Müllvermeidungschallenge, Tag 30: Suche dir eine Zero-Waste-Community

Hüstel, Hüstel…

Also, das finde ich etwas übertrieben, dass man sich zum Müll vermeiden gemeinsam in Gruppen organisieren soll. Müll vermeiden ist eher eine typische Konsumverhaltens-Modifikation, d.h. Leute verändern ihr eigenes, individuelles Verhalten, um die Welt zu verbessern. Was ja an sich nicht falsch ist.

Die Komponente des organisiert-Seins ist auch sehr wichtig für Veränderungen der Welt, und meiner Meinung nach sollten Menschen sich in Gruppen organisieren, um andere Dinge zu ändern als ihr eigenes Konsumverhalten. Denn das kann ich tun, wenn ich ganz allein bin. Mit mehreren kann ich schon mehr tun, also warum nicht mehr tun?

Gruppen dienen auch der Selbstorganisation von alternativen Dingen, Dinge, die man allein nicht hinbekommt.

Was zum Beispiel Sinn macht, ist, mit mehreren in eine Verbrauchsgemeinschaft zu gehen, z.b. eine Food Coop. Der Food-Coop Gedanke ist schon älter und im Unterschied zu einer “Wie vermeide ich noch mehr Müll” Selbsthilfegruppe kauft eine solche Gruppe konkret gemeinsam ein und bekommt bessere Preise für Alle, und die Großgebinde machen weniger Abfall. Damit wird Zero Waste erschwinglicher für diejenigen, die nicht soviel Geld haben.

Oder eine solidarische Landwirtschaft/CSA Mitgliedschaft einzugehen, das entspannt den Einkauf von Gemüse allgemein, weil immer welches rein kommt.

Ich habe Glück, dass ich schon eine “Zero-Waste-Community” habe, nämlich auf der Arbeit und im Freund_innenkreis. Ich wurde ja angesteckt von einer Kollegin, und kann mich auf der Arbeit und mit einer Freundin, die auch Müll vermeidet, darüber gut austauschen. Ok, Tagesaufgabe abgehakt ;)

Ich lese gerade “Zero Waste – weniger Müll ist das neue Grün” von Shia Su

Bislang gefällt es mir sehr gut! Ich habe es als ebook über meine Bücherei ausgeliehen. Angeblich sollte es erst im März verfügbar werden, aber eine Vormerkung zu machen, lohnt sich offenbar, denn ich wurde benachrichtigt, dass es jetzt schon verfügbar ist.

Ich mag an ihrem Buch, dass es wirklich praktisch und einfach geschrieben ist, und dass es den kleinen Geldbeutel mit bedenkt. Ich finde ihre Haltung “mach, was du kannst und verfalle nicht in Perfektionismus” ganz gut.

Und ich habe bei “Nudeln kaufen” genickt, als sie schrieb: Barilla ist die einzige Nudelmarke, die in Pappkartons verkauft wird, aber das muss jeder selbst wissen, ob man ein homofeindliches Unternehmen unterstützen möchte. Nun gibt es Diskussionen, wie homofeindlich Barilla tatsächlich ist, eine italienische Freundin hat mir erzählt, dass die Leitung von Barilla da zurückgerudert sei… ABER ich fand es gut, dass sie es in dem Buch erwähnt. Das zeigt mir, dass es ihr nicht um ein “Müllvermeiden um jeden Preis” geht, und andere Bedenken unter den Tisch fallen.

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Müllvermeidungschallenge, Tag 28: Putzmittel

Zugegeben geht es erst mal um Upcycling.

Heute ist der Job, Alternativen zu herkömmlichem Putzmittel zu finden.

Damit habe ich mich aus Zeitmangel gar nicht befasst, ich hatte nämlich frei und habe mich auf Projekte gestürzt, die ich angefangen habe: Aus den aussortierten Bettbezügen will ich Taschen nähen, und ich hatte schon verschiedene Streifen aus drei verschiedenen Bezügen geschnitten, sie zu gestreiften Patchworkteilen zusammengenäht und gebügelt, und heute wollte ich mit 1-2 Taschen fertig werden. (Hat nicht geklappt, aber ich bin weiter als vorher)

Dann habe ich meinen Tshirt- und Langarmshirt-Vorrat “Konmarit” (also aussortiert und alles schön gefaltet) und nun brauchte ich Boxen für die Teile, die in mein Schrankfach rein passen. Ich habe mir aus einem alten Karton dann zwei maßangefertigte Boxen gebastelt.

Und ENDLICH habe ich die ultimative Boxenbau-Methode gefunden: Ich benutze eine Heißklebepistole! Vorher hatte ich Kreppband zum vorfixieren und Leim verwendet, aber bis das trocken war, war die Wartezeit lang.

Klebstoff aus der Klebepistole ist zwar eigentlich auch Plastik, aber hier baue ich mir ja selber Zeug aus Altpappe, das ich möglichst länger verwenden will, also keine Einwegplaste. Und nur die will ich ja nicht mehr haben. Gebrauchsgegenstände dürfen wegen mir schon Plastik enthalten.

Nach dem Bau habe ich die Boxen noch mit weißer Grundierung grundiert, denn am Ende sollen sie mit Serviettentechnik beklebt werden, und das sieht auf weiß besser aus als auf Karton, wo noch irgendwelches Gekritzel drauf ist und der Versandaufkleber.

Gerade bin ich noch dabei, die Aussenschicht mit Decoupage zu machen, aber das werde ich abbrechen müssen, denn morgen ist wieder ein Arbeitstag und ich muss ins Bett. So kann es wenigstens teilweise trocknen.

Tja, trotz Begeisterung für Marie Kondo sieht es hier gerade aus, als hätte eine Bombe der Kreativität eingeschlagen, und alles in einen halbverwüsteten Zustand gebracht. Wahrscheinlich komme ich erst Donnerstag dazu, weiterzumachen. Meh. Und ein paar Fotos von den Boxen, die ich gemacht habe, werde ich auch erst später hochladen..

Was ist denn nun mit den Putzmitteln?

Ich habe mich vor einigen Jahren schon mal mit “Ökologischerem Putzen” beschäftigt, und aus jener Zeit habe ich noch meinen “Putzkasten”, in dem Dinge wie Zitronensäure, Natron, Waschsoda, Spiritus, Lavendelöl und Essig-Essenz sind.

Ausserdem habe ich Anfang Januar einen Zitronenreiniger mit ausgepressten Zitronenschalen und Essig angesetzt, so wie das bei Smarticular beschrieben wird. Der ist jetzt wahrscheinlich auch durchgezogen, und ich könnte ihn mal absieben und verwenden.

Im Prinzip brauche ich Putzmittel nicht so oft, ich verwende Spülmittel zum Geschirrspülen und dann hat mein Partner einen Glasreiniger und einen Essigreiniger gekauft. Statt dem Glasreiniger könnte ich mit Essig und Spiritus arbeiten, und statt dem Essigreiniger könnte ich das selbstangesetzte Zeug nehmen.

Wenn ich mal etwas abwische – Tisch, Flächen – benutze ich meistens nur Wasser und einen Lappen, wenn ich den Boden wische, Wasser und ein paar Tropfen ätherisches Öl.

Das Spüli habe ich übrigens im Unverpacktladen gekauft (ich glaube, ich habe berichtet) und meine kleine gläserne Pumpspenderflasche (vielleicht 0.4 Liter) zu füllen, hat einen Euro gekostet.

Ich werde mal sehen, wie das laufen wird!

Müllvermeidungschallenge, Tag 26: Mach dir Heißgetränke zuhause.

Hier geht es wieder um die leidige “Kaffee to go” Becher-Sache. Ich bin davon nicht wirklich betroffen, denn ich habe schon einfach so im Alltag so gut wie nie einen Pappbecherkaffee getrunken. Vielleicht liegt das auch daran, dass ich nicht so viele Aktivitäten betreibe, wo Menschen üblicherweise Pappbecher-Kaffe trinken.

Jetzt bin ich kulturforscherisch neugierig und frage mich gerade: Äh ja, bei welchen Gelegenheiten kommt das denn meistens vor? In der Pause in der Schule, Uni und bei der Arbeit, ganz oft. Wenn ich mir die Bäckerei ansehe, wo ich arbeite, kommt die halbe Schule in der Pause angedackelt und holt sich einen Pappbecherkaffee. Aber das ist ja nur so eine Momentaufnahme. Bei mir auf Arbeit haben wir Porzellantassen und eine Kaffeemaschine für die Verwendung mit losen Bohnen.

Aber diese Aufgabe. Ich soll mir Kaffee oder Tee zuhause machen. Das klingt irgendwie, als würden die Leute da, wo Zero Waste Chef wohnt, zuhause sowas gar nicht machen, sondern rausgehen, um es im Pappbecher zu trinken.

Wie dem auch sei: Ja, ich mache mir Tee zuhause, ich habe auch jetzt vermehrt losen Tee, während ich vorher auch Beuteltee hatte. Besonders diese schicken, hippen Sorten von Cupper + Co. Aber deren Beutel sind in Plastikfolien, die mit Papier ummantelt sind, umverpackt, so dass man noch nicht mal sieht, dass da Plastik ist! Das ist so fies! Deshalb: Goodbye Cupper + Co – auf nimmerwiedersehen. Schade, weil es war eigentlich mal lecker.

Dafür ist der lose Tee auf meiner Kiez-Teehandlung der leckerste der Welt.

Da wir gerade gar keinen Kaffee bei uns zuhause trinken: Was ist denn aus Tschibo, Eduscho etc. geworden – konnte man da früher nicht die Bohnen so lose kaufen? Oder sich gleich mahlen lassen? Ich sehe diese Läden gar nicht mehr, vielleicht sind sie auch dem Convenience-Gedanken zum Opfer gefallen. In der Bäckerei haben wir übrigens Cafe Libertad – den gibts es zwar verpackt, aber 1 Kollegin sammelt die Packungen und macht andere Dinge daraus, insofern wird es wenigstens recycelt.

Der Wochenend-Einkauf

Vorhin waren wir auf dem Markt, unseren Samstags-Wochenend-Einkauf zu machen. Der Käsestand-Mann kennt uns jetzt schon vom Sehen und packt uns den Käse profihaft in unsere mitgebrachten Behälter, das läuft inzwischen so glatt, dass es uns gar nicht mehr komisch vorkommt.

Gemüse haben wir auch noch mitgenommen, und dann waren wir in einem der letzten Kiez-Bioläden, die sich gegen die Supermarktketten behaupten, und die haben dort ein unheimlich großes Unverpackt-Angebot!

Man kann sich Mandelmus und Tahin abfüllen, Linsen und Saaten auch, und Gummibärchen! Ausserdem gibts da den leckeren Räuchertofu aus der kleinen Manufaktur nebenan ebenfalls lose.

Dafür hat der Einkauf mit fast 40 Euro zu Buche geschlagen. Puh. Aber gut, es waren viele Luxussachen dabei, wie Süßkram und der Räuchertofu. Und Das reicht jetzt wieder für den Großteil der Woche. Der Käse reicht für die ganze Woche, und beim Gemüse holen wir noch hier und da was dazu. Aber das wird dann nur noch wenig kosten.

Müllvermeidungschallenge, Tag 25: Benutze die Bücherei

Oh no, es ist schon viertel nach 11, dann muss ich für den heutigen Bericht mal in die Pötte kommen.

Na klar benutze ich die Bücherei! Bzw. nicht klar. Ich hatte einige Jahre Pause und habe erst letztes Jahr im Herbst meinen Ausweis reaktivieren lassen. Und das war super! In Berlin haben sie ja wirklich fast alles. Und nicht nur Bücher, es gibt auch “digitale Angebote” (Direktlink war nicht möglich, daher habe ich auf die Startseite verlinkt, aber im Menü findet es sich gleich).

Hier kann man so gut wie alle Zeitungen online lesen, auch Artikel, die ansonsten hinter Paywall sind. Ausserdem gibt es Portale zum Filme und Serien schauen, zum Musik streamen und herunterladen (auch wenn es da bei weitem nicht alles gibt), und Hörbücher. Ich habe bis jetzt nur den Musikdienst und das Zeitunglesen benutzt. Und das ist schon sehr cool!

Ich habe Sauerkraut angesetzt!

Vor ein paar Tagen war ja die Aufgabe, etwas zu fermentieren, und ich habe das zu dem Tag nicht geschafft, aber wollte eigentlich Kimchi machen. Für Kimchi habe ich nur die Zutaten nicht im schlecht sortierten Discounter gefunden, in dem ich noch schnell nach dem heutigen Tattoo-Termin einkaufen war. (habe einen plastikfreien und verpackungsarmen Einkauf hinbekommen, dennoch!) Also habe ich mir einen großen Weißkohl geholt und den in stundenlanger Arbeit fein gehackt.

Sauerkraut Sauerkraut Sauerkraut

Nach dem Hacken musste es mit Salz bestreut und gestampft werden. Für letzteres stand in dem Rezept, man solle es mit den Händen einfach durchkneten. Ich fand das etwas beschwerlich, aber dann habe ich eben gleich ein Abend-Workout mit eingelegt.

Sauerkraut
Hier steht es nun: Das Glas mit dem Kraut, das im eigenen Saft schwimmt, und nun hoffentlich durchgärt.

Dadurch soll der Kohl theoretisch soviel Flüssigkeit abgeben, dass man ihn im eigenen Saft untertauchen kann. Und das hat auch funktioniert. Auf Anraten des Rezepts habe ich noch Ingwer und Knoblauch mit reingetan, um den Geschmack zu verbessern. Dann kommt der Kohl-Matsch in ein Gefäß und wird dicht an dicht gepackt. Alles muss fest zusammengedrückt werden, damit keine Luft eingeschlossen wird, und das Wasser muss über dem Kraut stehen. Und dann muss oben ein Gewicht draufgelegt werden, damit nichts an die Luft hochsteigen kann, wo es verschimmeln könnte. Ich habe einen Teelichthalter aus Glas als Gewicht benutzt.

Ja, und jetzt bin ich sehr, sehr gespannt auf die nächsten Tage!

Müllvermeidungs-Challenge, Tag 23 + NoBuy Erweiterung

Heute wäre bei der Zero-Waste-Challenge dran: Hole Essen zum Mitnehmen in deinem eigenen Behälter. Das mache ich seit einer Weile schon, und ich habs sogar schon mal weit vor meiner Plastikfreien Zeit gemacht, weil ich diese Materialverschwendung von Essen zum Mitnehmen schon immer so furchtbar fand.

Also werde ich euch nicht mehr mit meiner Tiffin-Box und dem darüber labern behelligen, sondern einfach diskret die heutige Aufgabe abhaken.

Dafür war mein NoBuy heute in Gefahr: Ich habe ja noch Duschgel und Bodylotion, und ich habe auch vor, wenn das alles alle ist, mir entsprechend selber was zu machen. Zumindest für die Bodylotion, da möchte ich gerne selbst Sheasahne machen, aus der Sheabutter, die ich noch “von früher” hier habe.

Aber dann glotze ich auf Youtube ein Video über die “Naked” Lotions und Duschgele von Lush, also feste Duschgele und feste Lotions. Und obwohl ich Lush schon immer pseudo-öko und teuer fand, hat sich mein Hang, gerne mal nach Pflegeprodukten zu shoppen, mit meiner derzeitigen Müllvermeidungsphase ungut verbunden und ich habe überlegt ob ich mir sowas kaufen gehen sollte.

Aber NEIN, denn erstens ist Lush noch immer sehr, sehr teuer und nicht mal so top gut, zweitens habe ich immer noch genug Duschgel zum Aufbrauchen zuhause, und drittens möchte ich mir doch diese Shea-Sahne als Bodylotion selbst machen.

Ich merke schon: Ich muss mein NoBuy um eine Kategorie erweitern: Keine unnützen Pflegeprodukte kaufen. Also lautet die neue Regel: Nur was kaufen, wenn etwas wirklich alle geworden ist, und ich echt keine Zeit zum Selbermachen hatte.

Müllvermeidungs-Challenge, Tag 20: Second Hand

Eigentlich ist die heutige Aufgabe “Go to the thrift shop”. Bei uns ist Sonntags aber der “Thrift Shop” zu, deshalb war das nicht so möglich. Aber ich habe im Januar, und auch schon im Dezember, erfolgreich 2. Hand gekauft und verkauft, über ebay Kleinanzeigen.

Als am Weihnachtsabend mein Repeater kaputt ging, habe ich einen von einem Freund geliehen bekommen, und der hat auch (leider erfolglos) versucht, den Repeater zu reparieren. Daher habe ich ihn kürzlich, also jetzt Mitte Januar, durch einen gebraucht gekauften ersetzt.

Was ich schon losgeworden bin: Ein paar Bücher, ein Sack Waschnüsse (ich mag die einfach nicht, und er war sehr, sehr alt), eine Computermaus.

Ich habe mir Baumwollputzlappen genäht

Weil ich vor kurzem den Wäscheschrank aussortiert hatte: Aus einem ausgedienten Bettbezug habe ich mir über 50 Putztücher genäht. (1 Bezug zerschnitten und alles umsäumt) Das sind eigentlich viel zu viele. Deshalb werde ich sie unter Befreundeten verschenken, und nur die behalten, die ich brauche.

Ich brauche auf jeden Fall einige Putzlappen zum Fahrrad putzen, dann eignen sie sich auch gut als Brillenputztücher, und so als Wischtücher sind sie bestimmt auch okay.

Auf meinem Schneidetisch hübsch gestapelt sind Putztücher aus geblümtem beigen Baumwollstoff. Sie sind in Bündelchen mit je 6 Tüchern zusammengefasst, und ganz vorn liegen meine Werkzeuge: ein Lineal und der Rollschneider. Gerade Dinge schneiden zum nähen ist so viel geiler damit!

Müllvermeidungs-Challenge Tag 17: Shampoo

Ich habe das Thema Duschen und Haarewaschen bisher vermieden, denn ich habe eine umfangreiche Sammlung an quietschbunten, verschieden duftenden Duschgelen. Alles in Plastikflaschen. Bis das alles mal alle ist, dauert es noch etwas.

Aber wenn es so weit ist, werde ich meine Haare wahrscheinlich mit irgendeiner Haarseife waschen. Ich glaube, ich werde auch weiterhin meine Haare kurz halten, dann brauche ich auch wenig zum Pflegen.

Doch halt! Ich habe mir ja 2018 ein Kilo Lavaerde (im Karton) angeschafft, um auf Fahrradtouren die Sonnencreme abzubekommen, wenn man keine sanitären Einrichtungen hat und auch die Umwelt nicht mit Tensiden belasten will. Vielleicht nehme ich einfach die.

Ich hab meinen/unseren Wäscheschrank gekonmarit

Ich und mein Partner haben neulich drüber geredet, wie wir gar keinen Überblick mehr haben, was von unseren Bergen an Bettwäsche “noch gut” ist, und was weg kann.

Also habe ich heute den Wäscheschrank ganz klassisch komplett ausgeräumt, alles in die Hand genommen, und das, was ich behalten will, schön gefaltet und geordnet in den Schrank zurückgepackt. Es ist viel neuer Stauraum frei geworden, würde ich sagen.

Die Rosenblätter haben im Blog von Vielen einen spannenden Post über Ausmisten und Minimalismus geschrieben.

Ich habe mir in letzter Zeit oft Gedanken gemacht, ob man zum Ausmisten können Geld haben muss. Um sich das, was man rauswirft, dann wieder neu anschaffen zu können, wenn man es doch wieder braucht.

Ich habe nicht viel Geld.( ich habe lieber mehr Zeit, aber auch damit ist es nicht so weit her, denn im Handwerk wird man nicht grad reich). Daher kann ich seit vielen Jahren davon reden, dass ich durchaus ausmisten kann, obwohl ich wenig Geld habe. Zum Beispiel die Bettwäsche jetzt: Vieles, was wir haben, haben wir von anderen geschenkt bekommen, die ihrerseits ausgemistet haben. Einiges haben wir dazu gekauft, z.B. Spannbettlaken.

Davon sind einige einfach verschlissen gewesen, auch Bettbezüge waren zum Teil super oll, so, dass ich davon eigentlich nicht mal etwas weiter verschenken kann. Wir haben vor 10 Jahren mal neue Bettwäsche gekauft, weil wir nie sowas hatten, und trotzdem die alten, geschenkten Sachen behalten.

Das führte dazu, dass der Schrank einfach viel zu voll war, und das, was wir so “aufhoben” “für später” war eigentlich zum Großteil völlig unbrauchbar: vergilbt, fadenscheinig – wenn echt mal Besuch kam, hätten wir das gar nicht benutzen können, weil es doch zu beschämend gewesen wäre.

Nein, sowas rauszuwerfen, damit machen wir uns nicht arm. Das fraß nur Schrankplatz und sogar einen selbstgestrickten Pullover – denn als ich aussortierte, tauchte auf einmal ein lang vermißter Pulli von mir wieder auf. Zum Glück unversehrt und nicht mottenzerfressen. Er war bestimmt 4 Jahre unter Bettwäsche vergraben gewesen. Da kannste mal sehen!

Der aufgeräumte Schrank: Die Bettwäsche ist auf eine Größe gefaltet, die Laken sind in einer orangen Postkiste, für die ich bislang gar keine Verwendung hatte, und die Socken in einem Karton gelandet.

ZW Challenge, Tag 11: Gemüsereste sammeln

Heute ist die Idee bei der “Zero Waste Challenge“, Gemüsereste aufzuheben, um damit selber Gemüsebrühe zu kochen. So muss man keine Instant-Brühe mehr kaufen.

Das klingt erst mal gut! Seit ich versuche, plastikfrei einzukaufen, koche ich (wir) viel öfter und der einzige Müll, der ständig runtergetragen werden muss, ist der Komposteimer. Gemüsereste fallen da schon ständig an!

Gestern habe ich dann auch schon mal einen Brokkoli-Strunk in ein Glas getan und in den Kühlschrank gepackt. Heute werde ich den ganzen Tag auf der Arbeit sein, deshalb habe ich heute gar keine Zeit, irgendwas zu kochen, und es wird auch keine Gemüsereste geben.

Mal sehen, ob ich überhaupt genug sammle, bevor sie in ihrem Glas im Kühlschrank vergammeln..

Und was macht das no-Buy-Year?

Das läuft auch sehr gut. Ich habe von einer lieben Person auf twitter ein Profil auf deren Netflix Account bekommen, und schaue jetzt “Tidying up with Marie Kondo”, von dem alle(tm) gerade so begeistert sind.

Was mich daran fasziniert, ist, wie sie die Beziehung von Menschen zu ihren Sachen und ihrem Zuhause sieht. Ich habe gemerkt, dass ich zu meinem Garnvorrat ein sehr ähnliches Verhältnis habe wie Marie Kondo zu ihren Dingen. Ich habe mir angewöhnt, eigentlich wegen der ständig drohenden Mottengefahr, mein komplettes Garn einmal im Jahr (oder zweimal) auf einen großen Haufen zu packen und alles durchzusehen.

Dabei stelle ich immer wieder fest, was für einen großartigen Stash ich habe, und was ich alles damit stricken will. Kauflust auf neues Garn habe ich seither kaum noch, weil ich mir regelmässig vor Augen führe, was ich selbst habe und wie schön es ist.

Ich sortiere dabei aber nie etwas aus, und ich halte auch nicht jedes Garn einzeln in der Hand um zu fühlen, ob dieses “spark joy” abgeht. Bei mir gibt es eher ein anderes Phänomen: Ich fühlte schon immer etwas für die “Underdogs”, die “ungeliebten”, sowohl Personen, als auch Tiere, oder Dinge. Bei meinem Garn stricke ich ganz gerne zuerst etwas aus Garn, das ich schon sehr lange habe, also etwas, das “schon lang warten musste”, oder aus Garn, das andere aussortiert haben, oder gerade das weniger schöne, edle Garn. Ich mag es, daraus schöne Dinge zu stricken und aus dem “weniger schönen” Garn extra etwas schönes zu machen!

Deshalb mag ich auch den ganzen Upcycling-Gedanken.

Gestern war ich bei der Zahnärztin, und früher hatte ich die Angewohnheit, mir nach dem Termin irgendwo eine Kleinigkeit als “Belohnung” zu kaufen. In der Nähe meiner Zahnärztin ist eine Mall mit mehreren Kreativ- und Kunstläden. Ich habe schon gemerkt, dass ich gerne ein wenig durchgegangen wäre und mir ein “Zahnarztgeschenk” gekauft hätte, aber ich brauche wirklich gerade nix an Kunstmaterialien, und daher hab ich mir den Impuls auch relativ einfach verkniffen.

Vielleicht werde ich demnächst mal meine Kunst-Vorräte neu zu organisieren versuchen, und den “Marie Kondo Effekt” nutzen. (Den ich, ohne Marie Kondo zu kennen, schon länger für mein Garn nutze)

Und sonst so

Content Notiz: Hier gibt es Diät Talk.

Ich habe mich ja gerade auf Zuckerfrei gesetzt, und versuche, 3 Stunden vor dem Schlafengehen nichts mehr zu essen, und auch ein wenig mehr schonende Dinge zu essen. Ich hatte ganz schön Stress im Januar und das hat mir auf den Magen und die Magensäure geschlagen. Inzwischen geht es mir schon besser! Auch wenn das mit dem Zuckerfrei noch nicht so 100% klappt und es Disziplin erfordert, sich kurz vor dem Schlafengehen nicht noch Snacks reinzuhauen. Mein Magen wird es mir danken!

Ich glaube, ich habe inzwischen leider einfach eine Neigung zu Sodbrennen, vielleicht hat es die Grenze zur Reflux-Krankheit auch schon überschritten, genaueres könnte wohl nur eine Magenspiegelung ergeben (sagte der HNO) und dann wäre das Problem ja nicht behoben.

Manche Webseiten empfehlen, abzunehmen, aber mein HNO ist selber dick und war nett genug, mir das nicht zu empfehlen. Ich glaube auch nicht ans Abnehmen, ich glaube daran, gesünder zu leben und sich Gutes zu tun, und den Körper dann das eigene Gewicht selbst bestimmen zu lassen.

Es kann sein, dass ich durch Zuckerverzicht und abends nix mehr essen abnehme. Vielleicht aber auch nicht. In jedem Fall wird es nichts sein, das ich steuere oder primär anstrebe.

ZW Challenge, Tag 10: Lose Dinge einkaufen

Ich mach diese Challenge von “Zero Waste Chef” schon seit 1. Januar, so ein wenig just for fun. Heute ist “Day 10: Fill up on staples at the bulk bins” dran, was eigentlich soviel heißt, wie lose Grundnahrungsmittel einzukaufen. Scheinbar gibt es in den USA und Kanada “Bulk Stores”, wo Großpackungen eingekauft werden und man die Lebensmittel dann lose kaufen kann, und das ist dann sogar billiger.

Nicht so in Deutschland! Das wäre ja auch viel zu einfach! Warum einfach, wenn man es auch bürokratisch und hochkompliziert haben kann! Denn Vorschrift ist Vorschrift und Dienst ist Dienst!

Deswegen gibt es hier erst seit Kurzem “Unverpackt-Läden”, und diese haben mit vielen Vorschriften und Auflagen zu tun. Das macht die Produkte dann eher teurer, als billiger. Zudem verkaufen hiesige Unverpacktläden fast ausschließlich Biowaren, wer also konventionelle Lebensmittel aus Kostengründen bevorzugt, hat Pech gehabt.

Wenn es möglich ist, kaufe ich Lebensmittel, die ich auch so unverpackt bekommen kann. Aber bei bestimmten Dinge, z.B. Hülsenfrüchten, gelingt mir das gar nicht. Auch Spülmittel oder Shampoo ist ebenfalls sehr schwierig, früher hatte fast jeder Bioladen Kanister da stehen, (das habe ich kürzlich schon mal geschrieben, oder?) aber das ist heute sehr aus der Mode gekommen.

Überhaupt war das Plastik vermeiden in der früheren Bio-Szene gang und gäbe. Unverpacktläden und Plastikvermeidung sind eigentlich gar nicht so neu. Nur, weil inzwischen die Bio-Szene so davon abgekommen ist, erscheint es vielen Leuten heute so, als wäre das etwas Neues.

Ich brauche heute gar nicht so viele Vorräte, denn ich bin noch ganz gut bestückt im Moment. Gerade ist mir ein großes Vorratsglas leer geworden, wo Nudeln drin waren. Allerdings sind mir die Nudeln im Unverpacktladen zu teuer im Vergleich zu verpackten Nudeln. Deshalb werde ich am Wochenende Nudeln selbst machen, trocknen und damit mein Glas nachfüllen.

Aber halt, dafür muss ich Hartweizenmehl besorgen! Das krieg ich zum Glück in der Bäckerei, also muss ich daran denken, ein großes Glas dorthin mitzunehmen.

Etwas war ich heute einkaufen: Dieses große Glas Kamillenblüten. Wir haben in Berlin einen “Bulk Store” für Kräuter, nämlich “Kräuter Kühne”. Allerdings verkaufen sie NUR in 100g-Einheiten, wer also Kräuter in eigene Behälter gefüllt haben möchte, muss welche haben, die groß genug dafür sind.

Das schöne, alte Glas stammt noch aus unserer früheren Gemeinschaftsküche, darin sind leckere, duftende Kamillenblüten.

ZW Challenge, Tag 9: Essensplanung

Heute hätte ich ja fast nichts geschrieben! Aber ich schreibe doch etwas, zur Zero Waste Challenge: Heute ist “Meal planning” dran. Etwas, das ich leider selten mache, aber was ich öfter machen sollte, denn es reduziert das Wegwerfen von Essen und man kommt eher dazu, auch dann mal was zu kochen, wenn man viel beschäftigt ist.

Wir hatten auch mal einen “ewigen Essensplan”, wo wir 3 Wochen Mahlzeiten geplant hatten, und das wiederholt sich ständig von vorne. Das haben wir aber nie wirklich lang durchgezogen. Wo genau der “Fehler” lag, weiß ich nicht, aber vielleicht liegt es auch nicht allen Leuten gleichermaßen.

Letzten Samstag haben wir etwas Gemüse auf dem Markt gekauft, und davon ist noch Weißkohl und rote Bete da, Sellerie und Möhren, ausserdem ein Brokkoli, der günstig war, und dann habe ich heute Süßkartoffeln in einem Gemüseladen im Angebot gesehen. Dann war es ein Leichtes, die nächsten Tage Essen aus diesem Gemüse zu planen, und für die Tage dazwischen noch irgendwelche einfachen Rezepte.

Dann habe ich mir noch notiert, was ich dazu noch besorgen muss. Es ist gar nicht so viel, das sollte doch stressfrei zu schaffen sein!

Außerdem habe ich heute meinen kaputtgegangenen Repeater ersetzt, aber nicht durch Neukauf, sondern ich habe ein gebrauchtes Gerät über Ebay Kleinanzeigen erstanden. Das ist echt super, und dann wirft jemand anderes ein unverwendetes Gerät nicht weg! Inzwischen hängt es schon an der Wand und tut ganz gut seinen Dienst.