Konmari Update, Juli 2019

Seit Januar mache ich ja einen Durchgang meiner Wohnung nach der Konmari Methode (so nennt Marie Kondo ihre Aufräum-Methode). Es ist aus zwei Gründen ein langer Prozess bei mir:

  1. Ich habe zu wenig Zeit um da so richtig reinzugehen, dieses Jahr stecke ich ganz schön viel in Arbeit und komme nur langsam voran damit, alle Dinge einer Kategorie auszubreiten und durchzugehen.
  2. Ich versuche gleichzeitig, wenig Müll zu erzeugen, und finde – entgegen Kondos expliziten Rates – neue Verwendungen und neue Orte für meine nicht mehr benötigten Dinge. Das Buch ist hier etwas zwiespältig: Einerseits rät sie davon ab, jedem Ding ein neues Zuhause zu suchen, weil es den Fortschritt des Prozesses zum Stillstand bringen könnte, andererseits schreibt sie sehr liebevoll von den Dingen und dass diese “weiterziehen” wollen. Und das spricht für mich nicht von der Müllverbrennungsanlage.

Das letzte Mal habe ich über das Aussortieren meiner Stoffe im März berichtet. Was als nächstes dran kam, war der Papierkram. Marie Kondo rät, nur das Nötige zu behalten, weil Papierkram nicht glücklich macht, insofern würde nur das bleiben, wo man von Staats wegen gezwungen ist, es aufzubewahren. Und das ist in Deutschland recht viel. In Japan scheint es da lockerer zuzugehen. Ich suchte im Internet nach Aufbewahrungspflicht von Dokumenten, und da wird geraten, sämtliche Lohnabrechnungen und Sozialversicherungsunterlagen für immer aufzuheben, wegen der Rente. Weil wenn denen was verloren geht, dann müsste man das selbst beweisen, wieviel man gearbeitet und verdient hat… ugh…

Das hat mich ganz schön abgeturnt. Und ich habe mich wochenlang vor dem Papierkram gedrückt. Die Aussicht, nicht vorgehen zu können, wie Kondo das rät, sondern doch viel viel mehr aufheben zu müssen, aufgrund der deutschen Rechtslage, hat nicht gerade Lust aufs aufräumen gemacht.

Irgendwann kaufte ich dann über ebay Kleinanzeigen einen gebrauchten Schredder und dann ging es doch los. Es wurde sehr interessant: Ich hatte unglaubliche Mengen von Mitschriften aus Uni-Zeiten, die ich nie wieder lesen würde, die aber einen Stehsammler neben dem anderen in meinem Bücherregal belegten. Obwohl ganz offen sichtbar, war mir das gar nicht so klar gewesen.

Handschriftliches habe ich geschreddert, und die Berge von Kopien in schlechter Qualität von unverständlich geschriebenen akademischen Texten habe ich so ins Altpapier getan. Meine Belege von Dingen, deren Garantie abgelaufen war, flogen raus, und auch uralte Kontoauszüge.

Insgesamt waren es doch wieder 15kg Papier, um die ich mich erleichtert hatte.

Nachdem der Papierkram erledigt war, kam der Prozess auch wieder ins Laufen. Ich glaube, danach bin ich an das Hobby-Papier gegangen: Also Zeichenblöcke, Dekopapier, Bastelpapier, und Kleinmaterial fürs Artjournaling.

Allerdings auch an meine schon gefüllten Zeichenblöcke. Da waren Mappen aus den 90er Jahren, mit zum Teil wirklich ganz schön miesen Zeichnungen und Malereien drin. Weil diese die Aura der Einzigartigkeit haben, habe ich nie etwas davon weggeworfen. Es sind eben nicht beliebig ersetzbare Konsumgegenstände. Und dennoch ist nicht alles behaltenswert. Einiges kann, weil es auf gutem Papier gezeichnet wurde, übermalt werden. Anderes war schlecht gezeichnet auf schlechtem Papier, ich habe es geschreddert, weil es so ins Altpapier tun war mir zu intim.

Von den bisher unbenutzten Blöcken und Papieren habe ich alles behalten. Letztes Jahr hatte ich eine grössere Menge gutes Aquarellpapier geschenkt bekommen, weil meine Mutter nicht mehr dazu kommt. Und von einer Strickfreundin einen ganzen Schwung Blöcke mit Aquarell- und Mixed Media Papier, weil sie das Hobby aufgegeben hat. Zwar habe ich derzeit ganz klar mehr Papier als ich benötige, aber ich fahre seit langem gut damit, guten Stash zu erst mal zu lagern.

Sollte wer in meiner Umgebung einen Zeichenblock benötigen, kann ich ihn immer noch weggeben, das ist besser, als jetzt krampfhaft wen zu suchen, der_die einen gebrauchen könnte, vielleicht irgendwann mal.

Ausserdem habe ich jetzt alle meine Blöcke, Skizzenbücher und Papiere an zwei Orten, wo sie sehr gut rein passen. Das macht mich sehr glücklich.

Das Phänomen des frei werdenden Platzes

Ich hatte vorher schon mein Zimmer aufgeräumt. Es war in sich – irgendwie – aufräumbar. Alles hatte einen Platz, und ich war auch schon die Jahre vor “Konmari” an Aufbewahrungslösungen interessiert, habe hier und da mal ein neues Regal angebracht, und alles immer verstaut bekommen.

So habe ich nicht bemerkt, wie sich meine Bude immer mehr füllt. Dass Dinge auf dem Boden in den Ecken zusammengestaucht waren, fiel mir nicht auf, denn es war ja in irgendeinem Winkel zusammengepfercht, und der Boden inmitten des Raums war frei.

Dass in den Regalen alles immer enger und enger zusammengedrückt war, fiel mir nicht auf, weil es so langsam vonstatten ging. Mit der Zeit hatte ich immer mehr begonnen, die ganze Höhe des Regalfachs auszunutzen, indem ich alles eng in Boxen stopfte und die dann in dem Regalfach stapelte.

Dadurch habe ich jetzt zwar tagelang Dinge aus meinem Zimmer geschafft, aber es dauerte Monate, bis wirklich Flächen und Fächer leer wurden. Die Dinge haben sich zunächst einfach etwas mehr ausgebreitet.

Das Phänomen des Dekorativen

Über viele Jahre hatte sich auch etwas anderes ereignet: Meine dekorativen, “magischen” Dinge sind von den funktionalen Dingen ebenfalls verdrängt worden. Ich habe in meinem Zimmer einen Altar, auf dem sich die heiligen und ansonsten nutzlosen magischen Dinge immer mehr drängelten, und was da nicht drauf passt, wurde in Boxen eingelagert und irgendwo in eine dunkle Ecke verbannt.

Nach den Papieren ging ich unter anderem auch an die “magischen und dekorativen Dinge”. Besondere Steine, die ich unterwegs gesammelt hatte, Treibholz, Halbedelsteine, Knochen, Keramikschälchen, Glöckchen, Glasperlen, Murmeln, alles mögliche. Davon flog auch eine ganze Menge raus, Erinnerungen an Zeiten und Orte, die mir inzwischen einfach nicht mehr wichtig waren. Ich konnte die Dinge nicht einfach in den Müll werfen, deshalb machte ich Spaziergänge und dekorierte meine Nachbarschaft mit schönen Steinen und Keramikschälchen.

Und seit ich mehr Platz habe, habe ich jetzt auch tatsächlich die Möglichkeit, meine übrige Deko auch als Deko hinzustellen, und sie nicht in Kisten wegzupacken, weil nirgends Platz ist, und sämtlicher Platz für Funktionales gebraucht wird.

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Das hier – ein kleines Schränkchen, auf dem jetzt ein Kessel mit meinen Spindeln und zwei Schalen mit Steinen und Muscheln stehen – war einmal eine Abstellfläche für meine Teekannen. Was auch irgendwie schön war, aber jetzt, wo meine Kannen erst mal einen anderen Platz haben, kann ich das Schränkchen auch mal für reine Deko verwenden. (Gut, die Spindeln sind keine Deko, sondern auch funktional, aber die Präsentation wirkt für mich sehr dekorativ.
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Kaufnix + Kondo Update

Ich mache ja dieses Jahr ein #noBuy – Jahr, zusammen mit ein paar anderen Leuten, die ich durch das Internet kenne. Manche bloggen auch dazu, und so habe ich gerade diesen Artikel von TQ über den Frühling, Mode und noBuy gelesen.

Jetzt regt mich das an, über mein Verhältnis zu Mode zu reden.

Ich bin ja ein Modemuffel und lebe nach dem Motto: Es gibt Frauenklamotten, Männerklamotten und Outdoorklamotten. Und Letztere sind meins! Dazu kamen noch ein paar Metalshirts die letzten Jahre, und selbstgestrickte Oberteile, Tadaaa! Es muss vor allem funktional sein.

Ich trage eigentlich auch oft die Sachen von anderen Leuten auf, und wenn ich mir mal etwas kaufe, dann ist es eine Cargo-Hose oder eine Outdoor-Hose oder etwas, das beides in sich vereint. Seit ich meine Kleidung “Konmarit” habe, bin ich noch viel zufriedener mit dem, was ich schon habe. Denn jetzt ist es schön sortiert und liegt nicht zwischen lauter Altkleidern im Schrank, die mir nicht mehr passen. Ich habe nur noch Lieblingsteile!

Zum Beispiel zwei Winter-Cargo-Hosen und zwei Sommer-Trekking Hosen. Wobei ich noch eine Fahrrad-City-Hose habe, die aber trotz sauteurer Outdoor-Marke nach 3 Monaten kaputt ging. Und ratet mal, wer den Kassenzettel verloren hatte? Hmpf! Ich hatte sie repariert, aber das eingesetzte Stück Stoff ging auch schnell kaputt. Vielleicht ist der Schnitt einfach Schrott. Einmal werde ich noch ein neues Stück Stoff einsetzen und sehen, was dann passiert.

Gerade ist ja flicken total hip. (Mal nach dem Hashtag #visiblemending auf Instagram suchen, z.B.) Hoffentlich motiviert mich das, endlich diese Hose zu reparieren.

Irgendwie würde ich diese Art, mich mit immer den gleichen Klamotten einzuhüllen, nicht als unstylish abtun. Ich mag den funktionalen Look von Outdoor- und Funktionsklamotten einfach. Ich mag bequeme Tshirts, Hosen mit vielen, vielen, VIELEN Taschen, karierte Hemden, kuschlige Strickjacken, Wollsocken und Schuhe, in denen ich bequem laufen kann, und ich mag, wie ich damit aussehe. Ich frage mich, ob es konservativ ist, wenn man seinen Stil nicht so sehr verändert. Aber ich glaube, für mich ist das, wie ich jetzt rumlaufe, schon eine Veränderung. Ich trage gerne mehr maskuline Sachen, eher so in Richtung Holzfäller als Richtung Büroheini, und früher habe ich viel mehr Hippie-kram gemocht und hatte auch einige lange Röcke aus gebatiktem, bestickten Baumwollstoff.

Ich denke ja, dass es sowas wie “Meta-Style” gibt. z.B. eine Person, die halt neue Fashion-Teile ausprobiert, und gerne modebewusst herumläuft, hätte für mich eben dies als “Meta-Style”. So wie mein “Meta-Style” in die Richtung funktional/outdoor/maskulin/unisex geht.

Für mich ist das gar nicht so experimentell, sondern ich sehe eher das gleichbleibende, nämlich, dass die Person gerne modische, schicke, stylische Sachen trägt. Ich kann aber auch die neueste Mode von der von vor ein paar Jahren nicht unterscheiden. Was ich schon bemerke, ist, wenn Schnitte und Stoffe nicht nur rein funktional sind, sondern dann schon ins künstlerische gehen. Das ist für mich eigentlich das bemerkenswerte an einem modebewussten Meta-Stil: Dass die Kleidung ein bewusst künstlerisches Design hat. Egal von wann das Design jetzt genau ist, oder ob man wirklich den “letzten Schrei” trägt. Klar, kann man jetzt wieder sagen: “Alles ist ja irgendwie Kunst”, aber das meine ich nicht.

Mein Konmari Prozess läuft gut

Stoffe

Ich habe inzwischen meinen Stoff-Stash mit der Konmari Methode entrümpelt, und es dauerte eine Woche, bis ich fertig war. Anders als der Garnstash habe ich mich die letzten 15 Jahre eigentlich nie um das Durchsehen der Stoffe gekümmert, und immer nur mal hier und mal da ein schönes Stöffchen gekauft. Das wirkt sich aus. Ich habe eine große Ikea-Tasche mit wirklich unbrauchbaren Sachen aussortiert, und eine kleine Tüte mit neuwertigen Stoffen, die ich halt niemals mehr verwenden werde.

Letztere werde ich demnächst mal versuchen, über ebay Kleinanzeigen loszuwerden. Der Rest geht zum Recyclinghof, schätze ich, denn die meisten Kleidungs-Sammelbehälter nehmen nur noch Kleidung an, die noch verkauft werden könnte. Ich habe die alten (aber sauberen) Lumpen immer trotzdem reingeworfen, weil ich gelesen habe, die müssen das dann recyceln. Aber wenn der Recyclinghof das auch offiziell annimmt, gehe ich doch lieber da hin.

Bücher und Papierkram

Außerdem habe ich meine Bücher durchgesehen, und einen Großteil meines Papierkrams. Ich habe 22kg Bücher gespendet und ich glaube, auch nochmal 20kg Papiere in den Altpapiercontainer gebracht. Unglaublich, wieviel Platz in den Regalen frei geworden ist! Ich hatte sogar drei Bücher doppelt. Und ich hatte es nicht gewusst. Ich dachte immer, diese Stories stehen in den Anekdoten von Aufräum-Coaches, aber mir passiert das doch niemals. Tja!

Und das, obwohl ich noch im Dezember Bücher aussortiert hatte, und wir da schon eine große Tasche ins Antiquariatscafe gespendet hatten. Das hat mich von der Marie-Kondo-Methode wirklich überzeugt. So, wie ich aussortieren und aufräumen vorher angepackt hatte, war es einfach zu ineffektiv.

Als nächstes muss ich nochmal zum Papierkram gehen, da bin ich noch nicht fertig gewesen. Also zu Belegen, Dokumenten, und dem ganzen Bürokratie-Mist. Da kann ich mal die Dinge, die endgültig verjährt sind, wegwerfen. Dazu gehört auch, sich zu erkundigen, welche Papiere wie lang aufbewahrt werden müssen und ob überhaupt.

Ich will gerade echt nichts kaufen, aber meine Handcreme ist alle!

Ob es am Konmari-Prozess liegt, weiß ich nicht. Aber im Moment habe ich wirklich null Lust, mir irgendwelche Dinge anzuschaffen. Wobei ich jetzt doch eine Verwendung für meinen Outdoorladen-Gutschein gefunden habe: Ich habe meine Handcreme aufgebraucht, und ich HASSE es, dass ich gerade keine mehr habe. Aufgrund meiner Plastikmüllvermeidung kaufe ich gerade keine Creme nach, sondern versuche Alternativen.

Gerade brauche ich eine Massage-Bar von Lush auf, die ich vor Ewigkeiten gekauft hatte und deren Duft komplett verflogen ist. Sie ist zu fettig und zieht eigentlich nicht ein, so dass meine Hände sich anfühlen, als würde die Haut unter einem Fettfilm weiter nach Feuchtigkeit schreien.

Von mehreren Leuten habe ich inzwischen die Lotion-Bar “Climb on” empfohlen bekommen, das ist eine feste Handlotion, die für angegriffene Kletter-Hände sehr wohltuend sein soll. Und beanspruchte Hände, die auch noch ständig mit Magnesia bepudert werden, sind ja schon die Königsklasse.

Die Lotionbar kommt in einem Metalldöschen, und wenn das leer ist, kann ich mir ja auch selbst gemachte feste Lotion da rein tun. Daher klingt das schon sehr nach Zero Waste! Weil mein Outdoorladen das führt, kann ich dafür ja meinen Gutschein verbraten, yes!

Eine kleine Schublade voller regenbogenbunter Batikstoffe, nachdem ich sie sortiert und neu geordnet hatte.

Erste Kaufnix Härten überwunden

Im 2. Monat meines Kaufnix-Jahres (die Regeln habe ich mir selbst ausgedacht und sie beziehen sich auf 4 Bereiche, es heisst nicht, dass ich 2019 gar nichts kaufen soll) gab es erste Härten.

Ich bekam von meinem benachbarten Outdoorladen einen Brief, in dem mir mein Bonus für 2018 mitgeteilt wurde. Man bekommt alles zusammengezählt, was man 2018 dort gekauft hat, und dann bekommt man Prozente, die man dann als einen Gutschein zugeschickt bekommt. Immerhin waren es stolze 24 Euro, die ich bekommen habe! Yay! (Ich glaube, der größte Posten 2018 waren zwei edle, große Ortlieb-Fahrradpacktaschen, und dann kam noch Kleinkram zusammen.)

Sofort hatte ich Lust, den Gutschein auf den Kopf zu hauen, denn obwohl ich 2019 kein Outdoor-Equipment kaufen darf, darf ich ja welches geschenkt annehmen, wa? Aber die Stimme meiner Vernunft sagte, es wäre unklug, den Gutschein jetzt zu verbraten, für irgendwas, wenn man ihn später vielleicht brauchen kann, um ihn für etwas Notwendiges zu benutzen. Vielleicht geht ja etwas kaputt und muss ersetzt werden. Also verkniff ich mir das sofortige Konsumieren, obwohl die eine flüssigkeitsdichte Edelstahl-Essens-Dose haben, die genau diese Summe kostet, und die ich sehr hübsch finde. HNARGS. Jedoch, nach inzwischen 4 Tagen nicht-shoppen kann ich eigentlich damit leben. Die Box wartet auch noch in 1 Monat auf mich, falls ich es gar nicht mehr aushalten könnte.

Das Andere war heute, als ich meinen Zahnärztin-Termin hinter mir hatte. Nichts schlimmes, nur eine Kassenkrone einsetzen lassen. Das Metall (es ist irgendwas mit Edelstahl) sieht echt schick aus, finde ich, und es hat keinen elektrischen Leit-Effekt wie früher das Amalgam. Kann man also echt mal machen, und ich muss *nix* dazu bezahlen! Ja, ich also aus der Praxis raus, und ich hatte Kauflust. Denn früher, als ich Zahnarzt-Angst hatte, habe ich mich nach Terminen immer mit ner Kleinigkeit belohnt, die ich mir dann gekauft habe. Das habe ich dann aber als nette Gewohnheit beibehalten. Also ging ich raus und dachte so: Hm, da ist so’n Lush Schuppen in der Nähe, ich könnte mir ja so ne unverpackten Hauptpflege-Sachen kaufen. Obwohl ich noch genug da habe, die ich aufbrauchen will! Ich bin auch da hart geblieben und es ging vorbei.

DIY Update: Ich habe Kimchi angesetzt!

kimchi making: ein glas mit geschnittenem chinakohl, rettich und gewürzen in brühe steht auf einer küchenanrichte und fermentiert vor sich hin
Hier steht mein Glas Kimchi-Ansatz, ich hoffe, es geht nicht kaputt, denn ein paar leichtere Gemüseteile steigen immer an die Oberfläche der Lake und da sollen sie eigentlich nicht sein…

Das ist eines der Rezepte, die ich verwendet habe. “Simple Kimchi” beim Zero Waste Chef. Obwohl ich echt müde war gestern nach der Arbeit, habe ich mich zusammengerissen, denn der Kohl drohte zu verwelken, und ich wollte nichts wegwerfen, nachdem ich es extra dafür erst gekauft hatte.

Ich habe die speziellen Chili-Würzflocken nicht gehabt, deshalb ist mein Kimchi gar nicht wirlich rötlich, denn ich habe gestossene Chilis pur verwendet, und davon darf natürlich nicht so viel rein!

Konmari geht weiter

Ein Glas Tee mit einem Herz aus Fahrradkette und daneben Das Buch Magic Cleaning von Marie Kondo.
Ein Glas Tee mit einem Herz aus Fahrradkette aufgedruckt, und das Buch “Magic Cleaning” von Marie Kondo.

Eine Hörerin meines Strickpodcasts, Dorit, hat mir – so nett! – das Buch von Marie Kondo geschickt, das sie nicht mehr braucht. Ich lese es gerade und bin noch beim Vorgeplänkel, bzw. der Theorie, aber schon die ist sehr interessant. Hier erklärt sie, warum sie nach Kategorien aufräumt und nicht nach Räumen, oder auch, warum Wegwerfen alleine nichts nützt. Sich aufs Aussortieren zu konzentrieren, und Dinge wegwerfen hat bei ihr gar nichts gebracht, und das liegt daran, dass man den Fokus nicht darauf legt, was man eigentlich gut findet und behalten möchte.

Ich kann das nur bestätigen. Ich habe auch mal bei einer minimalistischen “Ausmist-Challenge” mitgemacht, und ich miste durchaus gerne aus. ABER ich ging neulich durch meinen Raum und suchte nach Dingen, die ich nicht mehr brauchen würde, und ich fand nur sehr wenig, irgendwie fünf kleine Teile, irgendwelcher Tand, super nutzlos, aber durch ihr Verschwinden war gar nichts gewonnen. Wirklich alles raus räumen und durchsehen, was ich bei mir behalten will, DAS hat einiges gebracht und dabei ist (ich habe mit Wäsche und Hosen angefangen) jetzt schon so viel Platz frei geworden.

Der Verstand sagt, eigentlich müsste ich ja auch anders zum Ziel kommen – aber die Praxis zeigt, dass es nicht so ist. Oberflächlich über einen Raum drüber scannen, um zu sehen, was weg soll: Bringt wenig und z.B. die Stauräume in den hinteren Schubladen oder unterm Bett kümmert’s wenig.

Bye Bye Schals

Ich habe beim Aufräumen im Schrank beschlossen, dass all meine Baumwoll- und Seidenschals, allesamt Geschenke, mich verlassen werden. Klar sind die schön. Deswegen haben nette Leute sie mir über die Jahre vielleicht auch geschenkt. Aber ich kann sie nicht gebrauchen und trage sie nie. Zwei Seidenschals habe ich an eine Kollegin weitergereicht, und jetzt habe ich noch drei, die ich versuche, über Ebay Kleinanzeigen zu verschenken.

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ein Rosa gestreifter Webschal liegt auf einem grünen Polster.

Aber grade geht es mit den Schals eher nach dem Motto “Ilse Bilse, keiner will se”. vielleicht taugen sie noch als Futterstoff für irgendwelche DIY Taschennähprojekte.

Das war die Woche..

Die “Zero Waste Challenge” des Januar ist vorbei, und ich dachte, ich rekapituliere mal, was ich sinnvoll fand und was nicht, was ich beibehalten habe und was ich noch machen möchte. Ich bin immer noch unzufrieden mit “Zero Waste” als Begriff, “Low Waste” fände ich besser, bzw. “Müllvermeidung”, denn komplett ohne Müll zu leben ist für mich nicht machbar, und auch gedanklich möchte ich den Druck nicht haben.

Was geklappt hat und bleibt von der Müllvermeidungschallenge

  1. Das Low Waste Kit. Ich habe es auf meine Bedürfnisse umgebaut, denn ich kaufe wenig Essen spontan unterwegs, und trinke auch nie Kaffee zum Mitnehmen. Ich erledige aber ganz oft noch schnell Einkäufe auf dem Heimweg von der Arbeit. Ich habe ein sauberes Schraubglas und mehrere Stoffbeutel in meiner Fahrradtasche dabei. Das ist nicht zu schwer und zur Gewohnheit geworden. Jetzt kann ich eben mal unverpackt Zeug einkaufen, das ist super!
  2. Fermentieren – das erste Sauerkraut, das ich angesetzt habe, ist sehr lecker geworden. Gerade geht es zur Neige, deshalb wäre es jetzt an der Zeit, das nächste Gemüse zu fermentieren. Ich würde ja gerne Kimchi machen, aber ich hatte viel zu tun und sehr viel gearbeitet, und komme gerade nicht dazu.
  3. Auf dem Markt einkaufen – es ist traurig, aber im Discounter bekomme ich ganz viele Sachen nicht plastikfrei, und auch bei den bisher von mir gern frequentierten Drogeriemärkten bekomme ich nur mit Sonnenblumen und Ökoversprechen bedrucktes Plastik. Ich kaufe jetzt fast nur noch Bio, weil es Gemüse am unverpacktesten in Bioläden und auf dem Markt gibt, (wo kein Mischverkauf mit konventionellem Gemüse stattfindet). Heute ist Samstag, und ich gehe gleich dort hin!
  4. Kauf nix neu – Ich mache ja ein “Kaufnix-Jahr”, und obwohl ich letzte Woche davon abgewichen bin, um mir ein Funktions-T-shirt aus Merinowolle zu kaufen, klappt es im Großen und Ganzen sehr gut. Im Zusammenhang mit dem aktuellen Marie Kondo-Hype konzentriere ich mich auf die Sachen, die ich schon habe, anstatt zu shoppen.

Was ich gerne machen würde, aber was nicht so gut klappt

  1. Essensplanung. Ich habe die vergangene Woche durchgearbeitet und viel zu tun gehabt, und davor auch, Wochenende gabs nicht wirklich eins, und die Essensplanung ist irgendwie unter den Tisch gefallen. Und davor hatte ich zugegeben auch nur eine einzige Woche, wo das Essensplanen wirklich geklappt hat. Ich habe für jeden Tag überlegt, was ich/wir kochen, und dann hatten wir nicht immer die Zeit, und der einwöchige Plan lief dann über eineinhalb Wochen, und dann habe ich irgendwie keinen neuen “mittendrin” gemacht. Vielleicht kann ich daraus lernen, dass ich lockerere Essenspläne machen muss, wo seltener gekocht wird.
  2. Putzmittel selbst machen: Ich habe zwar einen Zitronenreiniger angesetzt, aber ich habe keine Sprühflasche dafür frei. Und extra eine zu kaufen erscheint mir nicht sinnvoll. Ich habe noch eine Sprühflasche für Glasreiniger, vielleicht sollte ich diesen mal umschütten und ihn in einer einfachen Schraubdeckelflasche lagern, um meinen selbstgemachten Reiniger in die Sprühflasche zu tun. Ich schätze, ich könnte ihn auch in eine Flasche mit einem anderen Verschluss füllen, ich hebe sogar manchmal diese Spülmittel-Schraubdeckel auf, weil ich sie sehr praktisch finde.

Marie Kondo Style Ausmisten

In meiner Strickcommunity habe ich eine Nachricht bekommen, dass eine nette Podcast-Hörerin das erste Marie-Kondo-Buch ausmistet, und ich bekomme es – Juhu! Aufgrund von Zeitmangel bin ich noch nicht viel weitergekommen, ich räume immer noch meine Klamotten auf. Als nächstes wollte ich durch die Sportsachen gehen (Sporthosen, Schwimmanzüge, Fahrradhosen) und dafür eine Box basteln, die die dann alles, was bleibt, reingefaltet werden kann.

Eine Herausforderung, die sich mir stellt, ist: Wie kann ich Dinge verantwortungsvoll weggeben oder entsorgen? Das Altkleidersystem zum Beispiel finde ich ziemlich mies, entweder die Klamotten zerstören die Wirtschaft in weniger wohlhabenden Ländern, oder sie werden gar nicht erst angenommen. Ich habe mal gelesen, dass Altkleider, die nicht mehr zum Verkauf geeignet sind, von den Kleidungs-Sammelstellen zum Recycling gegeben werden müssen. Aber die Sammlungsunternehmen sagen, das würde soviel Geld kosten, diese Dinge von Hand zu sortieren, und man soll die nicht mehr tragbaren Sachen in den Hausmüll werfen. Wo sie in die Müllverbrennung gehen.

Ich möchte aber nicht, dass die Sachen in die Müllverbrennung gehen, und ich würde ja meine Sachen von Hand vorsortieren, aber wo zum Donnerdrummel soll ich die nicht mehr tragbaren Textilien hin tun, damit sie nicht verbrannt werden, sondern zu Putzlumpen recycelt?

Die guten Sachen kann ich zum Verschenkladen oder in eine Kleiderkammer bringen, die nicht z.B. die textile Wirtschaft in Mali zerstört. Aber wohin mit dem, was nur noch zum Schreddern taugt?

Ein paar andere Dinge habe ich über Ebay Kleinanzeigen verschenkt, ein paar Bücher habe ich in ein gemeinnütziges Second-Hand-Buchladencafe gebracht, und all das sollte ich mal auch weiter machen, aber es ist halt ein Projekt, das Zeit kostet und “mal eben alles wegschmeissen” ist viel einfacher und schneller. Aber eben unökologisch.

Jetzt gerade habe ich auch meine Pflanzen gepflegt und viele Stecklinge geerntet, so dass ich auch mal wieder eine Grünlilie und eine grünweiße Tradeskantie zu verschenken habe.

Nun ja, mühsam nährt sich das Eichhörnchen!

Müllvermeidungschallenge, Tag 28: Putzmittel

Zugegeben geht es erst mal um Upcycling.

Heute ist der Job, Alternativen zu herkömmlichem Putzmittel zu finden.

Damit habe ich mich aus Zeitmangel gar nicht befasst, ich hatte nämlich frei und habe mich auf Projekte gestürzt, die ich angefangen habe: Aus den aussortierten Bettbezügen will ich Taschen nähen, und ich hatte schon verschiedene Streifen aus drei verschiedenen Bezügen geschnitten, sie zu gestreiften Patchworkteilen zusammengenäht und gebügelt, und heute wollte ich mit 1-2 Taschen fertig werden. (Hat nicht geklappt, aber ich bin weiter als vorher)

Dann habe ich meinen Tshirt- und Langarmshirt-Vorrat “Konmarit” (also aussortiert und alles schön gefaltet) und nun brauchte ich Boxen für die Teile, die in mein Schrankfach rein passen. Ich habe mir aus einem alten Karton dann zwei maßangefertigte Boxen gebastelt.

Und ENDLICH habe ich die ultimative Boxenbau-Methode gefunden: Ich benutze eine Heißklebepistole! Vorher hatte ich Kreppband zum vorfixieren und Leim verwendet, aber bis das trocken war, war die Wartezeit lang.

Klebstoff aus der Klebepistole ist zwar eigentlich auch Plastik, aber hier baue ich mir ja selber Zeug aus Altpappe, das ich möglichst länger verwenden will, also keine Einwegplaste. Und nur die will ich ja nicht mehr haben. Gebrauchsgegenstände dürfen wegen mir schon Plastik enthalten.

Nach dem Bau habe ich die Boxen noch mit weißer Grundierung grundiert, denn am Ende sollen sie mit Serviettentechnik beklebt werden, und das sieht auf weiß besser aus als auf Karton, wo noch irgendwelches Gekritzel drauf ist und der Versandaufkleber.

Gerade bin ich noch dabei, die Aussenschicht mit Decoupage zu machen, aber das werde ich abbrechen müssen, denn morgen ist wieder ein Arbeitstag und ich muss ins Bett. So kann es wenigstens teilweise trocknen.

Tja, trotz Begeisterung für Marie Kondo sieht es hier gerade aus, als hätte eine Bombe der Kreativität eingeschlagen, und alles in einen halbverwüsteten Zustand gebracht. Wahrscheinlich komme ich erst Donnerstag dazu, weiterzumachen. Meh. Und ein paar Fotos von den Boxen, die ich gemacht habe, werde ich auch erst später hochladen..

Was ist denn nun mit den Putzmitteln?

Ich habe mich vor einigen Jahren schon mal mit “Ökologischerem Putzen” beschäftigt, und aus jener Zeit habe ich noch meinen “Putzkasten”, in dem Dinge wie Zitronensäure, Natron, Waschsoda, Spiritus, Lavendelöl und Essig-Essenz sind.

Ausserdem habe ich Anfang Januar einen Zitronenreiniger mit ausgepressten Zitronenschalen und Essig angesetzt, so wie das bei Smarticular beschrieben wird. Der ist jetzt wahrscheinlich auch durchgezogen, und ich könnte ihn mal absieben und verwenden.

Im Prinzip brauche ich Putzmittel nicht so oft, ich verwende Spülmittel zum Geschirrspülen und dann hat mein Partner einen Glasreiniger und einen Essigreiniger gekauft. Statt dem Glasreiniger könnte ich mit Essig und Spiritus arbeiten, und statt dem Essigreiniger könnte ich das selbstangesetzte Zeug nehmen.

Wenn ich mal etwas abwische – Tisch, Flächen – benutze ich meistens nur Wasser und einen Lappen, wenn ich den Boden wische, Wasser und ein paar Tropfen ätherisches Öl.

Das Spüli habe ich übrigens im Unverpacktladen gekauft (ich glaube, ich habe berichtet) und meine kleine gläserne Pumpspenderflasche (vielleicht 0.4 Liter) zu füllen, hat einen Euro gekostet.

Ich werde mal sehen, wie das laufen wird!

Müllvermeidungs-Challenge Tag 17: Shampoo

Ich habe das Thema Duschen und Haarewaschen bisher vermieden, denn ich habe eine umfangreiche Sammlung an quietschbunten, verschieden duftenden Duschgelen. Alles in Plastikflaschen. Bis das alles mal alle ist, dauert es noch etwas.

Aber wenn es so weit ist, werde ich meine Haare wahrscheinlich mit irgendeiner Haarseife waschen. Ich glaube, ich werde auch weiterhin meine Haare kurz halten, dann brauche ich auch wenig zum Pflegen.

Doch halt! Ich habe mir ja 2018 ein Kilo Lavaerde (im Karton) angeschafft, um auf Fahrradtouren die Sonnencreme abzubekommen, wenn man keine sanitären Einrichtungen hat und auch die Umwelt nicht mit Tensiden belasten will. Vielleicht nehme ich einfach die.

Ich hab meinen/unseren Wäscheschrank gekonmarit

Ich und mein Partner haben neulich drüber geredet, wie wir gar keinen Überblick mehr haben, was von unseren Bergen an Bettwäsche “noch gut” ist, und was weg kann.

Also habe ich heute den Wäscheschrank ganz klassisch komplett ausgeräumt, alles in die Hand genommen, und das, was ich behalten will, schön gefaltet und geordnet in den Schrank zurückgepackt. Es ist viel neuer Stauraum frei geworden, würde ich sagen.

Die Rosenblätter haben im Blog von Vielen einen spannenden Post über Ausmisten und Minimalismus geschrieben.

Ich habe mir in letzter Zeit oft Gedanken gemacht, ob man zum Ausmisten können Geld haben muss. Um sich das, was man rauswirft, dann wieder neu anschaffen zu können, wenn man es doch wieder braucht.

Ich habe nicht viel Geld.( ich habe lieber mehr Zeit, aber auch damit ist es nicht so weit her, denn im Handwerk wird man nicht grad reich). Daher kann ich seit vielen Jahren davon reden, dass ich durchaus ausmisten kann, obwohl ich wenig Geld habe. Zum Beispiel die Bettwäsche jetzt: Vieles, was wir haben, haben wir von anderen geschenkt bekommen, die ihrerseits ausgemistet haben. Einiges haben wir dazu gekauft, z.B. Spannbettlaken.

Davon sind einige einfach verschlissen gewesen, auch Bettbezüge waren zum Teil super oll, so, dass ich davon eigentlich nicht mal etwas weiter verschenken kann. Wir haben vor 10 Jahren mal neue Bettwäsche gekauft, weil wir nie sowas hatten, und trotzdem die alten, geschenkten Sachen behalten.

Das führte dazu, dass der Schrank einfach viel zu voll war, und das, was wir so “aufhoben” “für später” war eigentlich zum Großteil völlig unbrauchbar: vergilbt, fadenscheinig – wenn echt mal Besuch kam, hätten wir das gar nicht benutzen können, weil es doch zu beschämend gewesen wäre.

Nein, sowas rauszuwerfen, damit machen wir uns nicht arm. Das fraß nur Schrankplatz und sogar einen selbstgestrickten Pullover – denn als ich aussortierte, tauchte auf einmal ein lang vermißter Pulli von mir wieder auf. Zum Glück unversehrt und nicht mottenzerfressen. Er war bestimmt 4 Jahre unter Bettwäsche vergraben gewesen. Da kannste mal sehen!

Der aufgeräumte Schrank: Die Bettwäsche ist auf eine Größe gefaltet, die Laken sind in einer orangen Postkiste, für die ich bislang gar keine Verwendung hatte, und die Socken in einem Karton gelandet.

Kaufnix und Aufräumen

Markttag

Heute wäre bei meiner Zero-Waste-Challenge dran gewesen, eine Wanderung zu unternehmen. Aber das klappt nicht: Gestern hatten wir eine anstrengende Backschicht, ich habe bis 11 geschlafen und das war eh schon zu kurz, und dann war heute der Markttag, wo wir immer für die Woche das Gemüse und den Käse einkaufen.

Am Käsestand sind wir von einem anderen Kunden gelobt worden, weil wir eine Glasdose dabei hatten, er fand das voll gut. Draußen hat es geregnet und ich hoffe, es wird noch viel mehr regnen diesen Winter, damit sich die Böden gut vollsaugen und wir, bzw. die Pflanzen, es besser überstehen, wenn wir noch so einen trockenen Sommer bekommen sollten. Ich hätte ja Lust auf einen sonnigen Sommer. Es muß aber bitte nicht ganz so trocken sein wie der 2018. Und dafür ist Winternässe die beste Investition!

Aufräumen

Ich habe Klamotten aufgeräumt. Nicht alles, aber immerhin etwas. Los ging es damit, dass ich diese Aufräumserie mit Marie Kondo gucke, und dieses vertikale Aufbewahren von Stoffdingen interessant fand. Also habe ich meine alte Lasagneform, aus der die Beschichtung leider abgeht, rausgenommen und die Stoffbeutel zum einkaufen gefaltet und vertikal da rein gepackt, damit man sie alle schön sieht.

All die Stoffbeutel sind jetzt schön gefaltet in einer alten Lasagneform.

Daneben habe ich immer eine Papiertüte gehabt, in der all meine Stricktücher und Schals reingestopft waren. Die habe ich dann gefaltet und in eine Box aus Flechtwerk einsortiert, so dass ich sie alle sehen kann. Die Box musste aber auch erst mal frei werden, deshalb ging ich an meinen Klamottenschrank und habe Hosen aussortiert.

Ich hab gar nix zum anziehen! Und das ist okay.

In dieser Marie-Kondo-Serie haben die Leute immer riesige Berge mit Kleidung, und sortieren sich da durch, bis sie eine nette Kollektion übrig behalten, die sie mögen. Bei mir ist die Hosensituation sehr anders. Ich hatte quasi nur noch Hosen, in die ich gar nicht mehr rein passe, die ich einfach vergaß, mal auszusortieren, und dann habe ich noch vier Hosen, in die ich reinpasse, und diese vier Hosen habe ich 2017 und 2018 neu gekauft. Davon ist noch eins eine Sommerhose, und eins ist eine Hose, die ich irgendwie “schonen” will, weil sie teuer war (so ne Fjällräven-Outdoorhose). Das bedeutet: Ich hab grade 2 Hosen, wenn ich die eine nicht anhabe, hab ich die andere an.

Ich habe alle alten Hosen in eine Tüte gepackt und bringe sie demnächst in die Altkleidersammlung. Aber zwei der alten Hosen sind dafür zu schade. Das ist eine Outdoor-Funktionshose, die mit zu den langlebigsten gehört, die ich je hatte, und eine Zimmermannshose, die ich für teures Geld im Berufskleidungsladen erstanden habe. Beide passen mir ganz knapp nicht mehr, und vielleicht finde ich dafür Leute, die sie gerne haben würden.

Aber so im großen und Ganzen passt mir der Hosen-Minimalismus ganz gut. Ich dachte ja immer, mein Körper bleibt jetzt so, aber nur für den Fall des Falles, das das nicht so ist, macht es sich gut, Hosen auch wirklich abzunutzen, bevor man raus wächst. Und das geht kaum besser als wenn man nur zwei Hosen besitzt, und diese halt abwechselt.

Deshalb auch hier: Ich bleib bei #noBuy!

ZW Challenge, Tag 11: Gemüsereste sammeln

Heute ist die Idee bei der “Zero Waste Challenge“, Gemüsereste aufzuheben, um damit selber Gemüsebrühe zu kochen. So muss man keine Instant-Brühe mehr kaufen.

Das klingt erst mal gut! Seit ich versuche, plastikfrei einzukaufen, koche ich (wir) viel öfter und der einzige Müll, der ständig runtergetragen werden muss, ist der Komposteimer. Gemüsereste fallen da schon ständig an!

Gestern habe ich dann auch schon mal einen Brokkoli-Strunk in ein Glas getan und in den Kühlschrank gepackt. Heute werde ich den ganzen Tag auf der Arbeit sein, deshalb habe ich heute gar keine Zeit, irgendwas zu kochen, und es wird auch keine Gemüsereste geben.

Mal sehen, ob ich überhaupt genug sammle, bevor sie in ihrem Glas im Kühlschrank vergammeln..

Und was macht das no-Buy-Year?

Das läuft auch sehr gut. Ich habe von einer lieben Person auf twitter ein Profil auf deren Netflix Account bekommen, und schaue jetzt “Tidying up with Marie Kondo”, von dem alle(tm) gerade so begeistert sind.

Was mich daran fasziniert, ist, wie sie die Beziehung von Menschen zu ihren Sachen und ihrem Zuhause sieht. Ich habe gemerkt, dass ich zu meinem Garnvorrat ein sehr ähnliches Verhältnis habe wie Marie Kondo zu ihren Dingen. Ich habe mir angewöhnt, eigentlich wegen der ständig drohenden Mottengefahr, mein komplettes Garn einmal im Jahr (oder zweimal) auf einen großen Haufen zu packen und alles durchzusehen.

Dabei stelle ich immer wieder fest, was für einen großartigen Stash ich habe, und was ich alles damit stricken will. Kauflust auf neues Garn habe ich seither kaum noch, weil ich mir regelmässig vor Augen führe, was ich selbst habe und wie schön es ist.

Ich sortiere dabei aber nie etwas aus, und ich halte auch nicht jedes Garn einzeln in der Hand um zu fühlen, ob dieses “spark joy” abgeht. Bei mir gibt es eher ein anderes Phänomen: Ich fühlte schon immer etwas für die “Underdogs”, die “ungeliebten”, sowohl Personen, als auch Tiere, oder Dinge. Bei meinem Garn stricke ich ganz gerne zuerst etwas aus Garn, das ich schon sehr lange habe, also etwas, das “schon lang warten musste”, oder aus Garn, das andere aussortiert haben, oder gerade das weniger schöne, edle Garn. Ich mag es, daraus schöne Dinge zu stricken und aus dem “weniger schönen” Garn extra etwas schönes zu machen!

Deshalb mag ich auch den ganzen Upcycling-Gedanken.

Gestern war ich bei der Zahnärztin, und früher hatte ich die Angewohnheit, mir nach dem Termin irgendwo eine Kleinigkeit als “Belohnung” zu kaufen. In der Nähe meiner Zahnärztin ist eine Mall mit mehreren Kreativ- und Kunstläden. Ich habe schon gemerkt, dass ich gerne ein wenig durchgegangen wäre und mir ein “Zahnarztgeschenk” gekauft hätte, aber ich brauche wirklich gerade nix an Kunstmaterialien, und daher hab ich mir den Impuls auch relativ einfach verkniffen.

Vielleicht werde ich demnächst mal meine Kunst-Vorräte neu zu organisieren versuchen, und den “Marie Kondo Effekt” nutzen. (Den ich, ohne Marie Kondo zu kennen, schon länger für mein Garn nutze)

Und sonst so

Content Notiz: Hier gibt es Diät Talk.

Ich habe mich ja gerade auf Zuckerfrei gesetzt, und versuche, 3 Stunden vor dem Schlafengehen nichts mehr zu essen, und auch ein wenig mehr schonende Dinge zu essen. Ich hatte ganz schön Stress im Januar und das hat mir auf den Magen und die Magensäure geschlagen. Inzwischen geht es mir schon besser! Auch wenn das mit dem Zuckerfrei noch nicht so 100% klappt und es Disziplin erfordert, sich kurz vor dem Schlafengehen nicht noch Snacks reinzuhauen. Mein Magen wird es mir danken!

Ich glaube, ich habe inzwischen leider einfach eine Neigung zu Sodbrennen, vielleicht hat es die Grenze zur Reflux-Krankheit auch schon überschritten, genaueres könnte wohl nur eine Magenspiegelung ergeben (sagte der HNO) und dann wäre das Problem ja nicht behoben.

Manche Webseiten empfehlen, abzunehmen, aber mein HNO ist selber dick und war nett genug, mir das nicht zu empfehlen. Ich glaube auch nicht ans Abnehmen, ich glaube daran, gesünder zu leben und sich Gutes zu tun, und den Körper dann das eigene Gewicht selbst bestimmen zu lassen.

Es kann sein, dass ich durch Zuckerverzicht und abends nix mehr essen abnehme. Vielleicht aber auch nicht. In jedem Fall wird es nichts sein, das ich steuere oder primär anstrebe.