Beute vom Leipziger Wolle-Fest

Am Samstag war ich auf dem 9. Leipziger Wolle-Fest, und es war sehr schön da.

Hin gekommen bin ich mit dem Flixbus, der echt bezahlbar war, und wir sind gut durchgekommen. Der Bus hält direkt an der Leipziger Messe, wir mussten also nicht mal noch irgendwelche Öffis nehmen, und konnten sofort ins Wollvergnügen.

Wir kamen mittags an und hatten Glück: keine Kassenschlange mehr.

Drin flanierten wir den ersten Mittelgang runter, und ich habe gleich mehrere Dinge gekauft, anstatt erst mal alles anzuschauen. Zwei Spindeln – eine aus Robinienholz, die ganz grün war, ich liebe das ja, und eine wunderschöne Supportspindel von Peter Locke von Wolle-Online. Ich finde die Locke’s so nett, und ich finde die Spindeln, die er drechselt, wirklich super.

Dieses Jahr war zum ersten Mal die Drechselwerkstatt Matthes auf dem Fest, und obwohl die Auswahl wirklich groß war, und wirklich schöne Spindeln da waren, und die auch preislich unter denen von Peter Locke und der Tischlerei Mewes lagen, irgendwie hat keine so wirklich zu mir gesprochen.

Wir haben uns in der Podcasting auf deutsch Gruppe auf Ravelry verabredet, und was ich nicht ahnte, war: Es wurde ein etwas grösseres, und sehr schönes und entspanntes Treffen. Anstatt dass wir zu viert waren, waren wir manchmal zehn Leute, die sich um zwei Cafe – Tische versammelt hatten und gemütlich zusammen mit stricken, spinnen und quatschen beschäftigt waren. Und wir konnten immer in kleinen Gruppen aufbrechen, um die Stände zu besuchen und zu shoppen.

Was auch sehr schön war, ich konnte zwei Spinnräder ausprobieren. Ein Woolmakers “Bliss” und das Louet Victoria. Letzteres war schon spannend, weil es ein sehr kleines Reiserad ist, aber dafür wirklich sehr viel kann.

Ich habe keinen Bedarf an einem Reiserad, weil meine Reiseräder klein und gut sind und “Spindel” heißen, aber sagen wirs mal so, wenn mir eins nachlaufen würde, würde ich es auch nicht davonjagen.

Leider waren auch viele Färber_innen diesmal nicht da, weshalb ich wohl noch ein zweites Fiber Festival dieses Jahr aufsuchen muss (Ich liebäugle mit Hamburg).

Und hier ist meine Beute:

beute aus leipzig

Kammzüge, ein Sockengarn, zwei Spindeln und Farben!

beute aus leipzig

Die schöne Supportspindel von Peter Locke
Nach dem Wolle-Fest sind zwei von uns noch zu Esme gefahren, die ich jedes Jahr einmal bei der Gelegenheit besuche, und wurden sehr nett empfangen und haben einen schönen Abend gehabt. Leider bin ich dann gegen Abend krank geworden und Sonntag ging es mir dann schon eher schlecht, aber zum Glück war der grösste Teil des Samstags noch okay.

Die Heimfahrt ging ganz flauschig vonstatten, und ich führte noch tolle Gespräche mit Alienne.

Dabei ging es auch um Politik und Awareness, und am Montag stöberte ich auf dem Twitteraccount von Abby Franquemont und fand diesen Text, wo sie fragt: Have you ever wished that you weren’t white?

Dieser Text ist eine sehr persönliche, vielschichtige und sehr ehrliche Auseinandersetzung mit den eigenen weißen Privilegien, aber auch eine berührende Geschichte, in der Abby, wie das ihre Art ist, so viele Einblicke in ihr Leben und in ihre Erfahrungen gibt. Ich kann ihn euch nur sehr ans Herz legen. So stelle ich mir kritisches Weißsein vor.

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Ribby Cardi 2: Yeah, fertig!

Dieses Projekt war ein wenig eine Zitterpartie.
Es ist eine Strickjacke für meinen Partner, der etwas empfindlicher ist gegen kratzige Wolle. Da ich aber mit meiner Strickjacke trotz grober Eiderwolle gute Erfahrungen hatte, und die Jacke auch nicht direkt auf der Haut getragen wird, dachte ich, es ist nicht so arg, wenn ich die Pommernschafwolle benutze, die ich zur Tour de Fleece 2013 und vorher gesponnen hatte.

TDF Tag 16 (Sonntag)

Das Garn ist ein light worsted, gesponnen aus handkardierter und selbstgesponnener Rohwolle und zweifach verzwirnt. Ich kam mit der Maschenprobe gut hin und legte los.
Der Cardi strickte sich sehr gut runter, ich habe da und dort ein paar Maschen mehr genommen, um zu vermeiden, dass er an den Schultern zu eng wird, und das Garn hat auch gut gereicht. Ich habe damit tatsächlich einen Großteil des Pommernschafgarns verbraucht! Ich mochte das sehr, wie in dem Garn ganz dezent bunte Wolle auftaucht, die ich mit reinkardiert hatte, aber wie der Cardi trotzdem einfarbig grau wirkt. Zu dem Muster muß ich wirklich nichts sagen, es ist ein Cardigan, der sehr klassisch aussieht und zu allem und allen passt.

Ribby Nr2

Was daran so spannend war, war eben doch die unerwartete Kratzigkeit der Wolle. Mir kam sie beim spinnen nicht so kratzig vor, vielleicht lag es aber auch an der Flauschigkeit des Streichgarns, dass eben die Haare in alle Richtungen abstehen, und auch kleine Knubbelchen im Garn sind, nicht so wie ein glattes Kammgarn aus einer vergleichbar groben Wolle.
Zum Glück hat der Empfänger den Cardi trotzdem für gut und die Kratzigkeit für kein Problem empfunden.

Ribby Nr2

Das nächste Problem war, dass ich trotz Maschenprobe stricken und trotz der Tatsache, dass der erste Cardi in der selben Größe, den ich bereits gestrickt hatte, perfekt passt…
Also kurz gefasst: An den Schultern war dieser enger als der andere. Was er nicht hätte sein dürfen/sollen.
Es war aber so. Ich habe das gelöst, indem ich den durch stures tragen “ausgeleiert” hatte.
Inzwischen trägt er sich klasse!

Ribby Nr2

Problem Nr. 3 war der Kragen. Ich habe ihn wie empfohlen mit kleineren Nadeln gestrickt, allerdings klappte er dann immer hinten am Hals hoch. Unsäglich. Ich habe den Kragen geribbelt und mit grösseren Nadeln etwas lockerer gestrickt, auch etwas länger, um ihm mehr Eigengewicht zu geben, damit er schön liegt. Das hat geholfen, aber so richtig zum Liegen gebracht hat ihn erst das Gewicht des Reißverschlusses, nachdem der angenäht war. Inzwischen ist der Kragen jedenfalls sehr brav.
Jedoch, meine Nerven…!

Ribby Nr2

Jedenfalls ist der Cardi seit September so richtig fertig, ich habe ihn heute auch endlich mal fotografiert – Ende gut, Alles gut!

Nicht gebloggt, aber noch dabei: Tour de Fleece

Diese Woche ist Endspurt bei der Tour de Fleece (Ravelry Link).

Ich habe es nicht geschafft, regelmässig hier zu berichten. Zuviel ging im Leben drunter und drüber.
Erwachsen sein ist so anstrengend. Ich sage es euch.
Spannende Dinge sind passiert.
Ich habe ein neues Spinnrad. Es ist jetzt das dritte Spinnrad in diesem Haushalt, und es ist ein absolutes Traumteil. Ein Schacht Matchless. Zum Glück ist manchmal was übrig, wenn man keine Kinder hat, kein Auto hat, keine Drogen nimmt und nie in den Urlaub fliegt. :D

TDF 2015 day 16

Meine erste Spinnerei darauf war Bio-Merino (ungequält) und das Garn ist sehr sehr schön geworden.
Ich habe das Rat zu einem tollen Schnäppchenpreis von Knitart.de bekommen, wo es im Sommer-Angebot war.

Auf den Spindeln habe ich dieses Jahr auch sehr viel gesponnen. Das letzte war Whiteface Woodland Wolle:

TDF 2015 day 16

Das ist eine mittelgrobe Wolle. Und eine traditionelle und seltene Schafrasse aus Großbritannien.

Tour de Fleece 2015

Von meinem Kilogramm Corriedale Fasern habe ich noch weniger als 300g zu spinnen. Das hoffe ich, bis Sonntag zu schaffen. Gezwirnt werden muss es dann nach der Tour!

Berlin Knits Yarnfestival

berlin knits beute

Zuerst wollte ich gar nicht zu Berlin Knits 2015 gehen. Immerhin war ich vor einem Monat in Leipzig und habe da meinen “Jahresvorrat” an Garn und vielleicht auch Fasern gekauft. Und die meisten Ausstellerinnen* waren auch in Leipzig gewesen. Die Entscheidung war trotzdem sehr gut. Zum einen traf ich ein paar Leute von der Ravelry-Gruppe Podcasting auf deutsch, mit denen wir schön zusammen saßen, Getränke zu uns nahmen, durch den Wollmarkt bummelten… und zum anderen war der Rahmen auch viel kleiner als Leipzig und es war etwas familiärer, eins kam besser ins Gespräch mit den Färber*innen und den anderen Aussteller*innen…

Es gab eine Reihe an Workshops, ich habe aber an keinem teilgenommen. Obwohl ich, als ich die schönen Materialien sah, die die Leute von Marc Smollin für den Top Down Shawl Workhop bekamen, gedacht habe, das wäre doch was für mich gewesen. Das Festival war ansonsten sehr stricklastig und es gab nicht sooo viel für Spinner*innen. Aber: YayaSis gab einen Spinnworkhop für Anfänger*innen, der ganz gut gelaufen ist. Ein Haufen Strickdesigner*innen waren zu Besuch und unterrichteten, und die Besucher*innen waren zum Teil ganz aus dem Häuschen, sie zu treffen. Ich muss zugeben, ich weiß nur, wie Stephen West aussieht, die anderen hätte ich gar nicht erkannt. Obwohl mir Veera Välimäki natürlich ein Begriff ist, oder Yarnissima. Letztere habe ich schon in Hamburg verpasst.

Wenn wir schon mal von Promis der Faserszene sprechen: Ich bin ja das erste Quartal dieses ganzen Jahres schon sehr in meiner Arbeit eingebunden gewesen, und habe auch andere Infos, und was sonst so los ist, ziemlich ausgeblendet. Um mich eben auf die Arbeit mehr zu konzentrieren. Ich bin mit dem Podcasthören hinterher, ich habe mich kaum für die Strickszene interessiert, und prompt wird mir die Rechnung präsentiert:

Dieses Jahr war Abby Franquemont in Backnang gewesen und hat Spindelspinnkurse gegeben.

Ich bin leider mehr als nur untröstlich, dass ich das verpasst habe.

Andererseits weiß ich nicht, ob ich es überhaupt hätte ermöglichen können.

Nun gut… Ich werde ein paar Tage noch trauern, dann werde ich mir ein Herz fassen und mir die Podcastfolge von Susanne dazu anhören. Im Moment könnte ich es einfach noch nicht. Schluchz..

Heute ist meine Woche Urlaub auch vorbei. Es geht wieder zur Arbeit.

Irgendwie habe ich mir – ich weiss nicht womit – irgendeine Nervenreizung im linken Arm zugezogen, ob das vom Radfahren kommt oder vom Spinnen oder Stricken, ich weiß gar nicht. Heute ist es schon etwas besser. Aber es nervt ein wenig. Immer so ein kribbeln bei manchen Bewegungen, als wäre der Arm vor kurzem eingeschlafen gewesen.

Achja, was ist oben zu sehen:

Zwei Stränge Sockenwolle von Ponderosa, eine Spindel von Wollcsilla, ein Set Spanndrähte von Lazadas, und ein Kammzug von Dibadu.

The latest in Knitting

“100 Happy Days” hat eine Pause gemacht, ich bin ja wirklich dafür zu gewinnen, an wirklich jedem Tag irgendetwas Schönes zu entdecken. Aber die letzten Tage fand ich das wirklich dann doch nicht statthaft, es war einfach falsch. Ich bin schon dankbar für viele schöne Dinge, aber darüber bloggen werde ich erst ab jetzt wieder.

und an diesem kommenden Wochenende hoffentlich auch wieder podcasten.

Ich stricke weiter am #TubularityKAL (Unser Knitalong-HT auf Twitter, mitmachen willkommen) und bin deutlich über die Hälfte weit. Ausserdem habe ich meine “Twisted Limone” Socken fertig gestrickt.

#tubularityKAL leider ohne Tageslicht.

Am Mittwoch war queerfeministischer Stricktreff, und ich habe auf Wunsch eine kleine Illustration für ein Strick-Notizbuch gemacht. (Das Bild ist leider etwas unscharf)
upload

Ansonsten war die Woche viel Arbeit, etwas Orgakram und ich habe ausnahmsweise ein freies Wochenende!

Yay! Yoga praktizieren! Vielleicht doch den Rosenkohl kochen, den ich gekauft habe, als ich dachte, ich hätte Zeit und Lust zu kochen, bevor er doch zu alt wird! Stricken! Vielleicht was nähen! Urban Sketching! Ich glaube, die Liste wird zu lang, das wird ja zum Freizeitstress. Aber eins will ich mir vornehmen: Meine Internetzeit begrenzen. So viele “freie” Tage gehen drauf, weil du dann doch hier und da den und den Polit-Artikel liest und dich Termine und die Arbeit nicht abhalten, selbst was dazu zu schreiben oder wenigstens 5 Stunden am Stück Texte dazu zu lesen. Ich finde das okay, aber ich kann das nicht jedes Mal machen, wenn ich frei habe.

Sockenwolle Goodie!

stashi1, originally uploaded by distelfliege.

Gestern kam ein Umschlag hier an, und darin war diese schöne Sockenwolle! Sie ist handgefärbt von Nicole C. Mendez, die auch einen Dawanda-Shop hat, und die Färbung heisst “Mitternachtswelten”.

Schwarz, dunkelgrau, Lila, blau, und ganz dunkles weinrot sind zu sehen, und ich freue mich schon darauf, das Garn zu Socken zu verstricken!

Vielen lieben Dank für dieses tolle Geschenk, Nicole!