ZW challenge, Tag 4: Reste-Essen kochen.

Ein leerer Teller und ein Eßlöffel, im Teller sind noch Spuren von Kürbissuppe vorhanden.

Ich wieder. Also, da konnte ich nicht mithalten, denn ich hatte gar keine Reste, dachte ich. Dann fand ich doch noch welche: Ein Flasche Gemüsefond, den ich übrig behielt, als ich Salat aus gekochten Möhren + Sellerie gemacht hatte. Kochend heiß in eine leere Glasflasche gefüllt und nach dem Abkühlen in den Kühlschrank gepackt. Die Brühe war 5 Tage alt und noch gut verwendbar.

Ausserdem hatte ich Kartoffelbrei von gestern übrig. Der sollte auch irgendwie in das Essen integriert werden.

Ich habe Kürbissuppe gekocht und dazu den Kürbis in der Brühe gegart, und den Kartoffelbrei wollte ich dazu als “Herzogin-Kartoffeln” machen. Aber nicht die fancy Spritzbeutel-Backofen-Variante, sondern die profane Version, wo einfach kleine Laibchen geformt werden und in der Pfanne gebraten. Das klappte auch halbwegs.

Was es leider nicht ins Reste-Essen geschafft hat, ist ein Glas mit Kokosmus/die abgesiebten Reste vom Kokosmilch selbst machen. Das Mus stand auch schon ein paar Tage im Kühlschrank, und es roch eigentlich ganz gut, aber schmeckte leicht angesäuert, als ich es probiert habe. Das habe ich dann also sicherheitshalber entsorgt.

Essen wegschmeißen fällt ins Gewicht

Das Kokosmus war das erste Essen seit langem, das ich wegwerfen musste. Ich plage jetzt niemanden mit informativen Links, denn ich mag irgendwie den erhobenen Zeigefinger von Anti-Essen-Wegwerf-Seiten nicht so.

Aber seit einer Weile bin ich ganz gut darin, im Überblick zu haben, was noch da ist, und was verbraucht werden sollte. Ich bin auch gerade ganz gut darin, öfter was frisch zu kochen. Das bringt mir total viel, und ist einer der besten Nebeneffekte vom Müllreduzieren.

No-Buy-Year + No-Waste kombiniert

Was mir echt schon letztes Jahr auffiel, war, dass ich durch die Notwendigkeit, besser zu planen und bewusster Essen einzukaufen viel weniger “sonstige Kauflust” habe. Es ist, als geht die Konsum-Energie schon ins plastikfreiere Leben drauf und ich habe gar kein weitergehendes Interesse mehr, irgendwas anderes auch noch herbeizuschaffen.

Und was das Essen angeht, habe ich das auch schon letztes Jahr gemerkt: Die Dinge, die man unverpackt bekommt, sind meistens qualitativ so viel besser als das in Plastik verpackte Essen. Dadurch fühle ich mich oft, als lebe ich im Luxus und mir fehlt gar nichts. Es ist eine sehr genußvolle Sache!

Das einzige, was ich gerade merke, ist, dass ich leere Gläser horte und sammle. Es ist so befriedigend, das Etikett abzumachen und ein glänzendes, sauberes leeres Glas in der Hand zu halten. Ich will im Sommer mal versuchen, Tomaten und Marmelade einzukochen, deshalb ist es nur vernünftig und gut, eine Gläser- und Passata-Flaschen-Sammlung anzulegen. Und ein klein wenig Sammel- und Konsumleidenschaft wird damit nebenher auch noch befriedigt.

Was sehr, sehr praktisch ist. Ich empfehle es!

Ich verbrauche auch Dinge.

Und was ich auch bemerke, ähnlich wie TQ es in ihrem Blog beschrieben hat: Ich verbrauche Dinge. Ich hatte davor gerne mal bei Drogerieketten nach fancy Bodylotions, Hautpflegegedöns, und vor allem fruchtigen und spannend riechenden bunten Duschgelen gesucht. Und ich hatte eine Lippenbalsam-Obsession. Ich brauche mir für die nächsten Wochen und Monate keine Gedanken machen, was ich als Ersatz für Duschgel in der Plastikflasche und Lippenbalsam im Plastikspender verwenden muss.

Aber ich kaufe nichts mehr nach, und das macht sich bemerkbar, weil Dinge langsam aber sicher verbraucht werden. Yay.

Mein “ZW Kit” hat sich schon bewährt

Ich hatte mein gestern beschriebenes “Zero Waste Kit” dabei, das bei mir ja nur aus Stoffbeuteln, 1 Schraubglas und einer Plastikdose besteht. Auf dem Heimweg habe ich spontan losen Räuchertofu und Petersilie gekauft, die ich dann in eben jene Plastikdose und einen Stoffbeutel tun konnte. Hoorraay!

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Zero Waste ist hip und ich bins jetzt auch

Seit einem Monat mache ich wieder in Müllvermeidung. Und es klappt ganz gut. Ich glaube, ich hatte 2011 oder 2012 schon mal versucht, plastikfreier zu leben, aber damals habe ich irgendwann wieder aufgegeben, weil es einfach nicht ging. Oder genauer, es war zu beschwerlich. Inzwischen ist “Zero Waste” im Trend, es gibt Unverpackt-Läden, in unserer Stadt sogar zwei, und einige Geschäfte und Marktstände sind es gewohnt, wenn Leute ihre eigenen Behälter hinstellen. 

Eine Arbeitskollegin hat mich inspiriert, denn sie macht das schon länger. Es hatte mich in der letzten Zeit zunehmend genervt, wie schnell der Verpackungsmüll schon wieder voll war. Besonders Tetra Packs und Plastikverpackungen für Brotbelag waren inflationär vorhanden. Es kam mir vor, als würde ich täglich 10 Stück davon wegwerfen. 

Dem Tetrapack stehe ich sowieso skeptisch gegenüber, weil er aus so vielen verschiedenen Stoffen besteht. Verbundmaterialien. Klar, ist der hygienisch und praktisch, stapelbar etc – ABER er kann entgegen der Behauptungen des Herstellers, nicht recycelt werden. Was die “Recycling” nennen, ist eigentlich keines: Das Ganze wird eingeweicht, dann werden die Papierfasern rausgefischt und der Rest, die Plastik- und Alufolienschichten mit dem, was daran noch klebt, wird in der Zementindustrie verklappt, also in irgendwelche Bauzemente mit rein gemischt. 

Ich habe mal eine Doku gesehen über ein Recyclingwerk in Brasilien, das tatsächlich Getränkekartons recyclen kann, samt Rückgewinnung der Aluminium- und Plastikfolien. Ich schaffe es nicht, Informationen darüber im Netz zu finden, und ich kann nur hoffen, dass sich mein Gehirn noch richtig erinnert, dass es in Brasilien war. Aber es war richtig aufwändig und es wird hierzulande nicht gemacht.  Schon mein Biolehrer hat vor Verbundmaterialien gewarnt, weil die nachher schwer zu trennen sind. Coladosen z.B. sind nicht aus reinem Aluminium, da sind noch andere Metalle dabei, und das erschwert das Recycling sehr, obwohl Aluminium ein gern recycleter Rohstoff ist. 

Reines Plastik wäre dann vielleicht noch recyclebar, aber es gibt einfach viel zuviel davon. So gut wie alles ist darin eingepackt. Und seitdem Käse in diesen “wiederverschließbar” Packungen ist, sind die Packungen noch dickwandiger und noch mehr Plastik wird dafür verbraucht. Plastik ist zumeist aus Erdöl, also was ist der Sinn darin, aufs Autofahren zu verzichten, wenn man dann das ganze Öl als Plastik verbraucht? 

Meinen Partner habe ich sofort für die Idee gewonnen, und wir beschlossen zwei Sofortmaßnahmen: Wir kaufen Käse und Brotbelag nur noch lose mit eigenen Behältern ein, auch wenn’s schwer fällt. Und wir kaufen keine Getränkekartons mehr, die Milch gibt es ab jetzt in Pfandflaschen, regional  aus dem Bioladen. Damit haben wir einen Anfang gemacht und bei allem Anderen schauen wir mal. 

Was ich auch immer in Plastik gekauft hatte, waren Nudeln. Also habe ich mir vorgenommen, Nudeln mal öfter selbst zu machen. Es gibt zwar welche in Kartons oder im Unverpackt-Laden, aber selbstgemachte Nudeln sind doch super und schmecken genial! Bei Ebay Kleinanzeigen fand ich schnell und günstig eine gebrauchte Nudelmaschine. Als Bäckerin habe ich mit dem Teig machen auch gar kein Problem. Voilà! 

Tortellini mit Spinat und Ricotta Füllung
Das ist meine neue Nudelmaschine, und auf dem Küchentisch findet eine Tortellini Produktion statt! 

Es ging los. An einem Samstag im November, es war der 10. 11. um genau zu sein, zog ich los, um Zero Waste u.A. für Lasagne einzukaufen, und begab mich auf den Wochenmarkt am Boxhagener Platz. Schon der erste Käsestand, den ich ansteuerte, hatte den ganzen Käse lose und der Verkäufer füllte freundlich meine Dosen damit. Er gab mir auch den Tip, den Deckel nur lose drauf zu legen, denn Käse muss atmen. 

Im November Zero Waste Tomaten zu bekommen, ist nicht möglich, bzw. sind die Gewächshaustomaten wirklich teuer auf dem Markt gewesen. Gehackte gibt es nur in Dosen. Aber Weißblechdosen lassen sich wohl ganz gut recyclen. Ich habe trotzdem die teuren Gewächshaustomaten genommen. Und passierte in der Glasflasche. 

Für den Nudelteig habe ich Hartweizengrieß, Eier und Weizenmehl lose in unserer Kollektivbäckerei bekommen, das habe ich mir dann in eigene Schraubgläser bzw einen wiederverwendeten Eierkarton gefüllt. Nur Mozzarella habe ich keinen gekriegt, im Unverpacktladen dürfen sie keinen losen Käse verkaufen, und der lose, in Lake schwimmende Mozzarella auf dem Markt hätte mich 6 Euro für so ein Kügelchen gekostet, das kann ich mir beim besten Willen nicht leisten. Die Lasagne hat auch ohne geschmeckt. 

Seit diesem Tag haben wir unser Vorhaben mit den Müllfreien Milchprodukten umgesetzt, und auch sonst haben wir versucht, Plastik möglichst zu vermeiden. Wir haben viel mehr frisch gekocht, viel weniger “Zusatzkram” gekauft und obwohl alles ziemlich teuer ist, haben wir erst mal nicht mehr Geld ausgeben müssen als davor. Ich kann es mir nicht erklären, denn ich dachte, ich tätige doch eh kaum Impulskäufe. Aber ich hatte sie halt doch getätigt. Dadurch, dass plastikfrei einkaufen aufwändiger und bewusster ist, wird irgendwie die Konsumlust, die sonst in irgendwelchen Gimmicks ausgelebt worden wäre, besser befriedigt. 

Eigentlich krass, dass es so etwas wie Konsumlust gibt, und “retail therapy” ist nicht umsonst ein Begriff im englischsprachigen Raum (es heißt sowas wie Einkaufs-Therapie). Aber unsere Gesellschaft, in der sich Individuen über den Konsum definieren, ist da auch an mir nicht spurlos vorübergegangen. Im Prinzip ist auch das Zero Waste Leben ein sich selbst durch eine bestimmte Art von (Nicht-)Konsum definieren. Ich weiß nicht, ob sich da irgendwer von frei sprechen kann. Ich jedenfalls nicht. 

Mich hat überrascht, dass ich eigentlich kaum den Unverpackt-Laden nutzen musste. Das meiste ging irgendwie anders plastikfrei. Allerdings verbrauchen wir noch einiges an Vorräten, z.B. habe ich eine umfangreiche Duschgelsammlung, so dass die plastikfreie Körperpflege zunächst mal noch kein Thema für mich ist. Danach werde ich wohl auf irgendeine leckere Seife umsteigen. Waschmittel haben wir z.B. im ganz normalen Drogeriemarkt im Pappkarton bekommen. Andererseits mussten wir uns für bestimmte Dinge, wie z.B. Datteln, echt die Hacken ablaufen. Unser kleiner Bioladen drei Ecken weiter ist die einzige Quelle für lose Datteln. In den Supermärkten, auch in den Bio-Supermärkten, sind sie immer in Plastik verpackt gewesen. 

Und Selbermachen! Das hat mir die letzte Zeit richtig viel Spaß gemacht. Neben dem oben erwähnten Nudelteig gab es selbstgemachten Ricotta für die oben gezeigten Tortellini, Joghurt habe ich selbst gemacht (gibt es zwar im Pfandglas, aber selbstgemacht spart Geld und macht Spaß), und weil es Süßigkeiten fast nur verpackt gibt, haben wir Kekse, Energiebällchen, Kuchen und Apple Crumble gemacht. Vegan habe ich auch rumexperimentiert: Kokosmilch und Mandelmilch haben ganz gut geklappt. Die Kokosmilch hatte ich allerdings aus einer frischen Kokosnuß gemacht, und die sind nicht immer verfügbar. Ich muss mal die Variante aus Kokosmus ausprobieren.. 

Nach einem Monat kann ich schon eine grosse Veränderung feststellen: Wo wir sonst den Plastikmüll (“gelber Sack”) jede Woche mindestens einmal runter tragen mussten, ist er jetzt nach einem Monat immer noch nicht voll. Und wir brauchen ja noch Plastikverpacktes auf! Auch der Restmüllpegelstand ändert sich nicht sehr. Beim Restmüll muss ich mal zusehen, dass wir ihn trotzdem einmal im Monat runtertragen, sonst fängt der an, im Eimer zu verrotten, und weil wir keine Kompostieranlage haben, stinkt das dann. Dafür ist der Kompost ziemlich oft voll (wir haben zum Glück eine Biotonne, und die Stadt kompostiert den Biomüll auch). Und beim Papiermüll haben wir auch noch relativ viel. 

Aber das ist okay! Denn der Anfang ist gemacht und das läuft sehr gut für uns! Aus der örtlichen Bücherei habe ich mir auch ein paar entsprechende Bücher geliehen, das eine war relativ kurz, und hatte ganz gute Tips. “Noch besser leben ohne Plastik”. Das Andere habe ich gerade erst angefangen, ich halte euch, wenn ich Zeit habe, auf dem Laufenden.. 

Neues Lieblingsessen: Pasta e Patate

Fast ein Jahr gibt es in Berlin das Ragù – ein kleines Cafe und Restaurant mit neapolitanischer Küche. Dort habe ich “Pasta e Patate” kennen gelernt, ein eigentlich ganz einfaches Gericht aus Pasta und Kartoffeln.
Ich habe das gestern zuhause gekocht, und habe eine Anleitung vom Italien-Blog benutzt.

Pasta e patate

Von dieser Zwiebel waren innen liegende Schichten vergammelt. Das hat das Schneiden und auseinandersortieren erschwert.

Pasta e patate

Ich habe beim Kochen getwittert und war auch noch im google+ Hangout. Es war, wenn man das mit einem alten Macbook überhaupt so sagen kann, sehr futuristisch. Noch eine Person und ich haben unsere Kochfotos (schnell mit dem Telefon geknipst) getwittert und mit #twitterkochalong getaggt.

Pasta e patate

Zwiebeln, Knoblauch und Kartoffeln in Olivenöl.

Pasta e patate

Da kommt dann Brühe, Tomate und die Pasta rein, gemischte Nudeln (was halt am Ende noch im Päckchen übrig bleibt) und wird unter gelegentlichem Rühren so gegart, dass am Ende die Brühe reduziert ist und quasi eine cremige Soße entsteht. Käse kommt nämlich auch noch in den Topf, der schmilzt dann schön. Aber das haben die vom Italien-Blog schon ausführlich beschrieben.

Pasta e patate

So sieht es dann aus, wenn es gleich fertig ist.

Pasta e patate

Und hier ist das Ergebnis. Es war sehr lecker. Ich habe als Käse für die Soße “irgendein Goudazeug” genommen. :)

Twitter-Rezept

Reis mit Linsen nach einer Twitter-Anregung von @evilmel

1. Reis kochen (mit Salz)
2. Linsen kochen, gehackte getrocknete Tomaten 10 Minuten vor Schluß mit reinwerfen, damit die weich werden. Bei den Linsen erst Salz reintun, wenn sie weich sind.
3. Pfanne mit vieeeeeeeeeeeeel Ghee (Butterschmalz) füllen und darin 2 Zwiebeln in Ringen goldbraun braten, ausserdem 1 Lorbeerblatt, eine Zimtstange und Kardamomkapseln mit anbraten.
4. Reis und Linsen rein, alles mit 1-2 TL zucker bestreuen und dann anbraten.
5. Sriracha Chilisauce drüber nach Bedarf.

Leckööööööööööööör