Kaufnix + Kondo Update

Ich mache ja dieses Jahr ein #noBuy – Jahr, zusammen mit ein paar anderen Leuten, die ich durch das Internet kenne. Manche bloggen auch dazu, und so habe ich gerade diesen Artikel von TQ über den Frühling, Mode und noBuy gelesen.

Jetzt regt mich das an, über mein Verhältnis zu Mode zu reden.

Ich bin ja ein Modemuffel und lebe nach dem Motto: Es gibt Frauenklamotten, Männerklamotten und Outdoorklamotten. Und Letztere sind meins! Dazu kamen noch ein paar Metalshirts die letzten Jahre, und selbstgestrickte Oberteile, Tadaaa! Es muss vor allem funktional sein.

Ich trage eigentlich auch oft die Sachen von anderen Leuten auf, und wenn ich mir mal etwas kaufe, dann ist es eine Cargo-Hose oder eine Outdoor-Hose oder etwas, das beides in sich vereint. Seit ich meine Kleidung “Konmarit” habe, bin ich noch viel zufriedener mit dem, was ich schon habe. Denn jetzt ist es schön sortiert und liegt nicht zwischen lauter Altkleidern im Schrank, die mir nicht mehr passen. Ich habe nur noch Lieblingsteile!

Zum Beispiel zwei Winter-Cargo-Hosen und zwei Sommer-Trekking Hosen. Wobei ich noch eine Fahrrad-City-Hose habe, die aber trotz sauteurer Outdoor-Marke nach 3 Monaten kaputt ging. Und ratet mal, wer den Kassenzettel verloren hatte? Hmpf! Ich hatte sie repariert, aber das eingesetzte Stück Stoff ging auch schnell kaputt. Vielleicht ist der Schnitt einfach Schrott. Einmal werde ich noch ein neues Stück Stoff einsetzen und sehen, was dann passiert.

Gerade ist ja flicken total hip. (Mal nach dem Hashtag #visiblemending auf Instagram suchen, z.B.) Hoffentlich motiviert mich das, endlich diese Hose zu reparieren.

Irgendwie würde ich diese Art, mich mit immer den gleichen Klamotten einzuhüllen, nicht als unstylish abtun. Ich mag den funktionalen Look von Outdoor- und Funktionsklamotten einfach. Ich mag bequeme Tshirts, Hosen mit vielen, vielen, VIELEN Taschen, karierte Hemden, kuschlige Strickjacken, Wollsocken und Schuhe, in denen ich bequem laufen kann, und ich mag, wie ich damit aussehe. Ich frage mich, ob es konservativ ist, wenn man seinen Stil nicht so sehr verändert. Aber ich glaube, für mich ist das, wie ich jetzt rumlaufe, schon eine Veränderung. Ich trage gerne mehr maskuline Sachen, eher so in Richtung Holzfäller als Richtung Büroheini, und früher habe ich viel mehr Hippie-kram gemocht und hatte auch einige lange Röcke aus gebatiktem, bestickten Baumwollstoff.

Ich denke ja, dass es sowas wie “Meta-Style” gibt. z.B. eine Person, die halt neue Fashion-Teile ausprobiert, und gerne modebewusst herumläuft, hätte für mich eben dies als “Meta-Style”. So wie mein “Meta-Style” in die Richtung funktional/outdoor/maskulin/unisex geht.

Für mich ist das gar nicht so experimentell, sondern ich sehe eher das gleichbleibende, nämlich, dass die Person gerne modische, schicke, stylische Sachen trägt. Ich kann aber auch die neueste Mode von der von vor ein paar Jahren nicht unterscheiden. Was ich schon bemerke, ist, wenn Schnitte und Stoffe nicht nur rein funktional sind, sondern dann schon ins künstlerische gehen. Das ist für mich eigentlich das bemerkenswerte an einem modebewussten Meta-Stil: Dass die Kleidung ein bewusst künstlerisches Design hat. Egal von wann das Design jetzt genau ist, oder ob man wirklich den “letzten Schrei” trägt. Klar, kann man jetzt wieder sagen: “Alles ist ja irgendwie Kunst”, aber das meine ich nicht.

Mein Konmari Prozess läuft gut

Stoffe

Ich habe inzwischen meinen Stoff-Stash mit der Konmari Methode entrümpelt, und es dauerte eine Woche, bis ich fertig war. Anders als der Garnstash habe ich mich die letzten 15 Jahre eigentlich nie um das Durchsehen der Stoffe gekümmert, und immer nur mal hier und mal da ein schönes Stöffchen gekauft. Das wirkt sich aus. Ich habe eine große Ikea-Tasche mit wirklich unbrauchbaren Sachen aussortiert, und eine kleine Tüte mit neuwertigen Stoffen, die ich halt niemals mehr verwenden werde.

Letztere werde ich demnächst mal versuchen, über ebay Kleinanzeigen loszuwerden. Der Rest geht zum Recyclinghof, schätze ich, denn die meisten Kleidungs-Sammelbehälter nehmen nur noch Kleidung an, die noch verkauft werden könnte. Ich habe die alten (aber sauberen) Lumpen immer trotzdem reingeworfen, weil ich gelesen habe, die müssen das dann recyceln. Aber wenn der Recyclinghof das auch offiziell annimmt, gehe ich doch lieber da hin.

Bücher und Papierkram

Außerdem habe ich meine Bücher durchgesehen, und einen Großteil meines Papierkrams. Ich habe 22kg Bücher gespendet und ich glaube, auch nochmal 20kg Papiere in den Altpapiercontainer gebracht. Unglaublich, wieviel Platz in den Regalen frei geworden ist! Ich hatte sogar drei Bücher doppelt. Und ich hatte es nicht gewusst. Ich dachte immer, diese Stories stehen in den Anekdoten von Aufräum-Coaches, aber mir passiert das doch niemals. Tja!

Und das, obwohl ich noch im Dezember Bücher aussortiert hatte, und wir da schon eine große Tasche ins Antiquariatscafe gespendet hatten. Das hat mich von der Marie-Kondo-Methode wirklich überzeugt. So, wie ich aussortieren und aufräumen vorher angepackt hatte, war es einfach zu ineffektiv.

Als nächstes muss ich nochmal zum Papierkram gehen, da bin ich noch nicht fertig gewesen. Also zu Belegen, Dokumenten, und dem ganzen Bürokratie-Mist. Da kann ich mal die Dinge, die endgültig verjährt sind, wegwerfen. Dazu gehört auch, sich zu erkundigen, welche Papiere wie lang aufbewahrt werden müssen und ob überhaupt.

Ich will gerade echt nichts kaufen, aber meine Handcreme ist alle!

Ob es am Konmari-Prozess liegt, weiß ich nicht. Aber im Moment habe ich wirklich null Lust, mir irgendwelche Dinge anzuschaffen. Wobei ich jetzt doch eine Verwendung für meinen Outdoorladen-Gutschein gefunden habe: Ich habe meine Handcreme aufgebraucht, und ich HASSE es, dass ich gerade keine mehr habe. Aufgrund meiner Plastikmüllvermeidung kaufe ich gerade keine Creme nach, sondern versuche Alternativen.

Gerade brauche ich eine Massage-Bar von Lush auf, die ich vor Ewigkeiten gekauft hatte und deren Duft komplett verflogen ist. Sie ist zu fettig und zieht eigentlich nicht ein, so dass meine Hände sich anfühlen, als würde die Haut unter einem Fettfilm weiter nach Feuchtigkeit schreien.

Von mehreren Leuten habe ich inzwischen die Lotion-Bar “Climb on” empfohlen bekommen, das ist eine feste Handlotion, die für angegriffene Kletter-Hände sehr wohltuend sein soll. Und beanspruchte Hände, die auch noch ständig mit Magnesia bepudert werden, sind ja schon die Königsklasse.

Die Lotionbar kommt in einem Metalldöschen, und wenn das leer ist, kann ich mir ja auch selbst gemachte feste Lotion da rein tun. Daher klingt das schon sehr nach Zero Waste! Weil mein Outdoorladen das führt, kann ich dafür ja meinen Gutschein verbraten, yes!

Eine kleine Schublade voller regenbogenbunter Batikstoffe, nachdem ich sie sortiert und neu geordnet hatte.
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Müllvermeidungschallenge, Tag 25: Benutze die Bücherei

Oh no, es ist schon viertel nach 11, dann muss ich für den heutigen Bericht mal in die Pötte kommen.

Na klar benutze ich die Bücherei! Bzw. nicht klar. Ich hatte einige Jahre Pause und habe erst letztes Jahr im Herbst meinen Ausweis reaktivieren lassen. Und das war super! In Berlin haben sie ja wirklich fast alles. Und nicht nur Bücher, es gibt auch “digitale Angebote” (Direktlink war nicht möglich, daher habe ich auf die Startseite verlinkt, aber im Menü findet es sich gleich).

Hier kann man so gut wie alle Zeitungen online lesen, auch Artikel, die ansonsten hinter Paywall sind. Ausserdem gibt es Portale zum Filme und Serien schauen, zum Musik streamen und herunterladen (auch wenn es da bei weitem nicht alles gibt), und Hörbücher. Ich habe bis jetzt nur den Musikdienst und das Zeitunglesen benutzt. Und das ist schon sehr cool!

Ich habe Sauerkraut angesetzt!

Vor ein paar Tagen war ja die Aufgabe, etwas zu fermentieren, und ich habe das zu dem Tag nicht geschafft, aber wollte eigentlich Kimchi machen. Für Kimchi habe ich nur die Zutaten nicht im schlecht sortierten Discounter gefunden, in dem ich noch schnell nach dem heutigen Tattoo-Termin einkaufen war. (habe einen plastikfreien und verpackungsarmen Einkauf hinbekommen, dennoch!) Also habe ich mir einen großen Weißkohl geholt und den in stundenlanger Arbeit fein gehackt.

Sauerkraut Sauerkraut Sauerkraut

Nach dem Hacken musste es mit Salz bestreut und gestampft werden. Für letzteres stand in dem Rezept, man solle es mit den Händen einfach durchkneten. Ich fand das etwas beschwerlich, aber dann habe ich eben gleich ein Abend-Workout mit eingelegt.

Sauerkraut
Hier steht es nun: Das Glas mit dem Kraut, das im eigenen Saft schwimmt, und nun hoffentlich durchgärt.

Dadurch soll der Kohl theoretisch soviel Flüssigkeit abgeben, dass man ihn im eigenen Saft untertauchen kann. Und das hat auch funktioniert. Auf Anraten des Rezepts habe ich noch Ingwer und Knoblauch mit reingetan, um den Geschmack zu verbessern. Dann kommt der Kohl-Matsch in ein Gefäß und wird dicht an dicht gepackt. Alles muss fest zusammengedrückt werden, damit keine Luft eingeschlossen wird, und das Wasser muss über dem Kraut stehen. Und dann muss oben ein Gewicht draufgelegt werden, damit nichts an die Luft hochsteigen kann, wo es verschimmeln könnte. Ich habe einen Teelichthalter aus Glas als Gewicht benutzt.

Ja, und jetzt bin ich sehr, sehr gespannt auf die nächsten Tage!

Müllvermeidungs-Challenge, Tag 23 + NoBuy Erweiterung

Heute wäre bei der Zero-Waste-Challenge dran: Hole Essen zum Mitnehmen in deinem eigenen Behälter. Das mache ich seit einer Weile schon, und ich habs sogar schon mal weit vor meiner Plastikfreien Zeit gemacht, weil ich diese Materialverschwendung von Essen zum Mitnehmen schon immer so furchtbar fand.

Also werde ich euch nicht mehr mit meiner Tiffin-Box und dem darüber labern behelligen, sondern einfach diskret die heutige Aufgabe abhaken.

Dafür war mein NoBuy heute in Gefahr: Ich habe ja noch Duschgel und Bodylotion, und ich habe auch vor, wenn das alles alle ist, mir entsprechend selber was zu machen. Zumindest für die Bodylotion, da möchte ich gerne selbst Sheasahne machen, aus der Sheabutter, die ich noch “von früher” hier habe.

Aber dann glotze ich auf Youtube ein Video über die “Naked” Lotions und Duschgele von Lush, also feste Duschgele und feste Lotions. Und obwohl ich Lush schon immer pseudo-öko und teuer fand, hat sich mein Hang, gerne mal nach Pflegeprodukten zu shoppen, mit meiner derzeitigen Müllvermeidungsphase ungut verbunden und ich habe überlegt ob ich mir sowas kaufen gehen sollte.

Aber NEIN, denn erstens ist Lush noch immer sehr, sehr teuer und nicht mal so top gut, zweitens habe ich immer noch genug Duschgel zum Aufbrauchen zuhause, und drittens möchte ich mir doch diese Shea-Sahne als Bodylotion selbst machen.

Ich merke schon: Ich muss mein NoBuy um eine Kategorie erweitern: Keine unnützen Pflegeprodukte kaufen. Also lautet die neue Regel: Nur was kaufen, wenn etwas wirklich alle geworden ist, und ich echt keine Zeit zum Selbermachen hatte.

ZW Challenge, Tag 10: Lose Dinge einkaufen

Ich mach diese Challenge von “Zero Waste Chef” schon seit 1. Januar, so ein wenig just for fun. Heute ist “Day 10: Fill up on staples at the bulk bins” dran, was eigentlich soviel heißt, wie lose Grundnahrungsmittel einzukaufen. Scheinbar gibt es in den USA und Kanada “Bulk Stores”, wo Großpackungen eingekauft werden und man die Lebensmittel dann lose kaufen kann, und das ist dann sogar billiger.

Nicht so in Deutschland! Das wäre ja auch viel zu einfach! Warum einfach, wenn man es auch bürokratisch und hochkompliziert haben kann! Denn Vorschrift ist Vorschrift und Dienst ist Dienst!

Deswegen gibt es hier erst seit Kurzem “Unverpackt-Läden”, und diese haben mit vielen Vorschriften und Auflagen zu tun. Das macht die Produkte dann eher teurer, als billiger. Zudem verkaufen hiesige Unverpacktläden fast ausschließlich Biowaren, wer also konventionelle Lebensmittel aus Kostengründen bevorzugt, hat Pech gehabt.

Wenn es möglich ist, kaufe ich Lebensmittel, die ich auch so unverpackt bekommen kann. Aber bei bestimmten Dinge, z.B. Hülsenfrüchten, gelingt mir das gar nicht. Auch Spülmittel oder Shampoo ist ebenfalls sehr schwierig, früher hatte fast jeder Bioladen Kanister da stehen, (das habe ich kürzlich schon mal geschrieben, oder?) aber das ist heute sehr aus der Mode gekommen.

Überhaupt war das Plastik vermeiden in der früheren Bio-Szene gang und gäbe. Unverpacktläden und Plastikvermeidung sind eigentlich gar nicht so neu. Nur, weil inzwischen die Bio-Szene so davon abgekommen ist, erscheint es vielen Leuten heute so, als wäre das etwas Neues.

Ich brauche heute gar nicht so viele Vorräte, denn ich bin noch ganz gut bestückt im Moment. Gerade ist mir ein großes Vorratsglas leer geworden, wo Nudeln drin waren. Allerdings sind mir die Nudeln im Unverpacktladen zu teuer im Vergleich zu verpackten Nudeln. Deshalb werde ich am Wochenende Nudeln selbst machen, trocknen und damit mein Glas nachfüllen.

Aber halt, dafür muss ich Hartweizenmehl besorgen! Das krieg ich zum Glück in der Bäckerei, also muss ich daran denken, ein großes Glas dorthin mitzunehmen.

Etwas war ich heute einkaufen: Dieses große Glas Kamillenblüten. Wir haben in Berlin einen “Bulk Store” für Kräuter, nämlich “Kräuter Kühne”. Allerdings verkaufen sie NUR in 100g-Einheiten, wer also Kräuter in eigene Behälter gefüllt haben möchte, muss welche haben, die groß genug dafür sind.

Das schöne, alte Glas stammt noch aus unserer früheren Gemeinschaftsküche, darin sind leckere, duftende Kamillenblüten.

ZW Challenge, Tag 8: Müllanalyse

Der komplette Verpackungsmüll (ausgenommen dem Papiermüll, der getrennt gesammelt wird) seit dem 26.12.2018. rechts sind “Altlasten”, also Verpackungen von Dingen, die schon vor unserer Müllvermeidungs-phase da waren und die jetzt erst aufgebraucht worden sind. In der Mitte ist das Katzenfutter, und links ist “unser” Müll.
Hier nochmal der Müll ohne die “Altlasten”: zu “Unserem” Müll habe ich nur die Plastikpackung für die Zahnbürstenköpfe beigetragen.. und die Folie oben links und das Klebeband ganz oben, da habe ich ein Päckchen bekommen und die geschenkten Kerzen waren darin eingepackt. Darunter sind Dinge von meinem Partner, 1 Feuerzeugpackung, 1 leere Dose von Matcha-Tee, ein Deckel, und leere Papiertütchen mit Plastikbeschichtung.
Das ist der Müll, den wir nicht reduzieren können, okay, vielleicht die Katzensticks weglassen und die Katze muss dann eben ein freudloses Leben ohne Leckerlis führen.. lol
Aber was die Katze und die Zahnpflege angeht, möchte ich keine Alternativen suchen, denn die Katze geht in den Hungerstreik und meine Zähne haben auch schon genug mitgemacht.

Die Zero Waste Challenge geht zu Tag 8 und ich habe mit gerümpfter Nase den grünen Punkt-Müll auseinandergepflückt und auf dem Boden ausgelegt. Ich bin mit dem Erfolg sehr zufrieden!

Vielleicht sollte ich auch mal den Papiermüll durchsehen, der angefallen ist.

Das Bild ist etwas unscharf, aber das ist gut, denn ich muss dann nicht die Adresse auf der Paketbenachrichtigung anonymisieren. Links oben sind Verpackungen von Lebenmitteln, die Brötchentüte wäre absolut vermeidbar gewesen.. die Zucker- und Butterkartons/papiere eher nicht. Darunter ist Papier von einem alten Kalender bzw Reste von Butterbrotpapier aus dem ich einen Minispritzbeutel gebastelt hatte, und rechts unten ist die “Teekatastrophe”, die Überreste des massiven Teebeutelkonsums meines Partners.
Oben links sind Umschläge und Paketscheine, also etwas, das wir zugeschickt bekommen haben und das wir nicht wirklich vermeiden konnten.

Alles in allem ist mein eigener Müll diese Woche, bzw seit 2 Wochen, sehr gering ausgefallen und ich habe eigentlich alles, was man reduzieren kann, auch reduziert.

Für die Dinge, die mein Partner quasi im Alleingang verbraucht, fühle ich mich nicht zuständig, wir machen zwar gemeinsam Plastikmüllvermeidung, aber was die einzelne Person für Dinge des persönlichen Bedarfs für Veränderungen in Kauf nimmt, ist immer noch deren Sache. Bei uns jedenfalls. Ich bin von Teebeuteln auf losen Tee umgestiegen und habe inzwischen auch fast alle meine “Altlasten” an Teebeuteln verbraucht.

Und jetzt machen wir einen Regenspaziergang und schauen uns das Museum am Friedhof der Märzgefallenen an. Das kostet keinen Eintritt und beim letzten Besuch dort habe ich eigentlich nicht viel von dem, was da drin präsentiert war, verstanden. Ich habe zur Märzrevolution 1848 große Bildungslücken, daher fällt mir das Einbauen von neuen Informationen dazu in meinen Wissensspeicher eher schwer. Nicht dass ich es nicht spannend fände, aber das Wissen setzt sich ganz schwer fest..

ZW Challenge, Tag 5: Auf dem Markt einkaufen

Wir haben uns schon seit November angewöhnt, einmal die Woche auf den Markt zu gehen, daher war die heutige Aufgabe ein Leichtes für uns. Außerdem lustig, dass Samstag auch sowieso immer der Markttag ist. Die Challenge ist sehr gut getaktet!

Ich muß auch sagen, dass es mit der Zeit einfacher geworden ist, vorab zu wissen, was für die Woche so gebraucht wird. Einiges an Gewohnheiten hat sich etabliert und das kostet weniger Energie und Konzentration, denn es ist unglaublich, was der innere Autopilot alles an Kraft einspart, wenn es erstmal Routine geworden ist. Wir haben zum Beispiel in kürzester Zeit unseren Lieblingskäsestand gefunden, und haben diesmal Ziegenkäse und schweizer Bergkäse gekauft. Seit dem plastikfreien Leben wird viel mehr gekocht und daher brauchen wir sowieso weniger Käse und anderen Brotbelag.

Dann haben wir auch schon unseren Lieblings-Gemüsestand, aber bei Gemüse muss man mehr rum gucken, was wer gerade hat und wo es Angebote gibt. Wir waren heute eher gegen Mittag da und der Markt war sehr voll, das hat alles etwas anstrengender gemacht. Vielleicht sollten wir auch mal versuchen, gegen Ende hinzugehen um gute Deals zu kriegen.

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Mein Einkauf besteht aus Gemüse, Käse, Eiern (die Behälter bzw. den Eierkarton hatten wir dabei), Tee, Erdnussbutter und Unmengen Zucker.

Leider war die eine Zuckerpackung eine Mogelpackung. Von außen wirkte es so, als sei der Zucker in einer Papiertüte, aber innen war noch eine Plastikfolie mit drin. Ich verstehe das nicht, denn der weiße Zucker benötigt doch auch keine Folie. Wieso dann der braune? Haben die Angst, dass die Melasse durchsuppt?

Der Beuteltee ist von meinem Partner, er hat sich auf diese Teesorten eingeschossen und die Packung ist wenigstens, im Unterschied zu den Cupper-Tees z.B., nur aus Papier. Und die Wasabi-Nüsse sind in einer Blechdose mit Plastikdeckel, die hat sich auch mein Partner gegönnt.

Jules hat sich dieses Jahr auch ins Plastikvermeiden eingeschwungen, und hier gibts einen entsprechenden Blogpost dazu: Meine Verpackungsmüll-Vermeidungs-Rangliste

Ich finde die von Jules beschriebene 80:20 Herangehensweise super, und in diesem Sinne blicke ich auf unseren Einkauf und sage trotz der kleinen Ausrutscher: Cool, was dadurch alles an Plastik eingespart worden ist! Und Verpackungsmüll ist auch sonst nicht viel entstanden. Das Glas von der Erdnussbutter und die Wasabinuß-Dose werden wahrscheinlich weiterverwendet, die Eierpackung ist sowieso schon in der Wiederverwendung gewesen, und die Milch ist in Pflandflaschen.

Warum all der Zucker: Weil Süßigkeiten so gut wie immer verpackt sind, mache ich sie selber. Ich backe mich durch alle Cookie-Rezepte, die das Internet so zu bieten hat, haha. Heute habe ich Erdnußbutter-Cookies auf dem Zettel, dafür ist auch die Erdnußbutter vorgesehen.

Neujahrs-Challenge Tag 2: “Buy nothing new”. Die Regeln!

Das passt ja auch sehr zu meinem No-Buy-Year. ;D Deswegen wäre heute eigentlich ein guter Tag, um die Regeln für das Jahr zu formulieren.

Meine No-Buy-Year-Regeln

  • Es wird kein Garn gekauft. Und möglichst auch keins ertauscht, ausser, ich tausche es ebenfalls gegen Garn. Ich möchte am Ende des Jahres wieder weniger Garn-Stash haben als am Anfang.
  • Keine Outdoorausrüstung wird gekauft. Ausnahme: Wenn etwas essentielles kaputt geht, darf es ersetzt werden. Und ich darf Reparieren (und dafür nötiges Material kaufen) und reparieren lassen, falls ich nicht selbst reparieren kann.
  • Ich kaufe keine Kunstmaterialien, ich möchte mit dem malen, was ich da habe, und das ist genug. Ausnahme: Wenn ich für ein Projekt/Eine Technik eine Kleinigkeit brauche, und echt keine Alternative zuhause habe, darf ich das dazu kaufen.
  • Ich will möglichst viel selber machen, das wird vielleicht mein DIY Jahr!
  • Keine unnützen Pflegeprodukte kaufen. Nur nachkaufen, wenn etwas wirklich alle geworden ist, und ich echt keine Zeit zum Selbermachen hatte. Wenn möglich, Plastikfrei.

Zero Waste Tee kaufen

Heute werden wir losgehen und ein paar Vorräte nachkaufen. Ich steige wieder komplett auf losen Tee um, nachdem ich gesehen habe, wieviele Teebeutel in Papiertüten mit innen verborgener Plastikfolie sind. Gerade die schicken, leckeren Mischungen wie die von Pukka oder Cupper fallen damit aus, die hatte ich mir “lifestylemässig” ab und zu gegönnt. Tee kaufe ich bei Bohea, der lokalen Teehandlung in meinem Kiez. Dort haben sie schon lange Jahre, bevor es in war, mir den Tee direkt in meine mitgebrachten Dosen gefüllt. Die werden dann auf einer echt schönen, altertümlichen Waage mit diesen kleinen Eisengewichten austariert. Und die Leute zogen dabei nie ein Gesicht, sondern sind immer sehr nett! Ich hatte mir auch mal Tee online bestellt, aber da kommt dann doch immer alles in diesen Tee-Tüten, die von außen Papier und von innen Plastik sind.

Nachtrag: Jetzt war ich da und der Teeladenmensch war wieder super nett und hat meine Dosen auf der alten Waage austariert, und erzählt, dass das Eichamt diese Waage immer suspekt findet, aber dann auch zugeben muss, dass sie sehr gut und genau wiegt. Ich habe eine Dose Ostfriesenmischung, dann einen “Sommerwiesen” Früchtetee, einen Birne-Kaktusfeige-Früchtetee, und einen Tulsi-Tee “Blütenzauber” mitgenommen. Yummie!

Kokosmilch selber machen

Was ich auch wieder brauche, ist eine Kokosnuß. Seit ich Kokosmilch selber machen kann, bin ich endlich unabhängig von den Dosen/Tetrapacks aus dem Geschäft. Man kann Kokosmilch auch aus getrockneten Raspeln machen, oder aus Kokosmus. Aber Kokosnüsse finde ich am einfachsten unverpackt, die haben ja ihre eigene Schale als Verpackung. Nur – wohin dann mit der Schale? Es ist ja eigentlich Kompost. Aber braucht sie nicht zu lange zum verrotten?

Spülmittel – da verzichte ich nicht drauf!

Das Spülmittel wird gerade auch alle. Deswegen besuchen wir den Unverpacktladen und haben eine Glasflasche mit Pumpspender dafür vorgesehen, in der war mal Handseife, und jetzt steht sie schon seit Tagen gespült bereit zur Wiederbefüllung. Eigentlich schade, dass es diese Kanister nicht mehr in jedem noch so kleinen Bioladen gibt! Oder gibt es das noch? Ich habe in Friedrichshain ausser einem kleinen Bioladen, der sich tapfer gegen die Supermärkte behauptet, keinen Bio-Einzelhandel mehr. Die Ketten haben alle “Kleinen” platt gemacht, aber wir hatten eh nie eine nennenswerte Bio-Infrastruktur hier gehabt. Und in den Ketten gibt es keine Nachfüllkultur. Und offen gestanden, ich mache mir kein Spüli aus Kernseife selbst. Durch meine Fahrradreisen habe ich schon Spüli-Alternativen (und Dr. Bronners-Seife etc) ausprobiert, und ich möchte nicht mit Seife spülen. Ich hab das Gefühl, es hinterlässt überall einen Film.

Nachtrag: Ich war im Unverpacktladen und habe mir gezielt beim Spüli-Kanister mein kleines Pumpspender-Fläschchen aufgefüllt und 1,13€ dafür bezahlt. Cool. Weiter hab ich gar nichts gekauft, der Laden war nämlich packevoll und ich wollte so schnell wie möglich wieder raus sein.

Sonnenblumenöl aus dem Kanister

Gestern habe ich in unserer Bäckerei noch etwas von dem Sonnenblumenöl, das wir zum Einfetten der Backformen nehmen, (kaltgepresst, aus dem großen Kanister) in eine mitgebrachte Flasche gefüllt, und mit Geduld das alte Etikett abgepult und sie mit einem Posca Pen (quasi ein Lackmarker) beschriftet. Ich finde, das sieht absolut schick aus! mal schauen, wie’s schmeckt. Ich hatte ja schon mal den Plan, Öl + Essig bei “von Faß” (eine Kette, die vom Faß abfüllt) zu kaufen, aber ehrlich gesagt, das geht gar nicht, denn die sind ultra teuer. Bei “vom Faß” geht es um Gourmetgedöns, Luxus + Geschenke, und für das einfache Öl und den einfachen Essig ist der Unverpacktladen weitaus billiger. Schade, weil “vom Faß” ist bei mir um die Ecke.

Heute war es ein seltsames Wetter auf meiner Einkaufstour. Die Sonne stand tief und es war stürmisch, und dann schneite es ganz kurz und graupelig. Das Bild ist an der Wiener Strasse, vor dem Erlebnisbad aufgenommen und zeigt den Platz, die Häuser an der Wiener, ein paar Fahrräder und Schneeflocken mit Sonnenstrahlen.

Neujahrs-Challenge: Go Zero Waste in 31 days + No-Buy Year

Vor ein paar Tagen hat jemand auf Mastodon mir diesen Link reingereicht:

Go Zero Waste in 31 Days bei “Zero Waste Chef” im Blog.

Dabei handelt es sich um eine Mitmach-Challenge, die im Januar läuft. Ich mache einiges davon schon, aber ich dachte, das ist voll nett, so ein Mitmachkalender, mal sehen ob ich es hinkriege.

Heute ist Tag 1. Und das Motto ist:

“Stash your Trash”.

Dabei geht es darum, dass man einen Monat lang den Plastikmüll aufbewahren soll, um am Ende zu sehen, was man an Plastik weggeworfen hat. Ich habe sowieso einen “gelben Sack” in welchen das ganze Plastik rein kommt, aber das letzte Mal hat es 6 Wochen gedauert, bis der voll war (früher: 1 Woche oder so!) und dann hat manches nicht mehr so doll gerochen. Weil wir die Katzenfutterdosen auch nicht vorher ausspülen, zum Beispiel.. Deshalb möchte ich nicht am Ende des Monats meinen gelben Sack auseinanderpflücken.

Es ist aber auch möglich, die Dinge mitzuschreiben, die ich wegwerfe, oder zu fotografieren. Das werde ich versuchen, zu machen. Und dafür habe ich mir eine Seite in meinem Bulletjournal angelegt:

Ein Bulletjournal-Spread. Auf der einen Seite ist eine Tabelle, was für Müll ich produziere, auf der anderen eine, wo die Ausgaben für Einkäufe aufgelistet werden sollen.

No-Buy-Year 2019

Das andere, was ich wieder machen möchte, ist ein “No Buy Year”, da geht es darum, sich abzugewöhnen, aus Kauflust Dinge zu kaufen, die man eigentlich gar nicht braucht. Ich habe letztes Jahr erfolgreich ein “No Buy” zu Garn gemacht und das will ich dieses Jahr fortsetzen. Bei Garn hab ich aber eh kein Kauflustproblem mehr, denn ich habe mir die letzten Jahre das Garnshoppen schon abgewöhnt gehabt, ich hab nie was gekauft/bestellt, bis auf 1-2 Garne auf Wollfesten. Weil es immer schade ist, all die schönen Garne zu sehen und nichts als Souvenir mitzunehmen, dachte ich. letztes Jahr war ich dann ganz hart und habe gesagt, es darf wirklich GAR NIX gekauft werden.

Alle machen ihre eigenen Regeln, was das No-Buy-Year angeht, und es geht darum, die dann auch einzuhalten.

Ich bin jetzt erst mal dabei, diese Regeln überhaupt zu finden und zu bestimmen, in welchen Bereichen ich bisher Impulskauf-Probleme hatte und wo ich daher eigentlich genug da habe, und nichts mehr neues kaufen möchte. Garn, klar. Da will ich wieder ganz hart sein und wirklich gar nichts kaufen. Bei Outdoor-Ausrüstung will ich auch nichts kaufen, denn ich habe eigentlich alles, was nötig ist, die letzten Touren haben auch gezeigt, dass die Ausrüstung, so wie sie ist, sehr gut zu mir passt. Eine Ausnahme sind Dinge, die kaputtgehen oder verloren gehen, z.B. das geklaute Solarpanel, das ich ersetzt habe, fällt nicht unter die Regel. Als drittes will ich keine Schreib- und Kunst-Materialien kaufen und nur das verwenden, was schon da ist.

Das ist meine elektrische Zahnbürste. Die hintere Griffbeschichtung ist völlig ramponiert bis abgegriffen, aber sie funktioniert.
Das sind zwei Bürstenaufsätze für die elektrische Zahnbürste, die ich mir gestern gekauft habe.

(Vorsicht, im nächsten Absatz kommt unangenehmer Zahnkram vor)

Hier habe ich schon mal zwei Fotos von meiner Zahnbürste und Bürstenköpfen, die ich gekauft habe. Gestern. Ich weiß, die Plastikvermeidungs-Szene ist begeistert von kompostierbaren Bambus-Zahnbürsten. Ich habe aber Zahnprobleme gehabt und bin sehr froh, dass ich halbwegs eine Mundhygiene erstellt habe, mit der ich nicht noch mehr Zähne an Karies und Entzündungen verliere. Und diese Routine werde ich nicht ändern, ausserdem will ich kein funktionierendes Elektrogerät wegwerfen. Zahnbürstenköpfe und die Plastikverpackungen, in denen sie verkauft werden, sind daher Müll, der auch weiter anfallen wird.

Eigentlich gehört zu meiner elektrischen Zahnbürste auch eine Munddusche. Deren Schlauch ist aber nach 2-3 Jahren spröde geworden und einfach zerbrochen. Ich habe mich damals erkundigt, ob das repariert werden kann, und erfahren, dass sie mir eine neue Munddusche samt Schlauch für 20 Euro in das Gerät einsetzen können. Aber dann hätte ich wieder einen Schlauch, der in 2-3 Jahren zerbröselt, wenn die Weichmacher aus dem Plastik entwichen sind. Und das will ich nicht. Allerdings vermisse ich die Munddusche schon.

So, das wars vom heutigen Blog/Tagebuch/Bericht. Wer bei der Challenge mitmachen möchte, melde sich gern bei mir!