitäten angezogen und ich identifiziere mich als eine Person, die gut mit queerer Maskulinität resoniert. Das und andere Dinge, die ich, weil ich nicht Single bin, nicht berechtigt bin, öffentlich zu diskutieren, würden mich lose ins Girlfag-Spektrum plazieren. (Link: Uli Meyer – “Almost Homosexual” – Schwule Frauen/ Schwule Transgender (GirlFags/Trans*Fags))

Ich identifiziere mich aber nicht als Agender/Genderqueer/Androgyn/Non-Binary. Ich identifiziere mich als Frau*.

In dem Text Why I’m still a Butch Lesbian  schreibt Lea DeLaria:

Not only do I dislike feeling pretty and prefer arguing to nurturing, I don’t even particularly like eating chocolate. Popular culture, and women themselves, often imply that I lack many of the most essential qualities of womanhood.

“die gesellschaftliche Kultur, auch Frauen selbst, geben mir oft zu verstehen, dass mir viele der grundlegendsten Qualitäten von Weiblichkeit fehlen”. This: Es ist nicht mein Problem, wenn ihr mich als Mann/männlich lest. Ich hab damit kein Problem. Ich habe aber auch kein Problem damit, mich als Frau zu identifizieren.

In our culture, the impulse to distance oneself from negatives associated with women and femininity is endemic. When we insult men, we do it by comparing them to women. When we compare women to men, we’re generally praising them. In fact, I’ve probably known more straight, cis-gendered women who’ve bragged about how they’re “one of the guys” than I’ve known lesbians.

Übersetzung: “In unserer Kultur ist der Impuls endemisch, sich von dem Negativen zu distanzieren, dass mit Frauen* und Feminität verbunden wird. Wenn wir Männer* beleidigen, geschieht das, indem wir sie mit Frauen* vergleichen. Wenn wir Frauen mit Männern vergleichen, dann üblicherweise um ihnen Anerkennung zu zollen. Tatsächlich habe ich wohl mehr heterosexuelle Cis-Frauen* getroffen, die damit angaben, “wie die Kerle” zu sein, als ich Lesben getroffen habe.”

Aus diesen Gründen bemühe ich mich aktiv darum, andere Frauen* und Feminität – auch wenn ich selbst einen anderen Genderausdruck habe als traditionelle Feminität – zu respektieren und mich eben nicht von ihnen abzugrenzen. Ja, ich habe das früher getan. Denn ich erleb(t)e Feminität als etwas, was mir ständig gegen meinen Willen aufgenötigt wurde, etwas, was mir alternativlos als Vorbild präsentiert wurde, etwas, das ich eben nicht bin und das mich eben nicht repräsentiert. Das war schmerzhaft und dagegen habe ich mich abgegrenzt, abgelehnt, rumgetrotzt – als es aktuell war.

Inzwischen bin ich 40 Jahre alt geworden, und spätestens in weiteren 10-15 Jahren wird mein Umfeld seine restlichen Erwartungen, dass ich noch einen Brutinstinkt entwickle, aufgeben müssen. Möglicherweise krieg ich das Unfruchtbarsein noch dieses Jahr schwarz auf weiß. Ich lebe langzeitmonogam mit einem Mann zusammen (nächstes Jahr 20 Jahre) und dadurch, daß meine Heterobeziehung länger hält als die meisten Heterobeziehungen, die ich kenne, führen sich Ratschläge, wie der Mann zu “halten” sei und dass ich so schliesslich keine Beziehung führen könnte, auch langsam selbst ad absurdum. Da hab ich also auch so langsam meine Ruhe.

Ich will solidarisch sein mit femininen Frauen*, ich will aktiv Feminität respektieren und aufwerten. Ich muss nicht mehr dagegen aufbegehren und kann inzwischen sehen, dass nicht Feminitäten es sind, die unterdrückend wirken, sondern nur deren Durchprügeln als Norm für Alle.

In queeren und/oder lesbischen Kulturen findet inzwischen ein sehr wünschenswertes Femme-Empowerment statt. Das macht im Kontext von Femme-Feindlichkeit und subkulturellen Normen, die maskulinere Weiblichkeiten als etwas normaleres setzen, auch viel Sinn. Aber auch bei heterosexuellen Feministinnen* ist es längst nicht so, dass es eine Latzhosen-Norm gäbe, und Feminität ist viel öfter anzutreffen, und wird auch, jedenfalls meiner Wahrnehmung nach, nicht mehr fälschlich als Symbol von Unterdrückung abgelehnt. Ich begrüsse das alles sehr!

Daran merke ich aber auch, dass mein Wunsch, Androgyn zu sein, eigentlich nichts mit dem Wunsch, der Abwertung zu entkommen, zu tun hat. Feminität bei Frauen* ist für mich nach wie vor einfach nichts, was mich anzieht, was mich sehr interessiert und was ich an mir selber haben möchte. Also auch jetzt nicht, wo es Empowerment und positive Beispiele für feminines Frau* sein in meinem Umfeld gibt. (Ich mag mal der Einfachheit halber female-to-femme aussen vor lassen, weil ich darüber auch noch zu wenig weiß, sorry).

Und was mich nachdenklich macht und auch stört: Es gibt nicht wirklich eine empowerende Selbstbezeichnung für Heteras, deren Genderperformance von der weiblichen heterosexuellen Norm dermassen abweicht. Dieses “endlich einen Namen haben für das, was eins die ganze Zeit erlebt” kenne ich in dieser Hinsicht nicht. (Nicht mehr; siehe das PS am Ende des Textes) Am ehesten fand ich mich in feministischen Vorbildern, und da wirklich in dieser “Latzhosen-Emanze” wieder. Aber die – es gibt sie inzwischen anscheinend gar nicht mehr. Vielleicht gab es sie gar nie, vielleicht war das immer ein Klischeebild, was als Abschreckung für “normale Frauen*” von den Medien geschaffen wurde. Fällt aus.

Es gibt auch Probleme damit, dieses Abweichen einfach unter dem Queer-Begriff mitlaufen zu lassen – obwohl es sicherlich laut einigen Definitionen völlig legitim wäre. Trotzdem ist für viele “queer” eben mit “nicht Hetero sein” verbunden, und wenn Queer für Heten überhaupt  geöffnet wird, dann lediglich für Heten, deren sexuelles Begehren oder deren Sexualität von der Norm abweicht (BDSM, Polyamorie, usw.) und nicht für Heten, die eine monogame Vanillesexualität leben. (Bei Licht betrachtet ist meine Sexualität nicht typisch heterosexuell, ich dachte immer, jegliche Sexualität zwischen Frauen* und Männern* sei zwangsläufig heterosexuell, und dachte halt, ich/wir hätten da halt “unser privates heterosexuelles Ding” gefunden – aber in dieser Ausgabe der Queerulantin über Girlfags und Guydykes (PDF Link) sprechen schwule Frauen z.B. davon, wie sie nicht heterosexuell begehrt werden wollen und nicht “als Frau” Sex haben wollen. Und da klingelt es ganz gewaltig bei mir.)

Also ja: ich bin halt die Hete. Punkt. Scheiss drauf, dass ich und mein Freund auf der Strasse für zwei schwule Männer gehalten werden. Egal, ob ich mich in der gängigen Definition von Cisgender nicht repräsentiert sehe, genauso wenig in der von Trans* oder Genderqueer. Dass ich mehrmals die Woche nicht als das Geschlecht gelesen werde, als das ich mich identifiziere.  Weil ich mich weigere, mich so zu geben, wie es die Gesellschaft Frauen* zugesteht. Wenn ich mit anderen Heteras rede und ich gefragt werde, wie wir verhüten, und ich ich überlege, nicht zu sagen, dass wir nicht verhüten, weil wir nichts praktizieren, was Verhütung erforderlich macht.

In meinem Lehrbetrieb nannte mich jemand – obwohl ich damals lange Haare trug – immer “Franz”, und ein anderer Kollege kommentierte quartalsmässig “She’s like men”, in meinem Meisterkurs tauschten die anderen Anwärter, während ich daneben saß, ihre Youporn-Links aus,  weil sie vergaßen, dass sie nicht in einer Männerrunde waren, und ich fühlte mich bei alledem zwar ein bischen befremdet, aber irgendwie auch stimmig.

Im Frühling/Sommer 2014 habe ich mich in meinem queeren Freundeskreis darüber mehrmals ausgetauscht, ob und wie es eigentlich einen Platz gibt für Menschen wie mich in der queeren Szene, ohne dass ich “nur Gasthete” bin. (Nicht, dass es damit ein Problem gäbe, wenn ich “nur Gasthete” wäre! Dazu später noch was.) Wir haben über unsere Annahmen und die Annahmen anderer geredet, z.B. weil einige auch Bi sind und mit Mann und Kindern in einer Kleinfamilie leben und deshalb inzwischen als “typische Hete” gelesen werden. Da ging es darum, wo eins hingehören kann und welche Vorurteile es in der queeren Szene so gibt. Diese Gespräche waren alle sehr gut, fand ich. Leider ergaben sie für mich immer erst mal so ein: “Ja, die anderen hatten immerhin schon mal homosexuelle Beziehungen und/oder sind wenigstens Poly. Du bist  eine untypische Hete, aber untypisch sind viele Menschen irgendwie. Du bist unterm Strich eine Hete.”

Nicht falsch verstehen: Ich steh gern dazu Hete zu sein. Ich steh auch dazu, Cis zu sein. Warum sollte ich meine diesbezüglichen Privilegien, die ich ja habe, verleugnen wollen? Bin für Awareness echt zu haben. Es ist nun mal Fakt, dass ich mit meiner Hetenbeziehung in normative Bilder passe, dass ich mich nicht überall erklären muss… Privilegien, ganz klar. Aber da sind diese Erfahrungen, da ist diese Orientierung, da ist dieses Selbstbild. Ich hätte halt einfach gerne einen Austausch dazu mit Menschen, denen es ähnlich geht.

Als ich dann vor kurzem mal öffentlich anfing, über queere Heten, das nirgends-reinpassen, und die Suche nach Begriffen twitterte, erlebte ich viel berechtigte Ängste, dass Heten sich Queerness und Selbstbezeichnungen von LGBT* aneignen könnten. Am Ende wurde über mich von einer Person in einigen Nonmentions hergezogen: als Diskriminierungsneiderin, Enthetungswünsche hegend und ich sei Trans*misogyn.

Meine Fresse, natürlich halte ich mich nicht für queer, weil ich mir die Haare kurz gemacht habe! Genau so wenig würde ich mich für eine Person of Color halten, weil meine Haut schnell bräunt und ich keine dt. Staatsbürgerschaft habe. OMG. oO

Ich halte mich für queer, weil ich gendermässig anders präsentiere als es das System von hetero-binär vorsieht, weil ich die Regeln dieses Systems nicht befolgen kann ohne mich die ganze Zeit zu verbiegen, weil meine Heterobeziehung und die darin stattfindende Sexualität fast komplett neu erarbeitet werden musste, weil ich mit den traditionellen heterosexuellen Gepflogenheiten nicht “kann”, weil das, was ich bei mir selbst in Punkto Gender/Sexualität vorfinde, als krank und behandlungsbedürftig galt oder noch gilt, (ich hab mich vor 20 Jahren dagegen entschieden, mich deshalb therapieren zu lassen), weil ich den Kram nicht erfinde um irgendwie besonders zu sein, sondern ich versuche meine Wege zu finden, in einem System das mir halt auch aufgezwungen wird, wie vielen anderen Menschen auch.

Ich muss nur eben Begriffe suchen für das, was ich bin/wie ich mich verorte. Und das ist schwierig.

Ich bin demisexuell, das ist eine Abstufung von Asexualität, die irgendwo zwischen Sexualität und Asexualität liegt. Es bedeutet, ich fühle mich zu Menschen hingezogen, zu denen vorher schon eine innige freundschaftliche Beziehung besteht. Neulich hatte ich mit einer Freundin* über heterosexuelle Männlichkeiten gechattet und dass hegemoniale Männlichkeitsnormen innige Freundschaften eigentlich ausschließen, und das einzige, was “erlaubt” ist, ist sowas wie eine sich ständig neu voneinander distanzierende Kumpanei. Alles Andere würde zu viel Nähe bedeuten. Als demisexuelle Person bedeutet das für mich, dass sich bei mir  Begehren, wenn schon, dann auf Männer* ausrichtet, die oft dadurch zu “Verrätern” an der herkömmlichen Männerrolle werden, dass sie Wärme und Nähe nach aussen zeigen, dass sie tiefer gehende Freundschaften eingehen und sich dafür auch nicht schämen. Die offen schwul sind und daher nicht die heterosexuelle Distanzkumpanei praktizieren müssen, oder heterosexuelle/bisexuelle Männer, die für schwul gehalten werden, genau weil sie an dem Punkt aus ihrer Rolle herausfallen.

Das ist ein Problem, weil ich schwule Männer* nicht nerven will, indem ich sie als Hete anschmachte, und ich verbrachte manche Freundschaften als Teenager damit, mir das bitteschön aktiv zu verkneifen. Und es ist dann wieder ein Glücksfall, denn es bringt mich mit “Genderrollen-Verrätern” zusammen, für die es weniger ein Skandal ist, wenn ausser diesem noch andere Rollenvorgaben unterlaufen werden.

Was mir als demisexueller Person eher fehlt, ist diese Begeisterung für Begehren und begehrt werden, ich finde z.B. manche schwule Subkulturen oft ziemlich sexualisiert, und das ist schon ein Faktor, wo ich denke: “Ich, Girlfag, never!” Mir geht ja manchmal schon das Ganze Begehren/Orientierungs/Sexualitäts-Gewichte in der Queerszene auf den Geist. Weil ich mit meinem Langzeitmonogamismus halt nicht mehr am Suchen bin. Es hat sich ausgesucht. (So die Göttin will. Ich kann die Zukunft natürlich nicht kennen.)

Bei Heterosexuellen, die sich mit queeren Themen noch gar nicht beschäftigt haben, ist es dann wieder so, wenn wir über Identifikation, Sexualität und Selbstfindung reden würden: Genausogut könnte ich mit Leuten von einem anderen Planeten reden. Ich mache es meistens gar nicht erst.

(…)

Hier könnte jetzt noch einiges stehen, aber ich mach hier mal einen Punkt und komme zum Ende, weil der ganze Text so unsortiert und unvollständig sein soll und darf, wie dieser ganze Nachdenk- und Orientierungsprozess ist und sein darf.

Ich will diesen Text trotzdem nicht schreiben ohne meine femininen (also hier, was gesellschaftlich als feminin zählt; irgendein Wort muss ich halt verwenden) Seiten hervorzukehren, weil ich es für maskuline/schwule Frauen* völlig okay finde, feminine Seiten zu haben. Genauso wie niemand darüber zu befinden hat, ob Grrrls/feminine Feministinnen oder Femmes Dinge mögen oder tun, die männlich konnotiert sind. So here goes: Ich stehe auf Körperpflegeprodukte (obwohl ich mich, ohne z.B. eine Gesichtsoperation oder Hautkrankheit überdecken zu wollen, nie schminken würde), mache gerne Asanas (körperliche Yoga-Übungen) was ja angeblich so ein Frauending sein soll, Handarbeiten, koche gerne, weine schnell, trage auch mal Röcke, habe einen weiblichen Habitus (wobei – hm… keine Ahnung??) und vieeeeeeeles mehr. Weil: Eine Androgynität/Maskulinität, bei der ich dieses ständig sich abgrenzende, ja kein bischen Sissyhafte, ja nicht feminine, einhalten muss, wäre für mich nämlich auch nichts wert. Ich bin nicht darauf aus, ein Mackerarschloch zu sein und dieses Konkurrenz/Schwanzvergleichsding ist mir viel zu anstrengend.

Also bin ich irgendwie, irgendwo auf dem Kontinuum schwule Frau*, maskuline halbqueere Hete, irgendwo so, verortet, oder halt auch nicht. Ich habe da noch viel nachzulesen und bin eigentlich ganz froh, diesen Text zu schreiben – weil ich mir nicht im Nachhinein alles so hinreden will, dass ich “besser reinpasse”. Ich will mir Worte aneignen, die bezeichnen was ich bin. Ich will nicht, dass Worte bestimmen sollen, womit ich konform zu gehen habe.

So, Bittschön. Das war mein Coming out als Nichts. Nichts für Ungut.

PS 1: Inzwischen ist es nicht mehr “Nichts”. Inzwischen klärt sich, dass ich mich eben irgendwo in die Richtung Girlfag/schwule Frau* verorten kann/werde/will. Als ich anfing mit dem Text, war das noch nicht so. Die Ereignisse, die sich dieses Jahr seit Wochen/Monaten entwickeln, überschlagen sich in dem Moment, wo ein Durchbruch zu Anderen stattfindet, die Ähnliches beschreiben wie ich das erlebe. Und dieser Moment war genau während der Entstehung des Textes. Ich lasse das “Nichts” noch stehen, aber es ist erkennbar, dass es veraltet und überholt ist.

PS 2: Zu „ALMOST HOMOSEXUAL“ – Schwule Frauen/ Schwule Transgender (GirlFags/Trans*Fags) von Uli Meyer – http://www.liminalis.de/artikel/Liminalis2007_meyer.pdf. Ich habe den in den Text schon reinverlinkt, aber erst nach Fertigstellung des meisten Textes hier gelesen. Ich möchte den Artikel sehr empfehlen, weil er super spannend ist und generell eine Menge über den ganzen Genderkram zu sagen hat.

DANKE an diejenigen, die den Text vorweg gelesen und Feedback dazu gegeben haben! <3 <3

Ich bin Charlie, aber ich will nicht Charlie sein.

Ich lebe in einem Land, in dem diese feindselige Stimmung herrscht, die die Menschen aufteilt in den “freien Westen” und die “Islamisten”. Die wird schon so lang geschürt. Schon so lang sitzen viele von uns zwischen den Stühlen. Einerseits lehne ich diesen überheblichen, sich selbst nicht hinterfragenden, islamfeindlichen Rassismus ab, der alle arabisch aussehenden Menschen zu rückständigen Feinden stilisiert, zum anderen lehne ich die fundamentalistischen Bewegungen ab, die Menschenrechte dort mit Füssen treten, wo immer sie genügend Macht dazu haben.

Es ist einfach nicht möglich, sich auf eine von zwei Seiten zu stellen, ohne sich unter “falschen Freunden” wiederzufinden. Schon die ganze Zeit bei dem Thema. Jetzt auch wieder. Und jetzt, das heisst: nach dem Mordanschlag auf die Redaktion des französischen Satire-Magazins Charlie Hebdo. Sich solidarisch zu Charlie Hebdo zu stellen, heisst, die teilweise echt scheiss rassistischen, sexistischen etc. Cartoons zu befürworten, die in diesem Magazin erschienen sind. Sich nicht solidarisch zu Charlie Hebdo zu stellen, stellt dich wiederum in eine Ecke mit Fanatikern und Autoritären, die meinen, ihre religiösen Gefühle über die Freiheit (und hier sogar das Leben) von Anderen hinweg durchdrücken zu dürfen.

Dabei gibts doch eigentlich eine ganz logische und einfache Reaktion: Für die Meinungsfreiheit zu sein, Punkt aus. Und das bedeutet, dass es okay gehen muss, über Charlie Hebdo zu sagen “das und das ist Rassismus und ich lehne das ab”. Ich finde es schon sehr bemerkenswert, wie im Namen der Freiheit die Freiheiten von Menschen anrüchig werden, ihre Meinung zu sagen – “sei für rassistische Cartoons, oder bist du etwa auch für die Terroristen?” Im Namen der Freiheit machst du dich verdächtig, wenn du nicht die selbe Meinung hast.. hallo? Wer nicht konform geht mit uns, ist gegen uns? Nein, so einfach geht das nicht.

Ich bin wirklich bestürzt über den Mord an den Zeichnern von Charlie Hebdo. (Und nicht zu vergessen die Menschen, die dabei waren und mit dem Anschlag zum Opfer fielen). Bestimmt waren das auch total nette Typen, und obwohl ich die Cartoons teilweise echt kacke finde, bin ich überzeugt, dass die Urheber dieser Cartoons nicht annähernd übel waren. Wenn es nur um die Menschen ginge, ich würde die ganze Zeit im “Je suis Charlie” Tshirt herumlaufen!
Die Leute von Charlie Hebdo waren wahrscheinlich genauso nette, linke Typen wie ich auch genügend kenne, die es eigentlich gut meinen und die gar nicht schnallen, dass sie gerade Anderen, die weitaus mehr Unterdrückung erfahren wie sie selber, grad auf die Füsse und ins Gesicht treten. Weil ist doch alles lustig und Satire und Kritik an Autoritäten und wir sind doch alle gegen die da oben. Weil so einfach ist es ja schliesslich (Ironiemodus). Es existieren ja auch (Ironiemodus) keinerlei Unterdrückungsachsen ausser der, die ein weißer linker Durchschnittstyp erlebt. (Und *-istische Strukturen begünstigen und erzeugen diese Blindheit und Ignoranz gegenüber Sexismus, Rassismus usw.)

Aber nur weil wohlmeinende linke Männer etwas als Satire gegen mächtige Fundis verstehen, wird es davon nicht weniger rassistisch. Gut gemeint heisst, nicht dass es auch gut ist. Die Menschen betrauern, und trotzdem ihre Publikation kritisch sehen, das ist für mich Meinungsfreiheit.

Nach diesem berühmten Zitat von Evelyn Beatrice Hall zu gehen, welches lautet:

“Ich verachte Ihre Meinung, aber ich gäbe mein Leben dafür, dass Sie sie sagen dürfen.”

Oder laut Elliot Higgins: (Via Hakan Tee)

“I defend your right to say stupid shit, but it’s still stupid shit.”

In diesem Sinne: Ich bin Charlie. Ich bin solidarisch mit den Ermordeten. Ihr Leben ist ausgelöscht und sie werden nie mehr mit anderen an einem Tisch sitzen und reden und dazu lernen können, darüber, wieso ihre Satire nicht, wie sie dachten, gegen die Mächtigen gerichtet war, sondern nach unten getreten hat.
Aber ich bin nicht Charlie, ich würde nicht diese Cartoons zeichnen, stattdessen sitz ich hier und ärgere mich, dass wieder einmal rassistische, (hetero-)sexistische und klassistische Cartoons viel zu unkritisch als das Sahnehäubchen der westlichen Meinungsfreiheit hingestellt werden.
Aber die Leute von Charlie können es jetzt nicht mehr anders oder besser machen, oder etwas daraus lernen. Jedes ausgelöschte Leben bedeutet so viel zerstörtes Potential. Das ist einfach nur endlos traurig. R.I.P., Jungs.

upload

U.A. zu dem Thema auch gelesen:

Gelesen (Xpost)

Gelesen habe ich unter anderem:

Und natürlich (Wieso hab ich das vergessen): #ThisTweetCalledMyBack!

Fat Girl Casualness (auf deutsch) bei Reizende Rundungen, hier geht es darum, dass dicke Frauen immer todschick sein müssen, um mit ihrer Körperform wenistens ein bischen akzeptiert zu werden, und um lockere Styles und Sehgewohnheiten.

Queer Misogyny and the consumable Femme Body, wo es darum geht, dass “Doing Gender” auch immer “Doing Inequality” ist (danke an eidechse für diese Formulierung) wenn eben nicht wohlüberlegt und kritisch mit Genderperformance umgegangen wird. Und wer dabei immer verliert: Feminitäten wie Femmes (und Tunten, würde ich dazu sagen.)

Ein Interview mit Noah Sow 7 Jahre nach der Veröffentlichung von “Deutschland Schwarz Weiß” über Rassismus, was getan werden müsste, die Refugee-Bewegung und wie es weitergeht.

Ringelmiez hat Sailorpants genäht

Bei Don’t degrade Debs, Darling las ich etwas über einen Workshop zu Selbstfürsorge wo ein paar Dinge nicht so gut gelaufen sind.

Alt aber immer wieder aktuell:
Why I left yoga (and why I think a helluva lot of people are being duped)
Yoga and the exclusion of people of color

Bei Herzbrille ein toller Artikel über: Sei doch einfach du selbst. und warum es nicht einfach so einfach ist, einfach “du selbst” zu sein.

Warum ich Polly und Bob nicht in meinem Kiez haben will.

Huch!
..und Tschüs

Polly und Bob ist ein… “social Start-up”, ein “Non-Profit-Unternehmen”, eine “Plattform”, die… blablabla – setze hier irgendeinen hippen Werbespruch aus Werbesprech ein. De Facto ist es ein Unternehmen, welches eine Art “Nachbarschafts-Facebook” betreibt, und die Dienstleistung anbietet, über eine spezielle Online-Plattform Nachbarschafts-Aktivitäten zu koordinieren.

Der Gründer des Unternehmens war vorher “für einem Schweizer Konzern tätig” (eigene Angabe) und hat sich jetzt wohl auf die Fahne geschrieben, Friedrichshainer Kiezkultur zu seinem Marktsegment zu erklären.

Zuerst habe ich von Polly und Bob gehört, weil er “Berliner Hinterhofflohmärkte” veranstaltet hat. Das heisst, er hat dafür geworben, Friedrichshainer_innen haben die Flohmärkte gemacht und mit Leben gefüllt, und er hat überall sein Logo draufgehabt und sich bekannt gemacht.  Ich fand es zwar etwas komisch, dass eine simple Nachbarschaftsinitiative so ein “corporate Design” hat, so ein professionelles Logo, aber habe es nicht weiter hinterfragt, hab die Flohmärkte besucht und fand es ja ganz nett.

Als ich später zufällig bei einem Projekt im Kiez mitengagiert war, wo Polly und Bob zunächst auch involviert werden sollte, habe ich dann erst mitgekriegt, wie das läuft: Leute aus Friedrichshain engagieren sich, machen was los im Kiez, kümmern sich, machen all die Arbeit und tragen all das Risiko – und P&B schreibt es sich auf die Fahne, auf die Seite, klebt sein Logo drauf und eignet sich das alles an.

Polly und Bob schreibt auf deren Webseite, was sie alles für Friedrichshain tun: Zum Beispiel, dass es einen von P&B initiierten Gemeinschaftsgarten in Friedrichshain geben soll. Halloooo… es gibt schon mehrere Gemeinschaftsgärten! Davon steht natürlich kein Wort auf der P&B Seite. Es wird so getan, als käme der tolle Herr mit seinem Social Startup und baut hier mal was auf für die armen Friedrichshainer_innen, weil die ja nix haben, wa.

Eine Give-Box wollen sie machen. Hallooooo – es gibt schon welche! Das nennt man in Hausbesetzer_innenkreisen “Free Box”. Allein bei mir im Haus gibts zwei davon. Fast jedes Ex-besetzte Haus hat eine. Es gibt den Schenkladen in der Jessi. Übrigens alles Projekte, die von Gentrifzierung und Repression bedroht werden und die wir in den letzten 20 Jahren nur mit harten Kämpfen durch die Räumungswellen gerettet haben. That’s not something to be ignored, okay?

Ich will hier gar nicht gross noch was schreiben. Mich ärgert das, dass jetzt ein “Nachbarschaftsportal” (deutschlandweit) von Polly und Bob angeboten wird, wo “die ersten” Anmelder_innen “Premium-Mitgliedschaften” kostenlos bekommen, dass anscheinend der ganze Ringelpiez mit Anfassen, das ganze Nachbarschaftstreiben in den letzten Jahren nur ein Marketing-Gag für die “erfolgreiche Online-Plattform” gewesen sein soll – dass in einer Stadt, in der Bewohner_innen durch Gentrifizierungsprozesse verjagt werden, in einem Kiez, wo das extrem der Fall ist, – dass da das bischen Kiezkultur, was noch bleibt, jetzt zum Kapital von “Social Startup Unternehmen” werden soll. Nein danke!

Ich scheiss auf Polly und Bob!

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PS: Und dieses penetrante generische Maskulinum auf deren Plattform und Seite stinkt mir auch gewaltig. Seit fucking Jahrzehnten werden zumindest Frauen* in linken und alternativen Stadtteilprojekten mitgenannt, erst seit weniger Zeit auch Trans* – was will ich denn mit nem Stadtteilvernetzungsprojekt, äh, entschuldigung – sozialen Dienstleistungsunternehmen, das sprachlich ausser Tüpen nichts kennt?

Die böse Welt und Netzfeminismus.

Wieder mal ist viel zu tun, und ich habe zum Bloggen auch gar keine Zeit. Deshalb blogge ich grad auch nicht wirklich. So Themenrelevant, irgendein schlauer Text – nope… Dies ist ein Laut-Nachdenken in Online-Tagebuch-Form. Kein durchgehendes Thema.

Heute war ich als Unterstützerin mit Mr. Distelfliege und vielen anderen Leuten bei einer Gerichtsverhandlung zur Prozessbeobachtung. Wir haben Präsenz gezeigt bei einer Verhandlung eines Falles einer rassistischen Gewalttat, bei der ein Schwarzer Berliner von einem Weißen ins Gleisbett eines U-Bahnhofs gestossen und mit einem Messer bedroht worden war. Vielleicht sollte ich nur sagen, dass der Angeklagte furchtbar dreist war, die Zeug_innen einfach nur wischiwaschi ausgesagt haben, nach dem Motto, es hätten sich halt 2 Typen gestritten und sie hätten abgewartet, ob die “das nicht unter sich klären würden”, statt einzuschreiten oder die Polizei anzurufen, und der Geschädigte als Nebenkläger unglaublich stark und äusserlich ruhig den Prozess bestritten hat und seine Aussage gemacht hat. Nachdem ich bei zwei anderen Gerichtsterminen nicht rein kam (einmal hatte ich meinen Pass vergessen, das andere Mal gab es weitaus mehr Unterstützer_innen als Plätze im Saal) hat es diesmal geklappt.

Vor dem Saal unterhielt ich mich mit anderen Unterstützer_innen darüber, dass alltäglicher Rassismus in Österreich von der Mehrheit  so betulich, unschuldig und naiv vor sich hingelebt wird, noch viel heftiger als in Deutschland. Ich kenne das ja nur aus zweiter Hand, aber es gibt da diese Doku auf Youtube, die echt nichts für schwache Nerven ist. (Der Link geht zu Teil 1, von da aus zu den anderen Teilen weiterklicken).  (Achja: Lest nicht die Kommentare. Ernsthaft.)

Am Montag diskutierte ich mit einem wohlmeinenden Bekannten (wir meinen es ja immer alle gut…!) darüber, dass die Refugees aus der Ohlauer-Schule endgültig rausfliegen sollen, und ihm fiel nichts Besseres dazu ein als daß in der B.Z. (so ein Berliner Bildzeitungs-ähnliches Blatt) gestanden hätte, wieviel Kriminalität von der Refugee Schule angeblich ausgegangen wäre und Leute tratschen darüber, dass die Lerndisziplin in dem Deutschkurs, den einige der Refugees in einer nahegelegenen Volkshochschule besuchen durften, nicht grad hoch gewesen sei. Leider fällt vielen weißen Deutschen nicht viel anderes zum Thema Refugee-Aktivismus in Berlin ein. Ich arbeite in der Nähe dieser Volkshochschule, und ich habe dann weiter nachgefragt und erfahren, dass die Lernbedingungen in jenem erwähnten Kurs sehr schwierig bis unmöglich gewesen seien. (Es gab keine gemeinsame Unterrichtssprache und ein paar Leute konnten auch nicht lesen oder schreiben.) Leider hab ich das Gefühl, ich war die einzige, die sowas mal nachfragt. Anderen kommt es nicht komisch vor, wenn die Refugees Aufenthaltsrecht, Sprachkurse und Arbeitsmöglichkeiten fordern und dann den Sprachkurs zum Teil nicht besuchen. Da reicht die Erklärung, die wären halt desinteressiert, den offensichtlichen Widerspruch aufzulösen? Es heisst doch immer, dass die berühmte andere Seite auch angehört werden sollte, bevor man sich ein Urteil erlaubt. Im Fall von Schwarzen, von Refugees, halten einige das wohl nicht für notwendig.

Und das, wo ich mich frage, wie wir eigentlich die ganze Zeit leben können mit dem Wissen, dass vor den Grenzen Europas täglich Menschen sterben, dass wir eine humanitäre Katastrophe hier vor der Tür haben und nichts tun und mit Frontex eine Privatarmee halten (als Europa jetzt) die Arme und Verfolgte bekämpft. Ich frage mich das und andere fragen sich zu dem Thema, wieso jemand in einem VHS Kurs auf sein Handy guckt und ob es der Person zusteht, als armer Mensch überhaupt ein Handy zu haben. Es frustet.

Und dann passierte es einer Freundin, dass die kürzlich auf einem Event war, wo ein alltagsrassistischer Vorfall war und sie versucht hat, jemand für den Event Verantwortliches zu finden, mit dem sie über eine für alle okaye Vorgehensweise reden kann, wie reagiert werden könnte – und die sich stattdessen dann wieder findet als das Gespött von Veranstaltungsleitung, anderen Besucher_innen und einem Sponsor. Fast schon österreichische Verhältnisse… die weißdeutsche Mehrheit versichert sich gegenseitig selbst wie toll und im Recht und wie okay sie doch sind, und die eine abweichende Stimme – jaja, das muss ja Überempfinlichkeit sein. Ich denke, sie schreibt irgendwann noch was dazu und dann verlinke ich das.

Alles in allem also echt wieder die böse Welt. Die böse Welt. Es ist echt unerträglich und trotzdem ertrage ich es, trotzdem wird weiter gefeiert und geselfcared und alles, weiter im Tagesgeschäft… seufz. Gestern habe ich einen Film gesehen darüber, ob die Deutschen in der Nazidiktatur vom Holocaust gewusst haben und ob sie dagegen hätten rebellieren können. Heute frage ich mich, wieso so wenige Leute aufstehen gegen das Sterben vor der Festung Europa.

Dann habe ich gestern in der Pause auf Arbeit einen Text auf Medienelite gelesen: Feminismus als Selbstinszenierung.  Ich hatte sehr gemischte Gefühle. Einerseits trifft es manches voll auf den Punkt, und ich könnte so viel unterschreiben. Andererseits finde ich der Artikel ist auch ne ganz schön krasse (Selbst)geisselung, weil einfach viel zu wenig Platz ist für die ganzen Zwischentöne und sehr hohe Ansprüche an die feministische Szene daraus sprechen. Klar gibt es dieses viele Mimimi und es rennen auch wirklich ein paar Leute auf Twitter rum, die Verantwortung abschieben, sich selbst zum hilflosen multidiskriminierten Wesen erklären und tatsächlich mehrfachdiskriminierte Menschen für ihr angebliches dominantes Verhalten am einen Tag in Grund und Boden stampfen, und am anderen Tag die selben Menschen für ihre Stärke loben. Also die feministische Untervariante von White Womens’ Tears. (bitte einfach googlen, das ist so ein feststehender Begriff dafür, dass weiße Frauen andere Menschen kontrollieren durch ihre Inszenierung von Hilflosigkeit und Ängsten).

Andererseits denke ich: Ja und? Natürlich findet all das statt. Wir sind Menschen und machen Fehler, und wir existieren in einem System, deren Machtstrukturen so und so sind und die haben wir kräftig mit verinnerlicht. Und schädigen andere und, wenn wir selber die Diskriminiertenkarte in der jeweiligen Struktur gezogen haben, mitunter uns selbst dadurch. Also wundert es mich halt kein bischen. Wir arbeiten dagegen an – aber das sitzt einfach sehr tief. Ich frage mich, ob der Text von Nadine nicht selber ein wenig an dem hohen Anspruch leidet, den sie kritisiert: dass wir aus diesen Strukturen bitte schon ausgebrochen sein sollen.

An der Stelle mag ich ja manchmal die Texte von Antje Schrupp. Hier “die schmerzhaften Debatten unter Feministinnen“. Weil sie oft das Drumherum beleuchtet. Wir kriegen Dinge nicht hin, ja. Aber kriegen die Anderen sie hin? Wie sieht denn die Kultur von Kritik und Auseinandersetzung so allgemein aus? Kann es sein, dass wir da vor Schwierigkeiten stehen, die schon lang vorher hätten absehbar sein können? Es ist nun mal nicht so, dass wir, bloss weil wir Feminismus gut und Diskriminierung scheisse finden, auf einmal in der Lage sind, anders mit allem umzugehen und verinnerlichte Muster abzuwerfen.

Eins finde ich auch sehr wichtig. Angesichts der bösen Welt, dem Netzaktivismus und all der Fails und Frustauslöser. Sich offline mit Leuten zu treffen, ob zum Aktivismus oder auch zum Diskutieren oder einfach bloss herumrelaxen, das bringts. Zum einen kommt vom blossen Petitionen online klicken nicht soviel rum als wenn sich Menschen auch konkret offline zusammentun und bemerkbar machen. Zum Anderen – die Gespräche, zusammen stricken, zusammen Blödsinn machen. Das ist toll. Internet und Offline-Leben ergänzen sich doch ganz gut in der Hinsicht.

Der Trend mit der Paläo-Ernährung

Ich bin von momentanen Ernährungstrends oft angepisst. Damit ist gemeint, was gerade immer für eine Sau durchs Dorf getrieben wird, was “richtiges Essen” ist.
Im Moment also Paläo-Ernährung (dt. Schreibweise) oder Paleo diet (englisch).
Das ist so eine Richtung, wenn ich das richtig verstehe, bei der sich die Leute so ernähren, als wären sie in der Altsteinzeit.

Wikipedia dazu:

Die Steinzeiternährung fußt auf dem ausschließlichen Konsum von Nahrungsmitteln, die angenommen schon in der Altsteinzeit verfügbar waren. Die Ernährung besteht vor allem aus Fleisch (vom Wild), Fisch, Meeresfrüchten, Schalentieren, Eiern, Obst, Gemüse sowie Kräutern, Pilzen, Nüssen, Esskastanien und Honig. Zu vermeiden sind Milch und Milchprodukte, außerdem Getreide und Getreideprodukte wie Brot. Industriell verarbeitete Nahrungsmittel wie Zucker, alkoholische Getränke oder Fertiggerichte sowie Lebensmittel wie Oliven, die ohne Verarbeitung ungenießbar wären, sind ebenfalls zu meiden. Der Gebrauch von Pflanzenölen ist umstritten. Manche vermeiden nur die Öle/Fette, die aus nicht-steinzeitlichen Pflanzen wie z. B. Oliven, Erdnüssen oder Mais hergestellt sind. Andere verzichten auf alle Öle, da diese industriell verarbeitet sind, ein ungünstiges Omega-3- zu Omega-6-Fettsäurenverhältnis haben und mehrheitlich mehrfach ungesättigte Fettsäuren enthalten, die durch die Lagerung oxidieren, also ranzig werden können. Als Getränke werden nur Wasser und Tee aus Kräuteraufgüssen akzeptiert.

Im westlichen Kulturkreis ungewohnt ist die Ernährung mit Insekten, Larven und Würmern, die frühen Vertretern der Gattung Homo ergänzend als Proteinquelle gedient haben und heute von vielen Ethnien gegessen werden (Entomophagie). Insekten sind jedoch kein obligatorischer Bestandteil der hier vorgestellten Steinzeiternährung.

Altsteinzeit heisst, keine Ackerbaukultur, und damit ein Leben von Sammeln und Jagen (es gibt aber auch Vegane Paläos). Paläo Ernährung verzichtet aber nicht auf Kulturpflanzen, also z.b. Obst und Gemüse werden trotzdem sehr gerne genommen. Außerdem ist der moderne Altsteinzeitmensch auch Cosmopolitan, da wächst die Kokosnuß und die Schlehe quasi direkt nebeneinander, im “altsteinzeitlichen globalen Dorf”, weil auf sowas wie Hungerphasen und begrenztes Nahrungsangebot je nach Jahreszeit und Ort haben moderne Paläos natürlich keinen Bock. Dann kommt zum Teil eine völlig unökologische, unsoziale Spezialernährung für reiche Lifestyle-Bewusste heraus. (Dass Insekten in der westlichen Paläo-Ernährung nur ganz wenig vorkommen, spricht eigentlich auch Bände).

Ich z.B. neulich so im veganen Supermarkt “Veganz”. (Weil es im Moment mal wieder unmöglich erscheint, im lokalen Gemüsehandel Spinat zu bekommen. Wahrscheinlich lohnt es nicht, weil Spinat schnell gammelt und die Händler*innen zuviel Verlust machen mit dem Spinat.) Kundin*:
“Haben Sie Kokosblütenzucker nach Dr. Gröblalablub (Name geändert)”?
“Sind diese Kakao-Nibs in Rohkostqualität?”

Was ich auch ein wenig bescheuert finde, ist, dass andere Nutzpflanzen soweit okay sind, aber Getreide nicht. Getreide ist pfui pfui böse böse igitt. Das ist “neu” (d.h. angenommen wurde es Ernährungsgrundlage seit der Jungsteinzeit) und damit gar nicht gut für den Menschen. Ja, okay, es hat ja eine gewisse Logik: Kulturgemüse ist eine Weiterentwicklung von wildem Gemüse und dieses gab es wohl “damals schon”. (Wobei Getreide eine Weiterentwicklung aus Gräsern ist, die gab’s auch “damals schon”). Ja, insofern gibt es wirklich einen Unterschied zwischen Getreide und Gemüse. Den möchte ich gar nicht wegreden.

Mein Punkt ist der: Mir fällt auf, dass die Grenze zwischen “okayer Kultur/Ackerbaupflanze” und “böser Ackerbaupflanze” auch da verläuft, wo in modernen Industrieländern der Unterschied liegt zwischen “billiger Massenfütterung” und dem “besseren Essen”. Die “Paleo Diet” verteufelt die Stärkepflanzen, und mit Stärkepflanzen stellt heute die Agrar- und Lebensmittelindustrie auf billigste Weise ihre hochverarbeitete Nahrung her, die dann den “kleinen Leuten” im Supermarkt angeboten wird, während z.B. frischer Spinat nur noch im High-End-Superfood-Vegan-Geschäft zu finden ist.

Wir sind uns wahrscheinlich alle einig, dass industrielle Stärkenahrung ernährungstechnisch echt nicht gut ist (milde ausgedrückt).
Für mich ist die Konsequenz aus der Ernährungssituation in Industrieländern, dass wir global denken und solidarisch handeln. Also überlegen, wie wir so handeln können, dass sich Menschen im Norden UND im Süden souverän und gut ernähren können, und entsprechende Arbeit machen.
Für unsere Ernährungssituation im Norden ist es typisch, dass sich Arme Lebensmittel, die genug Vitalstoffe haben, kaum noch leisten können. Billig sind die Waren, die aus riesigen Monokulturen von Stärkepflanzen (Weizen, Mais) hergestellt werden. Teuer ist Gemüse und Obst, und (fast) gar nicht mehr erhältlich ist eine Vielfalt an verschiedenen Gemüse- und Obstsorten, weil Saatgut Lizenzware geworden ist und Kulturpflanzen der Freigabe für den Markt durch Behörden bedürfen. Vereinzelt gibt es von aussterben bedrohte Kulturpflanzensorten im Kuriositätenregal von Gartenmärkten und engagierte Ökos bewahren Saatgut und geben es weiter. Im Allgemeinen bleibt aber eine vielfältige Ernährung aus vielfältigen Kulturpflanzen für die Meisten unerreichbar.

Anstatt sich jetzt naserümpfend von den Stärkepflanzen (und denen, die sich nichts anderes leisten können) abzuwenden und sich über deren “Müll fressen” erhaben zu fühlen (Inhaltsnotiz für den Link: Diätgelaber), fände ich anderes viel sinnvoller. Nämlich sich dafür einzusetzen, dass mehr Vielfalt für Alle drin ist.

(Bitte zur Kenntnis nehmen: Ich kritisiere diese dahinter liegenden Muster und Strukturen, nicht die Beweggründe einzelner Leute, “Paleo Diet” zu machen.)

Ich will ja auch gerne gesund, schlank und fit sein (wobei ich dran arbeite, das “schlank” aus der Liste zu streichen und durch “wohl fühlen” zu ersetzen).
Für mich bleiben bei Paläo-Ernährung einfach zu viele Fragen nach Nachhaltigkeit, Umsetzbarkeit und Solidarität offen.
Nachhaltigkeit: Wie sieht es mir der Schonung von Ressourcen aus, wie sieht es mir der Ökologie aus?
Umsetzbarkeit: Wieso werden eigentlich alle Menschen über einen Kamm geschoren und diese eine Ernährungsform als “artgerecht” und “genetisch angemessen” propagiert, ohne daran zu denken, wie machbar und erwünscht die “Paläo-Ernährung” für 99% der Weltbevölkerung eigentlich ist? Was ist mit der Vielfalt der verschiedenen Esskulturen? Ist das egal?
Solidarität: Wo bleiben denn “die anderen”? Ist es “jedem sein Bier” wie wir uns ernähren, und fertig?

So bleibt für mich so ein bitterer Beigeschmack: Als die Armen in der europäischen Feudalzeit auf dem Feld ackerten und Gerstenbrei aßen, war der Adel blass und weiß und aß Weißbrot.

Als die Armen in den Arbeitervierteln der europäischen Industriesiedlungen lebten, ließen sich die Reichen in der Sonne bräunen und aßen viel Fleisch.

Als die Armen sich im Solarium bräunten und Fleisch mit Stärke aßen, wurden die Reichen wieder blass und aßen Bio, Vegan und Low-Carb.

Und immer wurde und wird so gedacht und geschrieben, als gäbe es nur Europa und davon abgesehen eine grosse Landmasse, die keine weitere Bedeutung hat, ausser die, dass die dortigen Ressourcen für europäische Bedürfnisse zur Verfügung zu stehen haben.

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Anmerkung: Ich bin selbst von Bio überzeugt und vegetarisch, ausserdem finde ich viele Dinge, die von Paläo-Seite aus an der modernen Ernährung kritisiert werden, völlig richtig. Ich wollte dennoch meinen Senf zu bestimmten Punkten abgeben. Das heisst nicht, dass ich einseitig denke, oder dass eine Sache nicht sehr viele verschiedene Seiten hat, die zu bedenken sind. Weil Ernährung und Ernährungsfragen ein Thema sind, wo es fast schon religiösen Fanatismus gibt, den einige Leute meinen, allen um die Ohren hauen zu müssen, lasse ich zu diesem Text keine Kommentare zu. Ihr dürft gerne eine andere Meinung dazu haben und mir ist klar, dass meine Meinung nur eine Stimme von vielen verschiedenen sind, und das ist auch okay für mich. Ich bin da überhaupt nicht rigide oder muss das überall durchdrücken. Ausserdem ist meine Meinung niemals fertig und entwickelt sich andauernd. Ich mag bloss grad keine anstrengende Ernährungsdiskussion führen.
Ein schönes Wochenende, happy Mai und lasst Euch nicht ärgern.