Müllvermeidungschallenge, Tag 26: Mach dir Heißgetränke zuhause.

Hier geht es wieder um die leidige “Kaffee to go” Becher-Sache. Ich bin davon nicht wirklich betroffen, denn ich habe schon einfach so im Alltag so gut wie nie einen Pappbecherkaffee getrunken. Vielleicht liegt das auch daran, dass ich nicht so viele Aktivitäten betreibe, wo Menschen üblicherweise Pappbecher-Kaffe trinken.

Jetzt bin ich kulturforscherisch neugierig und frage mich gerade: Äh ja, bei welchen Gelegenheiten kommt das denn meistens vor? In der Pause in der Schule, Uni und bei der Arbeit, ganz oft. Wenn ich mir die Bäckerei ansehe, wo ich arbeite, kommt die halbe Schule in der Pause angedackelt und holt sich einen Pappbecherkaffee. Aber das ist ja nur so eine Momentaufnahme. Bei mir auf Arbeit haben wir Porzellantassen und eine Kaffeemaschine für die Verwendung mit losen Bohnen.

Aber diese Aufgabe. Ich soll mir Kaffee oder Tee zuhause machen. Das klingt irgendwie, als würden die Leute da, wo Zero Waste Chef wohnt, zuhause sowas gar nicht machen, sondern rausgehen, um es im Pappbecher zu trinken.

Wie dem auch sei: Ja, ich mache mir Tee zuhause, ich habe auch jetzt vermehrt losen Tee, während ich vorher auch Beuteltee hatte. Besonders diese schicken, hippen Sorten von Cupper + Co. Aber deren Beutel sind in Plastikfolien, die mit Papier ummantelt sind, umverpackt, so dass man noch nicht mal sieht, dass da Plastik ist! Das ist so fies! Deshalb: Goodbye Cupper + Co – auf nimmerwiedersehen. Schade, weil es war eigentlich mal lecker.

Dafür ist der lose Tee auf meiner Kiez-Teehandlung der leckerste der Welt.

Da wir gerade gar keinen Kaffee bei uns zuhause trinken: Was ist denn aus Tschibo, Eduscho etc. geworden – konnte man da früher nicht die Bohnen so lose kaufen? Oder sich gleich mahlen lassen? Ich sehe diese Läden gar nicht mehr, vielleicht sind sie auch dem Convenience-Gedanken zum Opfer gefallen. In der Bäckerei haben wir übrigens Cafe Libertad – den gibts es zwar verpackt, aber 1 Kollegin sammelt die Packungen und macht andere Dinge daraus, insofern wird es wenigstens recycelt.

Der Wochenend-Einkauf

Vorhin waren wir auf dem Markt, unseren Samstags-Wochenend-Einkauf zu machen. Der Käsestand-Mann kennt uns jetzt schon vom Sehen und packt uns den Käse profihaft in unsere mitgebrachten Behälter, das läuft inzwischen so glatt, dass es uns gar nicht mehr komisch vorkommt.

Gemüse haben wir auch noch mitgenommen, und dann waren wir in einem der letzten Kiez-Bioläden, die sich gegen die Supermarktketten behaupten, und die haben dort ein unheimlich großes Unverpackt-Angebot!

Man kann sich Mandelmus und Tahin abfüllen, Linsen und Saaten auch, und Gummibärchen! Ausserdem gibts da den leckeren Räuchertofu aus der kleinen Manufaktur nebenan ebenfalls lose.

Dafür hat der Einkauf mit fast 40 Euro zu Buche geschlagen. Puh. Aber gut, es waren viele Luxussachen dabei, wie Süßkram und der Räuchertofu. Und Das reicht jetzt wieder für den Großteil der Woche. Der Käse reicht für die ganze Woche, und beim Gemüse holen wir noch hier und da was dazu. Aber das wird dann nur noch wenig kosten.

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Müllvermeidungschallenge, Tag 25: Benutze die Bücherei

Oh no, es ist schon viertel nach 11, dann muss ich für den heutigen Bericht mal in die Pötte kommen.

Na klar benutze ich die Bücherei! Bzw. nicht klar. Ich hatte einige Jahre Pause und habe erst letztes Jahr im Herbst meinen Ausweis reaktivieren lassen. Und das war super! In Berlin haben sie ja wirklich fast alles. Und nicht nur Bücher, es gibt auch “digitale Angebote” (Direktlink war nicht möglich, daher habe ich auf die Startseite verlinkt, aber im Menü findet es sich gleich).

Hier kann man so gut wie alle Zeitungen online lesen, auch Artikel, die ansonsten hinter Paywall sind. Ausserdem gibt es Portale zum Filme und Serien schauen, zum Musik streamen und herunterladen (auch wenn es da bei weitem nicht alles gibt), und Hörbücher. Ich habe bis jetzt nur den Musikdienst und das Zeitunglesen benutzt. Und das ist schon sehr cool!

Ich habe Sauerkraut angesetzt!

Vor ein paar Tagen war ja die Aufgabe, etwas zu fermentieren, und ich habe das zu dem Tag nicht geschafft, aber wollte eigentlich Kimchi machen. Für Kimchi habe ich nur die Zutaten nicht im schlecht sortierten Discounter gefunden, in dem ich noch schnell nach dem heutigen Tattoo-Termin einkaufen war. (habe einen plastikfreien und verpackungsarmen Einkauf hinbekommen, dennoch!) Also habe ich mir einen großen Weißkohl geholt und den in stundenlanger Arbeit fein gehackt.

Sauerkraut Sauerkraut Sauerkraut

Nach dem Hacken musste es mit Salz bestreut und gestampft werden. Für letzteres stand in dem Rezept, man solle es mit den Händen einfach durchkneten. Ich fand das etwas beschwerlich, aber dann habe ich eben gleich ein Abend-Workout mit eingelegt.

Sauerkraut
Hier steht es nun: Das Glas mit dem Kraut, das im eigenen Saft schwimmt, und nun hoffentlich durchgärt.

Dadurch soll der Kohl theoretisch soviel Flüssigkeit abgeben, dass man ihn im eigenen Saft untertauchen kann. Und das hat auch funktioniert. Auf Anraten des Rezepts habe ich noch Ingwer und Knoblauch mit reingetan, um den Geschmack zu verbessern. Dann kommt der Kohl-Matsch in ein Gefäß und wird dicht an dicht gepackt. Alles muss fest zusammengedrückt werden, damit keine Luft eingeschlossen wird, und das Wasser muss über dem Kraut stehen. Und dann muss oben ein Gewicht draufgelegt werden, damit nichts an die Luft hochsteigen kann, wo es verschimmeln könnte. Ich habe einen Teelichthalter aus Glas als Gewicht benutzt.

Ja, und jetzt bin ich sehr, sehr gespannt auf die nächsten Tage!

Müllvermeidungs-Challenge, Tag 23 + NoBuy Erweiterung

Heute wäre bei der Zero-Waste-Challenge dran: Hole Essen zum Mitnehmen in deinem eigenen Behälter. Das mache ich seit einer Weile schon, und ich habs sogar schon mal weit vor meiner Plastikfreien Zeit gemacht, weil ich diese Materialverschwendung von Essen zum Mitnehmen schon immer so furchtbar fand.

Also werde ich euch nicht mehr mit meiner Tiffin-Box und dem darüber labern behelligen, sondern einfach diskret die heutige Aufgabe abhaken.

Dafür war mein NoBuy heute in Gefahr: Ich habe ja noch Duschgel und Bodylotion, und ich habe auch vor, wenn das alles alle ist, mir entsprechend selber was zu machen. Zumindest für die Bodylotion, da möchte ich gerne selbst Sheasahne machen, aus der Sheabutter, die ich noch “von früher” hier habe.

Aber dann glotze ich auf Youtube ein Video über die “Naked” Lotions und Duschgele von Lush, also feste Duschgele und feste Lotions. Und obwohl ich Lush schon immer pseudo-öko und teuer fand, hat sich mein Hang, gerne mal nach Pflegeprodukten zu shoppen, mit meiner derzeitigen Müllvermeidungsphase ungut verbunden und ich habe überlegt ob ich mir sowas kaufen gehen sollte.

Aber NEIN, denn erstens ist Lush noch immer sehr, sehr teuer und nicht mal so top gut, zweitens habe ich immer noch genug Duschgel zum Aufbrauchen zuhause, und drittens möchte ich mir doch diese Shea-Sahne als Bodylotion selbst machen.

Ich merke schon: Ich muss mein NoBuy um eine Kategorie erweitern: Keine unnützen Pflegeprodukte kaufen. Also lautet die neue Regel: Nur was kaufen, wenn etwas wirklich alle geworden ist, und ich echt keine Zeit zum Selbermachen hatte.

Müllvermeidungs-Challenge, Tag 22: Mehr Leitungswasser!

Das ist schon etwas, was in unserem Haushalt seit Jahren läuft. Wir hatten mal – lang ist das her – immer ne Kiste Mineralwasser zuhause, und dann dachten wir ganz klassisch: Wieso eigentlich Kisten schleppen? Und schafften uns einen Wassersprudler an. Ich trinke aber auch gerne ungesprudeltes Wasser, einfach so aus dem Hahn.

Jetzt im Winter wird der Sprudler wenig benutzt, das ist für mich mehr die Jahreszeit der Heißgetränke, und gerade trinken wir kannenweise verschiedene Tees.

Deshalb kann ich schon wieder nicht aufwarten mit spektakulären Fortschritten in der Müllvermeidung. *Buhrufe*

Zum Thema #NoBuy (Kaufnix – Jahr) und stricken

Ein frisch gewickeltes Knäusel aprikosen/shrimps-farbene Sockenwolle, und ein frisch angeschlagenes Projekt auf meinem Schreibtisch: #Kiasockskal

Ich bin momentan irgendwie von Kauflust völlig frei. Meine drei “Fallen”, nämlich Faserhobby-Kram, Outdoor-Ausrüstung und Kunstmaterial, rufen gar nicht mehr nach mir. Ich bin aber auch mit Stash und Gadgets gut ausgestattet. Und ich habe für das aktuelle Strickprojekt nur in die Sockengarnkiste gegriffen und konnte mir sofort etwas ideales raus greifen. Keine Kompromisse, kein “Ich hätte lieber etwas anderes benutzt”.

Ich wollte mal wieder mit einem semisolid (also fast einfarbigen) Garn stricken. Ich habe die “Kia Socks” von Dawn.Landix angeschlagen, und zwar ist das ein KAL (Knitalong) der inspiriert ist von der aktuellen Diskussion in der Strickcommunity (hauptsächlich der englischsprachigen, US-beheimateten) über Race, Inklusion, Diversität und Repräsentation. Die Diskussion hat hauptsächlich auf Instagram stattgefunden und war mir kaum zugänglich, weil sorry, winzige Schrift in Instagram-Stories.. das klappt nicht für mich. In dieser Diskussion auf Ravelry, im ersten Post, sind die meisten vielbeachteten Diskussionsbeiträge verlinkt.

Ich bin mal gespannt, ob das Kaufnix-Jahr weiter so entspannt für mich laufen wird. Denn dann kann ich ja mein Geld in Tattoos und Radtouren stecken! Heute war ich ziemlich groggy von gestern, deshalb habe ich den Tattoo Termin am Donnerstag absagen müssen. Jetzt, gegen Abend, habe ich mich doch wieder erholt und keine Erkältung bekommen, also versuche ich morgen direkt den Tattoo Termin doch wieder zu reaktivieren. Drückt mir die Daumen, dass nicht schon jemand anderes reingerückt ist!

Müllvermeidungs-Challenge, Tag 20: Second Hand

Eigentlich ist die heutige Aufgabe “Go to the thrift shop”. Bei uns ist Sonntags aber der “Thrift Shop” zu, deshalb war das nicht so möglich. Aber ich habe im Januar, und auch schon im Dezember, erfolgreich 2. Hand gekauft und verkauft, über ebay Kleinanzeigen.

Als am Weihnachtsabend mein Repeater kaputt ging, habe ich einen von einem Freund geliehen bekommen, und der hat auch (leider erfolglos) versucht, den Repeater zu reparieren. Daher habe ich ihn kürzlich, also jetzt Mitte Januar, durch einen gebraucht gekauften ersetzt.

Was ich schon losgeworden bin: Ein paar Bücher, ein Sack Waschnüsse (ich mag die einfach nicht, und er war sehr, sehr alt), eine Computermaus.

Ich habe mir Baumwollputzlappen genäht

Weil ich vor kurzem den Wäscheschrank aussortiert hatte: Aus einem ausgedienten Bettbezug habe ich mir über 50 Putztücher genäht. (1 Bezug zerschnitten und alles umsäumt) Das sind eigentlich viel zu viele. Deshalb werde ich sie unter Befreundeten verschenken, und nur die behalten, die ich brauche.

Ich brauche auf jeden Fall einige Putzlappen zum Fahrrad putzen, dann eignen sie sich auch gut als Brillenputztücher, und so als Wischtücher sind sie bestimmt auch okay.

Auf meinem Schneidetisch hübsch gestapelt sind Putztücher aus geblümtem beigen Baumwollstoff. Sie sind in Bündelchen mit je 6 Tüchern zusammengefasst, und ganz vorn liegen meine Werkzeuge: ein Lineal und der Rollschneider. Gerade Dinge schneiden zum nähen ist so viel geiler damit!

Müllvermeidungschallenge, Tag 19: Müllfrei im Restaurant essen (hab ich ausgelassen)

Ja. Wie die Überschrift schon sagt, habe ich das ausgelassen. Das bezieht sich darauf, sich einen eigenen Mehrwegstrohhalm mitzubringen und vielleicht sogar eigenes Besteck und eigene Servietten und das mit dem Servicepersonal abzuklären.

Um ehrlich zu sein: Das ist mir dann doch zu peinlich und zu entwürdigend. Ich finde es unhöflich dem Servicepersonal gegenüber. Weil ich wegen einem einzigen Strohhalm oder der Papierserviette keinen Aufriss machen möchte, der meinem Gegenüber vermittelt: “Meine Müllvermeidungs-Korinthenkackerei geht mir über alles.” Ich bin in einem Restaurant ja auch zu Gast, und ich bezahle zwar für das Essen, aber ich möchte schon auch den Gastgebenden nicht das Gefühl geben, ihre Dinge wären mir nicht gut genug.

Ich verstehe halt auch einfach, wenn Restaurants Einmalservietten verwenden. Es ist hygienisch und spart die Wascherei, man hat keine Sorgen, dass Flecken nicht raus gehen, etc. Irgendwie fühle ich mich undankbar und unhöflich, wenn ich das ablehne und meine eigene Stoffserviette heraushole.

Beim Strohhalm kann ich mir schon eher vorstellen, ihn abzulehnen, weil die meisten Dinge kann ich ja auch ohne Strohhalm trinken. Mir einen Glas-Strohhalm kaufen kommt aber nicht in Frage, weil das wäre einfach nur ein ewiges “Stehrumchen”, das nur zu den seltenen Gelegenheiten, wenn ich auswärts esse, zum Einsatz kommt.

Wenn ich was zum Mitnehmen bestelle, habe ich ja meine Tiffin Lunchbox, über die ich im Januar schon öfter gebloggt habe, und Stoffbeutel. Und das finde ich sehr viel sinnvoller, weil da werden schon grössere Mengen an Müll vermieden als mit ner einzigen Serviette.

Im Restaurant (ok, nicht in Fastfood-Buden, aber die meine ich grade gar nicht) gibt es ja alles in Keramikgeschirr und mit richtigem Besteck, Gläser sind aus echtem Glas, usw. Die eine Stoffserviette geht da einfach schon ok.

Deo-Update

Gestern habe ich ja selbst Deo aus Natron, Stärke und Sheabutter gemacht und ich muss sagen: Es funktioniert total krass gut! Es entsteht wirklich kein Schweißgeruch! Und sogar den ganzen Tag.

Allerdings lässt sich das Deo schwer auftragen, weil die Konsistenz doch sehr hart geworden ist, ich habe zu wenig Sheabutter verwendet. Und ich würde es wegen dem basischen Natron auch nicht jeden Tag benutzen wollen. Im Alltag reicht mir auch Waschen.

Aber für den “Dann und Wann” Einsatz, z.B. wenn ich einen Tattoo-Termin habe, wo sich jemand dann stundenlang über mich beugt, möchte ich schon ein funktionierendes Deo haben.

Müllvermeidungs-Challenge, Tag 18: Selber Deo machen.

Ich habe es tatsächlich getan: Selbst diese Natron/Stärke/Kokosnussöl-Creme gemacht, die als Deo taugen soll. Obwoooohl Leute mir gesagt haben, dass diese Cremes auch die Haut reizen können und obwoooooohl Leute gesagt haben, dass sowohl die gekauften, als auch die selbstgemachten nicht so dolle sind.

Weil: Die Zutaten sind wirklich ultra billig und ich hatte ein leeres Aufstrich-Glas und alles war sowieso im Haushalt vorhanden. Wenn es jetzt wirklich so gar nicht gut ist, habe ich nichts verloren.

Weil ich mich nicht rasiere, ist meine Haut unter den Armen auch viel weniger empfindlich, ist jedenfalls mein Eindruck. Ich hab mich mal rasiert, und das führte dazu, dass ich ungemein empfindlich wurde.

Diese Deo-Kristalle sollen übrigens genauso Aluminiumhaltig sein wie manche Industrie-Deos, sie bestehen aus Alaun, das nichts anderes ist wie Aluminiumsalze. Also habe ich von der Benutzung meines mehr als 15 Jahre alten Deokristalls, den ich aus Zero-Waste-Gründen ausmottete, nun doch wieder abgesehen.

Ich habe dieses Rezept von dem Blog, das auch die Challenge hostet, benutzt: https://zerowastechef.com/2014/08/27/diy-deodorant/

Ein Gläschen beschriftet mit “Deocreme” und dem Datum, steht auf einer Nähmaschine rum.

Ich habe das Ganze dann zum härten raus auf den Balkon gestellt. Jetzt ist es wirklich sehr, sehr hart. mal sehen, ob es so bleibt, oder bei Zimmertemperatur wieder etwas weicher wird. Der Duft ist ganz okay, er könnte etwas kräuteriger sein, aber er ist ok.

Bei dem Rezept habe ich statt Maisstärke Weizenstärke verwendet, und statt Kokosnussöl habe ich raffinierte Sheabutter genommen. Da stand, man soll nur so lange Öl dazugeben, bis man die Konsistenz mag, und ich fand, die Creme wurde schon fast zu weich. Jetzt ist sie steinhart, na toll, haha. Hm. Ich hätte daraus einen Deo-Stick machen können! Zu spät jetzt.

Lesestoff zu Marie Kondo von Creatrix Tiara

Ich habe heute auf Mastodon diesen Link reingereicht bekommen, es ist ein Google Dokument von Creatrix Tiara, wo sie sich in einem sehr langen Essay mit einer Rezension von Marie Kondos Buch befasst. Ich habe es noch nicht durchgelesen, aber angefangen. (Es ist auf Englisch)

Ich finde es sehr spannend, was sie zu sagen hat zu der Methode, und was diese Methode speziell queeren, marginalisierten Menschen zu geben hat. Sie redet über neurodivergente Menschen und was für Konfrontationen mit sich selbst der Prozess auslösen kann. Sie schreibt von sich selbst, und es ist spannend, ihre eigenen Erfahrungen als queere, marginalisierte Person mit der Konmari-Methode zu lesen.

Müllvermeidungs-Challenge Tag 17: Shampoo

Ich habe das Thema Duschen und Haarewaschen bisher vermieden, denn ich habe eine umfangreiche Sammlung an quietschbunten, verschieden duftenden Duschgelen. Alles in Plastikflaschen. Bis das alles mal alle ist, dauert es noch etwas.

Aber wenn es so weit ist, werde ich meine Haare wahrscheinlich mit irgendeiner Haarseife waschen. Ich glaube, ich werde auch weiterhin meine Haare kurz halten, dann brauche ich auch wenig zum Pflegen.

Doch halt! Ich habe mir ja 2018 ein Kilo Lavaerde (im Karton) angeschafft, um auf Fahrradtouren die Sonnencreme abzubekommen, wenn man keine sanitären Einrichtungen hat und auch die Umwelt nicht mit Tensiden belasten will. Vielleicht nehme ich einfach die.

Ich hab meinen/unseren Wäscheschrank gekonmarit

Ich und mein Partner haben neulich drüber geredet, wie wir gar keinen Überblick mehr haben, was von unseren Bergen an Bettwäsche “noch gut” ist, und was weg kann.

Also habe ich heute den Wäscheschrank ganz klassisch komplett ausgeräumt, alles in die Hand genommen, und das, was ich behalten will, schön gefaltet und geordnet in den Schrank zurückgepackt. Es ist viel neuer Stauraum frei geworden, würde ich sagen.

Die Rosenblätter haben im Blog von Vielen einen spannenden Post über Ausmisten und Minimalismus geschrieben.

Ich habe mir in letzter Zeit oft Gedanken gemacht, ob man zum Ausmisten können Geld haben muss. Um sich das, was man rauswirft, dann wieder neu anschaffen zu können, wenn man es doch wieder braucht.

Ich habe nicht viel Geld.( ich habe lieber mehr Zeit, aber auch damit ist es nicht so weit her, denn im Handwerk wird man nicht grad reich). Daher kann ich seit vielen Jahren davon reden, dass ich durchaus ausmisten kann, obwohl ich wenig Geld habe. Zum Beispiel die Bettwäsche jetzt: Vieles, was wir haben, haben wir von anderen geschenkt bekommen, die ihrerseits ausgemistet haben. Einiges haben wir dazu gekauft, z.B. Spannbettlaken.

Davon sind einige einfach verschlissen gewesen, auch Bettbezüge waren zum Teil super oll, so, dass ich davon eigentlich nicht mal etwas weiter verschenken kann. Wir haben vor 10 Jahren mal neue Bettwäsche gekauft, weil wir nie sowas hatten, und trotzdem die alten, geschenkten Sachen behalten.

Das führte dazu, dass der Schrank einfach viel zu voll war, und das, was wir so “aufhoben” “für später” war eigentlich zum Großteil völlig unbrauchbar: vergilbt, fadenscheinig – wenn echt mal Besuch kam, hätten wir das gar nicht benutzen können, weil es doch zu beschämend gewesen wäre.

Nein, sowas rauszuwerfen, damit machen wir uns nicht arm. Das fraß nur Schrankplatz und sogar einen selbstgestrickten Pullover – denn als ich aussortierte, tauchte auf einmal ein lang vermißter Pulli von mir wieder auf. Zum Glück unversehrt und nicht mottenzerfressen. Er war bestimmt 4 Jahre unter Bettwäsche vergraben gewesen. Da kannste mal sehen!

Der aufgeräumte Schrank: Die Bettwäsche ist auf eine Größe gefaltet, die Laken sind in einer orangen Postkiste, für die ich bislang gar keine Verwendung hatte, und die Socken in einem Karton gelandet.

Müllvermeidungs-Challenge #16: Bambuszahnbürste

Nein. Da mach ich nicht mit. Ich weiß, Zahnbürsten verursachen auch viel Plastikabfall, aber ich persönlich habe mir vorgenommen, mich auf Einwegplastik zu konzentrieren und das möglichst zu eliminieren. Zahnbürsten sind für mich kein Wegwerfprodukt, weil sie monatelang halten, und danach verwende ich sie noch für die Fahrradreinigung (ein Fahrrad hat SO viele verwinkelte Bauteile, es ist unfassbar), zum Haarefärben, um unzugängliche Stellen im Haushalt zu reinigen, und vielleicht fällt mir noch mehr ein.

Außerdem hab ich hautpsächlich eine elektrische Zahnbürste, die mir auch sehr wichtig ist und wo nur der Bürstenkopf ausgetauscht wird, was eh schon weniger Müll macht als Handzahnbürsten. Daher fällt bei mir eh nur 1x im Jahr eine Handzahnbürste als Müll an, wenn überhaupt.

Auf die elektrische verzichte ich nicht: Ich hatte jahrelang große Probleme mit der Zahnhygiene und mein Gebiss ist leider entsprechend kaputt, jetzt habe ich eine Routine gefunden, mit der meine Zähne zwar nie wieder gesund werden, aber immerhin nicht noch mehr kaputt gehen.

Auch Zahnseide verwende ich weiterhin die in den Plastikbehältern, es ist recht viel drin, bis das wirklich mal leer wird, dauert es lange. Ich benutze die mit den aufquellenden Fasern, die reinigt ganz gut in den Zwischenräumen, und die Zwischenräume sind meine NEMESIS.

Never change a working system!