6 Tag Vestkyststien: Von Hvide Sande nach Fjaltring

Es ist Freitag, der 18. Mai 2018

Wir wachen um halb sieben auf und bleiben noch ein wenig im Schlafsack liegen, dann machen wir Kaffee im Shelter. Später schenkt uns der nette Wanderer von gestern seinen restlichen Sprit zum Kochen. Er hat eine Gaskartusche für seinen Trangia Kocher, und hat den Sprit “zur Sicherheit” mitgenommen, und dann gemerkt, dass er den nutzlos herumschleppt.

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Morgensonne vor unserem Shelter in Hvide Sande: Ich habe rausfotografiert, als wir noch im Schlafsack liegen und auf den Fjord schauen.

Zum Frühstück gibt’s wieder das übliche Porridge. Wir packen alles ein und fahren los. Der Wanderer wünscht uns zum Abschied eine gute Tour und einen guten Sommer! Das gefällt mir sehr gut, weil ich verstehe, was er meint. Sommer ist einfach die Jahreszeit, in der ich versuche, so viel wie möglich raus in die Natur zu kommen.

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Das Hafen-Sanitärhäuschen in Hvide Sande. Warm duschen für 10 Kronen und Unisex Toiletten.

Wir kaufen beim Spar in Hvide Sande ein paar Dinge ein. Eigentlich brauchen wir heute wenig, aber wir brauchen Kleingeld: wir fahren zur Hafendusche. Super angenehm, eine warme Dusche zu nutzen. Und wieder stelle ich fest, dass die Abschließriegel (das sind die Dinger zum drehen) nicht funktionieren. Später kommt eine Frau und geht auf die Toiletten nebenan, und bei ihr funktioniert’s. Schon wieder. Irgendwas habe ich bei den dänischen Verriegelmechanismen nicht verstanden.

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Luftpumpe und “Pflegestation” fürs Fahrrad, dahinter führt die Treppe auf den Bunkerberg hoch, der mit Hagebutten bewachsen ist.

Wir klettern als nächstes auf die Bunker aus dem 2. Weltkrieg, die am Hafen herumstehen. In einen kann man sogar rein gehen. Am Fuß des Hügels ist wieder eine Luftpumpe und sogar eine Säule, an der Fahrradwerkzeug hängt. Das ist wirklich ein Traumland fürs Radfahren.

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Einer von zwei Bunkern auf dem “Trollberg” von Hvide Sande, er sieht aus wie ein U-Boot und hat eine rostige Eisenhaube oben drauf.

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Die Aussicht vom Trollberg: Am Hafen stehen Menschen aufgereiht und angeln, es ist blauer Himmel und es geht wenig Wind.

Wir haben heute wieder Gegenwind, aber er ist unter 15km/h, das geht ja noch. Wir kommen an einem schönen Leuchtturm in den Dünen vorbei und erreichen bald Søndervig. An einem gemütlichen Platz gibt es free Wifi und noch so eine Luft- und Werkzeugstation fürs Fahrrad.

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In der Dünenlandschaft auf der Nehrung steht ein weiß gestrichener Leuchtturm.

Auf dem Rausweg hole ich noch Zimtschnecken für die Pause vom Supermarkt, die haben wir in Hvide Sande vergessen, und kaufe mir eine scharfe Chilisauce, auf der “250 000 Scoville” steht. Dann verlassen wir die Stadt. Auf dem Rausweg fahren wir an einem Golfplatz vorbei, und ich nutze deren Druckluftanlage, um meinen Antrieb von all dem Sand und Staub freizupusten. Ein Platzwart kommt vorbei, aber er findet das okay. Mein Fahrrad auch!

Wir fahren am Stadil Fjord entlang, während sich der Himmel zuzieht. Für heute ist Regen angesagt gewesen, aber es bleibt trocken. Hier am Fjord gibt es ein riesiges Feuchtgebiet, in dem viele Vögel brüten. Der Weg verläuft auf Schotter auf einem ehemaligen Bahndamm.

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Die Fahrräder stehen bei einem Picknicktisch an einer Hecke und der Himmel ist mit dunklen Wolken bedeckt. Die Sonne scheint trotzdem.

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Der Himmel ist wieder heller geworden, und wir blicken über die weitläufigen Feuchtwiesen des Vest Stadil Fjord.

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Ein schnurgerader Schotterweg führt auf einem alten Bahndamm durch das Feuchtgebiet.

Wir erreichen am Mittag Vedersø Klit und machen ein Mittagspicknick. Dann geht es weiter durch die Husby Klitplantage, alles auf Schotter. Und nicht so guter Schotter, sondern der, auf dem es sich anstrengend fährt. Davon gibt es auf dem Vestkyststien viel. Als wir den Wald verlassen und auf dem nächsten schmalen Landstreifen radeln, kommt ein Aufschrei von hinten: Der Partner vermißt seine Fleecejacke! Wir hadern und hadern, und dann kann er sich erinnern, dass er sie am Anfang der Klitplantage, also 8km von hier, noch in der Hand hatte. Wahrscheinlich hatte er sie aufs Gepäck gelegt, anstatt sie mit dem Spanngurt festzumachen, und dann ist sie durch das Geruckel einfach runtergefallen.

Wir fahren zurück, denn ohne die Fleecejacke ist es abends auch zu kalt. Nutzlose Zusatzklamotten haben wir nicht eingepackt. Kurz vor dem Wald ist ein Pausenplatz am Meer, und ich schlage vor, dass wir hier stehen bleiben, und ich mein Fahrrad ablade und ohne Gepäck alleine den Weg absuchen fahre. Er hätte das auch gemacht, aber traut sich nicht zu, den Weg im Wald genau wiederzufinden, wie wir ihn gefahren sind.

Ich heize ohne Gepäck ganz schön über den Weg. Leider muss ich fast alles zurück fahren, aber da liegt wirklich mitten auf dem Weg die Fleecejacke, sie ist wirklich runtergefallen, wie er es schon vermutet hatte. Als ich zurück bin, ist die Freude groß und wir können unseren Weg fortsetzen. Vorher gehe ich noch aufs Klo an dem Rastplatz und finde heraus, wie man die verriegelt! Beim zudrehen des Verschlusses muss nämlich die Türklinke gleichzeitig nach oben gedrückt gehalten werden. Ironischerweise ist diese Toilette die letzte auf der Tour, die genau diesen Mechanismus hat, und ich werde mein neu erworbenes Wissen gar nicht mehr anwenden können.

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Der Rastplatz nach der Klitplantage, die Straße führt auf die Nehrung nach Thorsminde.

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In Thorsminde gibt es eine rot gestrichene “Fahrradpausenhütte”,  in der man auch grillen kann, aber gerade ist da nicht viel los, nur ein paar Leute angeln am Hafen.

Wir radeln nach Thorsminde, wo wir einen sehr beliebten Imbiß besuchen, jedenfalls ist alles voll und alles voller Einheimischer. Wir essen Hot Dogs und fahren dann über die Nehrung weiter. Es zieht sich etwas, wir sind auch schon etwas müde vom fahren, wir haben heute schon über 70km geschafft.

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Hinter Thorsminde klettern wir auf die Dünen und machen noch eine Pause mit Blick aufs Meer. Die Wolken haben sich verzogen.

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Hier auf der Nehrung sind die Dünen mit einem rauhen Gras bewachsen, ein Bewuchs, durch den der Sand schimmert.

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Der abendliche Strand, ein paar Leute haben ein Surfbrett dabei, sonst ist kein Mensch da.

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Das letzte Stück auf der Nehrung ist grün und auf der Fjordseite flach.

In Fjaltring finden wir den Shelterplatz erst nicht, er ist in der Nähe der Kirche eingezeichnet, doch dort ist absolut nichts. In Richtung des Strandes sehen wir Wohnmobile stehen, vielleicht ein Campingplatz. Wir grübeln und grübeln und gucken aufs Mobiltelefon und unser GPS Punkt sagt, wir sind genau da. Aber da ist nichts.

Bei den Wohnmobilen sehen wir etwas hüttenartiges, und fahren da hin, um zu schauen, ob dort der Shelterplatz ist. Tatsächlich ist er es – aber auch um die 35 Wohnmobile und Transporter. Der ganze Strandparkplatz ist angefüllt mit Wohnmobilen. Wir schieben unsere Räder auf den Shelterplatz, der von den Wohnmobil-Leuten in Beschlag genommen ist: Er wird als Grillhütte genutzt, aber auch, um mal woanders zu schlafen als im rollenden Klohäuschen.

Zwei haben sich ein Luftbett von 2x2m Grösse aufgebaut. Es sieht etwas lustig aus, denn der Shelter ist im Innenraum nur wenig höher als ein Meter, und das Luftbett ist einen halben Meter hoch, so dass kaum noch Platz ist, sich als Person drauf zu legen. Es wird deutsch gesprochen und die Wohnmobil-Leute finden gar nichts dabei, sich wie Platzhirsche aufzuführen. Sie sind durchaus nette Platzhirsche, aber eben Platzhirsche. Der Platz ist ihr “Geheimtip” und sie kommen immer hierher, und der Shelterplatz ist quasi schon ihre Grillhütte, und jovial wollen sie uns in ihre Geheimtip-Camping-Community aufnehmen.

Wir sind vergrätzt, weil so hatten wir uns das nicht vorgestellt. Wenn wir zu einem Platz kommen, wo schon Leute sind, haben wir es bisher immer erlebt, dass alle sich begrüßen und dann schauen, ob alle einen Platz finden, was doch immer geklappt hat. Aber ich habe es oft erlebt, dass Motorisierte auf uns als Radwanderer viel Rücksicht genommen haben, denn wir können nicht mal eben so 30km weiter zu einem anderen Shelterplatz fahren, sie schon.

Auf den Plätzen gilt, “wer zuerst kommt, mahlt zuerst”, und die grillenden Camperinnen erklärten uns, dass bis spät in die Nacht noch Leute ankommen werden und falls jemand in unserem Shelter schlafen möchte, müssten wir dann eben etwas rüberrrücken. Ich hab ihr gesagt, dass ich das gern mache, wenn Leute mit dem Rad oder zu Fuß noch kommen, aber nicht, wenn Leute nur mal Lust haben, mal aus Spaß woanders als in ihrem Wohnmobil zu schlafen. Ich bin 86km geradelt und erschöpft.

Zack, Stimmung im Keller, sie nahmen ihre Sachen und zogen davon, hin und wieder kam jemand, das Grillgut umzudrehen. Ich fühlte mich ein klein wenig mies. Das war eine klare Abstimmung mit den Füßen. Aber ich fand es auch nicht okay, wie wenig Rücksicht sie auf uns nehmen wollten, und es grade mal gönnerhaft geduldet wurde, wenn wir ihren DIY Wohnmobilgrillplatz halt auch noch nutzen. Leider gab es in der Nähe keine anderen Plätze, auf die wir schnell mal hätten ausweichen können.

Wir bekommen Bedenken, ob wir womöglich spätabends noch mit Wohnmobilleuten über Schlafplätze diskutieren müssen. Daher beschließen wir, unser Zelt neben den Sheltern aufzustellen und den Shelter nun doch links liegen zu lassen.

Ich mag es ehrlich gesagt auch nicht, wenn sich Leute mit ihren Wohnmobilen öffentliche Strände und Shelterplätze aneignen, sich “geheimtipmässig” breit machen und die Landschaft mit ihren Karren verschandeln. Das liegt aber auch daran, dass ich aus Deutschland komme, wo Camping mit Wohnmobilnutzung gleichgesetzt wird und fast sämtliche Camping-Infrastruktur auf Wohnmobile ausgerichtet ist, wo wir fürs Zelten fast gleichviel bezahlen wie für einen Stellplatz für so ein Riesenmobil und wo ich kaum etwas finde, wo ich mal ohne Autos mit Fernsehern und Satellitenschüsseln um mich rum draußen schlafen kann.

Aber es wird auch in Deutschland besser, es gibt immer mehr Wanderzeltplätze, manche sind sogar nur fürs Zelten, und nicht für Wohnmobile freigegeben.  Zum Glück!

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Meine Outdoor-Küche mit dem Trangia-Kocher, vielen Zutaten und Behältern.

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Das Fahrrad lehnt am Shelter in der Abendsonne.

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Sonnenuntergang an der Mole am Strand von Fjaltring, am Himmel steht eine dünne Mondsichel.

 

Wir machen Pasta mit Gemüse zum Abendessen. Ich kippe mir einen guten Schuß der Chilisauce über mein Essen, und äh ups.. oweh.. .die Fresse brennt ganz schön. Aber ich kann es noch essen. Ab jetzt nenne ich das Zeug nur noch “Scoville Sauce” und dosiere es tropfenweise. Die Flasche hat gar keinen Tropfverschluß, Humbug!

Als es dämmert, spazieren wir zum Strand und schauen uns die Mondsichel an. Auf dem Meer versuchen ein paar Leute, zu surfen, und vor einigen Wohnmobilen wird gegrillt oder gekocht. Eigentlich sind da viele alternative Leute, und vielleicht die Hälfte so “konservative Campingmobile”. Ein wenig schade, dass gerade die alternativen Leute  wenig Bewußtsein für andere Arten zu reisen haben. Wie vorhergesagt, kommen bis spät in die Nacht noch Wohnmobile an. Sie wollen wohl diskret sein, aber die Ansammlung ist weithin sichtbar und alles andere als diskret. Am Strand von Fjaltring darf man nachts eigentlich nicht parken, aber die Gemeinde Lemvig ist da wohl sehr tolerant, und die Wagenburg wächst an, zwischen 40 und 50 Autos sind es schon geworden.

Heute sind wir relativ spät im Bett, es ist schon richtig dunkel, als wir ins Zelt kriechen. Wir hören uns, als wir im Schlafsack liegen, noch einen Podcast an, von dem ich nach 5 Minuten nichts mehr mitkriege, weil ich dabei so wunderbar einschlafe.

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Vestkyststien Tag 5: Kærgård – Hvide Sande

Es ist Donnerstag, der 17. Mai.  Wir haben unglaublich lange 10 Stunden geschlafen, so lange schlafe ich zuhause nie.

Morgens treffe ich zwei Dänen an der Grillhütte nebenan, die spazieren gehen und draußen frühstücken. Wir reden über die Landschaft und das Wetter, und sie geben mir Tips, welche Plätze schön sind, und machen mich auf das herannahende Pfingsten aufmerksam, wo wahrscheinlich viele Leute draussen an den Naturlagerplätzen sein werden. Wir überlegen, ob wir zu diesem Zweck nicht in einen der zum Zelten freigegebenen Wälder ausweichen sollen.

Zum Frühstück gibt es wieder Porridge mit weißer Schokolade, Mango und Bananen (wir haben noch getrocknete Mangostreifen dabei gehabt). Um 10 Uhr kommen wir los, der Himmel ist wieder knallblau, und das erste, was uns begegnet, ist ein knorriger Dünenwald, durch den sich ein hübscher Sandweg windet.

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Ein Sandweg führt durch den sonnigen Dünenwald, vor mir fährt B.

 

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Der Damm, der über den See führt. 

 

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Auf der höchsten Düne Dänemarks. Eigentlich nur zwei Räder im Wald.

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Am Aussichtspunkt sehen wir nur grüne Wipfel und weit weit hinten das Meer. 

Dann kommen wir an den Filsø, einen künstlichen See, und fahren über den Damm und um den See herum. Dazu plagen wir uns über eine Schotterstraße, und danach kommen wir zur höchsten Düne Dänemarks, die inzwischen bewaldet ist. Wir strampeln die Waldwege hoch, klettern auf die Aussichtsplattform, von der wir leider nichts wirklich sehen, und fahren dann wieder runter. Eigentlich unterscheidet sich die Düne in nichts von einem bewaldeten Hügel. Tjanun.

Schöne Sandwege führen weiter durch den Wald und durch Heidelandschaften. Dann geht es wieder in offenes Dünenland und der Wind wird immer stärker. Wir haben Nymindegab hinter uns gelassen und plagen uns mit 7 km/h vorwärts. Hier sind unglaublich viele deutsche Touristen, die alle Leute auf der Straße einfach auf deutsch ansprechen.

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Die Dünenlandschaft hinter Nymindegab: Die Dünen zum Meer hin sind haushoch, und überall wachsen Büsche und Heidekraut. 

Wir kommen wieder ans Meer, und die Dünen dort sind haushoch. Wir parken die Räder an einem kleinen See und setzen uns in den Windschatten von Hagebuttenbüschen, und ich klettere auf die Dünen und sehe das windgepeitschte Meer und einen menschenleeren, weißen Sandstrand. Der Wind pfeift in meinen Ohren und ich ziehe mir den Loopschal bis über die Nase.

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Auf den Dünen, wo der Wind pfeift, sehe ich aufs Meer. 

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Der Strand ist windgepeitscht und komplett leer.

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Noch ein Bild von der Düne aufs Meer. 

Dann fahren wir weiter, inzwischen windet sich ein Sandweg auf und ab durch die Dünen. Ich bekomme Sand ins Gesicht geblasen und es geht sehr, sehr langsam voran. Meine Kette und alle Ritzel sind schnell mit einer weißgrauen Staubschicht bedeckt.

Bald entscheiden wir uns, ein Stück auf der Landstraße zu fahren, weil es mit dem auf und ab UND dem Gegenwind doch sehr anstrengend ist. Wir finden noch eine Einkaufsmöglichkeit in Bjerregårds Købmandshandel. Hier sind fast nur deutsche Touris und alle sprechen deutsch. Ich bemühe mich trotzdem mit ein paar Brocken dänisch im Laden und der Kassierer freut sich darüber. Und dann geht es weiter die schmale Landzunge nach Hvide Sande hoch. Wir wechseln wieder zum Dünenweg, denn die Landstrasse nervt auch, und brauchen noch eine Pause im Windschatten einer Düne.

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Zwischen den Dünen führen manchmal auch nervige Schotterstrassen, statt den gut befahrbaren Sandwegen. 

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In den Dünen, reetgedeckte Häuser. 

Ich habe mit meiner Wind- und Regenjacke zu viel zu schwitzen, und ohne sie ist es ziemlich stürmisch und kalt, irgendwie finde ich keine richtige Lösung. Der Wind kommt mit über 35km/h uns direkt entgegen, sagt die Wetter-App. Aber die Landschaft ist schon atemberaubend schön. Wir teilen uns einen Energy Drink, den wir schon im Netto von Ribe aufgesammelt hatten.

Dann besuchen wir Vesterled, ein Schullandheim, in dem mein Partner in seiner Schulzeit mal eine Woche verbracht hatte, und ich lasse mir alte Geschichten erzählen. Zum Glück läßt der Wind nun ganz leicht nach und wir müssen uns nicht mehr ganz so plagen. Ich habe vom starken in die Pedale treten tatsächlich eine Blase am Zeh bekommen!

In Hvide Sande gibt es eine Hafentoilette, wo man für 10 Kronen warm duschen kann! Klasse! Das heben wir uns aber für morgen auf und finden unseren Shelterplatz. Ein Wanderer ist schon dort, ein richtiger Bushcrafter. Wir unterhalten uns ein wenig und finden, dass wir sehr ähnliche Ansichten über Outdoor und in der Natur sein haben..

Heute abend kochen wir nicht, sondern essen nur belegte Brote. Ich stricke an meinen Reisesocken und mache einen Hafenspaziergang. Weil es hier gar keine Mücken gibt bei dem Wind, schlafen wir mal in einem der Shelter, sie sind wirklich ur gemütlich.

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Kuschlig ist es abends im Shelter, wir wollen noch nicht schlafen, aber in den Schlafsäcken ist es so schön warm. 

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Der Hafen von Hvide Sande im Abendlicht.. einige Hausboote der Luxusklasse ankern hier. 

Vestkyststien Tag 4: Esbjerg -> Kærgård

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Die grasbewachsenen Shelter am Morgen an “Knudsens Plads” in Esbjerg, wir packen alles ein. 

Es ist Mittwoch, der 16. Mai 2018.  Wir schlafen wieder relativ lang und fahren ohne anzuhalten durch Esbjerg und freuen uns über die dänischen Motorisierten, die super rücksichtsvoll fahren. Wie warten lieber, als sich noch vorbei zu quetschen. Und es gibt Luftpumpen einfach so am Strassenrand!

Kurz nach Esbjerg halten wir bei den Skulpturen “Mensch am Meer” an, und gehen ans Watt und sehen Wattwurm-Spuren. Es ist gerade Ebbe. Das ist auch das einzige Mal auf dieser Tour, dass wir wirklich dem Watt so nahe kommen. Davor führte der Weg zwar am Meer entlang, aber um wirklich dran zu kommen ans Meer hätten wir über weitläufige Wiesen gehen und über Deiche klettern müssen, und zumindest mir geht es an Küstenradwegen so, dass ich denke: “Ach, das kann ich ja immer noch nachher/morgen machen.” Und dann ist nachher und man hat es noch immer nicht gemacht.

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Watt und weiter hinten ist ein Schiff zu sehen, das aussieht, als fährt es durch den Schlick.

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Die Skulpturen “Mensch am Meer” bei Esjberg sind vier weiße, sitzende, steinerne Gestalten, die in der Sonne leuchten. 

Wir haben es nun gemacht und das war auch gut so, denn wir fahren heute die Küste weiter hoch und verlassen das Wattenmeer, und kommen zu dem Teil der Westküste, der aus Sandstränden und Dünenlandschaften besteht. Oder alternativ: Die deutsche Touri-Hölle.

Leider haben wir heute konstant Gegenwind. Der Morgen war eigentlich etwas wolkig und wir freuten uns über die leicht kühlere Luft, aber gegen Mittag ist alles wieder sonnig und heiß. Nachdem wir eine Weile den Strandvej entlang gefahren sind, halten wir in Hjerting an und machen Pause an einer Strandhütte mit einer Statue für die Fischer.

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Eine schwarz gestrichene Hütte, Boote, und Picknicktische am Meer, wo wir unser Essen ausgepackt haben.

Danach geht es vom Meer weg und mit viel Gegenwind durch Dörfer. Wir sehen süße Esel und kurven um die Bucht von Ho herum. Da gibt es einen Parkplatz mit Aussicht, und wir setzen uns in den Windschatten einer Hecke, um ein wenig zu pausieren, dann geht es weiter. Ich merke nach wenigen Metern, dass ich eine Trinkflasche an der Stelle vergessen habe, und muss nur ein kleines Stück zurückfahren, zum Glück.

 

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Ein hellgrauer und ein brauner Esel stehen dösend in der Sonne.

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Fahrräder an einem kleinen See, der Wind schlägt Wellen auf dem Wasser. 

Kurz vor Oksbøl kommen wir an die Fischteiche, wo es auch einen Lagerplatz gibt, den hätten wir eigentlich gestern erreicht, wenn wir nicht umgeplant hätten. Jetzt sehen wir, dass er geschlossen worden ist, weil es kein Trinkwasser am Platz gibt. Komisch, es gibt doch mehrere Plätze, wo es kein Trinkwasser gibt, und das hat im Internet ja auch so gestanden, dass dort kein Wasser am Platz vorhanden ist. Naja, schade. Die Teiche liegen in einer hügeligen Landschaft, die mir sehr gefällt.

Danach geht es nach Oksbøl rein, wo wir beim Brugsen etwas einkaufen. Dann geht’s mit immer stärkerem Gegenwind nach Vejer, ein Stranddorf, das fast nur aus Ferienhäusern und Campingplätzen besteht. Auf dem Weg dorthin kommen wir durch ein großes Militärgelände, das man nicht betreten darf, und das auch recht gruselig aussieht. Es gibt zum Beispiel Häuser, die nur als Attrappen gebaut sind, um damit Krieg zu spielen. Ich sehe die Kriegsattrappen an und bin wieder mal dankbar, dass ich keinen Krieg in meiner Gegend erleben musste.

In Vejer verfehlen wir den Abzweig der Vestkystroute und landen am Strand unten. Mein Tourpartner ist erschöpft und ächzt, dass wir uns das von der Backe putzen können, Skagen in der gegebenen Zeit zu erreichen. Aber da das nächste Stück durch den Wald führt, sind wir vor dem Gegenwind etwas geschützter, und bei der nächsten Pause mit Kaffee und Kanelsnegle regenerieren sich auch die Kräfte wieder.

Wir kommen jetzt wirklich zum ersten Mal in Dünenlandschaften, und ich klettere auf Dünen rauf und bewundere sie. Die Dünen sind bewachsen, daher sieht es nicht wie eine Wüste aus, sondern eher wie eine bizarre Mondlandschaft aus Heidekraut und Strandhafer, aber spektakulär finde ich das alles schon.

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bizarre Dünenlandschaft, darin verstecken sich Ferienhäuser 

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Noch mehr kleine Seen in den Dünen 

 

Wir finden dank google maps ganz zügig unseren für heute ausgesuchten Lagerplatz. Es ist ein einfacher Zeltplatz im Wald bei Kærgård, in dessen Nähe es wieder eine große, runde Grillhütte gibt. Außer uns ist niemand da, und trotz der Lage im Wald ist es etwas windig und kühlt zum Abend hin auch ziemlich ab. Ich hole meine Strickjacke raus und mache es mir kuschlig warm damit.

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Am Zeltplatz angekommen, finden wir Tisch und Bänke, an die wir die Fahrräder lehnen können. 

Durch die Planänderung müssen wir morgen nur 47km fahren.  Eigentlich wollten wir bei den Fischteichen oder der Landzunge in Skillinge übernachten, und jetzt sind wir schon ein Stück Richtung Hvide Sande vorangekommen. Wir trinken am Lagerplatz Instant-Matcha-Latte und später koche ich Nudeln mit Sauce Sojabolognese.

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Unser Zeltplatz heute abend liegt geschützt in einer Waldlichtung. 

Vestkyststien Tag 3: Von Ribe nach Esbjerg

Die Nacht war etwas unruhig, meinem Partner war schlecht und er hatte Kopfschmerzen, vielleicht war ich nicht die einzige, die zuviel Sonne abbekommen hatte. Aber am Morgen ist alles wieder gut, ein Glück.

Das Zelt ist wie jeden Morgen feucht vor lauter Kondensation, und die Morgenluft ist auch noch feucht, so dass es auch nicht schnell trocknet. Wir hängen das Zelt an den großzügig geschnittenen Shelter und packen den Rest unserer Sachen zusammen. Zum Frühstück gibt es wieder Porridge. Dann fahren wir nach Ribe, denn gestern hatten wir keine Zeit, die Stadt anzusehen.

Eigentlich wollten wir wenig Zeit mit Städten verbringen und heute noch zum Oksbøl Fjord fahren, aber wir haben umgeplant und einen der zwei “Extra Tage” verwenden wir jetzt, um Ribe und Esbjerg anzusehen. Dafür wird die heutige Etappe kürzer.

Unser Schlafplatz liegt im Nordwesten von Ribe, ziemlich ausserhalb in einem Wald, und wir müssen erst mal wieder ein paar km zurückfahren. Es gibt einen Parkplatz an einem Einkaufszentrum, wo es auch Toiletten mit Wasser gibt auf dem Weg, und ganz nette Plätze unter Bäumen zum entspannen. Ich nutze das Waschbecken, um ein paar Klamotten zu waschen, und dann geht es weiter in die Altstadt.

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Die Altstadt von Ribe: Eine Kathedrale mit Türmen, davor noch eine andere Kirche, und Fachwerkhäuser mit schwarzen Balken, roten Ziegeln und mit weiß gestrichenen Fenstern sind zu sehen. 

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An der Kathedrale von Ribe gibt es verschiedene Türmchen, dieses hat eine lustige spitze Form mit einem Rettungsring-Bauch. 

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Unsere Fahrräder stehen auf dem Platz vor der Kathedrale, dahinter sind alte, rot gestrichene Fachwerkhäuser und die Sonne scheint ganz schön.

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Eins der Gewölbe in der Kathedrale. Ich habe im Kunstunterricht eigentlich mal gelernt, wie das heißt, aber ich habe es wieder vergessen. 

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geschnitzte Verzierungen an der Kanzel in der Kathedrale, ein Engelskopf und eine Bordüre, zum Bemalen wurde blaue und goldene Metallic Farbe verwendet. 

Alles ist super schön und malerisch in der ältesten Stadt Dänemarks. Sie haben auch irgend so ein archäologisches Museum, wo ein Wikingerschiff restauriert wird, aber da gehen wir nicht rein. Die Kathedrale sieht sehenswert aus und ist es auch. Alt ist sie, und alles ist kunstvoll geschnitzt und gemauert.

Touristenbusladungen gehen ein und aus, und wir leisten uns bei einem Bäcker eine Plunderstange mit Vanille- und Apfelpudding und Krokant obendrauf. Ah, dänische Plunder! Direkt nebenan ist ein sehr einladend aussehendes Wollgeschäft. Aber ich habe meinen Wollvorrat so vermehrt, dass ich mir für dieses Jahr striktes Wollkaufverbot gegeben haben. Außerdem kann ich keinen Stauraum für Unnötiges verbrauchen, wir sind schließlich auf Fahrradtour. Ich gehe nicht mal rein, aber allein die ganzen bunten Knäule in den Sonderangebots-Körben vor der Tür sind schon sehr schön. Wie heißt es? Wolle kommt doch von wollen.

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Unsere leckere Wiener Stange auf einer braunen Papiertüte. 

Nach dem Stadtbummel geht es wieder auf die Route, auf dem Rausweg holen wir noch beim dänischen Discounter etwas fürs Abendessen, denn jetzt sind die mitgebrachten Vorräte aufgebraucht.

Die Strasse Richtung Esbjerg ist zuerst eher langweilig, wir fahren an einer grösseren Landstrasse entlang, aber mit seitlichem Radweg. Aber dann geht es wieder an die Nordsee und wir treffen wieder hunderte von niedlichen Schafen und Lämmern am Deich. Die Sonne brennt wieder auf uns nieder.

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flaches Land – sehr, sehr flach, ohne Bäume, nur grüne Wiesen, ein Asphaltweg und ein bepacktes Fahrrad. 

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Schafweiden (hier mal leer) und dahinter das Meer. 

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Mutter und Lämmchen auf dem Deich.

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An einer Durchflutungsöffnung im Deich führt eine Rinne zum Meer, und Schafe weiden auf der Wiese. 

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in dem spärlichen Schatten der Hütte gibt es Mittagessen, das ist hier das, was noch von gestern abend übrig war, in einer Lock Lock Dose. 

An einer kleinen Steinhütte an einem Flut-durchlauf-Tor setzen wir uns in den Schatten. Das ist auch der einzige Schatten, den es gibt. Wir machen Mittagspicknick und B. lockt Schafe an, die neugierig zum Zaun kommen und an seiner Hand schnuppern.

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Der Partner und die Schafe sagen sich Hallo

Dann geht es über einige kleine Dörfer rein nach Esbjerg. Die Stadt ist nicht ganz so hübsch wie Ribe, und um einiges größer. Schon vorab hatte ich mir einen Spejder Sport rausgepickt, um mir ein Loop-Hals-Kopftuch zu kaufen, denn meins ist ja irgendwo hin verschwunden vor der Reise. Und bei dem windigen Klima an der Küste brauche ich sowas schon. Mich nervt Wind, der mir ständig in den Ohren braust, da ist es super, eine Schutzschicht drüber ziehen zu können. Die Teile von Buff sind entsprechend teuer (wieso habe ich mir eigentlich nicht einfach selbst einen genäht?), aber im hinteren Teil des Ladens gibt es welche mit dem Logo der dänischen Pfadfinder, die kosten nur die Hälfte von einem Buff Loop.

Dazu erwerbe ich noch ein Sitzkissen, denn mein schwedisches, das wir letztes Jahr an der Straße in Skåne gefunden haben, hab ich glorreicherweise zuhause vergessen. Da ich schlecht knien kann, und auch eine anfällige Blase habe, ist so ein Sitzkissen super komfortabel. Das muss gar nichts großes sein, das Neue ist einfach ein 25x35cm grosses Stück Schaumstoff.

Auch in Esbjerg gibt es schöne Wollgeschäfte, und Stoffläden! Ach ach, skandinavische Handarbeitsläden, sie sind so attraktiv. Diesmal geh ich gar nicht erst rein, und das ist auch besser so.

In Esbjerg ist unser ausgesuchter Lagerplatz östlich der Stadt, im “Ost-Wald”. Er heißt “Knudsens Plads”. Da ist eine große Wiese, eine überdachte Aufenthaltsterrasse mit Sitzbänken, eine Feuerstelle mit Bänken drumherum und vier Shelter. Direkt nebenan gibt es eine große Grillhütte, in der eine grössere Gruppe gerade den Abend verbringt, und da gibt es auch Wasser und sanitäre Einrichtungen. Wir stellen fest, dass das Abschließen an beiden Toiletten nicht funktioniert. Die Einheimischen scheinen das Problem aber nicht zu haben. Komisch. Wir probieren und probieren herum, aber es geht einfach nicht und wir geben es dann auch auf.  Später, als die Leute nach Hause gehen, ist der Platz sowieso leer und wir sind ungestört, da können wir auch offen lassen.

Ich sehe eine große Zecke herumkrabbeln, aber ich habe Glück, auf der ganzen Tour fange ich mir keine ein. In Dänemark gibt es sehr wenig FSME, aber Borreliose, und die kann ich ganz gut vermeiden, wenn ich Zecken innerhalb von 12 Stunden finde und entferne.

Es gibt Letscho aus frischen Paprika, Tomaten und Couscous zum Abendessen, und wie relativ immer gehen wir früh schlafen. Faszinierend, wieviel länger es im Norden hell ist, dabei ist noch nicht mal Sommersonnenwende.

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Auf der Bank am Lagerfeuer in Esbjerg habe ich Paprika und Zwiebeln geschnippelt zum Kochen 

 

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Am Lagerplatz in Esbjerg: eine Lagerfeuerrunde (ohne Feuer) und Bänke und dahinter haben wir das Zelt aufgestellt. 

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Der Shelterplatz mit unserem Zelt in der Dämmerung. Wir schlafen nicht in den Hütten, weil wir kein Mückennetz dabei haben. 

Die erste Fahrradtour 2018

Leider ohne draußen schlafen, aber ich musste am nächsten Tag arbeiten, und an Osterwochenende sollte das Wetter sich wieder verschlechtern. Es sollte in den Naturpark Barnim nördlich von Karow/Buch gehen.

Statt mit der S-Bahn raufzufahren und dann loszuradeln, sind wir nach Karow gefahren, denn Bahnfahren ist stressig und teuer. Am Tag davor hatte ich eine Diskussion auf Twitter über die verschiedenen Geschwindigkeiten von Radfahrenden, und wie die geplante Infrastruktur die schnelleren nicht berücksichtigen würde. Die Diskussion war eher unschön, weil sich eine gefühlte Mehrheit von Rennrad-Kerls darüber empörte, dass die Langsamen dann wohl an schlechter Infra “schuld” seien, oder es zumindest versäumten, hohe Geschwindigkeiten in der Stadt als etwas zu betrachten, worauf irgendwer ein Anrecht hätte. Daran musste ich denken, als wir gemütlich durch Weißensee juckelten, am Orankesee und am faulen See vorbei. Und auch, als mein Freund mir zu verstehen gab, dass ihm der Naturpark Barnim doch zu weit sei. Der Arme war von Kopfschmerzen gebeutelt, und daher beschlossen wir, einfach bei Karow etwas durch die Landschaft zu bummeln, die Sonne zu genießen und dann wieder nach Hause zu fahren.

Am Orankesee war einiges los, viele Leute waren unterwegs, um das Wetter zu nutzen. Die Wege waren naß, aber nicht zu matschig. Hinter dem Orankesee führt ein Schleichweg am Faulen See entlang, dann geht es über die Hansastrasse, durch eine Siedlung mit Einfamilienhäuschen, und dann wird’s schon ländlich.

Bei Malchow/Karow oben gibt es einige Parks, den See, und einen kleinen Bach, die Laake. Dort machten wir eine Pause, die Sonne kam raus und wärmte auch schon schön. Wir setzten uns auf den krummen Stamm einer riesigen Weide direkt am Wasser.  Ich hatte direkt vor der Radtour eine Frittata mit Kartoffeln und Zwiebeln gemacht, das ist so eine Art dickes Omelett. Als ich die aus der Fahrradtasche holte, war das Essen sogar noch warm. Ich hatte einen Wollschal um den Henkelmann gewickelt, der hatte es anscheinend gut warm gehalten. Die Gabeln hatten wir zuhause vergessen. Aber das machte nichts, mit dem Taschenmesser schnitzten wir uns schnell Stäbchen zum essen.

Wir folgten dem murmelnden, klaren Bach und kamen zum “Stadtrandpark neue Wiesen”. Auch hier waren Scharen unterwegs, um spazieren zu gehen. Die Hunde tollten über die Wiesen und schüttelten den Winter ab.

Wir fuhren Richtung Ahrensfelde, aber mein kopfschmerzgeplagter Radtourgefährte wollte dann doch nicht das Wuhletal runter fahren, und deshalb bogen wir recht bald wieder Richtung Marzahn ab. Wir fuhren an Grillplätzen vorbei und am Skatepark Wartenberg hatte die Stadt uns schon wieder.

Wir machten noch eine Pause und ich strickte ein wenig in der Sonne. Aber die Beschallung von Hiphop vom Skatepark her war uns dann doch zu stressig, nichts gegen Hiphop, aber wir wollten eigentlich mal raus und nicht die ständige Geräuschkulisse der Stadt um uns haben.

Abends viel mir ein, dass ich mich auf Mastodon  zum “Bike Cleanalong” verabredet hatte, und jetzt hatte mein Fahrrad es wirklich so richtig nötig. Die Ritzel und die Kette waren völlig verdreckt, so dass die Schaltung sogar manchmal etwas schwerfällig war. Also habe ich noch Putzlappen, heißes Wasser, Spüli, Fahrradreiniger und Öl geschnappt und habe mein Rad ein wenig sauber gemacht. Ich kriege das mit dem Antrieb reinigen nie so hin, dass es richtig sauber ist, aber zumindest so, dass der meiste Dreck verschwindet. Ausserdem leuchten jetzt die Reflektoren und Reflektorstreifen an den Reifen wieder.

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Krokusse beim Orankesee

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Radweg hinter Malchow mit Wiesen und noch kahlen Bäumen

 

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Weg nach Karow – ein sandiger Pfad gesäumt mit Bäumen

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die Laake bei Karow, ein Bach mit Weiden und grossen Steinen, auf denen man über den Bach gehen kann.

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Picknick: Wir hatten Kartoffelomelette dabei

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Besteck vergessen kein Problem mit Eßstäbchen aus Zweigen

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Selfie vor dem Bach

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Ich stricke in der Sonne sitzend an meiner Socke

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Das war ein langer Tag..

..ich hatte wenig Schlaf, den Abend davor bin ich unvernünftig lange auf geblieben, und dann um sieben Uhr aufgestanden, weil ich vormittags mit meinen Nichten bouldern gehen wollte.

Das taten wir auch, und auch wenn sich meine Rolle auf mehr ein anfeuern, bewundern und feiern der Klettererfolge der Kinder beschränkte, war es doch sehr schön. Meine Nichten sind letztes Jahr nach Bayern umgezogen, und deswegen sehen wir uns leider nicht mehr so oft.

Und ich traf eine alte Bekannte wieder, wir waren vor vielen Jahren, ganz ganz früher, viel gemeinsam in selbstorganisierten Spiri-Frauenprojekten. Es war sehr cool, zusammen zu sitzen und sich etwas up to date zu bringen, was bei uns gerade läuft.

Mittags hatten alle Hunger und die Kinder waren etwas mäkelig was das Essen angeht, dass die Boulderhalle anbot. Also überredete ich die Leute, uns zu erlauben, uns Lieferservice-Essen zu bestellen. Das tat ich dann vom Handy aus und bezahlte dann gleich noch mit Paypal, haha.. als mir das Lieferportal eröffnete, dass es 45 Minuten dauern wird, zogen wir lange Gesichter, weil wir wirklich schon ganz schön hungrig waren. Dann überzogen sie noch eine halbe Stunde und die Kids waren sehr tapfer und haben nur ganz wenig gemeckert, wir haben aber auch die zu lange Wartezeit etwas abgemildert, indem wir Eis spendiert haben.

Nach dem Bouldern hatte ich grade mal so eine Stunde Zeit, bis ich zur Backschicht mußte, die war dann auch ganz cool. Wir haben alles gut in der Zeit hingekriegt, schön Death Metal dabei gehört, und ich bin dann ganz gut gelaunt nach Hause gefahren… bis der Nieselregen, der in Kreuzberg noch kaum vorhanden war, in Friedrichshain immer stärker wurde… so ein Sauwetter! Tagsüber war es für Regen noch viel zu kalt gewesen. Aber prompt wird es vor Niederschlägen dann zack – so warm, dass der Niederschlag als Regen runter kommt und nicht als Schnee.

Okay, hohen Schnee hätte ich auch nicht so gut gefunden… naja. Muß das nächste Mal wieder die Regenhose mitnehmen. Jetzt: Chillout und ins Bett.

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Dieses Kind klettert besser als sein Schatten!

keine Konsumauszeit, Gadgets, Brafitting, Zines

Manche in meiner Twitter- und Blogosphärenblase machen gerade eine Konsumauszeit. Gestolpert bin ich über das Konzept bei Jademond.

Ich musste nicht lange überlegen: Ich mache das nicht mit.

Warum? Weil ich grade Zeit habe, zu konsumieren.

Dieses Jahr war für mich sehr anstrengend, und ich habe die meiste Zeit nur gearbeitet. Ich hatte wenig Zeit, mich mal um Dinge zu kümmern, die ich gebrauchen könnte oder die ich anschaffen könnte, um meine Bude oder mein Fahrrad oder was auch immer praktischer und besser zu machen. Zum Glück hat es trotzdem gereicht, um z.B. Dinge für die Radwanderung zu besorgen, einen Frontgepäckträger und “Lowrider-Taschen” zu kaufen und anzubauen, ein neues Regal fürs Zimmer zu holen.. aber auch eins auf der Strasse zum weggeben rausgestellt zu sehen und mitzunehmen.

Während ich mich von meiner Operation erhole, hab ich die Zeit, mich mit der Frage zu beschäftigen:

Was müsste dringend mal angeschafft werden? Wie und wo treffe ich eine okaye Wahl für das, was ich brauche?

Und dann habe ich sogar die Zeit, so eine Anschaffung auch zu machen.

Seit Jahren haben wir keinen Drucker, der mit unseren Computern kompatibel ist. Der bisherige Drucker (den wir auch noch behalten) ist ein Farb-Tintenstrahldrucker von hp, der 1998 gekauft wurde und seitdem zwar immer langsamer wurde, aber er funktioniert noch. Um etwas auszudrucken, muss ich aber leider den Aldi-Windows-Rechner starten, der auch wasweißichwiealt ist und der keine Internetverbindung hat, die auszudruckenden Dateien müssen also erst auf einem USB-Datenstick sein..

Also habe ich gestern endlich mal einen Zweitdrucker besorgt:

Es ist ein kleiner s/w Laserdrucker, wir haben so ein Modell im Betrieb, und der druckt eigentlich seit vielen Jahren sehr zuverlässig, obwohl der immer viel drucken muss. Der kleine Laserdrucker ist Wifi-tauglich und kann sich dann (hoffentlich) mit allen Geräten verbinden. Er kommt klar mit Windows, Macs, auch älteren Macs, und mit Linux.

Dabei habe ich noch einen kleinen Lautsprecherwürfel gekauft, das ist so ein Impulskauf nebenbei gewesen:

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Das Ding ist anstatt einer ipod Dockingstation mit Lautsprecher. Es ist kleiner. Und ich bin nicht darauf angewiesen, dass meine Geräte alle den selben Eingangsstecker haben, was sie ja nicht haben. Also ist es viel besser als eine Dockingstation. Es hat einen Audio-Kabel-Eingang und ein Kabel, mit dem im Prinzip alle möglichen Geräte angesteckt werden können, und wenn das Gerät es kann, geht es auch mit Bluetooth. Toll zum Podcast hören!

Dann war ich gestern noch beim Brafitting.

Dadurch, dass ich die letzten Jahre ca. 10kg an Gewicht zugelegt habe, sind meine Brüste auch grösser geworden. Ich hatte nie einen BH benötigt, aber jetzt möchte ich gerne BHs besitzen, die meine Brüste stützen und vor Erschütterungen schützen. Je nachdem, wo ich in meinem Zyklus bin, können die Brüste schon mal schmerzen. Und ich möchte das Bindegewebe nicht noch die ganze Zeit belasten oder durchschütteln.

Hier ist ein toller Artikel zum Thema Bra-Fitting (Bh-Anpassen) mit Links zu vielen wichtigen Ressourcen von Paula Puzzlestücke. und hier ist die Seite der Busenfreundinnen, die Community zum Thema Bra-Fitting und BHs.

Mir wurde – dank Spinntreffen kenne ich die coolsten Leute – von der Handmaid ein guter Laden in Berlin empfohlen, “Change” im Alexa, wo ich einfach reinlatschen konnte und sagen: “Ich habe keine Ahnung von BHs, nie einen besessen, möchte aber jetzt einen und mir den gern anmessen lassen. Und da ist mir dieses Geschäft empfohlen worden.”

Ich wurde dann in eine der Anprobekabinen geleitet, vermessen und dann musste ich nur noch die BHs probieren, die mir reingereicht wurden, und wurde beraten und der Sitz wurde von der Verkäuferin, die Ahnung hatte, geprüft. Der Laden sei “hochpreisig”, sagte meine Spinntreff-Freundin, aber online sah ich die qualitativ hochwertigen BH’s auch nicht billiger. Ich habe aber auch noch gar keine Ahnung, wo es die “Schnäppchen” gibt.

Ich habe einen BH der Hausmarke “Basic” genommen, dessen Schnitt eine “Plunge” Form ist und der gefüttert ist. Er macht, dass die Brüste etwas grösser aussehen als ohne BH, was ich wider Erwarten ganz witzig und cool finde, und er stützt halt perfekt, ohne dass auf den Schultern irgendein Gewicht lastet. Mein Rücken ist sehr entzückt, sag ich mal.

Der andere ist ein Sport-BH, der sehr fest ist, ich habe erst mit den Ohren geschlackert und gedacht, das ist ja wie ein Thrombose-Kompressions-Strumpf, nur an einem anderen Körperteil. Dafür kannst du mit dem Ding auch herumhüpfen und dich wirklich extrem bewegen, ohne dass die Brüste herumschlackern und das Bindegewebe gezerrt wird. Ausserdem werden die Brüste an den Körper gedrückt und zur Seite weggepackt, so dass eine große Armfreiheit für Sport und Arbeit besteht. Im Prinzip ist das fast wie ein kleiner und nicht so enger Binder. (Ich habe keine eigenen Erfahrungen zu richtigen Bindern, ich gehe hier nur von dem Effekt aus, den der Sport-BH macht, den ich von Bindern an anderen Menschen oder von Bindern auf Fotos kenne)

Und tja, was soll ich sagen: Ich habe bei den Busenfreundinnen gelesen, mir ein paar Youtube-Videos zum Brafitting angeschaut, mir eine für mich gute Grösse anmessen lassen, und jetzt würde ich am liebsten losgehen und kreischend alle Geschäfte stürmen und BHs kaufen. Schade, dass meine Mutter jetzt nicht hier ist. Ich glaube, wenn wir uns das nächste Mal sehen, gehe ich mit ihr einen BH für mich kaufen. Denn dieses “Mutter-Tochter-Erlebnis”, auf das sie sich sicher schon jahrelang gefreut hatte, ist damals ziemlich in die Hose gegangen, ich war ein nöliger Teenager, der keine Verwendung für BHs hatte und das BH-Kauf-Ritual nicht zu schätzen wusste und mit Genörgel und Gemoser sich dann einen schnörkellosen Sport-BH ohne jegliche Funktion aufschwatzen ließ, der danach nie getragen wurde.

Ich muss zwar sagen, dass es auch keine gute Idee von meiner lieben Mutti war, mich trotz mangelnder Notwendigkeit und mangelnder Lust in diesen Dessousladen zu schleppen. Insofern hat sie sich die Situation selbst eingebrockt. Aber damals war damals und heute ist heute, und wenn sie jetzt eine wild-auf-BH-Kauf-Tochter möchte, die kann sie haben!

Am Freitag habe ich dann noch einen Podcast aufgenommen, den ich jetzt seit mittlerweile 4 Tagen nicht fertig bekam, und wo ich mich eigentlich gleich mal damit hinsetzen will (mal sehen, wie weit ich komme).

Zu guter Letzt noch mehr Konsum: Ich war auf dem Zinefest Berlin und habe zugeschlagen!

Viele Zines sind in meine Tasche gewandert, und ich bin gerade dabei, ein Fahrrad-Zine selber zu machen. Ich mache das wirklich so Old-School wie früher, so mit Kopierladen, Schnipselcollage und z.T. handgeschrieben, und gezeichnet, und das dauert schon seine Zeit. Wenn ihr mitmachen möchtet, und eine (einfache oder Doppel-) Seite für das Fahrrad-Zine machen (oder zwei)

– Es ist DinA5 und wie schon gesagt, Old-School-Schüler_innenzeitung/Copyshop-Style

– Das Thema ist Fahrrad, Radfahren, Fahrradpolitik, Fahrrad und Gender

– gerne queer_feministische Perspektiven

– ein Traum wäre, wenn DU z.b. ein Handbike hast und darüber was zeichnen oder schreiben willst.

– Beiträge in deutsch und englisch, wenn du beides kannst, wäre Zweisprachig klasse, wenn du nicht beides kannst, reicht in einer Sprache, dann übersetze ich.

deadline ist Ende 2015 und erreichen könnt ihr mich auf twitter @distelfliege oder per Mail distel (at) spiritvoices (punkt) de.

Ihr könnt mit Papier herumwerkeln und es dann einscannen und mir mailen, oder mir auch eine Dina5 Seite oder Doppelseite mit der Post schicken :) (Adresse geb ich euch auf Anfrage).

Hier ist der Zine-Mitmach-Aufruf auch nochmal auf englisch, falls ihr Leute kennt, die kein deutsch können und Interesse haben.

Hier sind ein paar Seiten, die ich schon fertig habe (die eine ist noch nicht übersetzt)

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Abends durch den Kiez

Heute war den ganzen Tag wunderschönes sonniges Herbstwetter, ohne dass ich es raus geschafft hätte. Ein freier Tag, die Bude schön warm geheizt, um kurzärmlig rumzusitzen. Damit mein relativ frisches Tattoo am Arm schön an der Luft heilen kann. Da fällt rausgehen schon schwer, selbst bei super Wetter. Abends wurde das Licht ganz aussergewöhnlich, und ich bin dann doch noch raus.

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Bild: Vom Badezimmerfenster aus: Abendlicht im Hinterhof

Ich traf noch eine Mitbewohnerin, die mit dem Hund spazieren war.
“Na, gehst du dieses Licht fotografieren?”
Sie hatte die Kamera in meiner Hand gesehen.
Leichter gesagt als getan, dachte ich, weil so wirklich auf dem Foto wollte das Licht nicht erscheinen.

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Bild: Abendhimmel an der Strassenecke

Ich bin mit dem Fotografieren nicht so weit fortgeschritten, habe mich zwar mal über Blenden, Belichtungszeiten und Weißabgleich belesen, aber die Feinheiten sind mir nicht so geläufig. Aber ja, Weißabgleich. Mit der Voreinstellung für bewölkten Himmel ließ sich das Licht besser einfangen.

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Bild: Ein Fahrrad steht an der Strassenecke angeschlossen

Genau das war das Licht. Wow wow wow.

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Bild: rötlich beleuchtete Häuser und parkende Autos

Ich wandte mich nördlich zum alten Schlachthofgelände, ohne ein großes Ziel zu haben. Das mit dem Licht sollte nur sehr kurz anhalten. Ich war etwas zu spät aufgebrochen.

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Bild: Himmel mit Baumshilhouette, die Blätter sind schon zum Teil abgefallen

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Bild: Häusergiebel im Licht und dunkle Wolken

Ich ging zum örtlichen Hundekackplatz, äh, Verzeihung, in den lokalen Park natürlich, und merkte erst jetzt, dass man von dort aus den Alexturm sehen kann. Aber nur von einer Stelle aus, und nur, wenn die große Kastanie keine Blätter mehr hat, und fotografierbar ist das auch nicht. Eher erahnen kann man den Fernsehturm.
Dafür gibt es einen Holzbären, der pink bemalt wurde.

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Bild: Der Umriss des Bären vor einem verblassenden Abendhimmel

Als ich die Strassenseite wechsle und in den Blankenstein-Park gehe, ist das mit dem ungewöhnlichen Licht schon fast vorbei. Und es wird dunkel. Ich kann nicht mehr aus der Hand knipsen, sondern muss die Kamera wo aufstützen, damit es nicht verwackelt. Und das Objektiv hat irgendwie ein Problem mit dem Autofokus. meh.
Ich hasse manuell fokussieren.

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Bild: durch Bäume fotografierte Mauer mit Graffiti

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Bild: Strasse mit dunklen Wolken am Himmel, Leute schieben einen Kinderwagen durch die Dunkelheit.

Ich ging noch quer über das Gelände, am Stadler vorbei zum Lidl, um noch ein paar Dinge für morgen einzukaufen.

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Bild: Das letzte Licht trifft das “Stadler” Schild.

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Reihenhäuser wurden aus den ehemaligen Baracken des Schlachthofs. Dazu die Leuchtreklame vom Rewe.

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Die grünlichen Dachfenster der ehemaligen Rinderauktionshalle

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Der Hof einer Baustoff-Firma

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Paletten und Fensterrahmen

Der erste Frühlingstag

Heute war es sonnig und so warm, es wäre super für eine Radtour gewesen. Ich hatte heute aber anderes vor und musste auch noch Dinge einkaufen, also habe ich das Einkaufen mit einem Kiezspaziergang kombiniert und einige Fotos gemacht.
Mein erster Weg führte zum Drogerieladen, mir Haarwachs für meine neue Kurzhaarfrisur zu kaufen. Ich fuhr mit meinem Rad die Rigaer runter und knipste die traurigen Überreste eines alten Hofs mit Werkstätten, wo eine Wohnungsbaugesellschaft alles für Luxusapartements niederreißen ließ. Es ist zum k… naja. Die Graffiti sprechen für sich.

frühlingstag

frühlingstag

Ich bin dann hoch zum ehemaligen Schlachthofgelände und guckte dort noch beim Rossmann und im Park vorbei. Auf den Strassen war es relativ ruhig, aber trotzdem kann ich es gerade gar nicht fassen, wie die Leute mit ihren Autos in der Stadt herumkurven. Manchmal ist so einer dieser Tage, wo du denkst: Wir richten grad den Planeten zugrunde, aber das ist ja kein Grund zum Umdenken, ne? Shiny Happy People haben die Cabrio Verdecke runtergelassen und genießen die Sonne, während sie die Stadt vollstinken.

frühlingstag
Die Apo in der Bänschstrasse

frühlingstag

frühlingstag

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Hm, ich frage mich, was passiert war.

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Drogerie-Ausbeute. Am dezentesten ist das Isana Haarwachs, es hat fast keinen eigenen Geruch. Auf dieses “Strand Matte” bin ich gespannt. Mehrere Leute sagten, dass das gut ist. Es hat leider einen süßlichen Geruch.

Jetzt steht noch Wolle Färben auf dem Programm. Die kommenden Tage werde ich viel arbeiten und zu tun haben, da ist bis zum Wolle-Fest gar keine Zeit mehr. Und ich möchte die Wolle doch Janis mitbringen! Also los jetzt :)

Apropos Wolle:

Das ist meine Ausbeute meiner Strickchallenge von Februar:

mmm17 februar

Eine Socke fertig, eine angefangen, am Tuch weitergekommen und die Stulpen habe ich zwar nicht im Februar gestrickt, aber ihnen einen Elastikfaden reingenäht, damit sie nicht mehr rutschen.

Das war der Mai

Im Mai war ich genauso oder noch heftiger eingespannt als im März und im April. Meine Warmup Radtour konnte ich nicht machen. Weil:

Ich war an Pfingsten krank und habe dann, als es mir besser ging, Zeit zum Malen gefunden und bin in meinem Lifebook-Kurs wieder in Schwung gekommen.

Deshalb jetzt eine kleine Bilderflut:

ripple effect

Das mit dem coolen Marmorierungseffekt.

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Dieses Bild habe ich danach gemacht, das war etwas gewöhnungsbedürftig, weil ich die Maltechnik von Effy Wild zuerst nicht so kapiert habe und die Textur des durchsichtigen Gesso auch ganz schön ungewohnt war.

altar

Hier stehen symbolische Gegenstände für wichtiges im Leben. Natürlich: Spindel und Fahrrad :)

Ich mochte außerdem die durcheinander-Doodle-Technik sehr.

“There can never be too much”

:)

expressive mixed media portrait

“expressive portrait”

Dieses ist einfach mit Aquarellbleistift auf einen Hintergrund aus Acrylfarbe-Blobs gezeichnet. Dann wurde das mit einer Wassersprühflasche nass gesprüht und dann so halbfeucht daran rumgeschmiert und -gezeichnet. Bei mir gab es viele grosse Kleckse, die ich retten musste. Am Ende wurde das mit einem hellgrauen Wachsmalstift noch um ein paar Highlights ergänzt.

Ich bin mit dem Schatten neben der Nase unzufrieden, aber lieber etwas verkackt als gar nicht gemalt.

Jetzt male ich gerade an einem Hintergrund aus Wasserfarben herum, das Bild dauert aber etwas länger, keine Ahnung ob ich das heute fertig bekomme..

Aufgrund der ausgefallenen Warmup-Radtour werden wir jetzt quasi im Kaltstart auf unsere Urlaubsradtour im Juni gehen.

Ich werde gerade (Überlastungserscheinung) jedes Mal krank, sobald ich ein paar Tage frei genommen habe. Deshalb habe ich mir vorsorglich vor dem Urlaub auch ein paar Tage frei genommen, nur um krank zu werden. Schade, aber vielleicht werde ich ja nicht krank..

Die Yogapraxis, die ich habe schleifen lassen, muss ich jetzt auch wieder aufnehmen. Der Rücken meldet sich mit Schmerzen und das geht so nicht weiter. Aber es war ja eigentlich klar. Ich kann nicht monatelang kaum Yoga machen und denken, das ginge für immer gut.

Was aber klasse ist: Ich habe mir eine Hängematte gekauft und habe mir damit “Mini-Auszeiten” genommen, in denen ich zwischen Bäumen hing und las.

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Den ersten Stricktreff im Mai habe ich glaube ich, gearbeitet, beim zweiten Stricktreff war ich krank, und dadurch fiel auch die Fasercommunity fast flach für mich in diesem Monat. Wenn da nicht gestern das Spinntreffen von “Berlin spinnt!” gewesen wäre. Erst war ich mir unsicher, ob ich nicht doch zu kaputt war und zuhause bleiben sollte, aber es ist für mich nicht weit und war doch ganz nett.

Im Freundeskreis gibt es nach wie vor bei Leuten Krisen und schwierige Zeiten, auch in der Hausgemeinschaft gibt es da und dort Streit und nervige Auseinandersetzungen, und ich glaube, mir wird einfach alles grade zuviel.

Ich mache eine Gratwanderung zwischen verhaltener Vorfreude auf den Urlaub und versuchen, da und dort ein paar schöne Dinge zu tun, und: bloss nicht vorfreuen oder an morgen denken, weil eh alles schief gehen kann. Aber bitte, ohne in eine Überlastungsdepression reinzuschliddern.

Ich glaube, ich werde mich gleich mit meiner Hängematte in den Park verziehen. Habe Spätschicht und davor könnte ich noch ein bischen Entspannung gebrauchen..