A Walk in the Park

I decided to go for a walk outside on this cold sunny day, before heading to my workshift. It is Sunday and the park was full but I managed to find some lesser crowded spots there.

Park

Up the stairs on “Kleiner Bunkerberg”. It derives its name from a bunker that used to be there. After World War 2, the bunker was buried under rubble from the destroyed city. Everything was thrown over the two bunkers here, and then a park was planted on top of the two rubble hills.

Wintersonne

A bit of greenery in the sunlight

Me

me, almost incognito by being out of focus, with a bottle of hot tea.

Vogelfutter

someone had put a little granola on a stone railing and the birbs were happy to pick it up.

Efeu 2

growth and decay

Bicycle in the park

back with the bike

Warum ich Polly und Bob nicht in meinem Kiez haben will.

Huch!
..und Tschüs

Polly und Bob ist ein… “social Start-up”, ein “Non-Profit-Unternehmen”, eine “Plattform”, die… blablabla – setze hier irgendeinen hippen Werbespruch aus Werbesprech ein. De Facto ist es ein Unternehmen, welches eine Art “Nachbarschafts-Facebook” betreibt, und die Dienstleistung anbietet, über eine spezielle Online-Plattform Nachbarschafts-Aktivitäten zu koordinieren.

Der Gründer des Unternehmens war vorher “für einem Schweizer Konzern tätig” (eigene Angabe) und hat sich jetzt wohl auf die Fahne geschrieben, Friedrichshainer Kiezkultur zu seinem Marktsegment zu erklären.

Zuerst habe ich von Polly und Bob gehört, weil er “Berliner Hinterhofflohmärkte” veranstaltet hat. Das heisst, er hat dafür geworben, Friedrichshainer_innen haben die Flohmärkte gemacht und mit Leben gefüllt, und er hat überall sein Logo draufgehabt und sich bekannt gemacht.  Ich fand es zwar etwas komisch, dass eine simple Nachbarschaftsinitiative so ein “corporate Design” hat, so ein professionelles Logo, aber habe es nicht weiter hinterfragt, hab die Flohmärkte besucht und fand es ja ganz nett.

Als ich später zufällig bei einem Projekt im Kiez mitengagiert war, wo Polly und Bob zunächst auch involviert werden sollte, habe ich dann erst mitgekriegt, wie das läuft: Leute aus Friedrichshain engagieren sich, machen was los im Kiez, kümmern sich, machen all die Arbeit und tragen all das Risiko – und P&B schreibt es sich auf die Fahne, auf die Seite, klebt sein Logo drauf und eignet sich das alles an.

Polly und Bob schreibt auf deren Webseite, was sie alles für Friedrichshain tun: Zum Beispiel, dass es einen von P&B initiierten Gemeinschaftsgarten in Friedrichshain geben soll. Halloooo… es gibt schon mehrere Gemeinschaftsgärten! Davon steht natürlich kein Wort auf der P&B Seite. Es wird so getan, als käme der tolle Herr mit seinem Social Startup und baut hier mal was auf für die armen Friedrichshainer_innen, weil die ja nix haben, wa.

Eine Give-Box wollen sie machen. Hallooooo – es gibt schon welche! Das nennt man in Hausbesetzer_innenkreisen “Free Box”. Allein bei mir im Haus gibts zwei davon. Fast jedes Ex-besetzte Haus hat eine. Es gibt den Schenkladen in der Jessi. Übrigens alles Projekte, die von Gentrifzierung und Repression bedroht werden und die wir in den letzten 20 Jahren nur mit harten Kämpfen durch die Räumungswellen gerettet haben. That’s not something to be ignored, okay?

Ich will hier gar nicht gross noch was schreiben. Mich ärgert das, dass jetzt ein “Nachbarschaftsportal” (deutschlandweit) von Polly und Bob angeboten wird, wo “die ersten” Anmelder_innen “Premium-Mitgliedschaften” kostenlos bekommen, dass anscheinend der ganze Ringelpiez mit Anfassen, das ganze Nachbarschaftstreiben in den letzten Jahren nur ein Marketing-Gag für die “erfolgreiche Online-Plattform” gewesen sein soll – dass in einer Stadt, in der Bewohner_innen durch Gentrifizierungsprozesse verjagt werden, in einem Kiez, wo das extrem der Fall ist, – dass da das bischen Kiezkultur, was noch bleibt, jetzt zum Kapital von “Social Startup Unternehmen” werden soll. Nein danke!

Ich scheiss auf Polly und Bob!

Untitled photo

PS: Und dieses penetrante generische Maskulinum auf deren Plattform und Seite stinkt mir auch gewaltig. Seit fucking Jahrzehnten werden zumindest Frauen* in linken und alternativen Stadtteilprojekten mitgenannt, erst seit weniger Zeit auch Trans* – was will ich denn mit nem Stadtteilvernetzungsprojekt, äh, entschuldigung – sozialen Dienstleistungsunternehmen, das sprachlich ausser Tüpen nichts kennt?