Müllvermeidungschallenge, Tag 25: Benutze die Bücherei

Oh no, es ist schon viertel nach 11, dann muss ich für den heutigen Bericht mal in die Pötte kommen.

Na klar benutze ich die Bücherei! Bzw. nicht klar. Ich hatte einige Jahre Pause und habe erst letztes Jahr im Herbst meinen Ausweis reaktivieren lassen. Und das war super! In Berlin haben sie ja wirklich fast alles. Und nicht nur Bücher, es gibt auch “digitale Angebote” (Direktlink war nicht möglich, daher habe ich auf die Startseite verlinkt, aber im Menü findet es sich gleich).

Hier kann man so gut wie alle Zeitungen online lesen, auch Artikel, die ansonsten hinter Paywall sind. Ausserdem gibt es Portale zum Filme und Serien schauen, zum Musik streamen und herunterladen (auch wenn es da bei weitem nicht alles gibt), und Hörbücher. Ich habe bis jetzt nur den Musikdienst und das Zeitunglesen benutzt. Und das ist schon sehr cool!

Ich habe Sauerkraut angesetzt!

Vor ein paar Tagen war ja die Aufgabe, etwas zu fermentieren, und ich habe das zu dem Tag nicht geschafft, aber wollte eigentlich Kimchi machen. Für Kimchi habe ich nur die Zutaten nicht im schlecht sortierten Discounter gefunden, in dem ich noch schnell nach dem heutigen Tattoo-Termin einkaufen war. (habe einen plastikfreien und verpackungsarmen Einkauf hinbekommen, dennoch!) Also habe ich mir einen großen Weißkohl geholt und den in stundenlanger Arbeit fein gehackt.

Sauerkraut Sauerkraut Sauerkraut

Nach dem Hacken musste es mit Salz bestreut und gestampft werden. Für letzteres stand in dem Rezept, man solle es mit den Händen einfach durchkneten. Ich fand das etwas beschwerlich, aber dann habe ich eben gleich ein Abend-Workout mit eingelegt.

Sauerkraut
Hier steht es nun: Das Glas mit dem Kraut, das im eigenen Saft schwimmt, und nun hoffentlich durchgärt.

Dadurch soll der Kohl theoretisch soviel Flüssigkeit abgeben, dass man ihn im eigenen Saft untertauchen kann. Und das hat auch funktioniert. Auf Anraten des Rezepts habe ich noch Ingwer und Knoblauch mit reingetan, um den Geschmack zu verbessern. Dann kommt der Kohl-Matsch in ein Gefäß und wird dicht an dicht gepackt. Alles muss fest zusammengedrückt werden, damit keine Luft eingeschlossen wird, und das Wasser muss über dem Kraut stehen. Und dann muss oben ein Gewicht draufgelegt werden, damit nichts an die Luft hochsteigen kann, wo es verschimmeln könnte. Ich habe einen Teelichthalter aus Glas als Gewicht benutzt.

Ja, und jetzt bin ich sehr, sehr gespannt auf die nächsten Tage!

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Müllvermeidungs-Challenge, Tag 20: Second Hand

Eigentlich ist die heutige Aufgabe “Go to the thrift shop”. Bei uns ist Sonntags aber der “Thrift Shop” zu, deshalb war das nicht so möglich. Aber ich habe im Januar, und auch schon im Dezember, erfolgreich 2. Hand gekauft und verkauft, über ebay Kleinanzeigen.

Als am Weihnachtsabend mein Repeater kaputt ging, habe ich einen von einem Freund geliehen bekommen, und der hat auch (leider erfolglos) versucht, den Repeater zu reparieren. Daher habe ich ihn kürzlich, also jetzt Mitte Januar, durch einen gebraucht gekauften ersetzt.

Was ich schon losgeworden bin: Ein paar Bücher, ein Sack Waschnüsse (ich mag die einfach nicht, und er war sehr, sehr alt), eine Computermaus.

Ich habe mir Baumwollputzlappen genäht

Weil ich vor kurzem den Wäscheschrank aussortiert hatte: Aus einem ausgedienten Bettbezug habe ich mir über 50 Putztücher genäht. (1 Bezug zerschnitten und alles umsäumt) Das sind eigentlich viel zu viele. Deshalb werde ich sie unter Befreundeten verschenken, und nur die behalten, die ich brauche.

Ich brauche auf jeden Fall einige Putzlappen zum Fahrrad putzen, dann eignen sie sich auch gut als Brillenputztücher, und so als Wischtücher sind sie bestimmt auch okay.

Auf meinem Schneidetisch hübsch gestapelt sind Putztücher aus geblümtem beigen Baumwollstoff. Sie sind in Bündelchen mit je 6 Tüchern zusammengefasst, und ganz vorn liegen meine Werkzeuge: ein Lineal und der Rollschneider. Gerade Dinge schneiden zum nähen ist so viel geiler damit!

Zero Waste Challenge Tag 3: mach dir ein Zero Waste Kit

Heute war die Aufgabe bei der “Zero Waste Challenge”, sich ein Zero Waste Kit für unterwegs aus Dingen, die man sowieso zuhause hat, zusammenzustellen. Das beinhaltet:

  • Eine Trinkflasche + eine wiederverwendbare Tasse
  • Stoffbeutel, um loses Gemüse, Snacks oder alle möglichen Dinge zu transportieren
  • ein paar Schraubgläser um Flüssigkeiten oder Aufstriche etc. zu transportieren, oder um sich Essen mitzunehmen etc.
  • Metallbesteck oder Essstäbchen
  • Stofftaschentücher
  • Eine Einkaufstasche

Brauch ich sowas überhaupt?

Ich habe so etwas nicht gehabt, und ich habe es bisher auch eigentlich nicht gebraucht. Ich habe vorher schon sehr selten bis nie einen Kaffee zum Mitnehmen irgendwo geholt. Und eine Trinkflasche habe ich (im Sommer zumindest) sowieso immer dabei. Bei Allem anderen habe ich mir angewöhnt, nach Bedarf Dinge mitzunehmen, z.B. wenn ich zum Stricktreff gehe, nehme ich meine Tiffin-Lunchbox mit, weil wir da meistens Essen zum mitnehmen holen, das sonst in Plastiktellern mit Deckel kommen würde. Besteck bekommen wir immer vom freundlichen Café, in dem wir uns treffen.

Auf Arbeit gibt es auch Besteck und Tassen und Teller, es gibt sogar meistens leere Schraubgläser, falls ich selbst nichts dabei habe ;)

Wenn ich gezielt einkaufen gehe, überlege ich immer, was ich brauche und welche Verpackungen ich selbst mitbringen muss. Das klappt so ganz gut, und 1-2 Stoffbeutel packe ich immer mehr ein, falls man doch mehr braucht.

Egal, ich mach es trotzdem, weils Spaß macht!

Aber ja, ich mag mir spaßeshalber ein solches Kit zusammenstellen, damit ich es beim Rausgehen schnappen kann und gerüstet bin für alle spontanen Vorhaben! Besonders haben es mir die Stoffbeutel für Gemüse aus alten Stoffsachen angetan. Also habe ich mir auch einige genäht:

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Meine Nähmaschine aus den 70er Jahren: Eine Bernina Minimatic 707. Sie näht klasse und es gibt heute noch Zubehör und Ersatzteile dafür.

Stoffbeutel
Die Stoffbeutel sind aus einer alten, bestickten Tischdecke. Weil die blauen Blüten leider mit einer durchbrochenen Stickerei ausgeführt sind, kann ich sehr kleine Körner wie Amaranth darin wohl nicht einfüllen – aber der Stoff war einfach zu schön um ihn nicht zu verwenden.

Ich habe also zur Arbeit ein paar Dinge mitgenommen. Die Lunchbox, einen Stoffbeutel, und meine Thermosflasche. Und siehe da, ich konnte etwas sogar gebrauchen! Weil es bei uns gerade übrige lose Butter gibt, habe ich mir davon etwas abgefüllt und das dann in der Box transportiert.

Ich habe Zitronen-Essig-Allesreiniger angesetzt

Außerdem hatte ich Konditoreischicht und habe Zitronenkuchen gebacken, und auch sonst verbrauchte ich einige Zitronen. Da fiel mir ein, dass ich ja einen Zitronenreiniger selbst ansetzen wollte, aus den Schalen. Aber ich hatte kein Glas mitgenommen, das war dann doch nicht der perfekte Zero-Waste-Kit bisher. Also nahm ich eine leere Milchflasche, die gab es zum Glück auch auf Arbeit, und füllte die ganzen ausgepressten Zitronenschalen da rein. Zuhause habe ich das dann mit Essig aufgefüllt, wie in dieser Anleitung beschrieben. Jetzt muss ich das Ganze noch 3 Wochen circa ziehen lassen.

Jetzt hab ich doch noch keinen Zero-Waste-Kit. Und warum?

Weil es ehrlich gesagt ganz schön nervt, ständig das schwere Glaszeug mitzuschleppen. “A few jars”, nur auf Verdacht, das finde ich nicht so gut. Dann lieber die metallene Tiffinbox, oder eine Plastikdose. Aber die nehmen wiederum ganz schön Platz weg, wenn sie leer durch die Gegend getragen werden. Stoffbeutel können dafür tatsächlich immer mit, die stören ja nicht. Und ich finde es eigentlich eine gute Idee, einen Löffel dabei zu haben. Und ein Taschenmesser habe ich eh dabei. Schon unabhängig vom Zero Waste Gedöns. Gabeln braucht niemand, wenn du mich fragst.

Ich muss die Idee des “Zero Waste Kit” meinen Bedürfnissen anpassen.

Mein persönlicher Zero-Waste-Kit

  • 1-2 kleine selbstgenähte Stoffbeutel
  • 1-2 Stoff-Einkaufsbeutel
  • eine dichte Plastikdose und/oder ein Schraubglas.

Das Andere Zeugs, also die Trinkflasche, Tasse, Besteck, Taschentücher… das sind eher so Dinge, die ich sowieso mitnehmen würde, wenn ich mich länger draußen aufhalte und Hunger + Durst bekommen würde. Deshalb lasse ich sie aussen vor und beschränke mich auf Behälter und Taschen, um z.B. auf dem Arbeitsweg noch spontan ein paar Besorgungen machen zu können.

Ein Kit ist kein Alleskönner

Auch wenn man so eine “Kleinsammlung” hat, beim “richtigen” Einkaufen wird trotzdem Vorplanung nötig sein: Was krieg ich wo, was muss ich an Verpackungen selbst mitbringen, Reihenfolge, etc.

Jetzt im Winter hänge ich sowieso weniger draussen herum, deshalb muss ich mich da später im Jahr mal beobachten, ob ich Dinge wie eine Mitnehmtasse, Besteck, usw. überhaupt brauche, und vielleicht ein zweites Set zusammenstellen.

Zero Waste ist hip und ich bins jetzt auch

Seit einem Monat mache ich wieder in Müllvermeidung. Und es klappt ganz gut. Ich glaube, ich hatte 2011 oder 2012 schon mal versucht, plastikfreier zu leben, aber damals habe ich irgendwann wieder aufgegeben, weil es einfach nicht ging. Oder genauer, es war zu beschwerlich. Inzwischen ist “Zero Waste” im Trend, es gibt Unverpackt-Läden, in unserer Stadt sogar zwei, und einige Geschäfte und Marktstände sind es gewohnt, wenn Leute ihre eigenen Behälter hinstellen. 

Eine Arbeitskollegin hat mich inspiriert, denn sie macht das schon länger. Es hatte mich in der letzten Zeit zunehmend genervt, wie schnell der Verpackungsmüll schon wieder voll war. Besonders Tetra Packs und Plastikverpackungen für Brotbelag waren inflationär vorhanden. Es kam mir vor, als würde ich täglich 10 Stück davon wegwerfen. 

Dem Tetrapack stehe ich sowieso skeptisch gegenüber, weil er aus so vielen verschiedenen Stoffen besteht. Verbundmaterialien. Klar, ist der hygienisch und praktisch, stapelbar etc – ABER er kann entgegen der Behauptungen des Herstellers, nicht recycelt werden. Was die “Recycling” nennen, ist eigentlich keines: Das Ganze wird eingeweicht, dann werden die Papierfasern rausgefischt und der Rest, die Plastik- und Alufolienschichten mit dem, was daran noch klebt, wird in der Zementindustrie verklappt, also in irgendwelche Bauzemente mit rein gemischt. 

Ich habe mal eine Doku gesehen über ein Recyclingwerk in Brasilien, das tatsächlich Getränkekartons recyclen kann, samt Rückgewinnung der Aluminium- und Plastikfolien. Ich schaffe es nicht, Informationen darüber im Netz zu finden, und ich kann nur hoffen, dass sich mein Gehirn noch richtig erinnert, dass es in Brasilien war. Aber es war richtig aufwändig und es wird hierzulande nicht gemacht.  Schon mein Biolehrer hat vor Verbundmaterialien gewarnt, weil die nachher schwer zu trennen sind. Coladosen z.B. sind nicht aus reinem Aluminium, da sind noch andere Metalle dabei, und das erschwert das Recycling sehr, obwohl Aluminium ein gern recycleter Rohstoff ist. 

Reines Plastik wäre dann vielleicht noch recyclebar, aber es gibt einfach viel zuviel davon. So gut wie alles ist darin eingepackt. Und seitdem Käse in diesen “wiederverschließbar” Packungen ist, sind die Packungen noch dickwandiger und noch mehr Plastik wird dafür verbraucht. Plastik ist zumeist aus Erdöl, also was ist der Sinn darin, aufs Autofahren zu verzichten, wenn man dann das ganze Öl als Plastik verbraucht? 

Meinen Partner habe ich sofort für die Idee gewonnen, und wir beschlossen zwei Sofortmaßnahmen: Wir kaufen Käse und Brotbelag nur noch lose mit eigenen Behältern ein, auch wenn’s schwer fällt. Und wir kaufen keine Getränkekartons mehr, die Milch gibt es ab jetzt in Pfandflaschen, regional  aus dem Bioladen. Damit haben wir einen Anfang gemacht und bei allem Anderen schauen wir mal. 

Was ich auch immer in Plastik gekauft hatte, waren Nudeln. Also habe ich mir vorgenommen, Nudeln mal öfter selbst zu machen. Es gibt zwar welche in Kartons oder im Unverpackt-Laden, aber selbstgemachte Nudeln sind doch super und schmecken genial! Bei Ebay Kleinanzeigen fand ich schnell und günstig eine gebrauchte Nudelmaschine. Als Bäckerin habe ich mit dem Teig machen auch gar kein Problem. Voilà! 

Tortellini mit Spinat und Ricotta Füllung
Das ist meine neue Nudelmaschine, und auf dem Küchentisch findet eine Tortellini Produktion statt! 

Es ging los. An einem Samstag im November, es war der 10. 11. um genau zu sein, zog ich los, um Zero Waste u.A. für Lasagne einzukaufen, und begab mich auf den Wochenmarkt am Boxhagener Platz. Schon der erste Käsestand, den ich ansteuerte, hatte den ganzen Käse lose und der Verkäufer füllte freundlich meine Dosen damit. Er gab mir auch den Tip, den Deckel nur lose drauf zu legen, denn Käse muss atmen. 

Im November Zero Waste Tomaten zu bekommen, ist nicht möglich, bzw. sind die Gewächshaustomaten wirklich teuer auf dem Markt gewesen. Gehackte gibt es nur in Dosen. Aber Weißblechdosen lassen sich wohl ganz gut recyclen. Ich habe trotzdem die teuren Gewächshaustomaten genommen. Und passierte in der Glasflasche. 

Für den Nudelteig habe ich Hartweizengrieß, Eier und Weizenmehl lose in unserer Kollektivbäckerei bekommen, das habe ich mir dann in eigene Schraubgläser bzw einen wiederverwendeten Eierkarton gefüllt. Nur Mozzarella habe ich keinen gekriegt, im Unverpacktladen dürfen sie keinen losen Käse verkaufen, und der lose, in Lake schwimmende Mozzarella auf dem Markt hätte mich 6 Euro für so ein Kügelchen gekostet, das kann ich mir beim besten Willen nicht leisten. Die Lasagne hat auch ohne geschmeckt. 

Seit diesem Tag haben wir unser Vorhaben mit den Müllfreien Milchprodukten umgesetzt, und auch sonst haben wir versucht, Plastik möglichst zu vermeiden. Wir haben viel mehr frisch gekocht, viel weniger “Zusatzkram” gekauft und obwohl alles ziemlich teuer ist, haben wir erst mal nicht mehr Geld ausgeben müssen als davor. Ich kann es mir nicht erklären, denn ich dachte, ich tätige doch eh kaum Impulskäufe. Aber ich hatte sie halt doch getätigt. Dadurch, dass plastikfrei einkaufen aufwändiger und bewusster ist, wird irgendwie die Konsumlust, die sonst in irgendwelchen Gimmicks ausgelebt worden wäre, besser befriedigt. 

Eigentlich krass, dass es so etwas wie Konsumlust gibt, und “retail therapy” ist nicht umsonst ein Begriff im englischsprachigen Raum (es heißt sowas wie Einkaufs-Therapie). Aber unsere Gesellschaft, in der sich Individuen über den Konsum definieren, ist da auch an mir nicht spurlos vorübergegangen. Im Prinzip ist auch das Zero Waste Leben ein sich selbst durch eine bestimmte Art von (Nicht-)Konsum definieren. Ich weiß nicht, ob sich da irgendwer von frei sprechen kann. Ich jedenfalls nicht. 

Mich hat überrascht, dass ich eigentlich kaum den Unverpackt-Laden nutzen musste. Das meiste ging irgendwie anders plastikfrei. Allerdings verbrauchen wir noch einiges an Vorräten, z.B. habe ich eine umfangreiche Duschgelsammlung, so dass die plastikfreie Körperpflege zunächst mal noch kein Thema für mich ist. Danach werde ich wohl auf irgendeine leckere Seife umsteigen. Waschmittel haben wir z.B. im ganz normalen Drogeriemarkt im Pappkarton bekommen. Andererseits mussten wir uns für bestimmte Dinge, wie z.B. Datteln, echt die Hacken ablaufen. Unser kleiner Bioladen drei Ecken weiter ist die einzige Quelle für lose Datteln. In den Supermärkten, auch in den Bio-Supermärkten, sind sie immer in Plastik verpackt gewesen. 

Und Selbermachen! Das hat mir die letzte Zeit richtig viel Spaß gemacht. Neben dem oben erwähnten Nudelteig gab es selbstgemachten Ricotta für die oben gezeigten Tortellini, Joghurt habe ich selbst gemacht (gibt es zwar im Pfandglas, aber selbstgemacht spart Geld und macht Spaß), und weil es Süßigkeiten fast nur verpackt gibt, haben wir Kekse, Energiebällchen, Kuchen und Apple Crumble gemacht. Vegan habe ich auch rumexperimentiert: Kokosmilch und Mandelmilch haben ganz gut geklappt. Die Kokosmilch hatte ich allerdings aus einer frischen Kokosnuß gemacht, und die sind nicht immer verfügbar. Ich muss mal die Variante aus Kokosmus ausprobieren.. 

Nach einem Monat kann ich schon eine grosse Veränderung feststellen: Wo wir sonst den Plastikmüll (“gelber Sack”) jede Woche mindestens einmal runter tragen mussten, ist er jetzt nach einem Monat immer noch nicht voll. Und wir brauchen ja noch Plastikverpacktes auf! Auch der Restmüllpegelstand ändert sich nicht sehr. Beim Restmüll muss ich mal zusehen, dass wir ihn trotzdem einmal im Monat runtertragen, sonst fängt der an, im Eimer zu verrotten, und weil wir keine Kompostieranlage haben, stinkt das dann. Dafür ist der Kompost ziemlich oft voll (wir haben zum Glück eine Biotonne, und die Stadt kompostiert den Biomüll auch). Und beim Papiermüll haben wir auch noch relativ viel. 

Aber das ist okay! Denn der Anfang ist gemacht und das läuft sehr gut für uns! Aus der örtlichen Bücherei habe ich mir auch ein paar entsprechende Bücher geliehen, das eine war relativ kurz, und hatte ganz gute Tips. “Noch besser leben ohne Plastik”. Das Andere habe ich gerade erst angefangen, ich halte euch, wenn ich Zeit habe, auf dem Laufenden.. 

Die erste Fahrradtour 2018

Leider ohne draußen schlafen, aber ich musste am nächsten Tag arbeiten, und an Osterwochenende sollte das Wetter sich wieder verschlechtern. Es sollte in den Naturpark Barnim nördlich von Karow/Buch gehen.

Statt mit der S-Bahn raufzufahren und dann loszuradeln, sind wir nach Karow gefahren, denn Bahnfahren ist stressig und teuer. Am Tag davor hatte ich eine Diskussion auf Twitter über die verschiedenen Geschwindigkeiten von Radfahrenden, und wie die geplante Infrastruktur die schnelleren nicht berücksichtigen würde. Die Diskussion war eher unschön, weil sich eine gefühlte Mehrheit von Rennrad-Kerls darüber empörte, dass die Langsamen dann wohl an schlechter Infra “schuld” seien, oder es zumindest versäumten, hohe Geschwindigkeiten in der Stadt als etwas zu betrachten, worauf irgendwer ein Anrecht hätte. Daran musste ich denken, als wir gemütlich durch Weißensee juckelten, am Orankesee und am faulen See vorbei. Und auch, als mein Freund mir zu verstehen gab, dass ihm der Naturpark Barnim doch zu weit sei. Der Arme war von Kopfschmerzen gebeutelt, und daher beschlossen wir, einfach bei Karow etwas durch die Landschaft zu bummeln, die Sonne zu genießen und dann wieder nach Hause zu fahren.

Am Orankesee war einiges los, viele Leute waren unterwegs, um das Wetter zu nutzen. Die Wege waren naß, aber nicht zu matschig. Hinter dem Orankesee führt ein Schleichweg am Faulen See entlang, dann geht es über die Hansastrasse, durch eine Siedlung mit Einfamilienhäuschen, und dann wird’s schon ländlich.

Bei Malchow/Karow oben gibt es einige Parks, den See, und einen kleinen Bach, die Laake. Dort machten wir eine Pause, die Sonne kam raus und wärmte auch schon schön. Wir setzten uns auf den krummen Stamm einer riesigen Weide direkt am Wasser.  Ich hatte direkt vor der Radtour eine Frittata mit Kartoffeln und Zwiebeln gemacht, das ist so eine Art dickes Omelett. Als ich die aus der Fahrradtasche holte, war das Essen sogar noch warm. Ich hatte einen Wollschal um den Henkelmann gewickelt, der hatte es anscheinend gut warm gehalten. Die Gabeln hatten wir zuhause vergessen. Aber das machte nichts, mit dem Taschenmesser schnitzten wir uns schnell Stäbchen zum essen.

Wir folgten dem murmelnden, klaren Bach und kamen zum “Stadtrandpark neue Wiesen”. Auch hier waren Scharen unterwegs, um spazieren zu gehen. Die Hunde tollten über die Wiesen und schüttelten den Winter ab.

Wir fuhren Richtung Ahrensfelde, aber mein kopfschmerzgeplagter Radtourgefährte wollte dann doch nicht das Wuhletal runter fahren, und deshalb bogen wir recht bald wieder Richtung Marzahn ab. Wir fuhren an Grillplätzen vorbei und am Skatepark Wartenberg hatte die Stadt uns schon wieder.

Wir machten noch eine Pause und ich strickte ein wenig in der Sonne. Aber die Beschallung von Hiphop vom Skatepark her war uns dann doch zu stressig, nichts gegen Hiphop, aber wir wollten eigentlich mal raus und nicht die ständige Geräuschkulisse der Stadt um uns haben.

Abends viel mir ein, dass ich mich auf Mastodon  zum “Bike Cleanalong” verabredet hatte, und jetzt hatte mein Fahrrad es wirklich so richtig nötig. Die Ritzel und die Kette waren völlig verdreckt, so dass die Schaltung sogar manchmal etwas schwerfällig war. Also habe ich noch Putzlappen, heißes Wasser, Spüli, Fahrradreiniger und Öl geschnappt und habe mein Rad ein wenig sauber gemacht. Ich kriege das mit dem Antrieb reinigen nie so hin, dass es richtig sauber ist, aber zumindest so, dass der meiste Dreck verschwindet. Ausserdem leuchten jetzt die Reflektoren und Reflektorstreifen an den Reifen wieder.

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Krokusse beim Orankesee

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Radweg hinter Malchow mit Wiesen und noch kahlen Bäumen

 

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Weg nach Karow – ein sandiger Pfad gesäumt mit Bäumen

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die Laake bei Karow, ein Bach mit Weiden und grossen Steinen, auf denen man über den Bach gehen kann.

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Picknick: Wir hatten Kartoffelomelette dabei

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Besteck vergessen kein Problem mit Eßstäbchen aus Zweigen

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Selfie vor dem Bach

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Ich stricke in der Sonne sitzend an meiner Socke

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