Kaufnix + Kondo Update

Ich mache ja dieses Jahr ein #noBuy – Jahr, zusammen mit ein paar anderen Leuten, die ich durch das Internet kenne. Manche bloggen auch dazu, und so habe ich gerade diesen Artikel von TQ über den Frühling, Mode und noBuy gelesen.

Jetzt regt mich das an, über mein Verhältnis zu Mode zu reden.

Ich bin ja ein Modemuffel und lebe nach dem Motto: Es gibt Frauenklamotten, Männerklamotten und Outdoorklamotten. Und Letztere sind meins! Dazu kamen noch ein paar Metalshirts die letzten Jahre, und selbstgestrickte Oberteile, Tadaaa! Es muss vor allem funktional sein.

Ich trage eigentlich auch oft die Sachen von anderen Leuten auf, und wenn ich mir mal etwas kaufe, dann ist es eine Cargo-Hose oder eine Outdoor-Hose oder etwas, das beides in sich vereint. Seit ich meine Kleidung “Konmarit” habe, bin ich noch viel zufriedener mit dem, was ich schon habe. Denn jetzt ist es schön sortiert und liegt nicht zwischen lauter Altkleidern im Schrank, die mir nicht mehr passen. Ich habe nur noch Lieblingsteile!

Zum Beispiel zwei Winter-Cargo-Hosen und zwei Sommer-Trekking Hosen. Wobei ich noch eine Fahrrad-City-Hose habe, die aber trotz sauteurer Outdoor-Marke nach 3 Monaten kaputt ging. Und ratet mal, wer den Kassenzettel verloren hatte? Hmpf! Ich hatte sie repariert, aber das eingesetzte Stück Stoff ging auch schnell kaputt. Vielleicht ist der Schnitt einfach Schrott. Einmal werde ich noch ein neues Stück Stoff einsetzen und sehen, was dann passiert.

Gerade ist ja flicken total hip. (Mal nach dem Hashtag #visiblemending auf Instagram suchen, z.B.) Hoffentlich motiviert mich das, endlich diese Hose zu reparieren.

Irgendwie würde ich diese Art, mich mit immer den gleichen Klamotten einzuhüllen, nicht als unstylish abtun. Ich mag den funktionalen Look von Outdoor- und Funktionsklamotten einfach. Ich mag bequeme Tshirts, Hosen mit vielen, vielen, VIELEN Taschen, karierte Hemden, kuschlige Strickjacken, Wollsocken und Schuhe, in denen ich bequem laufen kann, und ich mag, wie ich damit aussehe. Ich frage mich, ob es konservativ ist, wenn man seinen Stil nicht so sehr verändert. Aber ich glaube, für mich ist das, wie ich jetzt rumlaufe, schon eine Veränderung. Ich trage gerne mehr maskuline Sachen, eher so in Richtung Holzfäller als Richtung Büroheini, und früher habe ich viel mehr Hippie-kram gemocht und hatte auch einige lange Röcke aus gebatiktem, bestickten Baumwollstoff.

Ich denke ja, dass es sowas wie “Meta-Style” gibt. z.B. eine Person, die halt neue Fashion-Teile ausprobiert, und gerne modebewusst herumläuft, hätte für mich eben dies als “Meta-Style”. So wie mein “Meta-Style” in die Richtung funktional/outdoor/maskulin/unisex geht.

Für mich ist das gar nicht so experimentell, sondern ich sehe eher das gleichbleibende, nämlich, dass die Person gerne modische, schicke, stylische Sachen trägt. Ich kann aber auch die neueste Mode von der von vor ein paar Jahren nicht unterscheiden. Was ich schon bemerke, ist, wenn Schnitte und Stoffe nicht nur rein funktional sind, sondern dann schon ins künstlerische gehen. Das ist für mich eigentlich das bemerkenswerte an einem modebewussten Meta-Stil: Dass die Kleidung ein bewusst künstlerisches Design hat. Egal von wann das Design jetzt genau ist, oder ob man wirklich den “letzten Schrei” trägt. Klar, kann man jetzt wieder sagen: “Alles ist ja irgendwie Kunst”, aber das meine ich nicht.

Mein Konmari Prozess läuft gut

Stoffe

Ich habe inzwischen meinen Stoff-Stash mit der Konmari Methode entrümpelt, und es dauerte eine Woche, bis ich fertig war. Anders als der Garnstash habe ich mich die letzten 15 Jahre eigentlich nie um das Durchsehen der Stoffe gekümmert, und immer nur mal hier und mal da ein schönes Stöffchen gekauft. Das wirkt sich aus. Ich habe eine große Ikea-Tasche mit wirklich unbrauchbaren Sachen aussortiert, und eine kleine Tüte mit neuwertigen Stoffen, die ich halt niemals mehr verwenden werde.

Letztere werde ich demnächst mal versuchen, über ebay Kleinanzeigen loszuwerden. Der Rest geht zum Recyclinghof, schätze ich, denn die meisten Kleidungs-Sammelbehälter nehmen nur noch Kleidung an, die noch verkauft werden könnte. Ich habe die alten (aber sauberen) Lumpen immer trotzdem reingeworfen, weil ich gelesen habe, die müssen das dann recyceln. Aber wenn der Recyclinghof das auch offiziell annimmt, gehe ich doch lieber da hin.

Bücher und Papierkram

Außerdem habe ich meine Bücher durchgesehen, und einen Großteil meines Papierkrams. Ich habe 22kg Bücher gespendet und ich glaube, auch nochmal 20kg Papiere in den Altpapiercontainer gebracht. Unglaublich, wieviel Platz in den Regalen frei geworden ist! Ich hatte sogar drei Bücher doppelt. Und ich hatte es nicht gewusst. Ich dachte immer, diese Stories stehen in den Anekdoten von Aufräum-Coaches, aber mir passiert das doch niemals. Tja!

Und das, obwohl ich noch im Dezember Bücher aussortiert hatte, und wir da schon eine große Tasche ins Antiquariatscafe gespendet hatten. Das hat mich von der Marie-Kondo-Methode wirklich überzeugt. So, wie ich aussortieren und aufräumen vorher angepackt hatte, war es einfach zu ineffektiv.

Als nächstes muss ich nochmal zum Papierkram gehen, da bin ich noch nicht fertig gewesen. Also zu Belegen, Dokumenten, und dem ganzen Bürokratie-Mist. Da kann ich mal die Dinge, die endgültig verjährt sind, wegwerfen. Dazu gehört auch, sich zu erkundigen, welche Papiere wie lang aufbewahrt werden müssen und ob überhaupt.

Ich will gerade echt nichts kaufen, aber meine Handcreme ist alle!

Ob es am Konmari-Prozess liegt, weiß ich nicht. Aber im Moment habe ich wirklich null Lust, mir irgendwelche Dinge anzuschaffen. Wobei ich jetzt doch eine Verwendung für meinen Outdoorladen-Gutschein gefunden habe: Ich habe meine Handcreme aufgebraucht, und ich HASSE es, dass ich gerade keine mehr habe. Aufgrund meiner Plastikmüllvermeidung kaufe ich gerade keine Creme nach, sondern versuche Alternativen.

Gerade brauche ich eine Massage-Bar von Lush auf, die ich vor Ewigkeiten gekauft hatte und deren Duft komplett verflogen ist. Sie ist zu fettig und zieht eigentlich nicht ein, so dass meine Hände sich anfühlen, als würde die Haut unter einem Fettfilm weiter nach Feuchtigkeit schreien.

Von mehreren Leuten habe ich inzwischen die Lotion-Bar “Climb on” empfohlen bekommen, das ist eine feste Handlotion, die für angegriffene Kletter-Hände sehr wohltuend sein soll. Und beanspruchte Hände, die auch noch ständig mit Magnesia bepudert werden, sind ja schon die Königsklasse.

Die Lotionbar kommt in einem Metalldöschen, und wenn das leer ist, kann ich mir ja auch selbst gemachte feste Lotion da rein tun. Daher klingt das schon sehr nach Zero Waste! Weil mein Outdoorladen das führt, kann ich dafür ja meinen Gutschein verbraten, yes!

Eine kleine Schublade voller regenbogenbunter Batikstoffe, nachdem ich sie sortiert und neu geordnet hatte.
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ZW Challenge, Tag 11: Gemüsereste sammeln

Heute ist die Idee bei der “Zero Waste Challenge“, Gemüsereste aufzuheben, um damit selber Gemüsebrühe zu kochen. So muss man keine Instant-Brühe mehr kaufen.

Das klingt erst mal gut! Seit ich versuche, plastikfrei einzukaufen, koche ich (wir) viel öfter und der einzige Müll, der ständig runtergetragen werden muss, ist der Komposteimer. Gemüsereste fallen da schon ständig an!

Gestern habe ich dann auch schon mal einen Brokkoli-Strunk in ein Glas getan und in den Kühlschrank gepackt. Heute werde ich den ganzen Tag auf der Arbeit sein, deshalb habe ich heute gar keine Zeit, irgendwas zu kochen, und es wird auch keine Gemüsereste geben.

Mal sehen, ob ich überhaupt genug sammle, bevor sie in ihrem Glas im Kühlschrank vergammeln..

Und was macht das no-Buy-Year?

Das läuft auch sehr gut. Ich habe von einer lieben Person auf twitter ein Profil auf deren Netflix Account bekommen, und schaue jetzt “Tidying up with Marie Kondo”, von dem alle(tm) gerade so begeistert sind.

Was mich daran fasziniert, ist, wie sie die Beziehung von Menschen zu ihren Sachen und ihrem Zuhause sieht. Ich habe gemerkt, dass ich zu meinem Garnvorrat ein sehr ähnliches Verhältnis habe wie Marie Kondo zu ihren Dingen. Ich habe mir angewöhnt, eigentlich wegen der ständig drohenden Mottengefahr, mein komplettes Garn einmal im Jahr (oder zweimal) auf einen großen Haufen zu packen und alles durchzusehen.

Dabei stelle ich immer wieder fest, was für einen großartigen Stash ich habe, und was ich alles damit stricken will. Kauflust auf neues Garn habe ich seither kaum noch, weil ich mir regelmässig vor Augen führe, was ich selbst habe und wie schön es ist.

Ich sortiere dabei aber nie etwas aus, und ich halte auch nicht jedes Garn einzeln in der Hand um zu fühlen, ob dieses “spark joy” abgeht. Bei mir gibt es eher ein anderes Phänomen: Ich fühlte schon immer etwas für die “Underdogs”, die “ungeliebten”, sowohl Personen, als auch Tiere, oder Dinge. Bei meinem Garn stricke ich ganz gerne zuerst etwas aus Garn, das ich schon sehr lange habe, also etwas, das “schon lang warten musste”, oder aus Garn, das andere aussortiert haben, oder gerade das weniger schöne, edle Garn. Ich mag es, daraus schöne Dinge zu stricken und aus dem “weniger schönen” Garn extra etwas schönes zu machen!

Deshalb mag ich auch den ganzen Upcycling-Gedanken.

Gestern war ich bei der Zahnärztin, und früher hatte ich die Angewohnheit, mir nach dem Termin irgendwo eine Kleinigkeit als “Belohnung” zu kaufen. In der Nähe meiner Zahnärztin ist eine Mall mit mehreren Kreativ- und Kunstläden. Ich habe schon gemerkt, dass ich gerne ein wenig durchgegangen wäre und mir ein “Zahnarztgeschenk” gekauft hätte, aber ich brauche wirklich gerade nix an Kunstmaterialien, und daher hab ich mir den Impuls auch relativ einfach verkniffen.

Vielleicht werde ich demnächst mal meine Kunst-Vorräte neu zu organisieren versuchen, und den “Marie Kondo Effekt” nutzen. (Den ich, ohne Marie Kondo zu kennen, schon länger für mein Garn nutze)

Und sonst so

Content Notiz: Hier gibt es Diät Talk.

Ich habe mich ja gerade auf Zuckerfrei gesetzt, und versuche, 3 Stunden vor dem Schlafengehen nichts mehr zu essen, und auch ein wenig mehr schonende Dinge zu essen. Ich hatte ganz schön Stress im Januar und das hat mir auf den Magen und die Magensäure geschlagen. Inzwischen geht es mir schon besser! Auch wenn das mit dem Zuckerfrei noch nicht so 100% klappt und es Disziplin erfordert, sich kurz vor dem Schlafengehen nicht noch Snacks reinzuhauen. Mein Magen wird es mir danken!

Ich glaube, ich habe inzwischen leider einfach eine Neigung zu Sodbrennen, vielleicht hat es die Grenze zur Reflux-Krankheit auch schon überschritten, genaueres könnte wohl nur eine Magenspiegelung ergeben (sagte der HNO) und dann wäre das Problem ja nicht behoben.

Manche Webseiten empfehlen, abzunehmen, aber mein HNO ist selber dick und war nett genug, mir das nicht zu empfehlen. Ich glaube auch nicht ans Abnehmen, ich glaube daran, gesünder zu leben und sich Gutes zu tun, und den Körper dann das eigene Gewicht selbst bestimmen zu lassen.

Es kann sein, dass ich durch Zuckerverzicht und abends nix mehr essen abnehme. Vielleicht aber auch nicht. In jedem Fall wird es nichts sein, das ich steuere oder primär anstrebe.

Neujahrs-Challenge Tag 2: “Buy nothing new”. Die Regeln!

Das passt ja auch sehr zu meinem No-Buy-Year. ;D Deswegen wäre heute eigentlich ein guter Tag, um die Regeln für das Jahr zu formulieren.

Meine No-Buy-Year-Regeln

  • Es wird kein Garn gekauft. Und möglichst auch keins ertauscht, ausser, ich tausche es ebenfalls gegen Garn. Ich möchte am Ende des Jahres wieder weniger Garn-Stash haben als am Anfang.
  • Keine Outdoorausrüstung wird gekauft. Ausnahme: Wenn etwas essentielles kaputt geht, darf es ersetzt werden. Und ich darf Reparieren (und dafür nötiges Material kaufen) und reparieren lassen, falls ich nicht selbst reparieren kann.
  • Ich kaufe keine Kunstmaterialien, ich möchte mit dem malen, was ich da habe, und das ist genug. Ausnahme: Wenn ich für ein Projekt/Eine Technik eine Kleinigkeit brauche, und echt keine Alternative zuhause habe, darf ich das dazu kaufen.
  • Ich will möglichst viel selber machen, das wird vielleicht mein DIY Jahr!
  • Keine unnützen Pflegeprodukte kaufen. Nur nachkaufen, wenn etwas wirklich alle geworden ist, und ich echt keine Zeit zum Selbermachen hatte. Wenn möglich, Plastikfrei.

Zero Waste Tee kaufen

Heute werden wir losgehen und ein paar Vorräte nachkaufen. Ich steige wieder komplett auf losen Tee um, nachdem ich gesehen habe, wieviele Teebeutel in Papiertüten mit innen verborgener Plastikfolie sind. Gerade die schicken, leckeren Mischungen wie die von Pukka oder Cupper fallen damit aus, die hatte ich mir “lifestylemässig” ab und zu gegönnt. Tee kaufe ich bei Bohea, der lokalen Teehandlung in meinem Kiez. Dort haben sie schon lange Jahre, bevor es in war, mir den Tee direkt in meine mitgebrachten Dosen gefüllt. Die werden dann auf einer echt schönen, altertümlichen Waage mit diesen kleinen Eisengewichten austariert. Und die Leute zogen dabei nie ein Gesicht, sondern sind immer sehr nett! Ich hatte mir auch mal Tee online bestellt, aber da kommt dann doch immer alles in diesen Tee-Tüten, die von außen Papier und von innen Plastik sind.

Nachtrag: Jetzt war ich da und der Teeladenmensch war wieder super nett und hat meine Dosen auf der alten Waage austariert, und erzählt, dass das Eichamt diese Waage immer suspekt findet, aber dann auch zugeben muss, dass sie sehr gut und genau wiegt. Ich habe eine Dose Ostfriesenmischung, dann einen “Sommerwiesen” Früchtetee, einen Birne-Kaktusfeige-Früchtetee, und einen Tulsi-Tee “Blütenzauber” mitgenommen. Yummie!

Kokosmilch selber machen

Was ich auch wieder brauche, ist eine Kokosnuß. Seit ich Kokosmilch selber machen kann, bin ich endlich unabhängig von den Dosen/Tetrapacks aus dem Geschäft. Man kann Kokosmilch auch aus getrockneten Raspeln machen, oder aus Kokosmus. Aber Kokosnüsse finde ich am einfachsten unverpackt, die haben ja ihre eigene Schale als Verpackung. Nur – wohin dann mit der Schale? Es ist ja eigentlich Kompost. Aber braucht sie nicht zu lange zum verrotten?

Spülmittel – da verzichte ich nicht drauf!

Das Spülmittel wird gerade auch alle. Deswegen besuchen wir den Unverpacktladen und haben eine Glasflasche mit Pumpspender dafür vorgesehen, in der war mal Handseife, und jetzt steht sie schon seit Tagen gespült bereit zur Wiederbefüllung. Eigentlich schade, dass es diese Kanister nicht mehr in jedem noch so kleinen Bioladen gibt! Oder gibt es das noch? Ich habe in Friedrichshain ausser einem kleinen Bioladen, der sich tapfer gegen die Supermärkte behauptet, keinen Bio-Einzelhandel mehr. Die Ketten haben alle “Kleinen” platt gemacht, aber wir hatten eh nie eine nennenswerte Bio-Infrastruktur hier gehabt. Und in den Ketten gibt es keine Nachfüllkultur. Und offen gestanden, ich mache mir kein Spüli aus Kernseife selbst. Durch meine Fahrradreisen habe ich schon Spüli-Alternativen (und Dr. Bronners-Seife etc) ausprobiert, und ich möchte nicht mit Seife spülen. Ich hab das Gefühl, es hinterlässt überall einen Film.

Nachtrag: Ich war im Unverpacktladen und habe mir gezielt beim Spüli-Kanister mein kleines Pumpspender-Fläschchen aufgefüllt und 1,13€ dafür bezahlt. Cool. Weiter hab ich gar nichts gekauft, der Laden war nämlich packevoll und ich wollte so schnell wie möglich wieder raus sein.

Sonnenblumenöl aus dem Kanister

Gestern habe ich in unserer Bäckerei noch etwas von dem Sonnenblumenöl, das wir zum Einfetten der Backformen nehmen, (kaltgepresst, aus dem großen Kanister) in eine mitgebrachte Flasche gefüllt, und mit Geduld das alte Etikett abgepult und sie mit einem Posca Pen (quasi ein Lackmarker) beschriftet. Ich finde, das sieht absolut schick aus! mal schauen, wie’s schmeckt. Ich hatte ja schon mal den Plan, Öl + Essig bei “von Faß” (eine Kette, die vom Faß abfüllt) zu kaufen, aber ehrlich gesagt, das geht gar nicht, denn die sind ultra teuer. Bei “vom Faß” geht es um Gourmetgedöns, Luxus + Geschenke, und für das einfache Öl und den einfachen Essig ist der Unverpacktladen weitaus billiger. Schade, weil “vom Faß” ist bei mir um die Ecke.

Heute war es ein seltsames Wetter auf meiner Einkaufstour. Die Sonne stand tief und es war stürmisch, und dann schneite es ganz kurz und graupelig. Das Bild ist an der Wiener Strasse, vor dem Erlebnisbad aufgenommen und zeigt den Platz, die Häuser an der Wiener, ein paar Fahrräder und Schneeflocken mit Sonnenstrahlen.

Neujahrs-Challenge: Go Zero Waste in 31 days + No-Buy Year

Vor ein paar Tagen hat jemand auf Mastodon mir diesen Link reingereicht:

Go Zero Waste in 31 Days bei “Zero Waste Chef” im Blog.

Dabei handelt es sich um eine Mitmach-Challenge, die im Januar läuft. Ich mache einiges davon schon, aber ich dachte, das ist voll nett, so ein Mitmachkalender, mal sehen ob ich es hinkriege.

Heute ist Tag 1. Und das Motto ist:

“Stash your Trash”.

Dabei geht es darum, dass man einen Monat lang den Plastikmüll aufbewahren soll, um am Ende zu sehen, was man an Plastik weggeworfen hat. Ich habe sowieso einen “gelben Sack” in welchen das ganze Plastik rein kommt, aber das letzte Mal hat es 6 Wochen gedauert, bis der voll war (früher: 1 Woche oder so!) und dann hat manches nicht mehr so doll gerochen. Weil wir die Katzenfutterdosen auch nicht vorher ausspülen, zum Beispiel.. Deshalb möchte ich nicht am Ende des Monats meinen gelben Sack auseinanderpflücken.

Es ist aber auch möglich, die Dinge mitzuschreiben, die ich wegwerfe, oder zu fotografieren. Das werde ich versuchen, zu machen. Und dafür habe ich mir eine Seite in meinem Bulletjournal angelegt:

Ein Bulletjournal-Spread. Auf der einen Seite ist eine Tabelle, was für Müll ich produziere, auf der anderen eine, wo die Ausgaben für Einkäufe aufgelistet werden sollen.

No-Buy-Year 2019

Das andere, was ich wieder machen möchte, ist ein “No Buy Year”, da geht es darum, sich abzugewöhnen, aus Kauflust Dinge zu kaufen, die man eigentlich gar nicht braucht. Ich habe letztes Jahr erfolgreich ein “No Buy” zu Garn gemacht und das will ich dieses Jahr fortsetzen. Bei Garn hab ich aber eh kein Kauflustproblem mehr, denn ich habe mir die letzten Jahre das Garnshoppen schon abgewöhnt gehabt, ich hab nie was gekauft/bestellt, bis auf 1-2 Garne auf Wollfesten. Weil es immer schade ist, all die schönen Garne zu sehen und nichts als Souvenir mitzunehmen, dachte ich. letztes Jahr war ich dann ganz hart und habe gesagt, es darf wirklich GAR NIX gekauft werden.

Alle machen ihre eigenen Regeln, was das No-Buy-Year angeht, und es geht darum, die dann auch einzuhalten.

Ich bin jetzt erst mal dabei, diese Regeln überhaupt zu finden und zu bestimmen, in welchen Bereichen ich bisher Impulskauf-Probleme hatte und wo ich daher eigentlich genug da habe, und nichts mehr neues kaufen möchte. Garn, klar. Da will ich wieder ganz hart sein und wirklich gar nichts kaufen. Bei Outdoor-Ausrüstung will ich auch nichts kaufen, denn ich habe eigentlich alles, was nötig ist, die letzten Touren haben auch gezeigt, dass die Ausrüstung, so wie sie ist, sehr gut zu mir passt. Eine Ausnahme sind Dinge, die kaputtgehen oder verloren gehen, z.B. das geklaute Solarpanel, das ich ersetzt habe, fällt nicht unter die Regel. Als drittes will ich keine Schreib- und Kunst-Materialien kaufen und nur das verwenden, was schon da ist.

Das ist meine elektrische Zahnbürste. Die hintere Griffbeschichtung ist völlig ramponiert bis abgegriffen, aber sie funktioniert.
Das sind zwei Bürstenaufsätze für die elektrische Zahnbürste, die ich mir gestern gekauft habe.

(Vorsicht, im nächsten Absatz kommt unangenehmer Zahnkram vor)

Hier habe ich schon mal zwei Fotos von meiner Zahnbürste und Bürstenköpfen, die ich gekauft habe. Gestern. Ich weiß, die Plastikvermeidungs-Szene ist begeistert von kompostierbaren Bambus-Zahnbürsten. Ich habe aber Zahnprobleme gehabt und bin sehr froh, dass ich halbwegs eine Mundhygiene erstellt habe, mit der ich nicht noch mehr Zähne an Karies und Entzündungen verliere. Und diese Routine werde ich nicht ändern, ausserdem will ich kein funktionierendes Elektrogerät wegwerfen. Zahnbürstenköpfe und die Plastikverpackungen, in denen sie verkauft werden, sind daher Müll, der auch weiter anfallen wird.

Eigentlich gehört zu meiner elektrischen Zahnbürste auch eine Munddusche. Deren Schlauch ist aber nach 2-3 Jahren spröde geworden und einfach zerbrochen. Ich habe mich damals erkundigt, ob das repariert werden kann, und erfahren, dass sie mir eine neue Munddusche samt Schlauch für 20 Euro in das Gerät einsetzen können. Aber dann hätte ich wieder einen Schlauch, der in 2-3 Jahren zerbröselt, wenn die Weichmacher aus dem Plastik entwichen sind. Und das will ich nicht. Allerdings vermisse ich die Munddusche schon.

So, das wars vom heutigen Blog/Tagebuch/Bericht. Wer bei der Challenge mitmachen möchte, melde sich gern bei mir!

Street Art Walk

Today I took my bike to the best favourite bike shop for a pre-tour-checkup, and because they had to do lots of things with it again, I decided to do some bookkeeping at work. after a few hours I was done with that and took a walk through Kreuzberg, taking pictures of street art.

Street Art: A 3D house installed on a house facade, it has a mouth with teeth and an eyeball and a sun on its tongue.

This is at Kottbusser Tor. I walked here many times, but I never noticed this 3D house sculpture that was installed there. It’s way above eye level, so you have to look up and around yourself to even notice it.
Below the sculpture was another, bigger piece of street art, a face. I had noticed the face earlier, but not the small 3D figures on its side!

a painted face with small white human figures on the side, they are three dimensional

I can’t really see what they are doing, they look like they climb up the facade of that house. the face seems to be “big brother” from the film “1984” made after George Orwell’s novel of the same name? No, I looked it up, it’s not that face.

This one is funny:

the infamous 1up Crew has made a huge piece on a nearby house and wrote on it: -Don't be gentle, it's a rental

at Prinzenstrasse, there is a car rental called “Robben und Wientjes”. It’s one of the most well-known car rental places, especially for moving house, because you can rent small trucks for a few bucks. They are called “‘ne Robbe” in Berlin, which means “seal” and a seal is also the logo of Robben and Wientjes. Now for the street art part: the infamous “1up Crew” has made a huge piece on a nearby house and wrote on it: “Don’t be gentle, it’s a rental”

a street traffic sign covered in lots of stickers

this is a traffic sign in front of “Robben”. Only you can’t see which sign it was, there are so many stickers on it. Stickers seem to be a completely new form of street art now. On this sign, there is even a sticker of a sheep. and a nautilus shell!

another sign full of stickers

a backyard of a modern building, done in concrete, with a large street art poster of a human with a hat, a beard and a textured pullover

more stickers.. one of them reads Fingerboarding ruined my life

Fingerboarding ruined my life!

street art may 2018
I like this picture of my reflection in a door at Aufbau Haus at Moritzplatz. I like the dark tunnel-like passage to the backyard, too.

I went to Modulor, which is an art supplies store at Moritzplatz, to buy a travel notebook for the upcoming cycling tour. I could bind a book myself, but I think I don’t have the time now. So I just bought one. it’s a nice book though, a semikolon notebook.

At Moritzplatz, you can also find the “Prinzessinnengärten”, urban gardens that are semi-professionally organized. they have lots of gardening and art space. And they put up a banner in solidarity with La ZAD:

la ZAD solidarity banner at Prinzessinnengärten

And they have this very artful wooden fence. Lots and lots of discarded wooden planks have been put together into a very textured, sulpted wall. it’s a pleasure to look at it.

sculpted wooden wall at Prinzessinnengärten

This following picture is also taken at Kotti. I don’t know who does these calligraphy like letters, but they show up on several places in berlin. And there are always some words written around the letters, they talk about freedom.

graffiti high up at kottbusser tor

And lastly, there is this artsy fartsy spraycan face on Kottbusser Damm:

street art may 2018

Mein heutiger Stand zu Spiritualität, Magie und Esoterik

Im Missy Magazin gabs neulich einen Artikel über Spiritualität, den ich erst nicht lesen wollte, aber weil ich mich für Spiritualität erwärme und das in linken Kreisen oft nicht so gern gesehen wird, hab ich den Artikel dann doch gelesen. Er heißt “Mein Horoskop ist wichtiger als Deutschland” und ich fand ihn wirklich schlecht. Deswegen verlinke ich ihn auch nicht, googlen könnt ihr ja selbst.

Stichpunktartig, was ich schlecht fand: Es war einfach super inkonsistent, er ging nicht auf Kritik an Religiosität ein und würfelte dann Gegenargumente zusammen, die gegen was ganz anderes waren, begründete mit den Beispielen, die darin standen, nicht, wieso Spiritualität nun so was subversives sein soll, und stellte fest, dass a) nicht nur wohlhabende weiße Mittelschichts “Bonzen” sich mit Eso-Kram befassen und b) man das ja zum Spaß macht und sowieso nicht wirklich daran glaubt (sollte damit der Kritik entgegnet werden, dass Spiritualität/Esoterik irrational sei? Hm. es ist aber nach bestimmten Kriterien irrational und wissenschaftlich nicht reproduzier- und beweisbar..)

Ich weiß nicht, wieso etwas allein dadurch, dass es Mittelschichts-“Bonzen” tun, jetzt schlümm sein soll, bzw wieso etwas dadurch subversiv wird, dass es Marginalisierte machen. Als linksradikale Spiri-Tante hab ich mich mit Kritik an Esoterik und Spiritualität viel befasst, und mich langweilt es, wenn nur danach gegangen wird, wer’s macht. Das ist ein “Hitler war auch Vegetarier!” Niveau. Genauso langweilig ist es, wenn etwas angepriesen wird mit der Begründung, wer’s macht.

Interessant wird es für mich, wenn es darum geht, was sind denn die Inhalte von dieser und jener Spiritualität, wie sind die Geschichten davon, und was gibt es da auf dem Schirm zu haben. Und klar, kommt bei Inhalten und der Geschichte von Religionen und Ideen immer auch mit rein: wer macht was in welchem Zusammenhang und wie hat das Einfluß genommen?

Und wenn ich mich mit der Geschichte der westlichen Esoterik, ihren Inhalten, den verschiedenen Strömungen darin usw. eingehend beschäftige, muss ich leider sagen: gefühlt 90% davon ist ein bodenloses Faß mit Scheiße drin. Nicht nur sind große Teile gerade der neuheidnischen Gruppen schlicht und einfach Nazis oder rechts-offen, und in ihren Büchern stand schon vor 15 Jahren drin, was die Identitären heute vertreten, sondern z.B. auch eigentlich feministische Strömungen wie die “Neuen Hexen” bauen auf krass antisemitischen Grundannahmen auf, eine Geschichte, die die Szene imo nie wirklich aufgearbeitet hat. Das mag heute vielleicht etwas besser sein, aber ich bin noch mit den Büchern aus den 80er Jahren und “vor dem Internet” ins Thema rein gegangen, und das war sehr unschön.

Westliche Magie und Esoterik fußt größtenteils auf der Theosophie, einer Lehre aus dem 19. Jahrhundert, die sehr einflußreich in der damaligen “Szene” war und aus deren “Theosophischer Gesellschaft” der Orden “Golden Dawn” hervorgegangen ist, der wiederum sehr einflußreich auf magische Gruppen und Hexen war. Die Theosophie ist heute weniger bekannt als ihr Spin-Off, die Anthroposophie von Rudolf Steiner, aber aus ihr kommt die sog. “Wurzelrassenlehre”, die sich auch bei Steiner wiederfindet, und die annimmt, es gäbe verschiedene “Menschenrassen” die auf verschiedenen “spirituellen Entwicklungsstufen” wären. Ein weiteres Spin-Off-Projekt der rassistischen Theosophie war die Ariosophie, die der Nationalsozialistischen Rassen-Ideologie die Grundlage lieferte.

Das soll alles nicht heißen, dass nun sämtliche spirituellen Leute Nazis seien, oder dass alle Ideen, die in der Esoterik vorkommen, problematisch wären. Aber ich finde schon, und das musste ich auch bei dem Missy-Artikel feststellen, dass Viele viel zu sorglos mit der Geschichte und den Inhalten von westlicher Esoterik umgehen. Denn inhaltlich sind die Theosophie und magische Orden des 19. und frühen 20. Jahrhunderts für esoterisch-magische Strömungen sehr prägend gewesen. zum Beispiel Dinge wie Astrologie oder Tarotlegen. Sie sind zwar viel älter als die moderne westliche Esoterik, aber die zwei bekanntesten Tarots sind von Mitgliedern des Golden Dawn geschaffen worden: Das Rider-Waite Tarot und das Toth Tarot. Die Symbolik in diesen Tarots und die Lehre vom Tarotlegen ist nicht “irgendwie vom Mittelalter her” sondern hat ihre Wurzeln im Golden Dawn und der Theosophie.

Und von Dingen wie biologistisch-essentialistischen Geschlechterbildern, TERF-tum, Verschwörungstheorien und Ausbeutung von indigenen Kulturen hab ich noch gar nicht angefangen.  Ein “klar muß sowas kritisiert werden” reicht mir da nicht so ganz aus. Es ist zuviel, es ist zuviel überall, und es ist zu tief in den Ideen drin. Ich habe mich vor über 10 Jahren aus der “Spiri”Szene (in meinem Fall war das die feministische Spiritualität/Hexen) zurückgezogen, aber selbst in einem “maximal fortschrittlichen” Segment der Spiri-Szene kam ich immer noch in einem derartigen Übermaß mit regelrechten Nazis, rechtsoffenen und reaktionären Leuten, Ethnopluralist_innen und TERFs* in Kontakt, dass es mir heute noch davor graut. Ich war z.B. mal auf der Mailingliste von Zsusanna Budapest, wo sie Strichprobenkontrollen auf “echtes Frau-sein” durchführten.. Eine Frau aus meiner damaligen linksanarchistischen Spiri-Feiergruppe schloß sich später einer Nazi-Siedler-Sekte an und brach mit allem, auch ihrer Familie. Ein Typ, den ich über ein paar Ecken in der Magie-Szene traf, versuchte sich als Zuhälter für die weiblichen Mitglieder seines Ordens, und verkaufte denen das als “Erleuchtung”, aber zum Glück wurde da nichts draus..  bei einem magischen Grüppchen, dem eine Bekannte angehörte, landete mal unerkannt ein Hardcore-Nazi-Kader, also jemand mit wirklich Blut an den Händen.. zum Glück flog sie auf, aber puh…  ach ja, und in meinen Kreisen wurde auch zur Genüge der rechte heidnische Arun-Verlag und sein neurechter Besitzer verharmlost, “der ist doch kein Nazi, das war ne Jugendsünde” etc…  Ach ja, und auf einer feministisch-spirituellen Mailingliste, auf der ich war, flogen einer auch regelmässig Verschwörungstheorien um die Ohren..

Und ich hatte wirklich versucht, mich nur an die “Guten” und die “Linken” zu halten. Und ich traf auch “Gute” und “Linke”, es war ja nicht alles schlecht. Aber es war rein praktisch sehr sehr schwer, sich als dezidiert linke hexisch-magische Gruppe zu halten und abzugrenzen und sich auch ständig mit den Überschneidungen zur rechtsoffenen und “unpolitischen” Szene auseinanderzusetzen.

Das mag heute, nach vielen Jahren, vielleicht besser sein. Ich bezweifle es. Vielleicht kommt man auch um diese Verstrickungen auch zum Teil drum herum, indem man die komplette Esoterik/Magie Szene meidet und sich z.B. als Gleichgesinnte aus der queeren Szene zum Tarotlegen trifft. Möglicherweise ist die hexische/magische Szene z.B. in den USA auch progressiver als hier in Deutschland und dank Web 2.0 oder whatever kommt nun mehr davon rüber als früher.  Und von dem, was ich mitgekriegt habe, gibt es im Black Feminism und bei Queers of Color seit Jahrzehnten eigene, von der weißen westlichen Eso-Hexenszene eher unabhängige Spiritualitäts- und Magiepraxen, wo hoffentlich auch inzwischen mehr in Deutschland läuft als früher. Ich würde es allen, die sich als linke und fortschrittliche Menschen mit Spiritualität, Magie und Hexentum beschäftigen wollen, ehrlich wünschen, dass sie meine Erfahrungen gar nicht erst machen müssen.

Ich ging aus der Szene raus, nachdem ich mich gefühlt am 100.sten Masku-Magier*  abgekämpft, die 1000.ste N-Wort-Diskussion geführt, und die 10.000ste Rechtfertigung dafür geschrieben hatte, wieso ich heterosexuelle Reproduktion nicht als das Grundmotiv meiner Religiosität ansehen möchte (ich weiß sogar noch, wem gegenüber, sie sagte, das sei “unnatürlich”), und nachdem meine Spiri-Feiergruppe daran zerbrochen war, dass sich eine von uns (die später zu den Nazis ging) als TERF entpuppte.  Achja, und ne Wicca-Freundin sich aus starkem Interesse ein antifeministisches Buch bestellte… irgendwann war ich es sehr, sehr leid.

Mir ist meine frühere Spiritualität auch inzwischen fremd geworden, es kam einfach der Tag, da kam ich mit dem zugrundeliegenden Biologismus/Essentialismus von “weiblicher Spiritualität” nicht mehr klar. Jahrelang hatte ich mich daran ab- und drumherum gearbeitet, um mir das passend zu machen, fand auch hier und da mal was, in dem ich mich wiederfand, aber es passte einfach irgendwann immer weniger.

Was geblieben sind, sind ein paar Bruchstücke,  ein Gefühl dafür, dass es mit mir, meinem Leben und der Welt schon einen bestimmten Sinn hat, und etwas, ein bischen, Magie und Kommunikation mit Unsichtbarem. Ich halte das alles ziemlich für meine Privatsache.

Klar, hätte ich manchmal auch Lust, gegen pauschale Abwertungen von Religion und Spiritualität in der Linken zu protestieren. Aber nachdem ich mich in dieser Eso-Szene mal aufgehalten habe, verzichte ich lieber. Auch wenn ich Pauschalisierungen nicht mag, ab einer gewissen Bullshitquote mag ich mich für ein “not all Esos” einfach nicht mehr stark machen. Da gibt es Wichtigeres für mich.

Ansonsten… jedem Tierchen sein Pläsierchen. Wenn dir Spiritualität gut tut und du dich kritisch damit beschäftigst und dich vom rechten Bullshit fernhalten kannst, fein! Mach ich auch so! Cheers!

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* Fußnote – TERF ist eine Abkürzung für “Trans exclusionary radical feminist” und bezeichnet eine Hate group im Feminismus, die transfeindlich ist, trans Frauen nicht als Frauen anerkennt, Frau-Sein an physischen Merkmalen wie z.B. Gebärfähigkeit festmacht, und bis hin zu Gewalt und Terror die Menschenrechte und bürgerlichen Rechte von Trans Personen, vor allem Trans Frauen, negiert

*Masku-Magier: ein Magier, der Anhänger des Maskuli(ni)smus ist, einer antifeministischen Strömung, die zum Großteil aus Männern besteht. Die Maskul(in)isten finden, dass die Gleichberechtigung von Frauen zu weit gegangen sei, denn sie würde die Rechte von Männern, um die es vor 100 Jahren mal besser bestellt war, zuwider laufen.

keine Konsumauszeit, Gadgets, Brafitting, Zines

Manche in meiner Twitter- und Blogosphärenblase machen gerade eine Konsumauszeit. Gestolpert bin ich über das Konzept bei Jademond.

Ich musste nicht lange überlegen: Ich mache das nicht mit.

Warum? Weil ich grade Zeit habe, zu konsumieren.

Dieses Jahr war für mich sehr anstrengend, und ich habe die meiste Zeit nur gearbeitet. Ich hatte wenig Zeit, mich mal um Dinge zu kümmern, die ich gebrauchen könnte oder die ich anschaffen könnte, um meine Bude oder mein Fahrrad oder was auch immer praktischer und besser zu machen. Zum Glück hat es trotzdem gereicht, um z.B. Dinge für die Radwanderung zu besorgen, einen Frontgepäckträger und “Lowrider-Taschen” zu kaufen und anzubauen, ein neues Regal fürs Zimmer zu holen.. aber auch eins auf der Strasse zum weggeben rausgestellt zu sehen und mitzunehmen.

Während ich mich von meiner Operation erhole, hab ich die Zeit, mich mit der Frage zu beschäftigen:

Was müsste dringend mal angeschafft werden? Wie und wo treffe ich eine okaye Wahl für das, was ich brauche?

Und dann habe ich sogar die Zeit, so eine Anschaffung auch zu machen.

Seit Jahren haben wir keinen Drucker, der mit unseren Computern kompatibel ist. Der bisherige Drucker (den wir auch noch behalten) ist ein Farb-Tintenstrahldrucker von hp, der 1998 gekauft wurde und seitdem zwar immer langsamer wurde, aber er funktioniert noch. Um etwas auszudrucken, muss ich aber leider den Aldi-Windows-Rechner starten, der auch wasweißichwiealt ist und der keine Internetverbindung hat, die auszudruckenden Dateien müssen also erst auf einem USB-Datenstick sein..

Also habe ich gestern endlich mal einen Zweitdrucker besorgt:

Es ist ein kleiner s/w Laserdrucker, wir haben so ein Modell im Betrieb, und der druckt eigentlich seit vielen Jahren sehr zuverlässig, obwohl der immer viel drucken muss. Der kleine Laserdrucker ist Wifi-tauglich und kann sich dann (hoffentlich) mit allen Geräten verbinden. Er kommt klar mit Windows, Macs, auch älteren Macs, und mit Linux.

Dabei habe ich noch einen kleinen Lautsprecherwürfel gekauft, das ist so ein Impulskauf nebenbei gewesen:

lauti-wuerfel

Das Ding ist anstatt einer ipod Dockingstation mit Lautsprecher. Es ist kleiner. Und ich bin nicht darauf angewiesen, dass meine Geräte alle den selben Eingangsstecker haben, was sie ja nicht haben. Also ist es viel besser als eine Dockingstation. Es hat einen Audio-Kabel-Eingang und ein Kabel, mit dem im Prinzip alle möglichen Geräte angesteckt werden können, und wenn das Gerät es kann, geht es auch mit Bluetooth. Toll zum Podcast hören!

Dann war ich gestern noch beim Brafitting.

Dadurch, dass ich die letzten Jahre ca. 10kg an Gewicht zugelegt habe, sind meine Brüste auch grösser geworden. Ich hatte nie einen BH benötigt, aber jetzt möchte ich gerne BHs besitzen, die meine Brüste stützen und vor Erschütterungen schützen. Je nachdem, wo ich in meinem Zyklus bin, können die Brüste schon mal schmerzen. Und ich möchte das Bindegewebe nicht noch die ganze Zeit belasten oder durchschütteln.

Hier ist ein toller Artikel zum Thema Bra-Fitting (Bh-Anpassen) mit Links zu vielen wichtigen Ressourcen von Paula Puzzlestücke. und hier ist die Seite der Busenfreundinnen, die Community zum Thema Bra-Fitting und BHs.

Mir wurde – dank Spinntreffen kenne ich die coolsten Leute – von der Handmaid ein guter Laden in Berlin empfohlen, “Change” im Alexa, wo ich einfach reinlatschen konnte und sagen: “Ich habe keine Ahnung von BHs, nie einen besessen, möchte aber jetzt einen und mir den gern anmessen lassen. Und da ist mir dieses Geschäft empfohlen worden.”

Ich wurde dann in eine der Anprobekabinen geleitet, vermessen und dann musste ich nur noch die BHs probieren, die mir reingereicht wurden, und wurde beraten und der Sitz wurde von der Verkäuferin, die Ahnung hatte, geprüft. Der Laden sei “hochpreisig”, sagte meine Spinntreff-Freundin, aber online sah ich die qualitativ hochwertigen BH’s auch nicht billiger. Ich habe aber auch noch gar keine Ahnung, wo es die “Schnäppchen” gibt.

Ich habe einen BH der Hausmarke “Basic” genommen, dessen Schnitt eine “Plunge” Form ist und der gefüttert ist. Er macht, dass die Brüste etwas grösser aussehen als ohne BH, was ich wider Erwarten ganz witzig und cool finde, und er stützt halt perfekt, ohne dass auf den Schultern irgendein Gewicht lastet. Mein Rücken ist sehr entzückt, sag ich mal.

Der andere ist ein Sport-BH, der sehr fest ist, ich habe erst mit den Ohren geschlackert und gedacht, das ist ja wie ein Thrombose-Kompressions-Strumpf, nur an einem anderen Körperteil. Dafür kannst du mit dem Ding auch herumhüpfen und dich wirklich extrem bewegen, ohne dass die Brüste herumschlackern und das Bindegewebe gezerrt wird. Ausserdem werden die Brüste an den Körper gedrückt und zur Seite weggepackt, so dass eine große Armfreiheit für Sport und Arbeit besteht. Im Prinzip ist das fast wie ein kleiner und nicht so enger Binder. (Ich habe keine eigenen Erfahrungen zu richtigen Bindern, ich gehe hier nur von dem Effekt aus, den der Sport-BH macht, den ich von Bindern an anderen Menschen oder von Bindern auf Fotos kenne)

Und tja, was soll ich sagen: Ich habe bei den Busenfreundinnen gelesen, mir ein paar Youtube-Videos zum Brafitting angeschaut, mir eine für mich gute Grösse anmessen lassen, und jetzt würde ich am liebsten losgehen und kreischend alle Geschäfte stürmen und BHs kaufen. Schade, dass meine Mutter jetzt nicht hier ist. Ich glaube, wenn wir uns das nächste Mal sehen, gehe ich mit ihr einen BH für mich kaufen. Denn dieses “Mutter-Tochter-Erlebnis”, auf das sie sich sicher schon jahrelang gefreut hatte, ist damals ziemlich in die Hose gegangen, ich war ein nöliger Teenager, der keine Verwendung für BHs hatte und das BH-Kauf-Ritual nicht zu schätzen wusste und mit Genörgel und Gemoser sich dann einen schnörkellosen Sport-BH ohne jegliche Funktion aufschwatzen ließ, der danach nie getragen wurde.

Ich muss zwar sagen, dass es auch keine gute Idee von meiner lieben Mutti war, mich trotz mangelnder Notwendigkeit und mangelnder Lust in diesen Dessousladen zu schleppen. Insofern hat sie sich die Situation selbst eingebrockt. Aber damals war damals und heute ist heute, und wenn sie jetzt eine wild-auf-BH-Kauf-Tochter möchte, die kann sie haben!

Am Freitag habe ich dann noch einen Podcast aufgenommen, den ich jetzt seit mittlerweile 4 Tagen nicht fertig bekam, und wo ich mich eigentlich gleich mal damit hinsetzen will (mal sehen, wie weit ich komme).

Zu guter Letzt noch mehr Konsum: Ich war auf dem Zinefest Berlin und habe zugeschlagen!

Viele Zines sind in meine Tasche gewandert, und ich bin gerade dabei, ein Fahrrad-Zine selber zu machen. Ich mache das wirklich so Old-School wie früher, so mit Kopierladen, Schnipselcollage und z.T. handgeschrieben, und gezeichnet, und das dauert schon seine Zeit. Wenn ihr mitmachen möchtet, und eine (einfache oder Doppel-) Seite für das Fahrrad-Zine machen (oder zwei)

– Es ist DinA5 und wie schon gesagt, Old-School-Schüler_innenzeitung/Copyshop-Style

– Das Thema ist Fahrrad, Radfahren, Fahrradpolitik, Fahrrad und Gender

– gerne queer_feministische Perspektiven

– ein Traum wäre, wenn DU z.b. ein Handbike hast und darüber was zeichnen oder schreiben willst.

– Beiträge in deutsch und englisch, wenn du beides kannst, wäre Zweisprachig klasse, wenn du nicht beides kannst, reicht in einer Sprache, dann übersetze ich.

deadline ist Ende 2015 und erreichen könnt ihr mich auf twitter @distelfliege oder per Mail distel (at) spiritvoices (punkt) de.

Ihr könnt mit Papier herumwerkeln und es dann einscannen und mir mailen, oder mir auch eine Dina5 Seite oder Doppelseite mit der Post schicken :) (Adresse geb ich euch auf Anfrage).

Hier ist der Zine-Mitmach-Aufruf auch nochmal auf englisch, falls ihr Leute kennt, die kein deutsch können und Interesse haben.

Hier sind ein paar Seiten, die ich schon fertig habe (die eine ist noch nicht übersetzt)

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Body positive Practice Month

Ich wollte eigentlich hier einen Text über meinen aktuellen Stand mit Yoga, kultureller Aneignung und so weiter veröffentlichen. Das wird sich aber noch etwas hinziehen. Ich will zuerst noch was von kompetenter Seite dazu lesen.
Trotzdem möchte ich schon mal zwei Dinge verlinken, die in den ersten Wochen dieses Jahres auf decolonizingyoga.com gepostet worden sind:

https://yogaappropriation.wordpress.com/ – You are here – Exploring Yoga and the Impacts of Cultural Appropriation mit Nisha Ahuja

Decolonize your Yoga Practice – Susanna Barkataki

Besonders der erste Link, ein wunderbarer Film, bringt sehr viele Sachen in einem kurzen Vortrag gut auf den Punkt.

In der Zwischenzeit soll es erst mal um einen anderen Aspekt gehen, nämlich und körperliche Vielfalt und Körperarbeit/Sport/Yoga/Bewegung. Deshalb wollen Joy und ich einladen, im März einen Body Positive Practice Month zu machen und darüber zu bloggen.

Yoga bringt mir so viel, was das Gefühl für meinen Körper und meine persönlichen Einschränkungen und Herausforderungen angeht, was aber auch psychisches zur Ruhe kommen und inneren Frieden angeht. Anna Guest-Jelley von “Curvy Yoga” hat in einem Video mal gesagt, dass Yoga für Menschen mit Behinderungen und für dicke Menschen super ist, weil es beim Yoga nicht darauf ankommt, möglichst sportlich die kompliziertesten Yogahaltungen (Asanas) zu machen, sondern darauf, sich selbst besser wahrzunehmen und zu kennen und mehr in Einklang mit sich zu kommen. Deswegen kann Yoga eine gute Möglichkeit sein, sich mit körperlichen Einschränkungen oder mit einer nicht der Norm entsprechenden Körperform zu bewegen.
Leider ist das bei der modernen Fitness-Asana-Überei keine Selbstverständlichkeit. Nicht nur sind weiße Frauen* im Yoga sehr überrepräsentiert, es sind auch meistens nur sehr schlanke und sportliche Körper, die gefeiert werden, die immer, wenn es um Yoga geht, ausschließlich abgebildet werden, und das ist schade.

Hier gibt es eine tolle Sammlung von wunderbaren Body positiven Yoga-Selfies.

Ich habe für sowas meinen tumblr-Blog, den ich nutzen werde, um meine Gedanken über body positive Yoga zu schreiben und ein wenig Tagebuch über meine Yogapraxis im März zu führen.

practicemonth

Joy hat das so beschrieben, ich kopiere das einfach mal hierher:

In diesem Monat, März, soll es also darum gehen, wie wir mit unseren verschiedenen körperlichen Vorraussetzungen Yoga machen, was dazu für Gedankengänge entstehen- wie Yoga vielleicht auch unsere Sicht auf unseren Körper verändert / hat. Jede_r die_der Lust hat, kann gern mitmachen. Ihr dürft die Grafik gern mitnehmen und auch etwas dazu posten oder sie einfach einbinden und auf diesen Artikel hier verlinken. Ich freue mich, wenn ihr dabei seid! <3

Wir haben das auf Twitter diskutiert und beschlossen, aus dem “Yoga Month” einen “Practice Month” zu machen, weil einige kein Yoga machen und andere Dinge machen, aber Lust haben, sich über Bewegung, Körperakzeptanz, und Körper-Vielfalt auszutauschen.

Wer also mitmachen möchte schreibe doch bitte einen Kommentar im Blog von Joy!

Zwischenblogeintrag.

Ich habe seit Tagen super viel Lust zu podcasten. Vielleicht schnappe ich mir heute mein Shownotesbuch und bereite eine Episode vor. Am Wochenende ist auch noch Wolle-Fest.

Aber erst mal dachte ich mir, ich blogge zwischendurch – seit ich aufgehört habe zu bloggen und bei Facebook auch nicht allzu viel persönliches schreibe, kann mensch mir, und was so in meinem Leben vorgeht, eigentlich nur noch folgen, indem eins meine Podcasts anhört. Und das ist verständlicherweise nicht jedermenschens Sache, und angesichts deren Länge ein ziemlicher Zeitfresser, vielleicht interessierst du dich auch nicht für Stricken oder für Gelaber über Stricken.

Also. Was läuft derzeit im Hause Distelfliege?

Eine Freundschaft, die in der letzten längeren Zeit etwas gelitten hat unter wenig Kontakt, anderen Lebensproblemen, wenig Zeit und leider auch keine Energie, das anzusprechen, wurde in eine andere Bahn gesetzt, die aus einer (naja, empfind ich halt so) Sackgasse endlich wieder herausführt. Oder auf einen anderen Weg gebracht. Gehen müssen wir den halt schon noch. Aber das hat mich ziemlich in Anspruch genommen und ich bin jetzt sehr froh, wenn Auseinandersetzungen geführt werden, anstatt dass es “ohne Angabe von Gründen” immer mehr abkühlt. Ich bin in der Vergangenheit manchmal (selten, zum Glück) von Freundinnen (und Freunden) ohne Rückmeldung und ohne einen Grund zu erfahren “abserviert” worden, d.h. es war halt einfach aus und ich erfuhr nie, was eigentlich war, ob irgendwas, was ich getan habe, die andere Person verletzt oder enttäuscht hat… und das war immer scheiße. So möchte ich selber nicht sein, zumindest nicht gegenüber Leuten die mir wichtig sind oder es waren.

Ein_e Freund_in von mir hatte sich neulich in eine politische Diskussion verstrickt und sich darüber geärgert, und ich hatte auch neulich eine Debatte darüber, ob polytheistische Heid_innen in Deutschland diskriminiert sind oder nicht. Auch mit leider unerfreulichem Ergebnis: Wir gingen wütend und ohne Verständigung unserer jeweiligen Wege.

Manchmal frage ich mich, ob meine Sensibilität für Diskriminierungsthemen einen Punkt erreicht hat, wo manche einfach nicht mehr mitkommen. Dann frage ich mich, ob ich irgendwie sektiererisch wirke. Vielleicht ist das auch so. Es ist auch nicht mein Job, mir Gedanken zu machen, wie andere Leute damit umgehen, dass es sehr unterschiedliche Perspektiven auf eine Sache geben kann. Ich kann für mich damit umgehen. Wenn Andere dafür einen Weg finden, ist das für mich okay. was nicht okay ist:

Persönlich angegriffen zu werden, als irrational, verblendet und fanatisch abgetan zu werden.

Unterschiedliche Blickwinkel erfordern immer Arbeit. Wenn dann noch ein Machtgefälle reinkommt, d.h. eine Perspektive kommt von einem privilegierten Standpunkt her, dann kann das schon schwierig werden. Weil die Arbeit des Entgegenkommens einer Person oft unsichtbar wird, während ein Nichtentgegenkommen der anderen Seite schon als Bemühen und Toleranz bewertet und honoriert wird. Siehe “Wir sind doch heute soooo tolerant zu Schwulen, immerhin sperren wir sie nicht mehr ein und stecken sie nicht mehr ins KZ wie unter Adolf, das muss doch langsam reichen.” (sinngemäss der Inhalt vieler Kommentare zu der homophoben Petition des schwäbischen Lehrers aus Dingensdingen)

Naja, äh, aber das ist ein Extrembeispiel. Trotzdem ist das spannend sich zu vergegenwärtigen: Ein völlig okayes zwischenmenschliches Verhalten ist schon des Lobes wert, und das Unterlassen von Verbrechen gegen die Menschenrechte ist schon “Toleranz”, und das ist die Meinung eines Teils der Gesellschaft (“bürgerliche Mitte”) in diesem demokratischen Land.

In diesem Klima ist das ein bischen schwierig, sich manchmal auf Augenhöhe entgegenzukommen und gleichermassen sich die Arbeit zu machen, die andere Person zu verstehen.

Da verstehe ich Menschen gut, die politische Diskussionen eher meiden. Und selber würde ich mich gerne auch mehr zurückhalten, nur ist meine Klappe dafür einfach meistens zu groß. Auch das hier zu schreiben, fällt mir schwer. Dieses Herumhinterfragen macht alles schwerer. Nur das Rad der Zeit zurückzudrehen geht nicht und ich wollte auch nichts ungelernt und ungehört und ungesehen machen. Dass etwas schwierig ist, heisst ja nicht, dass es nicht wert wäre, getan zu werden.

Wieder ein anderes Thema:

Eine Person aus meinem Bekanntenkreis ist an Krebs erkrankt und es hat sich herausgestellt, dass es doch ein gefährlicherer Krebs ist, und dass es doch ein fortgeschritteneres Stadium ist. Ich habe gegooglet und die 5-Jahres-Überlebensrate liegt immerhin noch bei über 80%, aber eben leider nicht bei 99% wie bei dem 1. Stadium dieser Krebsart. Ich stricke eine Mütze, weil aufgrund der Chemo bald die Haare ausfallen.

einpflegestau ravelry april 14

Das Mützenmuster ist Excess by Anat Rodan und die Mütze ist aus dünner Wolle, also Sockenwollstärke. Wenn man im Sommer Glatze hat, dann will man bestimmt keine so fette dicke warme Mütze auf dem Kopf haben.

Ich habe ja Haar-Issues. Also, seit Jahren habe ich eine Stelle an meinem Kopf, wo meine Haare sehr dünn geworden sind. Es wurde dann ein Eisenmangel festgestellt, und dessen Herkunft könnte sein, dass ich aufgrund anderer Probs einen höheren monatlichen Blutverlust habe als früher. Ob das der Grund ist für den Haarausfall, ist aber unklar. Möglicherweise habe ich mir auch durch das zu lange tragen von zu schlecht gepflegten Dreadlocks meine Haarwurzeln an Stellen ruiniert. Jedenfalls brachten Eisentabletten keine Besserung, des Eisenmangels schon, aber nicht des Haarausfalls.

Ich habe eine Weile mal gerne eine Punkerfrisur getragen, wo die Seiten abrasiert waren und man deswegen den Haarausfall an der Seite sowieso nicht so sah, und dann habe ich gedacht, ich steh einfach dazu und so Kurzhaarfrisuren getragen, wo die kahle Seite halt dann aufgefallen ist.

Neulich haben sich mehrere Kollegen und eine Kollegin die Haare ratzekurz geschnitten, und ich habe ja noch meinen Langhaarschneider, und dann habe ich gleich Lust gekriegt auch ganz ganz kurz zu haben, und hab mir die heute abrasiert:

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Zum Thema Kreativität, DIY, und “unfuck your Habitat” ging es hier auch etwas weiter. Vor meiner Wohnung im Treppenhaus stapelte sich seit vielen Jahren Zeug, das ich mal irgendwann verbasteln wollte. Namentlich Kartonpappe und ein Spiegel, und ein paar Dinge die zu verschenken waren.

Die Kartons verbastele ich zu maßgeschneiderten Aufbewahrungsboxen, die ich dann mit Decoupagetechnik bzw. Collage und Artjournalingtechniken aufhübsche.

Dem Spiegel habe ich mit den selben Mitteln endlich einen Rahmen verpasst.

einpflegestau ravelry april 14

einpflegestau ravelry april 14

Bei der Gestaltung habe ich einen Tip von Jademond verwendet: Mit Stempeln auf weiße Servietten stempeln und diese dann mit dem Serviettenkleber aufkleben. Ich habe mir hier ein wenig Ordnung in meine Art Journaling Sachen gebracht.

projekt kitschiger spiegel

Der Spiegel ist seit vorhin sogar aufgehangen.

spiegel

Ansonsten so… ich habe meinen Featherweight Cardigan fertig und bin sehr zufrieden damit, Fotos habe ich bei Ravelry eingestellt – dieser Beitrag hat schon genug Fotospam – und ich mache relativ regelmässig Yoga-Asanas und bin damit auch ganz zufrieden. Auf Twitter enstand so eine Aktion namens #50tageyoga, die toll war, sie lief für mich von 5.2. bis Ende März. Danach gab es die Idee, Motto-Tage zu machen und sich gegenseitig damit vollzutwittern, aber das hat nicht geklappt, bzw. nutzt es keine, ich habe ein paar halbseidene Versuche gemacht, aber da ist glaub ich niemand drauf eingestiegen. Das macht aber nichts.

Ich habe gerade nicht das Gefühl, dass ich Motivation von aussen brauche oder durch eine Gruppe, weil das Online-Yoga-Üb-Portal wo ich bin, wirklich sehr motivierende und abwechslungsreiche Programme zum mitmachen anbietet, und jeden Monat ist etwas anderes dort los.

Ich mache nach Lust und Laune Videos die für alle Levels geeignet sind, dh. auch Anfänger_innen, und zwischendurch nehme ich mir eins der “Beginners” Programme durch. Da habe ich neulich mit Anusara Yoga angefangen, weil ich in einem Text las, bei Knieproblemen sollte man das, oder Iyengar Yoga machen. Anusara Yoga basiert auf Iyengar Yoga, und dieses wiederum ist ein System von B.K.S. Iyengar, der selbst eine Wirbelsäulenverletzung hatte und Yoga für alle möglichen Einschränkungen mit Hilfsmitteln entwickelt hat, ausserdem wird bei diesen Richtungen sehr viel Gewicht auf eine korrekte Ausrichtung (Alignment) gelegt, was Gelenke und Rücken vor Verletzungen und falscher Abnutzung schützen soll.

Gerade habe ich auch eine Woche Urlaub, und die ist schon fast halb vorbei, aber ich habe die ersten drei Tage nicht geschafft in meinem Urlaub anzukommen. Bis heute mittag war ich eigentlich in “Bereitschaft”, habe auch organisatorisch was für den Betrieb gemacht, und wenn jetzt nichts weiter schief geht, ist meine Bereitschaft vor ein paar Stunden zu Ende gegangen. Das fühlt sich schon urlaubiger und entspannter an jetzt. Am Wochenende fahre ich ja dann weg. :)

Was leider konstant hinten runter fällt, ist Saxophon spielen. Ich liebe es und es macht mir Spass, aber irgendwie ist es immer auch Druck, vielleicht, weil ich zum Üben nur ein enges Zeitfenster habe, zwischen 15 und 20h jeden Tag. Wenn ich in dieser Zeit Termine habe oder grad was anderes vor, ist das schon schwierig. Die Wochen rauschen dann so an mir vorbei, und ich habe dann wieder eine Stunde und kaum dafür geübt. Seufz.

Trotzdem war die Entscheidung, das Saxophon aus dem Pflichtprogramm rauszunehmen, richtig. Ich fühle mich mental stark und kann mich auf das konzentrieren, was wichtig ist. Ich komme zwar in Verzug mit meinem Projekten, aber weniger als letztes Jahr, und ich habe tatsächlich nur zwei Dinge, die ich machen muss: Die Bäckerei und Yoga. Ersteres weil ich darauf einfach die Priorität gesetzt habe, und zweiteres auch wegen der Bäckerei, als Ausgleich zu einseitig belastenden Bewegungen auf der Arbeit. Im Prinzip ist der Betrieb einfach grade meine einzige Priorität, und das bringt mir eine Klarheit, die mir auch Kraft gibt. Das letzte Jahr habe ich viel gehadert mit nötigen Entwicklungen und meinen Zweifeln, ob das noch etwas wird mit diesen Entwicklungen. Ich habe meine eigene Planung, und meine Perspektiven abhängig gemacht von eventuellen Chancen eventueller Entwicklungen, und das hat mir sehr viel Kraft weggenommen. Jetzt habe ich einfach beschlossen, was ich plane und will und wo ich sein möchte, und dann lass ich das mal auf mich zukommen, welche eventuellen Entwicklungen laufen und welche nicht.

Vielleicht ist das ja auch “Kopf in den Sand” – also, ich kann ja den Kopf in den Sand stecken aus Pessimismus und Angst, oder auch aus Optimismus und verfrühter Freude. Sollte letzteres der Fall sein, fühlt sich das wenigstens gut an.

Tja, also so läuft der Hase!