Dänischer Nordseeküsten-Radweg (Vestkyststien) Tag 13: Nach Skagen und zurück

Es ist der 25. Mai 2018. Wir haben nicht so gut geschlafen, in der Nacht hörten wir ein seltsames Schnarren, das stundenlang in verschiedenen Tonhöhen dauerte, und ich stand irgendwann auf und stakste Barfuß und im Schlafanzug durch den Wald, dem Geräusch hinterher. Es war ein Vogel, der offensichtlich stundenlang ohne Unterbrechung schnarrt.

Dieser Vogel schnarrt anscheinend nur in der Nacht. Später fand ich mit einer beharrlichen Internetrecherche heraus, dass es ein Ziegenmelker war, auf Englisch “Night Jar”. In vielen Gegenden sind sie selten geworden, sie fühlen sich in Heidelandschaften mit vielen Insekten wohl.

Also hier, die ideale Gegend für diesen Vogel! Wir krabbelten morgens aus dem Zelt, und sofort sprangen uns 100 kleine Fliegen ins Gesicht. Selbst Autan half nur kurzzeitig. Wir packten zügig ein und beschlossen, so früh wie möglich beim Campingplatz einzuchecken, wo wir das Gepäck unterbringen wollten, um dann einen Tagesausflug nach Skagen zu machen, und die kommende Nacht dort verbringen. Ausserdem freuten wir uns auf heiß Duschen.

Der Platz war ab 8 Uhr geöffnet und es war kein Problem, dass B. seinen 2017 in Schweden gelösten skandinavischen Campingpass nicht dabei hatte. Alles ist online hinterlegt, und der nette Portier checkte uns ein. Wir wollten das teure Zelt nicht aufstellen wegen der UV-Strahlung, und die Taschen einfach auf die Wiese zu stellen, war uns auch zu riskant, also schlugen wir das Tarp auf und stellten die Taschen dort drunter, das wirkt dann wenigstens nicht so, als stehen die zum Verschenken da.

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Das Tarp ist als Gepäckgarage aufgebaut und die Räder stehen für den Tagesausflug nach Skagen bereit.

Der Platz hatte eine Wiese zum zelten und Parzellen mit Stellplätzen, die aber mit sehr naturnahen Hecken und Bäumen umfriedet waren, und hohes Gras mit Wildblumen gab es auch. Ich hasse ja diese geleckten Stellplätze mit möglichst eckig getrimmten Hecken drumherum. Diese waren schön und urig, und wir suchten uns einen in der Nähe des Küchen- und Sanitärgebäudes, weil dort eine Wifi Antenne stand und wir dann am Zeltplatz Wifi haben würden.

Dann fuhren wir ohne Gepäck nach Skagen. Der Radweg ist hübsch und führt auch noch an einem schönen Shelterplatz vorbei, der gar nicht belegt war. Wir hatten natürlich wie immer Gegenwind, aber der war nicht so stark. Durch den typischen Wald und die typischen Dünen fuhren wir zur “versandeten Kirche”.

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der Kirchturm der versandeten Kirche. er ist das einzige, was erhalten geblieben ist.

Die versandete Kirche wurde 1779 aufgegeben, nachdem die Gemeinde nur noch durch ständiges Sandschaufeln in die Kirche gelangen konnte. Sie sollte abgerissen werden, aber der Turm blieb als Seezeichen erhalten.

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Hier sind wir, ich und mein Fahrrad, in Skagen!
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Die Fußgängerzone in Skagen ist voller touristischer Shops, die Sonne scheint, und viele Leute spazieren herum.

Skagen hat viele Häuser, die am Dachfirst und an den Seiten weiss bemalte Dachziegel haben. Ich habe gelesen, dass das auch als Seezeichen diente und sich einfach erhalten hat. Ausserdem haben sie viele Leuchttürme und einen großen Hafen. Wir gönnten uns einen roten Hotdog in der Innenstadt und fuhren dann weiter nach Grenen raus, der Landspitze, wo Kattegat und die Nordsee zusammenfliessen. Vorher haben wir noch Pizzaschnecken und Schokobrötchen zum Picknicken beim Netto geholt.

Als wir dort ankamen, schlossen wir die Räder am großen Parkplatz an und erwarben Tickets für die “Sandormen”, Traktoren, die Passagieranhänger zum Strand raus ziehen. Das spart 2km Fußweg durch den weichen Sand und ist an sich auch ein cooles Erlebnis. Weil unser Sandwurm noch nicht sofort abfuhr, haben wir uns noch das Museum für moderne Kunst angeschaut.

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Im “Sandwurm” innen sind einfache Holzbänke installiert. Vorne zieht ein großer, moderner Trekker.
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Wir haben uns Tickets für den “Sandwurm” gekauft, ein Traktor mit einem Anhänger, auf dem ein alter Bahnwaggon montiert ist, oder so ähnlich.
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Die Leute tummeln sich an der äussersten Spitze Dänemarks und tauchen ihre Zehen in die Wasser des Skagerak und des Kattegat.

Die Landspitze war etwas unspektakulär, normalerweise soll es ja cool sein, zu beobachten, die die beiden Meere zusammentreffen, aber ich fand den optischen Effekt an diesem Tag nicht so deutlich. Der Lebensgefährte fand’s cool und ich machte Fotos von ihm am Ziel. So wie hundert andere Leute auch. Ich selber fühle dieses “Ha, DAS ist es jetzt, das Ziel” nicht. Für mich ist der Weg das Ziel.

Wir picknickten unsere mitgebrachten Snacks am Strand, schwitzten und nahmen dann den nächsten Sandwurm zurück zum Parkplatz. Auf dem Rückweg endlich mal Rückenwind!

Am Campingplatz machten wir mal Faulenz-Ferien, nahmen heiße Duschen und benutzten das Internet. Ich fand heraus, was für ein komischer schnarrender Vogel uns wach gehalten hatte (siehe oben) und abends gab es nochmal Nudeln mit Pesto. Der Platz hatte eine Küche, aber alle außer uns kamen nur zum Abwaschen dort hin. Es gab wieder viele Mücken und wurde eine warme Nacht.

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Am Abend steht das Zelt in unserer kleinen Parzelle.
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Vestkyststien, Tag 12: von Tornby nach Råbjerg Mile

Es ist der 24. Mai 2018. Ich wache früh in unserem Zelt auf, draussen ist nichts zu sehen, denn die Waldlichtung ist voller Nebel. Ich stehe auf und genieße das Schauspiel, während sich der Nebel schnell mehr und mehr verflüchtigt.

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Auf dem Foto schwer einzufangen: der Nebel war in Wirklichkeit viel dichter.
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Das Zelt auf der nebligen Lichtung, als die Sonne über die Baumspitzen steigt.
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Nochmal das Zelt auf der nebligen Lichtung. Ich fand es so schön an diesem Platz.

Wir kochen Kaffee und ich stricke in der Morgensonne an meinen Toursocken. Dann packen wir ein und fahren erst mal auf Sandwegen durch den Wald, und später auf glatten Strassen. Unser erster Stop ist Hirtshals, wo am Ortseingang ein grosser, weiß gestrichener Leuchtturm steht. Wir biegen dort ein, eigentlich nur, um das Bad zu benutzen, und bleiben dann eine Weile, denn es gibt Sitzbänke, wunderschönes Wetter und ein offenes Bunkermuseum, das noch viel größer ist, als das vom Vogelfelsen.

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Das Meer bei Hirtshals, mit dem Bunkermuseum

Ich wandere eine Stunde auf den Trampelpfaden an der grün bewachsenen Küste entlang und schaue mir die verwitterten Gebäude an. es gibt Informationstafeln, die einen richtig guten Eindruck vermitteln, nicht nur von diesen Anlagen, sondern von der ganzen Küstenverbauung durch Nazi-Deutschland. Krieg ist so scheiße. Niemand konnte an den Strand, das war alles militärisches Sperrgebiet, und die dänischen Handwerker mussten den Deutschen auch noch diese Bunker hinstellen. Sie sind das grösste Bauwerk Dänemarks, wenn man den Beton zusammenrechnet, der da verbaut worden ist.

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der Leuchtturm von Hirtshals
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Mein Schatten beim Abstieg in einen restaurierten Bunker
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wie ein alter, verwitterter Beton-Pilz liegt die ehemalige Leitstelle am Hang eingegraben.

Wir müssen noch einkaufen und finden den Netto in Hirtshals. Mir fällt ein Glas Pesto runter, und ich will schnell meine Einkäufe zum Fahrrad bringen und mich dann darum kümmern, aber eine dänische Oma denkt, ich will die Bescherung einfach liegen lassen und Einkäuferinnenflucht begehen, und schreitet ein. Nicht, ohne mir immerhin freundlich zu helfen, Plastiktüten aufzutreiben, um das Schlimmste einzusammeln. Ich muss dann nochmal rein, ein neues Pesto kaufen, und die Leute vom Netto sagen, sie kümmern sich drum. Ich finde es spannend, wie das abgelaufen ist, einerseits schon soziale Kontrolle, aber andererseits auch gleich sehr hilfsbereit.

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Am Hafen liegt eine große Schnellfähre, die wahrscheinlich nach Norwegen geht.

Wir kurven um den Hafen in Hirtshals und genehmigen uns einen Hotdog, dann geht es wieder in den den Wald. Irgendwann kommt ein Stück Horror-Schotter-Belag, aber zum Glück ist das nicht von langer Dauer. Über schöne Sandwege gelangen wir zum Meer zurück und machen eine Pause in den Dünen bei Vester Tversted.

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Wir haben die Räder an einen Dünenhang gelehnt und geniessen die Sonne und die Aussicht aufs Meer.

Der Rest der Strecke läuft gut, wir halten an der Råbjerg Kirke an und tanken Wasser, falls es am Shelterplatz keines geben sollte, und machen eine Kaffeepause mit Matcha Latte und Dagmartorte. Wie es auf Tour manchmal ist: Ich fand die Latte-Tütchen nicht, räumte alle meine Packtaschen leer, und dann waren sie am Ende in der Lenkertasche gewesen.. irgendwie kann die Ordnung in Packtaschen noch so gut sein, man kramt doch trotzdem immer in ihnen herum.

Wir fahren mit guter Stimmung zum Lagerplatz am Milevej, dort war auch niemand, und Trinkwasser gab es sogar auch. Wir packen unsere Taschen in den großen Shelter, schliessen die Räder ab, und wandern auf die grösste Wanderdüne in Dänemark. Von hier aus gibt es einen kleinen Trampelpfad, aber man muss eine fast senkrechte Dünenwand auf die Düne hochklettern.

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Unterwegs zur Düne. Von hier sieht es gar nicht so steil aus.

Ich muss auf allen Vieren rauf krabbeln und bei jedem Schritt nach oben rutsche ich mindestens die Hälfte der Schrittlänge wieder runter, während mein schlanker Partner leichtfüssig wie eine Bergziege zum Dünengipfel entschwebt.

Neben mir strampeln sich Käfer ab, die ebenfalls mehr zurückrutschen, als dass sie die Sanddüne hochkommen, aber am Ende schaffe ich es mit hochrotem Kopf doch noch nach oben.

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Juhu, ich habe es geschafft! Ich bin oben!

Vor uns breitet sich die riesige Wanderdüne aus, es ist bis auf einige Vogelstimmen völlig still. Auf dieser Seite der Düne ist kein Mensch, die Touristenfalle ist auf der anderen Seite.

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einsame Dünenlandschaft, und in der Ferne das Meer, sehr beeindruckend!
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ein paar Spuren verraten, dass kurz vor uns ein paar Menschen hier waren.
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ein Käferchen, das auf die Düne will, aber immer seitlich runter rutscht.
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der Zeltplatz am Milevej hat sogar Wasser und einen Mülleimer.

Als wir von der Düne absteigen und am Lagerplatz sind, stellen wir fest, dass es hier unglaublich viele Mücken und winzige Fliegen gibt, die einem in die Ohren krabbeln. Ich ziehe mir die lange mückensichere Hose an und bastele mir ein arabisches Kopftuch aus meinem Handtuch und meiner Schirmmütze, dann habe ich relative Ruhe. Ich stricke meine Toursocken fertig und suche mir dank gutem mobilem Internet ein neues Strickmuster raus, und fange gleich das nächste Sockenprojekt an.

Heute gibt es Nudeln mit Pesto, sehr lecker. Aufgrund der Mückensituation verschwinden wir früh im Zelt. Ich schlafe schon vor 22 Uhr ein.

Vestkyststien, Tag 11: Von Blokhus nach Tornby

23. März 2018

Am 11. Tag habe ich kein Tourtagebuch geschrieben, und auch recht wenige Fotos gemacht. Wir hatten zwischenmenschlichen Stress, nicht so schön.

Wir fuhren nach Løkken in relativer Strandnähe, und es bot sich das übliche Bild der “Dünen-Resorts”, Feriensiedlungen am Meer, das klischeehafte Urlaubsparadies an der Nordsee. Schon schön, das ja, aber es ist irgendwann auch ein wenig eintönig.

Ein Highlight war die Strecke über den Sandstrand. Sie ist ein paar Kilometer lang und der Nordseeküstenradweg führt an den Strand und direkt über den Sand. Hier ist das möglich, weil es ein “Autostrand” ist: Die Leute fahren mit ihren PKW auf den Strand, parken das Auto, und sonnen sich Seite an Seite mit ihrem Blechhaufen. Eigentlich kaum zu fassen, aber es soll ja auch Leute geben, die ihr Auto in sogenannten “Car-Lofts” bis ans Bett mitnehmen. Warum also nicht mit dem Auto an den Strand?

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Ein Mann und sein SUV liegen Seite an Seite am Strand… ich weiss ja auch nicht.

Der Sand ist von den Reifen dermassen komprimiert, dass es möglich ist, darauf Rad zu fahren. Nur an manchen Stellen versinkt man doch noch im Sand, und ich habe mich auch einmal flach gelegt – an der Stelle bin ich allerdings auch weich in den Sand gefallen.

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Mein Rad mit den Packtaschen an einem kleinen, trägen Bach, der ins Meer fliesst am Strand.

Ich war trotzdem froh, als das Abenteuer “Autostrand” hinter uns lag, und es in Løkken hoch in den Ort ging. Am Strandcamping von Løkken haben wir ein zweites Frühstück zu uns genommen. Hier gibt es eine Semi-Steilküste, wo man mit Treppen zum Strand runtergehen kann.

Danach erinnere ich mich, wie wir weiter im Landinneren auf einer Landstrasse gefahren sind, die gerade frisch asphaltiert war, und wo der Belag ganz seltsam an den Reifen klebte, beim Fahren gab es immer komische Schmatzgeräusche. Das war bei Rubjerg, wo es eine grosse Düne gibt. Sie ist die höchste wandernde Düne Europa, und der Leuchtturm, der dort steht, wird in den nächsten Jahren wahrscheinlich ins Meer stürzen, denn die Küste in seiner Nähe bricht immer mehr ab. Laut Wikipedia hat die dänische Regierung im Herbst 2018 einen Etat bereitgestellt, damit der Leuchtturm 80 Meter ins Landesinnere versetzt werden kann.

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Eine frisch asphaltierte Strasse führt durch grüne Wiesen, im Hintergrund sieht man eine hohe, gelbe Sanddüne.

Unscheinbar neben der Strasse liegt ein alter Friedhof, der einmal zu einem Dorf gehörte, das durch das Sandtreiben aufgegeben werden musste. Hier in Norddänemark gab es früher viele Probleme mit dem Sandtreiben, denn für Brennholz wurde die Dünenvegetation abgeholzt.. An der ganzen Nordseeküste mussten die Dünen wieder mit Strandhafer und Strandrosen bepflanzt werden, um die Versandung etwas mehr in den Griff zu bekommen.

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ein Grabstein auf dem verlassenen Kirchhof bei Rubjerg

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noch mehr Dünen-Action
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Pause in Lønstrup am Meer, es gibt Sitzbänke auf einer Terrasse in der Stadt.

In Lønstrup sind wir dann nochmal ans Meer gekommen, und dann ging es hügelig wieder ins Land, auf eine Heidelandschaft, wo ein paar Bauernhöfe und ein schöner Wander- und Radweg sich durch den Wald schlängelten. Wir hatten unsere Route etwas umgeplant. Statt im Rubjerg Skov zu zelten, fuhren wir noch ein gutes Stück weiter nach Tornby, wo es einen Lagerplatz im nahen Waldstück gab. wir sind in Tornby noch zur Kirche gefahren um Wasser aufzutanken, aber das wäre gar nicht nötig gewesen, denn auf dem echt schönen Waldzeltplatz gibt es einen Wasserhahn.

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Der Zeltplatz in Tornby. Es gibt auch einen Shelter, einen Grillplatz und eine tofte Holzspaltmaschine.
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Am Shelter befindet sich der Wasserhahn. Er kann aktiviert werden, indem einfach so ein Stab zur seite gedrückt wird. Ein Plumpsklo gab es nicht, dafür standen Spaten bereit, um die Hinterlassenschaften selbst zu verbuddeln.

Am Abend auf dem Lagerplatz kamen wir dann zur Ruhe und entspannten uns, kochten Essen und widmeten uns dem Campingleben. Wir hatten auch wunderbares, sonniges Wetter.

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Das Fahrrad steht in der frühen Abendsonne am Waldzeltplatz

Später, als wir schon das Zelt aufgebaut hatten, zog Nebel auf. Ich ging einen Spaziergang machen und sah, dass hinter uns auf der Lichtung ein kleiner Waldsee lag, von dem der Nebel aufstieg. Es gab auch einige Rehe, die über unsere neblige Lichtung sprangen. So endete ein anfangs stressiger Tag noch sehr schön und sehr entspannt.

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Abends hüllt der Nebel alles ein.

10. Tag #Vestkyststien: Von Kollerup nach Blokhus

Heute ist der 22. Mai 2018, ich komme auf der Tour langsam mit der Zeit durcheinander. Ich wache um 6 Uhr von alleine auf, es ist wieder ein sonniger Morgen. Im Shelter kochen wir Porridge, und nach dem Heißgetränk und dem Packen wollen wir losfahren.

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Kaffee kochen am Shelter: Der Trangia Kocher macht das Wasser heiss, und unsere Kaffeedose, eine Trinkflasche und die Tassen stehen auf dem Holzboden.

Im Wald ist eine Schulklasse unterwegs, die eine Schnitzeljagd macht, am Vorabend waren zwei Lehrerinnen unterwegs, die die Spuren ausgelegt hatten. Wir hatten uns kurz unterhalten, überhaupt sehen wir auf der Tour ein paarmal Schulklassen, die im Wald herumlaufen und Abenteuerspiele spielen. Super Sache!

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Die Fahrräder auf einer Waldlichtung, wo wir von der letzten Steigung verschnaufen.

Die erste Strecke ist ganz okay, leider haben wir schon wieder Gegenwind. Einmal müssen wir uns eine miese, grobgeschotterte Strasse einen Hügel hoch plagen, dann geht es wieder bergab zum Strand. Es gibt da ein Sanitärgebäude und eine kalte Stranddusche, wo wir anhalten um ein paar Sachen zu waschen. Ich gebe mir die kalte Dusche, und das ist bei der Hitze sehr erfrischend.

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Klamotten waschen: Das kleine Outdoor-Faltwaschbecken im Gras bei den Dünen, es ist ein so praktischer Gegenstand!

Danach kommt etwas, was wir “Dänemarks schlechteste Schotterstraße” taufen, dazu haben wir noch Gegenwind, es ist sehr ermüdend. Am Strand Pause machen ging auch nicht so gut, weil da Baustelle war und Baufahrzeuge lautstark herumfuhren. Also weiter, jetzt ist da ein Weg in Plattenbauweise, wo ich mich frage, ob die Straße ein deutsches Bauwerk aus der Nazizeit ist.

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Malerisch, der kleine Sandweg am Meer, aber anstrengend, weil wir wieder bei Gegenwind auf und ab über die Dünen müssen.

Wir machen Pause an einem Waldrastplatz, aber die Erholung hielt nicht lange vor, die Wege durch den Wald werden immer schlechter: Nicht nur sind sie grob geschottert, sondern sie wurden von den schweren Panzern und Militärfahrzeugen vom Übungsplatz nebenan ziemlich zugrunde gerichtet. Der Schotter ist lose und zu lauter feinen Rippen aufgeworfen, weil riesige LKW-Räder sich da rein gegraben hatten.

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Ärgerlich: ein militärischer Übungsplatz. Hier das Schild, das ein Weiterfahren verbietet, aber auch die ganzen Wege in der Umgebung sind von den Militärfahrzeugen beschädigt.
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Einer von diesen hübschen Shelterplätzen, aber es ist noch nicht mal mittag und wir wollen weiter.

Mein Tourgefährte fällt in ein mentales Loch und wir kommen nur noch in Schrittgeschwindigkeit weiter, auch als sich der Weg bessert. Wir kommen an eine Schnellstrasse, und ausgerechnet an einer Straßenraststätte, die trostlos wirkt und in der prallen Sonne da liegt, sagt er, dass er nicht mehr kann und eine Pause braucht. Zu allem Überfluss kommt ein Rasenmähtraktor vorbei und mir fliegt ungelogen die Rasenmahd um die Ohren, weil der Landschaftsgärtner nicht aufpasst.

Wir fahren weiter, und kommen durch die Blokhus Klitplantage, ein hübscher Wald mit einem großen Lagerplatz darin. Inzwischen ist klar, dass zwischen Blokhus und Løkken – etwa 35 km – keine legalen Lagerplätze mehr liegen werden. Entweder wir bleiben hier, obwohl wir noch nicht weit gekommen sind, oder wir fahren alles, bis Løkken, was insgesamt 70km werden würden. Nachdem die Wege schlecht waren und der Gegenwind nicht ohne war, ist sich mein Partner unsicher, ob er das noch schafft. Ich ärgere mich, dass wir für 35km geschlagene 5 Stunden gebraucht haben, und jetzt eigentlich hier in Blokhus festsitzen. Ich versuche ihn zu überreden, einen regulären, bezahlten Campingplatz anzufahren, um wenigstens noch etwas weiter zu kommen heute. Aber das will er absolut nicht. Ich eigentlich auch nicht, aber noch weniger mag ich es, einen Tourtag schon mittags abzubrechen.

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Der grosse Shelterplatz in Blokhus. Drei schwarz gestrichene Shelter, die sogar Schiebetüren haben, Picknicktische und ein Grillplatz befinden sich dort.

Wir hatten letztes Jahr in Schweden die Situation, dass wir an einem “Schwächeltag” beschlossen hatten, statt noch nach einem Platz a la “Jedermannsrecht” zu suchen, einfach auf einem Campingplatz zu zelten. Das war leider ziemlich schlecht gelaufen. Wir bekamen eine Parzelle unter einer Straßenlaterne, der Platz war vom Wind schlecht abgeschirmt und es pfiff uns ständig um die Ohren, die Küche sah aus wie im Knast, es gab nicht mal Wifi und wir zahlten zu zweit etwa 40 Euro! Naja, das ist unwahrscheinlich, dass es dieses Jahr wieder so läuft.. aber.. egal.

Wir gehen erst mal einkaufen, stadtauswärts gibt es Supermärkte, und entscheiden uns dann doch, in Blokhus zu bleiben. Das beschert uns einen halben Tag Pause. Wir versuchen noch in der Stadt einen Geldautomaten zu finden, aber der Ort ist viel kleiner als gedacht, eigentlich gibt es nur eine große Strasse, und wir finden keinen.

Wir kommen am Blokhus Skulpturenpark vorbei, aber wie das immer so ist: Die Sandskulpturen sind in Parks, mit hohen Wänden umgeben, damit du Eintritt bezahlst, um die Sandbauten zu sehen. Irgendwie sind die auch mit etwas haltbar gemacht, sonst würde das in dem Seeklima ja gar nicht gehen. Und quasi Betonskulpturen in Sandfarbe, das finde ich nicht so spannend wie wirkliche Sandskulpturen. Wir lassen den Skulpturenpark links liegen.

Wir kaufen uns ein Wienerbrød (Ach, diese leckeren dänischen Plunder!) und fahren zum Lagerplatz im Wald. Er hat alles, was man braucht, auch Trinkwasser. Wir machen uns Instant Matcha Latte, und dann mache ich mir einen gemütlichen Nachmittag mit faulenzen, stricken und Podcasts hören.

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Ich stricke und höre Podcasts an einem der Picknicktische am Lagerplatz.
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Mittagschlaf im Shelter – ich glaube, der Tourgefährte ist vor lauter Ermüdung sofort weggepennt.

Abends kochen wir Couscous mit Zwiebeln, Bohnen, Mais und Zucchini. Dazu reiben wir uns Parmesan mit so einer Winzig-Reibe, die ich aus Fun gekauft hatte, aber sie funktioniert. Ein sehr junger deutscher Typ kommt mit seinem bepackten Rad, er ist in Kolding gestartet und fährt nach Skagen. Er mag nichts von unserem Essen abhaben und demontiert sein halbes Rad und putzt alle Teile.

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Abendsonne am Shelterplatz.

Dann kommen noch zwei Leute, die eine riesige Kühlbox tragen, dann gehen sie wieder weg und kommen mit riesigen Aldi-Tüten voller Zeug wieder. Wir befürchten schon, dass es abends eine laute Grillfete geben wird. Aber statt einer Partygesellschaft kommt niemand, die zwei bauen ein kleines Igluzelt auf. Puh, Erleichterung!

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unser schönes Tunnelzelt, das wir erst aufbauen, als die Bäume genug Schatten werfen. Sonst gibt es UV-Strahlungs Schäden!

Später bauen wir auch ein Zelt auf, denn Heerscharen von Mücken wollen unser Blut. Das wird also wieder nichts mit Sheltern!

Kaufnix + Kondo Update

Ich mache ja dieses Jahr ein #noBuy – Jahr, zusammen mit ein paar anderen Leuten, die ich durch das Internet kenne. Manche bloggen auch dazu, und so habe ich gerade diesen Artikel von TQ über den Frühling, Mode und noBuy gelesen.

Jetzt regt mich das an, über mein Verhältnis zu Mode zu reden.

Ich bin ja ein Modemuffel und lebe nach dem Motto: Es gibt Frauenklamotten, Männerklamotten und Outdoorklamotten. Und Letztere sind meins! Dazu kamen noch ein paar Metalshirts die letzten Jahre, und selbstgestrickte Oberteile, Tadaaa! Es muss vor allem funktional sein.

Ich trage eigentlich auch oft die Sachen von anderen Leuten auf, und wenn ich mir mal etwas kaufe, dann ist es eine Cargo-Hose oder eine Outdoor-Hose oder etwas, das beides in sich vereint. Seit ich meine Kleidung “Konmarit” habe, bin ich noch viel zufriedener mit dem, was ich schon habe. Denn jetzt ist es schön sortiert und liegt nicht zwischen lauter Altkleidern im Schrank, die mir nicht mehr passen. Ich habe nur noch Lieblingsteile!

Zum Beispiel zwei Winter-Cargo-Hosen und zwei Sommer-Trekking Hosen. Wobei ich noch eine Fahrrad-City-Hose habe, die aber trotz sauteurer Outdoor-Marke nach 3 Monaten kaputt ging. Und ratet mal, wer den Kassenzettel verloren hatte? Hmpf! Ich hatte sie repariert, aber das eingesetzte Stück Stoff ging auch schnell kaputt. Vielleicht ist der Schnitt einfach Schrott. Einmal werde ich noch ein neues Stück Stoff einsetzen und sehen, was dann passiert.

Gerade ist ja flicken total hip. (Mal nach dem Hashtag #visiblemending auf Instagram suchen, z.B.) Hoffentlich motiviert mich das, endlich diese Hose zu reparieren.

Irgendwie würde ich diese Art, mich mit immer den gleichen Klamotten einzuhüllen, nicht als unstylish abtun. Ich mag den funktionalen Look von Outdoor- und Funktionsklamotten einfach. Ich mag bequeme Tshirts, Hosen mit vielen, vielen, VIELEN Taschen, karierte Hemden, kuschlige Strickjacken, Wollsocken und Schuhe, in denen ich bequem laufen kann, und ich mag, wie ich damit aussehe. Ich frage mich, ob es konservativ ist, wenn man seinen Stil nicht so sehr verändert. Aber ich glaube, für mich ist das, wie ich jetzt rumlaufe, schon eine Veränderung. Ich trage gerne mehr maskuline Sachen, eher so in Richtung Holzfäller als Richtung Büroheini, und früher habe ich viel mehr Hippie-kram gemocht und hatte auch einige lange Röcke aus gebatiktem, bestickten Baumwollstoff.

Ich denke ja, dass es sowas wie “Meta-Style” gibt. z.B. eine Person, die halt neue Fashion-Teile ausprobiert, und gerne modebewusst herumläuft, hätte für mich eben dies als “Meta-Style”. So wie mein “Meta-Style” in die Richtung funktional/outdoor/maskulin/unisex geht.

Für mich ist das gar nicht so experimentell, sondern ich sehe eher das gleichbleibende, nämlich, dass die Person gerne modische, schicke, stylische Sachen trägt. Ich kann aber auch die neueste Mode von der von vor ein paar Jahren nicht unterscheiden. Was ich schon bemerke, ist, wenn Schnitte und Stoffe nicht nur rein funktional sind, sondern dann schon ins künstlerische gehen. Das ist für mich eigentlich das bemerkenswerte an einem modebewussten Meta-Stil: Dass die Kleidung ein bewusst künstlerisches Design hat. Egal von wann das Design jetzt genau ist, oder ob man wirklich den “letzten Schrei” trägt. Klar, kann man jetzt wieder sagen: “Alles ist ja irgendwie Kunst”, aber das meine ich nicht.

Mein Konmari Prozess läuft gut

Stoffe

Ich habe inzwischen meinen Stoff-Stash mit der Konmari Methode entrümpelt, und es dauerte eine Woche, bis ich fertig war. Anders als der Garnstash habe ich mich die letzten 15 Jahre eigentlich nie um das Durchsehen der Stoffe gekümmert, und immer nur mal hier und mal da ein schönes Stöffchen gekauft. Das wirkt sich aus. Ich habe eine große Ikea-Tasche mit wirklich unbrauchbaren Sachen aussortiert, und eine kleine Tüte mit neuwertigen Stoffen, die ich halt niemals mehr verwenden werde.

Letztere werde ich demnächst mal versuchen, über ebay Kleinanzeigen loszuwerden. Der Rest geht zum Recyclinghof, schätze ich, denn die meisten Kleidungs-Sammelbehälter nehmen nur noch Kleidung an, die noch verkauft werden könnte. Ich habe die alten (aber sauberen) Lumpen immer trotzdem reingeworfen, weil ich gelesen habe, die müssen das dann recyceln. Aber wenn der Recyclinghof das auch offiziell annimmt, gehe ich doch lieber da hin.

Bücher und Papierkram

Außerdem habe ich meine Bücher durchgesehen, und einen Großteil meines Papierkrams. Ich habe 22kg Bücher gespendet und ich glaube, auch nochmal 20kg Papiere in den Altpapiercontainer gebracht. Unglaublich, wieviel Platz in den Regalen frei geworden ist! Ich hatte sogar drei Bücher doppelt. Und ich hatte es nicht gewusst. Ich dachte immer, diese Stories stehen in den Anekdoten von Aufräum-Coaches, aber mir passiert das doch niemals. Tja!

Und das, obwohl ich noch im Dezember Bücher aussortiert hatte, und wir da schon eine große Tasche ins Antiquariatscafe gespendet hatten. Das hat mich von der Marie-Kondo-Methode wirklich überzeugt. So, wie ich aussortieren und aufräumen vorher angepackt hatte, war es einfach zu ineffektiv.

Als nächstes muss ich nochmal zum Papierkram gehen, da bin ich noch nicht fertig gewesen. Also zu Belegen, Dokumenten, und dem ganzen Bürokratie-Mist. Da kann ich mal die Dinge, die endgültig verjährt sind, wegwerfen. Dazu gehört auch, sich zu erkundigen, welche Papiere wie lang aufbewahrt werden müssen und ob überhaupt.

Ich will gerade echt nichts kaufen, aber meine Handcreme ist alle!

Ob es am Konmari-Prozess liegt, weiß ich nicht. Aber im Moment habe ich wirklich null Lust, mir irgendwelche Dinge anzuschaffen. Wobei ich jetzt doch eine Verwendung für meinen Outdoorladen-Gutschein gefunden habe: Ich habe meine Handcreme aufgebraucht, und ich HASSE es, dass ich gerade keine mehr habe. Aufgrund meiner Plastikmüllvermeidung kaufe ich gerade keine Creme nach, sondern versuche Alternativen.

Gerade brauche ich eine Massage-Bar von Lush auf, die ich vor Ewigkeiten gekauft hatte und deren Duft komplett verflogen ist. Sie ist zu fettig und zieht eigentlich nicht ein, so dass meine Hände sich anfühlen, als würde die Haut unter einem Fettfilm weiter nach Feuchtigkeit schreien.

Von mehreren Leuten habe ich inzwischen die Lotion-Bar “Climb on” empfohlen bekommen, das ist eine feste Handlotion, die für angegriffene Kletter-Hände sehr wohltuend sein soll. Und beanspruchte Hände, die auch noch ständig mit Magnesia bepudert werden, sind ja schon die Königsklasse.

Die Lotionbar kommt in einem Metalldöschen, und wenn das leer ist, kann ich mir ja auch selbst gemachte feste Lotion da rein tun. Daher klingt das schon sehr nach Zero Waste! Weil mein Outdoorladen das führt, kann ich dafür ja meinen Gutschein verbraten, yes!

Eine kleine Schublade voller regenbogenbunter Batikstoffe, nachdem ich sie sortiert und neu geordnet hatte.

Jetzt gehts mit #Konmari an den Stash, oweia

Heute ist es draußen nicht ganz so schönes Wetter wie die Tage davor. Ich habe mich eher drinnen umgetan und endlich meinen Stash ausgelüftet. Das wollte ich ja schon Anfang Januar tun, aber ich kam nicht dazu.

Ich dachte eigentlich, jedes Jahr lüfte ich meinen Stash und pflege ihn und ich mag auch alles, was darin ist. Dieses Jahr, durch meinen geschärften Blick auf Dinge, die ich wohl doch nur mitschleppe, habe ich meinen Stash mit anderen Augen gesehen:

Ich habe furchtbares Novelty-Garn! Das eine ist ein grau-puscheliges Plastik-Pannesamt-Würmchen-Garn, einfach ein Grauen, zwei sind so silbrig-bronzige-Plastik-Fusselmonstrositäten, und dann habe ich noch weniger schlimmes Garn, aber eben welches, das ich nicht gebrauchen kann: Ein dickes Baumwollgarn (drei Knäuel) das ich für einen Freund zum Rahmenstricken mitnahm, aber der wollte es dann doch nicht. Und eine Menge eigentlich sehr schönes Lopi-Garn aus Island, das ich beim Wolltausch bekommen hatte, aber wo ich mir eingestehen muss: Ich werde diesen Islandpulli ja doch nie stricken.

Das alles kommt also weg, die Novellitäten werde ich sogar einfach wegwerfen. Das Baumwollgarn kann ich bestimmt irgendwo hin spenden, es ist ja noch gut.. und das Lopi Garn findet hoffentlich auch ein neues Zuhause. In drei Knäueln habe ich Mottengespinste gefunden, eins habe ich dann weggeworfen und zwei habe ich erst mal zu Strängen gehaspelt, ausgeschlagen und dann ins Gefrierfach gepackt. Zum Glück ist das andere Garn, das mit dem Lopi im Behälter war, unbeschädigt, und das meiste Lopi ist ebenfalls clean.

Untitled
Mein Stash auf dem Boden ausgebreitet. Es ist nicht mal ganz so viel, wie ich dachte. Die letzten Jahre war es eigentlich immer mehr. Ich finde den Regenbogen aus Mini-Skeins so schön, vielleicht sollte ich versuchen, den zu irgendwas Regenbogigem zu machen?

Wie jedes Jahr habe ich wieder gemerkt, dass sich doch noch Garne finden, die noch kein Etikett haben, die noch nicht komplett eingepflegt sind oder die sogar gar nicht eingepflegt sind. (Natürlich die Ravelry-Datenbank). Jedes Jahr denke ich, ich habe sie alle erwischt und eingetragen und etikettiert, und dann war es doch noch nicht alles. Und ich rede hier nicht von Garnen, die ich 2018 erst gesponnen habe!

Flash your Stash
Das war übrigens mein Stash 2014. Vor 5 Jahren. einige Garne habe ich noch, aber vieles habe ich schon verbraucht. vom Volumen her hat sich der Stash 2019 eher.. verkleinert? Oder ist das eine optische Täuschung?

Da ich mein Garn schon lange vertikal in durchsichtigen Boxen lagere, bringt mir die Konmari Methode hier nichts Neues ins Haus. Aber weil ich 2018 doch einiges verstrickt habe, ist durch das komplett ausräumen und wieder einräumen etwas neuer Stauraum entstanden. Vielleicht kann ich sogar eine ganze Box für etwas anderes verwenden.

Und ich habe ein handgesponnenes Lacegarn gefunden, das so graubraun-olivgrün ist, so Armeefarben, leider so gar nicht wie ich das mag. Ich hatte es mir letztes Jahr zum Verstricken hingelegt mit einem Notizzettel dran “leider mag ich das Garn überhaupt nicht mehr”. Aber es ist handgesponnen und ganz weich! Die Lösung: Ich werde es dunkelblau oder schwarz überfärben, und dann mir die Augen ruinieren indem ich irgendeinen Gothic-Lacelappen daraus stricke!

Und mir sind zwei oder drei Ideen gekommen, was ich aus Garnen machen will, die mir beim Lüften in die Hände gekommen sind. Ich habe zwei schöne Garne für ein Tuchprojekt kombiniert, und rotes Tweed und graues Handgesponnenes für zukünftige Stulpen gebookmarkt. Und jetzt – ächz – muss ich noch ein paar Garne etikettieren und wenn alles fertig ist, nochmal die Meterzahlen checken, ich bin gespannt, was dann der aktuelle Stand sein wird.

Erste Kaufnix Härten überwunden

Im 2. Monat meines Kaufnix-Jahres (die Regeln habe ich mir selbst ausgedacht und sie beziehen sich auf 4 Bereiche, es heisst nicht, dass ich 2019 gar nichts kaufen soll) gab es erste Härten.

Ich bekam von meinem benachbarten Outdoorladen einen Brief, in dem mir mein Bonus für 2018 mitgeteilt wurde. Man bekommt alles zusammengezählt, was man 2018 dort gekauft hat, und dann bekommt man Prozente, die man dann als einen Gutschein zugeschickt bekommt. Immerhin waren es stolze 24 Euro, die ich bekommen habe! Yay! (Ich glaube, der größte Posten 2018 waren zwei edle, große Ortlieb-Fahrradpacktaschen, und dann kam noch Kleinkram zusammen.)

Sofort hatte ich Lust, den Gutschein auf den Kopf zu hauen, denn obwohl ich 2019 kein Outdoor-Equipment kaufen darf, darf ich ja welches geschenkt annehmen, wa? Aber die Stimme meiner Vernunft sagte, es wäre unklug, den Gutschein jetzt zu verbraten, für irgendwas, wenn man ihn später vielleicht brauchen kann, um ihn für etwas Notwendiges zu benutzen. Vielleicht geht ja etwas kaputt und muss ersetzt werden. Also verkniff ich mir das sofortige Konsumieren, obwohl die eine flüssigkeitsdichte Edelstahl-Essens-Dose haben, die genau diese Summe kostet, und die ich sehr hübsch finde. HNARGS. Jedoch, nach inzwischen 4 Tagen nicht-shoppen kann ich eigentlich damit leben. Die Box wartet auch noch in 1 Monat auf mich, falls ich es gar nicht mehr aushalten könnte.

Das Andere war heute, als ich meinen Zahnärztin-Termin hinter mir hatte. Nichts schlimmes, nur eine Kassenkrone einsetzen lassen. Das Metall (es ist irgendwas mit Edelstahl) sieht echt schick aus, finde ich, und es hat keinen elektrischen Leit-Effekt wie früher das Amalgam. Kann man also echt mal machen, und ich muss *nix* dazu bezahlen! Ja, ich also aus der Praxis raus, und ich hatte Kauflust. Denn früher, als ich Zahnarzt-Angst hatte, habe ich mich nach Terminen immer mit ner Kleinigkeit belohnt, die ich mir dann gekauft habe. Das habe ich dann aber als nette Gewohnheit beibehalten. Also ging ich raus und dachte so: Hm, da ist so’n Lush Schuppen in der Nähe, ich könnte mir ja so ne unverpackten Hauptpflege-Sachen kaufen. Obwohl ich noch genug da habe, die ich aufbrauchen will! Ich bin auch da hart geblieben und es ging vorbei.

DIY Update: Ich habe Kimchi angesetzt!

kimchi making: ein glas mit geschnittenem chinakohl, rettich und gewürzen in brühe steht auf einer küchenanrichte und fermentiert vor sich hin
Hier steht mein Glas Kimchi-Ansatz, ich hoffe, es geht nicht kaputt, denn ein paar leichtere Gemüseteile steigen immer an die Oberfläche der Lake und da sollen sie eigentlich nicht sein…

Das ist eines der Rezepte, die ich verwendet habe. “Simple Kimchi” beim Zero Waste Chef. Obwohl ich echt müde war gestern nach der Arbeit, habe ich mich zusammengerissen, denn der Kohl drohte zu verwelken, und ich wollte nichts wegwerfen, nachdem ich es extra dafür erst gekauft hatte.

Ich habe die speziellen Chili-Würzflocken nicht gehabt, deshalb ist mein Kimchi gar nicht wirlich rötlich, denn ich habe gestossene Chilis pur verwendet, und davon darf natürlich nicht so viel rein!

Konmari geht weiter

Ein Glas Tee mit einem Herz aus Fahrradkette und daneben Das Buch Magic Cleaning von Marie Kondo.
Ein Glas Tee mit einem Herz aus Fahrradkette aufgedruckt, und das Buch “Magic Cleaning” von Marie Kondo.

Eine Hörerin meines Strickpodcasts, Dorit, hat mir – so nett! – das Buch von Marie Kondo geschickt, das sie nicht mehr braucht. Ich lese es gerade und bin noch beim Vorgeplänkel, bzw. der Theorie, aber schon die ist sehr interessant. Hier erklärt sie, warum sie nach Kategorien aufräumt und nicht nach Räumen, oder auch, warum Wegwerfen alleine nichts nützt. Sich aufs Aussortieren zu konzentrieren, und Dinge wegwerfen hat bei ihr gar nichts gebracht, und das liegt daran, dass man den Fokus nicht darauf legt, was man eigentlich gut findet und behalten möchte.

Ich kann das nur bestätigen. Ich habe auch mal bei einer minimalistischen “Ausmist-Challenge” mitgemacht, und ich miste durchaus gerne aus. ABER ich ging neulich durch meinen Raum und suchte nach Dingen, die ich nicht mehr brauchen würde, und ich fand nur sehr wenig, irgendwie fünf kleine Teile, irgendwelcher Tand, super nutzlos, aber durch ihr Verschwinden war gar nichts gewonnen. Wirklich alles raus räumen und durchsehen, was ich bei mir behalten will, DAS hat einiges gebracht und dabei ist (ich habe mit Wäsche und Hosen angefangen) jetzt schon so viel Platz frei geworden.

Der Verstand sagt, eigentlich müsste ich ja auch anders zum Ziel kommen – aber die Praxis zeigt, dass es nicht so ist. Oberflächlich über einen Raum drüber scannen, um zu sehen, was weg soll: Bringt wenig und z.B. die Stauräume in den hinteren Schubladen oder unterm Bett kümmert’s wenig.

Bye Bye Schals

Ich habe beim Aufräumen im Schrank beschlossen, dass all meine Baumwoll- und Seidenschals, allesamt Geschenke, mich verlassen werden. Klar sind die schön. Deswegen haben nette Leute sie mir über die Jahre vielleicht auch geschenkt. Aber ich kann sie nicht gebrauchen und trage sie nie. Zwei Seidenschals habe ich an eine Kollegin weitergereicht, und jetzt habe ich noch drei, die ich versuche, über Ebay Kleinanzeigen zu verschenken.

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ein Rosa gestreifter Webschal liegt auf einem grünen Polster.

Aber grade geht es mit den Schals eher nach dem Motto “Ilse Bilse, keiner will se”. vielleicht taugen sie noch als Futterstoff für irgendwelche DIY Taschennähprojekte.

Das war die Woche..

Die “Zero Waste Challenge” des Januar ist vorbei, und ich dachte, ich rekapituliere mal, was ich sinnvoll fand und was nicht, was ich beibehalten habe und was ich noch machen möchte. Ich bin immer noch unzufrieden mit “Zero Waste” als Begriff, “Low Waste” fände ich besser, bzw. “Müllvermeidung”, denn komplett ohne Müll zu leben ist für mich nicht machbar, und auch gedanklich möchte ich den Druck nicht haben.

Was geklappt hat und bleibt von der Müllvermeidungschallenge

  1. Das Low Waste Kit. Ich habe es auf meine Bedürfnisse umgebaut, denn ich kaufe wenig Essen spontan unterwegs, und trinke auch nie Kaffee zum Mitnehmen. Ich erledige aber ganz oft noch schnell Einkäufe auf dem Heimweg von der Arbeit. Ich habe ein sauberes Schraubglas und mehrere Stoffbeutel in meiner Fahrradtasche dabei. Das ist nicht zu schwer und zur Gewohnheit geworden. Jetzt kann ich eben mal unverpackt Zeug einkaufen, das ist super!
  2. Fermentieren – das erste Sauerkraut, das ich angesetzt habe, ist sehr lecker geworden. Gerade geht es zur Neige, deshalb wäre es jetzt an der Zeit, das nächste Gemüse zu fermentieren. Ich würde ja gerne Kimchi machen, aber ich hatte viel zu tun und sehr viel gearbeitet, und komme gerade nicht dazu.
  3. Auf dem Markt einkaufen – es ist traurig, aber im Discounter bekomme ich ganz viele Sachen nicht plastikfrei, und auch bei den bisher von mir gern frequentierten Drogeriemärkten bekomme ich nur mit Sonnenblumen und Ökoversprechen bedrucktes Plastik. Ich kaufe jetzt fast nur noch Bio, weil es Gemüse am unverpacktesten in Bioläden und auf dem Markt gibt, (wo kein Mischverkauf mit konventionellem Gemüse stattfindet). Heute ist Samstag, und ich gehe gleich dort hin!
  4. Kauf nix neu – Ich mache ja ein “Kaufnix-Jahr”, und obwohl ich letzte Woche davon abgewichen bin, um mir ein Funktions-T-shirt aus Merinowolle zu kaufen, klappt es im Großen und Ganzen sehr gut. Im Zusammenhang mit dem aktuellen Marie Kondo-Hype konzentriere ich mich auf die Sachen, die ich schon habe, anstatt zu shoppen.

Was ich gerne machen würde, aber was nicht so gut klappt

  1. Essensplanung. Ich habe die vergangene Woche durchgearbeitet und viel zu tun gehabt, und davor auch, Wochenende gabs nicht wirklich eins, und die Essensplanung ist irgendwie unter den Tisch gefallen. Und davor hatte ich zugegeben auch nur eine einzige Woche, wo das Essensplanen wirklich geklappt hat. Ich habe für jeden Tag überlegt, was ich/wir kochen, und dann hatten wir nicht immer die Zeit, und der einwöchige Plan lief dann über eineinhalb Wochen, und dann habe ich irgendwie keinen neuen “mittendrin” gemacht. Vielleicht kann ich daraus lernen, dass ich lockerere Essenspläne machen muss, wo seltener gekocht wird.
  2. Putzmittel selbst machen: Ich habe zwar einen Zitronenreiniger angesetzt, aber ich habe keine Sprühflasche dafür frei. Und extra eine zu kaufen erscheint mir nicht sinnvoll. Ich habe noch eine Sprühflasche für Glasreiniger, vielleicht sollte ich diesen mal umschütten und ihn in einer einfachen Schraubdeckelflasche lagern, um meinen selbstgemachten Reiniger in die Sprühflasche zu tun. Ich schätze, ich könnte ihn auch in eine Flasche mit einem anderen Verschluss füllen, ich hebe sogar manchmal diese Spülmittel-Schraubdeckel auf, weil ich sie sehr praktisch finde.

Marie Kondo Style Ausmisten

In meiner Strickcommunity habe ich eine Nachricht bekommen, dass eine nette Podcast-Hörerin das erste Marie-Kondo-Buch ausmistet, und ich bekomme es – Juhu! Aufgrund von Zeitmangel bin ich noch nicht viel weitergekommen, ich räume immer noch meine Klamotten auf. Als nächstes wollte ich durch die Sportsachen gehen (Sporthosen, Schwimmanzüge, Fahrradhosen) und dafür eine Box basteln, die die dann alles, was bleibt, reingefaltet werden kann.

Eine Herausforderung, die sich mir stellt, ist: Wie kann ich Dinge verantwortungsvoll weggeben oder entsorgen? Das Altkleidersystem zum Beispiel finde ich ziemlich mies, entweder die Klamotten zerstören die Wirtschaft in weniger wohlhabenden Ländern, oder sie werden gar nicht erst angenommen. Ich habe mal gelesen, dass Altkleider, die nicht mehr zum Verkauf geeignet sind, von den Kleidungs-Sammelstellen zum Recycling gegeben werden müssen. Aber die Sammlungsunternehmen sagen, das würde soviel Geld kosten, diese Dinge von Hand zu sortieren, und man soll die nicht mehr tragbaren Sachen in den Hausmüll werfen. Wo sie in die Müllverbrennung gehen.

Ich möchte aber nicht, dass die Sachen in die Müllverbrennung gehen, und ich würde ja meine Sachen von Hand vorsortieren, aber wo zum Donnerdrummel soll ich die nicht mehr tragbaren Textilien hin tun, damit sie nicht verbrannt werden, sondern zu Putzlumpen recycelt?

Die guten Sachen kann ich zum Verschenkladen oder in eine Kleiderkammer bringen, die nicht z.B. die textile Wirtschaft in Mali zerstört. Aber wohin mit dem, was nur noch zum Schreddern taugt?

Ein paar andere Dinge habe ich über Ebay Kleinanzeigen verschenkt, ein paar Bücher habe ich in ein gemeinnütziges Second-Hand-Buchladencafe gebracht, und all das sollte ich mal auch weiter machen, aber es ist halt ein Projekt, das Zeit kostet und “mal eben alles wegschmeissen” ist viel einfacher und schneller. Aber eben unökologisch.

Jetzt gerade habe ich auch meine Pflanzen gepflegt und viele Stecklinge geerntet, so dass ich auch mal wieder eine Grünlilie und eine grünweiße Tradeskantie zu verschenken habe.

Nun ja, mühsam nährt sich das Eichhörnchen!

Müllvermeidungschallenge, letzter Tag, Tag 31: Belohne dich!

Ja, ein Monat Müllvermeidungschallenge. Es hat Spaß gemacht und war auch spannend, was Experimente anging, wie selber Sauerkraut zu machen.

Ich habe heute übrigens einen epischen Rettich erstanden, denn ich will als nächstes Kimchi probieren. Das Sauerkraut habe ich heute gekostet und es für fertig befunden, besonders der Teil mit Ingwer und Knoblauch drin war ja soooooo lecker! Jetzt habe ich es in Gläser gefüllt und in den Kühlschrank gepackt, und die nächsten paar Tage wird es aufgegessen.

Heute habe ich mich tatsächlich auch ein wenig belohnt, indem ich mir bei den hiesigen Kleinanzeigen eine (plastikfrei) keramikbeschichtete Pfanne geholt habe, aus einer Haushaltsauflösung. Und gleich damit gebraten, wow, die Dinger sind so gut! Ich bin echt begeistert. Bisher habe ich eine gußeiserne Pfanne und einen Blech-Wok, die beide zwar auch gut sind, aber dieses Keramikpfannengefühl haben sie halt nicht. Die Keramikpfanne passt sehr gut in meinen Küchengeräte-Park.

Gleichzeitig habe ich heute 2 kg Nudeln in Plastikpäckchen gekauft. Wir haben in unserer Bäckerei vor, Nudeln aus einer coolen italienischen Kooperative zu führen, haben aber noch so “Ladenhüter” da, 0815 Bionudeln, die ewig nicht verkauft werden. Also haben wir uns entschlossen, sie kollektiv selber zu kaufen und aufzuessen, damit der Platz im Regal für die neuen Nudeln frei wird. Daher also der “Mitleidskauf” im Plastikpäckchen.

Es passte aber ganz gut, weil meine Industrienudelvorräte zur Neige gegangen sind, und meine eigenen veganen Nudelherstellungskünste lassen bislang noch zu wünschen übrig.

Und wie weiter?

Ich möchte auf jeden Fall beim Müllvermeiden dran bleiben. Es ist einfach insgesamt so gut für mein Konsumverhalten, meine Ernährungsgewohnheiten und das #noBuy Jahr. Und es macht sogar Spaß. Ich möchte auf jeden Fall auch beim regelmässigen Bloggen dran bleiben, aber so wie im Januar jeden Tag, das werde ich wohl nicht aufrecht erhalten.

Ich kann es gar nicht fassen, dass ich echt jeden Tag gebloggt habe. Das finde ich sehr fein. Es kam mir aber gar nicht beschwerlich vor.

Müllvermeidungschallenge, Tag 30: Suche dir eine Zero-Waste-Community

Hüstel, Hüstel…

Also, das finde ich etwas übertrieben, dass man sich zum Müll vermeiden gemeinsam in Gruppen organisieren soll. Müll vermeiden ist eher eine typische Konsumverhaltens-Modifikation, d.h. Leute verändern ihr eigenes, individuelles Verhalten, um die Welt zu verbessern. Was ja an sich nicht falsch ist.

Die Komponente des organisiert-Seins ist auch sehr wichtig für Veränderungen der Welt, und meiner Meinung nach sollten Menschen sich in Gruppen organisieren, um andere Dinge zu ändern als ihr eigenes Konsumverhalten. Denn das kann ich tun, wenn ich ganz allein bin. Mit mehreren kann ich schon mehr tun, also warum nicht mehr tun?

Gruppen dienen auch der Selbstorganisation von alternativen Dingen, Dinge, die man allein nicht hinbekommt.

Was zum Beispiel Sinn macht, ist, mit mehreren in eine Verbrauchsgemeinschaft zu gehen, z.b. eine Food Coop. Der Food-Coop Gedanke ist schon älter und im Unterschied zu einer “Wie vermeide ich noch mehr Müll” Selbsthilfegruppe kauft eine solche Gruppe konkret gemeinsam ein und bekommt bessere Preise für Alle, und die Großgebinde machen weniger Abfall. Damit wird Zero Waste erschwinglicher für diejenigen, die nicht soviel Geld haben.

Oder eine solidarische Landwirtschaft/CSA Mitgliedschaft einzugehen, das entspannt den Einkauf von Gemüse allgemein, weil immer welches rein kommt.

Ich habe Glück, dass ich schon eine “Zero-Waste-Community” habe, nämlich auf der Arbeit und im Freund_innenkreis. Ich wurde ja angesteckt von einer Kollegin, und kann mich auf der Arbeit und mit einer Freundin, die auch Müll vermeidet, darüber gut austauschen. Ok, Tagesaufgabe abgehakt ;)

Ich lese gerade “Zero Waste – weniger Müll ist das neue Grün” von Shia Su

Bislang gefällt es mir sehr gut! Ich habe es als ebook über meine Bücherei ausgeliehen. Angeblich sollte es erst im März verfügbar werden, aber eine Vormerkung zu machen, lohnt sich offenbar, denn ich wurde benachrichtigt, dass es jetzt schon verfügbar ist.

Ich mag an ihrem Buch, dass es wirklich praktisch und einfach geschrieben ist, und dass es den kleinen Geldbeutel mit bedenkt. Ich finde ihre Haltung “mach, was du kannst und verfalle nicht in Perfektionismus” ganz gut.

Und ich habe bei “Nudeln kaufen” genickt, als sie schrieb: Barilla ist die einzige Nudelmarke, die in Pappkartons verkauft wird, aber das muss jeder selbst wissen, ob man ein homofeindliches Unternehmen unterstützen möchte. Nun gibt es Diskussionen, wie homofeindlich Barilla tatsächlich ist, eine italienische Freundin hat mir erzählt, dass die Leitung von Barilla da zurückgerudert sei… ABER ich fand es gut, dass sie es in dem Buch erwähnt. Das zeigt mir, dass es ihr nicht um ein “Müllvermeiden um jeden Preis” geht, und andere Bedenken unter den Tisch fallen.