Ich war beim Leipziger Wolle-Fest, ohne Wolle zu kaufen.

Disclaimer: Ich rede hier über Gewerbetreibende, deren ausgestellte Waren auf dem Wollefest ich interessant fand, und ich verlinke auch auf deren Webseiten. Manchmal preise ich die Sachen auch ganz schön an, jedoch: Ich bekomme keine Gegenleistung dafür, daher ist es wenn, dann eher privat betriebene Werbung. Die ich gerne mache, denn das sind alles ganz kleine Selbstständige, die es mehr als verdient haben, dass Leute ihre Dinge kaufen, finde ich.

Nachdem ich letztes Jahr wegen einem anderen wichtigen Termin auf das Leipziger Wollefest verzichtet hatte, bin ich diesmal wieder da gewesen. Und das in meinem NoBuy-Jahr, wo ich mir zumindest Wollkaufverbot erteilt habe.

Lass mich nochmal einen Blick auf meine selbstgewählten Regeln werfen.

Da steht, ich darf kein Garn kaufen (und, zumindest innerlich, ausformuliert habe ich es offenbar nicht, keine Spinnfasern). Daher habe ich mir gesagt: Vielleicht eine schöne Spindel, das wäre okay. Sie vergrössert meinen Stash nicht, sie ist nicht mottenanfällig, und sie ist hübsch zum sich ins Zimmer stellen, wenn sie gerade nicht benutzt wird.

Gleich am Anfang die Auflösung: So ist es dann auch gekommen. Außer der Spindel habe ich noch zwei Spinn-Gadgets gekauft, alles beim selben Mann: Peter Locke, der seine gedrechselten schönen Dinge am Stand von seiner Frau verkauft: Wolle online. (Inzwischen gibt es seine Spindeln auch in ihrem Online-Shop.) Das eine war der Prototyp von einer Fingerkunkel, das ist ein Mini-Spinnrocken, den man sich mit einem Ring an den Finger steckt, und der die Fasern beim Spinnen superbequem ordnet, und das Andere ist ein Schälchen für Supportspindeln, das man sich zwischen die Beine klemmen kann, im Sitzen.

Überhaupt war das sehr fein, die Lockes an ihrem Stand zu besuchen, sie sind einfach super nett. Ich war früher ja nicht so eine potentielle Kundin von gefachten Garnen, wie es sie dort gibt, aber ich muss sagen, die Farbverlaufs-“Bobbel” sind große Klasse, da entstehen auch so richtig sanfte Übergänge. Ich habe ja noch einen, den ich mal woanders bestellt hatte, hier, deshalb reizen mich noch mehr “Bobbel” erst mal nicht, anschauen ist super, aber ich muss gerade nicht mehr davon in meinen Besitz bringen.

So ging es mir mit dem Garn eigentlich auch, da habe ich dank meiner Stashdurchsicht und Stash-Appreciation wirklich das gute Gefühl dabei gehabt, zuhause genug und auch echt schönes Garn zum Stricken zu haben, und auch genügend Fasern zum spinnen. Trotzdem konnte ich die ganze Farbenpracht und auch die spannenden naturfarbenen Garne bewundern. Zum Leidwesen der Anbietenden, aber vielleicht hat es ihnen wenigstens gute Laune gemacht, dass jemand ihre Garne einfach nur bewundert.

Spinn- und Strickgadgets
Zuerst ein Bild der Errungenschaften: Links die Kunkel, dann das Schälchen und die neue Spindel (aus Essigbaum!) und noch zwei Päckchen Stricknadeln, die ich ausprobieren möchte.
Garnset als Zopf
Hier haben die Ladies von “Inclusio” viele kleine Stränge Wolle zu grossen bunten Zöpfen geflochten. Das sieht sehr hübsch aus..!

Schön bunt
Am Stand von “Nordische Wolle” – ich fand die Garne schön bunt und vor allem nicht so nichtssagend-weich. Der Bayerische Laden verkauft Wolle aus einer “kleinen Spinnerei im Baltikum”, wie sie sagen.

Special Yarns
Spannend: eine kleine Fasermühle in Sachsen, die nicht nur Garne von heimischen Schafrassen hat, sondern dort kann man auch Vliese waschen, kardieren oder kämmen lassen. Ihre eigenen Garne kommen von ihnen persönlich bekannten Schafhalter_innen und von ihren eigenen Tieren. Ihre Seite ist: https://www.naturfasermuehle.de/
indisches Ringspinnrad
Das ist ein Ringspinnrad aus Assam. Der Ringspinnkopf ist eigentlich aus der Industrie und wurde von einem Spinnradbauer in Indien in ein Rad für Handspinn-Produktion integriert. Es ist alles kugelgelagert und läuft trotz des rustikalen Äusseren sehr ruhig und leicht.
Wolle-Fest von Oben
Das Wollefest von oben gesehen. Hier der Stand von Zauberwiese und die Nachbarinnen.
Piratenwolle
Die Piratenwolle. Hier hätte ich einiges mitnehmen können, falls meine Wollkisten leer gewesen wären. :)
Dibadu Spinnfasern
Habe ich so auch noch nicht gesehen: Kammzüge mit kleinen Tweed-Nupsies, wie immer wunderschön gefärbt von Dibadu.
Noch mehr Dibadu
Die Farbenpracht beim “Mondschaf”.
Gefilzte Sitzkissen
Super schön: Zitrus-Sitzkissen aus Wollfilz. Aber sie werden aus dem Programm genommen, weil handgemachte Filzkissen halt auch kosten und nicht genug Leute das auch kaufen wollen.. zumal auf dem Wollefest viele Macher_innen sind, die eher Grundmaterial suchen und keine fertigen Produkte.
An unserem Tisch
Pause vom Bummeln haben wir an einem Café – Tisch gemacht, und da trafen sich auch unsere Spindelprojekte.
niedliche Schäfchen und duftende Seife
Niedliche Schäfchen und duftende Seifen.. “Angelikas Naturwaren”.
Filzlinge
Bunte Kammzüge bei “Filzlinge”
Nochmal bunti
Für mich neu, und ich war absolut hingerissen von den Farben von “Coonie’s Wolle” aus Duisburg.
Handgefärbtes Gansey Garn
Bei Wasserwolle war der “Gansey Bear” und es gab einfarbige und handgefärbte Gansey-Garne aus England.
Lütt Marie
Viele bunte Speckles bei “Lütt Marie”, ebenfalls aus Duisburg.

Am Samstag wollten wir einen “Team Yeti” Tisch machen (haben wir auch gemacht), wo sich Leute aus der “Podcasting auf Deutsch” Ravelry Gruppe treffen können. Vielleicht war der Tisch zu wenig sichtbar (wir waren im vorderen Cafe, das eher so seitlich lag und wo viele Leute eher nur vorbei liefen), vielleicht war auch niemand da. Vorab im Forum hatte sich ja auch niemand gemeldet dazu. Aber das war okay, wir waren insgesamt dann doch zeitweise neun Leute und einen Tisch zu haben, wo man sein Zeug lassen kann, ist das Beste auf diesen Wollmärkten.

Ich habe mich gleich an den Tisch gesetzt und die Stellung gehalten, während die Anderen schon mal über den Markt gezogen sind (was mehr als eine Stunde dauerte) und dann traf ich auch schon Lena, mit der ich verabredet war, die einen süßen gestrickten Hasen als Erkennungszeichen dabei hatte, und wir hatten’s ruhig und nett an unserem Tisch während der hektischsten Zeit auf dem Wolle-Fest.

Ich hatte mir am Hauptbahnhof in meiner stapelbaren “Tiffin” Lunchbox indisches Essen gekauft und das mitgebracht. Der Kassierer im indischen Buffet war sehr erfreut, dass ich mit einer indischen Lunchbox ankam. Ich habe Kichererbsencurry und ein Gemüsecurry mit Paneer in die unteren Ebenen eingefüllt, und in der dritten Etage ein buntes Biryani. Er hat mir in einer Papierbox noch extra Reis dazugepackt, und am Ende konnte ich mich sogar zweimal satt essen davon.

Für den Sonntag hätte ich mich gerne mit jemandem treffen wollen, aber sie musste wegen anderer dringender Dinge absagen, und ich entschloß mich, trotzdem auch am Sonntag hinzugehen. Das war aber auch super schön, denn da war einfach mehr Zeit, alles zu sehen und mit den Händler_innen zu reden. Ich habe einiges gesehen, dass ich bei meiner Runde am Samstag überhaupt nicht gesehen hatte, z.b. das oben fotografierte Spinnrad aus Assam.

Am Sonntag war noch Spinntreffen auf dem Wollefest, und ich habe mich dann für die restliche Stunde, die ich noch bis zur Abfahrt des Busses hatte, dazugesetzt. Das war nett und ich bekam sogar ein Stück Kuchen ab. (Danke an die Landfrauen aus Leipzig-Süd) Während ich am Samstag mit Lena am Team Yeti-Tisch über Radtouren fahren geredet hatte, saß ich am Sonntag neben einer Spinnerin, die auch liebend gerne Flußradtouren fährt. So ein Zufall, ich liebe es!

Leider war es kalt, auch in der Glashalle. Am Sonntag hat der Sonnenschein auf dem Dach gefehlt. Mir wurde so richtig fröstelig beim Warten auf dem Fernbus im Nieselregen, und ich glaube, ich versuche es nächstes Jahr wieder mit der Bahn – auf der Hinfahrt hatte ich jemanden neben mir mit massivem Parfum- und Zigarettengestank an den Klamotten, und mir wird eh schnell schlecht in Autos und schaukelnden Bussen. Auf dem Rückweg ging es allerdings gut, da saß ich auch neben einem Raucher, aber der roch nicht so krass nach Rauch und zum Glück gar nicht nach Parfum.

Schön war es, und mein Besuch bei meiner Freundin, die mich netterweise immer zum Wolle-Fest beherbergt, war auch wieder schön. Und jetzt bin ich nicht nur ohne Stashzuwachs wieder zuhause: Ich habe auch eine Menge mehr Lust, meinen Stash zu verarbeiten, nach all der Inspiration, die ich dort aufgeschnappt habe.

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Jetzt gehts mit #Konmari an den Stash, oweia

Heute ist es draußen nicht ganz so schönes Wetter wie die Tage davor. Ich habe mich eher drinnen umgetan und endlich meinen Stash ausgelüftet. Das wollte ich ja schon Anfang Januar tun, aber ich kam nicht dazu.

Ich dachte eigentlich, jedes Jahr lüfte ich meinen Stash und pflege ihn und ich mag auch alles, was darin ist. Dieses Jahr, durch meinen geschärften Blick auf Dinge, die ich wohl doch nur mitschleppe, habe ich meinen Stash mit anderen Augen gesehen:

Ich habe furchtbares Novelty-Garn! Das eine ist ein grau-puscheliges Plastik-Pannesamt-Würmchen-Garn, einfach ein Grauen, zwei sind so silbrig-bronzige-Plastik-Fusselmonstrositäten, und dann habe ich noch weniger schlimmes Garn, aber eben welches, das ich nicht gebrauchen kann: Ein dickes Baumwollgarn (drei Knäuel) das ich für einen Freund zum Rahmenstricken mitnahm, aber der wollte es dann doch nicht. Und eine Menge eigentlich sehr schönes Lopi-Garn aus Island, das ich beim Wolltausch bekommen hatte, aber wo ich mir eingestehen muss: Ich werde diesen Islandpulli ja doch nie stricken.

Das alles kommt also weg, die Novellitäten werde ich sogar einfach wegwerfen. Das Baumwollgarn kann ich bestimmt irgendwo hin spenden, es ist ja noch gut.. und das Lopi Garn findet hoffentlich auch ein neues Zuhause. In drei Knäueln habe ich Mottengespinste gefunden, eins habe ich dann weggeworfen und zwei habe ich erst mal zu Strängen gehaspelt, ausgeschlagen und dann ins Gefrierfach gepackt. Zum Glück ist das andere Garn, das mit dem Lopi im Behälter war, unbeschädigt, und das meiste Lopi ist ebenfalls clean.

Untitled
Mein Stash auf dem Boden ausgebreitet. Es ist nicht mal ganz so viel, wie ich dachte. Die letzten Jahre war es eigentlich immer mehr. Ich finde den Regenbogen aus Mini-Skeins so schön, vielleicht sollte ich versuchen, den zu irgendwas Regenbogigem zu machen?

Wie jedes Jahr habe ich wieder gemerkt, dass sich doch noch Garne finden, die noch kein Etikett haben, die noch nicht komplett eingepflegt sind oder die sogar gar nicht eingepflegt sind. (Natürlich die Ravelry-Datenbank). Jedes Jahr denke ich, ich habe sie alle erwischt und eingetragen und etikettiert, und dann war es doch noch nicht alles. Und ich rede hier nicht von Garnen, die ich 2018 erst gesponnen habe!

Flash your Stash
Das war übrigens mein Stash 2014. Vor 5 Jahren. einige Garne habe ich noch, aber vieles habe ich schon verbraucht. vom Volumen her hat sich der Stash 2019 eher.. verkleinert? Oder ist das eine optische Täuschung?

Da ich mein Garn schon lange vertikal in durchsichtigen Boxen lagere, bringt mir die Konmari Methode hier nichts Neues ins Haus. Aber weil ich 2018 doch einiges verstrickt habe, ist durch das komplett ausräumen und wieder einräumen etwas neuer Stauraum entstanden. Vielleicht kann ich sogar eine ganze Box für etwas anderes verwenden.

Und ich habe ein handgesponnenes Lacegarn gefunden, das so graubraun-olivgrün ist, so Armeefarben, leider so gar nicht wie ich das mag. Ich hatte es mir letztes Jahr zum Verstricken hingelegt mit einem Notizzettel dran “leider mag ich das Garn überhaupt nicht mehr”. Aber es ist handgesponnen und ganz weich! Die Lösung: Ich werde es dunkelblau oder schwarz überfärben, und dann mir die Augen ruinieren indem ich irgendeinen Gothic-Lacelappen daraus stricke!

Und mir sind zwei oder drei Ideen gekommen, was ich aus Garnen machen will, die mir beim Lüften in die Hände gekommen sind. Ich habe zwei schöne Garne für ein Tuchprojekt kombiniert, und rotes Tweed und graues Handgesponnenes für zukünftige Stulpen gebookmarkt. Und jetzt – ächz – muss ich noch ein paar Garne etikettieren und wenn alles fertig ist, nochmal die Meterzahlen checken, ich bin gespannt, was dann der aktuelle Stand sein wird.

Beute vom Leipziger Wolle-Fest

Am Samstag war ich auf dem 9. Leipziger Wolle-Fest, und es war sehr schön da.

Hin gekommen bin ich mit dem Flixbus, der echt bezahlbar war, und wir sind gut durchgekommen. Der Bus hält direkt an der Leipziger Messe, wir mussten also nicht mal noch irgendwelche Öffis nehmen, und konnten sofort ins Wollvergnügen.

Wir kamen mittags an und hatten Glück: keine Kassenschlange mehr.

Drin flanierten wir den ersten Mittelgang runter, und ich habe gleich mehrere Dinge gekauft, anstatt erst mal alles anzuschauen. Zwei Spindeln – eine aus Robinienholz, die ganz grün war, ich liebe das ja, und eine wunderschöne Supportspindel von Peter Locke von Wolle-Online. Ich finde die Locke’s so nett, und ich finde die Spindeln, die er drechselt, wirklich super.

Dieses Jahr war zum ersten Mal die Drechselwerkstatt Matthes auf dem Fest, und obwohl die Auswahl wirklich groß war, und wirklich schöne Spindeln da waren, und die auch preislich unter denen von Peter Locke und der Tischlerei Mewes lagen, irgendwie hat keine so wirklich zu mir gesprochen.

Wir haben uns in der Podcasting auf deutsch Gruppe auf Ravelry verabredet, und was ich nicht ahnte, war: Es wurde ein etwas grösseres, und sehr schönes und entspanntes Treffen. Anstatt dass wir zu viert waren, waren wir manchmal zehn Leute, die sich um zwei Cafe – Tische versammelt hatten und gemütlich zusammen mit stricken, spinnen und quatschen beschäftigt waren. Und wir konnten immer in kleinen Gruppen aufbrechen, um die Stände zu besuchen und zu shoppen.

Was auch sehr schön war, ich konnte zwei Spinnräder ausprobieren. Ein Woolmakers “Bliss” und das Louet Victoria. Letzteres war schon spannend, weil es ein sehr kleines Reiserad ist, aber dafür wirklich sehr viel kann.

Ich habe keinen Bedarf an einem Reiserad, weil meine Reiseräder klein und gut sind und “Spindel” heißen, aber sagen wirs mal so, wenn mir eins nachlaufen würde, würde ich es auch nicht davonjagen.

Leider waren auch viele Färber_innen diesmal nicht da, weshalb ich wohl noch ein zweites Fiber Festival dieses Jahr aufsuchen muss (Ich liebäugle mit Hamburg).

Und hier ist meine Beute:

beute aus leipzig

Kammzüge, ein Sockengarn, zwei Spindeln und Farben!

beute aus leipzig

Die schöne Supportspindel von Peter Locke
Nach dem Wolle-Fest sind zwei von uns noch zu Esme gefahren, die ich jedes Jahr einmal bei der Gelegenheit besuche, und wurden sehr nett empfangen und haben einen schönen Abend gehabt. Leider bin ich dann gegen Abend krank geworden und Sonntag ging es mir dann schon eher schlecht, aber zum Glück war der grösste Teil des Samstags noch okay.

Die Heimfahrt ging ganz flauschig vonstatten, und ich führte noch tolle Gespräche mit Alienne.

Dabei ging es auch um Politik und Awareness, und am Montag stöberte ich auf dem Twitteraccount von Abby Franquemont und fand diesen Text, wo sie fragt: Have you ever wished that you weren’t white?

Dieser Text ist eine sehr persönliche, vielschichtige und sehr ehrliche Auseinandersetzung mit den eigenen weißen Privilegien, aber auch eine berührende Geschichte, in der Abby, wie das ihre Art ist, so viele Einblicke in ihr Leben und in ihre Erfahrungen gibt. Ich kann ihn euch nur sehr ans Herz legen. So stelle ich mir kritisches Weißsein vor.

Ribby Cardi 2: Yeah, fertig!

Dieses Projekt war ein wenig eine Zitterpartie.
Es ist eine Strickjacke für meinen Partner, der etwas empfindlicher ist gegen kratzige Wolle. Da ich aber mit meiner Strickjacke trotz grober Eiderwolle gute Erfahrungen hatte, und die Jacke auch nicht direkt auf der Haut getragen wird, dachte ich, es ist nicht so arg, wenn ich die Pommernschafwolle benutze, die ich zur Tour de Fleece 2013 und vorher gesponnen hatte.

TDF Tag 16 (Sonntag)

Das Garn ist ein light worsted, gesponnen aus handkardierter und selbstgesponnener Rohwolle und zweifach verzwirnt. Ich kam mit der Maschenprobe gut hin und legte los.
Der Cardi strickte sich sehr gut runter, ich habe da und dort ein paar Maschen mehr genommen, um zu vermeiden, dass er an den Schultern zu eng wird, und das Garn hat auch gut gereicht. Ich habe damit tatsächlich einen Großteil des Pommernschafgarns verbraucht! Ich mochte das sehr, wie in dem Garn ganz dezent bunte Wolle auftaucht, die ich mit reinkardiert hatte, aber wie der Cardi trotzdem einfarbig grau wirkt. Zu dem Muster muß ich wirklich nichts sagen, es ist ein Cardigan, der sehr klassisch aussieht und zu allem und allen passt.

Ribby Nr2

Was daran so spannend war, war eben doch die unerwartete Kratzigkeit der Wolle. Mir kam sie beim spinnen nicht so kratzig vor, vielleicht lag es aber auch an der Flauschigkeit des Streichgarns, dass eben die Haare in alle Richtungen abstehen, und auch kleine Knubbelchen im Garn sind, nicht so wie ein glattes Kammgarn aus einer vergleichbar groben Wolle.
Zum Glück hat der Empfänger den Cardi trotzdem für gut und die Kratzigkeit für kein Problem empfunden.

Ribby Nr2

Das nächste Problem war, dass ich trotz Maschenprobe stricken und trotz der Tatsache, dass der erste Cardi in der selben Größe, den ich bereits gestrickt hatte, perfekt passt…
Also kurz gefasst: An den Schultern war dieser enger als der andere. Was er nicht hätte sein dürfen/sollen.
Es war aber so. Ich habe das gelöst, indem ich den durch stures tragen “ausgeleiert” hatte.
Inzwischen trägt er sich klasse!

Ribby Nr2

Problem Nr. 3 war der Kragen. Ich habe ihn wie empfohlen mit kleineren Nadeln gestrickt, allerdings klappte er dann immer hinten am Hals hoch. Unsäglich. Ich habe den Kragen geribbelt und mit grösseren Nadeln etwas lockerer gestrickt, auch etwas länger, um ihm mehr Eigengewicht zu geben, damit er schön liegt. Das hat geholfen, aber so richtig zum Liegen gebracht hat ihn erst das Gewicht des Reißverschlusses, nachdem der angenäht war. Inzwischen ist der Kragen jedenfalls sehr brav.
Jedoch, meine Nerven…!

Ribby Nr2

Jedenfalls ist der Cardi seit September so richtig fertig, ich habe ihn heute auch endlich mal fotografiert – Ende gut, Alles gut!

Nicht gebloggt, aber noch dabei: Tour de Fleece

Diese Woche ist Endspurt bei der Tour de Fleece (Ravelry Link).

Ich habe es nicht geschafft, regelmässig hier zu berichten. Zuviel ging im Leben drunter und drüber.
Erwachsen sein ist so anstrengend. Ich sage es euch.
Spannende Dinge sind passiert.
Ich habe ein neues Spinnrad. Es ist jetzt das dritte Spinnrad in diesem Haushalt, und es ist ein absolutes Traumteil. Ein Schacht Matchless. Zum Glück ist manchmal was übrig, wenn man keine Kinder hat, kein Auto hat, keine Drogen nimmt und nie in den Urlaub fliegt. :D

TDF 2015 day 16

Meine erste Spinnerei darauf war Bio-Merino (ungequält) und das Garn ist sehr sehr schön geworden.
Ich habe das Rat zu einem tollen Schnäppchenpreis von Knitart.de bekommen, wo es im Sommer-Angebot war.

Auf den Spindeln habe ich dieses Jahr auch sehr viel gesponnen. Das letzte war Whiteface Woodland Wolle:

TDF 2015 day 16

Das ist eine mittelgrobe Wolle. Und eine traditionelle und seltene Schafrasse aus Großbritannien.

Tour de Fleece 2015

Von meinem Kilogramm Corriedale Fasern habe ich noch weniger als 300g zu spinnen. Das hoffe ich, bis Sonntag zu schaffen. Gezwirnt werden muss es dann nach der Tour!

Berlin Knits Yarnfestival

berlin knits beute

Zuerst wollte ich gar nicht zu Berlin Knits 2015 gehen. Immerhin war ich vor einem Monat in Leipzig und habe da meinen “Jahresvorrat” an Garn und vielleicht auch Fasern gekauft. Und die meisten Ausstellerinnen* waren auch in Leipzig gewesen. Die Entscheidung war trotzdem sehr gut. Zum einen traf ich ein paar Leute von der Ravelry-Gruppe Podcasting auf deutsch, mit denen wir schön zusammen saßen, Getränke zu uns nahmen, durch den Wollmarkt bummelten… und zum anderen war der Rahmen auch viel kleiner als Leipzig und es war etwas familiärer, eins kam besser ins Gespräch mit den Färber*innen und den anderen Aussteller*innen…

Es gab eine Reihe an Workshops, ich habe aber an keinem teilgenommen. Obwohl ich, als ich die schönen Materialien sah, die die Leute von Marc Smollin für den Top Down Shawl Workhop bekamen, gedacht habe, das wäre doch was für mich gewesen. Das Festival war ansonsten sehr stricklastig und es gab nicht sooo viel für Spinner*innen. Aber: YayaSis gab einen Spinnworkhop für Anfänger*innen, der ganz gut gelaufen ist. Ein Haufen Strickdesigner*innen waren zu Besuch und unterrichteten, und die Besucher*innen waren zum Teil ganz aus dem Häuschen, sie zu treffen. Ich muss zugeben, ich weiß nur, wie Stephen West aussieht, die anderen hätte ich gar nicht erkannt. Obwohl mir Veera Välimäki natürlich ein Begriff ist, oder Yarnissima. Letztere habe ich schon in Hamburg verpasst.

Wenn wir schon mal von Promis der Faserszene sprechen: Ich bin ja das erste Quartal dieses ganzen Jahres schon sehr in meiner Arbeit eingebunden gewesen, und habe auch andere Infos, und was sonst so los ist, ziemlich ausgeblendet. Um mich eben auf die Arbeit mehr zu konzentrieren. Ich bin mit dem Podcasthören hinterher, ich habe mich kaum für die Strickszene interessiert, und prompt wird mir die Rechnung präsentiert:

Dieses Jahr war Abby Franquemont in Backnang gewesen und hat Spindelspinnkurse gegeben.

Ich bin leider mehr als nur untröstlich, dass ich das verpasst habe.

Andererseits weiß ich nicht, ob ich es überhaupt hätte ermöglichen können.

Nun gut… Ich werde ein paar Tage noch trauern, dann werde ich mir ein Herz fassen und mir die Podcastfolge von Susanne dazu anhören. Im Moment könnte ich es einfach noch nicht. Schluchz..

Heute ist meine Woche Urlaub auch vorbei. Es geht wieder zur Arbeit.

Irgendwie habe ich mir – ich weiss nicht womit – irgendeine Nervenreizung im linken Arm zugezogen, ob das vom Radfahren kommt oder vom Spinnen oder Stricken, ich weiß gar nicht. Heute ist es schon etwas besser. Aber es nervt ein wenig. Immer so ein kribbeln bei manchen Bewegungen, als wäre der Arm vor kurzem eingeschlafen gewesen.

Achja, was ist oben zu sehen:

Zwei Stränge Sockenwolle von Ponderosa, eine Spindel von Wollcsilla, ein Set Spanndrähte von Lazadas, und ein Kammzug von Dibadu.

The latest in Knitting

“100 Happy Days” hat eine Pause gemacht, ich bin ja wirklich dafür zu gewinnen, an wirklich jedem Tag irgendetwas Schönes zu entdecken. Aber die letzten Tage fand ich das wirklich dann doch nicht statthaft, es war einfach falsch. Ich bin schon dankbar für viele schöne Dinge, aber darüber bloggen werde ich erst ab jetzt wieder.

und an diesem kommenden Wochenende hoffentlich auch wieder podcasten.

Ich stricke weiter am #TubularityKAL (Unser Knitalong-HT auf Twitter, mitmachen willkommen) und bin deutlich über die Hälfte weit. Ausserdem habe ich meine “Twisted Limone” Socken fertig gestrickt.

#tubularityKAL leider ohne Tageslicht.

Am Mittwoch war queerfeministischer Stricktreff, und ich habe auf Wunsch eine kleine Illustration für ein Strick-Notizbuch gemacht. (Das Bild ist leider etwas unscharf)
upload

Ansonsten war die Woche viel Arbeit, etwas Orgakram und ich habe ausnahmsweise ein freies Wochenende!

Yay! Yoga praktizieren! Vielleicht doch den Rosenkohl kochen, den ich gekauft habe, als ich dachte, ich hätte Zeit und Lust zu kochen, bevor er doch zu alt wird! Stricken! Vielleicht was nähen! Urban Sketching! Ich glaube, die Liste wird zu lang, das wird ja zum Freizeitstress. Aber eins will ich mir vornehmen: Meine Internetzeit begrenzen. So viele “freie” Tage gehen drauf, weil du dann doch hier und da den und den Polit-Artikel liest und dich Termine und die Arbeit nicht abhalten, selbst was dazu zu schreiben oder wenigstens 5 Stunden am Stück Texte dazu zu lesen. Ich finde das okay, aber ich kann das nicht jedes Mal machen, wenn ich frei habe.

Sockenwolle Goodie!

stashi1, originally uploaded by distelfliege.

Gestern kam ein Umschlag hier an, und darin war diese schöne Sockenwolle! Sie ist handgefärbt von Nicole C. Mendez, die auch einen Dawanda-Shop hat, und die Färbung heisst “Mitternachtswelten”.

Schwarz, dunkelgrau, Lila, blau, und ganz dunkles weinrot sind zu sehen, und ich freue mich schon darauf, das Garn zu Socken zu verstricken!

Vielen lieben Dank für dieses tolle Geschenk, Nicole!